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Meine Lautsprecher-Odyssee durch und ihr vorläufig finales glückliches Ende (mit Bildern)

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luckyspiff
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 04. Nov 2012, 23:39
Nachdem ich nun eine sehr lange Lautsprecher-Odyssee hinter mir habe, bei der ich viel gelernt habe und die nun zu einem guten (vorläufigem) Ende geführt hat, habe ich mal einen längeren Erfahrungsbericht geschrieben, der vielleicht den ein- oder anderen interessiert. Damit es nicht so langweilig wird, hab ich ein paar Bilder eingestreut. Also los...

Im lauf der letzten 25 Jahre habe ich weit über 1000 CDs gesammelt, die zum Glück nur noch Dachboden-Regale füllen, da ich den größten Teil davon bereits als FLAC bzw. MP3 auf die Server-Festplatte verbannt habe und via SqueezeBox touch an den AV-Receiver in meinem Wohnzimmer streame. Bis zum Frühjahr diesen Jahres war ich mit dem über 20 Jahre alten 5.0 Lautsprecher-System ganz zufrieden, bestehend aus zwei passiven Canton Plus C Subwoofern, vier kleinen Canton Plus S Satelliten sowie einem (nicht ganz so alten) Canton AV 700.2 Center (5.0, da die Subwoofer nur passiv zu speisen sind und somit am Ausgang von Front- bzw. Surround-Lautsprechern hängen). Die winzigen Satelliten erzeugen in Verbindung mit dem Subwoofer einen recht guten Klang, vor allem, wenn man bedenkt, dass sie kaum größer als eine Konservendose sind (10x12x21cm).

Vor fünf Jahren ging mein alter Stereo-Verstärker hops und wurde durch einen AV-Receiver ersetzt (Denon AVR-2807), der einen Ausgang für einen aktiven Subwoofer hat. Daher wollte ich mir schon länger mal einen aktiven Subwoofer zulegen. Anlässlich eines Kollegen, der mich wegen Lautsprechern um Rat gefragt hat, machte ich mich auf die Suche und hab dann bei Amazon den Canton AS 85.2 SC bestellt, der in seiner letzten Charge bereits mit der Elektronik des Nachfolgemodells Sub 8 ausgerüstet ist und mit seinen 200 Euro meiner Ansicht nach ein gutes Schnäppchen ist. Bestellt, angeschlossen und gestaunt: der Bass ist deutlich weniger schwammig, viel präsiser und trockener. Wobei natürlich die Raummoden durch die Anregung von nur einem Subwoofer statt von zwei etwas deutlicher hervortreten (überlege mir evtl. ein zweites Exemplar dieses Subwoofers zu holen).

Canton GLE 490

Wie es der Zufall so will, hat sich kurz darauf ein Hochtöner meiner Satelliten verabschiedet. Gut, nach über 20 Jahren darf das schon mal passieren (ich vermute inzwischen einen Wackelkontakt, der vielleicht von einer kalte Lötstelle her rührt, da der Hochtöner momentan wieder spielt). Da ich inzwschen Platz genug für Standboxen habe und mit meinen kleinen Cantons ganz zufrieden war, hab ich ziemlich blauäugig bei Amazon die Bewertungen gesichtet und mir dann aufgrund der guten Kritiken (und einmal kurz Probehören bei Saturn) die Canton GLE 490 bestellt (Spontankauf, da ich mit 380 Euro bei einem Händler im Netz einen guten Preis gefunden hab). Das Ganze sah dann so in meinem Wohnzimmer aus:

Canton GLE 490

Zwar war ich zu Anfang etwas enttäuscht über den Klang, denn die erwartete Steigerung blieb aus und die Höhen kamen etwas diffus rüber. Aber ich hatte gerade nicht so viel Zeit mich intensiv mit den Lautsprechern zu beschäftigen und dachte, dass sie vielleicht erst eingespielt werden müssen. Demzufolge verstrich die Rückgabe-Zeit zu schnell und dann musste ich sie erst mal behalten. Optisch haben sie mir auch nicht so gut gefallen, es sind ja sehr große schwarze Klötze, die nicht gerade einen Designer-Preis verdienen und deren Verarbeitung zwar tadellos aber eben auch schlicht ist. Je länger sie dann hier standen, desto mehr hat mich der Kauf geärgert. Den diffusen Hochton führe ich inzwischen auf Gehäuse-Vibrationen zurück, da schon der Klopftest wenig vertrauenserweckend ist. Preisklassen-bezogen haben sie sicher einen guten Klang, aber wohl auch nur, wenn man die Straßenpreise heran zieht und nicht die UVP.

Ich betrachtete den Spontankauf als Lehre und beschloss, drei Dinge:
1. dass ich in Zukunft nur noch Boxen kaufen werde, die ich vorher bei mir zuhause gehört habe
2. diese bei einem richtigem HiFi-Fachhändler kaufe
3. auch mehr Geld in die Hand nehmen würde (hab mein Budget erst mal grob auf 1000 Euro + den Erlös für die noch zu verkaufenden GLE 490 festgelegt).

KEF R700

Ich bin dann in ein HiFi-Fachgeschäft in Fürth gegangen, bei dem eine Bekannte von mir recht fair beraten wurde. Ich schilderte dem Inhaber die Enttäuschung über die Canton GLE 490, meine Musik-Vorlieben und Vorstellungen. Da sich ein Kunde vor mir die KEF R700 angehört hatte, von denen ich (in dem kleinem Hörraum) ziemlich beeindruckt war, machte mir der Händler das Angebot die KEF R700 mit einem ordentlichem Rabatt zu verkaufen und meine Canton GLE 490 zu dem Preis in Zahlung zu nehmen, den ich dafür gezahlt habe. Ein faires Angebot, wie ich finde, auch wenn es mein festgelegtes Budget fast verdoppelte. Aber die KEF sahen schon sehr gut aus und die Tatsache, dass ich mich selbst nicht um den Verkauf der Canton GLE 490 kümmern musste, war auch verlockend. Meine Bedingung die Boxen vorher zuhause testen zu können, hat der Händler sofort akzeptiert. Die von mir geäußerten Bedenken, dass mein Denon AVR-2807 nicht annähernd so gut sei wie das Equipment, das er in seinem Hörraum hat (viele teure schwarze Kästen von NAD), wurden von ihm beiseite gewischt. Er meinte mein AVR-2807 hätte schon ein ganz gutes Netzteil und wäre daher wohl kein Problem. Es wurde also ein Termin ausgemacht, wo ich übers Wochenende die Boxen bei mir zuhause in aller Ruhe hören konnte.

Zwei Wochenenden darauf standen also die KEF R700 bei mir im Wohnzimmerund und ich konnte sie ausgiebig probe hören (leider hatte ich es versäumt Fotos zu machen). Ich muss auch sagen, dass sie auf dem Sofa im Stereodreieck bei entsprechend hohem Pegel sehr gut klingen. Zwar nicht so gut wie in dem kleinem schalloptimierten Hörraum des Händlers, aber meine kleinen Canton Satelliten klangen dagegen wie Blechbüchsen. Dennoch fand ich sie nicht so mitreißend, wie ich es mir gewünscht hätte. Außerdem zeigte sich ein anderer, ganz wesentlicher Aspekt, der mir vorher gar nicht bewusst war: sobald man den Sweetspot verlassen hat, klangen die R700 recht schnell dumpf. Am Essplatz und in der Küche, wo ich natürlich kein HiFi erwartete, war der Klang im Vergleich zu den kleinen Canton Satelliten geradezu wie mit Wattepfropfen im Ohr. Auch Abends, wenn ich wegen der schlafenden Kinder nur noch sehr leise Musik hören kann, machten sie mir keinen Spaß. Offenbar sind sie in den Höhen etwas gedämpfter abgestimmt als die Canton. Außerdem brauchen sie Lautstärke, damit es gut klingt. Das war mit meinen Cantons anders. Auch die schiere Größe der an sich sehr schönen schwarzen KEF-Boxen passte nicht in unser Wohnzimmer, was wohl auch an der schwarzen Farbe lag. Es sollten also weiße Boxen werden, die in ihrer Größe nicht so auffallen.

Aus dem vermeintlich gutem Deal wurde also doch nichts und die Boxen gingen zurück an den Händler. Dieser verwandelte sich dann vom ursprünglich fairen Berater schnell in einen Unsinn erzählenden Verkäufer: er wollte mir zunächst B&W Boxen anbieten, die mir aber wegen der gelben Membran nicht gefallen haben und die auch schon in diversen Testberichten damit beurteilt wurden, dass der Klang außerhalb des Sweetspot recht schnell schlecht wird. Darüber hinaus sind sie wegen einer minimalen Impendanz von 2,8 Watt auch nicht ganz unproblematisch was den Verstärker angeht. Als ich diese Boxen ausgeschlossen habe, kam sein letzter Versuch mir etwas zu verkaufen: Er meinte dann ich solle nur die 1200 Euro NAD Endstufe bei ihm kaufen, damit würden dann auch die ungeliebten Canton GLE 490 ganz toll klingen und ich würde gar nichts anderes mehr wollen. Damit war die "Beratung" für mich an einem Punkt angelangt, wo ich sie nicht mehr fortsetzen wollte.

Doch was jetzt? Die ungeliebten Canton GLE 490 standen noch bei mir zuhause und ich war fast so ratlos wie zuvor. Mittlerweile hatte ich eine Kleinanzeige aufgegeben, in der ich die Canton zum Verkauf anbot, bislang ohne Erfolg. Ein Kollege hat mich dann auf Nubert Boxen aufmerksam gemacht, von denen er selbst welche hat, mit denen er sehr zufrieden ist. Da Nubert im Sommer eine Aktion hatte, in der sie die Boxen versandkostenfrei liefern und man sie nach dem Probehören wieder zurück schicken kann, lies ich mir erst mal Informationen schicken. Die Werbeaussagen waren vielversprechend, "ehrliche Boxen" heisst es da. Das auch auf der Webseite erhältliche Pamphlet "Technik satt" überzeugt mich (selbst Ingenieur) mit Fakten und Ingenieurskunst statt Voodo und vielen Superlativen. Da auch explizit das exzellente Rundstrahlverhalten der eingesetzten Hochton-Kalotten hervorgehoben wird, hab ich mir, nach kurzer Beratung im Nubert-Forum, für 2000 Euro die nuLine 284 bestellt, die erst seit einigen Monaten auf dem Markt war.

Nubert nuLine 284

Angekommen, ausgepackt und aufgestellt sah die nuLine 284 dann so in meinem Wohnzimmer aus:

nuLine 284

Den Klang fand ich zunächst gar nicht schlecht, insbesondere die Schwäche der diffusen Höhen, die die Canton GLE 490 hatte, leistete sich die nuLine 284 nicht. Sie war dynamisch, hatte eine ausgeprägte Bühne und Spielfreude. Außerdem abgrundtiefe, präzise Bässe, die natürlich raumbedingt je nach Hörplatz etwas unterschiedlich zu hören waren (am besten fand ich sie, wenn man stehend in der Raummitte stand, aber auch auf dem Sofa sind sie schon sehr gut). Wirklich gestört hat mich nur das Gefühl, dass die Stimmwiedergabe nicht besonders natürlich war. Da ich sehr viel Musik mit Gesang höre, war mir das besonders wichtig.

Übrigens hatte sich inzwischen ein Käufer für die Canton GLE 490 gefunden. Ich musste zwar ein paar Euro runtergehen, aber die ca. 40 Euro Verlust verbuchte ich als Lehrgeld und war froh, dass ich sie doch relativ schnell wieder verkaufen konnte. Da er die Boxen persönlich abgeholt hatte, hab ich sie ihm vorgeführt, wobei ich die Canton GLE 490 in Zone 2 parallel zur nuLine 284 angeschlossen, so dass wir beide umschaltend vergleichen konnten. Die Bedingungen waren zwar denkbar schlecht (Aufstellung suboptimal nebeneinander, keine Ruhe da seine Freundin einen sehr genervten Eindruck machte und zudem meine Kinder herumrannten), aber bei den wenigen Sachen, die er probegehört hatte (U2 z.B.), war beim Umschalten zwischen Canton GLE 490 und nuLine 284 kaum ein Unterschied festzustellen. Da war ich selbst ein wenig verblüfft. Allerdings muss ich sagen, dass ich in Ruhe gehört die Musikstücke bei denen mir die diffusen Höhen der Canton aufgefallen sind auf der nuLine 284 sauber gespielt wurden.

Optisch hat mir die nuLine 284 auch nicht so gut gefallen, etwas zu schlank und dünn, außerdem waren die Traversen-Füße schwarz lackiert, was ihnen etwas den Look von Kunststoff gab. Auf den Bildern in den Nubert-Medien gefallen mit die nuVero's mit ihren Klangsegeln schon viel besser.

Nubert nuVero 10

Also hab ich mir, nach einer weiteren Beratung im Nubert-Forum, die nuVero 10 bestellt. Zwar heisst das auch, dass ich mein Budget um fast 500 Euro aufstocke, aber wegen 500 Euro wollte ich ja schließlich keine Kompromisse eingehen.

So sah stand dann also kurze Zeit später eine nuVero 10 bei mir im Wohnzimmer neben der nuLine 284. Wie man auf dem Bild sehen kann, habe ich inzwischen den Subwoofer weiß foliert, damit er besser zu den zukünftigen Standboxen passt (mit d-c-fix Folie, das sieht wirklich gut aus, aber das ist ein anderes Thema). Ich wusste zwar noch nicht, welche Boxen es werden, aber dass sie weiß sein sollen, war mir klar. Wie man vielleicht sehen kann, hatte ich inzwischen auch einen neuen AV-Receiver (ein bei ebay ersteigerter Denon AVR-3311) um Zweifel am Verstärkerklang auszuräumen und vor allem wegen AirPlay, da ich gern mal im iTunes Store nach Musik stöbere und mir den Preview jetzt auf den großen Boxen anhören kann:

nuVero 10 neben nuLine 284

Schon nach dem ersten Songs, die ich gehört habe, war klar, dass die nuVero 10 völlig anders klingt als die nuLine 284. Viel weicher, mit hervorragender Stimmwiedergabe. Aber auch deutlich zurückhaltender, mit weniger Dynamik und weniger ausgeprägter Bühne. Der Unterschied war größer, als ich erwartet habe, denn schließlich proklamiert Nubert von allen seinen Boxen, dass sie besonders neutral klingen. Doch wenn sie, wie oben zu sehen, direkt nebeneinander standen, hatte die nuLine 284 bei direktem Umschalten einen deutlich metallischeren Klang und die Musik klang ein bisschen "wie aus dem Eimer". Obwohl ich mehrfach die Positionen von nuVero 10 und nuLine 284 getauscht und auch beide noch mal einzeln aufgestellt habe, hat sich das nicht geändert. Hier war mir die nuVero 10 definitiv lieber, insbesondere wegen der besseren Stimmwiedergabe. Die nuLine 284 hab ich also kurz darauf zurückgeschickt.

Von der Optik muss ich sagen, dass mir das "Klangsegel" der nuVeros von vorne sehr gut gefällt. Allerdings ist der Korpus hinten nicht gerade eine Schönheit. Die "Nextel" Lackierung macht nun überhaupt nichts her und das gewählte beige/grau des Korpus der weißen nuVero sieht meiner Meinung nach gar nicht gut aus. Nach ein paar Tagen hat man sich zwar daran gewöhnt, aber ich könnte mir wahrlich schönere Boxen vorstellen. Aber jetzt erst mal zu einer völlig anderen Box...

Nubert nuPro A-10

Da ich inzwischen viel im Nubert-Forum unterwegs war, ist mir dort sowie in diversen Testberichten die nuPro A-10 aufgefallen, eine kleine Aktivbox mit eingebauter USB-Soundkarte, die audiophilen Ansprüchen gerecht wird. Ich beschloss also, unabhängig von der Boxensuche im Wohnzimmer, mir die kleine nuPro A-10 für den PC im Hobbyraum zu bestellen, da ich dort auch häufig mal Musik höre und mich die 50 Euro Brüllwürfel schon lange störten. Zwar sind 470 Euro für PC-Lautsprecher schon sehr viel Geld, da diese aber von vielen Leuten sogar im Wohnzimmer genutzt wurden, versprach ich mir davon, dass ich im Keller einen "Ausweich-Hörplatz" habe, wenn das Wohnzimmer mal wieder wie so oft durch andere Familienmitglieder mit langweiligen Fernsehsendungen belegt ist. Außerdem wurde mir von einem Forumsmitglied erzählt, dass auf einem "nuDay" (so eine Art Hausmesse) ein direkter Hörvergleich zwischen nuPro A-10 und dem Spitzenmodell der nuVero 14 durchgeführt wurde, bei dem die nuPro A-10 abgesehen vom Bass sehr nahe an die 4000 Euro nuVero 14 gekommen sind, natürlich abgesehen vom Bass.

Die nuPro A-10 kam an und hat mich sofort begeistert! Sie ist zwar kleiner als ein Schuhkarton, klingt aber wie eine große. Ihr Frequenzgang ist bis hinab auf 52 Hz wie mit dem Lineal gezogen und der Bass ist wirklich umwerfend. Die eingebauten Klangregler für Bass und Höhen funktionieren erstaunlich gut, und können insb. beim Leise-Hören als Ersatz für die Loundness-Taste genutzt werden, wobei auch in Neutral-Stellung der Klang schon spitze ist.

Nachdem ich am PC schon sehr zufrieden war, wollte ich es mal wissen, wie sich diese kleine Box im Wohnzimmer gegen die nuVero 10 schlägt. Das Ganze sah dann so aus, die nuPro A-10 hatte ich provisorisch auf etwa die gleiche Höhe gebracht und der Subwoofer arbeitet ihr zu:

nuPro A-10 vs. nuVero 10

Das Ergebnis war ziemlich verblüffend. Zwar ist der Sweetspot der nuPro A-10 kleiner und auch der Maximalpegel etwas eingeschränkter (wobei dies wirklich erst bei Pegeln der Fall ist, die praktisch nie höre), aber unterm Strich hat mich die nuPro A-10 hier schon sehr überzeugt. Nur optisch gar nicht, denn die weiße Box mit der schwarzen Regler-Konsole an der Front sieht einfach nach nichts aus im Vergleich zu den Standboxen. Außerdem war die Bass-Anregung von nur einem Subwoofer schlechter als von zwei Standboxen.

Der Vollständigkeit halber will ich auch das minimale Grundrauschen nicht verschweigen, das die nuPro A-10 haben. Und zwar abhängig von der Position des Lautstärke-Reglers. Bei meinen Exemplaren ist es so, dass das Rauschen bis ca. 13 Uhr Position nicht wahrnehmbar ist und damit sind auch schon Pegel erreichbar, die ich eigentlich nie höre. Somit ist das Rauschen praktisch kaum relevant.

Die nuPro A-10 wanderte also wieder zurück an den PC im Hobbyraum, wo sie sehr gute Dienste verrichtet und ich sie auch nicht mehr hergeben mag.

Soll es also bei der nuVero 10 im Wohnzimmer bleiben? Zwar meistert sie die Disziplinen Stimmwiedergabe, abgrundtiefer, präziser Bass ganz gut, allerdings fehlt ihr die Spielfreude der nuLine 284 und die Musik spielt sich immer etwas "zu weit weg" ab, sie füllt den Raum nicht ganz. Daher hab ich mir noch mal die Aufstellungsmöglichkeiten für die nächst größere nuVero 11 durch den Kopf gehen lassen und beschlossen ihr auch noch eine Chance zu geben. Das Budget wurde damit zwar noch etwas weiter überzogen, aber Kompromisse wollte ich gerade bei diesen Beträgen einfach nicht eingehen, was sind da schon 300 Euro Mehrpreis?

Nubert nuVero 11

So stand also kurze Zeit später die nuVero 11 neben der nuVero 10 und konnte klanglich und optisch verglichen werden. So sah das Ganze also aus:

Nubert nuVero 10 vs nuVero 11

Klanglich war der Abstand zwischen nuVero 10 und 11 sehr gering. Allerdings brachte die nuVero 11 doch etwas mehr Volumen in den Raum, die Musik war einen Tick mehr präsent als die nuVero 10.

Dieses Quäntchen "besser" wurde aber damit bezahlt, dass die nuVero 11 noch mal deutlich größer waren und ihr unansehnlicher Korpus noch riesiger den Raum verschandelte. Wie schon gesagt finde ich das Klangsegel von vorne sehr schön, aber der Korpos von der Seite ist einfach nicht schön. Da wir von Küche und Essplatz immer von der Seite auf die Boxen schauen, ist das für uns das KO-Kriterium, das den Ausschlag gab die nuVero 11 trotz des mir gefälligeren Klangs wieder zurück zu schicken.

Hier mal ein Bild der beiden nuVeros von der Seite, das vielleicht zeigt, was ich meine:

nuVero 10 und 11 Seitenansicht

Gedanklich habe ich mich hier also schon für die nuVero 10 entschieden, die zwar ein wenig zurückhaltend spielte, aber ansonsten gab es wenig zu rütteln.

Etwas anderes gab mir dann aber noch zu denken. Dank der nuPro A-10 im Hobbyraum hatte ich nun ja einen "Ausweich-Hörraum". Das war ausgesprochen praktisch, wie ich feststellte. Wenn meine Frau mal wieder Dieter Bohlens entsetzliche Kommentare in irgendwelchen Talentshows sehen möchte (die bei mir nur Brechreiz auslösen), konnte ich mich an die nuPro A-10 setzen und vernünftig Musik hören. D.h. im Wohnzimmer ist die Priorität vielleicht eher auf Alltagstauglichkeit zu setzen und reines konzentriertes Stereo-Hören im Sweetspot rückt ein wenig in den Hintergrund. Außerdem erwarte ich, dass sich der Markt der digital entzerrten Aktivboxen, die es heute in erster Linie im Bereich von Studiomonitoren gibt etwas mehr in Richtung Wohnzimmertauglichkeit entwickelt. Die Dynaudio Xeo sind da ein erstes Beispiel, allerdings zweifle ich hier die 5.1 Tauglichkeit etwas an. Kurzum: ich wollte keine 2450 Euro für einen Kompromiss ausgeben, der vielleicht in ein wenigen Jahren von einer entsprechenden Aktivbox in den Schatten gestellt wird. Die Ausgabe von solchen Beträgen für Lautsprecher relativiert sich ja normalerweise, da diese i.d.R. deutlich länger halten als Autos, Computer oder Handys.

Das hat mich am Ende doch dazu bewogen die nuVero 10 auch noch zurück zu schicken, so dass ich nun aus dem Nubert-Programm zwar die phantastischen nuPro A-10 habe, aber im Wohnzimmer wieder zurück auf null bin.

Da meine 20 Jahre alten Canton Satelliten ja (größenbezogen!) gar nicht so schlecht waren, schaute ich mich hier im Forum und bei ebay nach einer etwas größeren Variante dieser Boxen um und bin schließlich auf die alte Canton Karat Serie gestoßen, die offenbar auch mal zur Spitzenserie von Canton gehörte.

Da ich ja einen Subwoofer hatte und mir dreiwege-Boxen aus dieser Zeit etwas suspekt sind (Stichwort: Gruppenlaufzeiten), hab ich dann bei ebay begonnen Gebote vorrangig auf alte zweiwege-Boxen der Canton Karat Serie abzugeben.

Canton Karat 930

Glück hatte ich dann mit diesen Canton Karat 930, den größten zweiwege Kompaktlautsprecher von Canton aus dieser Zeit. Zwar waren die Canton Karat 930 bei Ankunft außen ziemlich zerkratzt und auch sonst unglaublich verdreckt, so dass ich sie erst mal grundreinigen musste, bevor ich mich weiter mit ihnen beschäftigen konnte. Sogar die Membran hatte irgendwie Kaffeeflecken abbekommen, die aber zum Glück nur oberflächlich waren und sich ganz leicht entfernen ließen. Nach eine ersten Grundreinigung konnten sie sich aber schon sehen lassen (hier schon zu sehen auf der Rohversion meiner selbstgebauten Boxenständer):

Canton Karat 930
Canton Karat 930

Klanglich sind die Canton Karat 930 aber eine absolute Überraschung. Sie klingen wirklich sehr gut, Stimmwiedergabe ganz natürlich, wie ich es mag. Zwar ist der Bass logischerweise nicht so tief wie bei einer Standbox, aber dank Subwoofer-Unterstützung fehlt mir hier nichts und ich finde nicht, dass sie sich hinter den getesten Standboxen zu verstecken brauchen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie über 20 Jahre alt sind. Ich habe sogar den Eindruck, dass die Canton Karat 930 den Raum klanglich deutlich "voller" machen als es die nuVero 10 bei gleichem Pegel gemacht haben. Natürlich ist auch hier der Maximalpegel im Vergleich zu den Standboxen beschränkt, auch erwarte ich nicht, dass sie noch mal 20 Jahre halten, aber bis sie den Geist aufgeben, ist die Revolution der digital entzerrten Aktivboxen im Wohnzimmer hoffentlich schon in vollem Gang und ich habe eine etwas größere Auswahl als heute (hab schon überlegt, ob ich mir noch ein "Ersatz-Paar" der Canton Karat 930 ersteigern soll, für den Fall, dass mal was kaputt geht).

Schwarz gefallen mir die Karat 930 aber trotzdem nicht, also hab ich beschlossen sie in weiß umzulackieren und die Boxenständer ebenfalls im gleichen weiß zu lackieren. Das Ergebnis von etlichen Abenden in der Werkstatt zwischen Schleifstaub und Lösungsmittel-Dämpfen ist hier zu sehen:

Canton Karat 930
Canton Karat 930
Canton Karat 930
Canton Karat 930, weiß lackiert

Das Abschleifen, Lackieren und der Bau der Boxenständer haben zwar einiges an Zeit gekostet (dafür ist mir so manche Talentshow im Fernsehen entgangen, die ich sonst "passiv" wohl mitgeschaut hätte :P), aber das Ergebnis entschädigt mich dafür um so mehr. Gerade, wenn man den Materialeinsatz von nur ca. 150 Euro für Boxen und Ständer bedenkt und den hervorragenden Klang, bin ich sehr zufrieden.

Auf dem letzten Bild kann man übrigens noch einen anderen AV-Receiver sehen. Den Denon AVR-3311 hab ich wieder verkauft. Nicht, weil er schlecht war, sondern weil er völlig überfrachtet mir Netzwerk- und Video-Elektronik war, die ich nicht nutze. Jetzt hab ich mir einen gebrauchten Cambridge Audio Azur 540R sowie ein AppleTV ersteigert (für AirPlay und dank JailBreak auch XBMC). Der Cambridge hat es mir einfach angetan, viel kleiner als mein alter "Bolide" aber er wiegt gefühlt das Doppelte, da er einen extrem überdimensionierten Ringkerntrafo hat. Ob's klanglich tatsächlich was ausmacht, kann ich nicht sagen, groß sind die Unterschiede zu meinem Denon AVR-2807 jedenfalls nicht, aber schick ist das Gerät schon (wobei ich eigentlich einen schwarzen wollte, aber der, den ich ursprünglich ersteigert hatte, war leider defekt).

Wie geht's jetzt weiter?

Zunächst mal werde ich mir noch den passenden Center Lautsprecher aus der Karat Serie besorgen, da mein kleiner Canton AV 700.2 doch vergleichsweise bescheiden gegen die Karat 930 klingt. Der wird dann natürlich auch weiß lackiert.

Dann habe ich inzwischen noch ein Paar Karat 920 ersteigert, die ich entweder als Surround-Boxen statt er Plus S im Wohnzimmer nehme, oder für einen bequemeren Hörplatz im Hobbyraum, da es auf dem Bürostuhl vor dem PC doch nicht so bequem ist, wie auf einem Sofa. Aber ein Großteil meiner "HiFi-Baustelle" ist erst mal fertig, und damit bin ich sehr zufrieden.

So, das war's dann für's erste. Bei Interesse kann ich ja noch berichten, wenn sich in Sachen Center oder Hobbyraum was tut. Ich dank ich Euch für's Durchhalten bis hier und wünsch Euch so viel Spaß beim Musikhören, wie ich ihn jetzt habe! Anmerkungen, Fragen, Kritik oder Lob sind natürlich ausdrücklich erwünscht

Disclaimer

Alle Aussagen, die sich auf den Klang oder Optik der Boxen beziehen sind natürlich hochgradig subjektiv und alleine auf meinen persönlichem Geschmack, der jeweiligen Tagesform und die Musik zurückzuführen, die ich gern höre. Ich hab weder geschulte Ohren, noch hab ich z.B. einen Pegelabgleich gemacht. Auch ist mein Hörraum sicher verbesserungswürdig. Daher soll sich bitte niemand auf den Schlips getreten fühlen, wenn ich Kritik an Boxen übe, die mir nicht so gut gefallen.
bonnie_prince
Stammgast
#2 erstellt: 05. Nov 2012, 02:08
Hallo,
wirklich lustig, dass dein jetziges Setup um Lichtjahre besser ausschaut als diese bizarr hässlichen Apfelsinenkisten vorher .
Und wenn's dann auch noch besser klingt .... .

Grüße b_p.
züri
Stammgast
#3 erstellt: 05. Nov 2012, 09:46
Hallo!

DAS war jetzt ein wirklich hervorragender Bericht!

Gerade bei Lautsprechern habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass man nicht aufgeben darf, bis der Klang BEGEISTERT.

Gruss

züri
music_is_my_escape
Stammgast
#4 erstellt: 05. Nov 2012, 10:42
Und Dein Händler bzw. Nubert hat Dich tatsächlich immer wieder auf Neue beliefert und anschliessend klaglos die gebrauchten Kisten zurückgenommen?
FlowiePowie
Stammgast
#5 erstellt: 05. Nov 2012, 10:50
Dazu ist Nubert sogar verpflichtet, du hast das Recht die Boxen 1 Monat lang probe zuhören, auch wenn du dir 20 Stück bestellst
music_is_my_escape
Stammgast
#6 erstellt: 05. Nov 2012, 10:57
Na dann ist ja alles gut.
blitzschlag666
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 05. Nov 2012, 11:02

music_is_my_escape schrieb:
Und Dein Händler bzw. Nubert hat Dich tatsächlich immer wieder auf Neue beliefert und anschliessend klaglos die gebrauchten Kisten zurückgenommen? :.


ja, warum nicht? Wenn man bereit ist sich den Stress aufzuladen dann sollte die Suche nach dem persönlichen Traumlautsprecher genau so aussehen. Gut, ich hätte jetzt noch mehr andere Marken erwartet und nicht 7 verschiedene Nubert Modelle (nicht gezählt, einfach dahingesagt). Immerhin war mit den KEF ein aktueller, wirklich guter Lautsprecher auch mal vor Ort.
Aber wie sagte der Affe? Geschmackssache und beisst in die Seife!
luckyspiff
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 05. Nov 2012, 18:44

music_is_my_escape schrieb:
Und Dein Händler bzw. Nubert hat Dich tatsächlich immer wieder auf Neue beliefert und anschliessend klaglos die gebrauchten Kisten zurückgenommen? :.


Der Händler, von dem ich die KEF hatte wollte mir sogar unbedingt gleich was neues hinstellen. Ich hatte fast den Eindruck, das war Verkaufs-Strategie und wollte mich dann etwas neutraler mit der Materie befassen.

Bei Nubert war das explizit beworben:


Nubert-Newsletter schrieb:
Sommerzeit – Ferienzeit – Zeit für eine Hörizont-Erweiterung!
Auch in diesem Jahr wollen wir allen Soll-ich-oder-soll-ich-nicht-Interessenten die Gelegenheit bieten, risikolos einen schon lange geplanten Test durchzuführen.


Da ich echtes Kaufinteresse hatte und nicht schon bei der Bestellung geplant hatte die Boxen zurückzuschicken, hab ich da auch kein schlechtes Gewissen. Davon abgesehen macht das glaube ich keiner freiwillig nur zum Spaß, schließlich kostet es Zeit und Müh (alleine das Ein- und Auspacken der großen Dinger hast fast mehr als eine Stunde gedauert) und ich trage ja auch das Risiko, wenn ich sie kaputt mache.
Vinylist1964
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 05. Nov 2012, 23:31
Ja Hallo luckyspiff.

Ich bin deinem Link gefolgt und - Wow. Das ist eine Odysee, die den Namen Odysee wirklich verdient. Und dazu ein informativer und amüsanter Beitrag.

Gut Ding will Weile haben. Freut mich, dass all deine Bemühungen doch noch gefruchtet haben.

Geniess es! Viel Spass mit der Musik (bei mir läuft grad Stairway to Heaven - in voller Länge)

Gruss. Dominik.
FlowiePowie
Stammgast
#10 erstellt: 06. Nov 2012, 08:33
Ich hab ja auch schon Nubert Boxen zurück geschickt.^^ Die Dinger einzupacken war nicht wirklich spassig, ich hab die auch nach 2 Stunden nicht mehr so wieder reinbekommen, wie ich sie rausgeholt habe :P. Ist übrigens echt eine saubere Arbeit geworden mit deinen Boxen.
Passat
Moderator
#11 erstellt: 06. Nov 2012, 15:57
Schöne Odyssee.

Die Karat 930 gabs übrigens auch ab Werk in Weiß.
Dann ist auch das eckige Typenschild weiß.

Einen zeitlich passenden Center gabs damals noch nicht.
Die Karat 920/930 stammen aus der Vor- Surround-Zeit (1990-1991).
Am nähesten dran ist der AV 950 von 1994.
Den gabs aber leider nur in schwarz.

Die zeitlich passenden Standlautsprecher waren übrigens die Ergo 70, 80, 90, 100, 120.
Alle gabs ab Werk in weiß.

Grüße
Roman
blitzschlag666
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 06. Nov 2012, 16:09
evtl. den Fernseher dann paar Zentimeter höher hängen und einfach noch ne 930 als Center nehmen. homogener gehts dann ja eh nicht.
luckyspiff
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 06. Nov 2012, 18:56

FlowiePowie schrieb:
Ich hab ja auch schon Nubert Boxen zurück geschickt.^^ Die Dinger einzupacken war nicht wirklich spassig, ich hab die auch nach 2 Stunden nicht mehr so wieder reinbekommen, wie ich sie rausgeholt habe :P. Ist übrigens echt eine saubere Arbeit geworden mit deinen Boxen.


Ja, das ist wirklich Schwerstarbeit und dauert lange. Aber ich hab sie schon genau so wieder eingepackt, wie sie angekommen sind. Wobei Nubert in ihrer FAQ schreibt, dass die Rücknahme sogar ohne Originalverpackung möglich ist (allerdings frage ich mich dann, wie man die schweren Dinger verschicken kann).


blitzschlag666 schrieb:
evtl. den Fernseher dann paar Zentimeter höher hängen und einfach noch ne 930 als Center nehmen.


Ehrlich gesagt bin ich froh, dass der Fernseher bombenfest hängt. Es war auch schon ein ziemlicher Akt ihn aufzuhängen. Davon abgesehen ist er ohnehin schon über Augenhöhe (die ist exakt da, wo auch die Hochtöner der Boxen sind), noch höher würde man dann so nach oben schauen müssen, das ist auch nicht gut.


Die Karat 930 gabs übrigens auch ab Werk in Weiß.
Dann ist auch das eckige Typenschild weiß.


Eine weiße gab es auch bei ebay, die hab ich aber leider nicht bekommen und sie ging dann glatt für das doppelte weg (ca. 200 Euro) was ich für die schwarzen bezahlt habe. Das wäre sie mir von Preis/Leistung her gesehen auch wert, nur das wusste ich zu dem Zeitpunkt ja noch nicht.

Ich hatte mir schon überlegt das Typenschild weiß zu sprühen. Da der Canton-Schriftzug vorsteht, könnte man den leicht schwarz machen, dann sieht's aus wie original. Aber so in schwarz finde ich das eigentlich gar nicht schlecht. Auch ohne Gitter finde ich die Boxen hübsch, allerdings wäre dann die Verlockung für meine Kinder zu groß...


Am nähesten dran ist der AV 950 von 1994.


Ich hab mir jetzt noch eine Kanton Karat 950 DC bei ebay geholt, die ist weitgehend identisch zur AV 950, lediglich nicht magnetisch abgeschirmt, was bei LED Fernsehern keine Rolle spielt. Ich hoffe sie kommt morgen und hat einen guten Zustand.


[Beitrag von luckyspiff am 06. Nov 2012, 21:28 bearbeitet]
luckyspiff
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 06. Nov 2012, 22:58

Vinylist1964 schrieb:
Geniess es! Viel Spass mit der Musik (bei mir läuft grad Stairway to Heaven - in voller Länge)


Danke, es macht Spaß! Bei mir läuft übrigens gerade die "Let It Die" von Feist... auch nicht schlecht ;-)
FlowiePowie
Stammgast
#15 erstellt: 07. Nov 2012, 01:18
und das um die Uhrzeit! Den Luxus hätte ich gern, da muss ich immer auf die Köpfhörer zurück greifen
Vinylist1964
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 07. Nov 2012, 10:39
Hy Luckyspiff

Gehört zwar nicht zum Thema aber trotzdem kurz noch was ganz anderes:

Beim Ansehen deiner Fotos sind mir die beiden Sideboards aufgefallen. Ich selbst habe mich, nach langem Überlegen (Rack, Wandmontage, Tisch, Sideboard usw.), ebenfalls für die Sideboard-Lösung entschieden.
Ich hab dann eins von dem "grossen schwedischen" gekauft. Das hatte Belastungsgarantie von 60kg. Nach 1 Woche musste ich wegen der Durchhängerei allerdings schon Zusatzfüsse montieren. Habs dann trotzdem behalten.

Also eben. Deine sehen erstens viel stabiler aus (Metallunterbau?) und zweitens fährst du grad mit Zweien, die dafür nicht ganz so breit bauen, wie viele andere Hersteller. Was sind das für Teile? Bist du zufreiden mit der Lösung? Wie ist es mit Resonanzen? Eine Komponente steht genau mittig . . .

Sorry, hat mich nur grad so interessiert, dann lass ich dich wieder Musik hören.

Gruss. Dominik.
luckyspiff
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 07. Nov 2012, 19:52

Vinylist1964 schrieb:
Gehört zwar nicht zum Thema aber trotzdem kurz noch was ganz anderes:

Beim Ansehen deiner Fotos sind mir die beiden Sideboards aufgefallen. Ich selbst habe mich, nach langem Überlegen (Rack, Wandmontage, Tisch, Sideboard usw.), ebenfalls für die Sideboard-Lösung entschieden.
Ich hab dann eins von dem "grossen schwedischen" gekauft. Das hatte Belastungsgarantie von 60kg. Nach 1 Woche musste ich wegen der Durchhängerei allerdings schon Zusatzfüsse montieren. Habs dann trotzdem behalten.

Also eben. Deine sehen erstens viel stabiler aus (Metallunterbau?) und zweitens fährst du grad mit Zweien, die dafür nicht ganz so breit bauen, wie viele andere Hersteller. Was sind das für Teile? Bist du zufreiden mit der Lösung? Wie ist es mit Resonanzen? Eine Komponente steht genau mittig . . .


Jaaaa, das Lowboard, das ist was ganz edles. Haben wir von so einem schwedischem Schreiner auf Maß fertigen lassen. Der Name des Schreiners ist I.Kea und er hat sein Meisterwerk "Besta" genannt

Spaß beiseite, wir waren im Frühjahr bei allen möglichen Designer- und Markenmöbelhäusern (Hülsta, Lutz XXL, Flamme, Roter Punkt, Möbelix, be usw., wir haben sie *alle* besucht), auch beim Schreiner haben wir nachgefragt. Nur bei IKEA waren wir nicht, denn da waren wir uns einig, dass es nichts von IKEA sein soll (das alte Provisorium war von IKEA und sollte schließlich durch was besseres abgelöst werden). Wir haben also Lowboard-Lösungen in der Preisklasse zwischen 800 und 8000 Euro gesichtet und konnten uns nicht entscheiden. Nach ein paar Wochen waren wir dann wegen was anderem bei IKEA und haben ein Lowboard ähnlich wie dieses gesehen. Das haben wir dann noch zwei mal besichtigt und es am Ende mitgenommen, sozusagen als "Provisorium, the next level" ;-)

Es ist das Besta Grundelement mit Chrom-Untergestell, Hochglanz Türen und Glasplatte oben drauf. Beide Elemente zusammen haben glaube ich ca. 300 Euro gekostet. Optisch macht es echt was her, das hat schon so mancher Besucher bestaunt. Die Qualität ist natürlich IKEA-mäßig, auch die Haptik beim Türen-Öffnen ("push to open") ist schicht. Die Seitenwände sind z.B. gar nicht mal aus Sperrholz sondern eine hohle Wabenkonstruktion aus Altpapier (sieht aus wie 5kg, wiegt aber nur 500g und drinnen fliegen die Brösel rum). Aber ein Vorteil ist auch, dass man z.B. mal die Türen einfach austauschen kann wenn sie kaputt sind oder man lieber eine andere Farbe will.

Stabil ist es aber eigentlich schon, da biegt sich nichts durch (wobei der Center-LS und AV-Receiver ja auch nicht besonders schwer ist. Innen ist auch nichts besonders schweres. Resonanzen hatte ich mal beim Bass an der eingeschobenen dünnen Rückwand, da hab ich halt einen Holzkeil eingeklebt, seitdem ist Ruhe.

Achja, und das gesparte Geld beim Lowboard wollte ich dann in gute Lautsprecher investieren, aber da wurde ich es ja irgendwie auch nicht befriedigend los ;-)

Ich finde das Lowboard eigentlich nicht schlecht, wobei ich bei mehr Zeit vermutlich eine Selbstbau-Lösung vorziehen würde, da gibt es hier auch einige Fotos von beachtlichen Projekten hier im Forum.

Hab auch schon überlegt noch ein drittes Element danebenzustellen, dann wären die Kabel und Steckdosen an der Wand verdeckt. Allerdings müsste ich dann meine Ständer kürzen und die Boxen weiter an die Rückwand stellen - ob das klingt?
Vinylist1964
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 07. Nov 2012, 23:56
Hoi Luckyspiff. Also doch vom grossen schwedischen Möbeldesigner "I. Kea". War nicht gleich ersichtlich für mich. Schön kombiniert.

Ständer kürzen oder Boxen weiter auseinander stellen: Wenn du mich fragst, so würde ich beide Varianten vermeiden. Das gefürchtete "Stereoloch" bei weit auseinanderstehenden Boxen gibt es zwar nicht mehr wirklich, resp. nur noch in Extremfällen aber zu grosse Abstände sind wohl der Stereoabbildung trotzdem nicht unbedingt zuträglich. Und kürzere Ständer - Nein. Mach das nicht. Wär schade. Und näher zur Rückwand, ich weiss nicht. Manche HiFi-isten empfehlen Wandnähe zur Bassoptimierung. Bass scheint aber, wenn ich deinen Sub so sehe, nicht das Problem zu sein.

So würde ich persönlich eher den Faktor "saubere Bühne" bevorzugen. Und die ist schon eher mit einem grosszügigen Abstand zu den Rück-, sowie Seitenwänden zu erreichen. Hier ist sicher testen angesagt.

Eigenbau. Ich glaub, das ist schon mit etwas Arbeit verbunden. Bei dem, was ich bis jetzt von dir gesehen habe, würde ich dir den Eigenbau noch zutrauen. Ich allerding - eben, ich hab mich fuslig gesucht nach einem tollen, stabilen und schönen Eigenbau-Möbel und mich am Schluss, wie gesagt, auf die Variante "Selber kaufen beim Schweden" entschieden.

Danke für die Background-Info und Gruss.

Dominik.
luckyspiff
Ist häufiger hier
#19 erstellt: 08. Nov 2012, 23:50
Heute ist die der bestellte Center (Canton Karat 950 DC) gekommen. Klang ist makellos, Zustand gut, sieht man davon ab, dass auf der Seite vermutlich die Aufkleberreste von Filzgleitern mit Lösungsmittel entfernt wurden, was den Lack etwas angegriffen hat, aber ich will sie ja ohnehin wieder weiß lackieren.

Allerdings ist es schon ein ganz schöner Brummer, ich hätte ihn mir nicht ganz so hoch vorgestellt, nur breiter. So wie er momentan da steht, gefällt mir das nicht gerade:

Canton Karat 950 DC

Auch und gerade von der Seite sieht es recht wuchtig aus, ich hab so meine Zweifel, dass das in weiß dann sehr viel besser wird:

Canton Karat 950 DC

Andererseits sahen die Front-Lautsprecher in schwarz auch sehr klobig aus, bevor ich sie weiß lackiert hab. Kann man so schlecht sagen, wie das aussehen wird. Aber ich denke schon über diverse Alternativen nach. Was mir momentan einfällt ist:

Die beiden Lowboard-Hälften auseinander ziehen und den Center dazwischen in die Mitte. Schaut vermutlich extrem doof aus. Auch wird's dann mit dem Subwoofer blöd, wenn man den quer darunter stellt, wird's wohl ganz gruselig aussehen. Hochkant würde er ca. 1cm über das Lowboard hinaus stehen, auch nicht gut, selbst wenn ich unter die Füße vom Lowboard noch was unterstelle. Ein 60cm breites Besta-Element hat IKEA zwar vermutlich, aber ob das ohne Türen gut aussieht?

Vielleicht macht sich jetzt auch wieder mein alter (großer) Denon AVR-2807 besser als der schöne kleine Cambridge? Der war schließlich auch ziemlich klobig, dann harmoniert er mit dem Center?

Selbstbau eines passenden Lowboards wär auch 'ne Variante. Allerdings scheue ich da von der Arbeit zurück, ist doch eine Nummer größer als ein paar Boxenständer.

Oder doch wieder den alten Center hier aufstellen. Da ich nun einen kompletten 5.0 Lautsprecher-Satz und einen AV-Receiver doppelt habe, könnte ich den Hobbyraum im Keller ja in Angriff nehmen? Zum Filme-schauen tut's der kleinere AV 700.2 allemal, nur bei Musik ist er mir etwas zu blechern und harmoniert nicht, aber das mach ich ohnehin meist in Stereo.

Ich werd mal nichts überstürzen und erst mal drüber schlafen. Derweil freue ich mich über den guten Klang (gerade läuft übrigens "Liebeskrank" von Céline Rudolph )
munichlondon
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 09. Nov 2012, 10:58
Toller Thread und sehr inspirierend.

In meinem Kopf nimmt mein neues Heimkino (Umzug Anfang nächsten Jahres) so langsam Form an und Du konntest mir mit Deinem Erfahrungsbericht und Deinen Bildern guten und neuen Input geben. Vielen Dank!

Zu dem Center: In der Regel sollte die Größe und damit das vorhandene Volumen des Center zusammen mit den großen Membranen zu einem erwachsenen und vorallem unkomprimierten (=natürlichen) Klang sorgen. Gerade bei Stimmen ist das unglaublich wichtig. Der Center ist in einem Heimkino der wichtigste Lautsprecher, denn er entscheidet ob sich die Sprache der Akteure (und damit quasi der Film) realistisch anhört oder nicht. Zusätzlich überträgt er auch noch Teile der Musik und der Umgebungsgeräusche. Busy, busy...

Wenn ich Du wäre, würde ich also auf jeden Fall die Lackierarbeit in Angriff nehmen. Die weiße Farbe wird dem guten Stück die Klobigkeit genauso nehmen wie den Stereo-Lautsprechern. Wenn Ihr Euch aber auch nach einem halben Jahr weißem Center immer noch nicht wohl fühlt in Eurem Wohnzimmer, kannst Du Dir immernoch Gedanken um das Rack machen. Gegen einen Kleineren eintauschen würde ich aber auf keinen Fall. Das wird bei gleicher Klangqualität deutlich teurer. Außerdem riskierst Du die Homogenität, also die Illusion des nahtlosen Zusammenspiels mit den Stereo Lautsprechern, die momentan die gleichen Membran (Größe, Material, Konstruktion, Abstimmung) für den wichtigen Mittenbereich nutzen.

Schöne Grüße
munichlondon
luckyspiff
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 10. Nov 2012, 01:35

munichlondon schrieb:
Toller Thread und sehr inspirierend.

In meinem Kopf nimmt mein neues Heimkino (Umzug Anfang nächsten Jahres) so langsam Form an und Du konntest mir mit Deinem Erfahrungsbericht und Deinen Bildern guten und neuen Input geben. Vielen Dank!


Danke für das Lob, das hör ich gern! Und es freut mich, wenn es andere inspiriert


Zu dem Center: In der Regel sollte die Größe und damit das vorhandene Volumen des Center zusammen mit den großen Membranen zu einem erwachsenen und vorallem unkomprimierten (=natürlichen) Klang sorgen. Gerade bei Stimmen ist das unglaublich wichtig.


Am Klang des Centers gibt es ja absolut nichts auszusetzen, der ist definitiv besser als bei dem Canton AV 700.2, den ich vorher da stehen hatte. Allerdings spielt Heimkino gegenüber Musik bei mir eine eher untergeordnete Rolle. Und von der Sprachverständlichkeit ist der AV 700.2 auch nicht schlecht. Vor allem bei Konzertvideos o.ä. fällt der vergleichsweise blecherne Klang gegenüber den Karat 930 auf. Und Musik höre ich eben doch meistens in Stereo.


Wenn ich Du wäre, würde ich also auf jeden Fall die Lackierarbeit in Angriff nehmen. Die weiße Farbe wird dem guten Stück die Klobigkeit genauso nehmen wie den Stereo-Lautsprechern. Wenn Ihr Euch aber auch nach einem halben Jahr weißem Center immer noch nicht wohl fühlt in Eurem Wohnzimmer, kannst Du Dir immernoch Gedanken um das Rack machen.


Weiß lackiert wird er auf alle Fälle, keine Frage... das kann aber noch etwas dauern. Aber ein ziemlicher Klotz bleibt es trotzdem, fällt dann in weiß nur nicht mehr ganz so auf. Ich hab gesehen, dass es von IKEA auch ein eintüriges Besta-Element gibt, da könnte ich ihn vielleicht irgendwie rein basteln, aber ich glaub das sieht auch nicht gut aus.

So ein Hörraum im Keller oder ein kleines Heimkino (gebrauchter Beamer) schwirrt mir aber auch noch im Kopf herum...
stefan1978HH
Stammgast
#22 erstellt: 10. Nov 2012, 08:33
Hallo , erstmal muss ich sagen das es Spaß gemacht hat die Beiträge zu lesen. Allerdings kann ich eines nicht ganz nachvollziehen, ich habe im Keller ebenfalls ein Pärchen von diesen Karats zu stehen. Und noch 10 andere Paare, und wenn ich mal alle vergleiche , also am selben Verstärker ( Marantz SR 9600 ) dann muss ich sagen das die Karat nicht schlecht sind , aber auflösungstechnisch schon einer alten Ergo nicht das Wasser reichen können. Ich habe die Nuvero leider noch nicht hören können, aber ich kann mir nicht vorstellen das , wenn man die mal bei sich zu laufen hatte , man danach die Karat behalten möchte. Selbst die Gle klingt viel Feinfühliger , ich hatte seinerzeit bei meinen Karats als erstes die Hochtöner raus gerissen, da diese ziemlich harsch und metallisch klingen und durch Vifa Ringradiator ersetzt. Jetzt stellt sich mir die frage , sind die unterschiede zu den aktuellen Nubert Modellen so gering , das man lieber darauf verzichtet und ein paar Karat aufstellt? Wenn ich sehe was Du alles für tolle Lautsprecher bei Dir hattest , dann sehe ich ja auch das Du einen gewissen Anspruch hast, und Dich wirklich mit dem Thema befasst hast . Aber das Endergebniss ist für mich absolut nicht nachvollziehbar, was aber auch nicht von Bedeutung ist , denn es muss ja einzig und allein Dir gefallen , aus welchen Quellen die Musik sprudelt. Also bitte nicht falsch verstehen, das ich mich wundere, als ich anfing diesen Beitrag zu lesen und die ersten Fotos sah dachte ich es werden B&W oder irgendwas vergleichbares, aber dieses Endergebniss hat mich wirklich zum Staunen gebracht. Also viel Spass bei weiteren Optimierungen , wenn man selbst Lautsprecher lackiert , dann empfand ich den Klang danach immer noch besser , weil man Arbeit und Mühe investiert hat, hab da auch so meine Erfahrungen
Crazy-Horse
Inventar
#23 erstellt: 10. Nov 2012, 09:00
Schöner Bericht, danke für die ganzen Ausführungen.
Nubert ist halt nicht gleich Nubert, genauso ist Neutral nicht gleich Neutral

Dein Raum könnte jedoch noch einen Teppich vertragen der die erste Reflexion der Front vom Boden eliminiert und so für mehr direktschall Sorgt.
Die FL hat ja neben sich den Vorhang wo die Refelxion gefangen wird, FR scheint frei zu stehen so das die gar nicht auftritt, jedoch ist am Boden noch nix.
Sehr schön, dass du den Center vorn auf die Kante gestellt hast, so das er nicht gleich auf dem Board Reflexionen erzeugt.
puffreis
Stammgast
#24 erstellt: 10. Nov 2012, 11:02
Auch wenn mittlerweile Zweiweger ohne Waveguide für mich Tabu sind, bewundere ich Leute, die an ihren Meinungen und Vorstellungen , trotz Testberichte etc., festhalten. Ich konnte es jahrelang nicht.

Trotzdem hätte ich Studio-LS wie Neumann KH120 eine Chance gegeben. Geheimtip!!!
>4lex<
Ist häufiger hier
#25 erstellt: 10. Nov 2012, 11:52
Danke für deinen Bericht. Hat Spaß gemacht zu lesen und hat einige Eindrücke geliefert. Besser als jede Morgenzeitung

Weiterhin viel Spaß auf deinem Weg. Denn der Weg ist das Ziel, nicht das Ende
oneforall
Stammgast
#26 erstellt: 10. Nov 2012, 12:30
hi luckyspiff

du könntest ja auch die Füße vom Lowboard absägen, da hättest du mehr Platz nach oben und es sieht trotzdem noch ansprechend aus.

Vielleicht solltest du auch bei deiner nächsten Odyssee den Preisrahmen weglassen und dir Lautsprecher nach deinem Geschmack anhören.
Dann kannst du dich entscheiden anhand des Klanges ob du bereit bist das entsprechende Geld auszugeben.

So hab ich das gemacht und bin dann bei 6000€ gelandet.
Der Wille zu kaufen war sofort da, die Entscheidung war ein monatelanger Kampf.

Mein Umfeld hat gesagt ich wäre bescheuert, was ich beim bezahlen auch selbst noch glaubte.

Seitdem sie bei mir musizieren, gibt es bei mir keinen Zweifel nach der richtigen Methode gekauft zu haben.

Gruß Janosch
luckyspiff
Ist häufiger hier
#27 erstellt: 10. Nov 2012, 13:33

stefan1978HH schrieb:
Hallo , erstmal muss ich sagen das es Spaß gemacht hat die Beiträge zu lesen. Allerdings kann ich eines nicht ganz nachvollziehen, ich habe im Keller ebenfalls ein Pärchen von diesen Karats zu stehen. Und noch 10 andere Paare, und wenn ich mal alle vergleiche , also am selben Verstärker ( Marantz SR 9600 ) dann muss ich sagen das die Karat nicht schlecht sind , aber auflösungstechnisch schon einer alten Ergo nicht das Wasser reichen können. Ich habe die Nuvero leider noch nicht hören können, aber ich kann mir nicht vorstellen das , wenn man die mal bei sich zu laufen hatte , man danach die Karat behalten möchte. Selbst die Gle klingt viel Feinfühliger , ich hatte seinerzeit bei meinen Karats als erstes die Hochtöner raus gerissen, da diese ziemlich harsch und metallisch klingen und durch Vifa Ringradiator ersetzt. Jetzt stellt sich mir die frage , sind die unterschiede zu den aktuellen Nubert Modellen so gering , das man lieber darauf verzichtet und ein paar Karat aufstellt? Wenn ich sehe was Du alles für tolle Lautsprecher bei Dir hattest , dann sehe ich ja auch das Du einen gewissen Anspruch hast, und Dich wirklich mit dem Thema befasst hast . Aber das Endergebniss ist für mich absolut nicht nachvollziehbar, was aber auch nicht von Bedeutung ist , denn es muss ja einzig und allein Dir gefallen , aus welchen Quellen die Musik sprudelt. Also bitte nicht falsch verstehen, das ich mich wundere, als ich anfing diesen Beitrag zu lesen und die ersten Fotos sah dachte ich es werden B&W oder irgendwas vergleichbares, aber dieses Endergebniss hat mich wirklich zum Staunen gebracht. Also viel Spass bei weiteren Optimierungen , wenn man selbst Lautsprecher lackiert , dann empfand ich den Klang danach immer noch besser , weil man Arbeit und Mühe investiert hat, hab da auch so meine Erfahrungen :prost


Ich behaupte auch nicht, dass die NuVero oder die KEF R700 schlechte Boxen sind. Hier muss man schon das Gesamtpaket betrachten, d.h. Klang (in meinem Wohnzimmer), die Optik, die speziellen akustischen Gegebenheiten in meinem Wohnzimmer und die Art und Weise (Lautstärke), mit der ich im Wohnzimmer Musik höre. Fakt ist, dass mir die nuVero 10 etwas zurückhaltend gespielt haben, solange ich sie nicht sehr laut aufgedreht habe (was ich selten kann) und mich die Karat 930 hier mehr überzeugt, auch wenn sie in anderer Hinsicht Defizite hat (z.B. Bass). Aber für mich ist das jetzt ein viel besserer Kompromiss aus Klang, Optik, Alltagstauglichkeit und Folgekosten (eine nuVero 7 als Center hätte ja noch mal 1000 Euro bedeutet) als die nuVero 10 es gewesen ist. Außerdem erwarte ich ja die "Revolution durch digital entzerrte Aktivboxen im Wohnzimmer"... und vielleicht schaffe ich mir ja im Hobbyraum bald eine Möglichkeit Musik etwas ungestörter genießen zu können als im Wohnzimmer?!

Wie ich bereits geschrieben habe, ist das Wohnzimmer kein reines Musikzimmer wo ich zu 90% im Sweetspot sitzend Stereo höre. Daher müssen die Boxen auch Alltagstauglichkeit besitzen, denn sie müssen auch den Essplatz oder die Küche beschallen, wo sie natürlich keinen HiFi Klang erzeugen aber sehr viel besser als ein Küchenradio sind. Ich hatte ja auch über Rundstrahler nachgedacht (vergleiche meinen Thread KEF R700 Hörbericht und Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau)

Davon abgesehen hat das Heimwerken natürlich Spaß gemacht und deshalb gefallen sie mir auch doppelt so gut wie gekaufte Boxen.
luckyspiff
Ist häufiger hier
#28 erstellt: 10. Nov 2012, 13:51

puffreis schrieb:
Auch wenn mittlerweile Zweiweger ohne Waveguide für mich Tabu sind, bewundere ich Leute, die an ihren Meinungen und Vorstellungen , trotz Testberichte etc., festhalten. Ich konnte es jahrelang nicht.

Trotzdem hätte ich Studio-LS wie Neumann KH120 eine Chance gegeben. Geheimtip!!!


Was ist denn ein "Waveguide"? Ist das so eine Art Hornvorsatz?

Studio-Monitore sind ja oft eher für's Nahfeldhören gedacht und oft auch optisch nicht Wohnzimmertauglich, das trifft ja insbesonder auch für den Neumann KH 120 zu.
luckyspiff
Ist häufiger hier
#29 erstellt: 10. Nov 2012, 14:05

oneforall schrieb:
du könntest ja auch die Füße vom Lowboard absägen, da hättest du mehr Platz nach oben und es sieht trotzdem noch ansprechend aus.


Gerade die Füße waren ja ein Argument, das sie zum Sofa passen. Dann doch lieber den TV noch mal nach oben versetzen. Aber jetzt warte ich mal auf die Lackierung ab. Hab vorhin Farbe geholt und mir ein gebrauchtes Feinsprühsystem besorgt, damit soll es dann noch besser gehen als mit den Sprühdosen (und vor allem nicht ganz so viel Nebeln).


oneforall schrieb:
Vielleicht solltest du auch bei deiner nächsten Odyssee den Preisrahmen weglassen und dir Lautsprecher nach deinem Geschmack anhören.
Dann kannst du dich entscheiden anhand des Klanges ob du bereit bist das entsprechende Geld auszugeben.

So hab ich das gemacht und bin dann bei 6000€ gelandet.
Der Wille zu kaufen war sofort da, die Entscheidung war ein monatelanger Kampf.

Mein Umfeld hat gesagt ich wäre bescheuert, was ich beim bezahlen auch selbst noch glaubte.

Seitdem sie bei mir musizieren, gibt es bei mir keinen Zweifel nach der richtigen Methode gekauft zu haben.


Das freut mich für Dich, welche Lautsprecher sind das denn?

Leider bin ich nicht ganz frei in meinen finanziellen Möglichkeiten, denn es gibt noch ein paar andere Prioritäten, die Geld kosten. Wenn wirklich alles passt, wäre ich bei 2-3000 Euro schon noch dabei, aber ein gewisses Limit muss ich mir schon aus Selbstschutz setzen.

Und die letzten 10% zum Ziel sind bekanntlich die teuersten. Zudem werden dann raumakustische Maßnahmen erforderlich, die ich im Wohnzimmer nicht umsetzen kann ohne den Wohnwert all zu sehr einzuschränken.
luckyspiff
Ist häufiger hier
#30 erstellt: 10. Nov 2012, 14:17

stefan1978HH schrieb:
Selbst die Gle klingt viel Feinfühliger , ich hatte seinerzeit bei meinen Karats als erstes die Hochtöner raus gerissen, da diese ziemlich harsch und metallisch klingen und durch Vifa Ringradiator ersetzt.


Das kann ich absolut nicht bestätigen. Die GLE 490 hat mir hier ganz und gar nicht gefallen, hab sie auch harsch und metallisch in Erinnerung, genauso wie nuLine 284, mein Center AV 700.2 oder die kleinen alten Plus S Satelliten hier. Wobei ich vermute dass dies bei der GLE 490 mit Gehäusevibrationen zusammen hängt, speziell die Standbox ist hierfür ja auch anfälliger. Mag sein, dass die Kompaktbox-GLE hier besser besser klingt.

Welches Modell der Karat kennst Du denn? Ich vermute mal, dass die Karat 930 hier ziemlich optimal ist, da dreiwege-Varianten in dieser Zeit vermutlich noch mit den Gruppenlaufzeiten zu kämpfen haben und die 920er schon ein Stück kleiner ist (hab ja eine Karat 920 hier, klingt zwar ähnlich, aber nicht so gut wie die 930er).
Passat
Moderator
#31 erstellt: 10. Nov 2012, 15:13

stefan1978HH schrieb:
dann muss ich sagen das die Karat nicht schlecht sind , aber auflösungstechnisch schon einer alten Ergo nicht das Wasser reichen können.


Welchen Ergo?
Die Ergo 70, 80, 90, 100, 120 sind nichts anderes als die Standboxenvarianten der Karat 920 und 930.

Damals waen Karat und Ergo noch nicht zwei verschiedene Lautsprecherlinien, sondern durch die unterschiedliche Bezeichnung wurde nur zwischen Kompaktlautsprecher und Standlautsprecher unterschieden.

Die Chassis sind zwischen beiden identisch.

Grüße
Roman
stefan1978HH
Stammgast
#32 erstellt: 11. Nov 2012, 08:28
Hallo zusammen , ich habe ebenfalls die 930 hier zu Hause , ich habe sie damals erst als Rears benutzt bis ich dann die Ergo 202 bekam, ich habe ebenfalls noch die ergo 702 und konnte somit alle mal vergleichen. Ich empfand die Ergos als besser, die Musik löst sich besser vom Lautsprecher . Ich habe auch noch ein 3 Wege paar , glaube die heißen Fonum oder so, die empfand ich auch als besser , macht deutlich mehr Druck , hat ja auch einen größeren Bass und ist allgemein größer.
candyman77
Inventar
#33 erstellt: 14. Nov 2012, 00:00
Habe den Bericht mit der Spannung gelesen und kann das nachvollziehen.
Ich hatte vor 6-8 Monaten Dynaudio Contour 1.3 SE. Sehr gute Boxen (laut Forum, Audio, etc) Die habe ich gegen MB Quart 390 getauscht. Der Preisunterschied lag bei 650 Euro. Fakt ist mit 390 MB Quart bin ich viel, viel glücklicher geblieben als mit Dynaudio. Als Elektronik habe ich T+A 1500 + T+A CD 1210. In meinem Raum, bei der Lautstärke die ich benutze und bei der Musik die ich höre waren für mich MB Quart einfach besser. Optisch sind die Contour 1.3 SE natürlich ein Hammer.
luckyspiff
Ist häufiger hier
#34 erstellt: 15. Nov 2012, 23:46
Ich bin gerade dabei den Center zu lackieren. Diesmal nicht mit Spraydosen sondern mit einer Feinsprühpistole, die ich mir ersteigert hab (Wagner W 550). Im Unterschied zu den Sprühdosen stinkt das fast gar nicht mehr (keine Lösungsmittel in der Farbe und das Spraydosen-Treibgas fehlt auch). Allerdings muss ich die (Acryl-)Farbe etwas mit Wasser verdünnen, dadurch verläuft sie leichter und bildet Nasen. Wird daher noch ein paar Tage dauern.

Und weil ich gerade so im Retro-Boxen Fieber bin, hab ich mir für meinen passiven Canton Plus C Subwoofer ein Aktivmodul (Mivoc AM80) schicken lassen. Das wird auch am Wochenende eingebaut. Ich bin schon gespannt, wie der geschlossene Plus C im Vergleich zum Bassreflex AS 85.2 SC klingt, man sagt geschlossenen Subwoofern ja einen sehr präziseren Klang nach.

Sobald es was neues zu sehen gibt, poste ich hier wieder Fotos.
luckyspiff
Ist häufiger hier
#35 erstellt: 17. Nov 2012, 00:02
Hier mal zwei Bilder vom Lackieren. Leider nur Handy-Fotos, aber man sieht, dass es voran geht. Bin schon gespannt, wie es aussieht, wenn er wieder im Wohnzimmer steht...

Canton Karat 950 DC

Canton Karat 950 DC
Salinas
Hat sich gelöscht
#36 erstellt: 18. Nov 2012, 02:48

luckyspiff schrieb:


Studio-Monitore sind ja oft eher für's Nahfeldhören gedacht und oft auch optisch nicht Wohnzimmertauglich, das trifft ja insbesonder auch für den Neumann KH 120 zu.


na ob die:

Canton_Karat_930_DC

wirklich hübscher sind, wag ich doch mal zu bezweifeln, dagegen sind die Neumann ja eine Augenweide...

von der Wiedergabegüte mal ganz zu schweigen, das dürften in jeder Beziehung Welten sein, die dazwischen liegen....


[Beitrag von Salinas am 18. Nov 2012, 02:49 bearbeitet]
luckyspiff
Ist häufiger hier
#37 erstellt: 18. Nov 2012, 11:14
So, die Farbe ist gerade trocken, hier mal die ersten Bilder des frisch lackierten Centers. In weiß sieht er schon deutlich weniger klobig aus als vorher in schwarz. Ich bin mir dem Ergebnis sehr zufrieden und kann damit kann ich gut leben.

Der Farbton ist etwas heller, was aber auf den Fotos stärker wirkt als in echt (Blitz näher dran?). Kann auch sein, dass die Farbe nach ein paar Tagen noch etwas nachdunkelt (hatte beim Front-Lautsprecher den gleichen Eindruck). Stört aber auch so nicht wirklich.

Das Lackieren war jedenfalls mit der Feinsprühpistole (Wagner W 550) wesentlich angenehmer (kein Geruch, weniger Farbnebel) als mit den Spraydosen. Man muss nur aufpassen, dass man nicht zu viel Lack in einem Arbeitsgang aufbringt, da es sonst verläuft. Aber da man die Pistole bei einer Arbeitspause von bis zu 4 Stunden nicht reinigen muss, kann man gut alle 1-2 Stunden eine dünne Lackschicht aufbringen, dann wird die Oberfläche wirklich absolut top, kein Vergleich zum streichen.

Canton Karat 950 DC

Canton Karat 950 DC

Canton Karat 950 DC

Canton Karat 950 DC

Canton Karat 950 DC
oneforall
Stammgast
#38 erstellt: 18. Nov 2012, 11:21
und bis jetzt sind sie ja nur schön weiß.
Wie sieht es denn mit der Zufriedenheit bzgl. des Klanges aus?

Gruß Janosch


[Beitrag von oneforall am 18. Nov 2012, 11:22 bearbeitet]
Crazy-Horse
Inventar
#39 erstellt: 18. Nov 2012, 11:26
Also die Optik ist wirklich sehr gelungen.

Jetzt fehlt nur der Abschlussbericht zum Sound
luckyspiff
Ist häufiger hier
#40 erstellt: 18. Nov 2012, 12:08

Crazy-Horse schrieb:
Also die Optik ist wirklich sehr gelungen.

Jetzt fehlt nur der Abschlussbericht zum Sound ;)


Danke, optisch gefällt sie mir in weiß auch sehr gut.

Was den Klang angeht, bin ich mehr als zufrieden. Sie klingt so, wie sie aussieht: einfach gut . Im Vergleich zur Canton Karat 950 DC klingt der Canton AV 700.2, den ich vorher hier stehen hatte, deutlich mehr nach Blechdose. Klanglich ist die Karat 950 auch sehr viel näher an den Frontlautsprechern, was ja auch kein Wunder ist, da sie beide ähnlich groß sind und aus der selben Zeit sind.

Bei Film/TV ist das gar nicht so relevant, da die Sprachverständlichkeit auch mit der AV 700.2 gegeben ist, aber bei Musik merkt man es deutlich, dass die Karat "größer" klingt und besser zu den Font-LS harmoniert.

Als nächstes werde ich mal eine Abdeckung für die Kabel und Steckdosen an der Rückwand basteln und lackieren, hab ja nun genug geübt

Und dann ist vielleicht bald das Projekt "Musikzimmer im Keller" dran. Ob die 930 dann in den Keller wandern und im Wohnzimmer durch die 920er ersetzt werden, die ich ebenfalls ersteigert habe, weiss ich noch nicht. Meine Frau meinte schon, dass ihr ein drittes Low-Board-Element auch gefallen würde...

Es bleibt also eine "HiFi-Baustelle", frei nach Hornbach: es gibt immer was zu tun!
luckyspiff
Ist häufiger hier
#41 erstellt: 18. Nov 2012, 12:18

Salinas schrieb:

luckyspiff schrieb:


Studio-Monitore sind ja oft eher für's Nahfeldhören gedacht und oft auch optisch nicht Wohnzimmertauglich, das trifft ja insbesonder auch für den Neumann KH 120 zu.


na ob die:

Canton_Karat_930_DC

wirklich hübscher sind, wag ich doch mal zu bezweifeln, dagegen sind die Neumann ja eine Augenweide...

von der Wiedergabegüte mal ganz zu schweigen, das dürften in jeder Beziehung Welten sein, die dazwischen liegen.... :hail


Also mir gefallen die hier *wesentlich* besser als die Neumann KG 120 (zumindestens auf den Bildern, die ich über Google gefunden habe). Und klanglich hab ich an ihnen auch nichts auszusetzen. Aber ich bin ja ein Holzohr und über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten

Canton Karat 930

Aber wie ich schon geschrieben habe, vielleicht macht die digitale Revolution auch vor wohnzimmertauglichen Lautsprechern nicht halt. Momentan sind mir nur die Dynaudio Xeo bekannt, die speziell für's Wohnzimmer gemacht sind. Wobei ich mir bei den Xeos nicht sicher bin, ob sie auch im 5.1 Verbund einsetzbar sind (Verzögerung / Lautstärkeregelung / passender Center).
munichlondon
Ist häufiger hier
#42 erstellt: 18. Nov 2012, 16:57
Sieht klasse aus, kein Vergleich zu vorher finde ich. Und da Dir der Klang auch gefällt, kannst sehr stolz auf Dich sein.

Vielleicht hattest Du es auch schon geschrieben, aber wie groß ist eigentlich der Raum den Du beschallst (Wohnzimmer und Wohnzimmer plus Esszimmer) in qm? Wie groß ist Dein Sitzabstand wenn Du vor dem Fernseher sitzt in m? Ich frage, da ich noch zwischen Standlautsprechern und Kompaktlautsprechern schwanke...


Schöne Grüße

munichlondon
luckyspiff
Ist häufiger hier
#43 erstellt: 18. Nov 2012, 18:52

munichlondon schrieb:
Sieht klasse aus, kein Vergleich zu vorher finde ich. Und da Dir der Klang auch gefällt, kannst sehr stolz auf Dich sein.

Vielleicht hattest Du es auch schon geschrieben, aber wie groß ist eigentlich der Raum den Du beschallst (Wohnzimmer und Wohnzimmer plus Esszimmer) in qm? Wie groß ist Dein Sitzabstand wenn Du vor dem Fernseher sitzt in m? Ich frage, da ich noch zwischen Standlautsprechern und Kompaktlautsprechern schwanke...


Danke für die Blumen!

Der Raum ist ca. 55 qm groß, Die Boxen ca. 3,15 m auseinander (Mitte bis Mitte). Auf dem Sofa sitzend sind es je nach Sitzposition und -haltung ca. 3,8 bis 4,5 m bis zum Center-LS, wobei noch ca. 1,4 m Abstand "nach hinten" bis zur Wand sind. Zum Stereo-Hören stell ich mir manchmal einen Sitzsack in die Stereo-Mitte oder setze mich auf's Fußteil vom Sofa, dann bin ich näher an den Lautsprechern.

Zur Frage Stand- oder Kompaktboxen bin ich ja nun selbst zu einer Lösung gekommen, die mir gut gefällt. Ich muss aber dazu sagen, dass ich selten in "Live-Lautstärke" höre. Und bei (manchmal gehobener) Zimmerlautstärke bin ich der Meinung, dass die Karat 930 den Raum viel besser füllt als die nuVero 10, die ich hier hatte. Ich hatte bei der nuVero 10 immer das Gefühl, dass die Musik bei geringer Lautstärke viel mehr "von da vorne" kommt als bei der Karat 930, die ich nun habe. Allerdings muss ich dazu sagen, dass dies nur bei geringen bis mittleren Lautstärken der Fall war. Wenn man aufdreht, hatte die nuVero auch keine Probleme den Raum zu füllen. Außerdem will ich hier hörpsychologische Effekte nicht ausschließen (Eindruck im Verhältnis zur gesehenen Größe der Lautsprecher) und ich die Boxen ja nicht gleichzeitig im Raum hatte. Aber gemessen an Alter, Optik, Größe und Preis war bei der Karat 930 sofort ein "whow" Effekt da . Außerdem hab ich ja Holzohren .

Außerdem ist klar, dass im Bass/Tiefbass die Karat 930 ohne Subwoofer gegen keine der Nubert-Standboxen eine Chance hat. Auch mit Subwoofer kann man den Bass nicht so gut vergleichen. Vorteil Standbox: Bass-Anregung von zwei Punkten im Raum, keine Notwendigkeit mit Phase und Übergangsfrequenz zu spielen, das passt einfach. Ein kleiner Nachteil ist aber, dass die Bassreflex-Öffnung nach hinten offen ist, wodurch zwar Strömungsgeräusche vermieden werden (hat mein Sub aber auch nicht), die Box ist aber aufstellungskritischer ist.

Das aufstellungskritischen Verhalten und die Größe sind IMHO die größten Nachteile von Standboxen. Die Optik ist - gut aufgestellt - selten Wohnraumfreundlich. Wie man bei vielen Bildern hier im Forum sehen kann, sind die wenigsten Standboxen wirklich so aufgestellt, dass sie genügend Wandabstand haben, können ihr Potential in dieser Aufstellung so kaum ausspielen. Speziell bei mir kommt dazu, dass ich die Boxen von der Seite sehe und die nuVero hier einen wahrlich hässlichen Korpus haben.

Ein gutes Dokument zur Aufstellung von Boxen ist auf der Seite von AudioPhysic zu finden, es gibt nicht nur Regeln an sondern erklärt auch, warum das so ist. Diese Regeln widersprechen übrigens nicht dem, was Günther Nubert zu Räumen und Boxen-Aufstellung in seinem Pamphlet "Technik Satt" schreibt, auch wenn die Boxen der beiden Hersteller sehr unterschiedliche Ansätze haben.

Für mich bleibt es im Wohnzimmer jedenfalls erst mal bei Kompaktboxen. Dies kann sich allenfalls mal ändern, wenn es wohnzimmertaugliche Aktiv-Standboxen gibt. Wie ich an meinen Nubert nuPro A-10 sehe kann man mit digitalen Filtern Klangvolumen aus den Boxen holen, die konventionell bestimmt doppelt so viel Volumen haben müssten.
Passat
Moderator
#44 erstellt: 18. Nov 2012, 20:38

luckyspiff schrieb:
Dies kann sich allenfalls mal ändern, wenn es wohnzimmertaugliche Aktiv-Standboxen gibt.


Da kannst du ja auch bei alten canton schauen.
Es gab da die Ergo/Ergo A und die CA 10, CA 15, CA 20 und CA 30.

Grüße
Roman
luckyspiff
Ist häufiger hier
#45 erstellt: 18. Nov 2012, 21:55

Passat schrieb:

luckyspiff schrieb:
Dies kann sich allenfalls mal ändern, wenn es wohnzimmertaugliche Aktiv-Standboxen gibt.


Da kannst du ja auch bei alten canton schauen.
Es gab da die Ergo/Ergo A und die CA 10, CA 15, CA 20 und CA 30.


Naja, es gibt zwei Technologien, die es noch nicht so lange (bzw. preiswert) gibt:

1. Leistungsfähige DSPs, mit denen sich eine optimale Entzerrung der Lautsprecher realisieren lassen (Stichwort: FIR-Filter)
2. Class D Endstufen, die einen extrem hohem Wirkungsgrad haben und es dadurch erlauben sehr Leistungsfähige Verstärker in geschlossene Boxengehäuse zu bauen ohne aufwändige Kühlung.

Zwar wurden auch die Canton Aktivboxen zum Teil schon mit Class-D Verstärkern ausgerüstet (z.B. die letzten Ergo RC-A), aber bezahlbare DSPs mit entsprechnder Leistungsfähigkeit waren noch nicht verfügbar und auch die nötigen Werkzeuge um diese Systeme zu entwickeln gab es noch nicht in dem Maß wie heute.

Bei den CA-10 bis CA-30 hat man durch aktive Regelungstechnik (PID-Filter) versucht die Membranauslenkung möglichst nahe am elektrischen Signalverkauf zu halten. Das war zwar innovativ, ist von den Möglichkeiten die man mit DSPs heute hat jedoch weit entfernt (behaupte ich jetzt mal so, obwohl ich die Boxen nie gehört habe).

Ich glaube nicht, dass sich die Aktivboxen "von Damals" mit modernen Aktivboxen vergleichen lassen. Im Gegensatz zum klassischem Lautsprecherbau, wo die Fortschritte vor allem im Bereich der Simulationsmöglichkeiten und bei neuen Materialien liegen, ergeben sich durch die beiden genannten Technologien völlig neue Möglichkeiten. Das bringt vor allem eines: ein viel besseres verhältnis von Klang zu Gehäusevolumen (und damit potentiell mehr Möglichkeiten um wohnzimmertaugliche Boxen mit "großem" Klang zu bauen).

Das ist jetzt zwar etwas vereinfacht dargestellt, aber ich bin überzeugt, dass hier in den nächsten Jahren noch einiges an interessanten Aktivboxen zu erwarten ist. Ganz einfach deshalb, weil die nötige Hardware relativ billig geworden ist und das Know-How vorhanden ist und immer verbreiteter wird.
Passat
Moderator
#46 erstellt: 18. Nov 2012, 22:08
Class D Endstufen gibt es schon ewig.
Beispielsweise die Sony TA-N88, die kam schon 1977 auf den Markt!
Oder die Pioneer GM-D40, eine CarHifi-Endstufe von 1984.

Und was regelung bei Aktivlautsprechern angeht:
Sehr viele aktuelle Aktivlautsprecher haben auch heute keine Membranregelung.
Auch das gabs übrigens schon vor Ewigkeiten.
Beispielsweise in der Backes&Müller BM6 von 1978.

Grüße
Roman
Salinas
Hat sich gelöscht
#47 erstellt: 18. Nov 2012, 23:59

luckyspiff schrieb:
es noch nicht in dem Maß wie heute.



Ich glaube nicht, dass sich die Aktivboxen "von Damals" mit modernen Aktivboxen vergleichen lassen. Im Gegensatz zum klassischem Lautsprecherbau, wo die Fortschritte vor allem im Bereich der Simulationsmöglichkeiten und bei neuen Materialien liegen, ergeben sich durch die beiden genannten Technologien völlig neue Möglichkeiten. Das bringt vor allem eines: ein viel besseres verhältnis von Klang zu Gehäusevolumen (und damit potentiell mehr Möglichkeiten um wohnzimmertaugliche Boxen mit "großem" Klang zu bauen).



es gab schon vor 40 Jahren aktive LS, die den Vergleich mit heutigen Konstruktionen überhaupt nicht zu scheuen brauchen, hier nur mal ein paar Vintage Sachen aus Deutschland bzw der Schweiz, die dem meisten passiven Krempel locker die Stirn bieten....:

Braun LV 720

Heco P 7302 SLV

Klein + Hummel 0 198

STUDER A723
Passat
Moderator
#48 erstellt: 19. Nov 2012, 00:09
Naja, eine Brauch LV 720 klingt identisch zu einer Braun L 710/1.
Bis auf die eingebauten Endstufen sind beide Lautsprecher nämlich identisch.

Grüße
Roman
luckyspiff
Ist häufiger hier
#49 erstellt: 19. Nov 2012, 00:30

Passat schrieb:
Class D Endstufen gibt es schon ewig.
Beispielsweise die Sony TA-N88, die kam schon 1977 auf den Markt!
Oder die Pioneer GM-D40, eine CarHifi-Endstufe von 1984.

Und was regelung bei Aktivlautsprechern angeht:
Sehr viele aktuelle Aktivlautsprecher haben auch heute keine Membranregelung.
Auch das gabs übrigens schon vor Ewigkeiten.
Beispielsweise in der Backes&Müller BM6 von 1978.


Ja, Class-D gibt es schon lang, die genannte Canton Ergo RC-A war zuletzt auch schon damit ausgerüstet.

Aber Class-D Verstärker waren weder bezahlbar noch so ausgereift wie heute. Das Prinzip die Endstufentransistoren nicht im Arbeitspunkt sondern im Schaltbetrieb betrieben werden, ist ähnlich wie bei Netzteilen, wo die Schaltnetzteile die schweren und ineffizienten Netzteile mit Längsreglern abgelöst haben. Die Steckernetzteile von heutigen Kleingeräten sind auch sehr viel kleiner und werden weniger warm als frühere Netzteile, weil es moderne Schaltnetzteile sind.

Was die Membranregelung angeht, so bringt diese ohnehin nur im Tiefton-Bereich etwas. Da hat man aber noch eine Reihe anderer Probleme: die bewegten Teile sind relativ groß und bilden ein komplexes, schwingfähiges System. Das Magnetfeld ist inhomogen und Reibung der mechanischen Komponenten sorgt für Hystereseeffekte. Zudem gibt es "komische Verformungen" der Membran (Partialschwingungen an der Oberfläche). Dies alles sorgt für nichtlineare Verzerrungen, die man mit Membranregelung zwar erheblich reduzieren kann, aber eben nur Teilweise. In Kombination mit neueren Materialien, Finite-Elemente Simulationen bei der Konstruktion und gestiegenem Wissen kann man aber schon viel erreichen.

Und zum Teil kann man das auch ohne Membranregelung, wenn man ein möglichst gutes Modell des Lautsprechers hat. Das geht aber mit digitaler Signalverarbeitung viel besser als mit Analogtechnik. Und mit den digitalen Filtern kann man auch den gesamten Frequenzgang linearisieren und die untere Grenzfrequenz etwas nach unten schieben, indem man einfach alle höheren Frequenzen leiser ansteuert. Das geht zwar auf Kosten des Maximalpegels, ist aber ein effektiver Weg Gehäuse kleiner zu machen. Theoretisch funktioniert das natürlich auch im analogen Bereich, ist jedoch in der Praxis viel aufwändiger zu realisieren und scheitert dann oft schon an Platzgründen.

Die kleine Nubert nuPro A-10 ist ein gutes Beispiel für das was heute prinzipiell möglich ist (und die hat nicht mal einen Class-D Verstärker sondern einen rauschenden Class-B). Nur ist sie eben nicht für's Wohnzimmer konzipiert sonder eher als PC-Box oder Nahfeld-Monitor.

Ich glaube da wird sich in den nächsten Jahren viel mehr tun als vergleichsweise in den letzten Jahren zuvor (naja gut, in welchem technischen Bereich ist das heute nicht so? )
Salinas
Hat sich gelöscht
#50 erstellt: 19. Nov 2012, 01:49

Passat schrieb:
Naja, eine Brauch LV 720 klingt identisch zu einer Braun L 710/1.
Bis auf die eingebauten Endstufen sind beide Lautsprecher nämlich identisch.

Grüße
Roman


na klar gibt es hier eine Verwandtschaft, aber man hat sich schon was dabei gedacht, eigentlich wie immer bez. der Vorteile der Aktiv-Technik, zumal hier ja auch drei Endstufen für jede Box werkeln... ändert auch insgesamt nichts an der Tatsache, daß es sich bei allen LS um ausgesprochen gute LS handelt, ich habe sowohl die Heco 7302 SLV in Reserve als auch die Braun LV 720 im Schlafzimmer an DVD/Blue-Ray bzw. Fernsehton. Die klingen schlicht hervorragend, gerade auch in den Mitten. Aufgrund der geschlossenen Konstruktion und nicht allzu tiefer Abstimmung ist auch eine relativ wandnahe Positionierung nicht ganz so dramatisch...
Un mechanisch/elektrisch auch nach so langer Zeit weder Sickenprobleme noch Rauschen oder Brummen der Endstufen, daß nenne ich mal deutsche Wertarbeit....


[Beitrag von Salinas am 19. Nov 2012, 06:29 bearbeitet]
Franko1978
Ist häufiger hier
#51 erstellt: 21. Nov 2012, 21:01
Ganz toller Bericht! Hat wirklich Spaß gemacht deine Odysee zu lesen. Danke
Ich hab übrigens ne 5.1 NuBox Anlage mit den kompakten 381ern in der Front. Damit bin ich echt zufrieden, aber wenn ich hier lese was ihr alles für teure Boxen rumstehen habt, dann gibts für mich ja nur noch: duck und wech...
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