PA Abstimmung bitte um Hilfe

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kurvenjaeger
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 03. Okt 2015, 13:49
Hallo zusammen und schon mal vielen Dank im Voraus!!!

Bisher habe ich mich immer nur mit Hifi beschäftigt, nun komme ich immer öfters mit PA in Berührung.
Mich würde mal interessieren wie die Standard Spezifikationen einer üblichen Pa sind.
Untere Grenzfrequenz, Klirr etc.
Ich rede jetzt nicht von PA´s für 4000 Personen sondern zb diese Sub-Satteliten Systeme oder Monitore bis 15".

Habe ein paar Systeme hier stehen mit integrietem DSP und würde mich gern mal an verschiedene Abstimmungen wagen.

Wäre super wenn mir jemand einige Eckdaten oder einen Link zu üblichen Vorgaben mitteilen könnte.

Gruß
*xD*
Moderator
#2 erstellt: 03. Okt 2015, 21:16
Hi

Naja, da gibts ganz verschiedene Wege. Es gibt unzählige Produkte, jeder hat andere Vorstellungen für was er seine PA einsetzen will und entsprechend legt auch jeder seine Prioritäten anders.

Kleine Sub-Sat Systeme so in der Klasse bis 12" im Bass werden in unteren Preisklassen meistens so ausgelegt, dass sie im Bassbereich einen Buckel so im Bereich 80Hz und im Lowmid erhalten ("fett" klingen), das suggeriert viel Output im Bass, den sie objektiv nicht schaffen können. So klingt die Kiste halt nach "viel". Dank dem Einzug von DSP kann man auch günstigere Systeme zu einem sehr ordentlichen Klang bringen, die Limitationen kommen da halt dann nur bei sehr kritischem Hinhören raus.
Teurere Systeme werden meistens eher "glatter" abgestimmt, nicht so laut, aber dafür ausgewogen. "Größere" Systeme werden tendenziell sogar mehr "gesoundet", damit es nach "mehr" klingt (so Sachen wie dezente Mittenabsenkung, "Brillianzerhöhung" so bei 12-15khz z.B.). So klingen Systeme besonders fein auflösend, können aber auch nerven.

Große Systeme werden im Bass meist auf Nutzpegel abgestimmt, der Tiefgang reicht meist so bis 40 oder 50Hz recht linear herunter, effektiv spielen die Kisten im Bereich 60Hz bis 100Hz. Topteile werden je nach Geschmack etwas gesoundet oder auch einfach mit dem DSP glatt gezogen. Richtig teure Systeme haben oft noch "mehr" drin, da wird auch noch auf Phasenlinearität und Abstrahlung geachtet.

Bei richtig großen Systemen kommen die Bässe meistens eher nur noch im Infrabereich zum Einsatz. Entsprechend haben die Kisten verhältnismäßig wenig Wirkungsgrad und sind sehr groß. Der Nutzbereich geht da durchaus bis 30Hz hinab, die Bässe befinden sich meist am Boden und spielen nur bis 60 oder 80Hz, darüber übernimmt entweder eine Lowmid-Extension oder das Array direkt, wenn die Zeilenlänge für den Einsatzzweck schon ausreichend ist.

Bei Monitoren ist das etwas anders. Reine Monitore werden natürlich so konstruiert, dass sie auf dem Boden ausgewogen klingen. Meistens hört man den LS da auch ihre Größe an und das ganz bewusst - den dicken 15" Monitor eventuell mit Zusatzbass kriegt eher der Drummer, während man dem Sänger eher was dezenteres hinstellt. Für deftigen Rock'n'Roll darfs da ruhig aber auch eine 15" Kiste oder gar eine Doppel 12" sein - dass solche Anforderungen in Ridern schon von vornherein schwerhörige Musiker vorraussetzt ist jedem klar der weiß, welche Schalldruckpegel solche Konstrukte erzeugen können.

Klirr etc. werden eher selten erwähnt, da es hierfür keine einheitlichen Vorgaben gibt und auch nicht allgemein genannt werden kann, welche Klirrpegel überhaupt wahrgenommen werden können. Der Klirr hat aber den mit wichtigsten Einfluss auf die wahrgenommene Lautheit - ist klar, schließlich ist der Klirr meistens nur eine Erhöhung im Mittenbereich - "Kreischen" hat also meistens ihre Ursache in verzerrenden LS oder auch einfach nur im Raum, der die Mittenpegel stark reflektiert und somit schlicht und einfach den Energieanteil überproportional wachsen lässt.

Gedankenspiel: Ein "ideales" System wäre ein solches, das die lautstärkeabhängige Wahrnehmung des Gehörs berücksichtigt. Hierzu müsste der tatsächliche Schalldruckpegel am Hörerort bekannt sein, was also verschiedene Schallquellen für verschiedene Distanzen voraussetzt. Mit einem Line-Array also prinzipiell möglich, unter Kenntnis der Beschallungsweite den entsprechenden Frequenzgang in Echtzeit zu korrigieren.
Zalerion
Inventar
#3 erstellt: 03. Okt 2015, 21:45
Dazu kommt noch, dass die Kisten auchnoch je nach Einsatzbereich massiv unterschiedlich ausgelegt sind.

Die meisten für "allgemeine" Anwengung gehen eher in Richtung linear, sodass man dann mit DSP (Lautsprechermanagement o.ä.) auch gerne seine eigene Kurve dadrüber legen kann.
Soweit ich weiß sind z.B. die meisten Kisten von RCF so ausgelegt.

Wenn jetzt aber ein DJ ein "Plug&Play" haben will, und sich nicht weiter damit auseinandersetzt, sind solche Systeme ungeeignet. Da wäre dann was gesoundetes (eben jene erwähnten günstigeren Sub/Sats z.B.) meist besser geeignet.


Sonst hat xD schon fast alles gesagt. Zusammengefasst (für den Hobbyisten mit beschränktem Budget^):

Subs nicht unter 40Hz, eher Nutz 60-100 oder 120Hz, Buckel um 80-100Hz, dadrüber Tops. Frequenzgang nach Anwendung "voreingestellt" oder bei mehreren Anwendungen und entsprechender Erfahrung eine "lineare" Voreinstellung mit entsprechender Anpassung.


Monitore gehen tendenziell in Richtung laut und Sprache. Schön klingen ist da nicht erste Priorität.... Heißt aber natürlich nicht, dass sie für nix anderes zu gebrauchen sind.
Ridermäßig werden leider sehr oft 15" verlangt, was aber technisch oft nicht die beste Lösung ist.
Monitore exoplizit für dieses Gebiet werden auch nach "Feedback" Anfälligkeit bewertet. Da hat man dann (gerne auch digital) bei besonders anfälligen Frequenzen schmale Senken drin. (Gibt auch extra Module dafür).
Aber auch hier wieder: Wenn anfangs linear, kann man das alles "nachrüsten", wenn schon eingebaut und nicht passend, hat man den Salat.


Meiner (sehr begrenzten) Erfahrung nach werden die großen, teuren Systeme, (ich sprecher jetzt hier von Nexo, l'acoustics usw) von den Voreinstellungen EHER auf Linearität bei gutem Abstrahlverhalten getrimmt, was auch logisch ist, denn die Leute, die damit arbeiten, haben meist viel Ahnung und basteln sich dann "Ihren" Sound je nach Anlass.
Leichtes Sounding zum Abgrenzen von der Konkurenz nicht ausgeschlossen.


Das mit dem Klirr:
Professionelles Equimpent sollte immer so massiv überdimensioniert sein, dass der Klirr eher egal ist.
Klirr in den Tops ist meist tödlich und sollte nach Umständen vermieden werden, Klirr in den Bässen empfinden viele sogar als "schön"... (bzw. vermissen ihn sogar explizit, wenn er fehlt)



Nachtrag persönliche Vorlieben:
Live: Eher lineares Frontholz.
Party/Disco: Gerne ein wenig gesoundet. Aber bitte keinen One-Note Bass Wenn "viel" Zeit für den Aufbau und entsprechendes Equipment (Multiband PEQ) vorhanden ist: auch hier gerne anfangs etwas linearer.

Beim Aufbau eines eigenes Systems: Presets für entsprechende Anwendungen erstellen und sich nicht mit "falschen" Voreinstellungen rumärgern


[Beitrag von Zalerion am 03. Okt 2015, 21:52 bearbeitet]
kurvenjaeger
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 04. Okt 2015, 17:30
Vielen Dank an euch 2!
Genau solche Infos habe ich gebraucht!

Habe mir heute schon mal eine der Anlagen vor die Brust genommen....
Bemängelt wurde an dieser, dass sie bei Männerstimmen sehr dünn und unpräzise klingt.
Nach kurzer Begutachtung war mir auch klar warum...
das System besteht aus einem 15" bass am Boden und einer Line mit MT´s und HT.
die Trennfrequenz lag im DSP bei 130Hz.
Da wunderte es mich nicht das es Probleme bei Männerstimmen gab.
Nächste Woche werde ich mal mehrere Messungen machen und schauen ob ich die Tops mit steiler Filterung nicht klirrarm bis 100 Hz laufen lassen kann.
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