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Der Acourate Software Thread

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Autor
Beitrag
fujak
Inventar
#1 erstellt: 11. Apr 2012, 12:27
Hallo zusammen,

ich habe diesen Thread eröffnet, um einen Austausch und gegenseitieg Hilfestellungen in Sachen Raum-Korrektur mit Hilfe der Software Acourate Pro von Uli Brüggemann zu ermöglichen (http://www.acourate.de/).

Die Idee ist aus dem Thread Der DRC-Thread entstanden, um beide Software-Produkte aufgrund der unterschiedlichen Bedienung und deren Problemstellungen getrennt behandeln zu können.

Platz haben sollte nicht nur die Standard-Prozedur der Über-Alles Messung (Room-Macro 1-4) von Stereo-Setups, sondern auch alle Fragen zum Thema Erstellung von XO-Filtern in aktiven LS-Systemen.

Ich selbst verwende Acourate seit etwa zweieinhalb Jahren, würde aber nicht behaupten, mich in allen BEreichen dieser doch sehr komplexen Software auszukennen. Dennoch: Basis-Themen und grundlegende Fragen kann ich durchaus beantworten. Und ich hoffe auf weitere Mitstreiter, die bereits Acourate einsetzen oder sich mit dem Gedanken tragen, dies in zu tun.

Grüße
Fujak

Edit Moderation: Leitfaden: Acourate im Schnelldurchlauf


[Beitrag von vstverstaerker am 09. Jun 2012, 09:52 bearbeitet]
Jahresprogramm
Stammgast
#2 erstellt: 11. Apr 2012, 20:45
Hallo,

seit gestern darf ich mich voller Stolz "Acourate-Anwender" schimpfen.

Kurz zu meiner Vorgeschichte:
Bevor ich mich für Acourate entschieden habe, war ich ein DRC-Anhänger. Nach längeren "Probieren" mit diversen GUIs für das DRC von Dennis Sbragion habe ich mich letztlich für das Skript von Fujak entschieden. Nach vier Monaten mit DRC kann ich folgendes Resümee abgeben: Ohne Raumkorrektur mag ich nicht mehr Musik hören. Das ist ein unglaublicher Fortschritt in Richtung mehr Dynamik, Schnelligkeit und Räumlichkeit. Leider hat DRC auch Schattenseiten. Korrektur beider Kanäle unabhängig von einander und die einzelnen Berechnungsschritte mit normierten Pulse-Daten liessen bei mir Kanalgleichheit zu einem Glücksspiel werden. Ich habe in meinem unsymmetrischen Hörraum die Korrektur mit DRC nicht zufriedenstellend hinbekommen. Nachdem mein Wohnzimmer noch weniger Möbel bekommen hat und die alten, weichen, mit Stoff bezogenen Stühle modernen Kunststoff-Teilen weichen mussten, wurde DRC-Korrektur wohl bis an die Grenzen des Machbaren geführt. Kanalgleichheit war nicht mehr erreichbar.
Nachdem Uli Brüggemann mit Acourate meine Teststücke gefaltet hat und ich diese probe hören dürfte, wurde mir klar, dass ich z.Z. um Acourate nicht herum komme. Kanalgleichheit und wesentlich mehr Räumlichkeit kann ich Acourate an dieser Stelle gut schreiben. Trotz Bedenken in Bezug auf die Bedienung habe ich Acourate gekauft. Jetzt kann ich sagen, dass die Bedenken unbegründet waren. Nach ca. 30 Minuten mit Acourate laufen die ersten Filter in Foobar und ich genieße Musik.

Da es leider kein Handbuch für Acourate gibt, will ich Schritt für Schritt die einzelnen Macros durchgehen und meine Fragen hier loswerden. Vielleicht hat ja jemand Lust diese zu Beantworten

So nun zu meiner Ausgangslage:
Acourate Version 1.8.0

Puls Links und Rechts mit 48kHz und die Mikrofon Korrekturdatei sind geladen
Pulse_mik

Wie berücksichtige ich die Mikrofon Korrektur für die weitere Berechnung? Das Makro 1 hat leider keinen Button mehr dafür.

Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 13. Apr 2012, 16:54 bearbeitet]
fujak
Inventar
#3 erstellt: 11. Apr 2012, 21:58
Hallo Alexander,

leider habe ich nur die Version 1.7.0, dort gibt es noch die Option in Makro 1. Aber man kann auch im LSR 2 die Korrekturdatei.dbl laden, was ohnehin empfehlenswert ist, weil man erst dadurch ein objektives Ist-Ergebnis hat.

Ich werde mir von Uli mal die neue Version abholen und dann mehr dazu sagen können. Aber mit dem Einlesen in LSR 2 erhälst Du auf jeden Fall korrekte Korrekturergebnisse.

Grüße
Fujak
das.ohr
Inventar
#4 erstellt: 11. Apr 2012, 23:18
Hallo Fujak,
seit einiger Zeit beobachte und lese meist eifrig mit, was du so über Acourate schreibst (aus meiner Sicht viel zu wenig) .
Da ich vor ein paar Jahren ja Live mit einem FIR korrigiertem System gearbeitet habe und von daher sehr gute Erfahrungen damit habe, wollte ich diese Vorzüge immer schon mal zu hause umsetzen. Aber alles Schritt für Schritt. Soeben habe ich wohl erst einmal die Voraussetzungen dafür geschaffen ( hier nachzulesen)

Aber mal ein paar grundsätzliche Fragen zu Acourate, wie läuft eigentlich die Lizenzierung? Ich habe mehrere Rechner, wie ist die Prozessorlast bei 96 kHz ?

bis später
Frank
Jahresprogramm
Stammgast
#5 erstellt: 12. Apr 2012, 08:26
Hallo Fujak,

mein LSR2 (2.0.5) lässt nur WAV als Filter einbunden. Auch wenn ich die DBL in WAV umgewandelt bekomme, bin ich der Meinung, dass das der falsche Weg ist. Denn LSR erwartet ja ein Filter, welcher convolvert d.H. mit der Aufnahme multipliziert wird. Bei der Mikrofon-Korrektur sollte jedoch der FG des Mikrofons von der Aufnahme abgezogen werden. Bitte um Berichtigung, wenn ich hier Mist von mir gebe.


Hallo Frank,

hier ein Auszug aus einer E-Mail von Uli an mich:


2) Lizenzierung:
Hierzu ein Standardtext, aus dem Sie die Lizenzbedingungen entnehmen können:

Für eine Kaufabwicklung benötige ich eine Bestellung mit Ihrer Adresse zwecks Rechnungserstellung.
Des weiteren benötige ich eine ID-Nummer des Windows-Rechners, auf dem Acourate installiert werden soll. Diese erhalten Sie mit www.acourate.com/ID/AcourateID.exe. Bei evtl. Rechner-/Hardwarewechsel bekommen Sie auf Anforderung selbstverständlich eine neue Lizenz, für die alte ID findet dann jedoch kein Support mehr statt. Programm-Updates erhalten Sie auf Anforderung kostenlos. Eine neue Version (major release) erhalten Bestandskunden gegen einen zum jeweiligen Zeitpunkt noch festzulegenden Upgrade-Preis.
Nach Zahlungseingang erhalten Sie eine Downloadadresse für Ihre Acourate-Version. Die Zahlung kann per Banküberweisung als auch per PayPal (zzgl. PayPal-Gebühr) erfolgen, die Rechnung erhält hierzu die nötigen Informationen. Bitte geben Sie bei der Bestellung an ob Sie per PayPal bezahlen möchten.

Eine kleine Anleitung für Acourate finden Sie unter www.acourate.com/freedownload/Schnelleinstieg_in_Acourate.pdf und www.audiovero.de/pdf/AcouratePRC.pdf, siehe auch Tutorials auf http://www.audiovero.de/tutorials.html
Sie sind auch gerne eingeladen zur Teilnahme am Acourate-Forum http://tech.groups.yahoo.com/group/acourate/

Allgemeine Lizenzhinweise:
Sie erwerben eine Lizenz zur Nutzung von Acourate an einem Arbeitsplatz zur Filtererstellung für den eigenen Gebrauch. Die Weitergabe erstellter Filter an Dritte und insbesondere eine gewerbliche Nutzung (Verkauf der Filter) sind nicht lizensiert. Der Weiterverkauf der personalisierten Lizenz ist ausgeschlossen.


Grüße
Alexander

Edit: Ich habe soeben eine Mail von Uli bekommen:


bitte gehen Sie wie folgt vor:

Mikrokalibrierung importieren (vorher Samplerate so wählen, wie sie im Recorder benutzt wird). Dann per FD-Functions - Amplitude Inversion einen invertierten Frequenzgang bilden. Evtl. per TD-Functions - Phase Extraction die Minimalphase rechnen, dabei mit Vorgaben für below im unteren Frequenzbereich zu große Amplitudenänderungen begrenzen. Einfach mal die Funktion testen, die Wirkung ist schnell ersichtlich. Als nächstes noch den Frequenzgang auf 0 dB normalisieren mit TD-Functions - Normalization - individual gain.
Abscliessend die Kurve per Menu - Save as Mono WAV - als 64bit wav speichern.
In Zukunft kann nun die wav-Datei im Logsweeprecorder als Filter verwendet und aktiviert werden. Damit sind die Pulsantworten bereits kalibriert.


Somit habe ich oben Bockmist geschrieben und werde wie von Fujak und Uli beschrieben vorgehen.


[Beitrag von Jahresprogramm am 12. Apr 2012, 08:46 bearbeitet]
das.ohr
Inventar
#6 erstellt: 12. Apr 2012, 10:28
Dankeschön Alexander,
somit bin ich zur Lizenzierung ja schon im Bilde.
Ich würde Acourate ja auch mit Foobar2000 nutzen wollen, wohl aber erst im Herbst.
Im Sommer habe ich eh weniger Zeit zum Musik hören.

Gruß
Frank
Jahresprogramm
Stammgast
#7 erstellt: 12. Apr 2012, 11:01
Hallo,

nun läuft die Aufnahme mit der Mikrofon-Korrektur. Die Pulsaufnahmen sind in Acourate geladen und das Macro1 ist gestartet:

Makro1

Was sind sinnvolle Werte für die frequenzabhängige Fensterung? Was bewirken die Werte in Bezug auf das Endergebnis? Wie wird gefenstert?

Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 12. Apr 2012, 19:23 bearbeitet]
Jahresprogramm
Stammgast
#8 erstellt: 12. Apr 2012, 21:02
Hallo,

nun habe ich mit Acourate etwas rum gespielt. Das sind die Ergebnisse, dabei ist in Macro1 für die frequenzabhängige Fensterung 50/30 eingestellt:

Macro4

Ergebnis

Simulation

Geht das besser, oder habe ich mit den Einstellungen übertrieben?
Bin für jeden Tipp dankbar.

Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 12. Apr 2012, 21:05 bearbeitet]
Jahresprogramm
Stammgast
#9 erstellt: 13. Apr 2012, 10:01
Hallo,

und nochmal eine Ergänzung von mir. Die Filter aus Acourate benötigen bei mir mehr Rechenleistung als die aus DRC. Jedoch sind die 20% Mehrleistung für Stereo nichts Weltbewegendes. Leider ist mein betagter CPU ein Pentium M 1,7 GHz mit dem AcourateVSTConvolver2in2 überfordert. Die CPU-Last geht auf 100% und der Ton wird immer wieder abhehackt.

Warum der AcourateVSTConvolver bei mir noch mehr Leistung als der Foo-Convolver benötigt ist mir schleierhaft. Vielleicht hat es was mit der unterstützten MMX Version zu tun. Ich glaube das ist eine Frage für Uli.

Grüße
Alexander

Edit2: Edit 1 gelöscht

Edit3: So, jetzt hat`s funktioniert. Hier die Antwort von Uli:

Im allgemeinen reduziert sich die Prozessorlast abhängig von der jeweiligen Paketgröße der bei der Convolution angewandten Fouriertransformation. Ab einer gewissen Größe steigt die Last wiederum an.
Man kann die die Last einfach per Taskmanager beobachten.
Dann bitte die Werte für FFT-Delay verdoppeln/halbieren bis der Taskmanager die geringste Last zeigt.
Hinweis: bei jeder Änderung muss Foobar als Programm neu gestartet werden.

Ich habe in der Konfigurationsdatei rumprobiert und die geringste Prozessorlast mit FFT delay=0.16 erhalten. Die Prozessorlast ist dennoch etwas höher als beim Foo-Convolver und liegt nun bei ca. 50-60% mit 44.1KHz Daten.


[Beitrag von Jahresprogramm am 13. Apr 2012, 13:53 bearbeitet]
das.ohr
Inventar
#10 erstellt: 13. Apr 2012, 10:23
Also meinst du, dass ein Musik - PC (Festplattenverwaltung, Foobar2000, Asio Soundkarte und Acourate) möglich wäre? Mann sollte bedenken, dass mein Rechner auch nicht mehr der Jüngste ist und mit einer 2GHz DouCore2 CPU läuft, weiterhin will ich die Berechnung für 88 bzw. 96 kHz Samplingfrequenz betreiben!

Frank
Jahresprogramm
Stammgast
#11 erstellt: 13. Apr 2012, 11:57
Hallo Frank,

bei Core2 Duo und Stereo-Betrieb sehe ich keine Probleme. Mein Acourate läuft auf dem Rechner im Büro mit AMD Phenom II X3 710 (2,6 GHz) ziemlich flott. Als Abspiel- und Messrechener wird mein Notebook mit dem Pentium M 1,73 GHz genutzt. Jetzt funktioniert auch der AcourateVSTConvolver2in2 zufriedenstellend. Hier läuft gerdade ein 176,4 kHz File mit dem Acourate-Convolver auf meinen Notebook.

Unbenannt

Ich denke, bei Core2 Duo 2GHz und Stereo würde ich mir keine Sorgen machen.

Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 13. Apr 2012, 13:54 bearbeitet]
fujak
Inventar
#12 erstellt: 16. Apr 2012, 07:17
Hallo zusammen,

ich war die letzten Tage unterwegs und habe eben gesehen, dass eine Menge Fragen gepostet wurden.; ich werde die an mich gerichteten Fragen heute noch "abarbeiten".

Grüße
Fujak
fujak
Inventar
#13 erstellt: 16. Apr 2012, 19:21
Hallo zusammen,

nun werde ich wie angekündigt die Fragen beantworten, die noch offen geblieben sind:

@ Frank: Deine Fragen an mich sind ja bereits von Alexander beantwortet worden.

@Alexander:

Ich habe in der Konfigurationsdatei rumprobiert und die geringste Prozessorlast mit FFT delay=0.16 erhalten. Die Prozessorlast ist dennoch etwas höher als beim Foo-Convolver und liegt nun bei ca. 50-60% mit 44.1KHz Daten.


Insegsamt mag ich den AcourateVSTConvolver2in2 nicht so, da er vor allem bei hochauflösenden Musikfiles, die Prozessorlast in ungeahnte Höhen treibt. Stellt man das FFT-Delay auf eine akzeptable Last ein, so hat dies dann zur Folge, dass die ersten Noten eines Musikfiles nicht übertragen werden, da der AcourateVSTConvolver2in2 erstmal rechnen muss. Je weniger Prozessorlast er beanspruchen darf, desto länger braucht er zum Rechnen und Umschalten.

Ich nutze im Moment bei Cplay den VST-Convolver von Sourceforge (Pawlov) bzw. bei Foobar den eingebauten Convolver.

Bei Foobar kann man sogenannte DSP-Chains programmieren, die wiederum durch Tastatur Shortcuts abgerufen werden können, sodass ich für jede Samplerate eine Zifferntaste + CTRL belegt habe, mit der ich schnell zwischen Sampleraten umschalten kann.

Für die ganz Faulen gibt es auch die Möglichkeit in die DSP-Chain den SOX-Resampler einzuhängen und auf 192kHz zu setzen und dahinter den Convolver mit dem 192kHz-Filter zu hängen. Dann wird eben jedes File auf 192kHz resampelt und anschließend mit 192kHz-Filter gefaltet.. Ein Umschalten zwischen Filtern entfällt dadurch. Klanglich kann ich da so gut wie keinen Unterschied feststellen.


Simulation

Geht das besser, oder habe ich mit den Einstellungen übertrieben?
Bin für jeden Tipp dankbar.


Das Ergebnis ist schon korrekt berechnet, und die Preringing-Compensation ist richtig eingestellt, es gibt keinerlei Vorschwinger; insofern passt alles. Allerdings ist ein IACC-Wert von 57,4% sehr bescheiden. Da müsste mit raumakustischen Maßnahmen oder anderer LS-Platzierung noch nachgebessert werden. Mit diesem IACC kommt sicher keine befriedigende räumliche Abbildung zustande. Der Verlauf von IACC10 über IACC20 zu IACC80 legt nahe, dass Deine gegenwärtige Raumakustik für Hörenim Nahfeld geeignet ist. Man sollte nach meiner Erfahrung die Raumakustik so optimieren, dass man auf mindestens 75% kommt. Da wird die Stereo-Abbildung wirklich gut.


Was sind sinnvolle Werte für die frequenzabhängige Fensterung? Was bewirken die Werte in Bezug auf das Endergebnis? Wie wird gefenstert?


Die Fensterung definiert, wieviele Korrektur-Zyklen in einem Frequenzbereich untergebracht werden. Da die Zyklen im Bassbereich größere Werte haben können (z.B. ist die tonale Differenz zwischen 10Hz und 100Hz ähnlich groß wie zwischen 100 Hz und 1000Hz), gibt es im Macro 1 die Möglichkeit einen fließenden Übergang zwischen Bass- und Hochton-Bereich zu definieren. Der linke Wert gibt die Fensterung im Bassbereich und der rechte Wert die Fensterung im Höhenbereich an. Entsprechend werden dann die anderen Werte im Zwischenbereich automatisch definiert. Zum Beispiel linker Wert 30 Zyklen, rechter Wert 10 Zyklen, würde also bei 1000 Hz etwa 20 Zyklen bedeuten, bei 5000 Hz etwa 15 Zyklen.

Je höher der Wert eingegeben wird, desto genauer werden auch kleinere "Unebenheiten" im Frequenzgang "geglättet", je niedriger der Wert, desto großzügiger wird geglättet. Ersteres ist für den Bassbereich das wichtigere Kriterium, weil es hier ja größere Überhöhungen durch Raummoden und Übergangsfrequenzen gibt. Letzteres ist für den Hochtonbereich das wichtigere Kriterium, weil es wenig sinnvoll ist, kleinste Unebenheiten zu bügeln, die sich durch eine einzige Kopfbewegung bereits verschieben können und zu unerwünschten Verfärbungen führen. Hat man am Hörplatz nicht unbedingt den Wunsch, seinen Kopf während des Hörens in einer fixierten Schraubstock-Position zu halten, so empfiehlt es sich, dort kleinere Werte, d.h. also eine großzügigere Glättung einzustellen.

Ein guter Standard-Wert ist m.E. 15. Beträgt der untere Wert nicht mehr als 30 Zyklen, so erhält man am Hörplatz einen Toleranz-Radius von ca. 30-50 cm (je nach übriger Raumakustik), innerhalb dem man verfärbungsfrei den Kopf bewegen kann. Hört man mit seinem Partner oder mehreren Menschen , sodass der Sweetspot größer sein sollte, so kann man dafür einen Wert um die 5-10 eingeben. Damit kann man nach meiner Erfahrung auch 1m rechts und links relativ verfärbungsfrei hören. Allerdings ist natürlich die Korrekturintensität nicht mehr so deutlich wie mit höheren Werten. Insofern sollte man bei mehreren Hörsituationen auch mehrere entsprechende Filtersätze anlegen, was ja relativ schnell gemacht ist.

Soweit fürs erste von meiner Seite. Übrigens: im Forum "Aktives-Hoeren.de" gibt es nochmehr wissenwertes über Acourate zu lesen sowie in der Acourate-Newsgroup auf Yahoo.de (dort allerdings in englischer Sprache).

Acourate Grüße
Fujak
Jahresprogramm
Stammgast
#14 erstellt: 16. Apr 2012, 21:27
Hallo Fujak,

danke für Deine Antworten.

Zum Thema Raumakustik kann ich nur sagen, dass mir seit DRC bewußt ist, welchen Einfluss das Alles haben kann. Uli hat mal im Aktives-Hören geschrieben, dass der Raum ein Filter ist. Und meiner ist wohl ein ganz miserabler . Wenigstens kann ich jetzt etwas gezielter bei der Verbesserung vorgehen. Beim Thema Nahfeld-Hören hasst Du voll ins Schwarze getroffen. In meinem über 40m² großen Wohnzimmer habe ich ein Stereo-Dreiek von ca. 2,5m Seitenlänge und möglichst weit Weg von Begrenzungsflächen.

Zum Thema Frequenzabhängige Fensterung:
Ich habe es so verstanden, dass so ein Korrektur-Zyklus (Frequenz-Zyklus) bzw. die Fenstergröße gleich der Periodendauer bei einer bestimmen Frequenz ist. Z.B. bei 100Hz sind es 10ms, richtig? Gebe ich jetzt in Acourate für das untere Fenster ein Wert bei 10Hz ein? Für welche Frequenz gilt der obere Wert?
Wie hast Du diesen Radius um den Hörplatz ohne hörbare Verfärbungen bestimmt?
Ich hoffe, dass ich Dir keine Löcher in den Bauch frage....

Convolver - Da habe ich schon alle mögliche (Freeware) durch. Den AcourateConvolver verwende ich z.Z. weil er eine sehr einfache Filter-Umschlatung bietet. So kann ich relativ einfach zwischen den Filtern switchen. Da mein Pentium M mit dem Atrom sehr stark verwandt ist, kann ich mir gut vorstellen, welche CPU Last Du mit dem AcourateConvolver hast. Danke für die Erklärung, was das FFT-Delay bedeutet.


Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 17. Apr 2012, 10:22 bearbeitet]
Jahresprogramm
Stammgast
#15 erstellt: 18. Apr 2012, 19:57
Hallo,

zum Thema: Zusammenhang zwischen Frequenz-Zyklen im Macro1 zur minimalphasigen Korrektur und Radius um den Hörplatz ohne hörbare Verfärbungen habe ich mich informiert. Es wird ja behauptet, dass bei einer bestimmten Zahl der Zyklen der Radius, innerhalb welchen wir ohne hörbare Verschlechterung des Klanges uns bewegen können, ungefähr so und so groß ist. Relativ heißt es, je höher die Zahl der Zyklen desto kleiner der Radius.
Damit der Thread nicht in Vergessenheit gerät, versuche ich mal das was ich in anderen Foren gelesen (gelernt) habe pseudowissenschaftlich wiederzugeben. Falls ich Bockmist von mir gebe, bitte ich um einen entsprechenden Hinweis.

Der Frequenz-Zyklus gibt in etwa die Zeit, welche zur Korrektur herangezogen wird, als Anzahl der Periodendauer bei einer bestimmten Frequenz. Das könnte folgend ablaufen: Man erzeuge ein Sin-Sweep mit der vorgegeben Anzahl der Zyklen für jede vorbestimmte Frequenz (Frequenz-Zyklen) und falte dann die Sin-Sweeps einzeln mit der Raumantwort. Nach "wenigen" weiteren psycho-akustischen Auswertungen der Ergebnisse werden diese als Frequenzgang übernommen.
Somit werden bei 2 Zyklen wohl überwiegend der direkt von den LS ausgesandter Schall (hier als Direktschall) gewertet. Je mehr Zykeln zur Faltung herangezogen werden, um so höher der Anteil des reflektierten Schalls (hier als Diffusschall). Der Diffusschall kommt ja etwas später an. Somit wird bei weiteren Korrektur ein bestimmtes Verhältnis von Diffus- und Direktschall beibehalten. Direkten Einfluss durch die Korrektur nehmen wir ja bekanntlich nur auf den Direktschall. Somit ist die kritische größe für das Ergebniss der Diffusschall (was für ein Wunder ). Der Diffusschall ist in kleinen Räumen exterm ortsabhängig. Damit ist das Korrektur-Ergebnis mit einem höheren zur minimalphasigen Korrektur herangezogenen Diffusschlall-Anteil in einen kleineren Raumbereich gültig, als das mit geringen Diffusschall-Anteil. Hinzu kommt, dass durch die Korrektur mit hohen Diffusschall-Anteil der Direkt-Schall stärker "verbogen" und somit noch mehr auf den Korrekturbereich in seiner Gültigkeit begrenzt wird. Dann kommt noch eine weitere Schallquelle für Stereo usw...

Damit ist die Aussage, dass bei steigender Frequenz-Zyklen Zahl das Ergebnis der Korrektur in einen schrumpfenden Bereich sich gut anhört, wohl richtig. Wie groß der Radius bei z.B. 5 Zyklen ist, ist selbstverständlich individuell vom Raum, Anlage usw. abhängig.

Bei dieser Betrachtung habe ich die Raummoden ausgeschlossen.

Nun könnt Ihr mich zerlegen.

Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 19. Apr 2012, 06:06 bearbeitet]
Benares
Inventar
#16 erstellt: 19. Apr 2012, 15:00
Hallo,

eines vorweg: ein interessanter Thread, in dem ich als ziemlicher Anfänger in Sachen digitaler Raumkorrektur noch viel lernen kann! Ich wundere mich allerdings, dass nicht schon längst ein Acourate-Thread in diesem Forum existiert, schließlich handelt es sich ja um eine renommierte Software mit nachweisbar großem Nutzen für alle, die sich keine Kühlschrank-großen Absorber in den Hörraum stellen möchten. Insofern ist hiermit also eine weitere Informationslücke in diesem Forum gefüllt!

An dieser Stelle erlaube ich mir, einen von mir allgemein zum Thema Raumoptimierung eröffneten Thread zu verlinken. Jeder, der fundiertes Wissen oder eigene Erfahrungen beitragen kann, ist hiermit herzlich eingeladen: EQs, Absorber, Diffusoren, Bassfallen - gibt es einen Königsweg zur akustischen Raumoptimierung?

Nun aber zu meinem konkreten Anliegen, ich hoffe, ich weiche damit in diesem Kontext nicht allzu sehr vom Thema ab. Ich interessiere mich schon seit längerem für eine nicht zu kostenintensive Lösung zur Raumkorrektur (daher die Erföffnung des verlinkten Threads). Mittlerweile habe ich mir verschiedene Optionen angesehen wie EQs, passive und aktive Absorber und dergleichen. Acourate erschien mir immer prinzipell sehr attraktiv, jedoch schreckte mich bislang die Notwendigkeit eine ständig laufenden PCs davon ab. Hierzu muss ich zunächst sagen, dass ich DJ bin und meine zum Abhören meiner Mixe genutzten Aktivmonitore ausschließlich über ein analoges Mischpult ansteuere. Software-Player wie Foobar nutze ich also nicht. Nun ist mir zu Ohren gekommen, dass Uli Brüggemann eine AcourateDRC-Applikation für das neue miniDSP OpenDRC entwickelt hat. An dieser Stelle wird es für mich interessant, da so erstmals die Lösung besteht, die Vorzüge von Acourate in einer kostengünstigen Stand Alone-Lösung ohne PC zu nutzen. Leider sind stichhaltige Informationen über die Kombination von OpenDRC und AcourateDRC außer auf der Website von miniDSP und in diesem Link zum Forum Aktives Hören schwer zu bekommen. Daher nun meine Frage: Kann mir jemand ein paar Infos zur Funktionsweise der Kombination geben und/oder zur Erhältlichkeit des OpenDRC in Deutschland? Außerdem (man entschuldige die blutige Anfängerfrage): Eignet sich die Kombination nach Erscheinen der analogen Version des OpenDRC (eine solche ist meines Wissens geplant) auch zur Korrektur eines 2.1-Systems? Oder ist dazu zusätzliche Peripherie wie z.B. eine externe Frequenzweiche notwendig?

Vielen Dank für alle Antworten!

Gruß

Benares
fujak
Inventar
#17 erstellt: 19. Apr 2012, 15:55
@ Alexander: Deine Darstellung der Zyklen und ihre Auswirkungen auf das Korrekturergebnis lässt in mir keinen Drang entstehen, Dich zu zerlegen. Du hast ja damit begrüßenswerter Weise die näheren Hintergründe meiner eher allgemeinen Ausführungen über die Werte in Makro 1 dargelegt.

@Benares: Der Grund, weshalb hier kein Acourate-Thread bislang entstanden ist, hat vor allem damit zu tun, dass vor einigen Jahren jegliche Bemühungen von Uli Brüggemann und einigen Anwendern, hier im Hifi-Forum einen Austausch über das Thema zu etablieren, an der polemischen Ignoranz einiger Besserwisser (und einer aus meiner Sicht untätigen Moderation) gescheitert sind. Seitdem finden die zu Acourate interessanten und relevanten Diskussionen in anderen Foren (vor allem Aktives Hören) statt. Dass es nun auch hier (wieder) einen Thread gibt, ist eher zufällig aus dem Wechsel von DRC auf Acourate von Alexander entstanden.

Schaun wie mal, wie es diesem Thread ergehen wird (sollten auch hier ähnliche Strömungen wie damals auftauchen, werde ich mich ausklinken, weil mir die Zeit dafür zu schade ist).

Deine Verlinkung zu Deinem neuen Thread finde ich insofern sinnvoll, als Acourate m.E. immer in Zusammenhang mit mechanischer Raumoptimierung gesehen werden sollte.

Die Kombination OpenDRC und AcourateDRC ist gerade auf den Markt gekommen. Die relevanten Informationen gibt es tatsächlich im Moment nur in dem von Dir angegebenen Link. Mehr wird wahrscheinlich nach der Highend in München zu lesen sein.

Grüße
Fujak


[Beitrag von fujak am 19. Apr 2012, 15:56 bearbeitet]
Benares
Inventar
#18 erstellt: 19. Apr 2012, 16:22
Hallo Fujak,

danke für die Infos. Die Ignoranz mancher User in diesem Forum ist mir auch schon das ein oder andere Mal übel aufgestoßen. Ich ziehe daraus die Konsequenz, mir die Threads herauszusuchen, in denen sich Leute mit Ahnung und Verstand und/oder echte Liebhaber austauschen, wovon es zugegebenermaßen nicht allzu viele gibt. Ich persönlich würde mich eher zu letzteren zählen und bin auch gerne bereit, meine glücklicherweise in mancherlei Hinsicht nicht mehr vollständige Ahnungslosigkeit zugunsten eines fortwährenden Lernprozesses einzugestehen.

Bezüglich der Kombination von OpenDRC und Acourate bin ich weiterhin für jede Information offen und dankbar. Sicherlich käme die von dir erwähnte Kombination von Acourate bzw. OpenDRC und mechanischer Raumoptimierung dem in meinem Thread gemeinten "Königsweg" schon sehr nahe. Leider scheidet aber eine solche Raumbehandlung in meinem Fall aus (wegen dem guten alten "WAF"), weshalb ich nach der bestmöglichen Lösung ohne bauliche Veränderungen suche. Acourate ohne PC-Einbindung erscheint mir da sehr attraktiv. Sollte sich damit tatsächlich eine wirkungsvolle FIR-Filterung für geschätzte 400€ realisieren lassen, besäße das Paket ein nahezu unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis und wäre damit sicherlich auch für viele andere User interessant. Insofern sehe ich der High End in München mit gespannter Erwartung entgegen, auch wenn ich dort selbst nicht vor Ort sein kann. Weiß jemand, ob miniDSP oder Uli Brüggemann dort vertreten sein werden?

Unabhängig davon verfolge ich diesen Thread natürlich weiter und hoffe, daraus noch die ein oder andere neue Erkenntnis gewinnen zu können.

Gruß

Benares


[Beitrag von Benares am 19. Apr 2012, 16:24 bearbeitet]
Jahresprogramm
Stammgast
#19 erstellt: 20. Apr 2012, 14:44
Hallo Benares,


OpenDRC und mechanischer Raumoptimierung dem in meinem Thread gemeinten "Königsweg" schon sehr nahe. Leider scheidet aber eine solche Raumbehandlung in meinem Fall aus (wegen dem guten alten "WAF")


Naja der WAF... Deshalb "spiele" ich ja auch zunächst mit Acourate rum. Mir ist aber sehr wohl klar, dass ich die Raumakustik auch mit passiven Maßnahmen angreifen muss. Acourate hilft mit weiter, diese Maßnahmen etwas gezielter auszuwählen. Jedoch befürchte ich, dass beim Bass die WAF-Barriere (übrigens meine persönliche auch) nicht überwindbar sein wird. Somit spiele ich mit dem Gedanken ein Bass-Array aufzubauen. Hier wird Acourate bestimmt auch mit Filtern weiterhelfen können. Und vielleicht geht das dann sogar etwas höher als die üblichen Frequenzen für Bass-Arrays (Stichwort: Kammfiltereffekte am Hörplatz).

Ich habe jedoch keine Ahnung wie das insgesamt bei mir funktionieren kann und ist jetzt nur ein Gedankenspiel. Vielleicht sind solche Gedankenspiele auch bei Dir Argumente für das AcouratePro.

Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 20. Apr 2012, 15:54 bearbeitet]
Benares
Inventar
#20 erstellt: 20. Apr 2012, 15:06
Ein DBA ist auf jeden Fall eine sehr elegante Lösung, Raumprobleme in den Griff zu kriegen. Allerdings benötigt man dazu ja mindestens 2 oder besser gleich 4 Subs. Ob das nicht wieder am WAF scheitert, ist eine andere Frage. Jedenfalls würde ich ein funktionierendes DBA gerne mal hören. Bisher ist mir aber noch kein User in diesem Forum begegnet, der eines gehabt hätte. Die praktische Umsetzung scheint hier sehr viel schwerer zu sein als die Theorie. Auch für mich käme das nicht in Frage, selbst wenn ich den WAF überwinde und die Kosten für so viele Subwoofer aufbringen würde, würde es an meinem L-förmigen Hörraum scheitern.


[Beitrag von Benares am 20. Apr 2012, 15:38 bearbeitet]
Jahresprogramm
Stammgast
#21 erstellt: 20. Apr 2012, 21:41
Hallo,

so, nach dem etwas klarer ist, was in Macro1 passiert, kann mit Macro2-3 weitergemacht werden.
Doch zunächst habe ich Aufgrund von Fujaks Anregungen zu meinem schlechten IACC-Wert meine LS und Hörposition verändert. Das war nichts gravierendes, alles ca. 10-30cm verschoben. Das Stereo-Dreieck ist von 2,5m auf 2,2m Seitenlänge geschrumpft. Der Hörplatz ist jetzt mittig im Raum und die LS etwas näher an der Rückwand.

Das Ergebnis ist ein um 10% besserer IACC-Wert:
erg

So zurück zum Thema. Die Puls-Daten sind mit Mikrofonkorrektur aufgnommen und geladen. Das Macro1 ist gestartet. Die Werte für die Frequenzabhängige Fensterung habe ich zunächst mit 20/10 ausgewählt. Nach allen möglichen Beiträgen in diversen Foren, die ich gelesen habe, sind Werte etwa zwischen 5 und 30 sinnvoll. Ich bleibe zunächst in der Mitte und will eine etwas bessere Korrektur im Bassbereich. Hier ist das Thema Raummoden und Dröhnen wichtiger als das Verhältnis von Direkt- und Diffusschall.
Macro1

Nun ist das Macro1 durch und die Targetkurve bestimmt. Hier ist jedem erlaubt was gefällt. Man sollte jedoch Folgendes beachten: Je mehr oberhalb der Targetkurve bleibt bzw. je mehr nach unten Invertiert wird, umso höher ist später die Pegelabsenkung durch die Korrektur. Ich habe z.Z ca. -6,5dB. Das ist ziemlich viel. Subsonic-Filter und Bassabsenkung sollten hier wegen Preringing-Unterdrückung aus bleiben (genaueres weiß ich noch nicht). So schaut es nach Macro3 aus:
Erg_Macro2

Man kann in diesem Bild erkennen, dass die Amplitude der Inversen unterhalb von ca. 20 Hz nicht gleich 0 ist. Somit werden hier später unnötigerweise Pegel abgesenkt. Warum kann ich nicht sagen. Jedoch empfiehlt Uli für Perfektionisten an dieser Stelle SplitNJouin anzuwenden. Aus einer E-Mail von Uli an mich:

Uli schrieb:
Das habe ich nun manuell nachkorrigiert.
1. Erzeugen der Kurve6: Generate - Test Signal - 65536 samples, Set to 1 at sample 32768 for length 1 sample. Das ist ein schlichter symmetrischer Dirac-Puls, der hat einen horizontalen glatten Frequenzgang bei 0 dB.
2. Marker setzen. Und zwar bei einer Inversen an der Stelle, wo eben links davon 0 dB sein sollen.
3. SplitNJoin. linke Seite = Testsignal, rechte Seite = Inverse. Parameter without, also ohne Verstärkungsanpassung (jeder Kurvenbereich bleibt auf seiner Höhe). Ergebnis wieder an die Stelle der Inversen gesetzt. Dann als neue Inverse abgespeichert.

Einfach mal SplitNJoin = Aufschnibbeln von zwei Kurven und Zusammenfügen austesten.


So schaut es nach dem "Aufschnibbeln und Zusammenfügen" aus:
Inverse_Korrigiert

Jetzt kommen nur noch endlose "Spielereien" mit dem Macro4 und Macro5 und Preringig-Unterdrückung.
Sobald ich dazu Näheres weiß, werde ich berichten.

Jetzt ab zum Musik-Hören denn das hört sich himmlisch an...

Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 21. Apr 2012, 10:10 bearbeitet]
Jahresprogramm
Stammgast
#22 erstellt: 30. Apr 2012, 19:19
Hallo,

bevor es hier mit der Excessphase (Macro 4) weitergeht, wollte ich noch gerne wissen, wie es um die Qualität meiner Soundkarte (E-MU 0404 USB) steht.

Eine Klirrfaktor-Messung mit Acorate - kein Problem. Analog OUT in Anlaog IN durchgeschleift und gemessen. Somit werden AD/DA, der Mic-VV und die Ausgangsstufe gemessen. Der meiste Klirr kommt aber wohl vom AD- gefolgt vom DA-Wandler.

Hier das Ergebnis:
Unbenannt

Naja, K3 ist etwas hoch mit max. -85dB. Die Klirr-Werte der LS und des Raumes werden wahrscheinlich um Faktor 100 größer sein. Somit denke ich, dass die Soundkarte für meine Zwecke mehr als ausreichend gut ist und mit ca. 1% zum Klirr beiträgt.

Vielleicht findet sich Jemand, der die Messung besser deuten kann....

Fujak, wie schlägt sich die RME Fireface???

Grüße
Alexander

Edit: Die Messung zuvor wurde mit 60s Sweep und 96KHz Sampling-Rate durchgeführt. Mit einem 120s Sweep und 48KHz ist der K3 Wert bei max. -90dB. Ob das an der Sweep-Länge oder am Sampling-Rate liegt, kann ich nicht sagen.


[Beitrag von Jahresprogramm am 30. Apr 2012, 19:52 bearbeitet]
erazer_
Schaut ab und zu mal vorbei
#23 erstellt: 03. Mai 2012, 10:40
hello,

als neuer und absolut begeisterter Acourate-User wollte ich mal fragen, ob hier wer Erfahrungen im Zusammenhang mit Videoplayern hat, v.a. mit MPC-HC. Ich meine, mal irgendwas gelesen zu haben mit zuschaltbarem Video-Delay, aber ich kann mich auch täuschen :]
Jahresprogramm
Stammgast
#24 erstellt: 03. Mai 2012, 20:09
Hallo erazer,

willkommen um Club der Acouraten

Ich habe JRiver und MPC-HC mit Filtern betrieben. Der JRiver (leider kostepflichtig) wird direkt mit Filtern "gefüttert" und ermittelt dabei das Delay automatisch. Bei mir hat das mit den Stereo-Filtern einwandfrei funktioniert.

Beim MPC-HC kann ein Delay (auch in negative Richtung) ms-Weise eingestellt werden. Jedoch wird für den MPC-HC noch ein externer Convolver benötigt. Diesen Player benutze ich z.Z. zum Video schauen.

Beim ffdshow Codec-Pack kann ebenfalls Delay eingestellt werden. Das habe ich jedoch nicht getestet.

Hier gibt's weitere Hinweise.

Grüße
Alexander
Jahresprogramm
Stammgast
#25 erstellt: 12. Mai 2012, 17:33
Hallo Allerseits,

wie versprochen, würde ich hier gerne über die Exzessphase bei der "Raumkorrektur" mit Acourate berichten.

Zunächst - Was ist die Exzessphase?
Die Minphase ist bei Acourate ein Anpassen der Amplituden ohne dabei die Phasen zu verdrehen/beeinflussen. Die Exzessphase ist das Gegenteil dazu. Es werden die Phasen gedreht ohne die Amplituden zu verändern. Erst bei diesem Korrekturschritt wird die räumliche Ortung verbessert. Dabei spielen der Haaseffekt und das Enveloppenhören eine entscheidende Rolle.

Wie das von Staten geht, bzw. was dahinter steckt, übersteigt meine Vorstellungskraft bzw. ist für mich "Zauberei" .
Deshalb an dieser Stelle eine allgemeinverständliche Erklärung von Uli selbst:

Die Exzessphase kann man auch als Allpass verstehen, alle Frequenzen werden 1:1 durchgelassen. Es finden also demzufolge nur Phasenkorrekturen statt. Prinzipiell könnte man das Ganze auch mit einer frequenzabhängigen Gruppenlaufzeitkorrektur beschreiben. Ein Vergleich: wenn man erfahrungsgemß 5 Minuten zu spät zum Bus (12:00 Uhr) kommt, wenn man um 11:45 Uhr losgeht, sollte man eben um 11:40 Uhr starten. Wenn aufgrund eines Tiefpasses in der Frequenzweiche eine Frequenz zu spät kommt im Vergleich zum Hochtöner, dann muss der Bass eben früher zu spielen beginnen.
In diesem Sinn wirkt die Excessphasenkorrektur möglichst so, dass alle Frequenzen da stattfinden, wo sie sein sollten (zu sehen an der Sprungantwort).
Eine gewissen Rolle spielt dabei der Betrachtungszeitraum, in Makro 4 representiert durch das zugehörige Fenster (excessphase window). Ist das Fenster zu klein, wird evtl. nicht genügend korrigiert. Zu groß macht auch keinen Sinn, es ergibt sich die Gefahr von Preringing (in Makro 5 an der Sprungantwort erkennbar).
Generell ist soviel Preringing erlaubt, wie man es nicht wahrnimmt. Bzgl. der Korrektur üblicher passiver Frequenzweichen sollte das Fenster anhaltsweise einen Wert von 6 aufweisen (= 6 Zyklen = bspw. 6 ms bei 1 kHz oder 60 ms bei 100 Hz).
Makro 5 stellt nun evtl. bei gewissen Frequenzen ein, zwei drei Peaks dar (Signale vecin/vecout in der Gruppenlaufzeit) = Preringing. Mit dem PRC-Wert in Makro 4 (ein, zwei, drei Peaks je Kanal) können diese Peaks kompensiert werden. Die Ursache hierfür sind Reflektionsanteile, die leider zumeist unvorhersehbar (= nicht direkt erkennbar in der Pulsantwort) mit in die Auswertung reinspielen und im Zusammenhang mit dem excessphase window mehr oder weniger deutlich auftreten


Somit ist auch das Meiste schon erklärt. Wichtig ist noch, dass für die Korrektur der Exzesspahse die Übereinstimung zwischen beiden Kanälen wichtiger als eine Korrespondenz zu einer perfekten Sprungantwort ist. Es werden auch keine zusätzlichen Rauminformationen den Filtern zugefügt.

Hier ein Vergleich der Korrigierten und ursprünglichen Sprungantwort in meinem Wohnzimmer:
Vergleich_Sprungantwort

Bei der Filter-Erstellung kann kanalweise das FDW vorgegeben werden. Je höher die Werte (ich bin z.Z. irgendwo zwischen 6 und 18) umso besser die IACC-Werte nach der Korrektur aber auch höher das Preringing. Ab einer grenze steigen die IACC-Werte nicht mehr sondern nur das Preringing an. Ab der Version 1.7.0 ist im Acourate eine wirkungsvolle Preringing Unterdrückung implementiert.

Es gibt aber auch noch die Möglichkeit durch Lautsprecherspezifische Vorfilter der Exzessphase "unter die Arme" zu greifen. Bei mir haben die Vorfilter noch ein Quäntchen mehr herausgequetscht. Bei Interresse kann ich darüber berichten.


Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 13. Mai 2012, 11:46 bearbeitet]
Jahresprogramm
Stammgast
#26 erstellt: 14. Mai 2012, 11:36
Lautsprecherspezifische Vorfilter

Hallo,

da ich heute krankheitsbedingt Zuhause gefangen bin, will ich doch über das Vorfilter-Erstellen/Benutzen bei passiven Lautsprechern schon jetzt berichten. Der Beitrag soll auch mir helfen das vollzogene Vorhaben in Zukunft in Erinnerung zu rufen. Eines vorweg, das ist keine Anleitung: Eine Anleitung währe mir an dieser Stelle (in diesem etwas verlassenen Thread) zu arbeitsaufwändig. Falls jemand doch Vorfilter erstellen möchte, kann ich gerne meine Unterstützung anbieten.

An dieser Stelle eine RIESEN Dank an Uli, der mir einem Neuling sehr geduldig meine Fragen beantwortet und mir viele Tipps gegeben hat. So ein Support ist für mich einzigartig und beispielhaft für Anbieter komplexer Werkzeug-Software. Die 300 und ein Paar zerquetschte Euronen sind unermesslich wenig bei diesem unbezahlbaren Support!

Doch zunächst - Wozu das Ganze?

Über das Forum Aktives-Hören.de bin auf dieses Thema gestoßen. Es wird mittels Simulation (In Acourate = XO-Filter Erzeugung) versucht die passive Lautsprecher-Weiche nachzubilden und mit der Summe der simulierten Weiche eine Sprungantwort, welche der aufgenommenen Sprungantwort möglichst ähnlich ist, zu generieren. Diese simulierte Sprungantwort wird dann als Vorfilter verwendet. Mit dem Vorfilter werden die nun bekannten Unzulänglichkeiten des Lautsprechers, welche in diesem Sinne lineare Verzerrungen darstellen, im Vorfeld ausgebügelt. Anders ausgedrückt: Beim Verwenden des Vorfilters beim LogSweepRecorder ist das Ergebnis deutlich näher an der idealen Sprungantwort. Dann kann Acourate im Rahmen der Exzessphasen-Korrektur seiner ursprünglichen Aufgabe der Raumkorrektur wesentlich besser nachkommen. Es werden z.B. weniger Sampels für das FDW in Macro4 benötigt.

Beim ganzen Vorhaben ist das Herausfinden der Weichen-Eigenschaften seiner LS das schwierigste Unterfangen. Ich glaube kaum Jemand außer die Entwickler selbst kennen die Eigenschaften der LS-Weichen so genau, wie wir es benötigen. Klar, kann man anhand der Bauteile die Weiche in z.B. Boxsim nachbauen. Jedoch wird man hier beim Delay der einzelnen Wege scheitern - Und es geht übrigens auch einfacher.

Das Messen des Lautsprechers

Dazu wird zunähst der gesamte LS und anschließend die einzelnen Wege mit dem LogSweepRecorder am Hörplatz aufgenommen. So sieht es bei meinen 3-Wege LS aus:
Lautsprecher-Puls mit einzelnen Wegen
Hier ist gut zu erkennen, dass der Hoch- und Mitteltöner verpolt laufen und die Trennung irgendwo bei 250Hz und 2500Hz ist. Achtung: Da bei mir die HT-Weiche manipuliert ist, gilt das nur für meine I.Q System 300T.

Mit diesem Setup kann als erstes die Delay-Zeiten der einzelnen Wege ermittelt werden. Dazu wird zunächst der HT vom Gesamtpuls abgezogen (es werden übrigens immer die TD-Funktionen verwendet). Da der HT-Puls bei mir schon in Phase ist, muss dieser nicht gedreht werden. Dann wird der MT solange gedreht bis dieser sich mit dem Gesamtpuls deckt und ebenfalls subtrahiert. Mit dem Basspuls wird gleich verfahren. Jetzt sollten die Delay-Zeiten zwischen den einzelnen Wegen bekannt sein. Bei mir sind es zwischen HT-MT 9 Samples und HT und TT 16 Samples bei 48kHz.

Im Folgenden Bild ist vom Gesmtpuls der HT-Puls schon subtrahiert und der MT-Puls um 9 Samples nach rechts gedreht.
Gesamtpuls-MT-Puls

Jetzt kann die Frequenzweiche simuliert werden:

Das ist nun Rumprobieren bis es einigermaßen passt. Am besten zwei Workspaces dafür anlegen und immer wenn man meint mit einem Weg fertig zu sein, den entsprechenden XO-Filter in das andere Workspace verschieben. Ich habe dafür immer einzelne Wege behandelt und zunächst Butterworth XO-Filter 2.Ordnung erstellt. Dann die Trennfrequenzen und die Steilheit der Filter angepasst bis diese zufriedenstellend beim FG und auch in der Sprungantwort mit dem gemessen passten. Das ganze wird solange wiederholt biss alle Filter (bei mir drei Filter für drei Wege) fertig sind.
Hier z.B. der MT-Filter:
MIttelton
Mein MT-Filter hat unterschiedliche Flankensteilheiten Hinweis: Hier sind die Amplituden nicht auf einanader Normiert.

Endlich, Das Erstellen des Vorfilters:

Jetzt kann in das Workspace, in welches die Filter gespeichert wurden, gewechselt werden. Alle Filter werden der Reihe nach geladen und in minimalphasige Filter umgerechnet. Dann werden den einzelnen Filtern per Cut'N Window Funktion die Delay-Zeiten vorgegeben. Anschließend die Phase drehen, die Wege summieren und Beten, dass es passt!
Ehh, nicht Beten sondern Vergleichen. Dazu wird die Summe um 6000 Samples nach rechts rotiert und die gemessene Sprungantwort geladen. So sah es bei mir nach ein paar Anläufen aus:
step_vorfilter3
Das ist m.M.n zufridenstellend genug - bzw. ich hab`s noch nicht besser hinbekommen

Jetzt wird aus der Summe die Exzessphase gerechnet und per der Reversion-TD-Funktion zeitlich umgedreht. Das Ergebniss ist der hart erarbeitete Vorfilter, welcher als Mono-WAV 64bit gespeichert werden kann.

Anwenden des Vorfilters

Das ist nun einfach. Der Vorfilter wird in den LogSweepRecorder geladen und die Messung mit dem Filter durchgeführt. Dann liegen vorgefilterte Puls-Antworten vor. Hier sind ein normaler und ein vorgefilterter Puls dargestellt:
GefUngef
Na ja, der Vorgefilterte Puls könnte besser aussehen. Dieser Vorschwinger nach unten kann durchaus noch optimiert werden. Uli sagt aber an dieser Stelle, dass man es nicht unendlich weit treiben muss, es sollte noch etwas für die Makros übrig bleiben.
Zwischenfrage: Wer erkennt um wie viel nun die Nachhallzeit weniger geworden ist ?

Weiter im Thema: Mit den vorgefilterten Pulsantworten die Macros wie gewohnt durchlaufen lassen. Im Macro 4 tritt nun früher das Reringinng auf, als gewohnt. Das ist aber kein Problem, es sollten ja sowieso weniger Samples beim FDW benötigt werden. Bei mir haben nun 6/6 Samples ausgereicht. In Vergleich zu 10/13 Samples ohne Vorfilter ist es ungefähr die Hälfte! Nun müssen nur noch die generierten Raumkorrekturfilter mit dem Vorfilter gefaltet werden.

Anschließend Hören und Genießen!

Was hat sich bei mir getan?
Um das zu veranschaulichen, habe ich im folgenden Bild die Ergebnisse einer Korrektur mit jeweils der gleichen Raumpulsantwort mit normalen Raumkorrekturfiltern und mit zusätzlichen Vorfilter dargestellt:
Ohne_Mit_Vorfilter
Wenn man die korrigierten Sprungantworten so betrachtet, muss man feststellen, dass es sich gar nicht so viel getan hat. Auch die IACC-Werte sind ähnlich. Das ist schon mal sehr erfreulich und beruhigend - Acourate arbeitet auch ohne Vorfilter-Klimmzüge sehr akkurat.

Bei mir hat sich aber Gehörtechnisch doch etwas verändert. Die letzte Schärfe/Härte im Hochton ist jetzt verschwunden. Der Vorsprung ist jetzt nicht so gravierend, wie das z.B. beim Eingeschalteten der Raumkorrektur meine Anlage auf einen Schlag um drei Klassen besser wird, jedoch hörbar.

Falls nun jemand, auch nur um etwas dazulernen zu wollen, die Vorfilter erstellen will, muss sich auf ein paar lange Abende einstellen. Das ist doch alles Arbeitsintensiv. Wie schon erwähnt biete ich gerne nach Möglichkeit meine Unterstützung an.

Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 14. Mai 2012, 20:03 bearbeitet]
Jahresprogramm
Stammgast
#27 erstellt: 15. Mai 2012, 11:40
Hallo,

ich kann's einfach nicht lassen . Wie ich im Abschnitt "Anwendung des Vorfilters" erwähnt habe, kann der Vorfilter noch etwas optimiert werden.

Gesagt-Getan: Ich habe bei MT das Delay angepasst. Nebenbei noch mein Mikrofonkorrektur-Filter mit rein gefaltet.
Jetzt ist das Ergebnis nach der Messung noch näher am Idealpuls. Gehörmäßig hat sich tatsächlich nichts getan

Unbenannt

Grüße
Alexander
das.ohr
Inventar
#28 erstellt: 15. Mai 2012, 12:56
Hallo Alexander,
erst einmal gute Besserung, aber so schlecht scheint es dir ja nicht zu gehen.
Nicht das du denkst, du schreibst nur für dich, ich lese aufmerksam mit und sehe schon die Probleme, die ich dann im Herbst wohl auch haben werde mit einem Grausen entgegen, aber ich kann ja immer noch mit dir Kontakt aufnehmen...

Frank


[Beitrag von das.ohr am 15. Mai 2012, 12:57 bearbeitet]
Jahresprogramm
Stammgast
#29 erstellt: 15. Mai 2012, 13:03
Hallo Frank,

Danke. Es ist nicht Schlimmes. Seit gestern darf ich rumrennen...
Grausen brauchst Du nicht haben. Ich habe Acourate erst etwas mehr als ein Monat und bin ein absoluter Leihe in Sachen Audiotechnik. Habs aber trotzdem bis hierher geschafft. Uli`s Support hilft auch immer weiter

Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 15. Mai 2012, 17:17 bearbeitet]
fujak
Inventar
#30 erstellt: 17. Mai 2012, 08:23
Hallo Alexander,

ich hoffe, Du bist wieder wohlauf. Auch ich möchte Dir sagen,dass ich mit großem Interesse Deine Schritte mit Acourate verfolge und Deine Beiträge lese. Mittlerweile kommt auf diese Weise so nebenbei und Schritt für Schritt eine Anleitung für Acourate zustande. Ich habe im Moment leider wenig Zeit, um zum einen oder anderen etwas zu posten; Du sollst aber wisen, dass ich - ähnlich wie Frank - diesen Thread (wie auch den DRC-Thread) aufmerksam lese.

Nun noch ein bißchen inhaltliches:

Vorfilter sind übrigens vor allem bei passiven Lautsprechersystemen eine feine Sache, weil gerade durch die Übergänge an den Wegen der Frequenzweiche viele Komplikationen auftreten, die man mit einem Prefilter gut in den Griff bekommt. Ich hatte seinerzeit zwei passive 3,5-Wege Standlautsprecher und einen aktiven Subwoofer über Acourate miteinander angekoppelt und korrigiert. Da hatte ich auch zunächst per Einzelmessung für jeden Weg sowie den Subwoofer mein Prefilter erstellt und dann mit dem Ergebnis der Raummessung gefaltet, was ein saubereres Klangbild ergab (auch zu erkennen an der Sprungantwort.

Und dann noch eine Anmerkung zu den im DRC-Thread erwähnten Absenkungen, über die Acourate den FG korrigiert: Es ist durchaus möglich, in der Targetkurve durch stärkere Absenkung der Targetkurve alle zu korrigierende Abschnitte "mitzunehmen", ohne dass man spätere Dynamikverluste durch Einbußen in der Wortbreite in Kauf nehmen muss.

Die Lösung: In Makro 4 kann man einen Filter-Gain einstellen, der den Offset des Filters wieder soweit anhebt, dass die Absenkung korrigiert wird. Der entsprechende Wert wird ja beim Durchlauf von Makro 4 am Ende als " Correction Filter gain ratio approx. ...dB" angezeigt. Man braucht also Makro 4 nur gleich nochmal wiederholen und diesen Wert unter "Max. correction gain" in dB eingeben.

Diese Maßnahme hat auch den Vorteil, dass man später im A/B-Vergleich korrigiert/unkorrigiert leichter umschalten kann, ohne dass man den Pegel jeweils korrigieren muss.

Soweit für heute (endlich mal wieder) von meiner Seite.

Grüße
Fujak
Jahresprogramm
Stammgast
#31 erstellt: 17. Mai 2012, 09:26
Hallo Fujak,

danke für den Hinweis. Die Funktion mit Filter-Gain ist mir noch nicht aufgefallen. Das habe ich gleich ausprobiert.
So habe ich die Target, damit bis 20Hz runter gefiltert wird, um ca. 7dB abgesenkt. Anschließend die Filter um eben diese 7dB angehoben.

Hier ist es veranschaulicht:
Pegelangleichen_in_Acourate

Klar, die Funkion tut wie erwartet ihren Dienst und hebt den gesamten Pegel um 7dB an. Zum Vergleich habe ich noch den Ursprünglichen Filter geladen. Nun werden auch mit Acourate Pegel angehoben. Nochmals danke für den Tipp.

Mit diesen Filtern wird es aber spätestens bei "Pantha Du Prince / Black Niose" clippen. Das Album hat massig 20Hz Anteile drin. Somit bin ich wieder gezwungen den Pegel im Convolver wahrscheinlich um 4dB abzusenken. Das ist im Vergleich zu den bei mir üblichen 6dB Pegelabsenkung mit DRC wenig und ich kann mit dieser Maßnahme gezielter als bei DRC arbeiten, jedoch erachte ich das für wenig sinnvoll.
Die Basswiedergabe wird nicht besser. Das Loch um 30Hz wird noch tiefer......

Die Funktion ist gut um Filter gegeneinander Vergleichen zu können. Ich denke aber eher ans Absenken als an das Anheben der Pegel. Ungefiltert mag ich nicht mehr hören. Da brauche ich keinen Vergleich
Du glaubst nicht wie oft ich auf der HighEnd, welche ich dieses Jahr zum ersten Mal besucht hatte, grinsend da saß und dachte, dass hier Acourate oder DRC fehlen!

Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 17. Mai 2012, 09:29 bearbeitet]
fujak
Inventar
#32 erstellt: 17. Mai 2012, 10:21
Hallo Alexander,


Jahresprogramm schrieb:
Du glaubst nicht wie oft ich auf der HighEnd, welche ich dieses Jahr zum ersten Mal besucht hatte, grinsend da saß und dachte, dass hier Acourate oder DRC fehlen!


das finde ich ja lustig: exakt der gleiche Gedanke ging mir in den meisten Hörräumen durch den Sinn. Es gab so viele LS-Vorführungen, die unterhalb ihrer Möglichkeiten blieben, weil alles "zugesoßt" war mit übermäßig angeregten Raummoden. Selbst bei einer guten LS-Positionierung sind die bei den begrenzten Umständen einfach nicht in den Griff zu bekommen. Es wummerte und dröhnte allerorten (Eine der wenigen Ausnahmen war Backes & Müller, bei denen interessanterweise auch die Zuhörer am längsten sitzen blieben), da hätte so mancher Aussteller und Vorführer seine Performance mit Acourate schlagartig verbessern können.

Doch es gab nicht wenige Zuhörer, die sich offenbar daran überhaupt nicht störten und im Gegenteil anerkennende Kommentare äußerten, wie beeindruckend kraftvoll doch der Bass rüberkomme. Als ich einige Aussteller darauf ansprach, schlugen mir sofort die altvertrauten Vorurteile entgegen z.B. das habe doch bei einem Hörraum dieser Größe keinen Sinn, da doch immer nur auf einen Punkt korrigiert werden könne. Auf meinen Einwand, dass man doch die Anregung von Raummoden überall im Raum deutlich vernehme: "Ja aber die Frequenz ändert sich doch von Hörplatz zu Hörplatz, das kann man doch gar nicht berücksichtigen"

Übrigens da Du ja KEF-Fan bist: Eine der beeindruckendsten und langzeittauglichen Vorführungen war für mich jene mit der kleinen passiven KEF-Koaxial-Kompaktbox - aufgestellt auf 6m Basisbreite. Tolles sauberes und räumlich abbildendes Klangbild.

So, genug OT.

Grüße
Fujak


[Beitrag von fujak am 17. Mai 2012, 10:22 bearbeitet]
Jahresprogramm
Stammgast
#33 erstellt: 17. Mai 2012, 11:10
Hi Fujak,

solange wir über Wirkungsweisen/Vorzüge/Grenzen von Acourate/DRC sprechen, sind wir doch gar nicht OT.

Fakt ist, auf der HighEnd würde ein bisschen Raumkorrektur vielen Anlagen gut stehen. Z.B. Adam Vorstellung ist trotz des grandiosen absolut nicht nervenden und trotzdem immer präsenten Hochtones im Bass-Sumpf untergegangen. Der Bass hat auch mich anfangs beeindruckt. Als aber ein bekanntes Stück kam, wurde es klar woher der Druck kommt....

Die Vorstellung bei audiodata war auch interessant. Trotz auf ideale Sprungantwort getrimmter LS, welche sich übrigens auch sehr sehr schön angehört haben, konnte doch vom AudioVolver so manch ein Vorhang aufgezogen werden um die Bühne zu präsentieren. Sogar meinem Anhang, welcher Raumkorrektur mit Exzessphase nicht kennt, ist die Veränderung beim eingeschalteten Filter sofort aufgefallen. Die Vorführung der Advancè war auch sehr prägnant. Es war alles da: Druck, Schnelligkeit, Details im Hochton aber es nervte nichts! Hier ist mir nichts unangenehm oder ermüdend aufgefallen. Wenn ich nicht weiter müsste, würde ich doch gerne noch viiiieeeeel länger sitzen bleiben und lauschen. Die Vorführung von Herr Snippers, das er Sich für uns extra Zeit genommen hat, uns mit Musik und Pegeln nach unseren Wünschen absolut bedient hat, ist auch mehr als lobenswert.

Am meisten hat mich jedoch diese Vorstelung der Nachbauten von Kino-Hörner aus 1938 beeindruckt. Hier ließ der Bass keine Wünsche mehr offen. Bass ist die Mannshohe schwarze Kiste in der Ecke. Die Kiste ist nach Hinten und nach Oben offen Jedoch könnte Acourate beim Hochton und Mittelton bei den Laufzeitunterschieden bestimmt aushelfen. Trotzdem ist es absolut Faszinierend, dass ein über 70 Jahre altes System, so manch einem HighEnd-Produkt zumindest gehörmäßig in nichts nachsteht bzw. teilweise (im Bass) um Klassen besser klingt.

Die Vorstellung bei KEF habe ich leider verpasst. Viele meinen, dass das auch ein HighLight sei. Wie kommst Du eigentlich darauf, dass ich ein KEF-Fan bin? Ich habe Zuhause die 95`ger IQ System 300T.

Grüße
Alexander

Edit: Ich glaube den meisten Ausstellern waren die Unzulänglichkeiten der Hörräume bekannt. Und somit spielten die Meisten irgendwelche Instrumental-Musik mit max. 50Hz Tiefgang. Frei nach dem Motto -Hauptsache es hört sich schön an.


[Beitrag von Jahresprogramm am 17. Mai 2012, 11:22 bearbeitet]
Jahresprogramm
Stammgast
#34 erstellt: 18. Mai 2012, 19:51
Hallo Ihr Acouraten und Interessenten,

ich fasse es nicht - ULI IST WIEDER DA! - Freude! Hüpf!

Grüße
Alexander

PS: Um Missverständnisse zu vermeiden: Mit WIEDER DA, meine ich wieder hier im HiFi-Forum. Ich hoffe nun auf Acourate Diskussionen und zielführendes Vorgehen.


[Beitrag von Jahresprogramm am 18. Mai 2012, 19:53 bearbeitet]
stereoplay
Inventar
#35 erstellt: 19. Mai 2012, 23:14
Hallo,

vielleicht kann mir hier geholfen werden.

Ich verwende JRiver und will den Convolver einbinden. Soweit ich weiß, kann ich nur ein Filter hinterlegen.

Sagen wir ich nehme das Filter mit fs=44100Hz und ich habe ein Musikstück mit fs=48000Hz, was passiert dann?
Muß ich das Filter dann von Hand "umschalten"?
Gibt es da eine dynamische Umschaltung innerhalb JRiver?


Grüße
Frank
Jahresprogramm
Stammgast
#36 erstellt: 20. Mai 2012, 08:43
Hallo Frank,

hier biest Du mit dieser Frage in der Tat etwas deplatziert .
Aber es ist kein Problem. JRiver habe ich auch mal getestet.

JRiver hat einen Convolver und einen Resampler von Haus aus implementiert. Suche mal nach DSP-Studio im JRiver. Leider habe ich es nicht mehr und wie genau die einzelnen Menüpunkte geheißen haben, weiß leider auch nicht mehr.

Wenn Du nicht weiterkommst, kann Dir bestimmt hier weitergeholfen werden.

Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 20. Mai 2012, 09:54 bearbeitet]
stereoplay
Inventar
#37 erstellt: 20. Mai 2012, 14:08
Hallo Alexander,

resampling wollte ich eigentlich nicht machen. Ich habe im Übrigen nur zwei Abtastraten 44.1 und 48KHz. Hochsampeln von da aus macht der D/A-Wandler.

Dann noch eine Frage: Kann ich die Messkette mit Accourate erst mal kalibrieren?
Evtl. mit dem Logsweeprecorder aufzeichnen, die Inverse bilden und dann irgendwie mit der Raumantwort falten?

Mein Mikrofon-VV dreht dank des Hochpass ab ca. 30Hz an der Phase, der Pegel fällt dann auch schon ab...

Ich danke schon mal!


Grüße
Frank
Jahresprogramm
Stammgast
#38 erstellt: 20. Mai 2012, 19:43
Hallo Frank,

ich verstehe Deine Frage nicht

Eines vorweg:

Ein Convolver ist ein Programm, welcher die Musik vor oder während der Ausgabe mit diversen Filtern falten (filtrieren) kann. Es gibt diverse Convolver auch als Freeware und auch als VST-Plugins. In diesem Thread geht es aber nicht um diese Convolver.

Acourate ist ein Programm, mit welchem u.a. Filter, die dann ein Convolver benötigt, erstellt werden.

LogSweepRecorder (LSR) ist ein Porgramm, das ein Sweep aufnehmen kann. Der LSR von Acourate (Freeware) kann automatisiert den Sweep aufnehmen und mit der Sweepinversen falten. Nach der Faltung liegt dann eine "Diffirenz" zwischen dem ursprünglichen und dem aufgenommenne Sweep als Pulsantwort vor. In unserem Fall hier sind es dann Pulsantworten des Raumes (und der Anlage) für z.B. linken und rechten Kanal.

In diesem Thread geht es ausschließlich um die Software AcouratePro bzw. AcourateLSR.

Hast Du AcouratePro erworben? Für den Anfang ist Schnelleinstieg_in_Acourate.pdf als Leitfaden sehr zu empfehlen.

Du kanns mir auch gerne eine PM schreiben. Falls ich kann, helfe ich gerne weiter.

Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 20. Mai 2012, 20:47 bearbeitet]
uli_brueggemann
Ist häufiger hier
#39 erstellt: 21. Mai 2012, 10:39

stereoplay schrieb:

vielleicht kann mir hier geholfen werden.

Ich verwende JRiver und will den Convolver einbinden. Soweit ich weiß, kann ich nur ein Filter hinterlegen.

Sagen wir ich nehme das Filter mit fs=44100Hz und ich habe ein Musikstück mit fs=48000Hz, was passiert dann?
Muß ich das Filter dann von Hand "umschalten"?
Gibt es da eine dynamische Umschaltung innerhalb JRiver?

Es sollte schonmal klar sein: die Abtastraten von Musikstück und Filter müssen zusammenpassen.

Nun erlaubt JRiver nicht die Vorgabe mehrerer Filter mit unterschiedlichen Abtastraten. Es gibt da wohl zum einen die Möglichkeit, die Musikstücke umzusampeln. Man könnte da also z.B. ein 48 kHz-Filter verwenden und dann alle Tracks mit 48 kHz ausgeben.
Ich hab dann weiterhin gelesen, dass JRiver ansonsten das Filter umsampelt. Genaueres sollte das JR-Forum wissen. Am besten dort mal nachfragen.
uli_brueggemann
Ist häufiger hier
#40 erstellt: 21. Mai 2012, 10:48

stereoplay schrieb:
Kann ich die Messkette mit Accourate erst mal kalibrieren?
Evtl. mit dem Logsweeprecorder aufzeichnen, die Inverse bilden und dann irgendwie mit der Raumantwort falten?

Ja, dazu den linken Ausgang der Soundkart mit dem linken Eingang verbinden. Einen Logsweep messen (stereo links) und dabei die Filterfunktion deaktivieren. Als Ergebnis zeigt sich die Pulsantwort der Soundkarte. Hier kann mann dann mit FD-Functions - Amplitude Inversion die Inverse rechnen. Achtung! Mit TD-Functions - Phase Extraction - minphase anschliessend unbedingt den Boost bei niedrigen und hohen Frequenzen begrenzen, dazu für die Parameter below und above die gewünschten Frequenzen angeben. Dann per Normalization auf max. 0 dB normalisieren.

Das minimalphasige Ergebnis als mono wav-Datei abspeichern. Dann im LSR als Filter wählen und aktivieren. Erneut messen und das Messergebnis auf den gewünschten geraden Frequenzgang überprüfen.

Ein zusätzliches Falten mit der Raumantwort wird dabei nicht mehr nötig.
stereoplay
Inventar
#41 erstellt: 21. Mai 2012, 12:52
Super, ich habe verstanden!

Ich warte schon sehnsüchtig auf mein Paket...


Grüße
Frank
Jahresprogramm
Stammgast
#42 erstellt: 22. Mai 2012, 12:54
Hallo Allerseits,

ich habe noch ein paar allgemeine Fragen in Bezug auf Messungen:
Wie ist es sinnvoll für Raumkorrektur zu messen? Sollte eher mit einem stehendem oder doch in Richtung Base gerichteten Mikrofon gemessen werden.
Wann machen Mehrfeldmessungen im heimischen Wohnzimmer bei Stereo-Wiedergabe Sinn? Welche Sweep-Längen verwendet Ihr, 30 60 oder gar 120s?

Allgemein interessieren mich auch Eure Erfahrungen beim Messen.

Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 22. Mai 2012, 19:44 bearbeitet]
uli_brueggemann
Ist häufiger hier
#43 erstellt: 23. Mai 2012, 10:11

Jahresprogramm schrieb:
Wie ist es sinnvoll für Raumkorrektur zu messen? Sollte eher mit einem stehendem oder doch in Richtung Base gerichteten Mikrofon gemessen werden.
Wann machen Mehrfeldmessungen im heimischen Wohnzimmer bei Stereo-Wiedergabe Sinn? Welche Sweep-Längen verwendet Ihr, 30 60 oder gar 120s?

1. Für die 99% Stereo-Messungen verwende ich ein Mikrofon am Hörplatz (Sweet Spot) horizontal gerichtet auf die Mitte zwischen den beiden Lautsprechern.
Die Messung in Richtung Decke ist sinnvoll bei Surround-Messungen (Messung vone/hinten ohne notwendiges Umsetzen des Mikros).

Im allgemeinen ergibt ich bei 0° und 90° Messungen ein Unterschied wie er z.B. beim MM1-Datenblatt auf Seite 2 ersichtlich ist.

2. Mehrfeldmessungen sind üblich bei Programmen, die eine statische Auswertung des Frequenzgangs (= eingeschwungener Zustand, d.h. ohne Zeitbezug) z.B. mit 1/n-Oktavglättung vornehmen. Dabei werden vor allem Löcher im Frequenzgang überbewertet. Wenn man nun zufällig an einem Ort mit tiefen Löchern misst und diese entsprechend korrigiert, dann wird schnell an einer anderen Position im Raum diese Überkompensation deutlich. Durch Messung an mehreren Positionen und gemeinsamer Auswertung der Frequenzgänge z.B. durch Mittelung oder Hüllkurvenbildung wird ein tiefes Loch am Höplatz durch ein kleineres Loch an einer anderen Stelle "überdeckt". Damit wird weniger korrigiert und das Ergebnis ist dann "überall" hörbar.

Acourate betrachtet jedoch das Zeitverhalten (Musik ist ja auch kein eingeschwungener Zustand) und leitet daraus einen Frequenzgang für die Korrektur ab. Verglichen mit einer 1/n-Oktav-Glättung ist schnell ersichtlich, dass eben trotz Einzelposition-Messung ein tiefes Loch eben weniger korrigiert wird. Insgesamt ergibt sich so auch weniger Messaufwand.

Nichtsdestotrotz kann man auch mit Acourate an mehreren Stellen messen und dann z.B. mit FD-Functions - Amplitude max. Envelope eine Hüllkurve rechnen.

3. Die Sweeplänge ist auch Geschmackssache. Je länger der Sweep, desto besser der Signal-Rauschabstand. Es gibt da auch wiederum eine Grenze, weil sich ja durch die Begrenzung des Zahlenformats (das gilt auch für verwendete double precision) auch Rundungsfehler bemerkbar machen, je mehr zu rechnen ist. Je länger der Sweep, desto mehr Rechenschritte.
Für das Einpegeln verwende ich kurze Sweeps, für Messungen i.a. 60 sek. Sweeps.

Es kann ja ein jeder für sich einfach mal testen: Mehrere Messungen nacheinander mit unterschiedlicher Dauer und dann Vergleich der Ergebnisse.

Grüsse
khonfused
Stammgast
#44 erstellt: 23. Mai 2012, 16:07
Hallo,

ich benutze seit ca. 2 Wochen acourate und bin total von diesem Programm überzeugt. Es korrigiert die Schwächen des Raumes (in Verbindung mit dem LS) so überzeugend, dass das Klangbild auf ein neues Niveau gehoben wird.
Da ich von dem meisten hier im thread noch wenig verstehe und im Moment nicht die Zeit habe mich da einzuarbeiten, habe ich Dr. Music (Hallo Uli!) zu mir nach Hause eingeladen und die Messung machen lassen.
Da weiß man dann auch gleich dass die Messung perfekt ist.

Ich benutze also acourateNAS, das als Hinweis für alle, die von dem ganzen computertechnischen Zeug evtl. abgeschreckt sind. Man muss nicht unbedingt immer alles selber machen. Es geht auch anders (und einfacher).
Auf alle Fälle möchte nicht mehr ohne acourate hören.

Gruss
Christian
Jahresprogramm
Stammgast
#45 erstellt: 23. Mai 2012, 20:54
Hallo!

Uli, vielen Dank für die Erklärungen. Bei den Sweep-Längen habe ich mit DRC die Erfahrung gemacht, dass bis 90 Sekunden die Qualität der Korrektur zunahm und bei mehr als 120 Sekunden wieder abnahm. Das muss ich mit Acourate wohl noch ausloten. Das mache ich aber gerne

Christian, kann jeder machen wie er meint. Ich gehe eher nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" vor.
Dabei bin ich aber nicht der Meinung, dass ich etwas bei der Messung falsch gemacht habe. Ich wollte nur etwas mehr Anhaltspunkte zu diesem Thema haben.

Aber wo bleiben nur meine Manieren! tz, tz, tz
Auch Dir ein herzliches Willkommnen bei den Acouraten

khonfused schrieb:
Auf alle Fälle möchte nicht mehr ohne acourate hören.



Grüße
Alexander


[Beitrag von Jahresprogramm am 23. Mai 2012, 20:55 bearbeitet]
khonfused
Stammgast
#46 erstellt: 24. Mai 2012, 08:01
Hallo Alexander,

ist ja auch spannend das Programm lernen und anwenden zu können. Werde ich wahrscheinlich auch noch eines Tages machen.
Mein Hinweis bezog sich v.a. darauf, dass schon mal jemand (ein guter Freund) bei mir gemessen hat, Filter erstellt und gefaltet hat und das Resultat enttäuschend war, so dass ich zu dem Schluss kommen mußte, acourate taugt nichts.
Wie ich jetzt weiß (nach dem Einmessen des Meisters selbst) muß man aber das Programm schon gut verstehen, sonst können zu viele Stellschrauben falsch gestellt sein und das Ergebnis ist nicht optimal.
Deshalb mein Hinweis auf die schnelle Lösung.

Gruss
Christian
Benares
Inventar
#47 erstellt: 24. Mai 2012, 10:36
Auch ich würde gerne in den Genuß der Vorzüge von Acourate kommen, bin nach dem Lesen dieses Threads aber mehr denn je davon überzeugt, dass ich niemals das technische Know How haben werde, um die Materie auch nur ansatzweise zu verstehen. Damit bin ich sicherlich nicht allein, denn niemand, der nicht über fundierte Kenntnisse von Physik und Akkustik verfügt, dürfte in der Lage sein, zu verstehen, wozu Acourate in der Lage ist und wie man damit auf optimale Ergebnisse kommt. Zudem stellt die Notwendigkeit eines ständig laufenden PCs für mich ein absolutes K.O.-Kriterium dar, da ich keinen PC als Zuspieler verwende.

Aus den genannten Gründen gibt es für mich persönlich nur eine Variante von Acourate, die interessant ist: die DRC-Lösung für das OpenDRC von miniDSP. Leider sind auch für Anfänger verständliche Informationen hierzu fast ebenso rar gesäät wie Erfahrungsberichte, die bislang völlig fehlen. Das ist schade, denn die potentielle Zielgruppe dieser Anwendung ist meines Erachtens viel größer als die von Acourate selbst: Die Lösung ist verhältnismäßig kostengünstig, einsteigerfreundlicher durch die abgespeckte Version von Acourate (man korrigiere mich, falls ich hier falsche Vorstellungen habe) und funktioniert auch ohne PC. Damit dürfte sie für einen weit größeren Anwenderkreis interessant sein, als das eigentliche Programm. Um weitere Infos hierzu zu erhalten habe ich zu dem Thema auch schon einen eigenen Thread eröffnet, jedoch ohne bislang allzu viel Neues in Erfahrung zu bringen. Ich hoffe, dass sich das ändert, wenn demnächst die analoge Version des OpenDRC erscheint. Sollte jemand weitere Infos oder gar eigene Erfahrungen beizutragen haben, ist er natürlich herzlich eingeladen, diese hier oder in dem entsprechenden Thread zu teilen.
uli_brueggemann
Ist häufiger hier
#48 erstellt: 24. Mai 2012, 11:24

Benares schrieb:
Auch ich würde gerne in den Genuß der Vorzüge von Acourate kommen, bin nach dem Lesen dieses Threads aber mehr denn je davon überzeugt, dass ich niemals das technische Know How haben werde, um die Materie auch nur ansatzweise zu verstehen. Damit bin ich sicherlich nicht allein, denn niemand, der nicht über fundierte Kenntnisse von Physik und Akkustik verfügt, dürfte in der Lage sein, zu verstehen, wozu Acourate in der Lage ist und wie man damit auf optimale Ergebnisse kommt. Zudem stellt die Notwendigkeit eines ständig laufenden PCs für mich ein absolutes K.O.-Kriterium dar, da ich keinen PC als Zuspieler verwende.

Aus den genannten Gründen gibt es für mich persönlich nur eine Variante von Acourate, die interessant ist: die DRC-Lösung für das OpenDRC von miniDSP. Leider sind auch für Anfänger verständliche Informationen hierzu fast ebenso rar gesäät wie Erfahrungsberichte, die bislang völlig fehlen. Das ist schade, denn die potentielle Zielgruppe dieser Anwendung ist meines Erachtens viel größer als die von Acourate selbst: Die Lösung ist verhältnismäßig kostengünstig, einsteigerfreundlicher durch die abgespeckte Version von Acourate (man korrigiere mich, falls ich hier falsche Vorstellungen habe) und funktioniert auch ohne PC. Damit dürfte sie für einen weit größeren Anwenderkreis interessant sein, als das eigentliche Programm. Um weitere Infos hierzu zu erhalten habe ich zu dem Thema auch schon einen eigenen Thread eröffnet, jedoch ohne bislang allzu viel Neues in Erfahrung zu bringen. Ich hoffe, dass sich das ändert, wenn demnächst die analoge Version des OpenDRC erscheint. Sollte jemand weitere Infos oder gar eigene Erfahrungen beizutragen haben, ist er natürlich herzlich eingeladen, diese hier oder in dem entsprechenden Thread zu teilen.


Der Beitrag enthält mehrere Punkte, auf die ich wohl antworten muss:
1. Soo schwierig ist Acourate nicht, aber es ist entstanden auch als Antwort auf angebotene Lösungen, bei denen der Anwender quasi dumm dasteht und nicht weiss, was da nun alles passiert. Schlecht vor allem, weil viele Ergebnisse einfach suboptimal sind. Wenn ich wüsste, wie ich alle meine bisherigen Messungen (mittlerweile reichlichst) mit einem One-Button-Klick perfekt rechnen könnte, dann hätte ich das schon längst getan.
2. Nun ist ja auch der Weg oft Teil des Ziels, viele Hobbyisten werden aufgrund ihrer Beschäftigung mit dem Hobby denn auch Fachleute. Man muss sich nur dafür interessieren und ein bisschen Grips anwenden.
3. Ich kann auch nur immer wiederholen, dass ich für Fragen immer offen bin und auch gerne Hilfe anbiete.
4. OpenDRC ist sicher eine einfache Lösung, leider hinkt der Anbieter zeitlich hinterher. Wann die analoge Version nun rauskommt, weiss ich ebenfalls nicht.
5. Das AcourateDRC kann man sich ja zumindest auch testweise runterladen und installieren. Es gibt auch ein Manual hier. Ich habe hier alles versucht, um die Bedienung zu vereinfachen.
6. Die DSP-Lösung verwendet eine Filterlänge von 6144 taps (Acourate 65536 taps und mehr), hat also eine geringere Auflösung. Allerdings bietet das erforderliche Programm von minidsp zur Programmierung des Boards (minidsp bezeichnet das Programm als Plugin) weitere 6 IIR-Filter je Kanal, die parallel laufen können. Man kann also die IIR-Filter dazu verwenden, um damit auch im unteren Frequenzbereich eine Vor-Korrektur durchzuführen, die dann von der Über-Alles-Korrektur mit dem FIR-Filter begleitet wird.
Insofern lässt sich dann doch eine ganz ordentliche Korrektur realisieren. Das erfordert aber wiederum etwas Denkarbeit und die Bereitschaft hierzu.
7. Für Absolutverweigerer von PC und DSP gibt es zuletzt auch die Möglichkeit, mit AcourateNAS gerippte CDs zu filtern. Das Ergebnis kann anschliessend wieder auf eine CD gebrannt werden. Dann ist während der Wiedergabe eben kein Prozesor im Spiel.
Allerdings bleibt eine Hürde auf jeden Fall übrig. Um das Messen der Anlage kommt man nicht herum, es kann nur korrigiert werden, was man kennt. Wer nicht bereit ist, das zu tun, kann dann letztlich nur auf ebenfalls angebotene Dienstleistung zurückgreifen.

Grüsse
Jahresprogramm
Stammgast
#49 erstellt: 24. Mai 2012, 13:21
Hallo Benares,

Ich zähle mich zu den Leien in Sachen Akkustik. Mit Physik bin ich soweit Vertraut, wie es meine Arbeit erfordert. Das hat jedoch mit Audiotechnik und Akkustik nichts zu tun - eher mit Wasser oder Luft in Rohren . Alles, was ich bis jetzt binnen paar Monate erlernt habe, habe ich durch das eine oder andere Forum und Acourate bzw. DRC erfahren.

Mit Acourate habe ich binnen 30 Minuten während der ersten Benutzung die ersten Filter berechnet. Das Messen ist auch dabei. Die Einstiegs-Schwelle für interessierte PC Benutzer (zu welchen ich Dich zählen darf - ansonsten würdest Du im Forum nicht Schreiben) ist in meinen Augen nur das Mess-Equipment. Meine Gerätschaften haben 200€ gekostet.

Bei Ulis Support und der grafischen Benutzeroberfläche in Acourate kanns einem nicht viel einfacher gemacht werden.

Bitte verstehe mich nicht falsch, ich will Dich zu nichts überreden, nur Deine These:


Benares schrieb:
Damit bin ich sicherlich nicht allein, denn niemand, der nicht über fundierte Kenntnisse von Physik und Akkustik verfügt, dürfte in der Lage sein, zu verstehen, wozu Acourate in der Lage ist und wie man damit auf optimale Ergebnisse kommt.


kann so nicht stehen gelassen werden!!! Da irrst Du Dich gewaltig. Ich bin ein von vielen Beispielen, die es ohne fundierte Akkustik Kenntnisse die Vorzüge der FIR-Filterung mit Acourate genießen dürfen/können.

Grüße
Alexander
Benares
Inventar
#50 erstellt: 24. Mai 2012, 14:10
Hallo Uli und Alexander,

zunächst muss ich mich entschudigen, falls ich den Eindruck erweckt haben sollte, von Acourate so etwas wie das Rundum-Sorglos-Paket mit der perfekten 1-Click Raumoptimierung zu erwarten. Sebstverständlich ist mir klar, dass das Programm einige Eigeninitiative erfordert und dass es nicht ohne eigene Messungen mitsamt der erforderlichen zusätzlichen Peripherie funktioniert. Ich schrecke auch nicht grundsätzlich davor zurück, mich in das Thema einzuarbeiten und damit zu beschäftigen. Sicherlich ist die Lernkurve auch enorm steil, wenn man das Programm erst einmal besitzt und benutzt.

Ich betrachte das Thema allerdings auch vom Standpunkt eines interessierten Einsteigers ohne nennenswerte Vorkenntnisse, und da muss ich sicherlich nicht als Einziger eingestehen, dass die oberflächliche Betrachtung der hier dargelegten Tipps und Vorgehensweisen die Zielgruppe, zu der ich gehöre, eher abschreckt. Eine derart umfangreiche und tief in die Materie gehende Fülle an Eingriffen und Möglichkeiten in Verbindung mit zum vollständigen Verständnis (wichtig ist hier das Wörtchen "vollständig") zweifellos notwendigen akustischen Kenntnissen wirkt auf mich geradezu erschlagend. Nun könnte man natürlich argumentieren, dass ich angesichts meiner dargelegten Sichtweise in diesem Thread nichts verloren habe und viel eher ein Kandidat für die als Rundum-Sorglos-Paket konzipierten Lösungen wie das Antimode wäre - und läge damit wahrscheinlich auch gar nicht falsch. Was mir allerdings zu denken gibt, ist die Tatsache, dass z.B. Dirac es schafft, ähnliche Möglichkeiten wie Acourate in eine grafisch ansprechende, sehr benutzerfreundliche Oberfläche zu verpacken, die den Umgang damit Anfängern meines Erachtens wesentlich leichter macht als Acourate. Eine solche Oberfläche wäre eventuell eine Überlegung wert für die Zukunft, sie würde Acourate einem wesentlich größeren Nutzerkreis schmackhaft machen. Auch eine Consumer-Variante wäre denkbar mit etwas weniger Funktionen, dafür aber übersichtlicher und benutzerfreundlicher.

@ Uli: Vielen dank für den Link zu der Anleitung für das DRC. Dass eine solche existiert, war mir noch nicht bekannt. Allerdings funktionieren die Links in der Anleitung bei mir nicht, was allerdings auch den Einstellungen meines Browers oder meiner Firewall geschuldet sein kann.
Jahresprogramm
Stammgast
#51 erstellt: 24. Mai 2012, 14:35
Hi Benares,

da muss wieder einhacken. In Acourate sind die sinnvollen Einstellungen schon defaultmäßig vorgegeben. Du kannst diese aber auch individuell anpassen. Falls Du den ganzen Thread gelesen hast, ist Dir bestimmt die PDF Schelleinstieg in Acourate aufgefallen. Mehr als in der PDF ist für den Anfang nicht!

Stelle Dir nur mal das Szenario vor, Du hast schon ein One-Button-Programm - Du erstellst Filter und bist dann Fertig - Mehr kann man damit nicht machen!

Mit Acourate erstellst Du eben so einfach wie mit dem AcourateDRC oder dem One-Button-Progrmm die Filter in sagen wir mal mindestens gleicher Qualität. Doch dann, wenn Du willst, kannst Du viel weiter gehen. Vorfilter erstellen, Mehrkanal-Filter, Aktive Dig-Weiche bauen bzw. alle möglichen Audio-Funktionen anwenden usw....

Das alles kann Acourate: Kinderleicht Filter erstellen und vieles vieles mehr und das zum "gleichen" Preis wie das One-Button-Programm.

Grüße
Alexander
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