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Was taugen die Ost-Gerätschaften (ex-DDR)?

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Beitrag
-marvin-
Ist häufiger hier
#251 erstellt: 28. Apr 2013, 19:15

x-terminator (Beitrag #250) schrieb:

-marvin- (Beitrag #247) schrieb:
Zu den Verstärkern und dem Laufwerk MU 300 (aus SKR 700 und SK 3930 bekannt) erzähl ich jetzt lieber nix, da graust es mir immernoch

Das war einer der Hauptgründe, weshalb ich mir Ende der 80er lieber eine S-3900 Anlage aus neuwertigen gebrauchten Komponenten zusammengestellt habe als eine neue S-3930 Anlage zu kaufen. Das Laufwerk des SK-3900 war um Längen besser als das des SK-3930.

Jup, das schöne 2-Motorenlaufwerk, was technisch sogar dem des Topmodell HMK-D 100/200 ähnelt
Mit dem MU 300 ist man im SK/SDK 3930 einen ganz schönen Kompromiss eingegangen !

x-terminator (Beitrag #250) schrieb:

Es gab für die S-3930 auch keinen Mixer/Equalizer mehr wie den SM-3900.

Das stimmt nicht ganz. Es gab den SM 3930, welcher der technisch verbesserte Nachfolger war und sogar in wesentlich größerer Stückzahl als der SM 3900 hergestellt wurde. Er hat zwar keine Ausgangspegelanzeige mehr, dafür aber einen Kopfhöreranschluss. Außerdem gab es für die Serie 3930 3 verschiedene Plattenspieler; 3 verschiedene Verstärker; zusätzlich zu dem Analogtuner noch einen Digitaltuner, der auf dem HMK-T 210 basiert; ein Receiver (SR 3930) sowie ein Lichteffektgerät (SL 3930). War bloß eine Frage der Verfügbarkeit vor Ort
Gruß Marvin
x-terminator
Stammgast
#252 erstellt: 29. Apr 2013, 19:21

-marvin- (Beitrag #251) schrieb:

x-terminator (Beitrag #250) schrieb:

Es gab für die S-3930 auch keinen Mixer/Equalizer mehr wie den SM-3900.

Das stimmt nicht ganz. Es gab den SM 3930, welcher der technisch verbesserte Nachfolger war und sogar in wesentlich größerer Stückzahl als der SM 3900 hergestellt wurde. Er hat zwar keine Ausgangspegelanzeige mehr, dafür aber einen Kopfhöreranschluss. Außerdem gab es für die Serie 3930 3 verschiedene Plattenspieler; 3 verschiedene Verstärker; zusätzlich zu dem Analogtuner noch einen Digitaltuner, der auf dem HMK-T 210 basiert; ein Receiver (SR 3930) sowie ein Lichteffektgerät (SL 3930). War bloß eine Frage der Verfügbarkeit vor Ort
Gruß Marvin

Danke für die Info. Der SM-3930 war mir bis jetzt völlig unbekannt. An das Lichtsteuergerät SL-3930 kann ich mich dagegen noch gut erinnern. Das gute an dem SM-3900 (und vermutlich auch am SM-3930) war die Tatsache, dass die Equalizer-Einstellung auch bei der Aufnahme an den beiden Tonband-Anschlüssen wirksam war. Damit konnte ich mein ZK-246 überlisten, da dieses Schaltungsbedingt die tiefen Frequenzen bevorzugt hat.
Mary_1271
Inventar
#253 erstellt: 01. Mai 2013, 12:38

-marvin- (Beitrag #247) schrieb:

Die RFT-Tuner sind und bleiben Spitzenklasse (ich beziehe mich jetzt mal hauptsächlich auf HMK-T 100/200). Selbst der Onkyo Integra T 4670 (kleiner Bruder vom Referenztuner T 9990) kommt nicht an die Trennschärfe und das Stereobild des HMK-T x00 heran Grund dafür ist ganz klar, man wollte ja noch die Westsender empfangen


Hallo

Spätestens jetzt muß auch ich meinen Senf mit dazugeben. Die RFT-Tuner HMK 100/200 waren nicht schlecht, aber mit einer Trennschärfe von gerade 60- 65db keinesfalls Spitzenklasse. Da übertreibst Du schon recht ordentlich. Gute Tuner haben eine umschaltbare ZF-Bandbreite (Wide, Narrow, Supernarrow). Bei Supernarrow beträgt die Trennschärfe im allgemeinen 80db und schlägt somit in der Beziehung das RFT-Tunerchen um Längen. Werte wie die Stereo-Kanaltrennung und Antennenempfindlichkeit waren ebenfalls bestenfalls gutes Mittelmaß Das DDR-Zeugs war teilweise wirklich ordentlich. Aber Spitzenklasse ist etwas anderes.

Wir hatten in den 90er Jahren einen Onkyo-Tuner (T-4970) welcher sogar mit Dynas (Dynamischer Trennschärfe) ausgestattet war. Die Trennschärfe lag dann bei 90db und man konnte auch noch schwache Sender aus dem "Äther" fischen, die nur 0,1Mhz neben einen starken Sender lagen! DAS WAR SPITZENKLASSE!!!!

Was beim HMK-T200 jedoch ganz hervorragend war, war die Möglichkeit Sender mit einer 10khz-Rasterung einzustellen. Die meisten Tuner verwenden Schritte im 50khz......gute Tuner 25khz-Schritte.

Liebe Grüße
Mary
thomas19/
Neuling
#254 erstellt: 02. Mai 2013, 14:39
Hallo Leute,
ich lese hier was von Onkyo T4970. Ich hatte mir mal ein Schaltbild eines Onkyo-Receivers abgespeichert weil es recht interessant war. Es waren dort überwiegend Sanyo-Schaltkreise und Transistoren verbaut z.B. der LA 1266 u. der LA3401, kann es sein das Onkyo ein Ableger von Sanyo ist. Sanyo hatte sich in den 90iger Jahren aus der Unterhaltungselektronik zurückgezogen u. vertreibt heute überwiegend Bürotechnik,
Diktiergeräte stellen sie wohl noch her. Dieses Onkyo-Gerät hatte desweiteren einen Dual-Gate-Mosfet-UKW Tuner(Front End), einen FET-Oszilator u. die 1.ZF-Stufe war auch mit einem FET realisiert, welches die sonst auftretene Fehlanpassung zw. Mischstufe u. 1.ZF-Stufe vermeidet. Außerdem war das FM-ZF-Teil sehr aufwendig ausgelegt, ein mehrfaches wahrscheinlich schaltbares Piezo-Filter mit mehreren Verstärker-
stufen vor dem LA 1266. Wer ein solches Gerät erwirbt hat natürlich Glück. Viele Geräte heutzutage die man bei Elektrodiscountern kauft, haben nur noch ein 1 Chip-Empfangsschaltkreis verbaut z.B. TDA 7511 o. LA 1886, da darf man empfangsmäßig keine Wunder erwarten. Der Hauptauwand richtet sich in der Realisierung der RDS-Sendernamensanzeige u. in der Optik des Gerätes. Neulich habe ich mir im MEDIA-Markt die Radio-Recorder angesehen, die hatten Antennen von Mini-Taschenradios eingebaut, was man sich dabei wohl gedacht hat.
-marvin-
Ist häufiger hier
#255 erstellt: 02. Mai 2013, 16:00

thomas19/ (Beitrag #254) schrieb:
Hallo Leute,
kann es sein das Onkyo ein Ableger von Sanyo ist.

Ich glaube nicht. Z. B. wurden in CD-Playern von Onkyo wurden auch Sony-Laser verwendet. Oder im MU 300 in den früheren Geräten auch Motoren von Sankyo. Muss also nichts heißen, wenn in einem Gerät Bauteile von anderen Herstellern verbaut sind.

Gruß Marvin
PS: http://de.wikipedia.org/wiki/Onkyo
DB
Inventar
#256 erstellt: 02. Mai 2013, 16:05
Für die Innereien der DDR-Geräte war der Zug im Prinzip schon in den 70er Jahren abgefahren. Auf diesem technischen Niveau verharrte man bis zum Schluß. Das war von sehr, sehr wenigen Geräten abgesehen Mittelklasse.
Die ganzen Dinge wie Frequenzsynthese, Digitaldisplay usw. waren durchaus bekannt (ich habe einen DDR-Empfänger hier, der das mit Röhren erledigt), waren aber in den meisten Heimgeräten bis zum Schluß nicht zu finden.
In den 50er/60er Jahren sah das anders aus. Damals waren DDR-Radios bei gleicher Klasse den West-Pendants zumindest ebenbürtig, in vielen Fällen überlegen.


MfG
DB
germi1982
Moderator
#257 erstellt: 02. Mai 2013, 21:35

-marvin- (Beitrag #255) schrieb:

thomas19/ (Beitrag #254) schrieb:
Hallo Leute,
kann es sein das Onkyo ein Ableger von Sanyo ist.

Ich glaube nicht. Z. B. wurden in CD-Playern von Onkyo wurden auch Sony-Laser verwendet. Oder im MU 300 in den früheren Geräten auch Motoren von Sankyo. Muss also nichts heißen, wenn in einem Gerät Bauteile von anderen Herstellern verbaut sind.

Gruß Marvin
PS: http://de.wikipedia.org/wiki/Onkyo


Die Alternative zu Sony-Laufwerken wären Philips gewesen. Damals gabs da nicht viel Auswahl, wobei Sony wohl die schlechtere Wahl war aus der Sicht der heutigen Verfügbarkeit von Ersatzteilen für die mittlerweile in die Jahre gekommenen Geräte. Für Philips bekommt man noch fast alles, für Sony fast nichts, vor allem keine Lasereinheiten (Verschleißteil!).

Und in meinem Telefunken-Receiver sind Transistoren und ICs von Motorola, RCA, Siemens usw. drin, nebenbei auch ein paar TFK gelabelten...das hat also nichts zu sagen. Und Telefunken hat ja auch selbst Halbleiter hergestellt (Label TFK).

Und Sanyo hat sich nicht selbst zurückgezogen, die wurden zurückgepfiffen vom Mutterkonzern Matsushita (Panasonic, Technics).
-marvin-
Ist häufiger hier
#258 erstellt: 02. Mai 2013, 21:48

germi1982 (Beitrag #257) schrieb:
Für Philips bekommt man noch fast alles, für Sony fast nichts, vor allem keine Lasereinheiten (Verschleißteil!).
.

Ja, leider. Ich hoffe, dass die in meinem DX 6750 noch lange hält
thomas19/
Neuling
#259 erstellt: 03. Mai 2013, 16:32
Hallo Leute,
ok sanyo ist also Mtsuchita unterstellt, danke für die Info.
Aus meiner Jugend weiss ich noch, dass Sharp u. Sanyo die dominierenden Lieferanten in den DDR-Intershops waren.
Ich selbst habe zu Hause eine Sony MHC-4800 Minikomponentenanlage.
Ärger mit der Lasereinheit hatte ich noch keinen. Lediglich die CD-Schublade schließt sich von selbst nach dem sie geöffnet wurde. Die muß ich dann immer festhalten, wenn ich eine CD reinlege. Aber egal.
thomas19/
Neuling
#260 erstellt: 04. Mai 2013, 09:09
Um zurück auf die DDR-Geräte zu kommen, die einfachen Geräte hatten meist ein Piezofilter Typ SPF 10700 A 190 eingebaut. Die Spitzengeräte hatten meist zwei SPF 10700 A 190 drin. Die ZF-Bandbreite betrug ca. 120-130 kHz. Diese etwas zu schmale ZF-Bandbreite bewirkte eine Dämpfung der hohen NF-Frequenzen(X-Signal), welche durch einen MPX-verstärker mit Höhenanhebung ausgeglichen werden mußte. Zahlreiche Schaltpläne von DDR-HiFi-Geräten sind unter RFT-HiFi.iscool.net zu finden.
Schönes Wochenende Euch allen!
-Musikfreund-
Stammgast
#261 erstellt: 30. Okt 2013, 18:17
Hallo in die Runde,
ich besitze und nutze bis dato einen HMK Verstärker, HMK Tangentialarm Plattenspieler und BR 25 Boxen. Überlege aber das Set zu erneuern. Neulich hörte ich einen Röhrenamp und war vom Klang begeistert. Hat jemand Erfahrungen ob eine kleine Röhre an den BR 25 funktioniert bzw. andersrum, ob die BR 25 auch an einer Röhre gut klingen?
Mary_1271
Inventar
#262 erstellt: 30. Okt 2013, 21:03
Hallo Musikfreund

Da die BR25 einen recht guten Wirkungsgrad haben, sollten die auch an einen vielleicht schwächeren Röhrenverstärker laut genug gehen/diesen nicht überfordern. Ich befürchte allerdings, daß Du baßmäßig Einbusen erleiden wirst. Der HMK-100 war ja einer der Besten DDR-Verstärker mit guter Baß- und Höhenwiedergabe.

Liebe Grüße
Mary
-Musikfreund-
Stammgast
#263 erstellt: 31. Okt 2013, 23:16
Ein Hinweis an BR 25 Besitzer: Mit der Zeit lösen sich die Sicken und wohl auch die Membranen auf. Wer seine LS trotzdem erhalten will ein Tipp. Man kann sie reparieren lassen bei NT - Acousitcs in Leipzig, 50,-Euro. Hinterher funktionieren sie wieder. Meine haben einen fetten Bass an den ich mich nach vier Jahren Hören mit defekten Sicken gar nicht erinnern kann. Zum Glück gibts Klangregeler an der HMK 100. Bin trotzdem am Überlegen wegen einem neuen Set, die Entwicklung ist ja weitergegangen. Entweder ich behalte mein Equipment parallel oder ich stelle es bei E Bay zum Verkauf. Was meinen die Sammler, was es bringen würde, falls....
-marvin-
Ist häufiger hier
#264 erstellt: 01. Nov 2013, 19:27
Moin !
Das mit den Sicken ist nichts neues, einfach mal googlen
Die Membranen sind übrigens nicht von der "Zerbröckelung" betroffen.
Für alle Interessierten sei folgendes Video und folgender Artikel empfohlen:
http://www.youtube.com/watch?v=5tHRNqrthj0
http://forum.rft-radio.de/thread.php?threadid=14


Die Kombination Röhrenverstärker (Selbstbau, 2x4W) und BR 25 nutzt ein Freund von mir. Das funktioniert auch super, allerdings hat er noch einen aktiven Subwoofer dazu gestellt, da der Röhrenverstärker (nach seiner Aussage) den Bass der BR 25 nicht voll ausschöpft.
Zum Wert deiner Geräte solltest du einfach mal in der E-Bucht unter beendete Angebote schauen. Wir kennen den Zustand, die Farbe und weitere Details deiner Geräte nicht und selbst dann möchte ich persönlich nicht unbedingt eine Einschätzung dazu abgeben
-Musikfreund-
Stammgast
#265 erstellt: 01. Nov 2013, 22:30
Hallo -Marvin-,
danke für die Links, interessant. Ich habe heute meine reparierten BR 25 an Röhrenverstärker Cayin T 55 im Studio gehört gegen 3000,- Euro LS. Natürlich ein Unterschied aber eines wurde klar. Um etwas besseren Klang zu bekommen müßte man eine Menge Geld bezahlen. Haben sich gut geschlagen. Werde erstmal mit ihnen weiterhören. Am Röhrich gingen sei auch gut. Da schmunzelt man schon in sich hinein, nach 27 Jahren persönlicher BR 25 Klangsozialisierung.
-Musikfreund-
Stammgast
#266 erstellt: 02. Nov 2013, 14:39
Frage: Mein HMK - V 100 hat eine Loudness Taste. Am Gerät steht Loudness off. Bei gedrückter Taste "halbiert" sich das Klangbild, bei nichtgedrückter Taste klingt es voll und wohl auch lauter. Nun habe ich das Gerät schon 28 Jahre und habe die Taste nie benutzt, aber mittlerweile klingt es für meine Ohren fast angenehmer mit gedrückter Loudness Taste. Welche Funktion hat Loudness ein und aus eigentlich? Was passiert technisch?
Mary_1271
Inventar
#267 erstellt: 02. Nov 2013, 16:36
Hallo

Loudness

Liebe Grüße
Mary
-Musikfreund-
Stammgast
#268 erstellt: 25. Nov 2013, 22:52
Möchte meinen HMK Tangentialarm Plattenspieler modernisieren. Die Abtastnadel ist noch original und ich denke hier könnte ich anfangen. Frage: kann man die heutigen Abtastsysteme beim Plattenspieler einsetzen, passen sie? Oder kann ich nur die Nadel wechseln und geht das überhaupt noch?
Shanghai_Wally
Stammgast
#269 erstellt: 30. Nov 2013, 17:11
Moin Moin
interessante Diskussion ---von DDR Geräten hab ich leider keinenSchimmer so richtig aber eins ist mal klaro das sagt mir schon mein gesunder Menschenverstand die da DRÜBEN müssen einfach auch gute Radios gebaut haben denn auch die Menschen im Tal der Ahnungslosen wollten ja auch mal was anderes als Parteifunk hören .Also ich werd mit den Ls anfangen und mich dann bis Robotron vorkämpfen.wenn ich dieses Projekt angehe.
Schönes WE
Shanghai Wally
AlittleR2D2
Stammgast
#270 erstellt: 30. Nov 2013, 17:32
Einen Parteifunk gab es nicht !!
Aber die Geräte die man kaufte waren einfach mal richtig teuer für die normale Bevölkerung . Wenn man sich ein Radio gekauft hat , dann musste es auch ein paar Jährchen halten . Wenn ich mich recht erinnere hat mein alter Herr für den Stern Rekorder R160 gute 1200 DDR-Mark bezahlt !
Shanghai_Wally
Stammgast
#271 erstellt: 30. Nov 2013, 18:08
Rechtso ---ein paar gute alte Deutsche Tugenden wurden ja auch Drüben hochgehalten gegen die keine Ideologie ankommt und natürlich haben die Menschen hart gearbeitet um sich mal ein neues Radio zu kaufen.
Ja echte Deutsche Industrie Qualität ist schwer zu toppen.
longlasting heavy duty
best regards
Shanghai Wally
Mary_1271
Inventar
#272 erstellt: 01. Dez 2013, 03:04

Shanghai_Wally (Beitrag #269) schrieb:
.... die da DRÜBEN müssen einfach auch gute Radios gebaut haben denn auch die Menschen im Tal der Ahnungslosen wollten ja auch mal was anderes als Parteifunk hören .


Hallo

Im "Tal der Ahnungslosen" kam es vorallem auf eine möglichst gute Gruppenantenne (4 Stück a 8 Elemente gestockte UKW-Antennen oder so) an. Mit einer 0.8.15-Antenne hätte auch der beste Westtuner nichts aus den "Äther" gefischt. Einigermaßen gute Tuner kosteten in der Zone weit über tausend Ostmark. Bei Durchschnittslöhnen von ca. 700 Mark für viele unerschwinglich.


AlittleR2D2 (Beitrag #270) schrieb:
........... für den Stern Rekorder R160 gute 1200 DDR-Mark bezahlt !


Das war der R 4000, R 4100, R 4200. Der R160 kostete anfangs 880,-Ostmark und später, als das Feldstärkeinstrument für eine Leuchtdiode "wegrationalisiert" wurde, "nur" noch 860,-Ostmark. Die RFT Stereoradiorecorder SKR 500/501 kosteten sogar satte 2150,-Ostmark.

Viele Geräte der "RFT-Schmiede" scheinen das ewige Leben zu haben. Andererseits kann man das von guter deutscher Wertarbeit a la Grundig, Telefunken usw. genausogut sagen.

Liebe Grüße
Mary
-Musikfreund-
Stammgast
#273 erstellt: 01. Dez 2013, 12:12
Ich betreibe auch noch meinen Kassettenrecorder "Anett" als Küchenradio. Das Gerät ist von 1978, kostete 800,- Mark und war in den 35 Jahren zwei Mal defekt. Der Faden vom Sendersuchrad war gerissen und noch eine andere Geschichte, die ich vergessen habe. Das Kassettenteil geht auch noch, hat aber Probleme beim Spulen. Nutze es schon lange nicht mehr. Nehme mir jedes Jahr vor das Gerät mal zu ersetzten, aber bisher nie realisiert. Alte Liebe...
Shanghai_Wally
Stammgast
#274 erstellt: 01. Dez 2013, 12:33
Moin Moin
Mannomann das sind ja dolle Preise -- da stellt sich mir die Frage wieviel denn da seinerzeit 1Kg Bananen gekostet hat.
best regards
Shanghai Wally
Mary_1271
Inventar
#275 erstellt: 01. Dez 2013, 13:29

-Musikfreund- (Beitrag #273) schrieb:
Ich betreibe auch noch meinen Kassettenrecorder "Anett" als Küchenradio. Das Gerät ist von 1978, kostete 800,- Mark ........


Hallo

Das "Anett" kostete "nur" 750,-Ostmark. Es war ein Traum der Jugendweihlinge der 70er Jahre. Wir haben auch noch ein vollfunktionierendes "Anett IS 2" in unserer "RFT-Gerätegalerie".


Shanghai_Wally (Beitrag #274) schrieb:
......da stellt sich mir die Frage wieviel denn da seinerzeit 1Kg Bananen gekostet hat.


So selten, wie es da mal welche gab .......... ich glaube 6,30-Ostmark/kg. Aber das ist ohne Garantie.

Liebe Grüße
Mary
Shanghai_Wally
Stammgast
#276 erstellt: 01. Dez 2013, 13:40
Moin Moin
Danke für die Auskunft Mary hummmmm na gut zu wissen - schade daß man mit Bananen kein Radio hören kann
Schönen Sonntag
best regards
Shanghai Wally
flacstream
Ist häufiger hier
#277 erstellt: 22. Nov 2016, 22:45
Guten Tag zusammen,

ich bin etwas spät dran, aber was sind schon 3 Jahre verglichen mit den etwa 30 Jahren die meine RFT- Gerätschaften auf dem Buckel haben. Sie sind nicht aus Erstbesitz sondern erst etwa 1 Jahr mein Eigentum. In dieser Zeit habe ich immer öfter meine 'Hauptanlage' im stand by Modus verharren lassen und mich dem RFT- Klang hingegeben.
Das Ensemble spielt aus dem Stand so gut, dass ich mir verschiedene Fragen zu Hi-Fi neu stelle und hinterfrage ob doch mehr Psychologie beim Hören eine Rolle spielt, als ich bisher annahm. Oder ist die Elektronik, die hier im Verbund spielt doch in der Lage auch gehobene Klangansprüche zu befriedigen.
Ich muss dazu sagen, dass ich bereits als junger Mensch Erfahrungen mit RFT- Geräten sammelte. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Elektronik generell nicht geeignet ist abartige Schallpegel zu erzeugen. Der Klangcharakter ist für meine Begriffe eher warm und 'gemütlich' abgestimmt und löst nicht das letzte Quäntchen an Information auf. Die meisten von mir in meiner Jugend gehörten Gerätschaften empfand ich ein wenig 'versoftet' aber teilweise durchaus angenehm.

Mit den Jahren und der weiter einhergehenden Beschäftigung mit dem Thema Hi-Fi kamen verschiedene Erfahrungen hinzu, die meinen Horizont erweiterten. Diese neu gewonnenen Erfahrungen zeigen, dass ich auch mit Wiedergabegeräten der neueren Bauart, egal aus welchem Herstellerland, die eine rundliche Abstimmung haben und die so oft beschriebene Grundtonwärme übermäßig abstrahlen, nicht richtig 'warm' werde. Ich bevorzuge eine kantenschärfere zeitrichtige Wiedergabe der Schallereignisse und nehme dafür auch eine bedingte Reduzierung der Klangfarben in Kauf.

Aus nostalgischen Gründen wurde mir immer wieder RFT- Elektronik angeboten. Aufgrund der hier beschriebenen Klangcharakteristik habe ich diverse Angebote immer abgelehnt - bis zu einem denkwürdigen Moment. Zum ersten Mal hörte ich eine RFT- Bassreflexbox BR 50. Dieser Kompaktlautsprecher setzte sich von allen zuvor gehörten Lautsprecherboxen aus DDR- Produktion soweit ab, dass ich tatsächlich nur ein einziges Ohr benötigt hätte um diesen Unterschied auszumachen.
Das 3-Wege System reproduziert im Grundtonbereich feiner und hochauflösender. Es hat eine sehr gute Sprachverständlichkeit und reduziert das künstliche Wummern im Oberbass, was bei den vom Gehäusevolumen kleineren RFT- Kompaktboxen zu vernehmen ist. Eine solche Überbetonung verdeckt teilweise Musikinformationen, die für die gesamtheitliche Wahrnehmung der konservierten Darbietung unbedingt von Nöten sind. Das Musikgeschehen erscheint weniger mitreißend und gedämpft.
Die Gehäusekonstruktion der BR 50 ist etwas aufwändiger ausgeführt. Das Chassis für die Mitten sitzt in einer abgetrennten Gehäusekammer und die Konstruktion ist recht stabil ausgeführt. All das mündet letztlich in einer klaren, dynamischen und zeitrichtigen Wiedergabe.
Dieser beschriebene Klang ließ sich in meinem Fall jedoch nur mit einem RFT- Verstärker realisieren. Ein zum Vergleich herangezogener Transistorvollverstärker aus Schweden konnte dieses gerade beschriebene Klangbild nicht bestätigen. Trotz des immens höheren Kaufpreises klang der Verbund im Gesamten schlechter. Nach dem Rückbau auf den HMK V-100 war das beschriebene Klangbild wieder hergestellt.
Nach diesen Erfahrungen wollte ich die Unterschiede der verschiedenen Verstärker austesten und bestellte ein Robotron RS 5001 (Receiver). Dieses ‘Radio‘ sollte im Vergleich zum HMK V-100 zeigen, wie die unterschiedliche Klangausrichtung der einzelnen Firmen im RFT- Verbund zum Ausdruck kommt. Und tatsächlich, das Robotron RS 5001 mit einem fast doppelt so großen Gehäusevolumen (verglichen mit dem HMK 100) erwies sich als regelrechte ‘Wuchtbrumme‘.
Der HMK als Fitness- Sportler, kantenscharf geradlinig mit womöglich etwas zu dünnem Fundament im Bereich des Sprachfrequenzbandes gegen den RS 5001, der mehr Wucht und Schmalz generiert allerdings auch ein wenig behäbiger unterwegs ist. Vollverstärker (Rennwagen) gegen Radio (Gran Turismo). In beiden Kombinationen spielt die Anlage eher ‘livehaftig‘ als zu cremig wobei die räumliche Abbildung exzellent ist. Um die unteren Frequenzen nicht zu sehr auszudünnen empfiehlt sich für die BR 50 eine (sehr) wandnahe Aufstellung. Bei gewählter freier Aufstellung verhungert das Boxenpärchen in den unteren Oktaven.

Ich muss noch erwähnen, dass als Quellgeräte Streamer der Firmen T+A und Logitech zum Einsatz kommen. Diese Quellen sind den damals erhältlichen Kassettendecks und Tunern derart überlegen, dass das erzielte Klangniveau zu einem Großteil hierdurch begründet ist.
Für alle, die wissen wollen, wie RFT- Gerätschaften klingen können empfehle ich die Kombination BR 50 + HMK V-100 [auch HMK V-200] oder Robotron RS 5001 (alternativ REMA RX 80) und ein derzeit aktuelles Quellgerät.
Alle beschriebenen Klangeindrücke habe ich unter Benutzung des ‘Linear- Schalters‘ der Klangregelung und Klangregler [Höhen + Bass] in ‘0‘ – Stellung gewonnen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die hier beschriebene Kette ein Klangerlebnis bietet, was ich so nicht erwartete. Allerdings zählen die beteiligten Komponenten zu den besten, die aus der DDR- Produktion hervorgegangen sind. Diverse Schwächen in der originalgetreuen Reproduktion von konservierter Musik sind erst im Vergleich zu aktuellen Anlagenkonfigurationen im Bereich von einer Investitionssumme ab, und da lege ich mich jetzt fest, etwa 3000 € für Verstärker und Lautsprecher wahrnehmbar.

flacstream
Shanghai_Wally
Stammgast
#278 erstellt: 23. Nov 2016, 00:27
Moin Moin

sehr schöner Bericht --

irgendwann muss ich mir mal High End aus vor der Wende Produktion anhören hoffentlich recht

bald

Cheers

Wally
flacstream
Ist häufiger hier
#279 erstellt: 23. Nov 2016, 01:02
Hallo Wally,

das Thema High End ist hier in (Klammern) zu setzen. Aus dem Vollen konnte man damals systembedingt ja nicht schöpfen. Allerdings sind die bester Vertreter ihrer Klasse doch erstaunlich gut in der Reproduktion von konserviertem Musikmaterial. Es gibt aber eine Reihe von Heimelektronik - Komponenten, für die das von mir Gesagte nicht gilt. Wer nachvollziehen möchte was ich erlebe 'muss' die von mir beschriebene Empfehlung zusammenstöpseln.
Die Bassreflexboxen 'BR' leiden alle an einer Versprödung der Schaumstoffsicken, die in allen Mittel- und Tieftönern ihren Einsatz finden. Daher sind gebrauchte Exemplare fast ausschließlich reparaturbedürftig oder im funktionstüchtigen Zustand nur zu abartigen Preisen gebraucht zu beziehen.
Meine BR 50 habe ich defekt gekauft und instand setzen lassen. Das Ergebnis ist es aber wert.

Grüße
flacstream
Shanghai_Wally
Stammgast
#280 erstellt: 23. Nov 2016, 01:35
Mister Stream

bitte nicht falsch verstehen und nicht zu ernst nehmen HIGH END ist meinerseits ein nicht ganz ernst zunehmendes Modewort das irgendwann in den siebzigern von wem auch immer in die schöne damalige heile Hifi Stereo Welt lanciert wurde wurde.
Wahrscheinlich aus Marketing Gründen und um eine Klassengesellschaft also eine Abgrenzung zum allgemeinen Stereopöbel zu kreieren -- das heisst nix anderes als Hirarchien aufzubauen um mehr Profit zu generieren --na wie auch immer jedenfalls
ist sogar eine einmal jährliche Riesen Geräteschau danach benannt .
Egal ich liebe Musik ob Sie Low End oder High End genannt wird ist mir Latte
Zur Zeit hör ich www.radioparadise.com mit einem Inetstreamer + Pioneer A-09 Amp und JBL 4312 Ls
Hört sich nicht schlecht das Ganze
Cheers
Wally
Pioneer A-09
Foto3203


[Beitrag von Shanghai_Wally am 23. Nov 2016, 01:42 bearbeitet]
Archiwich
Neuling
#281 erstellt: 09. Jan 2018, 01:41
Hallo,
wenn hier über Ost-Lautsprecher geredet wird, ist die Krone der Schöpfung mit der BR 25 bereits ausgereitzt.
Es lohnt sich aber, sich die Lautsprecher aus Geithain einmal genauer anzusehen.
Im Osten waren die in jedem Fernsehstudio präsent.
Nach Mauerfall dann auch im Westen...

Ich hatte das Vergnügen, die kleinsten (2.500,- € / Paar) mal auf der World of HiFi in Bremen zu hören.
Von allen Anlagen bis 100.000,-€ waren das meine Favoriten.

Bitte überprüft das mal.

Die Dinger sind nicht wirklich schön, klingen aber traumhaft.

Lutz
desk2011
Schaut ab und zu mal vorbei
#282 erstellt: 09. Jan 2018, 07:21
schade das das die SED-Radiosender nicht mehr senden, obwohl wissen kann man das nicht..
dann könnte man die alte Technik richtig ausreizen ;-)))))
AlexF007
Neuling
#283 erstellt: 18. Jan 2018, 14:37
Ich habe auch etliche DDR-Geräte rumstehen - bloß nicht wegschmeißen:
- Rema RX81 tonica, steht im Wintergarten. Treibt dort für dessen Beschallung (und für die Terrasse) zwei Magnat Centerboxen an - Wahnsinn der Sound (nach meiner Modifikation, siehe unten)!

- SV3000 + ST3936, sehen im Computertisch. Für den Ton aus dem Rechner.
- HMK-V102 + HMK-T200, stehen im WoZi. Da laufen auch UHD-Player und Fernseher drüber.

Die Radios benutzen einen sehr guten MOSFET-Tuner und für den FM-Emfpang den A225D (TCA1047) als Demodulator-IC. Als Stereodecoder kommt bei T200 und RX81 ein A290D (LM/MC1310), beim ST3936 ein LM/TDA4511 zum Einsatz - beide ziemlich gut. Für den richtig guten Stereo-Empfang braucht man große Feldstärken (die Umschaltschwelle kann man an einem Poti etwas runternehmen), aber dann ist der Klang auch wirklich sehr gut, wenn der ZF-Filter neu ist und der Rechner richtig eingestellt. Die gealterten ZF-Filter sind eine der kleinen Macken, die man leicht ändern kann, bei anderen Macken wird's dagegen schwierig. Damals mußten wir damit leben, ich hatte noch wenig Ahnung davon, aber heute haben wir die Möglichkeiten, das zu ändern!
Generell kann ich sagen, daß die DDR-Technik tatsächlich gut klingt, guckt man in die (immer vorhandenen) Schaltpläne, stehen mir aber manchmal die Haare zu Berge und es gibt so manchen Aha-Effekt.

- Beim HMK-T200 gingen mir die stumpfen Höhen auf die Nerven, da fiel mir im Schaltplan der B2761 als Ausgangsverstärker mit 3k9-Widerstand als Last VOR dem passiven 19kHz-Filter auf. Das heißt, der muß das dekodierte Stereosignal mit noch enthaltenem Pilotton und RDS-Signal (Bandbreite zusammen ca. 150kHz) durch den Filter drücken. Da in den Datenblättern von Siemens (TAA76x-Reihe) nix von THD und Audiomeßwerten drinsteht, schlußfolgere ich daraus, daß der 2761 generell der falsche Typ dafür ist. Warum haben die nicht den B082 genommen? Meine ausgeführte Verbesserung: Die 3k9-Widerstände und den 2761 raus, IC-Sockel rein, Adapterplatine von Standard-2fach-Opamp in SO-08 auf die Pinbelegung des 2761 angefertigt und das Platinchen mit einem Profi bestückt (LM4652, LME49720, OPA2134, notfalls NE5532 oder TL082). Die 1k- und 5k6- Widerstände (R310/311/323/324) habe ich überbrückt und R319/320 (3k9) durch 470Ohm ersetzt - das senkt die Ausgangsimpendanz auf ~500Ohm. Dadurch ist das Muting nicht ganz perfekt, das stört aber praktisch nicht. Das Gain des Opamps habe ich auch etwas vergrößert, daß Ausgang nun ca. 1V RMS anliegen. Ergebnis: Saubere Höhen, Schlagzeug (z.B. wenn mal "Rosanna" von Toto läuft) klingt auch so und der Nachrichtensprecher lispelt nicht mehr. Die Diode V425 vor den Batterien habe ich mit einem 10Ohm-Widerstand überbrückt, dann kann man statt der Batterien NiMH-Akkus nehmen und es sind nicht gleich bei jedem Brownout oder wenn man mal die Steckdose für den Staubsauger braucht alle Sender weg.

- Beim ST3936 gilt das gleiche für die Diode am Batteriefach. Die haben einen aktiven Pilottonfilter (um V1004/1005) eingebaut. Der Frequenzgang hängt bei dieser Schaltung stark von der Impendanz am Ausgang ab. Ich bin noch nicht dazu gekommen, die Schaltung mal "zu simulieren", Fakt ist, da muß auch ein Opamp als Ausgangsverstärker dahinter, um den Frequenzgang zu verbessern.

- RX81: Da rasten manche Tasten nicht mehr und das Umschalten der Eingänge hat man über eine ellenlange Schalterkette gelöst. Manche Tasten knistern bei mir schon, weil wohl die versilberten Kontakte etwas Patina angesetzt haben. Aktiver Pilottonfilter mit hoher Ausgangsimpendanz (390k), da habe ich die Schaltung mal "simuliert" und auch hinsichtlich eines um 6dB höheren Gains optimiert. An der Klangreglerplatine habe ich den Eingangsverstärker überbrückt, daß das Signal direkt in den ersten A274D reingeht, C07/C08 mußte ich danach in der Polarität drehen. Die diskreten Verstärkerschaltungen in HMK-Vx00, SV3930, RX80 usw. verursachen beim Betrachten bei mir schwerste Übelkeit (klingen trotzdem gut, weil man halt die locker 1% THD mit dem Ohr nicht wahrnimmt): Man hat damals scheinbar nix von Stromquellen/-senken, Stromspiegeln und Emitterdegeneration gehalten, genauso hat man (außer im SV3930) quasikomplementäre Ausgangsstufen verwendet, anstatt entweder NUR Darlington-Schaltungen oder NUR Sziklai-Schaltungen - beide haben Vorteile, mischt man das, hat man nur deren Nachteile... Und dann sind da ja noch diese zweifelhaften KT818/819-Transen, die so in etwa BD243/244 entsprechen. Die KTs aus dem RX81 habe ich nach dem Auslöten mal durchgemessen, die Kleinsignal-Betas waren 15, 67, 113 und 520 (!!!). Perfektes Pairing, würde ich sagen!
Die Verstärkerplatine habe ich also "entsorgt" und mit deren Abmessungen (Übergabepins an die Klangregelplatine berücksichtigen) darauf einen komplett neuen Verstärker entwickelt - MOSFET-Brücke diskret aufgebaut mit IRF3205/4905 und LT1166 als Biasregler. Der Platz war extrem knapp, das ging nicht ganz ohne SMD-Bauteile. Der Amp hat jetzt auch an "Westboxen" mit 8 Ohm richtig Zunder, Frequenzgang ist 80kHz, THD <0,01% bei 20kHz. Mehr Aufwand braucht man nicht zu betreiben, weil die Klangregelplatine mit >0,3% THD zu Buche schlägt. Die neue Verstärkerplatine übernimmt nun auch die Umschaltung der Eingänge (TDA1029 mit 'ne vorgeschalteten Logik (mit 4013), damit die Eingänge als "Tipptasten" funktionieren). Der frisierte RX81 ist jetzt ein wirkliches Topteil! Und das habe ich alles auf den Abmessungen der Amp-Platine realisiert!
Für den Betrieb an 4 Ohm (eigentlich nicht geplant) ist nun das Netzteil zu schwach und der Kükö zu klein, diese Krankheiten werde ich demnächst behandeln. Den Ausgangsstufenstrom habe ich mit ~30mA absichtlich (für MOSFETs) sehr niedrig eingestellt, weil 4×30mA×50V sind ja auch immerhin schon 6W Verlustleistung auf dem sowieso zu kleinem Kükö. Wie gesagt, der Preamp sorgt für mehr THD...
Das Netzteil werde ich durch ein 300W-Schaltnetzteil mit +/-25V ersetzen, für den Preamp brauche ich +16V, +30V für die Abstimmspannung und +23V für die Relais - auf die -2V an der Senderspeicher-Platine kann man nach meinen Versuchen verzichten. Und +/-8V Bootstrapspannung für den Amp. Mal sehen, wie ich das löse... Mich ärgert noch, daß die Sender leicht weglaufen, wenn sich das Gerät erwärmt, das AFC fängt die zwar noch, aber es beunruhigt mich... da muß ich auch noch mal nachforschen.

- HMK-T102. Diskrete Verstärkerschaltung der Marke "bäääh" - wie RX81. Die Bauteile habe ich ausgelötet - Platz schaffen - und da, wo die KT-Transen auf dem Kükö waren, 4 kleine Platinen mit TDA7294 hingeschraubt, zwei als Inverter und zwei nichtinvertierend, jeweils gleiches Gain. Also 'ne Brückenschaltung... Den schlaffen Trafo habe ich durch einen 120W-Ringkern mit +/-18V (AC) ersetzt, liefert gleichgerichtet im Leerlauf ca. +/-26V. Den Saft (15V) für den Preamp besorge ich aus einem zweiten kleinen Printtrafo, dort übernimmt ein LM2574 auch die Erzeugung der +4V für die LEDs der getauschten Pegelanzeigen: Die 6-stelligen mit A277D habe ich durch 20-stellige (60dB Umfang) mit je 2× LM3915 ersetzt. Die Höhen nun kommen etwas besser, weil ich alle xxpF-Kondensatoren (Höhenbremsen) von Signal zu Masse ausgelötet habe. Ich habe nach diesen Modifikationen 2× 100W an 8 Ohm gemessen. Laut anliegender Betriebsspannung müßten es mehr sein, der 120W-Trafo gibt aber bei dieser Last deutlich nach, aber doch sehr viel weniger, als der O-Trafo. Einen größeren Ringkerntrafo bekommt man leider nicht ohne Probleme rein. Der Kükö wird nun über 100°C heiß, abgeschaltet haben die TDA7294 aber noch nie.

- SV3000. Schön kompakt, das Teil! Als Amp benutzen die den TDA2020, das erste IC, das die 20W-Marke knacken konnte, gegenüber späteren ICs (auch sein Nachfolger TDA2030) aber mit miserabler THD. Das Netzteil habe ich durch einen 300W-Ringkern mit 2x45V (AC) ersetzt, natürlich auch Gleichrichter und Siebelkos. Als Amp habe ich mir einen "digitalen" neu entworfen, habe mich für den IRS2092 mit IRFI4020 entschieden. Das Referenzdesign vom 2092 habe ich im Wesentlichen übernommen, die +/-5V und die +12V über -Vs erzeuge ich aber mit einfachen Spannungsreglern (Transistor mit Z-Diode als Längsregler), anstatt Vorwiderständen und Z-Diode als Shunt. Das Gain habe ich der höheren Betriebsspannung entsprechend angepaßt. Ergebnis: 2× 170W an 8 Ohm. Die MOSFETs am winzigen Kükö werden im Betrieb kaum wärmer, als im Leerlauf. Weil man nun auch das Rauschen der Klangregler schön deutlich hört, habe ich mich auch darum gekümmert. Die haben eine Schaltung mit A273 (Lautstärke/Loudness) und A274 (Baß/Höhen) gewählt, so daß das Rauschen vom A274 immer voll an der Endstufe anliegt. Früher hat man das kaum wahrgenommen, nach dem Umbau war's lästig. Ich habe mit 6x kratzen und neu verdrahten die Schaltung auf dem PCB so modifiziert, daß der Klangregler A274 nun zwischen den "Hälften" des A273 liegt, so daß beim Leiserstellen auch das Rauschen vom A274 mit abgeregelt wird. Der Effekt wahr mehr als deutlich! Die Pegelanzeige habe ich analog zum HMK-V102 durch 2×20 rechteckige 4x2mm LEDs mit LM3915 ersetzt, dazu mußte ich in der Frontblende die Aussparung etwas größer fräsen.

So kann man sich helfen!

Viel Spaß beim Selberfrickeln!
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