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Schallplatten naß abspielen?

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surfbear
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 30. Jan 2004, 22:58
Hallo an die Freunde der Analog-Schallplatten.

Ich habe trotz aller Digitaltechnik immer noch einen Plattendreher in Betrieb und nutze ihn gelegentlich. Klingt schön ... mit den bekannten Einschränkungen.

Eben wegen einer Einschränkung, dem Grundgeräusch wenn die Nadel durch die (unmodulierte) Rille läuft und eventuellem Knistern oder Knacken, war es vor vielen Jahren mal "in" die Platten naß abzuspielen. Stichwort: Lencoclean, ein Gerät was wie ein zweiter Tonarm auf der Platte mitläuft und über eine Art Mini-Bürste eine Flüssigkeit auf der Plattenoberfläche verteilt.

Ich hatte es seinerzeit mal ausprobiert aber wieder aufgegeben. Einmal naß abspielen - immer naß abspielen war die Devise weil sich der Klang einer so behandelten Platte in der Hinsicht verändert daß das trockene Abspielen anschließend umso mehr Knistern verursacht. Außerdem hatte ich damals im Vergleich gehört daß das Grundgeräusch durch die Naß-Methode eher ansteigt.

Erschwerend kommt hinzu daß ich - auch in der fraglichen Zeit - also mehr als 20 Jahre zurück, einen Artikel in einer HiFI-Zeitschrift gelesen hatte, nämlich eine Stellungnahme der Firma Ortofon. Das sind nach meiner bescheidenen Meinung keine kleinen Dummen wenn es um Abtastsysteme geht. Die haben das Naß-Konzept rundweg abgelehnt.

Also, gibt es bei den Analog-Freunden im Forum jemand der sich mit dieser Sache noch auskennt / sie ausprobiert hat / Erfahrungen hat?

Gruß Herbert

*** noch ein Disclaimer: falls es zu diesem Thema schon einen Thread gibt bitte ich um Vergebung *** ich konnte noch nicht alles lesen aber möchte natürlich möglichst schnell meine Fragen beantwortet haben ***
zlois
Stammgast
#2 erstellt: 30. Jan 2004, 23:44
Hi!

Also dieses Thema wurde schon mehrfach diskutiert.
Im wesentlichen hast du eh schon alles erwähnt, die Vorteile sind etwas weniger rauschen und knistern (wobei das auch nicht immer stimmt), der wesentliche Nachteil ist jedoch, das man Platten, die man einmal nass abgespielt hat, immer nass abspielen muss. Außerdem ist es für die Abtastnadel sicher auch nicht von Vorteil, wenn sie befeuchtet wird, da sie dadurch u.u. zu Rosten anfängt...

Kurz gesagt: Ich halte nichts vom Nass-spielen...
detegg
Administrator
#3 erstellt: 31. Jan 2004, 00:19
Hi surfbear!

die Analog-Freunde gibt es u.a. hier: vinyl-lebt.de , aber auch hier im Forum ...

Ich war ob der "Qualität" meiner ehemals nass gefahrenen Platten entsetzt, heute behandele ich sie Stück für Stück mit Holgers CHEEP THRILL - Methode und freue mich jedesmal, das ich noch einen Plattenspieler habe.

Detlef
richi44
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 31. Jan 2004, 11:31
Nass abspielen hat den Vorteil der geringeren Staub-Geräusche und es gibt keine statischen Ladungen. Ausserdem ist die Abnutzung von Platte und Diamant wesentlich geringer.
Nachteil ist, dass es Systeme gibt, deren Kleber nicht alkoholfest ist und somit der Diamant aus der Halterung fällt. Ausserdem ist bekannt, dass man nass gespielte Platten nur mit hohem Reinigungs-Aufwand wieder soweit bringt, dass sie wieder trocken gespielt werden können.
Ich spiele meine Platten (wenn überhaupt) nass.
Bernd
Stammgast
#5 erstellt: 31. Jan 2004, 11:53
Meine Platten werden grundsätzlich nass abgespielt, weil ich darin nur Vorteile sehe. Nicht tratschnass, sondern feucht! Trotzdem gibt es zwischendurch immer mal wieder eine gründliche Wäsche mit lauwarmem Wasser und einem Pinsel. Es knister nicht, es knackt nicht, alte Platten vom Flohmarkt brauchen die Wäsche ohnehin. An Nadeln oder Diamanten habe ich in den vergangenen 30 Jahren keinen Verschleiß erkennen können.
Vor einiger zeit habe ich mich mal negativ zu dem von der Firma Wittner angebotenen LencoClean-Nachbau geäußert, weil er zu viel Wasser auf die Platte gebracht hat. Wer auch dieses Problem hat, sollte sich an die Firma Wittner wenden. Die haben mir kostenlos zwei Bürstchen zur Verfügung gestellt, welche anstandslos funktionieren.
Holger
Inventar
#6 erstellt: 31. Jan 2004, 12:24

Es knistert nicht, es knackt nicht, alte Platten vom Flohmarkt brauchen die Wäsche ohnehin. An Nadeln oder Diamanten habe ich in den vergangenen 30 Jahren keinen Verschleiß erkennen können.


Geht mir genauso, nur spiele ich trocken ab.
Putenbraten
Gesperrt
#7 erstellt: 31. Jan 2004, 21:02


Es knistert nicht, es knackt nicht, alte Platten vom Flohmarkt brauchen die Wäsche ohnehin. An Nadeln oder Diamanten habe ich in den vergangenen 30 Jahren keinen Verschleiß erkennen können.


Geht mir genauso, nur spiele ich trocken ab.


Genau!!!
timi24
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 01. Feb 2004, 09:24
By the way:
Kriegt man "naß" abgespielte Platten z.B. mit
ner LP-Waschmaschine eigentlich wieder "trocken
abspülbar" ???

Bitte Info, besten Dank im voraus!!!

Ciao Michael
Holger
Inventar
#9 erstellt: 01. Feb 2004, 10:37
Abspielbar klar, aber anhörbar ?

Tja, manche sagen ja, andere - z. B. auch ich - sagen nein.

Jedenfalls ist es mir bisher noch nicht gelungen - trotz intensiver Wäsche auch mit besten Maschinen (Keith Monks) - auch nur eine wegen Nassfahrens grauslig knisternde Platte wieder knisterfrei und damit anhörbar zu bekommen.
Und ich meine nicht knisterarm - darauf kann ich verzichten, da hole ich mir lieber eine "neue" Gebrauchte.
Das Knistern kann man reduzieren, aber nicht komplett eliminieren - das ist meine Erfahrung.
Ich mache um ehemals nassgefahrene Platten einen großen Bogen !
Alfred_Schmidt
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 04. Feb 2004, 14:02
Zum Thema Nass-spiele kann ich einiges sagen,
obwohl ich heute keine LPs mehr benutze, weil ich in der
"Hochblüte dieser Vinylzeit" meien "HIfi Sporen verdient habe.

Die Vorteile des Naßfahrens sind bekannt, wir brauchen uns nicht länger damit beschäftigen, sehen wir uns mal die
*Nachteile* an.

1) Ich hätte es gar nicht erwähnt, weil ich es für
selbstverständlich gehalten habe aber hier schrieb
jemand er reinige seine Lps mit *Wasser" !!!!
Undestilliertes Wasser ist der sichere Tod der LP, wegen der Kalkablagerungen etc...
Es wäre hier doppelt destilliertes Wasser anzuraten,
mit einem Hauch Netzmittel (welches das Abperlen verhindern soll)

2)Leider dauert der Trocknungsvorgang aber relativ lange,
sodass während des Trocknungsprozesses erneut Staub auf
die Platte kommt, der sich dann zu allem Unglück ein wenig
anlöst und mit dem Wasser verbindet. Es entsteht also eine
wunderbare Schmutzkruste.

3) Um diesen Prozess abzukürzen sind findige Köpfe
auf die Idee gekommen, dem Wasser Alkohol beizumengen,
vor allem um den Trocknungsprozess zu beschleinigen.
Es gab hier verschiedene Fertigprodukte, aber auch
vielerlei Rezepte.
Hier ist folgendes zu bedenken:
Wird der Alkoholanteil zu gering bemessen, verschwindet der
Vorteil der raschen Trocknung.
Wird der Alkoholanteil zu hoch bemessen, so rauht er,
im Laufe von Jahren die Rillenflanke zusätzlich auf,
bzw um es allgemein zu sagen, er beschleunigt die
Plattenalterung.

4)Eine einmal nass abgespielte Schallplatte bildet
Verkrustungen auf ihren Rillen, die ein immerwährendes
Naß-Spielen erforden (quasi ein Suchtgift also).
Mir ist kein Fall bekannt wo eine nachher gereinigte
Schallplatte wieder "wie neu" geklungen hätte, aber das
ist sicher eine Frage des Anspruchs.

Persönliche Anmerkung: Ich kann mir übrigens schwer vorstellen, daß die vom Nadel/Cartridgehersteller
vorgesehene Abtastfähigkeit erhalten bleibt.

Fazit:

HÄNDE WEG

Gruß aus Wien


[Beitrag von Alfred_Schmidt am 04. Feb 2004, 14:05 bearbeitet]
Mallias
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 04. Feb 2004, 21:08
Hi,
es gibt nichts besseres als destíliertes Wasser afu eine Mikrofassertuch, und loss gehts mi der putzerei, vergiss das nass abspiellen. Ein tipp: Das Vinyl Lexikon von Frank Wonneberg, der Hammer. Ich sammle Schallplatten über zwanzig Jahre und das Buch ist einfach geniall.


[Beitrag von Mallias am 04. Feb 2004, 21:09 bearbeitet]
surfbear
Schaut ab und zu mal vorbei
#12 erstellt: 06. Feb 2004, 00:55
@alle hier

Als Zwischenstand erst mal danke an alle die mir geantwortet haben... trotzdem ich die Netiquette nicht so beachtet habe. Die Seite vinyl-lebt.de inklusive der Waschseiten hatte ich mir aber schon reingezogen (vorher!).

Mir geht es im Wesentlichen darum, meine relativ übersichtliche Plattensammlung im bestmöglichen Zustand zu halten. Fast alle Platten sind noch in gutem Erhaltungszustand. Keine Fingerabdrücke, kein Nikotin, keine größeren Staubansammlungen. Manchmal ein Knackser oder mehrere wo dann doch der Tonarm wegen unsachgemäßer Handhabung über die Oberfläche geschrappt ist. In dem Fall hilft aber Naßspielen auch nicht... nur eine neue Platte. Bzw. ich könnte sie auf den PC mitschneiden und mit einem Tonbearbeitungsprogramm die Knackser rauseditieren.

Wenn ich so die Meinungen pro und contra Naßspielen zusammenfasse, gibt es nicht wirklich einen Grund damit anzufangen.

Eine Frage noch @Alfred_Schmidt und andere Insider: wie war das in den vor-CD-Zeiten - da wo die Profis arbeiten, in Tonstudios und Rundfunkanstalten - war da die "Naß-Methode" ein Thema?

Persönliche Anmerkung: Ich kann mir übrigens schwer vorstellen, daß die vom Nadel/Cartridgehersteller
vorgesehene Abtastfähigkeit erhalten bleibt.


Ich kann wie gesagt nur aus dem Gedächtnis rekonstruieren was ich seinerzeit in der HiFi-Zeitschrift gelesen hatte. Also wenn jemand einen Link hat wo sich ein Hersteller zu dem Thema äußert, her damit.




Beste Grüße
cr
Moderator
#13 erstellt: 06. Feb 2004, 01:13
Natürlich war Nassspielen zu meiner LP-Zeit ein Thema (1973-1982), auch in Rundfunkstudios wurde tw. naß gefahren (ich war nicht dabei und muß mich auf Auskünfte Dritter verlassen). Im Home-Bereich: Wer naß spielte, zeigte einfach, dass er ein HiFi-Freak war, dem gute Musikwiedergabe was bedeutete, es war elitär (damit hob man sich jedenfalls vom sog. gemeinen Ghettoblaster-Volk oder besser, weil zeitgemäß "Musik-Truhen-Besitzer" ab).
Auch ich habe naßgereinigt und fand schon, dass das Rauschen und Knacksen deutlich verringert wird. Lästig ist eben, dass man nicht mehr aufhören kann, dass es etwas umständlich ist und das ganze Zimmer leicht nach Bittermandeln roch (damalige LencoClean-Flüssigkeit), dass die Dosierung oft Probleme machte und nicht immer der Reinigungsarm synchron mitlief.
Alfred_Schmidt
Hat sich gelöscht
#14 erstellt: 09. Feb 2004, 01:56
>Eine Frage noch @Alfred_Schmidt und andere Insider: wie >war das in den vor-CD-Zeiten - da wo die Profis arbeiten, >in Tonstudios und Rundfunkanstalten - war da die "Naß->Methode" ein Thema?

Das war verschieden, ich habe auch sehr oft naß gespielt in der Vergangenheit. Diese Platten wurden aber als "süchtig" gekennzeichnet.

Zu Rundfunkstudios:
Das wurde AFAIK sehr verschieden gehandhabt.
Oft wurden die Platten auf Bänder überspielt, denn
Bänder altern anders und zwar eher durch Langzeitlagerung
als durch mechanische Fehler.

Allerdings habe ich in einer Organisation für eine Parta
dereinst als DJ fungiert und da habe wir über Beziehungen
Singles vom ORF geliehen bekommen. Deren Zustand war katastrophal. Mir wurde gesagt, das es bei Schlagerplatten üblich war mit ca 4-5 Pong (Gramm) an Stelle der damals sonst üblichen 1.5- 2 zu fahren, weil mit diesem Gewicht
über jeden Staub drübergefahren wurde. Die kuzrze Lebenszeit
der Platten war kein Thema....

Vielleicht sollte man noch erwähnen, daß in jedem Schallplattenladen sogenannte "Antistatictücher" empfohlen wurden.... (ohhh GRaus !!!)

Gruß
Alfred
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