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Fragen zum Technics SL1310 MK2

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Autor
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sheep0607
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 16. Jan 2011, 21:26
Hallo,

habe einen SL1310 MK2 über die Bucht erstanden, die Liftfunktion arbeitet, wenn auch nicht korrekt. Soll heissen, dass ich den Arm manuell mit dem Hebel bedienen kann, allerdings funktioniert das ganze im Automatikmode dann so: http://www.youtube.com/watch?v=aBW4Xiwh1B8
Deshalb habe ich den Arm zerlegt und habe festgestellt, dass diese Plastikteil, welches bei fast allen MK2 gerissen ist, hier mit einem Draht und Kleber fixiert wurde. Das teil kann sich frei drehen, sollte wohl kein Problem darstellen.
Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt mal eine Reparaturanleitung (mit Bildern) verfassen, da ich denke, dass vielleicht viele andere von diesem Liftproblem betroffen sein könnten und eine Anleitung nur in einem amerkanischem Forum vorhanden ist.
Allerdings habe ich auch ein paar Fragen:
1) Kann man den Tonarm gegen den des 12X0 MK2 tauschen? SInd die baugleich?
2) Welche System könnt ihr empfehlen? Dachte an ein MM Ortofon 2M red und MC das Denon DL160.
3) Da an dem Dreher keine Original Headshell angebracht ist, sondern ein sehr leichtes Aluheadshell, kann ich den Tonarm mit dem vorhanden Shure M75 nicht einstellen, da kein Zusatzgewicht angebracht ist, vermute ich, dass die Aluheadshell zu leicht ist. Welche Haedshell könnt ihr empfehlen?

Gruß
Erik
kadioram
Inventar
#2 erstellt: 17. Jan 2011, 13:15
Hi Erik,

selbigen hab ich auch grade auf meinem "Basteltisch"


sheep0607 schrieb:

Deshalb habe ich den Arm zerlegt und habe festgestellt, dass diese Plastikteil, welches bei fast allen MK2 gerissen ist, hier mit einem Draht und Kleber fixiert wurde.


Mit Draht und Kleber...das geht auch eleganter: *klick*

Die Liftmechanik des 1410ers ist übrigens die selbe wie beim 1310er.

Zu deinem Video (toll übrigens, meine alte Digicam verwehrt mir sowas):

Ich hab es mir jetzt ein paarmal angesehen, und schlag micht tot, aber ich kann nirgens erkennen, dass sich der Lift, besser gesagt die Liftbank, auch nur minimal bewegt.[/


Der Arm "hebt" sich lediglich durch die Seitwärtsbewegung, die ihn über die vordere Tonarmablage schleift.

Da hat der Vorbesitzer offensichtlich Pfusch fabriziert.


Ganz wichtig also:
nochmal zerlegen und auch schauen, dass die Teile nicht nur spiel haben, sondern auch ineinander greifen bzw. auch alles vollzählig ist.

Bei vinylengine.com erhältst du das Servicemanual des 1410ers, darin befindet sich u.a. eine Explosionszeichnung des Tonarms samt Basis. Lade das mal runter und vergleiche mal mit deinem, dass auch ja alles komplett ist.

Steht von dem Draht an dem Plasikteil irgend etwas über?
In der TA-Basis ist nämlich wirklich verdammt wenig Platz, da reicht schon ein Überstand von 2-3mm an der entsprechenden stelle und der Lift streikt.

Zu deinem Headshellproblem:
es gibt eben für und von Technics extra Zusatzgewichte, nur weiß ich die Bezeichnung gerade nicht auswendig.

Bis dahin erstmal
Grüße
sheep0607
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 17. Jan 2011, 21:08
Hallo Kadioram,

vielen Dank für die Antwort. Das YouTubefilmchen ist nicht von meinem Dreher, das hat irgendjemand anders reingestellt, aber das Problem ist genauso.Auf die Funktion der Liftbank habe ich nicht geschaut und jetzt habe ich den Tonarm schon zerlegt.
Glücklicherweise habe ich noch das Blech komplett mit Schalter und diesem Plastikteil (inclusive Buchse, Feder mit U- Scheibe und Sprengring) als defektes Teil vom Verkäufer zu Dreher dazubekommen, deshalb werde ich versuchen, dieses Teil zu reparieren.
Macht es Sinn, das Teil direkt auf die Buchse zu kleben, da bekommt man dann auch die Spannung aus dem Material?
Das mit der Angelschnur ist natürlich auch eine prima Idee!
Ich hoffe, ich liege wenigstens richtig, wenn ich vermute, daß die Liftfunktion gegeben ist, wenn der Tonarm manuell mit dem Lifthebel bewegt werden kann?
Noch eine Frage zur Liftdämpfung: kommt das wirklich Öl rein, oder sollte der Bolzen in der Buchse mit Silikonöl geschmiert werden?

Vielen Dank nochmal!

Gruß

Erik
kadioram
Inventar
#4 erstellt: 18. Jan 2011, 00:05
Hi,

wenn der Lift per se funktioniert, also mit Hebel, dann könnte ich mir auch vorstellen, dass es z.B am Mitnehmer liegt (rot umkringelt) bzw. dieser fehlt. Der Mitnehmer sollte etwa 1,5cm lang sein und mit einer Metallhülse umgeben sein.

Mitnehmer


(Nachfolgende Punkte entfallen, falls dieser Mitnehmer gar fehlen sollte)

Am sinnvollsten wäre es, wenn du den Arm wieder auf das Motorchassis montierst und dann mal anfängst, den Motor bzw. die Motorachse im Uhrzeigersinn zu drehen (wie sich eben auch der Plattenteller dreht).
Dabei musst du dann mit der anderen Hand das große Zahnrad darüber soweit nach linkst drehen, dass es greift.

Nun wird nämlich die Mechanik aktiv und du kannst ganz langsam an der Achse weiterdrehen und in die Mechanik unter dem Tonarm hineinschauen.

Der Lift wird in Gang gesetzt, indem sich der Mitnehmer nach rechts schiebt, dabei diesen dünnen schwarzen Arm des geflickten Teils berührt und durch den Versatz in der Schubachse gesehen zum zum Angelpunkt dieses Teilchens dessen Drehbewegung und somit das Heben des Liftes veranlasst.

Wenn sich allerdings nichts tun sollte da unten, dann nehme ich eher an, dass das kaputte Teil zu grob geflickt ist und sich nicht voll drehen = den Lift nicht richtig heben kann.







sheep0607 schrieb:

Macht es Sinn, das Teil direkt auf die Buchse zu kleben, da bekommt man dann auch die Spannung aus dem Material?


Eher nein, weil Kunststoff und Metall verkleben imo auf Dauer nicht wirklich hält. Versuchen kann man es ja mal...


sheep0607 schrieb:

Noch eine Frage zur Liftdämpfung: kommt das wirklich Öl rein, oder sollte der Bolzen in der Buchse mit Silikonöl geschmiert werden?


Soll auf jeden Fall mit etwas Silikonöl geschmiert werden. Das gibt es in ganz unterschiedlichen "Zähigkeitsgraden", ich habe welches mit 500.000cps, das ist weitaus dickflüssiger als der Honig aus der "Flinken Biene". Für Tonarmlifte wird solches ab 200.000cps verwendet, bei Dual-Plattenspieler 300.000cps.


So,
nun mal kurz zu einem meiner Probleme:
mein 1310er ist wohl auch schon mal geöffnet worden und min. ein Teil fehlt (=fehlgeschlagener Reparaturversuch). Dieses ist zwar wichtig, damit der Lift mittels des Hebels funktioniert, den Liftbetrieb während des Autoplay dürfte es allerdings nicht unbedingt jucken.

1310 MkII Detail

Falls du allerdings dieses Teil doppelt haben solltest (ich hab nicht ganz geblickt, welche du zusätzlich erhalten hast) sag bitte Bescheid, ich wäre nicht abgeneigt dich der Vollständigkeit halber darum zu fragen


Soweit von mir

Grüße
Max


EDIT: Falls du Silikonöl brauchst, wende dich gern an mich. Das Zeug ist relativ teuer und und die minimale Abgabenmenge (40cc) reicht bis ans Lebensende oder für 200 Tonarmlifte ála 1310er...


[Beitrag von kadioram am 18. Jan 2011, 00:13 bearbeitet]
sheep0607
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 18. Jan 2011, 21:02
Hallo Max,

ich habe heute ein paar Bilder fotografiert und habe auch den Tonarm in das Chassis eingebaut und auf Funktionalität überprüft. Habe also dieses Zahnrad am Motor gedreht und siehe da: die Liftbank bewegt sich nach unten und der Tonarm bewegt sich auch in zum Plattenteller um sich dort abzusenken. Scheint also zu funktionieren!
Diese Feder habe ich leier nicht noch einmal, sorry! Ich habe nur diese Einheit als "Ersatzteil", da hier das schwarze Plastikteil defekt ist:
DSC03900
Das Plastikteil ist hier gerissen:
DSC03903
Eine Frage habe ich dann doch noch: der Bolzen, welcher in der Buchse des Liftes bewegt wird hat 2 Nuten sowie ein Loch. Haben die irgendeine Funktion, ich meine, die werden doch nicht ohne Grund dort sein???
Liftbolzen Technics SL13X0 MK2
Weiterhin habe ich probiert, ein aufschlussreiches Bild des reparierten Plastikteils zu fotografieren, leider ist das Teil momentan noch im Tonarm, ist leider etwas schlecht zu erkennen:
Tonarm Technics SL13X0 MK2
Ich habe schon versucht mit Siliconöl die Dämpfung zu verbessern. Da ich leider nichts über die Viskosität des Öls in Erfahrung bringen konnte, denke ich, dass das Öl, was ich benutzt habe, nicht viskos genug war. Ich wäre Dir deshalb sehr dankbar, wenn Du etwas von Deinem Silikonöl für mich übrig hättest.

Gruß

Erik
kadioram
Inventar
#6 erstellt: 25. Jan 2011, 17:18
So,

heute mach ich mich an eine bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man den "corpus delicti" in den Griff bekommen kann.


Bis später
kadioram
Inventar
#7 erstellt: 26. Jan 2011, 04:24
Part I


Joa,

spät ist´s geworden.

Aber es hat sich bei mir ein bissl getan...

Wir fangen an:
- Headshell und Tonarmgewicht entfernen
- Tonarm auf der Auflage fixieren!!!
- Plattenspieler auf die Haube legen (Tuch drunter!)
- erst den "unteren Rahmen" abnehmen
- dann die Schrauben der Subchassisaufhängung entfernen (4mal)
- alle Steckerverbindungen lösen
- Tonarmhalterung öffnen (sonst geht der Arm nicht durch die Öffnung des Chassis)
- Subchassis VORSICHTIG abheben
- Tonarm vom Subchassis ablösen (3 Schrauben)
- alle Schrauben IN DER Tonarmbasis soweit entfernen, bis man ans kaputte Teil gelangt -> SERVICEMANUAL VON vinylengine.com unerlässlich!!!!!!!!!!!

Hier nun die Dinge, mit denen wir zu tun haben werden:

- der "corpus delicti"

Bild 005
hier das kaputte Plastikteil incl. Metallhülse


Bild 006
im Detail


und hier der Unterschied zwischen "Hülse normal eingelegt"
Bild 009


und "auf Spannung"
Bild 010

Man sieht sofort, dass hier trotzdem ein gewisses "Spaltmaß" verbleibt, daher bin ich der Auffassung, dass "nur kleben" längerfristig nichts bringt.


Folgende Ingredienzien werden zu reparatur nun benötigt:

Bild 003

- Alkohol zum Entfernen der altn Ölreste
- geflochtene Kevlarschnur aus dem Angelladen (0.2mm)
- 2-Kompneneten Epoxy (zum späteren Fixieren der Wicklung)
- zähes Silikonöl (hier mit 500.000cps)


Nachdem wir alles gereinigt haben, folgt das "Wickeln". Dazu erst mal den Faden drei/viermal um den abstehenden Teil mit dem langen Arm wickeln. Wir wollen Zug drauf kriegen, und so eine dünne Schnur festhalten geht schwer.

Nun ca. 20mal straff rumwickeln und die übrigen Enden (das eine vom vorher rumwickkeln) mit einem doppelten Knopf verknoten.

Das sollte am Ende dann etwa so aussehen:
Bild 011
Bild 012
Wie auf dem unteren der Bilder zu sehen ist, wird durch die Wicklung ein gewisser Teil "überbrückt". Das macht aber nichts aus, will heißen ist später nirgends im Weg o.ä.

Nun wollen wir das noch mit dem Epoxy fixieren:
Bild 014
Bild 015


Sobald das Epoxy fest geworden ist, geht´s weiter


Grüße
Max
bulletlavolta
Stammgast
#8 erstellt: 27. Jan 2011, 17:04
Das sieht sehr gut aus, Max! Ich bin schon sehr auf die Fortsetzung gespannt.
sheep0607
Schaut ab und zu mal vorbei
#9 erstellt: 28. Jan 2011, 22:08
Hallo Max,

die Reparatur ist beendet und der Dreher läuft seit gestern zuverlässig.
Also: ich habe alles demontiert, dieses Plastikteil mit Draht (Litze) umspannt, verdrillt und danach die verdrillten Enden verlötet um dann das noch überstehende Material mit dem Seitenschneider zu entfernen.
Dann das ganze mit Epoxydharz "eingeschmiert" und aushärten lassen (ca. 24h).
Plastikteil nach KlebenPlastikteil
Weiterhin ist es wichtig die Ursache des Defektes zu beseitigen: Da der Kunststoff wohl über die Zeit zu schrumpfen scheint, die Buchse, auf der das Kunststoffteil fixiert ist (auf Passung) aber nicht, gibt es dort Materialspannung und in diesem Fall ist der Kunststoff der Klügere.
Ich habe deshalb mit einer kleinen Ahle den Innendurchmesser des Plastikteils um etwa 2/10mm aufgeweitet.
Dann alles wieder zusammengesetzt, dabei den Bolzen der Liftmechanik, die Stahlfeder und den Plastikbolzen (innenliegend) für den manuellen Lift mit reichlich CTFE Fett geschmiert. FettFett
Als der Tonarm wieder montiert war, hat der erste Testlauf nach einigen Justierarbeiten zufriedenstellend funktioniert.
Und so läuft er jetzt: Technics SL1310MK2
Allerdings musste ich den Dreher nochmals demontieren, da eines der vielen Kabel beim Tonarm die Position leicht verändert hatte und dadurch diesem Teil mit den Schaltinkrementen, welches mit dem Tonarm bewegt wird, im Weg war. Aber jetzt funktioniert alles fast perfekt. Einziger Wermutstropfen ist das zu schnelle Absenken des Tonarms im manuellen Modus, da hilft wohl nur sehr viskoses Silikonöl. Das CTFE Fett ist leider nicht zäh genug.

Gruß Erik
kadioram
Inventar
#10 erstellt: 29. Jan 2011, 11:14
Hi Erik,

schön gemacht. Ich bin z.Zt- leider mal wieder außer Landes und komm mal wieder zu nichts.

Ich freu mich für dich, dass er wieder läuft

Viel Spaß noch

Max
Phono-Ohren
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 21. Jan 2012, 17:37
Hallo Max und Erik, hat einer was dagegen wenn ich je eines eurer Bilder für ein Tutorial benutze das ich gerade mache.

Natürlich mit Namensnennung und das Tutorial steht dann auch hier zum DL bereit.
Phono-Ohren
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 21. Jan 2012, 22:01
Hier mal zum "Test" gucken:

http://www.spacereh....II Liftreparatur.pdf

Bitte um Hinweise oder vernünftige Kritik.


[Beitrag von Phono-Ohren am 21. Jan 2012, 22:02 bearbeitet]
digitalfeature
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 22. Jan 2012, 10:48
Hallo
eine schöne Fotodoku!!! Hut ab. Leider hat der 1310/1410 diesen Serienfehler. Der steht im Zusammenhang wenn die Tonarmbasis ganz abgesenkt wird und sich der Tonarmlift bewegen soll-
dann kollidiert dort etwas und sprengt das normale Plastik... Jedenfalls hat jeder dieser Dreher in der Bucht dieses Übel. Allerdings bekommt man dafür -meiner Meinung nach- den besten Dreher, den Technics je gebaut hatte (abgesehen vom Studiolaufwerk, dass die gleiche Technik verwendet).
Die vollkommene Quarz-drehzahlregelung über das komplette Spektrum samt digitaler Schaltung ist - für die Entstehungszeit - wirklich eine tolle Angelegenheit. Preislich gut, dass die DJ´s nicht unbedingt auf dieses Teil abfahren...
Wenn Technics dieses Teil um einen Pitchfader erweitert hätte...
Ich hoffe mal, dass die Reparatur von Dauer ist- zumindest mit dem Draht außen wär´s möglich.
Gruss
-digitalfeature-
kadioram
Inventar
#14 erstellt: 23. Jan 2012, 09:34
Hallo Christian,

wirklich toll dein Reparaturbericht, das ist meines Wissens der erste in dieser ausführlich(st)en Form www-weit!!!
Ich finde es prima, dass du dich doch selbst rangewagt hast, und jetzt hast du bestimmt auch mehr Freude an deinem 1310er denn je

Bei mir fehlen nachwievor essentielle Teile, nämlich der kleine "Metallwinkel" für die Lifthebelmechanik samt dem Abdeckplättchen (S. 4 Bild 2, das graue Plättchen, wo der blaue Pfeil startet.

Hast du die Lichtschranke mal auf Durchgang gemessen?


digitalfeature schrieb:

Wenn Technics dieses Teil um einen Pitchfader erweitert hätte...


Fehlt dir nur der Fader ála 1210er? Denn pitchen lässt sich der 1310 ja.



Grüße
digitalfeature
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 23. Jan 2012, 20:01
Hallo,
nein, mir fehlt der Fader inzwischen nicht mehr... die Zeit is rum. Aber das war der einzige von Technics, der über +/- 10% quarzgeregelt lief. Der 1210, 1610 und 1710MK2 tut´s nur dann, wenn Pitch = 0 ist.
Ansonsten reiner Direktantrieb mit gutem Gleichlauf. Technics hat leider hier nichts mehr reingesteckt und lediglich am 1210 etwas Kosmetik betrieben. Andere Hersteller haben es von den DJ-CD Playern abgeschaut und einen Pitchfader (der sich leicher bedienen lässt als diese Tasten) mit einer solchen Digitalanzeige vereint. Gut gedacht, nur war die Qualität der Drehers eher "naja".
Darum: wenn Technics den 1310/1410MK2 so gebaut hätte, wäre dies ein absoluter Renner geworden.
Jemand, der hier findig eingreifen kann, dem Teil einen Pitchfader spendiert und das Teil in die Bucht haut... das gäbe was...
War eben nur so ein Gedanke, auch wenn ich inzwischen Originale lieber habe
-digitalfeature-
Detektordeibel
Inventar
#16 erstellt: 24. Jan 2012, 03:23
http://bilder.hifi-forum.de/medium/122478/bild-010_40127.jpg

Schonmal dran gedacht das Teil zu "kopieren" ?

http://www.panzer-modell.de/tipps/resin/resin.htm

Gibt ja auch diverse festere Epoxy etc. Harze mit denen man da evtl rankommen könnte.

Nur mal so als Idee.
kadioram
Inventar
#17 erstellt: 24. Jan 2012, 10:45

Detektordeibel schrieb:

Schonmal dran gedacht das Teil zu "kopieren" ?


Im Prinzip schon, nur ist die Form dieses speziellen Teils ziemlich "komplex" (im Gegensatz zu denen im Beispiel aufgeführten), allen voran die Hohlräume bzw. Durchgänge, die als solche ja nicht gegossen werden können (man würde es ja dann nicht mehr aus der Form bekommen), sprich die man nachträglich beim halbfertigen Teil per Hand hineinschneiden/rausfräsen o.ä. müsste.

Auch wäre mir zunächst kein geeignetes Material zum Gießen bekannt, das in Puncto Stabilität die Kriterien erfüllen würde. Außerdem darf es sich nach dem Gießen nicht mehr verformen bzw. schrumpfen.

Letzter Punkt, der die Sache erschwert, ist, dass das "corpus delicti" ja scheinbar aufgrund von Materialschrumpfung den Geist aufgibt (s. #7 Bild 3), d.h. man bräuchte als Original ein intaktes Teil, und das ist mir bisher noch nicht untergekommen.

Ich bin mir jedoch sicher, dass einer, der sich mit Gießen und Materialkunde auskennt, dieses Unterfangen erfolgreich (und gewinnträchtig!!!) bewerkstelligen könnte;
ich als Laie würde mich wohl eher auf einen lanhgwierigen, steinigen und von vielen Misserfolgen begleiteten Weg begeben und am Ende richtig viel draufzahlen. Für das selbe Geld könnte ich mir wahrscheinlich bei einem einschlägigen Betreib auch einige Neuteile extra anfertigen lassen können.

Für ein solches Unterfangen reicht meine Zeit und meine Tüftelleidenschaft schlicht nicht aus.

Grüße
kadioram
Inventar
#18 erstellt: 24. Jan 2012, 11:18
Um das Thema "Erstellung eines Neuteils" nochmal zu erweitern, dem empfehle ich etwas sehr interessante Literatur:

- Anleitung zum erstellen von Formgussteilen mittels DIY-Vakuumpumpe (von Jogis Röhrenbude, sehr informativ)
- Fachliteratur: Werkzeugbau in der Kunststoffverarbeitung: Bauarten, Herstellung, Betrieb
von Günter Mennig
, dort speziell 1.11.2.2. "Vakuumguss Polyamid (PA) über Silikonformen"
Hier wird Nylon (2-Komponenten PA 6) gegossen, das wohl am besten für "unser Teil" in Frage käme

Dieses PA 6 Gusspolyamid ist allerdings sehr teuer, außerdem hab ich keine Ahnung, wie das verwendet wird...


Nur mal so als Anregung...


EDIT: Ich hab eben mal einen "einschlägigen Betrieb" kontaktiert, der nach Muster auch Kleinserien im PA 6 Vakuumguss-Verfahren anbietet, mal sehn was da kommt...


[Beitrag von kadioram am 24. Jan 2012, 11:35 bearbeitet]
digitalfeature
Ist häufiger hier
#19 erstellt: 24. Jan 2012, 20:19
Hallo zusammen,
ob das mit dem Gießen was wird...? Schon mal an einen Faserverlauf beim Spritzgießen gedacht? Das Zweikomponententeil dürfte kaum die nötige Zugspannung aushalten. Abgesehen davon: der Fehler steckt im "System"- sobald die Tonarmbasis ganz bzw. fast ganz abgesenkt wird kommt auf dieses Teil eine enorme Kraft. Soweit ich mich erinnern kann ich hier ein mechanischer Fehler begraben. Ab einem bestimmten Punkt wird es leichtgängig (die Mechanik beim Heben und Senken) - prüft´s einfach mal nach bevor ihr das schöne, neue Ding einbaut....
-digitalfeature-
Phono-Ohren
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 02. Feb 2012, 11:38
Nach dem einige Zeit nun das Gerät nur manuell bedient wurde (wofür dann überhaupt die Reparatur:)) wollte ich gestern abend einfach Platte drauf und Start drücken. Aber Teller drehte nur, der Arm rührte sich nicht.

Dann habe ich den Arm einmal manuell über die Platte geführt, die Abschaltautomatik ging dann wieder. danach funktionierte auch der Start wieder. Heute morgen dann wieder das gleiche Spiel, Start geht nicht, Arm einmal drüber und am Ende fängt die Abschaltautomatik ihn ab, danach geht auch der Start wieder.

Jemand eine Ahnung? Beim Start drücken hört man wie der Arm sich heben will, aber der Teller bleibt gleich wieder stehen.
kadioram
Inventar
#21 erstellt: 02. Feb 2012, 15:50
Funktioniert der Lift via Hebel?
Phono-Ohren
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 03. Feb 2012, 16:30
Ja...........von Anfang an.
digitalfeature
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 03. Feb 2012, 20:36
Ahoi, der hat´s noch mechanisch über den Tellermotor. Klar, wenn der Hebel defekt ist wie bei den meisten...
Ansonsten: "Microswitch" an der Basis prüfen, Mechanik prüfen und dann müsste es bei diesen eine
Gabellichtschranke an der Tonarmbasis geben - verstellt? Falls nötig muss ich nochmal meinen Schaltplan von dem Teil rauskramen....
-digitalfeature-
Phono-Ohren
Ist häufiger hier
#24 erstellt: 26. Mrz 2012, 19:15
Nach längerer Pause hab ich den Dreher nochmal komplett gereinigt und neu geschmiert und siehe da, es geht wieder. Also alles bestens....................
dj_69
Neuling
#25 erstellt: 16. Aug 2012, 19:57
Hallo allerseits,
aus gegebenem Anlass haben kadioram und meine Wenigkeit uns spontan dazu entschlossen, diesen Thread (hoffentlich) noch ein wenig zu erweitern.
Habe selbst 2 von den Drehern und muss sagen, dass meine Erfahrungen mit dem Innenleben des Tonarmes bis jetzt rein theoretischer Natur sind.
Dazu habe ich erst eimal mehrere Fragen:
Angeblich soll es dazu auch eine Reparaturanleitung im pdf Format in Englisch geben. Weiß jemand, wo die zu finden ist? (Ich meine NICHT den Sasi Thread)
Die Seiten der Turntablefactory sollen ebenfalls dieses Problem im Detail sehr genau behandeln, sind aber selbst mit Google cache nicht mehr zu finden, weil der Betreiber (Joel) angeblich verstorben sein soll. Hat die vielleicht noch jemand griffbereit?
Ist es sinnvoll, die Metallhülse fest mit dem gebrochenen Plastikbogen zu verkleben? (Epoxy)
Nach meinem jetzigen Kenntnisstand stelle ich mir die stabilste Art der Reparatur in etwa so vor:
1. Evtl. Plastikbogen innen mit Dremel oder Ale leicht aufweiten, so dass das Spaltmass nach Einfügen der Hülse wieder zu Null wird
2.Metallhülse + Plastikbogen fest verkleben und temporär mit Kabelbinder fixieren.
3.Nach Aushärtung Kabelbinder entfernen und besagten Bogen ca. 10 mal mit 4 fach geflochtener Angelschnur (0,1mm) straff umwickeln
4. Abschließend mit Epoxy versiegeln

Lieg ich damit richtig?

Gruss Bernd
kadioram
Inventar
#26 erstellt: 20. Aug 2012, 08:56
Sorry Bernd,

hat ein wenig gedauert.

Also:


1. Evtl. Plastikbogen innen mit Dremel oder Ale leicht aufweiten, so dass das Spaltmass nach Einfügen der Hülse wieder zu Null wird


Kann man machen, ist allerdings aus meiner Sicht kein MUSS. Außerdem besteht hierbei das Risiko, dabei das Plastikteil zu beschädigen und dadurch unbrauchbar (=verloren) zu machen.


2.Metallhülse + Plastikbogen fest verkleben und temporär mit Kabelbinder fixieren.


Metall und Kunststoff miteinander verkleben geht nicht mit jedem Kleber. Außerdem funktioniert das nur, wenn dein Schritt 1 erfolgt ist ("Aufbohren").

Fixieren mit dem Kabelbinder ist kein Problem.


3.Nach Aushärtung Kabelbinder entfernen und besagten Bogen ca. 10 mal mit 4 fach geflochtener Angelschnur (0,1mm) straff umwickeln


Das kann man im Prinzip auch sofoert machen und das Fixieren mit dem Kabelbinder überspringen. Die Angelschnur sollte geflochten sein (eine "4fach geflochtene" gibt es nicht), das wichtigste ist das straffe Umwickeln.


4. Abschließend mit Epoxy versiegeln

Ja, aber nicht "zu viel".

Und was ebenfalls sehr wichtig ist: damit sich der Lift wieder SANFT auf- und abbewegt, MUSS das alte (Silikon-)Öl vorher entfernt werden (Alkohol/Bremsscheibenreiniger...), da es durch die Jahre i.d.R. schon verharzt ist, und man muss neues auftragen.

Ich habe dieses hier verwendet, leider ist dieses Öl halt recht teuer, im Anbetracht dessen wie viel (bzw. eher wenig) man dafür effektiv benötigt. Die 40 cl reichen für gefühlte 100 Liftreparaturen.

Grüße
dj_69
Neuling
#27 erstellt: 23. Aug 2012, 20:17
Hallo Max,

zuerst einmal vielen Dank für Deine Antwort. Du hast ja im Gegensatz zu mir mit dem Innenleben des Tonarmes bereis mehrfach praktische Erfahrungen gesammelt. Habe die Ingredienzien jetzt zusammen. Silikonöl hab' ich noch aus der "guten alten Vinyl Zeit". Ebenso ein sogenanntes "Plattenspieler Schmiermittel Set" mit diversen Ölen und Fetten unterschiedlicher Viskosität und Härte. Wurde damals beides von Dual für den Service verkauft. Hab damit in der Vergangenheit so einige rüde Tonarmlifte besänftigt.
Einzig die geflochtene Angelschnur wurde zum Problem. Hab hier an meinem Urlaubsort rein zufällig einen Anglerladen entdeckt und wurde promt fündig. Die Schnur, die ich jetzt habe, hat folgende "Parameter":
Dicke: 0,8 mm, Belastbarkeit: 3,7 Kg, MEHRFACH (> 4 fach) geflochten, Material unbekannt. Das Zeug fühlt sich an wie ein dünner Faden, ist aber mit normaler Kraft nicht zu zerreißen. Und jetzt die Frage an den passionierten Angler: ist die soweit OK? Die Jungs hatten auch geflochtene Angelschnur aus Kevlar, meinten aber, die wäre deutlich dicker.

Gruß Bernd
kadioram
Inventar
#28 erstellt: 24. Aug 2012, 07:52
Hi Bernd,

kann es sein, dass du 0,08mm meinst? (denn eine geflochtene mit 0,8mm hätte wohl, gäbe es sie, eine Tragkraft von ca. 100kg, und wäre viel zu dick)

Und bitte lass das mit dem "4fach geflochten", ich weiß zwar nicht, wo du das her hast, aber das gibt es nicht als Bezeichnung oder Merkmal und war nie gemeint. Geflochtene/multifile Schnüre bestehen aus einer Vielzahl sehr dünner Schnüre
Die besagte Kevlarschnur ist in der Tat meist dicker und auch wesentlich "starrer", ist also lang nicht so geschmeidig, daher eher 2. Wahl.

Jedenfalls sollte es die mit die 0,08mm ebenfalls tun, jedoch würde ich bei der noch ein paar Wicklungen zusätzlich machen. Was auch zu beachten wäre ist, dass du "sauber" wickelst (schön den Faden gleichmäßg nebeneinander verlegen) und nicht einfach kreuz und quer.

Einzig das Silikonöl, da weiß ich nicht, ob das so passt, denn ich meine gelesen zu haben, dass das von Dual eine Zähigkeit von 200.000cps hat, was bei den leichten Armen von Dual völlig ausreichend ist, bei einem schweren Arm alá Technics jedoch schon zu "flüssig" sein könnte.


Scheinbar befindest du dich gerade im Urlaub, sonst hätte ich gesagt schick mir einen Brief mit frankiertem Rückumschlag, dann geb ich dir was von meinem ab.

Grüße
Max


EDIT: Ah ja, hier der Link zwecks "Silikonöl und Dual", wenn du tatsächlich ein original Dual-Silikonöl hast, dann hat es verm. wie im erwähnten Service-Manual 200.000cps, was ich für zu wenig halte. 300.000 denke ich würde am Technics grade so gehen.


EDIT 2:


sheep0607 schrieb:

Eine Frage habe ich dann doch noch: der Bolzen, welcher in der Buchse des Liftes bewegt wird hat 2 Nuten sowie ein Loch. Haben die irgendeine Funktion, ich meine, die werden doch nicht ohne Grund dort sein???
Liftbolzen Technics SL13X0 MK2


Hierzu noch kurz ein Wort: diese Rillen sind dazu da, das Silikonöl "aufzunehmen, die kleine Bohrung sorgt für eine gleichmäßige Verteilung. Bevor hier das neue Öl draufkommt vorher unbeding säubern bzw. komplett entfetten, am besten mit Alkohol. Das Öl solltest du auftragen wenn du das Stäbchen wieder einbaust, jedoch die Feder und den Sprengring noch nicht drauf hast, dann tutst du dir am leichtesten.


[Beitrag von kadioram am 24. Aug 2012, 08:02 bearbeitet]
Phono-Ohren
Ist häufiger hier
#29 erstellt: 19. Sep 2012, 07:55
Sehr schön das mein Dokument ohne Genehmigung und Feedback schon verteilt wurde.

Mal ein kleines Update bzgl. der Schreibfehler.

http://www.spacereh.de/sonstige/Technics SL 1310 MK II Liftreparatur.pdf
kadioram
Inventar
#30 erstellt: 19. Sep 2012, 09:00
Hi Christian,

verteilt hat dein .pdf niemand anderes als du selbst, hast ja den Link dazu selbst reingestellt (s.o.). Ich für meinen Teil kann dir versichern, dass ich diesen Link nicht verteilt habe.

Sorry, dass ich dir kein direktes Feedback hier im Forum dazu gegeben habe, aber hatte ich dir nicht eine PM geschickt? Jedenfalls ist an deiner Anleitng weder etwas auszusetzen noch großartig hinzuzufügen, klasse Arbeit.

Leider funktioniert der Link zur überarbeiteten Version deiner Anleitung nicht (zumindeste bei mir, "Not Found").

Ich bekomm diese Woche wieder einen 1410 rein, ggf. könnte man ja die Reparaturanleitung entspr. aufteilen und erweitern (ich persönlich habe mich z.B. nie mit den Automatik-Funktionen des 1310 und deren etwaigen Besonderheiten die Reparatur betreffend auseinandergesetzt und kenn mich damit auch nicht aus). Ich arbeite übrigens mit OpenOffice. Ggf. könnte ich das ganze auch ins Englische übertragen.

An dieser Stelle sei auch gleich auf den Thread von doc_barni zum 1410 verwiesen, wo ich in naher Zkunft ebenfalls posten werde.


Grüße
Max
Phono-Ohren
Ist häufiger hier
#31 erstellt: 28. Sep 2012, 06:38
Na das ging auch nicht gegen Dich. Das Dokument dann in diversen Netzen zu finden die damit Geld verdienen wollen finde ich schon merkwürdig.

Den Link muss ich mal überarbeiten, da ist was schief gelaufen.
doc_barni
Inventar
#32 erstellt: 28. Sep 2012, 08:53
Hallo
@ Phono-Ohren

Für deine Dokumentation möchte ich mich auch noch hier einmal bedanken. Du solltest dich aber nicht wundern, daß veröffentlichtes knowhow auch Mancheinen ermuntert, damit Geld zu verdienen....


freundliche Grüsse
doc_barni
kadioram
Inventar
#33 erstellt: 28. Sep 2012, 09:16

Phono-Ohren schrieb:
Na das ging auch nicht gegen Dich. Das Dokument dann in diversen Netzen zu finden die damit Geld verdienen wollen finde ich schon merkwürdig.


Da ich noch nie danach gesucht habe, hab ich das noch gar nicht mitbekommen. Das ist natürlich eine Sauerei. Hat jemand dieses pdf verkauft? Ggf. würde ich mir da eine Klage wg. Verletzung der Urheberrechte überlegen, sofern derjenige "gut" Geld damit verdient hat. Das kann ja echt nicht angehen.


EDIT:

Mal noch was ganz anderes an euch Spezilisten:

in wieweit seid ihr des Englischen mächtig?
Ich hab seit geraumer Zeit Kontakt mit einem Schweden, der sich hier anmeldete und bisher nur via PM Kontakt zu mir hatte, natürlich in englisch.

Der hat Probleme mit seinem 1410, nämlich spinnt da die Endabschaltung, soweit ich verstanden habe löst die tw. willkürlich aus.

Ich habe ihn ermutigt, hier offen im Forum zu posten (oder auch in doc_barnis Parallel-Thread, der ja expl. zum 1410 geht).

Kennt sich einer von euch mit der Elektronik der Mk2 Reihe aus?


EDIT 2:

Was ist von der Idee zu halten, diesen und docs Thread zusammenzuklegen? Dann wäre wirklich alles wichtige in einem Thread gesammelt.


[Beitrag von kadioram am 28. Sep 2012, 09:21 bearbeitet]
kadioram
Inventar
#34 erstellt: 05. Nov 2013, 11:56
Technics-Technik-Überlegungen (ein Experiment):


ich habe mir aus gegebenem Anlass ein paar weiterführende Gedanken gemacht, die auch a.O. aufgeführt werden, jedoch schreibe ich hier weiter, damit die verschiedenen Reparatur-Techniken in einem Thread zusammengefasst bleiben.

Der Schwachpunkt der bisherigen "Wickel-Methode" (egal ob mit Angelschnur oder Draht) besteht darin, dass die Höhenverstellbarkeit des Tonarms nicht mehr uneingeschränkt gegeben ist.

Ähnlich dazu:

bukongahelas (Beitrag #6) schrieb:
Der umlaufende Zugdraht , der den Bruch des Plastikteils zusammenzieht,
muß möglichst an der unteren Kante zur Montageplatte hin verlaufen ,
damit die kraftübertragende Blattfeder nicht vom Draht blockiert wird.
Beim Kleben muß der Absatz , an dem die Feder ansetzt , erhalten bleiben.
[...]
bukongahelas

(aus diesem Thread)

Beim einfachen Umwickeln wird besagter Absatz beschnitten, d.h. die Höhenverstellung kommt max. bis dorthin, je nachdem wie weit oben/unten die Umwickelung ansetzt, da an diesem Punkt dann der weiteren vertikale Weg für die Feder blockiert ist.

Hier mal zwei vereinfachte Schemas zum nochmaligen Verdeutlichen der Problematik (dem "Kundigen" dürften sie absolut ausreichen):

technics vogel
technics fromtal

Nun war folgende Überlegung, nämlich wie man diese Kante erhält, d.h. sie nicht mit der Wicklung blockiert und somit die vertikale Bewegungsachse des Tonarmes erhält.

Einziger "Weg" (um bei der oberen Skizze zu bleiben): mit der Wicklung nicht rechts, sondern links an der "Kante" vorbei.
Wie?
Mit einem bzw. zwei Tunnels, also so:
technics bohrung

Wie gesagt, ich bin gerade mitten im Experiment, jedoch sieht es zum jetzigen Zeitpunkt doch sehr vielversprechend aus.

Die Bohrungen habe ich mit einem 1,5er Bohrer gemacht (kleiner hatte ich nicht), in die Bohrungen selbst habe ich Metallhülsen gesteckt (sog. "Quetschhülsen" aus dem Angelladen, braucht man zum Selbstmachen von Stahlvorfächern).

Diese Hülsen haben zwei Gründe:
1. Sie verhindern an den Tunnelein- und -ausgängen ein Einschneiden der Schnur in den Kunststoff (gewährleistet konstante Spannung der Wicklung).
2. Die Hülse, die an der "Kante" verläuft, steht etwas über, damit die Blattfeder wenn dann daran "entlangschrammt" und somit nicht die Wicklung beschädigt wird:
technics bohrung

Ggf. muss die Blattfeder noch etwas angepasst werden, je nach Einzelfall.

Gewickelt wird wieder mit einer geflochtenen 0,2er Kevlarschnur.

Mal sehen, ob es klappen wird, wie ich mir das vorstelle.
Ich berichte...


EDIT: zeitsparender wird die ohnehin aufwendige Reparatur dadurch natürlich nicht... das dürfte aber jedem klar sein


[Beitrag von kadioram am 05. Nov 2013, 12:09 bearbeitet]
kadioram
Inventar
#35 erstellt: 06. Nov 2013, 17:38
Also,


so sieht es im Moment aus (Bilder in hoher Auflösung):

schwarze Version (arg mitgenommenes verbasteltes Teil als "Versuchskaninchen")

CIMG8768 CIMG8769 CIMG8772
----------------------
hier die weiße

CIMG8774 CIMG8775 CIMG8776
----------------------

In den Bohrungen könnt ihr die Hülsen erkennen, auch, dass ich sie an der "Kante" ca. 1-1,5mm rausstehen lassen habe.
Wer genau hinsieht, erkennt zudem die unterschiedlichen Bauformen zwischen dem weißen und dem schwarzen Teil.

Jetzt kommt jeweils noch etwas Epoxy drauf, nach dem Austrocknen erfolgt dann im Lauf der Woche der Rückbau. Ich weiß immer noch nicht, ob es funktionieren wird wie geplant, aber ich bleibe zuversichtlich.

Bis dann...
Max


[Beitrag von kadioram am 06. Nov 2013, 17:39 bearbeitet]
kadioram
Inventar
#36 erstellt: 12. Nov 2013, 21:19
Neuigkeiten:

es funktioniert wie geschmiert bzw. gedacht. Der Tonarm ist uneingeschränkt höhenverstellbar.

Vielen Dank, sofern überhaupt jemand mitgelesen hat.

Grüße
doc_barni
Inventar
#37 erstellt: 12. Nov 2013, 21:54
Hallo Max,

du bist ein fleißiger Mensch......

Respekt, Respekt,...........

freundliche Grüsse

Wolfgang
volvo740tius
Inventar
#38 erstellt: 12. Nov 2013, 21:57
Hallo,

na doch, sicher wertvolle Hinweise für problemgeplagte MK2- Besitzer.

Gruß Thomas
sensor1
Inventar
#39 erstellt: 03. Dez 2013, 19:33
Hi, sehr schöne rep. Berichte!!!

Bei meinem 1410MKII ist der Tonarmlift leider auch ohne Funktion ich bin zuversichtlich das ich es mit euren tollen Anleitungen repariert bekomme.

Gruß Ulf
kadioram
Inventar
#40 erstellt: 03. Dez 2013, 21:55
Viel Erfolg (und gute Nerven)!!!

Falls du Hilfe brauchst, sag bescheid


EDIT: ganz nebenbei, kürzlich abgelaufen war dieser 1310. Ich hab spaßeshalber angefragt, ob der Lift (und die Automatik) funktioiert, Antwort war "na klar" Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen, nachdem ich bei den Bildern mal etwas genauer hingesehen habe...
Hab natürlich dann auch icht mitgeboten


[Beitrag von kadioram am 03. Dez 2013, 22:00 bearbeitet]
sensor1
Inventar
#41 erstellt: 03. Dez 2013, 22:00
Danke für das Angebot ich werde gern Deine Hilfe annehmen. Ich hoffe das ich das mit den Nerven hin bekomme.

Funktioniert Dein reparierter Dreher noch?

Gruß Ulf
kadioram
Inventar
#42 erstellt: 04. Dez 2013, 12:41

sensor1 (Beitrag #41) schrieb:

Funktioniert Dein reparierter Dreher noch?


Willst du mich beleidigen?

Die funktionieren alle und sind über ganz Europa verteilt.

Ich hab noch ein bereits nach der neuen Methode repariertes "Plasikteil", falls du es brauchst, schick mir eine PN.
sensor1
Inventar
#43 erstellt: 04. Dez 2013, 17:20

kadioram (Beitrag #42) schrieb:

sensor1 (Beitrag #41) schrieb:

Funktioniert Dein reparierter Dreher noch?


Willst du mich beleidigen?


Natürlich nicht

Gruß Ulf
blackgoldjunkie
Neuling
#44 erstellt: 19. Aug 2014, 10:37
Hallo!
Ich habe die Liftfunktion mit der Angelschnurmethode wieder zum Laufen gebracht. Danke für
die Anleitung. Manuell funktioniert der Lift wieder. Allerdings senkt sich der Tonarm beim
Nutzen der Automatikfunktion nicht mehr. Weiß jemand Rat?

Lieben Gruß

Martin
blackgoldjunkie
Neuling
#45 erstellt: 23. Aug 2014, 10:00
Hallo nochmal,
ich kriegs anscheinend irgendwie nicht hin.
Kann mir vielleicht jemand sagen welcher Teil der Automatikmechnik
den Lift betätigt?

Danke und Gruß
Martin
doc_barni
Inventar
#46 erstellt: 23. Aug 2014, 11:07
Hallo Martin,

beim demontiertem Dreher und angebautem Tonarm mal das wieße " Kurvenrad " betätigen. Auf die korrekte Drehrichtung achten. Dann solltest du sehen können, wie der Lift betätigt wird. Das " Kurvenrad " wird direkt von einem kleinen Zahnrad angetrieben, welches auf der Tellerachse sitzt.


c

Das grosse Weiße ist es. Ist zwar hier der 1410 MKII, aber die Endabschaltung ist identisch.

Übrigens, nicht den Dreher so wie hier demontieren, dar Aufwand ist zu hoch. Man kommt auch von oben gut an das Teil.
Das der Dreher hinten rechts einen Schalter hat, um " autoreturn " abzustellen weißt du...????

freundliche Grüsse

Wolfgang


[Beitrag von doc_barni am 23. Aug 2014, 11:14 bearbeitet]
blackgoldjunkie
Neuling
#47 erstellt: 23. Aug 2014, 17:15
Hi!
Vielen Dank für den Tipp. Autoreturn ist doch nur für die Tonarmrückführung am Ende
der Platte zuständig, oder?
Stutzig macht mich, dass die Automatik den Tonarm anhebt, zur richtigen Stelle bewegt,
ihn dann aber nicht absenkt. Manuell funktionierts ja wie gesagt.

Lieben Gruß

Martin
doc_barni
Inventar
#48 erstellt: 24. Aug 2014, 13:08
Hallo Martin,

was du beschreibst, kann mein 1310MKII auch, wenn ich genau überlege:

Dazu muss nur der Lifthebel auf " Hoch" stehen. Dann fährt die Automatik an den vorgewählten Platz ( Plattengrösse) und nichts weiter passiert.
Steht der Hebel jedoch auf " Tief " , senkt er auch ab.

Wie ist es denn, wenn du beim Abspielen auf " Stop " drückst?

Was passiert, wenn am Ende die Auslaufrille erreicht wird?

Wie lange hast du das Gerät?
Hast du eine BDA?

freundliche Grüsse

Wolfgang
blackgoldjunkie
Neuling
#49 erstellt: 26. Aug 2014, 16:14
Hallo Wolfgang,
wenn ich beim Abspielen die Stop-Taste betätige, macht er was er soll.
Allerdings funktioniert der Auto-Return beim Erreichen der Endrille nicht.
Ich habe mir das Servicemanual besorgt und wie es aussieht ist zumindest
das letzte Problem Einstellungssache.

Gruß

Martin
doc_barni
Inventar
#50 erstellt: 26. Aug 2014, 16:49
Hallo Martin,

an der Tonarmbasis sind drei Gommistöpsel. Darunter finden sich Justierschrauben, mit denen der Aufsatzpunkt sowie der Abschaltpunkt justiert werden können. Wenn du das SM hast, sollte das kein Problem mehr sein. Lass mal höre4n, ob du erfolgreich warst.

Gerade nachdem das Gerät demontiert war, ist es nichts besonderes, wenn nachjustiert werden muss.

freundliche Grüsse

Wolfgang
kadioram
Inventar
#51 erstellt: 02. Sep 2014, 12:35

blackgoldjunkie (Beitrag #49) schrieb:

Allerdings funktioniert der Auto-Return beim Erreichen der Endrille nicht.


Justierung der Optoeinheit (Spaltmaß) könnte/sollte helfen
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