Statisches Knistern beim Herunternehmen der Platte.

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Almera2000
Stammgast
#1 erstellt: Gestern, 20:47
Moinsen,

ich hatte mir letztes Jahr eine Filzmatte für meinen Dreher gekauft, da die Originale nicht ganz plan war. Nun habe ich das Problem bei einigen Platten, wenn ich diese vom Teller nehme, dass ein statisches Knistern dabei entsteht. Könnt ihr mir eine Auflage empfehlen, bei welcher es nicht zu statischen Aufladungen kommt?


Gruß Almera
Rabia_sorda
Inventar
#2 erstellt: Gestern, 21:25
Moin,

Eine Filzmatte ist oftmals nicht leitfähig und somit geht sie keine ohmsche Verbindung ("Kontakt") zu dem (im Normalfall) metallischen Plattenteller ein. Damit ist also eine statische Aufladung vorprogrammiert.
Die vom Hersteller beigefügten Gummi-Mates sind gewissermaßen leitend und somit werden statische Aufladungen auch gegen GND auf den Plattenteller abgeleitet.
Du brauchst nun also eine Slipmate mit einer gewissen Art von "Leitfähigkeit".
Almera2000
Stammgast
#3 erstellt: Gestern, 21:59
Standardmäßig war beim Techniplayer LP 300 eine Filzmatte dabei, welche aber vom Technisat-Aufdruck verzogen war. Somit war keine Gummiplatte dabei. Der LP 300 hängt hier am Receiver via Cinch. Also ist der nicht am Denon X2800 mit GRD angeschlossen. Ich benutze den internen Entzerrverstärker des LP 300. Ist es nun ratsam, den LP 300 doch irgendwie an den GRD-Anschluss des X2800 anzuschließen und den internen Entzerrverstärker des X2800 zu benutzen und den Verstärker des LP 300 zu deaktivieren? Mit Slipmate meintest du sowas? Dynavox Plattenteller-Auflage PM2 für Plattenspieler, antistatischer Filz, 30 cm Durchmesser, Weiß

Gruß Almera


[Beitrag von Almera2000 am 02. Apr 2026, 22:03 bearbeitet]
hpkreipe
Inventar
#4 erstellt: Heute, 08:07
Hast Du die Original Matte noch?

Dann mach doch einen Test. Glätte die Originale so gut möglich, so dass die für eine LP-Länge noch einmal tut und fahre einen Vergleich.

Grundsätzlich kann man auch Filz mit etwas leitfähigem Material ausrüsten. Aber egal, wenn die Originalmatte mit weniger statischer Aufladung funktioniert, hast Du Deine Antwort.

Wenn Du allerdings neben der Matte noch andere Dinge verändert hast, musst Du eines nach dem anderen wieder zurückstellen, sonst vergleichst Du Äpfel mit Birnen.

Je nach interner Verkabelung kann der Massenausgleich auch über Cinch erfolgen, das müsste man eben messen.

Ich gehe aber auf Grund der verfügbaren Information davon aus, dass die neue Filzmatte das Problem erzeugt. Du hast also die Antwort schon bekommen jetzt eine andere Baustelke aufzumachen hilft doch nicht weiter, oder?

Sofern man normal LPs abspielt, ist das aus meiner Sicht heraus Filz eh ein suboptimales Material. Viel zu fusselig und man hat deutlich und merkbar mehr Fusseln und Staub nach dem Abspielen auf der Unterseite, als mit einer normalen Gummimatte. Außerdem fehlt mir die Einbuchtung für das Label - ausgehend von einer normalen Filzmatte. Es soll Filzmatten geben, die auch eine Einbuchtung für das Label haben.
flexiJazzfan
Inventar
#5 erstellt: Heute, 13:21
Man sollte sich um diesen Effekt nicht so viel Sorgen machen, so lange er nur in bestimmten Situationen und nur beim Abheben der Platten auftritt.

Die Schallplatte erhält durch das Nadelkratzen auf jeden Fall oberflächliche elektrische Ladungstrennungen. Wenn das PVC der Schallplatte leitfähig genug ist, also in der Regel genug Ruß enthält, wird ein Ladungsausgleich stattfinden und höchstens einige oberflächliche „Nester“ übrig bleiben. Die Verwendung der bekannten Carbonbürstchen hilft hier ausreichend weiter.

Bei nicht ausreichend leitfähigen Platten kann es beim Anfassen oder Berühren der Platte mit Metallteilen zur knisternden Entladung kommen. Verstärkt wird dies durch ebenfalls nicht gut leitende Unterlagen/Matten, die bestenfalls polarisierbar sind. Sie bilden zu der positiv aufgeladenen Oberfläche der Schallplatte einen negativen „Gegenpol“ . Nimmt man die Platte hoch, hat man eine Ladungstrennung die heftige Überschläge produzieren kann –ähnlich wie beim Ausziehen eines Pullovers bei trockenem Wetter.

Außerdem kann man sich selbst bereits „aufgeladen“, vorwiegend bei trockener Heizungsluft und Teppichboden, dem Plattenspieler nähern. Da sollte man vorher ein Metallteil berühren, zur Not den Führungsdorn in der Mitte.

Es geht hier um hohe Spannung und winzige Ströme, in aller Regel sind also die standardmäßigen Erdungsmaßnahmen/-leitungen an diesem Thema nicht beteiligt.

Filz hat bedingt durch seine Struktur eben nur wenige Kontaktflächen mit der Platte. Dies nutzen die DJs beim Scratchen , für die Ableitung von Ladungen ist es allerdings schlecht geeignet. Theoretisch hat Wollfilz durch seine gute Wasseraufnahme auch gute Ableiteigenschaften, wahrscheinlich sind die käuflichen Matten aber aus Polyestervlies, welches aber,vor allem in weiß, nicht leitet. Wenn die Hersteller also schwarze Gummimatten bevorzugen hat das seinen Grund.

Gruß
Rainer
Almera2000
Stammgast
#6 erstellt: Heute, 18:10
Hallo,

danke für die Antworten. Ich habe mir jetzt mal eine Silikonmatte von Thakker bestellt. Wird in der nächsten Woche geliefert. Ich werde dann berichten.

Gruß Almera
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