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Welchem Zweck dienen Tonaufnahmen ?

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gunnymaid
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 19. Okt 2004, 15:44
Da die Grabenkämpfe sich weiter fortsetzen, sollte zielführend zunächst mal die offensichtlich höchst unterschiedlichen Prämissen, die Ursache und Motivation sind, am Forum teilzunehmen, diskutiert werden und auch mal klar genannt werden.

Für AH z.B sind nach vielen Seiten Threadstudium Tonaufnahmen dazu da, um über neutrale Abhöranlagen in neutraler Abhörsituation ästhetisch beurteilt zu werden.

Einige Variationen des Threadthemas, die mir auch sinnvoll erscheinen :

- Zu welchem Zweck werden Tonaufnahmen erstellt ?

- Warum ist die Krönung der Schöpfung am Ende des 2. Jahrtausends dazu übergegangen, Musikdarbietungen aufzuzeichenen ?

- Welchen Sinn haben Tonkonserven ?

Es mangelt mir hier an der Transparenz der persönlichen Standpunkte zum Thread-Thema. Wenn diese bekannt wären, würde sich vieles vereinfachen. Oder in Luft auflösen.

Gruß gunnymaid


[Beitrag von gunnymaid am 19. Okt 2004, 15:46 bearbeitet]
thifi1
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 19. Okt 2004, 16:06

gunnymaid schrieb:
Da die Grabenkämpfe sich weiter fortsetzen, sollte zielführend zunächst mal die offensichtlich höchst unterschiedlichen Prämissen, die Ursache und Motivation sind, am Forum teilzunehmen, diskutiert werden und auch mal klar genannt werden.

Für AH z.B sind nach vielen Seiten Threadstudium Tonaufnahmen dazu da, um über neutrale Abhöranlagen in neutraler Abhörsituation ästhetisch beurteilt zu werden.

Einige Variationen des Threadthemas, die mir auch sinnvoll erscheinen :

- Zu welchem Zweck werden Tonaufnahmen erstellt ?

- Warum ist die Krönung der Schöpfung am Ende des 2. Jahrtausends dazu übergegangen, Musikdarbietungen aufzuzeichenen ?

- Welchen Sinn haben Tonkonserven ?

Es mangelt mir hier an der Transparenz der persönlichen Standpunkte zum Thread-Thema. Wenn diese bekannt wären, würde sich vieles vereinfachen. Oder in Luft auflösen.

Gruß gunnymaid


Damit wir hier Grabenkämpfe austragen können....
gunnymaid
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 10. Nov 2004, 15:57
Um das zentrale Thema, nachdem sich die Gemeinde in krampfigen verkopften Threads über Praxisrelevanzen und Testmethoden für die Jagd nach Phantomen so ihre Gedanken gemacht hat, mal wieder etwas nach vorne zu bringen, mal ein Statement :

Die Krone der Schöpfung ist in allerster Linie dazu übergegangen, Musikdarbietungen aufzuzeichnen, um die Musik zu den Menschen zu bringen. Danach kommt lange garnichts.

Nicht, um eine neue Kunstform aus der Taufe zu heben.

Tonaufnahmen werden IMHO deutlich sinnenstellt von einigen,
Geschützter Hinweis (zum Lesen markieren):

genau genommen derer drei
Extrem-Usern in Audio-Internetforen als Aufenthalts- und Rückzugsraum benutzt.

Mahler&Co. würden im Grabe rotieren, wenn sie wüßten, was auf ihrem Rücken heute hier und anderswo so ausgefochten wird.

jemand anderer Ansicht?

gruß gunnymaid
Holg
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 10. Nov 2004, 16:44
Hallo,


Die Krone der Schöpfung ist in allerster Linie dazu übergegangen, Musikdarbietungen aufzuzeichnen, um die Musik zu den Menschen zu bringen. Danach kommt lange garnichts.

Nicht, um eine neue Kunstform aus der Taufe zu heben.


Das mag ja zutreffen. Man sollte aber nicht übersehen, dass sich die Musikkonserve im Laufe der Zeit tatsächlich zu einer eigenen Kunstform entwickelt hat, die mit dem Live-Konzert etwa so viel zu tun hat wie ein Fernsehfilm mit einer Theater-Aufführung.

Besonders im Klassik-Bereich tut man sich schwer mit dieser Vostellung, im Bereich der Popmusik ist dies schon lange die Realtiät.
Das eigentliche Medium von Popmusik ist die Tonkonserve, nicht das Konzert. Eher versucht man im Konzert, die Studio-Aufnahme nachzuahmen als umgekehrt. Zu Sgt. Pepper von den Beatles gibt es überhaupt kein Live-Äquvalent mehr, auf das die Studio-Aufnahme verweisen könnte. Diese ist im eigentlichen Sinne keine "Konserve, sondern das Ereignis selbst.
Damit eröffnen sich für die Tontechnik mannigfaltige Möglichkeiten, künstlerisch und bewusst manipulatorisch in das Endergebnis einzugreifen. Denn der angeblich reine, authentische Klang eines Instruments, den es naturgetreu abzubilden gilt, hat als Bezugspunkt ausgedient. Man wird frei in den Möglichkeiten, mit dem Klang umzugehen.

Gruß, Holg
doombooster
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 10. Nov 2004, 16:48

gunnymaid schrieb:


- Zu welchem Zweck werden Tonaufnahmen erstellt ?

- Warum ist die Krönung der Schöpfung am Ende des 2. Jahrtausends dazu übergegangen, Musikdarbietungen aufzuzeichenen ?

- Welchen Sinn haben Tonkonserven ?



Wie jedes menschliche Handel geht es um die Befriedigung eines Bedürfniss.

Musik hat dem Menschen seit je her Freude bereitet.
Das blöde war nur das diese Freude nicht jederzeit und überall verfügbar war.
Um diese Freude "verfügbarer" zu machen wurden Töne konserviert. Dies erklärt z.B. den Walkman, das Autoradio, Kaufhausmusik, etc...

Nun kam es bei einigen wenigen zu einer sonderlichen Entwicklung. Musik war auf einmal überall verfügbar und es bereitete Ihnen keine gesteigerten Lust gewinn mehr.

Nun mußte also ein neues Bedürfniss her, was befriedigt werden konnte und somit Lustgewinn bedeutet.
Also wurde die optimale Klangqualität als Bedürfniss geboren, in der Hoffnung das eine Steigerung dieser dem Bedürfnissträger Freude bereitet. HiFi war geboren!

Leider verloren einige wenige bei der Hatz nach optimaler Klangqualtität die Freude an der Musik und sahen nur noch den Klang als Ziel an. Zeitschriften wie audio, stereo(play), und Chinch-Kabel für 10.000 € waren geboren...

Kieler
Stammgast
#6 erstellt: 10. Nov 2004, 17:32

Mahler&Co. würden im Grabe rotieren, wenn sie wüßten, was auf ihrem Rücken heute hier und anderswo so ausgefochten wird.

Die sowieso, da Klassik heute viieeel schneller gespielt wird.

@doombooster:
Tantris
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 11. Nov 2004, 11:46
Hallo Kieler,



Die sowieso, da Klassik heute viieeel schneller gespielt wird.


Mitnichten. Es gibt eine Reihe von Dirigenten und Musikwissenschaftlern, die sich mit historischer Aufführungspraxis beschäftigt haben, und die kommen zu einem indifferenten Ergebnis, daß sich die Tempi von Komponist zu Komponist, von Stück zu Stück, im laufe der Jahrhunderte verändert haben, je nach Zeitgeschmack. Ich habe da mal einige recht interessante Ausführungen von Roger Norrington zu gelesen und gehört, der herausgefunden hat, daß gerade Brahms, Wagner und wenn ich mich recht entsinne auch mahler, heute tendenziell eher langsamer gespielt werden als bei den vom Komponisten jeweils vorbereiteten Aufführungen. Bei anderen Epochen und Stilrichtungen mag das anders sein, aber je weiter wir in der Musikgeschichte zurückgehen, desto unzuverlässiger werden die Quellen, welche Tempi denn wirklich angeschlagen wurden, schon bei Bach scheiden sich die Geister auch der Verfechter historischer Aufführungspraxis´ bereits deutlich.

Zur Ursprungsfrage:



Für AH z.B sind nach vielen Seiten Threadstudium Tonaufnahmen dazu da, um über neutrale Abhöranlagen in neutraler Abhörsituation ästhetisch beurteilt zu werden.


Das habe ich mit keinem Satz hier bisher gelesen. Der primäre Zweck der Tonaufnahme ist der Transport der Musik zum Hörer.

Daß es auch um ästhetische Beurteilung der Aufnahmen geht, folgert AH (und andere) aus der Tatsache, daß hier und anderswo soviel über Klangqualität und Aufnahmegestaltung diskutiert wird. Deshalb ist es doch sinnvoll, dafür Voraussetzungen zu formulieren, die natürlich jemanden, der sich für Aufnahmegestaltung und Klangqualität gar nicht interessiert, logischerweise ignoriert werden können.

In diesem beiden Punkten liegt keinerlei Widerspruch, ich frage mich, warum darin einer gesehen wird. Daß Tonaufnahmen eine neue, eigene Kunstform sind, muß nicht diskutiert werden, das ergibt sich zwangsläufig, da sie gestaltet werden MÜSSEN.



Mahler&Co. würden im Grabe rotieren, wenn sie wüßten, was auf ihrem Rücken heute hier und anderswo so ausgefochten wird.


Gerade Mahler ist hier ein extrem schlechter Zeuge: Er war, besonders bei seinen Spätwerken, immer im Konflikt mit der Akustik bei der Aufführung seiner Werke, letztendlich mit selbiger nie zufrieden, hat insbesondere an Instrumentation und Besetzung sehr lange herumgefeilt und experimentiert. Ja, er hat sogar sinngemäß die Nachwelt aufgerufen, diese Belange seiner Werke selbst zu verändern, um den musikalischen Kern besser zu Gehör zu bringen - wie er es im übrigen mit Werken Beethovens wiederum selbst tat.

Über eine Technik, die das hörbar macht, was er im Konzertsaal gern hörbar gemacht hätte, wäre er vermutlich verzückt gewesen, mit Sicherheit hätte man von Mahler besonders experimentell gestaltete Tonaufnahmen erwarten können, so die technik denn damals schon soweit gewesen wäre. Mahler ist eigentlich der erste Fall in der Musikgeschichte, wo man hätte überlegen müssen, ob die Tonaufnahme nicht das bessere Medium zum Rezipieren der Musik gegenüber dem Livekonzert ist. Oder um Prof. Blaukopf, einen anerkannten Mahler-Experten, zu zitieren:

"...die Technik elektroakustischer Speicherung schafft ohne Schwierigkeiten jene manipulierten Klangräume, die Mahler braucht, jene artifizielle Deutlichkeit, die im Konzertsaal immer bloß zum Teil oder unter großen Opfern erzielbar ist. Mahlers Musik ist durch die Stereo-Schallplatte erlöst worden..."

Gruß, T.
palisanderwolf
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 11. Nov 2004, 14:19
Hallo Tantris,
ich glaube , daß gerade Mahler mit der technischen Entwicklung sehr zufrieden gewesen wäre.



Hallo gunnymaid,

irgendwann ist die Harmonienlehre entwickelt worden...

...auch die Musikinstrumente sind im Laufe der Geschichte weiterentwickelt worden. Der Mensch versucht sich immer an allem Möglichen...

.."um die Musik zu den Menschen zu bringen" ist nur ein Aspekt.

Warum soll man nicht für sich Musik auch über Abhören ästhetisch beurteilen? Manch einer geht nicht so oft ins Konzert.
Daß die Abhöre "neutral" sein sollte, ist eine grundlegende Forderung AH's. Es gibt dazu divergierende Meinungen.

MfG Bernd
Richrosc
Inventar
#9 erstellt: 12. Nov 2004, 19:51
Hallo,

vielen, um sich zu entspannen und zu genießen. Anderen, um Geld zu verdienen.


Gruß - Richard
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