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Verständnissfrage Tonarmmasse

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Autor
Beitrag
sandmann319
Inventar
#1 erstellt: 27. Aug 2014, 09:13
Hallo Leute,

wenn sich die Tonarmmasse von zB. 8gr auf 14gr erhöht, bei gleichen Abtaster,
ändert sich dann auch der Frequenzgang des Systems bzw. klingt das System dann anders?

Gruß Gerd
Albus
Inventar
#2 erstellt: 27. Aug 2014, 11:15
Tag,

unter den +6 g: die Resonanzfrequenz sinkt um typisch 1-1,5 Hz, der Rest bleibt wie vor.

Freundlich
Albus
sandmann319
Inventar
#3 erstellt: 27. Aug 2014, 11:46
Hallo Albus,

also hat das kleine klanglichen Auswirkungen,
es sei denn, man kommt dabei ins Extreme.

Gruß Gerd
juergen1
Inventar
#4 erstellt: 27. Aug 2014, 12:44
Eigentlich müßte wegen größerer Trägheit des Arms die Lautstärke zunehmen. Und zwar bei den tiefsten Frequenzen am stärksten.
Oder liege ich da jetzt falsch?
Gruß
Jürgen
Albus
Inventar
#5 erstellt: 27. Aug 2014, 13:08
Tag,

die Amplitude der Resonanzen (vertikal, horizontal) wird sich geringfügig verstärken und um Sekundenbruchteile länger dauern. Der Rest ist...

Freundlich
Albus
akem
Inventar
#6 erstellt: 27. Aug 2014, 14:37
Meine Erfahrung:
Ein Tonabnehmer mit hoher Compliance klingt an einem zu schweren Arm schon mal gerne träge und leblos.
Ein Tonabnehmer mit mittlerer oder niedriger Compliance wird an einem zu leichten Arm im Bass dünn klingen und er wird hohe Abtastverzerrungen machen, wenn mal etwas Energie in der Musik ist.

Gruß
Andreas
Hörbert
Moderator
#7 erstellt: 27. Aug 2014, 18:39
Hallo!

Ganz einfach läßt sich deine Frage nicht beantworten da es hier grundsätzlich drei Möglichkeiten gibt mit jeweils typischen Verhaltensweisen der betroffenen Kombination.

1) der Tonarm ist mit 8 Gramm eff bewegter Masse zu leicht für das Korpusgewicht und die Nadelnachgiebigkeit des Systems. In diesem Fall hättest du ein Überdynamisches Klangbild mit kurzen scharfen Störgeräuschen bei Knacksern u.ä. Hier würde ich das Klangbild bei einer Masseerhöhung deutlich beruhigen und die Störgeräüsche würden teilweise hinter die Musik zurücktreten. Tonal würde die leichte Höhenanhebung um so mehr zurückgehen je mehr sich das Compliance-Masseverhältniss dem grunen bereich nähert.

2) Beide Masseverhältnisse befinden sich im tolerabeln Bereich respektive eines der beiden ist knapp ausserhalb. Hier passiert wenig, der Gesamtklang wird bei der Masseerhöhung etwas dunkler und Stimmen scheinen mehr in das Klanggeschehen eingebettet der Tieftonbereich wird minimal mehr betont bleibt aber klar und durchsichtig.

3) Der Tonarm passt mit den 8 Gramm gerade so für die Compliance-Massegleichung, hier wird bei einer Masseerhöhung der Tieftonbereich deutlich betont, Stimmen kklingen leicht komprimiert der Hochtonbereich erscheint etwas unterrepräsentiert und der Tieftonbereich erscheint etwas unklar die Mitten etwas verhangen. Störimpulse wie laute Knackser schwingen deutlicher nach.

Der dritte Fall wurde zur Plattenspieler-Hochzeit oft bewußt konfiguriert um bei schlechten Rock-Aufnahmen etwas mehr Druck zu verleihen, bei Klassik und Jazz klangen die so konfigurierten Geräte meist verheerend Schlecht aber diese Art Musik wurde von den Usern ohnehin nicht gehört.

Der erste Fall istt heute noch teilweise eine recht beliebte "High-End" Abstimmung (z.B. SPU mit Rundnadel an einem deutlich zu leiochten Tonarm) und klingt im ersten Augenblick mit den richtigen Aufnahmen sehr Brilliant und durchsichtig hat aber auf dauer einen recht nervigen Effekt.

MFG Günther
sandmann319
Inventar
#8 erstellt: 28. Aug 2014, 07:42
Hallo Günther,

wenn Fall 1 eingetreten ist,
hat man Möglichkeiten das zu ändern?
außer anderes System oder Tonarm.

Evt. auch nur mal zum Testen etwas machen, ob es wirklich Fall1 ist.

Würde bei einer Nadelverhärtung (Gummi) nicht der gleiche Effekt auftreten?

Gruß Gerd
akem
Inventar
#9 erstellt: 28. Aug 2014, 08:38
Man kann durchaus mit Zusatzgewichten arbeiten. Allerdings kann man dabei schnell an die Grenze dessen stoßen, was das Gegengewicht ausbalancieren kann. Für manche Tonarme gibt es zu diesem Zweck schwerere Gewichte nachzukaufen (in seltenen Fällen sind sie im Lieferumfang), aber a) sind die Alternativ- oder Zusatzgewichte oft nicht viel schwerer und b) bisweilen auch sauteuer (wenn ich da so an SME denke, da kostet ein schwereres Gewicht für einen SME 312 mehrere hundert Euro...).

Gruß
Andreas
Hörbert
Moderator
#10 erstellt: 28. Aug 2014, 17:33
Hallo!

Ja bei einer Verhärtung der Dämpfergummis würde Fall "1)" eintreten, allerdings mit der akuten Gefahr verbunden die Schallplatten zu beschädigen da hier das notwendige Auflagegewicht um die Nadel am schlackern in der Rille zu hindern nicht mehr definiert ist und unter Umständen stark nach oben korrigiert werden müßte was dazu führen könnte daß du dich damit bei schärferen Schliffen ausserhalb der Spezifikation bewegst.

So leid es mir tut dir diese Nachricht zukommen zu lassen, sollte dieser Fall bei dir vorliegen, -verhärtete Nadeleinschübe gehören ohne wenn und aber entsorgt-.

Bei einem gewöhnlichen "mismatch" -ein eindeutig zu leichter Tonarm für das System-, kann man die eff bewegte Masse des Tonarmes in gewissen Grenzen erhöhen. Z.B. falls man ein Shure M-44/7 mit einer Compliance von 7,5 und einem Eigengewicht von 6,7 Gramm in einem TP-16/III schrauben möchte und hier die System-Tonarmresonanz um ca. 2 Hz senken möchte.(dazu mußt du den TP-16/III von 7,5 auf etwa 12 Gramm bringen). Allerdings leided dabei die innere Balance der Kombination etwas und der Tonarm reagiert empfindlicher auf Plattenverwellungen.

Dazu kommt das schon angesprochene Problem mit den Zusatzgewichten die z.B. beim besagten TP-16/III hinten am Tonarmschaft verschraubt weren muß, in diesem Fall ließe sich leicht etwas improvisieren aber das geht nicht immer so gut.

MFG Günther
sandmann319
Inventar
#11 erstellt: 28. Aug 2014, 18:04
Na, da hab ich doch wieder einiges dazu gelernt,
vielen Dank für die Informationen.

Vielleicht hilft das anderen Usern auch weiter,
ein besseres Verständnis für die Technik ist ja nur von Vorteil.

Gruß Gerd
Hörbert
Moderator
#12 erstellt: 28. Aug 2014, 18:11
Hallo!

@sandmann319




.....ein besseres Verständnis für die Technik ist ja nur von Vorteil.....


Ja, leider ist der technische Background bei Schallplatten heute völlig in den Hintergrund getreten und selbst einfache Dinge wie die Kapazitätsanforderung von MM-Systemen sind für viele mittlerweile böhmische Dörfer.

Auch das sich Abtastnadeln je nach Schliff unterschiedlich schnell abnutzen, das sich Schallplatten abnutzen und ähnliche zur Hochzeit der Schallplatte selbstverständliche Informationen sind heutzutage nicht mehr im Allgemeinwissen verankert.

Statt dessen wird über unbegrenzte Frequenzgänge und warme Klänge gefaselt.

MFG Günther
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