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Warum tönen unterschiedliche Tonabnehmer anders?

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Sovebamse
Stammgast
#1 erstellt: 21. Dez 2004, 21:41
Es ist hier immer die Rede von unterschiedlichem Klang usw. Dabei wird in ganz detaillierten, ausschweifenden Worten ein System klanglich beschrieben. Jetzt meine Frage: Kann man diese klanglichen Unterschiede eigentlich auch technisch / mechanisch beschreiben? Also kann ich anhand bestimmer Daten über einen Tonabnehmer auf dessen Klang schliessen? Wäre froh über etwas Hintergrundinformationen, ev. auch dazu, weshalb es auf die Kombination von Tonarm und Abnehmer ankommt.
DrNice
Moderator
#2 erstellt: 21. Dez 2004, 22:48
Moin!

Tonabnehmer funktionieren wie Lautsprecher (sind ja beides gewissermaßen Schallwandler), nur umgekehrt: zuerst sind die "Wellen", also die Informationen in der Rille der Schallplatte. Dadurch wird die Nadel (beim Lautsprecher die Membran) zum Schwingen angeregt und es wird eine Spannung induziert. Bei MC- Systemen bewegt sich die Spule im Magnetfeld, also auch wie beim Lautsprecher, bei MM bewegt sich der Magnet zwischen den Spulen.

Grob gesagt: jeder Lautsprecher klingt anders - wieso sollte es bei den technisch sehr ähnlichen Tonabnehmern anders sein?
Funkster_2
Stammgast
#3 erstellt: 22. Dez 2004, 09:48
... dem entgegen stehen allerdings alle Bestrebungen, den Frequenzgang, der reproduziert wird, so linear, wie irgend möglich zu halten. Soll heissen, dass der Pegel bei jeder zu reproduzierenden Frequenz innerhalb eines festgelegten Bereichs liegen sollte.
Trotzdem klingen diesbzgl. äusserst ähnliche Abnehmer oft sehr unterschiedlich. Das liegt dann wohl nicht zuletzt an geometrisch verschiedenen Nadeln, wobei wohl die Lage/ Form/ Fläche der Berührfläche zum Vinyl und/ oder die Überlagerungszonen der Rillenschrift (dichte Modulation und oder hohe Pegel) den Unterschied machen.
Achja, Fertigungstoleranzen fliessen natürlich auchnoch mit ein.
Es sind demnach selbst bei baugleichen Abnehmern Unterschiede zu erwarten. Eigentlich sehr deprimierend, gell?
richi44
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 22. Dez 2004, 11:15
Die Unterschiede bei Lautsprechern (wie auch bei Mikrofonen) ist wesentlich grösser. Lautsprecher "können" eigentlich gar nicht funktionieren. Sie sind immer ein Kompromiss.
Das gleiche gilt für viele Mikrofone. Tatsache ist, dass klangliche Unterschiede dann festzustellen sind, wenn die Kopplung Elektrik zu Akustik relativ schwach ist. Bei einem Mikrofon bewegt ja nicht das Instrument die Membran, sondern die dazwischenliegende Luft. Daher entsteht eine relativ geringe Kopplung und nur Mikrofone mit extrem leichter Membran (Kondensatormikrofone) können das Ereignis optimal wiedergeben, weil die leichte Membran der Luftbewegung folgen kann.
Bei einem Lautsprecher ist die Kopplung schwach, weil nur etwa 1% der zugeführten elektrischen Leistung in Schall umgewandelt wird. Da ist es fast Zufall, was die Membran macht und wie das klangliche Ergebnis ist.
Beim Tonabnehmer sind die Unterschiede kleiner, weil die Nadel zwangsläufig in der Rille geführt wird und damit das elektrische Signal erzeugt. Wenn beispielsweise bei einem MC der Nadelträger so leicht und steiff ist, dass die Spule genau die Bewegungen der Nadel mitmacht (sehr enge Kopplung), muss das Ergebnis der Rillenform entsprechen. Was jetzt erstens entscheidend ist, ist der nachfolgende Verstärker, der das elektrische Signal durch den Eingangswiderstand und die Eingangskapazität beeinflusst. Hier muss eine optimale Anpassung an das System, nach Herstellerangaben, erfolgen.
Zweitens ist natürlich entscheidend, dass nicht Eigenschwingungen der Ndelmechanik den Klang verfälschen oder dass durch die Differenz zwischen Nadelform und Schneidstichel nicht Fehlabtastungen zustande kommen.
Bei nicht idealen Systemen können Schwingungen auftreten, es kann zu Fehlstellungen der Nadel kommen oder das Verhältnis Nadelmasse zu Auflagekraft ist ungünstig, sodass die Nadel nicht mehr sauber in der Rille geführt wird. Solche Fehler sind bei Billigst-Systemen unbekannter Hersteller möglich und bei billigen Nadel-Imitaten bekannter Marken an der Tagesordnung.
Man darf daher nicht glauben, ein Markensystem mit einer billigen Nadel sei dem Original vergleichbar. Im Gegenteil. Neben der deutlich verschlechterten Wiedergabe riskiert man die Ruinierung der Schallplatten.
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