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Fostex TH 610 Rundreise Reviews

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Steven_Mc_Towelie
Inventar
#1 erstellt: 08. Jul 2021, 15:35
じゃあ、今回を最初にします。

....ups sorry

Also, dann mache ich dieses Mal den Anfang.

Ein dickes Dankeschön an Mega-Audio, die uns auch diesen Fostex Kopfhörer für eine Rundreise zur Verfügung stellen.


Der Fostex TH610 kommt in einem stabilen Karton mit Schaumgummi Inlay, es gibt einen Transportbeutel und ein hochwertiges 3m langes Kabel mit massivem 6,3mm Klinkenstecker und den Fostex 2Pin-Connector Steckern für den Anschluss an den Kopfhörer.

Ansonsten spart Fostex an sonstigem Zubehör, ein kürzeres 3,5er Kabel wäre eventuell nice to have, allerdings würde ich den TH610 wohl selbst nicht mobil nutzen.

Leider neigt das Kabel zum verdrehen, ist aber dank der stabilen und textilen-Ausführung nicht so ein Drama, wie bei manchem Gummi-Kabel.

Unserem Test-Kandidat liegt noch ein symmetrisches Kabel bei,
wofür mein FiiO K5Pro aber nicht ausgelegt ist und ich es somit nicht ausprobieren konnte.
Meiner bescheidenen Meinung nach ist der TH610 aber auch so schon Empfindlich genug, um auch an einem normalen KHV voll aufzuspielen.

Die schönen, matten Holzschalen sind für mich, als Naturfreund, ein Augenschmaus und verleihen dem TH610 ein edles Understatement.

Die Verarbeitung ist Fostex-like sehr gut, alles macht einen stabilen Eindruck und fühlt sich gut an.
Nur bei den Polstern hätte ich in der Preisklasse schon lieber Leder-Pads und Kopfband gesehen, ein paar Yen mehr, hätten den Kyabetsu auch nicht fett gemacht.

Die Polster sind zwar bequem, aber nicht so sehr für große Ohren gedacht.

Nun zur wichtigsten Eigenschaft eine Kopfhörers, der Klang,
hier muss ich sagen gefällt mir der TH 610 out of the box schon richtig gut,
er hat einiges mehr an Bass, als ich normalerweise gut finden würde,
aber hier find ich es richtig geil, Drums und Perkussionsinstrumente
bekommen eine echte Fülle, wie sie sie auch n der Realität haben.

Denke Kodo-Drums können hier richtig die Wutz fliegen lassen

Bei dem Track Song of the Stars von Dead Can Dance, gibt es zwei unterschiedliche Shaker, die klingen wirklich wie echte Shaker und nicht wie Baby-Rasseln aus Plastik.

Ich habe den Fostex aber dennoch bei ca.200Hz um 3dB und bei ca.60Hz um 2dB mittels EQ gezügelt, so klingt es für mich noch realistischer und nicht mehr so aufgeblasen(Meckern auf hohem Nivea).
Zu dem TH610 habe ich auch keine sinnvollen Equalizer Einstellungen im Netz gefunden, ich habe aber auch nicht wirklich das Bedürfnis gehabt hier groß einzugreifen.

Der Bass hat echt richtig Bumms, strahlt aber mMn nicht in die Mitten
und bringt alles, was bei tiefen Instrumenten abzubilden ist sehr gut rüber.
Obwohl ich eigentlich kein Basshead bin, finde ich den Extra-Bumms des Fostex schon sehr nett.

Die Mitten empfinde ich als etwas zurückhaltender, aber alles klingt so wie es für mich klingen soll.

Für mich klingt der TH610 zum Glück nicht schrill,
wie es der TH909 bei manchen Liedern leider war, er hat zwar auch seine peaks im Frequenzgang, aber die sind für meine Ohren nicht schlimm.

Ich kann schon richtig laut mit dem TH610 hören, ohne ein blutiges Ohr zu bekommen.

Die Kopfhörerschalen aus Holz sind geschlossen und dementsprechend hat er eine eher kleinere Bühne als sein großer Bruder.
Aber es ist auch nicht klaustrophobisch eng und hier sehe ich keinen Minuspunkt bei dem TH610, haben doch die viele geschlossenen KH eher kleine Bühnen.

Einzig bei der Darstellung und Abgrenzung von Instrumenten und Sänger:innen hat der TH909 für mich noch eine Schippe draufgelegt,
allerdings eben mit dem damit verbundenen, schrillen Hochton.

Für mich macht der Fostex TH610 fast alles richtig, andere Pads für große Ohren und anderes Material, aber ansonsten ist der für mich jeden Cent wert.

Für mich haben die Fostex Kopfhörer schon etwas spezielles,
so wie edle Stoffe oder auch Oldtimer, da ist mehr als der eigentliche
Gegenwert des Kopfhörers mit verbunden, aber ich bin eh ein großer Japan-Fan und mag fast alles aus dem Land, weil vieles eine tiefere Bedeutung hat und mit Wertschätzung gemacht wird, selbst die einfachsten Dinge.



IMG_3758


[Beitrag von Steven_Mc_Towelie am 08. Jul 2021, 15:37 bearbeitet]
Pd-XIII
Inventar
#2 erstellt: 27. Aug 2021, 13:22
Vorne weg:
Sorry für die Verzögerung. Ich hatte die Thematik Zeit etwas unterschätzt und genau zu dem Zeitpunkt, als der Fostex bei mir eintraf kamen sehr viele Sachen zusammen, sodass ich zwar "genug" Zeit zum Hören hatte, aber nicht zum Schreiben. Darum fällt mein Beitrag diesmal leider etwas kürzer aus als sonst. Asche auf mein Haupt. Also los:

Auf der Suche nach meinem ersten richtigen Kopfhörer hatte mir der nette Verkäufer in Treppendorf mal einen TH600 in die Hand gedrückt mit den Worten „Wenn es LIVE klingen soll, dann den“. Und mit Tool auf ambitionierter Lautstärke war ich überzeugt. Nur leider war das Budget (damals 600€) für mich nicht argumentierbar und ich suchte generell eher etwas analytischeres, wesswegen ich dann beim T90 gelandet bin. Nun ergab sich die Möglichkeit im Zuge der Rundreise den Nachfolger TH610 einmal zu hören und ich war gespannt.

Zu Verpackung, Lieferumfang, Tragekomfort und Verarbeitung schreibe ich diesmal nicht viel, da es sich großteilig mit der Beschreibung des TH909 deckt, was mich schon etwas erschrocken hat, dass Fostex hier wirklich nicht viel mehr Unterschied für den Preisunterschied liefert. Aber gut für den TH610. Wer auf Holz steht, wird es lieben und wer nicht…der auch.
Ich habe diesmal nicht viel Zeit mit dem Hörer verbracht, darum komme ich ungewohnt schnell zur Sache, dem Klang.
Der erhoffte Funk-Bass des 909 bleibt leider aus, dafür kommt der 610 sehr ausgewogen herüber, ohne großartig etwas zu betonen oder zu vertuschen. Er liegt aber definitiv auf der warmen Seite. Hinzu kommt eine Bühne, die mich schon sehr an einen offenen Hörer erinnert.
Und das zieht sich durch alle Bereiche und Genres. Egal ob ich mich durch Kunzels oppulente Arangements höre, eine Aufzeichnung von Diana Krall in Paris verfolge oder mir Madsens zuletzt erschienene Punk-Platte um die Ohren fliegen lasse. Es bleibt immer das gleiche: Eine angenehm natürliche Bühne und ein gleichmäßig ausgewogener Frequenzgang, welcher sicherlich mehr Spaß als Professionalität vermittelt, ohne dabei an Seriosität einbüßen zu müssen.
Für mich stellt er einen sehr guten „everyday“ Hörer dar. Es gibt sicher in jeder Kategorie Kandidaten, die es jeweils besser können, aber das Gesamtpaket ist überzeugend. Und zu diesem zähle ich eben auch die klassische Fostex/Denon Optik und Verarbeitung.
Wenn es aber ein Attribut gäbe, welches ich dem 610er zuordenen müsste, dann wäre dies "Live Wiedergabe". Denn für diese Aufnahmen, sein es konventionelle, binaurale oder über field recording, fühlte ich mich selten so sehr im Geschehen wie mit dem Fostex...außer mit dem größeren Bruder.

Der Fostex TH610 ist tatsächlich seit langem mal wieder ein Hörer, für den ich mir eine Favoritensuche in Kleinanzeigen angelegt habe um mir eine günstige Gelegenheit nicht entgehen zu lassen. Nicht weil er mich in irgendeiner Weise extrem geflasht hat, sondern weil er wirklich mit jedem Material und in jeder Stimmung passt. Ein Allrounder eben.
Ghoster52
Inventar
#3 erstellt: 27. Aug 2021, 17:33
Hier nun auch mein etwas kleiner(en) Beitrag zum Fostex.
Vorweg erstmal vielen Dank für die Organisation und Leihgabe!

Meine Vorredner haben schon sehr gute Arbeit geleistet, deswegen kann ich mich etwas kürzer fassen.
Zum Klang gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, zu mir passen KH aus der Denon- und Fostex-Familie. (mein Beute-Schema)
Das ist immer wieder wie "zu hause", aufsetzen und genießen, des Weiteren mag ich einfach diese Konstruktion,
weil Sie eben nicht so geschlossen wie andere Kopfhörer klingen (versteckte Schallführung).
Verarbeitung ist sehr hochwertig, wäre da nicht das schwere Abschleppseil ähm Kabel.
Der Hörer ist sehr leicht anzutreiben, da wäre ein kurzes leichtes Kabel für Mobilgeräte wünschenswert.
(meckern auf hohem Niveau) Wenigstens ist das Kabel nun ersetzbar.
Das schwarze Gestell in Verbindung mit den etwas dunkleren Holzschalen ist phänomenal,
das HWS (haben wollen Syndrom) lässt sich kaum unterdrücken.
Hätte ich nicht schon ein D5000, wäre es mein nächster KH, wenn es ein geschlossener KH sein muss.
Ich persönlich würde den Aufpreis zum TH-900 & 909 nicht zahlen wollen, wenn man sieht und hört, was man Geboten bekommt.
Der Fostex TH-xxx hat einen Wiedererkennungswert, man mag ihn (wie ich) oder ebnen nicht.
KH sind eben Geschmackssache....

kurze Vergleiche....
Aus der Erinnerung würde ich den TH-610 mit D7200 vergleichen wollen, es ist aber leider schon sehr lange her...
Mein D5000 ist nur etwas heller (Richtung TH-X00) ansonsten sind es fast Zwillinge, die Unterschiede sind einfach zu klein
um nochmal schwach zu werden...
Ste_Pa
Stammgast
#4 erstellt: 28. Aug 2021, 18:58
Hallo Markus,

einen schönen Kopfhörerständer (im Retro-/Steampunk-Look) hast Du da gebastelt (gefällt mir).

Beste Grüße
Steffen
Blechdackel
Inventar
#5 erstellt: 29. Aug 2021, 19:49
Einleitung

Als die Ankündigung zur Rundreise des TH 610 angekündigt wurde, habe ich etwas gezögert. Aber da ich bis auf den Beyer T 70 im Jahre 2012 noch keinen weiteren hochwertigen geschlossenen Hifi-Kopfhörer gehört hatten, wurde es dann doch für mich interessant.

Verpackung/Zubehör

Der Fostex kam in einer Umverpackung, die noch ein wenig größer ist, als die von meinem Beyer T 90. Dazu noch eine kleine Verpackung mit einem XLR-Kabel. Die Kopfhörerverpackung selbst ist in einer recht stabilen dunkelblauen Box aus Pappe. Das Anschlusskabel mit dem 6,3 mm Klinkenanschluss wird einfach in die Systemgehäuse eingesteckt und ist mit einem sehr hochwertig wirkenden Gewebe ummantelt. Dieser Verarbeitungseindruck setzt sich auch über alle andere Bestandteile des Fostex fort. Der hochwertige Eindruck bekommt durch das Schwarznussholz noch eine richtig edle Zusatznote.

Tragekomfort

Die richtige Kopfposition ist recht bald eingestellt und sie bleibt auch in liegender Position stabil.

Klang/Hörsessions

Von der technischen Seite her wählte man eine zeitgemäße Impedanz von 25 Ohm und für das System einen 50 mm-Treiber mit Biodyna-Membran und Neodymmagnet, die im Internet vorgefundene Impedanzverlaufskurve zeigt eine sehr ausgeglichene Graphik, so dass ich für die Hörsessions diesmal nicht nur meinen Amity KHV verwendete, sondern auch meine Hifi-Verstärker und Receiver. CD Zuspieler waren der Fine Arts by Grundig CD 3 und der Marantz CD 42 mk II.

Für die Hörabende wurden folgende CDs gewählt:

Lars Danielsson/Paolo Fresu - Summerwind
Alphonse Mouzon - In Search of a dream
Blackfish - Pole Navigation
Amber Rubarth - Sessions from the 17th Ward
Suzanne Vega Solitude Standing
Sade - Promise

Insgesamt zeigt der TH 610 einen ausgeglichenen Klangeindruck, bei dem in wenigen Fällen die Tiefen eine gewisse, aber hochwertige Betonung bringen. Diese sind dann aber auch recht druckvoll, präzise und konturiert. Cellos, Kontrabässe haben wirklich Körper. Die räumliche Darstellung weiß für einen Hörer mit geschlossenem Bauprinzip sehr erfreulich zu überzeugen. Hallende Töne werden sehr eindrucksvoll und exakt dargestellt.
In den Höhen ist der Fostex präsent ohne zu übertreiben, und ohne schärflich und zu glasig zu wirken.

Der obligatorische Vergleich mit dem Beyer T 90 ergab, dass der TH 610 die Vorteile seiner Bauart bei der Darstellung von natürlichen Instrumenten wie Kontrabass oder Cello tatsächlich durch mehr Körper und durch eine knorrigere Trockenheit beweisen konnte. Bauarttypisch war aber auch, dass der offene T 90 noch mehr Luft um die Instrumente schaffte, noch präziser die Musiker auf die Bühne positionierte.

Danksagung

Dank möchte ich sagen dem Organisator der Rundreise, Steven Mc Towelie, sowie dem deutschen Vertrieb von Fostex, der Firma Mega Audio für die Zurverfügungstellung.

Heiko
BurtonCHell
Inventar
#6 erstellt: 01. Sep 2021, 11:08
Die Rundreise kam für mich gerade richtig, da ich den TH-610 noch nicht kannte, aber immer noch auf der Suche nach dem für mich besten Exemplar mit Biozellulose-Treiber war, die mich damals schon in der altehrwürdigen Denon-Reihe (D2000, D5000, D70000) nachhaltig "verzauberten" und auch nach jahrelanger Kopfhörersuche bzw. -odyssey inkl. Endgame (eq´ter Stax Lambda Nova Signature) nicht losgelassen haben.

Unerwarteterweise konnte ich bei einem Freund noch den TH-X00 (aus einen der damaligen Massdrop-Aktionen) probehören, der mir sogar dankenswerterweise zum direkten Vergleich mit dem TH-610 als Leihgabe überlassen wurde ...

Kurz & bündig: den TH-X00 konnte ich damals schon in einer Rundreiseaktion eine Woche lang ein Ohr schenken und war hin und weg, da er für mich gewissermaßen ein Upgrade zu den genannten Denons darstellte und tonal einfach "abgerundeter" daherkam, eine Spur körperhafter & wärmer, aber immer noch mit dem allseits bekannten Spaßfaktor mit der merklichen Betonung im (Tief-)Bass und der farbenfrohen, spritzigen Ausrichtung im Mittel-/Hochton, die es aber gerade noch so schaffte, Schärfe aus dem für Denon/Fostex-Derivate ungewohnt vollen Unterbau (Bass/Grundton/untere Mitten) zu lassen.

Und ja, hier kommen wir direkt zum eigentlichen Testobjekt, dem TH-610, der mir mit seinen matten, dunklen Nussholzschalen optisch nochmal besser gefällt, als der hellere & glänzende Mahagoni-Kandidat aus dem Drop und klanglich fast wie ein Ei dem anderen dem TH-X00 gleicht.
Aber eben nur "fast", den beim ersten direkten Vergleich fiel mir schon auf, dass der äußerlich auf der dunklen Seite der Macht stehende Fostex beim (Tief-)Bass doch etwas Feder lassen musste, dafür aber beim Hochton noch eine Schippe drauf gelegt hat, was gerade Becken eine für mich leicht unnötige metallische Schärfe gibt und damit minimal zisselig wirken lässt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass der TH-610 mit diesen anderen Verhältnismäßigkeiten (zu Grundton & Mitten) doch etwas hohler, flacher klingt und die eigentlichen "Spaß-Gene" etwas mehr in den Hintergrund rücken. Somit geht er für mich eher etwas in Richtung des Denon DH-7200, das aber nur aus der Erinnerung heraus, den viele aufgrund der neutraleren Abstimmung den anderen Hörern mit "Papiermembran & Spaßabstimmung " (u.a. auch E-MU Teak) vorgezogen haben.

Des einen Freud, des anderen Leid. Jedoch sprechen wir hier wirklich nur um Nuancen und im Endeffekt sollte es für jeden einen passenden Hörer aus dem bekannten Feld geben, der ihn auf lange Sicht "bezaubern" kann. Denn das kann auch der TH-610, wenn man ihn erstmal adaptiert hat und keine ständigen Direktvergleiche macht. Und da die Drops des TH-X00 eh Geschichte sind, kann ich deren Besitzer nur beruhigen, dass sie den für mich "runderen" bzw. spaßigeren Hörer haben (außer man sucht nach mehr Neutralität & "Durchhörbarkeit" mit bekannter Ausrichtung).
Auf meiner persönlichen Reise fehlt mir damit eigentlich nur noch der Probelausch eines E-MU Teaks (gerne PM an mich, falls ihr Euren mal für ein paar Tage opfern könnt / wollt).

Zum Abschluss noch ein paar generelle Anmerkungen:
Was ich nicht verstehen kann, ist, warum man im Lieferumfang kein Kabel mit z.B. 1,5 m Länge und Miniklinke beilegen kann, wenn es schon wechselbar ist und der Hörer ohne separatem KHV mit Tablett, Handy oder mobilen Player ausreichend angetrieben werden kann. Ich durfte mich hier mit einem Adapter behelfen, bei dem jetzt ein 10 cm langer Hebel aus dem Quellgerät steht ...
Leider wüsste ich auch keine Anlaufstellen, wo es so ein Kabel zu kaufen gäbe - von Fostex direkt oder Drittanbieter ..
Der Komfort mit der bekannten Konstruktion ist gewohnt gut, die Polster sind identisch zum TH-X00 und ja, dürften meinetwegen bei dem aufgerufenen Preis auch mal aus Echtleder sein. Ausnahme hier war der o.g. DH-7200, dessen abstehende Muschelhalterung zum gewohnten Aufbau abwich und optisch & komforttechnisch als störend empfunden wurde.

Summa Summarum trägt der TH-610 für mich aus tonaler Sicht das Erbe der Biozellulose-Treiber würdig weiter, da die jeweilige Abstimmung dann doch Geschmackssache ist, lässt aber mit den genannten Kritikpunkten (Kabel, Polster) noch Luft nach oben (für einen evtl. Nachfolger) und ist IMHO dem Denon DH-7200 aus o.g. Komfortgründen vorzuziehen.

Zuletzt möchte ich mich nochmal bei Steven_Mc_Towelie / Markus bedanken, der diese Rundreise (wie viele andere hier) ermöglich hat und damit im HiFi-Forum eine absolute Bereicherung darstellt ...

LG
Oli
Schlappen.
Inventar
#7 erstellt: 12. Sep 2021, 16:24
Fostex TH-610 Review:

Zum Lieferumfang dieses schicken Hörers ist ja schon alles gesagt worden. Ich persönlich finde auch, dass man zum 3m Kabel noch ein kürzeres hätte zugeben können, für mobile Anwendungen. Oder wenigstens einen 6,3 auf 3,5mm Adapter.

Das Kabel ist mächtig dick und erinnert im ersten Moment an das eines High-End Bügeleisens.
Jedoch scheint Fostex, was die Textilummantelung anbelangt, etwas nachgebessert haben. Das aktuelle Kabel - wie auch das der aktuellen Denon AH-D52xx, 72xx und 92xx Serie verdrillt sich nicht mehr so schnell, wie das der alten Modelle.

Dennoch ist es leider immer noch etwas "mikrofonisch", was aber beim Musikhören nicht weiter stört.

Fostex hat nun endlich abnehmbare Kabel. Die Buchsen hierfür erfüllen ihren Zweck, bekommen aber keinen Design-Preis.
Schade auch (wenn auch nachvollziehbar), dass Fostex hier auf die übliche Klinke verzichtet, sondern ein eigenes Stecker-Design anbietet, so dass man keines der üblichen Aftermarket-Kabel verwenden kann.
Ich lasse mich da aber gern eines besseren belehren.

Die Konstruktion des TH-610 ist ja seit Jahren bekannt und bewährt. Irgendwann entschloss man sich, die Magnesium-Teile des Kopfbügels schwarz zu färben und etwas eckiger zu machen, that's it.
Der Tragekomfort ist ausgezeichnet, der Anpressdruck mag dem einen oder anderen vielleicht einen Tick zu lasch sein, für mich ist es ok.
Auch das Kopfband könnte auf der Unterseite noch etwas besser gepolstert sein, hier hat man auch nie etwas verändert.
Aber auch hier wäre das Meckern auf hohem Niveau, zumal die ganze Konstruktion recht leicht ist.
Ich jedenfalls könnte den ganzen Tag über mit dem Hörer auf dem Kopp rumlaufen.

Kommen wir zum Klang:

Sofort fällt auf, dass Bass und Grundton - im Vergleich zur alten Denon-Reihe und zum TH-X00 - etwas zurückgenommen wurde, was dem TH-610 sehr gut steht.
Er ist nach wie vor kein Bass-Verächter, aber dieser fügt sich nun besser ins Gesamtgeschehen ein. Dennoch bleibt der Fostex ein eher warm/dunkel abgestimmter Hörer.

Positiv fällt mir auf, dass der TH-610 keine Spur mehr von "Sibilanz" zeigt; eine Eigenschaft, die ich bei den Derivaten oft zu bemängeln hatte. Stimmlose S-Laute kommen sehr smooth rüber, auch bei eher schwierigen Aufnahmen, wo beim Gesang kein "De-Esser" benutzt wurde.

Auch die Höhen wirken smoother, als ich sie von den Derivaten in Erinnerung habe, das gefällt mir sehr gut und hier bräuchte ich für meinen Geschmack per EQ auch nix nachbessern.
Stimmen wirken sehr direkt und gut aufgelöst.
Die Wiedergabe von "Percussion" kann man als eines der Highlights des Fostex bezeichnen, aber das war schon immer eine Paradedisziplin der genialen Biozellulose-Treiber.

Ich glaube, viele Leute werden - beim Hören über den Fostex TH610 - das Gefühl haben, in ihre altgedienten, kuschelig-weichen Hausschlappen zu schlüpfen und sich einfach wohl zu fühlen.
Weil der Hörer - in meinen Ohren - so gut wie nichts falsch macht.

Er bleibt jedoch - nach wie vor - ein Hörer, der lieber etwas gemäßigtere Lautsärken mag, hier spielt er seine ganze Souveränität aus. Bei sehr hohen Pegeln kann er auch schon mal leicht nerven und es wird schnell "unübersichtlich".

Ein ganz lieber Dank geht an die Fa. Mega-Audio, die uns diesen schönen Kophörer für eine Rundreise zur Verfügung gestellt hat, sowie auch natürlich an Steven Mc_Towelie.

Der Fostex TH-610 (hier neben der "Blue Bitch"):

DSCI1125


[Beitrag von Schlappen. am 12. Sep 2021, 16:51 bearbeitet]
RunWithOne
Inventar
#8 erstellt: 23. Sep 2021, 20:13
Da ich bereits dank Markus das offene Flaggschiff von Fostex hören durfte und mich persönlich ein Vergleich zum Denon AH-D7200 interessierte, war ich nochmals bei dieser Rundreise dabei. Vielen Dank für die Organisation.

Verpackung/Inhalt (8/10)
Die Verpackung geht für den Hörer dieser Preisklasse absolut in Ordnung. Hier darf es schon etwas mehr als Recyclingpappe sein. Für Aufbewahrung und Transport liegt lediglich ein Beutel bei. Warum Fostex seinen Hörern kein Hardcase beilegt, versteht ich nicht wirklich. Das können andere Hersteller selbst preiswerterer KH besser. Auch auf der Anschlussseite wurde gespart, es ist lediglich ein Kabel mit 6,3mm Anschluss dabei.

Handling (8/10)
Das Kabel verfügt KH seitig über hauseigene Stecker. So das ein Wechsel auf eigene Kabel, um den Fostex z.B. am DAP zu hören, nicht ohne Adapter möglich war. Der TH610 sitzt wie der 909 recht locker auf meinem Kopf. Die Ohrpolster fühlen sich sehr angenehm an. Hier gibt es nichts auszusetzen. Die Konstruktion an sich wirkt ein wenig wackelig und nicht wirklich edel. Hier gefällt mir der manchmal gescholtene D7200 besser, auch wenn sein Kopfband deutlich härter ist.

Klang (8/10)
Der Fostex weiß mit seiner dynamische Spielweise bereits bei den ersten Takten zu überzeugen. Der wird Bass kommt trocken und straff in die Ohren gespielt. Kann aber aus der Erinnerung nicht mit der des 909 mithalten. Letztlich ist das jedoch kein Mangel, da er zum Low End hin nicht abfällt. Auch am anderen Ende des Frequenzbandes hat er nicht ganz so viel Energie wie sein großer Bruder. Mir ist es jedoch meist eine Spur zu viel Energie. So klingt der Fostex in meinen Ohren nicht ganz so rund und musikalisch, um mal einen Begriff aus der Schwurbelkiste zu verwenden, wie ich das gern hätte. Eine akustische Gitarre kann da schon mal unnatürlich hart klingen. Gleiches gilt für die elektrischen Verwandten. Diese Überbetonung lässt ihn jedoch luftiger und offener als den D7200 klingen. Das gefällt im ersten Moment, führt die Hand nach einiger Zeit unweigerlich zum Lautstärkeregler. Im Bereich der unteren Mitten liefert er neutral ab, was den Hörer nicht übermäßig warm oder gar „boomig“ klingen lässt. Die oberen Mitten und Höhen empfinde ich, wie schon beschrieben, oft eine Spur zu harsch. Hier steht und fällt der Eindruck mit der Musikproduktion. Ist ein Album zu hell oder höhenbetont aufgenommen, wacht es mir wenig Freude. Das gilt im Umkehrschluss für wärmer abgemischte Musik. Trotzdem oder gerade deshalb ist das Klangbild sauber und gut aufgelöst.

Vergleich TH610 vs. D7200
Ich möchte den beiden gemeinsame Gene attestieren. Gerade wenn ich den D7200 mit meinem (audiophilen, so heißt das ☹) Beyerdynamic Kabel höre rückt er sehr nah an den Fostex heran. Eigentlich sollte es so etwas nicht geben, aber mit dem mitgelieferten Kabel kling der D7200 weniger straff. Eventuell ist mein Kabel auch fehlerhaft. Ich werde dazu mit Denon in Kontakt treten. Der Denon vermittelt mehr Punch und Wärme, klingt aber eine Spur unsauberer als der Fostex. Das kann in Abhängigkeit von der Musik gefallen oder eben auch nicht. In der oberen Mitten/Höhen liefert der Fostex mehr Informationen und beindruckt dabei mit seiner Luftigkeit. Der Denon lässt es hier entspannter angehen, was ihn bei längeren Hörsitzungen langzeittauglicher macht. Ein Effekthascher ist der Fostex jedoch nicht, allerdings ermüdet er mein Gehör bei Rock und Metal. Ich drehe dann immer wieder mal ein Stück leiser. Den 7200 kann ich auch mal richtig aufdrehen. Dann sind auch alle Information hörbar, ohne das der Hörer nervt. Am Ende des Tages würde ich mich wieder für den D7200 entscheiden. Ein etwas zurückhaltenden KH kann ich mir leicht mit dem EQ nachjustieren. Ist ein KH zu fordernd/harsch, kann er das auch mit EQ Einsatz nie ganz ablegen. Aber das sind natürlich meine persönlichen Präferenzen. Gehört habe ich beide KH an den KHV Violectric V280 und Corda Jazz sowie am DAP.
Raun
Stammgast
#9 erstellt: 29. Dez 2021, 18:17
Uuuund hier bin ich schon.

Für alle Interessenten, ich habe angefangen mit einem Austrian Audio Hi-X65 - Offen war für die Frau nix. Also auf die Suche nach dem geschlossenen Pendant.

- Focal Eligia / Geiler KH der fast alles richtig macht, aber in meinen Ohren irgendwas ungemütlich war
- Hi-X60 / Geiler Kopfhörer vor allem fürs Geld, nach dem Focus aber eher langweilig und fad
- Denon 7200 / Geiler Kopfhörer der Luxusklasse, das sieht man und das hört man. Sehr warm abgestimmt, was mich aber nicht gestört hat.

Heute kam der Fostex TH-610 und was soll ich sagen? Danach klingt der Denon wiederum stumpf und bisschen gefangen.

Der Fostex spielt frei, direkt und irgendwie "fluffig" ohne dumpf zu klingen. Der Bass ist bisschen dezenter, aber keineswegs steril, macht spaß und die ENERGIE die aus dem Ding sprudelt ist voll mein Ding.

Es hat keine Stunde gedauert bis ich die Denon wieder eingepackt habe.

Meine Fragen:

- Ich brauche fürs Handy ein kurzes Kabel, hier wurde mir schon eins von Ama--- gezeigt, das werde ich bestellen, würde aber gerne dann auch Balanced testen wollen, wenn ich zu Frage 2 komme:

- Ich hatte den FiiO Q3, echt klasse, man hat den Unterschied beim Denon schon sehr gehört, aber ich hatte hier und da immer wieder Probleme mit verschiedenen Zuspielern.

Da der Fostex selbst am HP Out am Macbook super performed, auch nicht zu leise ist, auch beim Handy klingt das ordentlich, brauche ich nun keine 100% Mobile DAC / AMP Lösung für den Fostex, hätte aber gerne was fürs Notebook, ohne immer ein Netzteil rumzuschleppen, also schon Mobil, aber nicht Ultramobil.

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Sowas?
bonglee23
Stammgast
#10 erstellt: 20. Jan 2022, 21:39
Hallo zusammen!
Nachdem Steven_Mc_Towelie so awesome war, eine zweite Rundreise für den TH 610 zu organisieren, kam ich in den letzten Tagen (leider nicht ganz so viel wie ich wollte) in den Genuss, diesen zu testen.

Meine Prämisse war der Vergleich mit dem Denon AH-D7200. Diesem habe ich gelochte Pleather Polster von Brainwavz spendiert, was ihm deutlich mehr Luftigkeit und Offenheit verschafft und minimal den Bass reduziert.
Insgesamt für mich schon nahe am Endgame Hörer, aber man weiß ja nie.

Haptik. und Komfort
Da der Denon auch mich hin und wieder an der Fontanelle drückt, wollte ich den Fostex auch bzgl. Tragekomfort vergleichen.
Um es gleich vorweg zu nehmen: diesen Vergleich gewinnt der Fostex erwartungsgemäß. Das Kopfband ist bequemer und er ist leichter - wirkt neben dem Denon schon fast eine Nummer kleiner. Das tun übrigens auch die Polster, bei denen ich selbst mit meinen relativ kleinen Ohren immer wieder mal den Innenrand berühre. Das passiert mir bei den Brainwavz nicht.

Was mir beim Fostex auch nicht so toll gefällt sind die Kabelstecker. Ich finde sie sowohl optisch störend, als auch die Tatsache dass sie proprietäre Stecker haben. Das ist beim Denon schöner gelöst.

Klang
Hier konnte ich beim besten Willen keine großen Unterschiede erkennen, wahrscheinlich hauptsächlich dank der gelochten Polster.
Ja, der Fostex kam mir in den höhen minimal betonter und detailreicher vor, manchmal waren Instrumente oder Geräusche im Hintergrund präsenter, aber insgesamt spielt er in den Details gleichauf mit dem Denon. Bei beiden habe ich keine zischelnden Sibilanten festgestellt.
Im Grundtonist der TH 610 ein Quäntchen zurückhaltender als der Denon und klingt daher vielleicht etwas natürlicher. Bass haben aber beide Hörer genug, jedoch keineswegs übertrieben.

Beide Kandidaten spielen relativ “in your Face”, der Fostex klang für mich sogar etwas näher dran als der Denon. Mag aber auch Einbildung gewesen sein, oder der Aufnahme geschuldet.
Was mir auch auffiel: Bei gleicher Stellung des Lautstärkereglers am Fiio K5 Pro spielte der Fostex geringfügig lauter.

Fazit
Das Hören mit dem Fostex TH 610 hat definitiv Spaß gemacht und ich bin froh dass ich ihn testen durfte.
Allerdings habe ich nun auch die Gewissheit, dass ich mit dem Denon sehr gut aufgehoben bin und kein Bedarf besteht, auf den Fostex zu wechseln.
Ich hatte übrigens in der Vergangenheit auch mal einen TH-X00, der dem 610 ebenfalls sehr sehr ähnlich ist.
Auf jeden Fall alles tolle Brüder/Cousins.

Zum Abschluss noch ein paar Bilder, damit es sich auch richtig gelohnt hat

Fostex TH610 Denon AH-D7200 side by side Fostex TH610 Denon AH-D7200 Fostex TH610 Denon AH-D7200 Seitenansicht Fostex TH610 Denon AH-D7200 Polstervergleich
Bernd.Klein
Inventar
#11 erstellt: 21. Jan 2022, 13:38
...ja, die Polster beeinflussen den Klang deutlich...
...meine aktuelle Kombination ist der Drop TH-X 00 mit dem Lawtonaudio Tune-up und abnehmbarem Kabel symmetrisch am Shanling M8 betrieben, aktuell mit den DEKONI Lederpolstern ohne Perforation...
...das klingt dann noch etwas präziser (besonders im Bassbereich) und zusammen mit dem M8 auch "schwärzer", die Musik kommt oft aus dem "Nichts"...
...die DEKONI Polster lassen den Ohren viel Raum, es gibt wenig störende Wärmentwicklung, ein stundenlanges Tragen/Hören ist damit tatsächlich sehr gut möglich...
...für mich ist das quasi die Rückkehr zum AH-D 7000, aber am Ende noch besser (besseres Kabel und besserer Zuspieler plus Lawtonaudio Tune-up, für mich fast ein Idealzustand...
...PS: für mich ist der Klangunterschied von meinem modifizierten TH-X 00 zum AH-D 7200 sehr deutlich...
Steven_Mc_Towelie
Inventar
#12 erstellt: 21. Jan 2022, 14:30

Bernd.Klein (Beitrag #11) schrieb:

...meine aktuelle Kombination ist der Drop TH-X 00 mit dem Lawtonaudio Tune-up

Zu den Lawtonaudio "tunings", pads und unterschiedlichen cups suche ich schon ewig mal nach Vergleichsmessungen, von Original-Version zu den "getunten" Kopfhörern, kennst du da was?

Ich finde da nur mal ein "Es hört sich besser an" im Netz,
solch eine Aussage ist aber leider absolut nichtssagend,
zu den Dekoni-Pads finden sich, zumindest für ein paar Modelle, ja wenigstens ein paar Vergleichsmessungen.
Bernd.Klein
Inventar
#13 erstellt: 22. Jan 2022, 13:21
...es tut mir leid, ich bin zu solchen Messungen nicht imstande...
BurtonCHell
Inventar
#14 erstellt: 25. Jan 2022, 15:29
Vergleichsmessungen zu den Lawton- und Dekoni-Pads würden mich auch mal interessieren (allen voran für den TH-X00).
Hier gibts zumindest mal einen Dekoni-Test bei HeadFi bzgl. Klangeinfluss und Komfort.

Bezugsquelle in D ist wohl der WOD Audio Onlineshop. Drops gibt es anscheinend schon länger nicht mehr.

Aktuell hab ich zwar noch keine Abnutzungserscheinungen mit den Original-Pleather-Pads auf dem TH-X00, die mir klanglich auch sehr gut gefallen, aber "sicherheitshalber" könnte man sich z.B. die Elite Sheepskin-Ohrenkuschler zulegen, die evtl. der eigentlichen Soundsignatur nochmal zuträglich sind ..
MOS2000
Inventar
#15 erstellt: 28. Jan 2022, 02:26
Noch'n Review - Fostex TH-610
- - - - -

Zu vorderst hier der Dank an Mega-Audio für das Test-Gerät und Steven_Mc_Towelie für die Durchführung. Ich habe den Test rein privat gemacht - zu Fostex besteht keine Verbindung - und ich vergleiche auch nur mit Geräten, welche mit meiner gewerblichen Tätigkeit nichts zu tun haben. Dies nur als kleiner Disclaimer vorneweg.
    Fostex TH-610


    Kontrahenten

    Verglichen wurde der Fostex TH-610 mit einigen meiner meistgenutzten (privaten) Kopfhörer, deren Signatur ich über die Jahre sehr gut kennengelernt habe. Mir ging es vor allem um den seriellen Vergleich von geschlossen > halboffen > offen und ob der Preissprung zum 610er tatsächlich sofort ohrenfällig wird. Abgesehen von sehr viel Material, was ich im allerobersten Preissegment vergleichen könnte, liegt der TH-610 "ganz nett dazwischen" - er bringt einen nicht um, vermittelt aber auch eine Wertigkeit die der allgegenwärteigen Plastik-Klasse deutlich entwachsen ist. Hier die anderen Teilnehmer:
    • Ein erst kürzlich erworbener Fostex T50RP MKIII (halboffen)
    • Sennheiser HD600 (offen)
    • Sennheiser HD700 (offen)

      Fostex TH-610

    Die proprietären Anschlüsse und das Kabel empfand ich nicht als störend. Sie werden es aber sicher, wenn mal Ersatz beschafft werden muss. Also...immer schön mit Vorsicht behandeln.

      Munter zugespielt

      Um den Hörer vergleichen zu können habe ich auf verschiedene Signal-Lieferanten zurückgegriffen.
      • RME ADI-2 Pro als Referenz mit in jedem Fall ausreichender Leistung
      • Kopfhörerausgang eines Tascam DA-3000 Solid State Recorders
      • Kopfhöreranschluss eines "SSL 2+" Audio-Interface
      • DAP M0 von Shanling
      • Anschluss direkt ans Smartphone

      Erwartungsgemäß schiebt der RME in allen Fällen am besten an und lässt alle KH am "freiesten" aufspielen. Der Wirkungsgrad ist beim HD700 am besten - mit dem kann man sich wirklich schnell und nachhaltig die Ohren braten - dann folgt schon der Fostex TH-610 - und er bricht auch an keinem Zuspieler ein. Sennheiser HD600 und Fostex T50RP MKIII sind etwas schwerer anzutreiben. Am kleinen Shanling DAP muss man die beiden schon ziemlich aufdrehen. Am Tascam Recorder und dem PC-Interface von SSL spiegelt sich das, aber bis auf den Fostex T50RP MKIII kommen alle eigentlich an jedem Anschluss klar. Die Durchschnitts-Lautstärken werden in der täglichen Praxis ohnehin deutlich unter dem als "laut" angelegten Testlevel bleiben. Am Smartphone (ein Samsung Tablet) gehen dem Sennheiser HD600 und Fostex T50RP MKIII die Puste aus (bzw. es pustet nicht genug rein...).
        Fostex TH-610


        Programmvielfalt

        Hier gab es den ganzen Samstagabend lang eine wilde Mischung aus verschiedensten Genres und Styles. Mal Filmmusik (Birdman / Jurassic Park), mal Elektronik ("Yosi Horikawa - Spaces" - komplett angehört auf beiden Fostex). Rock von Fu-Manchu bis Solo-Klavier von Frahm / Nick Cave. Dubstep, IDM, Folk...ich habe dem Hörer fast alles zu fressen gegeben. Auch in verschiedensten Qualitätsstufen...Direkt von Platte, CD und Stream von 192 KBit mp3 bis 96/24 Flacs. Klassik habe ich raus genommen, da bei mir sowieso total unterrepräsentiert, und für mein Empfinden über KH sowieso eher seltsam (im Kopf Lokalisation etc...ich brauche da einfach die Bühne welche sich bei Lautsprecher-Wiedergabe aufbaut).
          Fostex TH-610


          Qualität - Klang - Fazit

          Ist der Kopfhörer bequem / stabil?

          Jain. Zu individuell sind hier die Kopf-, Ohrformen und -größen um dies allgemeingültig beantworten zu können. Für mich ist ein Sennheiser HD700 bequemer (größere Cups/Pads, besser geformt) ein Sennheiser HD600 gleichauf (Anpressdruck höher, aber größere Cups). Der Fostex T50RP MKIII ist Ohraufliegend - also nicht direkt vergleichbar. Tendenziell würde ich den TH-610 für eher "kleine Ohren" empfehlen, weil sonst viele Kontaktstellen innerhalb der Polster vorhanden sind. Bei längeren Sessions und dann noch Sommer-Wärme kann es da sicher schnell kuschelig drunter werden. Ich glaube ich mag in Summe Velour-Polster einfach doch lieber als Leder/Kunstleder.

          Als Brillenträger war der Fostex TH-610 kein Problem. Der Verstellbereich der Bügel ist komfortabel groß. Und auch die generelle Größenverstellung sollte für fast alle Großkopferten reichen. Der Kopfhörer sieht insgesamt schwerer aus als er sich tatsächlich auf dem Kopf anfühlt. Mit dem Gewicht habe ich keine negative Empfindung abgespeichert - im Gegenteil - er ist eher überraschend leicht. Die Konstruktion erscheint mir durchdacht und stabil...eine Langzeitbewertung ist schwer bei so einer Testrunde.

          Klingt der Kopfhörer gut?

          Ja, keine Frage. Subjektiv bleiben für mich folgende Punkte erwähnenswert.
          Der TH-610 bietet von allen verglichenen Hörern den tiefstreichenden Bass - und ab Lautstärken die dann anfangen gefährlich zu werden, auch definitiv den "dicksten punch". Das alles bei sehr guter Kontrolle und Körperhaftigkeit. Dass es mumpfig oder verwaschen klingt ist mir nie in den Sinn gekommen.
          Was ich bei Testrunden versuche: ich bastele mir bei bestimmten Tracks eine EQ-Einstellung zusammen und vergleiche dann erst mit Messungen aus dem Netz. So ergab sich beim Fostex TH-610 für mich, dass der Höhenbereich zwischen 7-9 KHz für meinen Geschmack zu stark bedämpft wird. Diese Einstellung blieb dann als Minimal-EQ-Setup am RME übrig um den Sound für mich auf "richtig gefällig" zu korrigieren - und siehe da - es gibt genau bei 8 KHz wohl eine recht ausgeprägte Senke im Frequenzgang:
            Fostex TH-610

          Inwieweit einem der Teil tatsächlich "fehlt" muss man selbst rausfinden - für mich ist der KH damit im Gesamttuning eher "warm" abgestimmt. Bei der Bühnendarstellung gibt es absolut nichts zu meckern, ich habe ihn nicht als geschlossen empfunden.

          Ist der Kopfhörer sein Geld wert? Ist er Preiswert?

          Ja, er ist sein Geld wert - für mich kommt er aber leider nicht in Frage, da die Abstände zu dem was ich schon habe zu gering sind. Ich möchte eigentlich einen KH bei dem ich am EQ immer alles auf Durchgang lassen kann. Der Fostex T50RP MKIII kommt hier für tägliches Arbeiten meinem Ideal recht nahe - bräuchte nur richtige Over-Ear-Polster. Der T50RP tönt linear, löst sehr sauber auf und ist noch Wirkungsgrad stark genug, um am Rechner-Interface gut zu funktionieren (DAP und Smartphone nicht mehr...). Die Oberflächen sind auch bei weitem nicht so empfindlich wie beim TH-610.

          Dieser ist für mich ein "Genießer-Kopfhörer" - man hat ihn an dezidierter Stelle und setzt ihn Abends auf, um damit gezielt einer Jazz-Platte oder Elektro/Downtempo zu lauschen...dann hängt man ihn wieder auf seine Position. Der mag nicht mit nach draußen (obwohl es vom Wirkungsgrad her möglich wäre) oder auf eine Reise...dafür ist er zu schade. Die ordentlich vorhandene (aber nicht übertriebene) Bass-Power empfiehlt ihn durchaus auch für Club-Artiges. Buckel und Senken kann man weg-EQ-en, wenn man diese nicht sowieso als angenehm empfindet und einfach gar nichts daran stellt. Ein Modder bin ich nicht, aber auch darüber eröffnen sich sicher nochmals Wege zu individualisieren. Für mich setzt er sich aber nicht weit genug von den anderen ab bezogen auf den Invest. Aber ich hatte richtig Freude mit ihm - wer einen sehr wertigen Allrounder sucht wird sicher mit dem Fostex TH-610 sehr glücklich.

          Liebe und Grüße
          MOS2000
          bonglee23
          Stammgast
          #16 erstellt: 28. Jan 2022, 11:17
          Sehr schönes Review, Danke Stefan!!
          Raun
          Stammgast
          #17 erstellt: 28. Jan 2022, 17:45
          Sehr schön, danke
          the_det
          Inventar
          #18 erstellt: 31. Jan 2022, 00:25
          Wie fange ich bloß an?

          Ja, gute Frage. Zwar beschäftige ich mich schon sehr lange mit Musik und Hifi, doch für ein Review hat sich noch nie die Gelegenheit ergeben – und schon gar nicht über Kopfhörer; ein Bereich, in dem ich mich nicht wirklich gut auskenne, weil ich mich eigentlich erst seit kurzer Zeit damit beschäftige.

          Vielleicht erzähle ich kurz etwas zu mir, damit Ihr meine Gedanken etwas besser einordnen könnt. Ich bin (nicht mehr lange) 52 Jahre alt und beschäftige mich seit meiner Jugend mit Musik und seit etwa 20 Jahren einigermaßen ernsthaft mit Hifi. Mein Gehör ist also nicht mehr das beste, aber ich habe einige Hörerfahrung. Ich spiele aktiv Schlagzeug (wie gesagt: mein Gehör ist nicht mehr das beste 😉) und bilde mir ein, dass ich ungefähr weiß, wie Instrumente zu klingen haben.

          Okay, der Kopfhörer-Bereich ist also komplettes Neuland für mich. Mit Lautsprechern kenne ich mich einigermaßen aus und habe da auch das entsprechende Vokabular drauf 😉 Bei Kopfhörern stellt sich die Sache erwartungsgemäß etwas anders dar.
          Es ist natürlich schwierig, Schallwandler mit so unterschiedlichen Wirkungsgraden zu vergleichen. Wir alle wissen ja, dass das (etwas) lautere Gerät zunächst besser klingt. Und so musste ich erst einmal herausfinden, wieviel ich bei meinem KHV regeln muss, um die KH auf etwa dieselbe Lautstärke zu bringen. Ich bezweifle, dass mir das immer gelungen ist.


          Mit der folgenden kleinen „Kette“ habe ich gehört:

          -Topping DX 3 Pro + als KHV und DAC
          - iBasso SR2 (halboffen) zum Vergleich
          -Samsung Galaxy S7 als Zuspieler per Bluetooth (LDAC-Codec)
          -Alle Stücke per Spotify (bitte haut mich nicht, aber ich höre zwischen Spotify und Tidal oder Qobuz keinen Unterschied)

          Und diese Stücke (okay, natürlich habe ich viel mehr gehört, aber diese kleine Auswahl repräsentiert im Wesentlichen das Gehörte):

          -Mari Boine: Gumppet Holvot (für Auflösung und Frequenzenden – Tiefbass und Höhen)
          -Salaryman: Strong Holder (Impulsverhalten, Anschlag)
          -Blue Chamber Quartet: Children’s Song 12 (Natürlichkeit, Differenzierbarkeit, Imaging)
          -Phish: Rift (Gesamtklang Rockband, „Fußwippfaktor“)
          -Jimi Tenor: Spell (Staging, Imaging)
          -James Last (jaja!): Bolero `75 (Staging)
          -Pantha Du Prince: Lay in a Shimmer (Imaging, Hochtonauflösung)
          -Serge Gainsbourg: Joanna (Differenzierbarkeit, Imaging, Soundstage)
          -Phoenecia: Two-Part Invention for Bodhran & Computer, ab ca. min. 6 (Impulsverhalten, Antrittsschnelligkeit)


          Nun ja, ich probiere es einfach mal

          Den Fostex habe ich im Vergleich zu meinem recht neu erworbenen iBasso SR2 gehört. Dazu habe ich immer mal wieder meinen Hifiman Deva oder AKG K701 (mit Bassreflex-Mod) aufgesetzt. Aber im Wesentlichen konzentriere ich mich hier auf den Fostex und den iBasso.


          Warum kann nicht jeden Tag Weihnachten sein?

          Wer packt nicht gerne Geschenke aus.? Ich tue es. Oder zumindest Pakete. Ihr doch bestimmt auch! Und so habe ich mich gefreut als Ende letzter Woche der freundliche DHL-Mann bei mir geklingelt hat und das Paket mit dem Fostex brachte.


          Keine zweite Chance für den ersten Eindruck

          Ich muss gestehen, dass ich von der nüchternen Präsentation des KH im Karton etwas enttäuscht war. Aber eigentlich ist das in Ordnung so. Bei anderem Hifi-Kram brauche ich auch keinen Schnickschnack, und ich bin froh, wenn die Verpackung wenig aufwendig ist und ggf. gut recycled werden kann. Die Japaner machen es ja gerne etwas nüchterner als zu verspielt. Als KFZ fahre ich einen Toyota. Da schätze ich das.

          Der Kopfhörer selbst macht einen guten Eindruck, wenngleich ich ihn ziemlich leicht finde (lt. Hersteller 382 ohne Kabel, der iBasso wiegt mit 395g nur etwas mehr, fühlt sicher aber deutlich schwerer an). Also schnell die Kabel angesteckt, und die ersten Takte gehört. Hier hat mir von Anfang an die Strippe mit den proprietären Steckern nicht gefallen. Bei mir hat es sich immer verdreht und trotz der Stoff-Ummantelung ist es recht anfällig für Mikrofonie. Da ist das iBasso-Kabel sehr viel besser.

          Der Tragekomfort ist für meinen Kopf perfekt. Angenehm leicht, ausreichender Anpressdruck und die Cups liegen gut an. Meine Brille verursacht auch keine wesentlichen Störgeräusche. Allerdings ist er der einzige KH, der durch die Reibung der Polster an meinen Bartstoppeln Geräusche macht. Stört nicht wirklich, fand ich nur bemerkenswert. Vielleicht öfter rasieren… 😉

          Die geschlossene Bauform könnte auf Dauer möglicherweise stören. Es ist gerade Winter und alles ist gut. Aber im Sommer bekomme ich vermutlich einen Satz heiße Ohren, wenn ich länger höre. Aber im Sommer hat man ja auch andere Hobbys!


          Ja, und wie klingt’s nun?

          Gut. Sehr gut sogar. Absolut gesehen, gerade im Vergleich zum iBasso, klingt er wie aus einem Guss. Er leuchtet die Frequenzenden deutlich besser aus – mehr Bass, mehr Höhen. Dadurch ist das Mittenband vergleichsweise unterrepräsentiert und es entsteht ein badewannenartiger Eindruck. Wenn man sich aber den Frequenzschrieb anschaut, sieht man sofort, dass hier alles im grünen Bereich ist. Trotzdem finde ich den Bass bei einigen Aufnahmen zu dominant. Ich finde ihn auch im Vergleich zum iBasso nicht ganz so präzise. So bevorzuge ich übrigens auch meine Lautsprecher. Bitte nicht zu viel Bass, dafür aber präzise und schnell.

          Der iBasso ist etwas dunkler timbriert und steigt auch nicht so weit in den Basskeller hinab. Dafür finde ich den Bass qualitativ besser, und die Höhen werden auch super aufgelöst – nur eben mit etwas weniger Hochton-Energie wiedergegeben. Beide KH klingen unverfärbt, aber dennoch mit unterschiedlichen Ausrichtungen. Dadurch, dass der iBasso an den Frequenzenden etwas weniger bietet, kommt der Mittenbereich besser zu Geltung. Das kann sehr schön und passend sein, aber manchmal auch etwas „shouty“ rüberkommen.


          Gibt’s auch 'ne Bühne oder sowas?

          Tja, hier tu‘ ich mich – im Vergleich zu Lautsprechern – wirklich schwer. Die Greifbarkeit von Soundereignissen ist bei beiden KH fantastisch. Gerade bei elektronischer Musik habe ich oft das Gefühl, die Töne und Klänge würden im Raum schweben und ich könnte sie berühren. Die Soundstage hat beim Fostex ein Loch in der Mitte, bzw. steht der Gesang (oder das Soloinstrument) nie zentral vor mir, sondern ist immer in meinem Kopf. Beim iBasso gibt es das Loch nicht. Dennoch ist hier auch der Gesang im Kopf. Das empfinde ich bei Lautsprechern komplett anders. Da kann ich die Bühne in meinem Hörraum quasi nachbauen (hängt natürlich von der Musik und der Qualität der Aufnahme ab).

          Der Fostex stellt die Klangereignisse etwas entfernter da. Was ich interessant finde, weil man geschlossenen KH ja eine gewisse „Intimität“ nachsagt. Der iBasso klingt hier ein wenig beengter. Das führt auch dazu, dass das Imaging beim Fostex etwas besser gelingt, weil die einzelnen Instrumente quasi mehr Platz haben.


          Und was lernt uns das?

          Beide KH klingen toll. Der iBasso hat einen Bio-Zellulose-Treiber, der an einer Silikon-Sicke aufgehängt ist – ganz wie bei einem Lautsprecher. Der Fostex soll auch einen Bio-Zellulose-Treiber haben (meine ich gelesen zu haben). Vielleicht klingen sie deshalb auch in meinen Ohren recht ähnlich.
          Ich sehe es ähnlich wie Stefan vor mir: Er ist ein Genießer-Kopfhörer. Aber wenn ich Musik höre, möchte ich auch genießen. Draußen auf der Straße gehe ich immer ohne Musik, es käme mir also nicht in den Sinn, ihn mobil zu benutzen, denn dann könnte ich nicht genießen.

          Hätte ich nicht mit dem iBasso bereits einen KH, der mir sehr gut gefällt, würde ich mir vermutlich einen Fostex TH-610 als „Daily Driver“ besorgen (mit dem vermutlich im Sommer nicht hören kann). Aber so habe ich mit dem gemoddeten K701, dem Hifiman Deva und dem iBasso eine Auswahl, die für meinen Geschmack und für meinen Qualitätsanspruch groß genug ist. Der iBasso soll demnächst zum Messen zu Oratoy1990 gehen. Mal schauen, was mit EQ noch möglich ist.


          Warme Worte zum Schluss

          Vielen Dank an Steven_Mc_Towelie und an Mega-Audio für das Möglichmachen dieser Rundreise. Für mich ist das eine tolle Gelegenheit mal einen KH zu hören, den ich sonst vermutlich nicht auf dem Schirm gehabt hätte.

          Bilder habe ich mir gespart, denn 1. kann ich nicht gut fotografieren (obwohl das ja mittlerweile jedes Smartphone von selbst kann) und außerdem wollte ich 2. das Review nicht noch weiter aufblähen. Danke fürs Durchhalten 😉


          [Beitrag von the_det am 31. Jan 2022, 00:30 bearbeitet]
          Raun
          Stammgast
          #19 erstellt: 01. Feb 2022, 11:49

          Gibt’s auch 'ne Bühne oder sowas?

          Tja, hier tu‘ ich mich – im Vergleich zu Lautsprechern – wirklich schwer. Die Greifbarkeit von Soundereignissen ist bei beiden KH fantastisch. Gerade bei elektronischer Musik habe ich oft das Gefühl, die Töne und Klänge würden im Raum schweben und ich könnte sie berühren. Die Soundstage hat beim Fostex ein Loch in der Mitte, bzw. steht der Gesang (oder das Soloinstrument) nie zentral vor mir, sondern ist immer in meinem Kopf. Beim iBasso gibt es das Loch nicht. Dennoch ist hier auch der Gesang im Kopf. Das empfinde ich bei Lautsprechern komplett anders. Da kann ich die Bühne in meinem Hörraum quasi nachbauen (hängt natürlich von der Musik und der Qualität der Aufnahme ab).


          Guten Morgen, danke für deinen Bericht.

          Ich höre die Stimmen in der Mitte, wie es für mich sein muss, kann es sein das wir das hier auch subjektiv empfinden?
          the_det
          Inventar
          #20 erstellt: 01. Feb 2022, 22:33

          Raun (Beitrag #19) schrieb:
          Ich höre die Stimmen in der Mitte, wie es für mich sein muss, kann es sein das wir das hier auch subjektiv empfinden?

          Ja, das nehme ich an. Ich denke, da spielt auch eine gewisse Hör-Erfahrung eine Rolle. Im konkreten Fall verorte ich Stimmen schon zentral, aber eben nicht vor mir, sondern eher im Corpus Callosum (danke Wikipedia )
          Und dass es subjektiv ist, zeigt sich auch daran, dass ich bei vielen Hifi-Reviews - egal was für Komponenten - nicht mitgehen kann.
          Bernd.Klein
          Inventar
          #21 erstellt: 02. Feb 2022, 00:09
          ...die Ortbarkeit /Außer-Kopf-Lokalisation wird besser, wenn die Treiber etwas schräg angestellt sind (von vorne nach hinten), wie z. B. beim Focal Utopia...
          the_det
          Inventar
          #22 erstellt: 02. Feb 2022, 12:34
          Beim AKG K701 und beim iBasso SR ist das über asymetrische, "schräge" Polster gelöst. Dennoch bekomme ich den Gesang oder das Soloinstrument nicht vor den Kopf. Das sehe ich auch nicht als großes Problem an, finde es nur bemerkenswert. Vielleicht gibt es ja den Kopfhörer für mich, der die perfekte Bühne darstellt. Die Suche danach macht jedenfalls bislang viel Spaß
          captain_carot
          Inventar
          #23 erstellt: 03. Feb 2022, 18:05
          Bisher ist es bei Kopfhörern für mich immer so gewesen, dass die Front bestenfalls in der Stirn steht, der Klang links und rechts dann dafür vllt bis Hinterkante Schulter reicht, wenn die Kopfhörer denn nennenswerte Bühne haben. Gibt da auch gerne mal Fehlabbildungen. Das Triangel? Pling bei Signe von der Eric Clapton Unplugged würde ich z.B. ganz knapp über meinem Hinterkopf einordnen, und das bei einem Kopfhörer, wo das Staging noch besser funktioniert.

          Bei In Ears etwa hab ich, zumindest ohne virtuellen Raumklang oder binaurale Aufnahme, jedenfalls reine Im-Kopf-Ortung. Fängt halt faktisch am einen Ohr an, reicht über den Hohlraum in der Mitte dann auf exakt gerader Linie zum anderen Ohr und Ende.

          Aktuell überlege ich unter anderem deswegen, im Frühjahr mal nach einem günstigen T1 2nd zu suchen. Angeschrägte Polster haben mir da bisher bei den zwei Kopfhörern, wo ich es probiert habe, noch nicht gereicht. Der leicht schräge Treiber der Sennheiser HD 5xx auch nicht.

          Mit Lautsprechern will ich das bei der Räumlichkeit gar nicht vergleichen, zumal ich da auf Punktschallquellen setze.
          MOS2000
          Inventar
          #24 erstellt: 03. Feb 2022, 18:36
          Für mich kann ich da nur sagen, dass dies auch eine Sache der entsprechenden "Gewogenheit" oder Tagesform ist.

          Wenn ich mich -total- auf ein Album einlasse und komplett abschalte, dann stellt sich für mich bei manchen KH auch eine (halbwegs richtige) Bühne ein. Tendenziell können das offene bei meinem Kopf / Ohren besser.

          Dazu gehört auch, dass der KH so leicht ist dass man ihn komplett vergisst; also das Gefühl am Kopf selbst.
          Regelmäßig kann ich das erleben mit dem Sony MA900 - welcher auch mein mit Abstand bequemster Kopfhörer ist. Federleicht und die Polsterung sehr groß und nur sehr leicht aufliegend. Mit den 80 mm Treibern nimmt er eine Sonderstellung ein und ist beim absoluten Pegel begrenzt, aber keiner kann mir so viel "Luft" um alles vermitteln wenn ich das auch zulasse.

          Bizarrerweise kann das auch der KOSS Porta Pro teilweise - weil er so leicht ist.
          Dritter im Bunde der das schafft ist mein ziemlich alter AKG K702 - noch aus Schweizer Produktion.

          InEars sind für mich nur "Bettgenossen" oder "Arbeitskopfhörer" - weil ich bei denen das Gefühl dass "was im Ohr steckt" nie loswerde - dies bedeutet aber nicht dass sie nicht sehr gut klingen können. Ich kann sie nur nicht länger als vielleicht 45 bis 60 Minuten im Ohr lassen. Habe wahrscheinlich die richtigen Plugs für mich noch nicht gefunden.

          Richtige Studio-Kopfhörer können das aber alle nicht, aber da ist meine Aufmerksamkeit auch anders gebunden. Tendenziell schwerer und wertiger ist auch ein Garant dafür dass bei mir eher die im Kopf Ortung Einzug hält - wobei das keine Aussage zu empfundenem Klang / Qualität sein soll.

          Liebe und Grüße
          MOS2000
          the_det
          Inventar
          #25 erstellt: 03. Feb 2022, 19:21
          Mit In-Ears bin ich auch nie richtig warm geworden - vermutlich auch, weil die Separation dort am ausgeprägtesten ist. Momentan höre ich sehr viel elektronische Musik, vor allem IDM. Da gibt es keine Bühne. Alles Computer
          Ja, und was die Bühne betrifft kann man sich auch irren: Eins meiner Lieblings-Live-Alben ist Slip, Stitch and Pass von Phish. Dort ist das Schlagzeug - wie üblich - in der Mitte zu hören. Auf dem Konzert (ich war seinerzeit dort) hat das Schlagzeug am rechten Bühnenrand gestanden. Also auch auf dieser Live-Aufnahme ist es nur eine Fake-Bühne


          [Beitrag von the_det am 03. Feb 2022, 19:22 bearbeitet]
          captain_carot
          Inventar
          #26 erstellt: 03. Feb 2022, 23:41
          Die Abmischung ist oft nicht wirklich so wie live. Ist ja auch gerne mal Schlagzeug in voller Stereobreite.

          Bei Electronica kann es je nach Musiker so einige räumliche Spielereien geben.
          Hgh-Fdlt
          Stammgast
          #27 erstellt: 24. Feb 2022, 00:45
          Dann möchte ich euch nun mit meinen Eindrücken zum Fostex TH 610 bereichern.

          Die Verarbeitung ist gut, der KH sitzt gut, drückt nicht und lässt sich vergessen, wenn man ihn länger aufhat. Zumindest mein subjektiver Eindruck, denn alles steht und fällt mit der eigenen Kopfform und – Größe.
          Was mir gar nicht gefallen hat, waren die Verbindungsstecker für das Kabel an den Ohrmuscheln. Ich würde einen 3,5mm Jack bevorzugen, der Variabilität wegen, aber das ist nicht mein Kritikpunkt. Schlecht gelöst finde ich die Stecker deshalb, weil sie sehr weit aus der Muschel herausragen und folglich je nach Kopfhaltung und dem etwas steifen Kabel ich unten im Bereich des Schlüsselbeins manchmal keinen Platz hatte. Auch, dass das Kabel sehr mikrophonisch ist, machte sich hier sehr negativ bemerkbar. Wären die Stecker in der Muschel drin, wie Audeze das mit ihren Steckern macht, wäre das schon viel besser.

          Klang
          Hier muss ich sagen, auch nach intensivem Hören und Gegenhören mit einem iBasso SR2 fehlt es dem KH an Mitten. Ich empfinde ihn als sehr Höhen betont, was je nach Musik bei längeren Sessions auch anstrengend sein kann. Jedoch löst er dafür sehr gut auf und ist dabei sehr präzise. Ein Eindruck, welchen der Denon AH D9200, den ich einen Tag nach dem Absenden des Fostex probe gehört habe, so nicht bieten konnte. Er geizt im Hochton zwar ebenfalls nicht mit Energie, aber ließ gerade im Metal doch Präzision missen. Das machte der Fostex merklich besser.
          Im Bass habe ich nichts vermisst. Stets schnell, druckvoll, tief, wenn nötig. Einzig im Mittenbereich fehlte mir was, wenngleich der Unterschied zum SR2 beim direkten Wechsel zwar hörbar, aber nicht so groß ausfiel. Ich hatte, den Fostex auf den Ohren, oft das Gefühl, da klafft eine große Lücke, doch wenn ich den SR2 aufsetzte, war der Unterschied nicht mehr ganz so groß. Natürlich hört jeder anders und meine Ohren sind nicht mehr die Jüngsten, aber so empfand ich es zumindest.
          Trotzdem konnte ich auch über längere Zeit mit dem Fostex Musik hören, einzig bei Blues wurde er mir aufgrund seiner Höhenbetonung irgendwann zu anstrengend. Metal, Elektro, Songwriter, Jazz waren dagegen kein Problem. Einen Tick weniger Höhen und mehr Mitten und er wäre für meine Ohren perfekt, denn er sitzt sehr gut. Allerdings habe ich bis dato noch keinen unbequemen KH aufgehabt. Ich scheine einen KH-freundlichen Schädel zu haben.

          Neben dem Denon 9200 habe ich an diesem Tag auch den Audeze LCD XC gehört und fand diesen konzeptbedingt im Bass zurückhaltender, als den Fostex und besonders den Denon, der sehr wuchtig werden kann. Dafür hatte er schöne dezente Höhen und ließ im Mittenbereich nichts vermissen. Klang sehr natürlich. Aber einmal mehr stellte ich bei mir fest, dass ich mit dynamischen Kopfhörern besser bedient bin. Irgendwie fehlt es den Planaren an Charakter, sie sind mir in jeder Hinsicht zu unauffällig.
          Zur Bühne kann ich nichts sagen, da sich bei mir, wenn ich über KH höre, einfach keine aufbaut, siehe Bühnenabbildung. Damit muss ich leben, aber da ich es anders nicht kenne, vermisse ich hier auch nichts

          So, hoffe für den einen oder anderen was Interessantes geschrieben zu haben, sonst einfach schnell weiter scrollen.
          captain_carot
          Inventar
          #28 erstellt: 01. Mrz 2022, 00:03
          Fostex TH-610 Review

          Mein normales Kopfhörer Revier ist eigentlich der 150-200,-€ Bereich. Für Over Ears, sollte ich dazu sagen. Das mag der eine oder andere als Brot und Butter Segment ansehen, aber so mancher Kopfhörer Klassiker befindet oder befand sich in dem Preissegment und obendrein höre ich nicht unbedingt primär mit Kopfhörern, sondern vor allem am PC oder zu später Stunde. Das ändert natürlich nix daran, dass man immer wieder mal gucken möchte, was ein oder zwei Klassen drüber passiert und ob man nicht vielleicht etwas verpasst. Die Fostex Rundreise war hier natürlich eine willkommene Gelegenheit, einzige Bedingung war tatsächlich ein Review. Nun denn, hier kommt es.

          Optik, Verarbeitung und Verpackung
          Warum eigentlich letzteres? Nun, der Karton macht einen durchaus gelungenen Eindruck. Aber mal eine ganz ernsthafte Frage, warum so groß? Letztlich befinden sich Kopfhörer, Kabel und ein Transportbeutel in der Verpackung, nicht mal ein Hardcase, man könnte hier ganz gut auf ein Stück Verpackung verzichten, ohne irgendwelche Nachteile in Kauf zu nehmen.
          Sehen wir davon mal ab ist der TH-610 ein klar und relativ nüchtern gestalteter Kopfhörer mit gewissen, visuellen Highlights, das Walnussholz (ja, es ist eine Walnuss Art) und die chromfarbenen Elemente dürfen es hier optisch 'reißen' und das machen sie in meinen Augen genau richtig. Der Rundreise-Hörer ist mittlerweile durch einige Hände gegangen, leider sieht man das manchen Stellen nun doch ein wenig an. Andererseits heißt das in der Praxis auch, man kann eigentlich ziemlich sicher davon ausgehen, dass der Kopfhörer bei pfleglicher Nutzung sehr lange gut aussehen muss. Mehr noch, verarbeitungsseitig macht sich immer noch keine Schwäche bemerkbar. An der Stelle, die Größeneinstellung rastert extrem sauber ein.
          Leider ein doppeltes Negativum beim Kopfhörer selbst ist für mich das gewebeummantelte Kabel. Das ist nicht nur relativ steif, sondern auch noch ziemlich mikrophonisch. Es gibt zwar durchaus schlimmere Kandidaten, aber eben genug Fälle, die nicht so viele Geräusche mitnehmen. Zweites Negativum, proprietärer Anschluss und kein 3,5mm Kabel, gemessen am Preis des Kopfhörers und der Tatsache, dass man den Fostex an Mobilgeräten durchaus noch anhören kann ist das tatsächlich enttäuschend.

          Tragekomfort und Isolation
          Zäumen wir das Pferd noch mal von hinten auf. Die Isolation des TH-610 ist für einen geschlossenen Over Ear eher mäßig. Wer wirklich starke, passive Geräuschisolation sucht, der dürfte mit anderen Kopfhörern am Ende besser beraten sein. Wer aber keinen allzu abschirmenden Kopfhörer sucht, der ist hier sicher schon gut aufgehoben. Weil es ein geschlossener Kopfhörer ist, zumal mit, ziemlich hochwertigen, Kunstlederpolstern, werden die Ohren natürlich auch warum und gegebenenfalls auch etwas schwitzig. Nun, das liegt hier in der Natur der Sache.
          Davon ab gibt es hier keine Schwäche zu vermelden. Der TH-610 passt sich gut an meinen Kopf an, die Polster haben genug Höhe und Tiefe, könnten vielleicht noch eine Nuance breiter sein, es drückt aber auch nach länger Zeit nichts.. Ich habe allerdings auch weder einen kleinen Kopf noch zierliche Ohren. Das nicht gerade geringe Gewicht von 500 Gramm mit und immer noch 380 Gramm ohne Kabel merkt man nicht wirklich. Und ja, man kann mit dem TH-610 durchaus liegen. Solange man nicht zu tief mit dem Kopf ins Kissen sinkt. Ein Kopfhörer zum Vergessen und nur noch Musik hören also? Für mich nicht ganz, dafür ist unter anderem der Wärmestau an den Ohren dann doch etwas zu hoch, das Kopfband zu spürbar. Dennoch, bequem ist der TH-610 definitiv.

          Klang
          Klar, das wichtigste, wie klingt er denn nun? Tatsächlich ist der TH-610 eher auf der warmen Seite zuhause. Durchaus noch ausgewogen, aber in den oberen Mitten/unteren Höhen etwas zurückhaltend und in Grundton dann etwas dick. Dabei klingt er nun keineswegs dunkel, hat aber definitiv einen ziemlichen Wohlfühlcharakter. Mit den meisten Musikrichtungen klappt das auch sehr gut, von Rock über teils etwas souligen Pop bis hin zu Klassik funktioniert der Fostex einfach. Redemption Song klappte ebenso wie Riff Raff live. Der Ori and the Blind Forest Soundtrack kommt emotional genau so berührend an, wie er soll.
          Außerdem schafft der TH-610 es ziemlich gut, Details darzustellen ohne sie heraus zu stellen. Schallereignisse sind immer gut separierbar, wenn man es will, der Kopfhörer hinterließ bei mir aber nie den Eindruck, etwas künstlich hervor zu heben. Davon ab ist er denkbar unnervig.
          Manchmal vielleicht sogar etwas zu viel des Guten. Denn anders als bei anderen Musikrichtungen fehlte mir bei Melodic Death Metal einfach Attacke. Mit Eingewöhnung auf den TH-610 sähe das vielleicht anders aus, im Vergleich zu meinen eigenen Hörern ist der Fostex hier aber einfach etwas zu zurückhaltend

          Was manchen fehlen wird, anderen dafür sicher nicht ist der Bassdruck, den so mancher geschlossene Kopfhörer aufbauen kann. Im Zusammenspiel mit dem warmen Grundton kann der Tiefbass, für einen geschlossenen Hörer, sogar minimal zurückhaltend klingen und erinnert mich dann teilweise eher an offene oder halboffene Over Ears.

          Pegelseitig gibt eher mein Gehör auf als der TH-610. Nun bin ich auch mit Kopfhörern kein Lauthörer, der Custom One neigt aber zum Beispiel ab einem gewissen Level zu 'koloriertem' Bass, wofür erhöhter Klirr verantwortlich ist.

          Ein für mich generell schwieriges Thema ist die räumliche Abbildung von Kopfhörern. Nennenswerte Vorne Lokalisierung will hier selten auftreten, schon gar nicht Außerkopflokalisierung nach vorne hin. Leider schafft der Fostex es bei mir, trotz der angewinkelten Ohrpolster, dann auch nicht, mehr Tiefe aufzubauen als der Beyerdynamic DT 880. Mein primärer geschlossener Kopfhörer ist ein Beyerdynamic Custom One mit Velours Polstern. Dieser wiederum wirkt noch etwas 'offener' als der Fostex. Wobei der TH-610 keineswegs eng wirkt. Für einen geschlossenen Kopfhörer baut er aus meiner Sicht sogar relativ weit auf.


          Fazit:
          Der Fostex TH-610 ist ein toller Kopfhörer, sämtliche Kritik erfolgt entsprechend auf ziemlich hohem Niveau. Lohnt der TH-610 sich also? Das ist nicht nur eine Frage des Budgets, es ist unter anderem auch eine Frage des Nutzungsprofils. Und man sollte sich in jedem Fall klar sein, dass ein Kopfhörer in der Preisklasse eben nicht vier mal so gut klingt, wie ein 150,-€ Kopfhörer. Manchmal liegen qualitativ nur Nuancen zwischen den Preisklassen, manchmal kann sich der teurere Kopfhörer auch wieder deutlich absetzen. Verarbeitungsseitig sieht das wieder anders aus, der TH-610 hinterlässt einen deutlich wertigeren Live Eindruck als beispielsweise ein Beyerdynamic DT 880 oder Sennheiser HD 600.

          Mir persönlich würde nur mit einem geschlossenen Kopfhörer etwas fehlen. Daran ändert auch der Fostex nichts. Ich brauche einfach auch meine offenen Hörer und hätte persönlich wohl mehr davon, wenn ich das Budget in je einen guten offenen und geschlossenen Hörer stecken würde.

          Gelegenheits-Kopfhörer-Hörer sollten sich vor dem Kauf wiederum fragen, ob der TH-610 sich für sie wirklich lohnt.

          Allerdings, wer einen hochwertigen, geschlossenen Kopfhörer sucht, für den dürfte der Fostex TH-610 ganz sicher ein heißer Kandidat sein. Durchaus ein Wohlfühlkopfhörer, aber im positiven Sinne.
          Raun
          Stammgast
          #29 erstellt: 02. Mrz 2022, 17:29


          Top Review, Danke!
          Raun
          Stammgast
          #30 erstellt: 08. Mrz 2022, 21:17
          Hallo,

          ich bin auf der Suche nach einem Balanced Kabel für den Fostex, gibts da was "von der Stange" was nicht gleich 100+ Euro kostet?

          Da ich das eh nur am Qudelix nutzen könnte, müsste es nicht so teuer sein.
          Hgh-Fdlt
          Stammgast
          #31 erstellt: 09. Mrz 2022, 11:06

          Raun (Beitrag #30) schrieb:

          ich bin auf der Suche nach einem Balanced Kabel für den Fostex, gibts da was "von der Stange" was nicht gleich 100+ Euro kostet?


          Was erhoffst du dir davon? Das hat schon seinen Sinn, warum symmetrische Kabel nur im professionellen Bereich Standard sind
          captain_carot
          Inventar
          #32 erstellt: 09. Mrz 2022, 11:23
          Wozu Balanced Kabel? Zumal der nicht gerade leistungshungrig schien.
          Steven_Mc_Towelie
          Inventar
          #33 erstellt: 09. Mrz 2022, 15:54
          @Raun
          entgegen einiger Behauptungen und Werbeversprechen von Herstellern und Verkäufern, macht es nur Sinn, wenn dir der Kopfhörer zu leise ist.

          Aber andererseits, wenn du die Kohle hast und dich damit besser fühlst, macht es auch nichts kaputt, höchstens aus Versehen deine Ohren oder den Kopfhörer.

          Den TH 610 bekomme ich am Qudelix so laut, wie ich nie hören würde, selbst mit reichlich Headroom beim EQing
          Raun
          Stammgast
          #34 erstellt: 09. Mrz 2022, 16:14
          Genau das ist der Punkt, wenn ich den EQ auf den Preset stelle, ist es nicht leise aber eben halt auf 80%, wenn ich laut höre.

          Lauter würde ich nicht hören, das stimmt schon.

          Headroom? Bahnhof. Höre gerade wieder ohne EQ, dann ist das vollkommen ausreichend.

          Gut, dann lass ich das sein, ihr habt ja recht. Placebo ist als Band besser
          BurtonCHell
          Inventar
          #35 erstellt: 09. Mrz 2022, 16:31
          Auch beim BTR5 geht der TH-X00 (der etwas smoothere Bruder vom TH-610) so laut, dass man sich schon bei 50 von 60 die Ohren kurzfristig ruinieren könnte ..

          Wenn man natürlich das störrische Original-Eselschwanz-Kabel aus Komfortgründen ersetzen möchte, kann ich das nur allzu gut verstehen ..


          [Beitrag von BurtonCHell am 09. Mrz 2022, 16:47 bearbeitet]
          captain_carot
          Inventar
          #36 erstellt: 09. Mrz 2022, 17:20
          Hab den am kleinen E10 Olympus nur im Low Gain genutzt, ich hätte da jetzt auch keinen Leistung fressenden EQ in Sicht. Mit Smartphone/Tablet am billigen Douk Audio ohne Low Gain hatte ich schon Regelungsprobleme, nicht Balance, aber nur ein sehr kleiner Teil der Lautstärke Regelung nutzbar.
          Raun
          Stammgast
          #37 erstellt: 09. Mrz 2022, 21:35
          Bin schon überzeugt. Das Dicke Kabel finde ich auch ok, an meinem stationären FiiO hab ich ja kein balanced.

          Danke!
          Bernd.Klein
          Inventar
          #38 erstellt: 09. Mrz 2022, 22:13
          ...ich nehme im symmetrischen Betrieb mit einem "ordentlichen" Kabel am umgebauten Fostex "00" (die alte Version hatte ja nur ein fest verbautes Kabel) deutliche Unterschiede zum nichtsymmetrischen Anschluss wahr, es gibt dann einen Gewinn an Lebendigkeit, Dynamik und Transparenz, insgesamt würde ich das auch als "emotionaler" beschreiben wollen...
          touri22
          Stammgast
          #39 erstellt: 10. Mrz 2022, 01:51
          @Raun: Wenn du den Preset eingestellt hast, gehe doch mal in die EQ Einstellungen und nimm nur den voreingestellten PreGain raus, der bei den Presets meist auf -x,x steht. Dann sollt der KH wieder laut genug sein.
          Raun
          Stammgast
          #40 erstellt: 10. Mrz 2022, 17:43
          Hab bei Aliexpress ein Balanced Kabel gefunden, für knapp 40 Euro, leider nimmt das System meine Adresse nicht an...mal sehen.

          Das mit dem EQ schaue ich mir noch mal an. Danke!
          Bernd.Klein
          Inventar
          #41 erstellt: 11. Mrz 2022, 10:25
          ...ich glaube, das geht auch günstiger..

          ....wie groß ist der Abstand der beiden Pins?
          Bernd.Klein
          Inventar
          #42 erstellt: 11. Mrz 2022, 10:37
          ...bzw. einfacher:
          ...hier in amazonien...
          Raun
          Stammgast
          #43 erstellt: 11. Mrz 2022, 12:56
          Der Fostex hat doch sehr spezielle Stecker, wäre das so einfach, hätte ich schon eins
          Steven_Mc_Towelie
          Inventar
          #44 erstellt: 11. Mrz 2022, 12:59
          Könntet ihr so langsam für die Geschichte einen eigenen thread aufmachen, oder zumindest den normalen TH610 thread nutzen?

          Hier sollen die Reviews von den Teilnehmern der Rundreise rein,
          sonst findet nach einiger Zeit keiner mehr sinnvolle Informationen
          Raun
          Stammgast
          #45 erstellt: 11. Mrz 2022, 14:11
          Da hast Du recht, ist die Rundreise noch im Gange?
          touri22
          Stammgast
          #46 erstellt: 12. Mrz 2022, 00:53
          Der Hörer ist heute bei mir eingetroffen. Sitze gerade und teste…
          RobN
          Inventar
          #47 erstellt: 12. Mrz 2022, 01:38
          Ich versuche mein Review über das Wochenende fertig zu bekommen. Habe mir jede Menge Notizen gemacht die jetzt noch in Struktur gebracht werden wollen - ohne dass ein Roman daraus wird...
          RobN
          Inventar
          #48 erstellt: 15. Mrz 2022, 23:57
          Bisher habe ich den Fokus ganz klar auf offene Kopfhörer gelegt, meine meist genutzten Kopfhörer sind ein Hifiman HE-500 und ein STAX SR-303. An geschlossenen Hörern besaß ich nur eher einfache und/oder ältere Modelle, da sich aber aktuell für mich die Anforderung nach einem hochwertigen Geschlossenen ergab kam mir diese Rundreise gerade recht. Während die Rundreise schon lief habe ich mich zudem noch spontan zum Kauf eines anderen guten geschlossenen Hörers (Audeze LCD-2 Classic Closed-Back) entschieden, der natürlich auch gegen den Fostex antreten musste.

          Optik, Verarbeitung und sonstiges
          Der Fostex kommt in einem recht großen Umkarton, in dem sich ein weiterer üppig mit Schaumstoff gepolsterter und recht hochwertig wirkender Karton befindet. Zwar kann er es nicht mit der samtartig ausgekleideten Klappkiste meines Hifiman oder gar dem Alu-Flightcase des Audeze aufnehmen, aber da ich die Kopfhörer in der Regel ohnehin auf Ständern aufbewahre und die Cases nur Platz im Schrank wegnehmen ist das durchaus zu verkraften.

          Optisch gefällt mir der Fostex sehr gut, die Cups aus Walnussholz in Kombination mit der schwarzen Aufhängung passen gut zusammen und geben dem ganzen einen edlen Touch. Die Konstruktion an sich kenne ich schon von meinem betagten Denon AH-D2000, der als einer der Urahnen mit Fostex-Genen praktisch identisch konstruiert ist allerdings Cups aus grauem Kunststoff und silberne Aufhängungen besitzt. Die Verarbeitung des Fostex wirkt tatsächlich besser als bei seinem Denon-Bruder, was zum Teil sicherlich am fortgeschrittenen Alter des letzeren liegt aber durchaus auch mit Verbesserung der Konstruktion zu erklären sein könnte.

          Nicht ganz optimal finde ich das Kabel. Zum einen sind hier die proprietären Stecker auf der Kopfhörerseite zu nennen, die sicherlich die Suche nach Ersatz erschweren. Zum anderen ist es ansonsten der praktisch identische (dort aber nicht abnehmbare) "Gartenschlauch" den ich schon beim Denon suboptimal finde - dick, störrisch und mit relativ starker Mikrophonie. Leider hat es im Gegensatz zum Denon-Kabel auch nur einen fixen 6,3mm-Klinkenstecker, obwohl sich der TH-610 durchaus gut auch am Smartphone oder mobilen Playern betreiben lässt.

          IMG_1793 IMG_1782-2 IMG_1785 IMG_1787

          Tragekomfort
          Auch der ist identisch zum Denon, das aber im durchweg positiven Sinne. Der Fostex ist leicht und hat wenig Anpressdruck, einzig die Ohrausschnitte der ansonsten recht üppig dimensionierten Polster sind leider etwas klein geraten. Dadurch liegen meine Ohren immer ein wenig an. Damit sitzt er trotzdem sehr bequem, drückt nur nach einer Weile auf der rechten Seite. Aber das Problem habe ich mit fast allen Kopfhörern mit ovalen Polstern oder Ausschnitten - mal mehr, mal weniger. Der Fostex gehört auf jeden Fall zu den bequemeren Modellen.

          Die Isolation, ein Schwachpunkt der alten Denons, ist deutlich besser geworden. Auch wenn manche Geschlossene das noch besser können, es reicht auf jeden Fall um seine Umwelt nicht mit austretender Musik zu nerven und man wird auch einigermaßen abgeschottet sobald Musik läuft.

          Klang (allgemein)
          Insgesamt ist der Fostex für mich ganz klar eher auf der leicht dunklen Seite der Macht, auch wenn er eine Betonung in gewissen Bereichen der Höhen besitzt. Aus dem Gedächtnis erinnerte er mich tatsächlich spontan etwas an den Denon D5200 den ich vor einer Weile hier hatte, nur jeweils mit einem Tick mehr Höhen und weniger Bass. Aber der direkte Vergleich fehlt mir natürlich.

          Bühne/Räumlichkeit
          Ich muss zugeben, mich mit dem Thema Bühne generell schwer zu tun. Vor allem bei Kopfhörern, daher halte ich mich in dem Punkt zurück. Einzelne Instrumente und Schallereignisse lassen sich auf jeden Fall einwandfrei orten und zuordnen. Die Räumlichkeit finde ich insgesamt sehr gut, der Fostex wirkt in der Hinsicht relativ offen und weiträumig und überhaupt nicht beengt.

          Bass
          Trotz der eindeutig vorhandenen leichten Betonung spielt er immer sauber und knackig und ist frei von unangenehmem Dröhnen oder Resonanzen, auch bei höheren Pegeln. Extrem tief reicht er zudem. Je nach Musikrichtung passt für mich die Abstimmung mal mehr, mal weniger: bei elektronischer Musik gefällt er mir in der Regel sehr gut, bei "Limit to your Love" von James Blake etwa ist er extrem tief, mächtig und trotzdem sauber ohne alles mit Bass zu erschlagen. Auch bei Pop oder Singer/Songwriter passt es in der Regel sehr gut. Bei klassischem Rock ist der Bass meist ebenfalls im Rahmen, etwas anders sieht es aber dann bei Metal, Alternative und Dark Rock aus: vor allem bei modernen, ohnehin eher fett abgemischten Aufnahmen bleibt er zwar stets sauber und dröhnfrei, trägt aber für meinen Geschmack ein wenig zu dick auf.

          Mitten
          Die Mitten sind leicht abgesenkt, ohne dass der Klang aber insgesamt ins Dosige tendiert. Auch hier zeigt sich ein gemischtes Bild: je nach Stimmlage klingen für mich Stimmen oft leicht belegt oder zu dunkel bzw. fett. Auffällig ist das mehr bei Männer- als bei bei Frauenstimmen, aber es gibt Ausreißer in beide Richtungen. Allerdings fällt das vor allem im direkten Vergleich mit Hörern wie dem Audeze auf, die es besser machen. Wenn man sich einmal auf den Fostex eingelassen und eine Weile eingehört hat kann dieser Eindruck in den meisten Fällen weitestgehend verschwinden, nur bei in der Hinsicht schwierigen Aufnahmen kann es manchmal weiterhin leicht "falsch" klingen. Und auch hier kommt es wieder auf die Musikrichtung an: bei Elektronik, Pop oder Singer/Songwriter fiel es mir weniger auf als bei (Dark) Rock oder Metal.

          Höhen
          Wie schon eingangs erwähnt: insgesamt eher leicht auf der dunklen Seite. Man hat nie das Gefühl das es an Details fehlt oder der Fostex mit "angezogener Handbremse" spielt so wie es mir damals bei dem Denon vorkam, für meinen Geschmack ist er dennoch meist noch einen Tick zu zurückhaltend - aber auch hier wieder je nach Musikrichtung mehr oder weniger. Insgesamt ergibt sich ein sehr ähnliches Bild wie beim Bass und Mitten: bei Singer/Songwriter und Pop sind die Höhen noch durchaus passend, bei Elektronik mal mehr und mal weniger, das selbe gilt für klassischen Rock. Bei Metal und Dark Rock wird es mir dann oft doch zu wenig und somit zu brav, womit ein wenig Attacke und Aggressivität verloren gehen. Allerdings gilt auch hier: bei älteren, oft eher hell abgemischten Aufnahmen (Metallica, Saxon, Pantera etc.) kann es aber durchaus noch gut passen.

          Gehört wurde ausschließlich am PC über einen Cambridge Audio DacMagic 100 und verstärkt vom Lake People G103-S. Getestet habe ich mit diversen Songs und Alben von:

          Singer/Songwriter: Agnes Obel, Anette Askvik, Emily Jane White
          Pop: Michael Jackson, Phil Collins, Florence + The Machine
          Dark Rock, Alternative: Mono Inc., Lord of the Lost, Evanescence, L’Âme Immortelle
          Metal: Rhapsody, Metallica, Saxon, Pantera, Stratovarius, Tarja, Five Finger Death Punch
          Rock: U2, Queen
          Electro/Synthpop: VNV Nation, Mesh, Deine Lakaien, T.O.Y., Editors, Trentemøller

          Kurze Eindrücke im Vergleich zu einigen meiner anderen Hörer:

          Audeze LCD-2 Classic Closed-Back:
          Klingt insgesamt heller, vor allem durch deutlich mehr Betonung der Höhen und oberen Mitten. Aber auch hörbar mehr Auflösung und präsentere Stimmen. Der Bass ist etwas zurückhaltender, aber auch recht linear tief reichend sowie schnell und knackig. Noch etwas bessere Räumlichkeit. Kann aber bei höhenreichen Aufnahmen und höheren Pegeln durchaus schon mal ganz leicht ins Anstrengende tendieren, auch wenn er keine Probleme mit Sibilanten hat. Aber generell doch eher sezierend statt verzeihend und entspannt wie der Fostex.

          Sehr groß und sehr schwer, daneben wirkt der Fostex richtig klein. Tragekomfort ist etwas schlechter, das hohe Gewicht merkt man zwar nicht unbedingt auf dem Kopf aber trotz relativ geringen Anpressdrucks an den Ohren. Dafür sind die Polster deutlich bequemer und die Ausschnitte geräumiger, so dass man etwas variieren kann um den Sitz an den Ohren zu verbessern. Die Isolation ist ähnlich. Er spielt etwas leiser, aber überraschenderweise nicht sehr viel und ist damit als einziger meiner Magnetostaten auch noch absolut Smartphone-tauglich.

          Die Verarbeitung wirkt nahezu unzerstörbar bzw. wie aus dem vollen gefräst, das hohe Gewicht kommt nicht von ungefähr. Dafür ist beim Design eher "Form follows function" angesagt und er ist bei weitem nicht so hübsch wie der Fostex. Das geflochtene Kabel ist dagegen super: dünn und flexibel, praktisch keine Mikrofonie und mit Mini-XLR-Steckern auf Kopfhörerseite.

          IMG_1762

          Denon AH-D2000:
          Der entfernte Cousin, trotzdem sehr viel heller und deutlich mehr Höhen. Insgesamt aggressiv/metallisch. Kann sehr anstrengend sein, weshalb ich ihn auch eigentlich nicht mehr nutze. Mitten noch deutlich stärker abgesenkt und ziemlich hohl/topfig. Der Bass ähnelt immerhin dem Fostex, relativ linear angehoben und sehr tiefreichend. Vielleicht etwas weniger präzise. Tragekomfort ist identisch. Isolation sehr deutlich schlechter sowohl nach innen als auch nach außen. Ein wenig leiser.

          IMG_1755

          Creative Labs Aurvana Live!
          Eigentlich außer Konkurrenz gedacht, tatsächlich von der Abstimmung insgesamt überraschend ähnlich. Oder doch nicht? Immerhin ist er auch ein Fostex-Derivat mit den typischen (aber etwas kleineren) Biozellulose-Treibern, die Gehäuse- und Bügelkonstruktion kommt bis heute z.B. beim E-Mu Walnut zum Einsatz.

          Etwas mehr Höhen und Bass, sogar noch minimal bessere Räumlichkeit im Vergleich. Insgesamt in allen Bereichen weniger Details und unpräziserer Bass, der manchmal leicht zum Dröhnen neigen kann. In den Mitten generell noch minimal abgesenkter, trotzdem klingen Stimmen teilweise sogar weniger belegt. Bei manchem Songs klingt er dem Fostex extrem ähnlich, meist aber durch die Bank etwas heller und bassbetonter. Tragekomfort ist etwas schlechter. Zwar extrem leicht aber auch extrem klein, so dass er bei mir eher On-Ear ist. Dafür praktisch kein Anpressdruck. Isolation dementsprechend sehr schlecht, die Kehrseite der guten Räumlichkeit. Etwas lauter/empfindlicher.

          IMG_1763

          Mein Fazit
          Insgesamt weiß der Fostex durchaus gut zu gefallen. Ein bequemer, sehr entspannter und niemals nerviger oder aufdringlicher Kopfhörer mit trotzdem noch ordentlich Details und toller Verarbeitung, mit dem man mit sehr vielen Musikrichtungen glücklich werden kann. Mir persönlich fehlte es dann aber doch obenrum ein wenig an Luft und Frische, um sich für mich als *der* glücklich machende Allrounder zu qualifizieren.

          ... und zum Guten Schluss!
          Vielen Dank an Steven_Mc_Towelie für das Durchführen dieser Rundreise! Ich finde deinen Einsatz großartig und hoffe, demnächst auch mal wieder rechtzeitig mitzubekommen wenn etwas Interessantes ansteht. Und als allerletztes: Respekt an alle, die bis hierhin durchgehalten haben! Der Vorsatz mit dem Kurzfassen ist mir leider doch nicht so ganz geglückt


          [Beitrag von RobN am 16. Mrz 2022, 00:08 bearbeitet]
          Raun
          Stammgast
          #49 erstellt: 16. Mrz 2022, 16:52
          captain_carot
          Inventar
          #50 erstellt: 16. Mrz 2022, 16:58
          Zeigt in gewisser Hinsicht auch mein 'Problem', an sich sehr gefällig, aber mir durch die Abstimmung teilweise zu brav. Was stimmt, der Fostex lässt einen Details durchaus gut heraushören, ohne die aber auf dem Siblertablet zu präsentieren. Für mich persönlich hätte die Abstimmung unterm Strich halt neutraler sein dürfen, man kann aber auch nicht sagen, dass der Fostex mit seinem Wohlfühlcharakter etwas wirklich falsch macht.
          RobN
          Inventar
          #51 erstellt: 17. Mrz 2022, 00:51

          captain_carot (Beitrag #50) schrieb:
          man kann aber auch nicht sagen, dass der Fostex mit seinem Wohlfühlcharakter etwas wirklich falsch macht.

          Nein, definitiv nicht. Das Gesamtpaket stimmt durchaus, wenn man die Abstimmung mag - und das ist halt letztlich Geschmackssache. Ich merke z.B. immer wieder, dass ich eher ein Freund von Höhen bin.
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