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Hört Ihr Musik oder hört Ihr Töne?

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Wopperbummchen
Gesperrt
#1 erstellt: 16. Mrz 2009, 23:31
Nun, ich könnte mir vorstellen, dass Leute die viel Geld für HiFi ausgeben, weil es Ihr Hobby ist Musik anders hören, als jemand der nur zum Zeitvertreib Musik hört, bzw. wie wiederum jemand der Musik studiert hat.

Will sagen: Hört Ihr Musik oder hört Ihr nur Töne.
Jetzt, wo ich neue Boxen habe, achte ich eigentlich mehr darauf, WIE es klingt und nicht sosehr darauf, WAS da klingt. Also ich höre technischer als emotionaler. Und ich bin nur Hobbyhörer, also Hifi ist nicht mein Lebensinhalt.
Ich spiele Klavier und habe Musikwissenschaften studiert ... Studium rum ... aber ich merk grad selbst, dass ich nun beim Hören nicht mehr sosehr auf die Musik, sondern mehr auf die Wiedergabe der Töne achte. Aber das ist vielleicht normal, eben weil die Boxen neu sind und man deshalb kritischer achtet, ob auch alles funktioniert. Das sollte sich mit der Zeit bei mir legen, eben weil ich kein HiFi Freak bin.

Habt Ihr noch Spaß an Musik ... also an der Musik selbst ... an den Emotionen der Musik ... oder hört Ihr Musik nur aus analytischen Gründen und wenn dann mal eine Passage nicht gut klingt, ihr gleich losrennt und die Kabel prüft oder die Boxen umstellt.

Stört Euer technisches Musikwissen, Euer kritisches berwöhntes Ohr an Euren teuren Anlagen und Boxen insofern, als dass Ihr Euch nicht mehr wirklich auf die Musik in ihrer Musikalität und ihrem Emotionsgehalt einlassen könnt, eben wegen Eurer technischen Ansprüche?

Hoffe es wird klar was ich fragen will.


[Beitrag von Wopperbummchen am 16. Mrz 2009, 23:32 bearbeitet]
schlotter
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 17. Mrz 2009, 01:05
Obwohl ich mich für die Technik sehr interessiere, schaltet bei mir, sobald ich Musik höre, irgendwie ein Schalter um, der mich auf Emotion stellt, ich kann nicht anders. Dann stören mich eventuelle Störgeräusche oder Klanverzerrungen weniger, bzw. nehme sie nicht wahr.

Darauf zu achten, im Rahmen meiner finanziellen Möglichkeiten die in den Daten besten Geräte zu erwerben, bringt mir lediglich das beruhigende Gefühl, Qualität zu besitzen.
Aber objektiv nachprüfen kann ich die Qualität nicht, weil ich kein emotionsloses Messgerät bin und mich wie gesagt die Musik emotional vereinnahmt.
Accuphase_Lover
Inventar
#3 erstellt: 17. Mrz 2009, 03:11
Interessante Frage !

Als studierter Musiker nimmt man Musik sicherlich anders wahr als als "normaler" Hörer ohne tiefere musikalische Bildung. Ob man diese unbedingt braucht, damit sich einem Musik erschließt oder man diese voll genießen kann, ist eine ganz andere Frage.

Ich für meinen Teil, nehme Musik sowohl emotional als auch technisch wahr. Der musiktheoretische Part interessiert mich kaum bis gar nicht !
Da ich aber selbst HiFi-Fan bin UND Mastering und Audiobearbeitung betreibe, spielt für mich der Klang immer eine große Rolle.
Da ich weiß, wie man Musik masteringtechnisch bearbeiten kann und was man vermeiden sollte (weißgott nicht jede CD ist korrekt gemastert !), analysiere ich Musik immer auch auf ihre "technische" Korrektheit hin.
Letztendlich gebe ich in meinen Ohren "guter" Musik, vor Klang den Vorzug. Anders wären einige Internet-Radios auch kaum zu genießen !

Andererseits sehe ich mich bei subotimalen technischen Parametern und/oder mäßigem Klang, im Geiste bereits an meinem Equipment "schrauben", um diesem Sachverhalt abzuhelfen !




Grüße
smitsch
Stammgast
#4 erstellt: 17. Mrz 2009, 03:16
Ich kann nur für mich / durch meine Erfahrung sprechen....

Natürlich hört man auf neuen Lautsprechern erst mal analytischer, man will ja auch wissen was man gekauft hat...und wenn die Boxen wirklich besser sind, ist jede Scheibe eine kleine Neuentdeckung...

Ich höre unterschiedlich, abhängig davon was es zu hören gibt - mittunter auch eine Frage des Gemütszustands und der Konzentration. Aber eigentlich ist das was klingt und wie es klingt nie ganz trennbar.
Man könnte die Frage erweitern: was hört Ihr wie? Es gibt gute Musik, die schlecht klingt genauso wie fade Kompositionen/ Songs, die klanglich top sind...

Wenn ich am (live) Mischen bin, bekomme ich von den Liedern meist nur wenig mit, da mein Fokus klar auf dem Klang liegt und darauf, dass sich sämtliche Instrumente und Stimmen klar im Mix abzeichnen ohne aufdringlich oder gar unangenehm zu Klingen, oder unterzugehen. Zudem ist ein Auge immer auf der Bühne, um allfällige Wünsche der Musiker gleich erkennen zu können.

Dasselbe gilt wenn ich mir Geräte / Lautsprecher anhöre, die mir neu sind: Verwende dazu mir gut bekannte Musik, und analysiere nur den Klang, insbesondere Ein / Ausschwingverhalten und was "zwischen" den Tönen passiert.

Auch lustig: Wenn ich mal an ein Konzert oder in nen Club gehe, an denm es schlecht klingt (meist zu laut, giftig) kann ich kaum feiern & die Musik (oder was davon übrig ist) geniessen.(bin genervt, weil ich weiss, wie es klingen könnte) Suche dann meist einen netten platz wo die Lautsprecher nicht hinpusten....
ALUFOLIE
Inventar
#5 erstellt: 17. Mrz 2009, 09:42
Als erstes will ich meinem Vorposter mal zustimmen, dass es sicher auch auf den eigenen Gemütszustand ankommt.
Davon abgesehen würde ich für mich schon behaupten, dass ich wohl eher die Töne statt die Musik höre.
Seitdem ich Anlagenmäßig hochwertiger wurde, habe ich immer mehr meinen Musikgeschmack geändert. Vorher habe ich fast nur elekronische Musik gehört. Aber jetzt höre ich überwiegend Musik mit Instrumenten und Sängern. Und das, obwohl ich immer noch sage, dass ich Techno höre, wenn mich jemand fragt.

Die Emotionen hängen hauptsächlich vom Lied selbst ab und nicht von der Wiedergabe. Für mich kann auch auf nem Küchenradio ein Lied eine Gänsehaut verursachen, wenn es mich denn anspricht. Und das ist halt überwiegend noch bei elektronischer Musik der Fall. Klanglich eindrucksvoller finde ich aber durchaus die meisten Lieder mit Instrumenten Und Sängern.

Deswegen höre ich wohl eher Töne :).
lonestarr2
Stammgast
#6 erstellt: 17. Mrz 2009, 12:04
die musikalische Vorbildung spielt eine nicht unerhebliche Rolle
ich selbst habe frueher Schlagzeug gespielt, und automatisch achte ich beim Musikhoeren besonders auf diesen Part (sowohl in Sachen Wiederqualitaet als auch Interpretation)
natuerlich nicht nur, es gibt auch Musik die mich einfach nur mitreist und die mir auch so gefaellt, aber besonders beim wiederholten hoeren eines Stueckes ertappe ich mich immer dabei, dann gerade auf diesen Part besonders zu achten
High_Fidelity_Freak
Inventar
#7 erstellt: 17. Mrz 2009, 12:14
Hi,
ich glaube, ich kann das ganz gut umschalten. Wenn ich Boxen zum Vergleich höre, höre ich eindeutig analytisch. Achte auf jeden Ton, jeden Unterschied zwischen den LS.
Sobald ich aber in meinem Zimmer hock und die Nadel anfängt, übers Vinyl zu gleiten, ist das ein ganz anderes Klangerlebnis. Die Musik ist dann für mich (bei gut gemachten Alben) wie eine kleine Geschichte.
Schwer zu beschreiben
Auf jeden Fall nehme ich Musik je nach Gemütszustand, Zweck der Musik und Zeitpunkt anders wahr.
Servus,

Daniel
MusikGurke
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 18. Mrz 2009, 13:10
Für mich sind Musik und Technik völlig getrennte Sachen.

Ich sehe meine Anlage als rein technisches Gerät. Ich kenne die Stärken und die Schwächen. Und ich kann damit gut leben.

Meinen Musikgenuss sehe ich in keinster Weise gefährdet.
distain
Inventar
#9 erstellt: 18. Mrz 2009, 13:24
Töne=Technik; Musik=Emotion!

Musik und Technik sind in unserem Hobby als zusammengehöriges Spektrum unverzichtbar.

Sicherlich läßt sich mit guter Musik ein emotionaler Bogen aufbauen, welcher in der technische Ausrüstung höchatwertig unterstützt werden soll.

Bei "guter" Musik findet doch die Freude viel emotionaler statt, wenn die Musik eine ansprechenden Equipment entspringt. Dabei spielen technische Nuancen eher eine untergeordnete Rolle, sobald der emotionale Rahmen stimmt. Soweit auch noch das Auge und die Ohren schöne Anreizpunkte erhalten, dann ist doch MUSIK eine der schönsten Nebensache der Welt!
denkprekariat
Inventar
#10 erstellt: 18. Mrz 2009, 17:21
Hmm, ich würde behaupten ein relativ gutes Gehör zu haben und wenn dann irgendwelche miserablen Boxen/KH ausm 1€-Laden spielen kann ich mich der Musik nicht hingeben.
Erst wenn ein bestimmtes Klangspektrum erreicht wird bzw. eine bestimmte Wiedergabequalität erreicht wird kann ich Musik wirklich geniessen. Ich sage nicht, dass ich 4000 Euro Boxen an einem ebenso teuren Verstärker, der an einem Reinstromgenerator hängt brauche an Musik Freude haben zu können, doch ein gewisser Standard sollte schon vorhanden sein.
Je schlechter die Boxen/KH bzw. die anderen Faktoren desto mehr achte ich auch die Töne als auf die Musik.


[Beitrag von denkprekariat am 18. Mrz 2009, 17:24 bearbeitet]
amamcs
Stammgast
#11 erstellt: 18. Mrz 2009, 17:51
Hi,

Bei mir ist es so: Ich bin Gitarrist und beginne auch derweil mich für Mixing und Mastering zu interessieren, weil ich ja auch mal eine CD von mir erstellen möchte.

Ich habe mir eine neue Musikanlage gekauft. Dies geschah allerdings auch nur, weil ich sonst nichts zu tun hatte, als sich Gedanken darum zu machen.
Zu Beginn habe ich genaustens einen A/B-Vergleich bemüht um die Vorteile der "Neuen" zu hören. Nach einer Halben Stunde war ich es leid. Zwar war ich erstaunt darüber wie viel Klangpotential hinter der "Neuen" steckte, aber Letzten Endes habe ich die Musik genauso genossen wie auf der "Alten". Das Mehr an Details und Spritzigkeit oder wie man das sonst nennen mag ist schön. Die Musik bleibt jedoch die Gleiche.

Zudem ist es auch hier im Forum sicherlich so, dass einige sich ihre Anlage aus rein optischen Gründen anschaffen und nicht wirklich nach dem Klang gehen. Naja, ab einem gewissen Preis kann man auch einfach erwarten, dass dieser stimmen sollte.
Barric3
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 18. Mrz 2009, 18:18
Brauchen auch Schwermetallgeschädigte eine High-End-Anlage? -Na aber unbedingt!!!!!Sonst rutscht das ganze Blei ja nicht in die füsse!!
amamcs
Stammgast
#13 erstellt: 18. Mrz 2009, 19:13
Ja, so sehe ich das auch!!! Ich lieeeeeebe Bleigießen. Je größer das Ganze, desto besser.
stasska
Neuling
#14 erstellt: 21. Mrz 2009, 20:51
Meiner Meinung nach, die Technik (allgemein) die Musik wiedergibt muss so klingen, dass man erkennen kann, wie dass ganze ausgedacht ist und im studio entwickelt wurde. Ich meine die ganze Palette von Tönen und ganzes Spektrum bis hin zu den Gefühlen...
amamcs
Stammgast
#15 erstellt: 22. Mrz 2009, 00:39
Irgendwie plöd... Grad erst zwei Beiträge und dann schließt das Forum bald...

Ich für meinen Teil finde, dass Musik einfach Spaß machen muss. Da spielt auch Lautstärke eine entscheidende Rolle. Es gibt Stücke die ich im Auto furchtbar finde, aber daheim wiederum super toll sind. Das liegt einfach am Qualitätsunterschied der Anlage. Wiederum können so manche Stücke auf High-Endigem Terrain nur verlieren, weil sie extra auf eine Zielgruppe ausschau hällt, die sich eh nur MP3 Files saugen und über billigen PC-Boxen hören. So ist das nun mal.
Donny
Hat sich gelöscht
#16 erstellt: 22. Mrz 2009, 08:53
Meine erste "bessere" Anlage hatte mir neue Dimensionen des Musikhörens eröffnet.Über Jahre hörte ich zufrieden Musik.

Aber Jahre später begann ich (leider) mit der Um- und Aufrüsterei. Begann immer mehr auf Töne zu hören genau wie vom Themenersteller beschrieben.
Legte die Musik nach Tönen nicht nach der Musik ein - ständig auf der Suche ob die Passagen nun meiner Klangvorstellung entsprechen.
Viele neue Geräte. Der Spaß am Musikhören wäre mir fast abhanden gekommen - es herrschte oft Unzufriedenheit.
Ich habe dann einen Schlußstrichgezogen und lerne wieder Musik zu hören. Manchmal verfalle ich noch ins Töne hören - aber in Summe habe ich jetzt wieder Spaß am hören und kann wieder dabei entspannen oder andere Emotionen wecken.
Darüber bin ich sehr froh.

Hifi und Musikhören sind beides sehr schöne Hobbies. Es können auch viele Synergien aus beiden entstehen - aber auch die Gefahr (beim ein oder anderen), dass die Musik "sekundär" wird.

Viel Spaß beim Hören und euren Anlagen
grappus
Stammgast
#17 erstellt: 22. Mrz 2009, 20:01
moin,
ich hab 25 jahre meines lebens professionell gehört.
ich hab als tonmeister kinofilme vertont, synchronisiert,musik aufgenommen und gemischt sowie acht jahre bei der tagesschau zugebracht.
ich hab immer versucht, das analytische (hier hat der kollege aber den xyz falsch eingestellt) vom emotionalen zu trennen. so ist auch meine anlage keine erbsenzähler anlage sondern soll die gesammtheit der emotionen transportieren.

es gelingt !!!
grüße aus dem norden
grappus
freibürger
Inventar
#18 erstellt: 23. Mrz 2009, 08:37
Moin,

lange Zeit habe ich auch oft nur Töne gehört. Einem inneren Zwang folgend war mir, obwohl mich meine Musik durchaus auch emotinal berührt hat, einfach nichts gut genug.
Jedem Ausklingen eines Beckenanschlags, jeder angezupften Gitarrenseite bin ich gefolgt, immer mit dem Gefühl: "Das geht bestimmt noch besser."


es ging mir ganz genau wie Donny schrieb:

Legte die Musik nach Tönen nicht nach der Musik ein - ständig auf der Suche ob die Passagen nun meiner Klangvorstellung entsprechen.
Viele neue Geräte. Der Spaß am Musikhören wäre mir fast abhanden gekommen - es herrschte oft Unzufriedenheit.
Ich habe dann einen Schlußstrichgezogen und lerne wieder Musik zu hören.


Auch ich habe gesagt gut ist, es klingt doch und macht Spass, also Schluß jetzt! Zumal sowas auch kräftig ins Geld geht.
Geholfen hat mir dabei das Lesen hier im Forum. Dabei ist der Begriff des HighEnd, dem ich immer hinterher gehechelt bin, so nach und nach entmysthifiziert worden.

Gruß Peter
NEWTral
Schaut ab und zu mal vorbei
#19 erstellt: 18. Apr 2009, 17:46
wenn ich meditiere, dann achte ich schon drauf, WIE es klingt und wie die musik gemacht wurde (räumlich etc).

ansonsten achte ich nicht so drauf. mir sind 2 jahre lang ein paar instrumente/fx in einem linkinpark-lied nicht aufgefallen. (linkin park benutzt sehr viele übereinander gelegte instrumente)
beenee
Stammgast
#20 erstellt: 18. Apr 2009, 21:09
naja. um nochmal zur musikalischen Vorbildung zu kommen. Ich denke mal dass das ein ausschlaggebender Aspekt ist wie man Musik hört. Leute die nie ein Instrument gespielt haben, hören die musik eher als großes Ganzes.
Mit 10 Jahren Klavier hör ich aber immer mehr , das Keyboard oder eben das Piano heraus, bzw. man "zerlegt" einfach das Stück in die Instrumente.
Jedenfalls geht es mir so. Ein Extremfall ist "here i am" von Bryan Adams. Ich habe es ca. 3 Monate lang den Tag rauf und runter am Klavier geübt, weil es mich so gefesselt hat.
Wenn ich es jetzt anhör am Radio, dann fühlt sich das einfach anders an, als früher, man lernt Songs einfach kennen und denkt natürlich was anderr gemacht hätte werden können.
poneil
Inventar
#21 erstellt: 20. Apr 2009, 19:19
Dürfte auch ein bisschen abhängig davon sein, was für Musikrichtungen man so hört. Oder ob bei den Stücken Hauptaugenmerk auf Gesang oder instrumentelles liegt. Oder auch vom Tempo her, wie ausgeprägt man Takt und so hört, wie überladen der Song ist etc.

Während ich mich jetzt z.B. von Rock eher berieseln lasse, also "Musik" höre, so überleg ich mir während Jazz oder Blues Songs durchaus abundan wie ich denn jetzt interpretiert hätte oder was jetzt gut passen würde und insofern da eher "Töne" höre.
hbi
Stammgast
#22 erstellt: 21. Apr 2009, 09:10
Hallo zusammen.
Ich denke das jeder hier auf die gleich Art zu diesem Hobby kam. In erster Linie mochten alle Musik. Dann fand man heraus das man auch "besser" (anderst) hören kann und so begann das Hobby Hifi. Über Jahre hinweg trainiert man dann auch sein Hörvermögen. Einerseits hört man Musik, aus genuss Zwecken, aber man kann auch recht analytisch hören. Dann geht es einem auch darum wie die Aufnahme ist. Musikinstrumente, Staffelung, Auflösung, Bass-Fundament und was nicht alles noch. Hierbei merkt man aber das Musikanlagen verschieden Klingen. Meine Betonung liegt auf "Verschieden". Nach 25 Jahre und unzähligen Tests kann ich sagen das geschreibsel der Quatschpresse (ich hatte auch 20 Jahre die Audio) beruht auf den tieferen Sinn die Zeitschrift zu verkaufen. Dies würde wohl nicht gelingen, wenn sich die Komentare und Berichte Preisunabhängig orientieren würden. Viele werden jetzt sagen das dies nicht stimmt, aber um wieviel muß ein Verstärker besser sein wenn er statt 500€ , 5000€ kostet. Die Bauteile sind meist die gleichen, teils auch besser, oder größer, aber wenn man sich die Mühe macht ein Gerät mal zu zerlegen stellt man schnell fest das die Zeitschriften das wohl nicht machen. Die sogenannten höherwertigen Bauteile kosten dann wirklich ein paar Cent (vieleicht auch Euro) mehr, dies rechtfertigt aber niemals den Preis des Gesamtgerätes. Hier geht es überwiegend um Prestige. Zum guten und letzten Ende sollte man sich an einem selbst orientieren. Es gibt Firmen die bauen Geräte die dem persönlichen Geschmack am nächsten kommen. Dies werden dann die Firmen sein die man für gut heißt, deswegen sind die anderen nicht schlecht, halt nur anders. Man findet also über die Zeit wieder zurück zu den Wurzeln, zur Musik. Es wird die eine oder andere schlechte Aufnahme dabei sein, aber weil man die Musik so gerne mag schaut man gerne darüber hinweg. Diese Plattform hier sollte jedem dazu dienen die Firma/en zu finden die einem entgegen kommen und ein paar Tipps zu erhaschen wie man Gutes noch besser machen kann, ohne sich gleich in den finaziellen Ruin zu begeben. Und dies sollte geschähen ohne die anderen zu verurteilen. Der wichtigste Faktor bei allem ist der Spaß, den sollte man nie verlieren. Egal ob an der Musik, oder der Technik. Ich für mich habe meinen Weg (Anlage und wissen darum) gefunden. Ich könnte jetzt sagen ich habe eine High End Anlage (aber was bringt mir das eigentlich?). Dies würden ein paar Verleugnen und ein paar unterstützen, aber es würde nichts am wesentlichen ändern: Ich höre gerne mit meiner Anlage Musik! Höre aber bei anderen auch gerne hin!
In diesem Sinne wünsche ich allen Hifi/High End Freaks, Musikliebhabern und Fans von unserem gemeinsammen Hobby noch viel Spaß dabei. Hören ist mehr als nur Klang!
harman68
Inventar
#23 erstellt: 21. Apr 2009, 10:30
was meine hörbedürfnisse betrifft, so habe ich schon verschiedene Phasen durchgemacht...
Erst habe ich Musik gehört, dann packte mich das Hifi-Fieber und ein "fetter" Sound mit entsprechender musik (z.B. Funk) wurde mir wichtig.
dann wurde ich vom "High-End-Virus" befallen und habe nicht selten Töne anstatt Musik gehört...meine Platten (zum Teil grausige Spezialaufnahmen;-)und Zubehörsammlung zeugt heute noch davon.
Auch die Optik meines Hörraums litt oft unter den sogenannten akustischen Raumoptimierungen...
Die erfahrungen, die ich in dieser Zeit gemacht habe, möchte ich aber nicht missen und sie beeinflussen auch heute noch in gewisser weise meine Hörgewohnheiten.
Z.B. vermeide ich immer noch, mir klanglich minderwertige Aufnahmen, wie z.B. viele Live-Mitschnitte, zu kaufen und achte auch bei mp3 auf eine gewisse Qualität.
Es ist immer noch ein schönes erlebnis, musik in einer gewissen klangqualität zu erleben und so z.b. einen glaubhaften live-charakter im Wohnzimmer zu haben.
Ein schöner klang (und da geben sich viele Tontechniker wirklich große mühe) massiert auch die gehörgänge und die seele
NEWTral
Schaut ab und zu mal vorbei
#24 erstellt: 21. Apr 2009, 17:28
offtopic: hbi, ein schöner beitrag!
Franky666
Stammgast
#25 erstellt: 29. Jun 2009, 22:56
Genau das ist der Grund, warum ich eigentlich gar kein Ultra-Mega-Highend will .

Musik ist für mich ein Kunstwerk und ich will die >>Musik<< erleben, nicht die Boxen und die Anlage . Je besser die nämlich ist, desto mehr horcht man daran rum und analysiert das Wiedergabeverhalten. Ich würde dann immer diesen fiesen Fehlern zuhören und die eigentliche Mucke versäumen. Oder ich würde ewig horchen, ob da irgendwo was zum Schwingen angeregt wird. Umngekehrt kann mir eine Billigtröte auch keine Emotionen ausstrahlen, weil man schlichtweg zu wenig davon hört.

Ich habe öfter schon vor einer High-End-Anlage gesessen und mir meine CD's damit angehört. Man konnte dazu eher "Abhören" sagen, denn emotional hab ich da gar nichts mehr empfunden. Auch nicht, als ich es dann lauter gedreht oder den Bassregler in Gang gesetzt hatte.
Ich hab es dann oft als steril und künstlich empfunden. Oft mit zu wenig Bass oder sonstwie eingeengt.

Wenn man in der Natur unverstärkte Musik hört, wackelt ja auch der Boden vom Bass richtig mit. Das ist bei der Flat-Einstellung (Bekannte von mir schalten das Klangregler-Modul am Verstärker aus) nicht so schön ausgeprägt und klingt eher bedämpft und komprimiert.

Wenn Musik verstärkt wird, benutzen die Musiker ja auch Boxen - riesige PA-Boxen. Je lauter, desto mehr Party! Die werden von einem Mischpult mit Verstärkung dahinter versorgt. Wenn man das Mischpult anzapft und das Signal auf die CD aufnimmt, müsste man ja zuhause das Erlebnis 1:1 nachbilden können. Eben nicht, denn die PA-Boxen stehen selten superoptimal, der Schall reflektiert hier und da an der Bühne, am Bierzelt... Die Chassis davon sind auch nicht immer perfekt, der Frequenzgang wird vielleicht noch mal gerade gebogen und alle sind glücklich und haben Spaß dran. Zuhause werdem gerne Dröhnfrequenzen vermieden, die Boxen durch Herumschieben optimiert, am besten der Raum mit Dämmmaterial schallisoliert und die emotionslosen Messkurven von alledem auf dem PC begutachtet. Mit einer Sammlung an Widerständen, Kondensatoren, Spulen und anderem Elektromüsli versucht sich mancher an komplexen Frequenzweichen, die die kleinsten Hügel im Frequenzgang plätten. Für mich ist das längst keine Natur mehr, es ist wie ein Baum, wo alle Äste alle halbe Meter genau 2x im 45 Grad-Winkel abzweigen, dabei die Hälfte an Dicke verlieren und eine Anzahl Blätter von 2^x aufweisen.

Hifi bleibt Hifi, unverstärke Musik bleibt unverstärkte Musik. Aber Musik bleibt Musik und ist für mich kein "Schallereignis" oder "Akustisches Schwingungsgefüge".

Im Tonstudio wurde schon schalltot aufgenommen und die Aufnahme durch eine Reihe Filter geschickt. Zwischen den Boxen und mir liegt eine Strecke reinster Natur und das ist auch gut so, denn da ist Luft, die am Ende den Ton zum Klingen bringt, der dann den Raum durch die Raumeigenschaften mit Musik ausfüllt und nicht nur punktuell am Sitzplatz.

Ich mag auch deshalb keine Kopfhörer. Die klingen für mich, egal ob teuer oder billig, richtig schalltot und emotionslos. Hinzu kommt der Sänger, der sich in meinem Kopf befindet und nicht auf der Bühne. Auch hier wäre Musik für mich kein Erlebnis. Kopfhörer hören sich halt an wie Kopfhörer.

Bei mir ist weiterhin folgendes Phänomen: Je mehr Loudnesswar oder MP3-Geschraddel, desto mehr technisches Hören (weil emotionales Hören dadurch beeinträchtigt wird und das Gehirn auf die technische Methode ausweicht?! Ich sehe dann immer vor dem geistigen Auge nur die VU-Anzeigen am Limiter arbeiten und all son Zeug...)

Auf meienr Abi-Abschlussfeier letzte Woche wurde auch life gespielt und da dachte ich besonders bei der Sängerin, dass die Menschheit irgendwie vergessen hat, wie Musik eigentlich klingt. Auf den meisten Aufnahmen klingen weibliche Sänger meienr Meinung nach harsch, kalt und aggressiv oder sie jaulen sehr. Das Mischpult hat ein Schüler eingestellt und das klang, als wären da keine elektrischen Anlagen gewesen. Am Ende wurden diese Boxen als Partyanlage weitergenutzt, indem CD's darin abgespielt wurden, so dass der direkte Vergleich da war.

Kurzum, ich hasse es, der Technik zuzuhören. Ich hasse den Loudnesswar und die vielen vielen vielen eher unmusikalischen Effekte im Tonstudio. Es ist so, als würde man die Qualität eines Romans an den Druckeigenschaften des Druckers, der es ausgedruckt hat, festmachen

Ganz klar, ich höre lieber Musik .

Edit: was vergessen, hinzuschreiben


[Beitrag von Franky666 am 29. Jun 2009, 23:10 bearbeitet]
smitsch
Stammgast
#26 erstellt: 30. Jun 2009, 06:11
schalltote Tonstudios, hmm, zeig mir eins......was Du meinst ist ein LABOR- RAUM, der zum Test von Lautsprechern, Mik's oder auch Instrumenten, Motoren etc auf ihr Eigengeräuusch hin analysiert werden. Abhörräume sind akustisch zwar kurz gehalten, aber das ist auch richtig so- und längst nicht tot.

Zudem ist mir unklar wesshalb eine Gute Anlage grundsätzlich schlecht tönen soll? aufgezeichneter ton, der wiedergegeben wird ist - selbst beim livekonzert - NIE natürlich. Entweder akustisch oder Fake.

Aber die Technik wird immer besser, und mittlerweilen klingt ein gutes, sagen wir 100V Schoeps oder DPA C-Mik schon gut "gefakt", will sagen sehr natürlich.

Das man nun versucht, auch wiedergabeseitig ähnliches zu erreichen wundert wohl kaum, macht ja auch Sinn. Jedenfalls für jene die Musik produzieren - und solche die daran interessiert sind zu erfahren wie ein Bösendorfer live klingt, um dann festzustellen das er auch ab CD noch nach Bösendorfer klingt, aber doch einiges fehlt. Oder was anderes zuviel ist.

eines jedenfalls kann ich dir garantieren: Bevor Hörer Musik geniessen kann muss Musiker wie Techniker sehr genau hinhöhren, bis dass feeling stimmt...
Wolf23
Stammgast
#27 erstellt: 30. Jun 2009, 22:49
also bei mir ist das stimmungsabhaengig.

meistens ist es mir egal wie was klingt, da reicht es dann wenn ich mit den std lautsprechern aus nem golf 4 musik hoere oder sogar mit (besseren) pc lautsprechern.

allerdings kommt dann hin und wieder diese kleine stimme in meinem kopf die mir sagt: "es geht besser!"
das kommt dann vor wenn ich eher schlechte laune habe.

bin ich eher gut gelaunt ist mir egal ob es perfekt klingt.


den ganzen qualitativ wertvollen kram brauche ich erst dann wenn ich langeweile habe und musik als hauptbeschaeftigung hoere. (langeweile implementiert bei mir schlechte laune, soll aber leute geben die das moegen)

beim musikhoeren als nebentaetigkeit (beim trinken, auto fahren, beidem gleichzeitig oder beim aufraeumen) ist mir das meistens schnuppe (insofehrn ich nicht in eine stimmung gerate bei der mich alles annervt).

ich wuerde aber auch nie musik hoeren die ich nervig oder langweilig finde, um zu testen ob meine anlage die klangtechnisch perfekt hinbekommt.

es reicht mir da vollkommen wenn das was ich gut finde sich auf meiner anlage gut anhoert, der rest kommt mir eh nicht ins haus.

man stellt doch generell nen system dafuer zusammen wofuer es nachher genutzt wird und nicht ein system was alles kann.
(aus dem grund wuerde ich auch keinem der techno hoert empfehlen sich klangboxen anzuschaffen, da reicht druck, klang interessiert da garnicht mehr)

wenn aber nun der nutzen ist jede genre perfekt klangtechnisch spielen zu koennen, warum nicht?
hatte ich aber nie vor.
born2drive
Inventar
#28 erstellt: 02. Jul 2009, 06:48
Interessante Frage:

Für die Technik unserer Anlagen interessieren wir uns ja alle, sonst würden wir hier ja nicht diskutieren. Und dass der emotionale Faktor mit der gegenwärtigen Stimmung zusammenhängt, finde ich auch logisch.

Musik zu HÖREN ist schon eine emotionale Sache. Viele Menschen - insbesondere in meiner Altersklasse (17 Jahre) - KONSUMIEREN Musik. Nebenbei. So lala.
Dieses Klientel, welches Musik nur zur Unterhaltung und Ablenkung benutzt, interessiert sich nicht für die Wiedergabequalität. Leichte Abweichungen sind hier nur bei denjenigen zu bewundern, welche sich irgendwelche Furztröten-Subwoofer unter den Schreibtisch stellen.

Wer sich bewusst mit der Musik auseinandersetzt, möchte diese auch mit der bestmöglichen (in Relation zu seinem Budget, Raum, Aforderungen, ...) Wiedergabequalität erleben. Desewegen gehört das analyische Hören und das emotionale Hören meiner Meinung nach zusammen. Ebenso wie die Spasslosigkeit, welche ich erlebe, wenn ich meine Musik auf einer gemeinhin "schlechten" Anlage höre (wobei ich mitlerweile lieber die Stille bevorzuge).
Ein Weinliebhaber gurgelt auch nicht zwischendurch mit Cola .




[Beitrag von born2drive am 02. Jul 2009, 06:49 bearbeitet]
hbi
Stammgast
#29 erstellt: 02. Jul 2009, 07:04
toucher!
TFJS
Inventar
#30 erstellt: 02. Jul 2009, 08:26
@ born2drive:

Sag' noch mal einer, unsere Jugend könne sich sprachlich nicht mehr ausdrücken. Treffender hätte ich (47) es auch nicht ausdrücken können!
born2drive
Inventar
#31 erstellt: 02. Jul 2009, 08:51
Dankeschön!
ChrisTre
Stammgast
#32 erstellt: 02. Jul 2009, 10:15
Ich bin häufig überrascht , wie oft der alles limitierende Faktor "Software" vergessen wird. Natürlich wird eine "schlechte Aufnahme" (auch das ist relativ) auch auf einer guten/ schlechten Anlage nie "gut" klingen.
Wenn ich manche meiner Platten oder CDs anhöre bin ich schon ganz froh Musik zu hören. "Schlechte Aufnahmen" machen mir in den seltensten Fällen was aus, wobei hier noch zu unterscheiden wäre zwischen

a) geringem Aufnahmebudget (für mich so gut wie nie ein Problem - so hören sich mindestens 90% meiner 7"s an, und daran bin ich auch gewöhnt, dafür begleiten mich diverse Schätzt schon zu lange)

und

b) Überproduktion/ schlechtes Mastering (Stichwort: Loudness War)
Damit tue ich mich schon etwas schwerer, so dass ich mir die ein oder andere CD tatsächlich keinen Spass macht. Begeistert mich die Musik trotzdem, muss ich allerdings damit leben.


[Beitrag von ChrisTre am 02. Jul 2009, 10:17 bearbeitet]
paffel
Stammgast
#33 erstellt: 28. Jul 2009, 11:10
moin,

das hifi-Leben beginnt mit dem Hören auf den Klang und manche landen beim Genuß der Musik.

Ich bin schlecht darin, den Klang von Geräten zu testen, da ich mich immer wieder von der Musik ablenken lasse.

Meine Definition von hifi: die Musik darf nicht nerven oder langweilen.

ist dies jedoch der Fall, kann es verschiedene Gründe haben.

moin
werner
USK_18+
Stammgast
#34 erstellt: 28. Jul 2009, 11:26
Anfänglich, insbesondere in der ersten Zeit meiner neuen Boxen, war es sicherlich so, dass ich meine Musik eher in Tönen wahrgenommen habe. Dies hängt aber auch nicht zuletzt damit zusammen, dass ich meine Boxen in gewisser Weise prüfen wollte!
Nun, eine Zeit später, nehme ich meine Musik auch wieder als das wahr, was es ist,- Musik! Und das heißt für mich nicht nur gewöhnliche Beschallung durch Radio etc., sondern Genuss und Entspannung!
Pilotcutter
Administrator
#35 erstellt: 09. Okt 2009, 13:47
"Hört Ihr Musik oder hört Ihr Töne"... erfreut Ihr euch an der Musik oder an Euren Geräten.

Bei mir ist das ein wenig fifty-fifty und ich muss gestehen, dass ich mir mitunter etwas auf die Schulter klopfe und denke, "Mensch, das hast Du wieder gut hingekriegt, den neuen Tonabnehmer hast Du wieder geil justiert bekommen" und man sitzt eine Dire Straits LP Länge da - den Bass richtig reingedreht - und hört wirklich nur die Töne und die Geräte.

Das scheint mir aber bei jedem Hobby so zu sein. Es gibt immer die zwei Seiten. einmal der technische Fortschritt und einmal der ruhende Genuss.
Ob Modelleisenbahn, Aquarium oder Segelyacht - es gibt immer diese beiden Seiten. Das ist natürlich völlig legitim und eigentlich sogar nötig, ansonsten wär's ja auch kein Hobby. Irgendwann nach einigen Wochen ist der neueste Tonabnehmer auch wieder Hörstandard geworden und man hört wieder die Musik.

Mir ist eben ein Artikel eines Händlers untergekommen, den ich 'mal als Zitat hierlasse.



quote

Über Hifi:

Mal davon abgesehen, daß Hifi eine Norm ist für die sich kaum noch einer interessiert und die auch nicht viel über Qualität aussagt, versteht man unter high-fidelity die "Reinheit des Klanges", also eine möglichst saubere Musikwiedergabe.
"Moment mal" könnte jetzt schon der Eine oder Andere sagen, Klang und Musik, das sind für mich zwei verschiedene Dinge. Klang, das ist, wenn jemand Wert darauf legt, daß eine Kuhglocke authentisch wiedergegeben wird, daß ein Hubschrauber in realistischer Größe durch mein Wohnzimmer fliegt, daß Meßinstrumente eine bestimmte Kurve aufs Papier malen und ich bei einer Liveaufnahme hören kann, ob jemand in der zweiten oder dritten Reihe hustet. Musik, das ist Verdi oder Queen, Karajan oder John Lee Hooker, Geige, Flügel, Schlagzeug oder E-Gitarre und das bekomme ich auch aus einem Kofferradio."
Aber die Wirkung die Musik auf uns hat, hängt ja nicht allein davon ab, daß wir unser Lieblingsstück wieder erkennen, daß wir Pavarotti von Celine Dion und einen Flügel von einer Flöte unterscheiden können. Musik hat einen emotionalen Gehalt, der sich steigert, je authentischer das Miterleben ist. Um wieviel eindringlicher erlebt man einen Flügel, wenn die Hämmerchen mit voller Dynamik auf die Seiten hageln und sich der Klang des Instrumentes mit seinem ganzen Körper im Raum ausbreitet, statt aus einem Kästchen auf dem Nachttisch zu mumpfen. Um wieviel mehr Spaß macht eine Gitarre, wenn ihre Seiten mit zügelloser Schnelligkeit gerissen werden und das Schlagzeug wie ein Feuerwerk explodiert auf einer imaginären Bühne mitten in Ihrem Wohnzimmer, anstatt müde aus den Boxen an der Wand zu tröpfeln, a' bisserl von rechts, a' bisserl von links, oder anders'rum is' ja egaaaal. Oder nehmen wir als letztes eine Stimme, die mit aller Glut, mit voller Emotion, ganzer Kraft an einem Punkt in Ihrem Raum zum Greifen körperhaft, atmet, lebt und singt.
Das Ganze ist auch nicht eine Frage der Lautstärke. Auch ein schlechter Lautsprecher kann laut sprechen äh spielen, er brüllt dann eben, statt zu röcheln. Mit natürlicher Musikwiedergabe hat das nichts zu tun. Wohlgemerkt, ich habe nicht die Absicht zu behaupten, es gäbe keinen Unterschied zwischen einer guten Musikanlage und live, aber Sie werden auch nicht nie wieder woanders Eis essen wollen, nur weil Sie das beste Eis Ihres Lebens in einem kleinen Kaffe in Rom gegessen haben. Und manchmal, an einem schönen Sommerabend, wenn Sie bei ihrem Italiener um die Ecke sitzen und die Augen schließen ist es fast wieder wie in Rom. Das Empfinden steigert sich mit der Übereinstimmung der Warnehmung.
Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, Musikliebhaber, die zu hause Ihre Musik hören, aus einem lieblos zusammengewürfelten Haufen an Sonderangeboten der Sorte - ehemals soviel, jetzt nur noch die Hälfte , solange der Vorrat reicht - sind wie Feinschmecker, die immer bei McDonalds essen, weil's auch satt macht. Der ganze obige Sermon dient eigentlich nur dazu, zu umschreiben, was einmal jemand sehr schön in einem einzigen Satz formuliert hat:

"HiFi ist der Sex in der Liebe zur Musik"

So gesehen leben die meisten Musikliebhaber in einer platonischen Beziehung.

unquote

(Quelle: www.inconcert-hifi.de

Gruß. Olaf
born2drive
Inventar
#36 erstellt: 09. Okt 2009, 14:35

Pilotcutter schrieb:
"HiFi ist der Sex in der Liebe zur Musik"

Genial und vollkommen richtig!
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