User-Reviews zur KEF LS50 Wireless

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HiFi-Forum
Stammgast
#1 erstellt: 10. Mai 2017, 14:24
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In diesem Thread werden ab Montag, 15.05.17 die User-Reviews zur KEF LS50 Wireless veröffentlicht. Dem Testing ging eine Veranstaltung bei GP Acoustics in Essen am 22. und 23. April 2017 voraus, zu dem fünf Mitglieder des HIFI-FORUMs eingeladen waren. Wir wünschen euch allen viel Spaß beim Schmökern und Diskutieren, sobald die Berichte online gegangen sind.


Zu den Reviews:

anakyra
Filmfan42
elidor
Fl1ppy
pölsevogn


[Beitrag von #Friederike# am 30. Aug 2017, 16:25 bearbeitet]
anakyra
Inventar
#2 erstellt: 15. Mai 2017, 11:44
KEF LS50 Wireless Review

Am 22.04. wurden vier weitere „Tester“ und ich zu GP Acoustics in Essen eingeladen um die KEF LS50 Wireless kennen zu lernen. Ich möchte mich dafür zunächst bei Friederike hier vom Hifi-Forum sowie Ellen und Frank von GPA bedanken. Es war ein schöner Tag, sehr informativ und gesellig und ich habe einige sehr nette Menschen kennen gelernt.

Ich habe dann Montags den Leihschein für meine LS50W in meiner Wunschfarbe – weiß mit kupferfarbenen Chassis – abgeschickt und sie am Dienstag mit UPS auch schon erhalten. Da wir zu Hause derzeit renovieren und das Zimmer, in dem ich sie ausführlich testen wollte, noch nicht ganz fertig war, habe ich sie erstmal im Wohnzimmer aufgestellt. Unser Wohnzimmer ist ziemlich genau fünf Meter breit und sieben Meter lang. An einer der „kurzen“ Seiten stehen die Klipsch Standboxen links und rechts, dazwischen insgesamt 3,80 Meter Lowboard mit dem Center in der Mitte. Der Hörabstand ist fünf Meter, also für Stereo nicht ganz ideal, aber nicht anders zu machen und im Filmbetrieb, was im Wohnzimmer die Hauptnutzung ist, auch völlig ok. Ich habe die LS50W ausgepackt, dort auf das Lowboard gestellt, eine links und eine rechts, und angeschlossen. Ich war ungeduldig und wollte sie direkt ausprobieren. Aber irgendwie passte das so noch nicht. Der Klang war zwar nicht übel, aber auch nicht so gut, wie ich es nach dem, was wir Samstags schon gehört hatten, erwartet hatte. Nun ja, ich wusste, dass ich zum einen nicht gerade ideal saß und vor allem, dass es an den Boxen noch das ein oder andere einzustellen gibt. Also, trotzdem leicht enttäuscht, erstmal wieder alles eingepackt und an die Arbeit gemacht, damit das neue Arbeitszimmer fertig wird. Dort stehen sie jetzt seit einigen Tagen und bevor ich nun auf die Details eingehe, eins vorweg: hier stehen sie genau richtig.

Das hier ist mein aktueller PC-Platz. Ich habe die LS50 Wireless auf Drehteller gestellt, weil ich sie so ganz simpel zwischen PC und Sessel drehen kann. Am Schreibtisch sitze ich genau mittig, im Sessel bin ich perfekt im Stereo-Dreieck. Den Subwoofer unter dem Tisch bitte ignorieren, der steht nur noch von den vorherigen Lautsprechern da, kam hier aber nicht zum Einsatz, weil er qualitativ einfach nicht mit den LS50 mithalten kann.

pcplatz_2

pcplatz

Bevor ich mit dem Review begonnen habe, durften sie sich noch einige Dutzend Stunden einspielen. Ich bin persönlich zwar skeptisch, dass so etwas überhaupt erforderlich ist, aber andererseits schadet es ja auch nicht.

Lieferumfang

Im Karton finden sich die beiden Lautsprecher sowie eine schwarze Box mit der Aufschrift LSA50 Wireless Accessories Pack. Sie enthält die mitgelieferten Kabel und die Fernbedienung. Letztere ist immer passend zur Farbe der Boxen, in meinem Fall also weiß. Sie ist relativ klein, aber hochwertig und liegt gut in der Hand. Alle mitgelieferten Kabel sind unabhängig von der Lautsprecherfarbe immer schwarz. Es handelt sich um zwei Kaltgerätekabel (je ca. 1,2 m lang), ein USB-Kabel (ca. 1,5m lang), das Verbindungskabel für die beiden Boxen (3 m lang) und das Ethernet-Kabel, das mit nur 1 m Länge aber deutlich zu kurz ausfällt. Weiterhin enthalten sind drei dünne Heftchen mit Quickstart Anweisungen, Garantie-Informationen und Sicherheitsinformationen, alle mehrsprachig. Ein ausführliches Handbuch findet sich hingegen nicht. Was leider auch nicht beiliegt ist eine CD mit dem Treiber oder einem Handbuch als PDF. Zumindest mein PC mit Windows 10 Pro hat die Lautsprecher nicht automatisch installieren können, ich habe erst einen Treiber downloaden müssen. In der Kurzanleitung ist der Link angegeben, mit dem man den Treiber downloaden kann. Ohne diesen Link, wenn man normal die KEF-Seite im Browser aufruft, findet man diesen Treiber jedoch bisher nicht. Mit dem downgeloadeten Treiber konnte ich sie dann problemlos installieren und habe so gesehen, dass der verbaute DAC von der Firma CMedia kommt, von den Daten her vermute ich einen CM66xx. Obwohl CMedia im Ruf steht, eher low-end-Chips, im Vergleich z.B. zu Sabre-Chips, zu bauen, kann ich diesem hier nichts Negatives attestieren.

Gehäuse

Das Gehäuse der LS50 Wireless ist nahezu identisch zur passiven LS50, nur die Rückseite unterscheidet sich auf Grund der zusätzlichen Technik natürlich. Die linke und rechte Box sind von vorne fast identisch, nur ihre Anschlussbestückung auf der Rückseite unterscheidet sich deutlich, aber dazu später mehr. Die rechte Box hat an der Front noch einen ca. 0,5 cm durchmessenden schwarzen Punkt unterhalb des Chassis, hier handelt es sich um den IR-Empfänger und auf der Oberseite dieser Box ist das schwarze Touch-Panel untergebracht. Die linke Box weist dies beides nicht auf.

Die Lackierung des Gehäuses ist perfekt, es sind keinerlei Fehler zu erkennen. Die gerundete Schallwand gibt dem Lautsprecher etwas eigenständiges, was ihn von den üblichen kastenförmigen Kompakt-Lautsprechern wohltuend abhebt. Die Schallwand selbst ist nicht glänzend lackiert sondern ein leicht matter weißer Kunststoff, wirkt aber ebenfalls absolut hochwertig. Es ist alles sehr massiv konstruiert, nichts wackelt, keine Spur von Resonanzen und alles ist ausgesprochen gut verarbeitet. Zehn Kilogramm pro Box für einen Kompaktlautsprecher ist schon vergleichsweise viel. Was ich vermisse ist eine zumindest optionale Abdeckung der Chassis für Haushalte mit kleinen Kindern oder Tieren. Immerhin ist der Tangerine-Waveguide der Hochtoneinheit aus massivem Metall, so dass der Hochtöner dadurch schon einen gewissen Schutz hat, nur der Tiefmitteltöner liegt völlig frei.

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Die schwarze Rückseite beider Lautsprecher wird von den massiven Kühlrippen dominiert. Sie verrichten ihren Job sehr gut und auch bei längeren Hörsessions werden sie kaum handwarm. Oben links sitzt jeweils der Bassreflex-Port, der elliptisch geformt ist und aus flexiblem Material ist. Dies soll sowohl Strömungsgeräusche, als auch Resonanzen eliminieren. Unterhalb der Kühlrippen ist bei beiden Lautsprechern die Anschlusssektion, die bei der rechten Box naturgemäß erheblich vielfältiger ausfällt.

Chassis und Verstärker

Der mittig in der Schallwand sitzende UniQ-Treiber ist mit 13 cm Außendurchmesser vergleichsweise klein, das mag bei dem ein oder anderen erstmal Bedenken bzgl. Tiefgang und Pegel wecken, so ging es mir anfangs auch. Das kupferfarbene Material der Membranen sieht sehr edel aus, auch die schwarze Sicke fällt durch ihre Strukturierung auf. Das besondere eines UniQ-Treibers ist, dass der Hochtöner im Mittelpunkt des Tiefmitteltöners ist. Durch diese koaxiale Bauweise, die KEF in mehreren Generationen UniQ fortentwickelt hat, erhält man eine nahezu ideale Punktschallquelle. Viele Koax-Chassis haben das Problem, dass die Abstrahlung nicht gleichmäßig erfolgt und man außerhalb der Mittelachse deutliche Abfälle hat. KEF versucht dem mittels dem, von ihnen so genannten, Tangerine-Waveguide entgegen zu wirken. Die Membran des Tiefmitteltöners führt die einzelnen Elemente des Waveguide durch eine leicht erhöhte Struktur nach außen hin fort. Auch die Sicke ist aus diesem Grund durchstrukturiert, was i.Ü. auch sehr ansprechend aussieht.

Es handelt sich bei den LS50 Wireless um vollaktive Lautsprecher, keine pseudo-aktiven Boxen mit Master/Slave-Betrieb. Jede Box hat also für jedes Chassis eine eigene Verstärkereinheit, echtes Bi-Amping. KEF hat sich hier für einen 200W-Class D-Verstärker für den Tiefmitteltöner und einen 30W-Class AB-Verstärker für die Hochtoneinheit entschieden. Das ist ein bemerkenswerter Unterschied zu vielen Konkurrenten, denn oft findet man nur einen Verstärker für alle Chassis, was bei einem „richtigen“ Aktiv-LS nicht sein sollte, oder man hat für Hoch- und Tiefmitteltöner gleich starke Verstärkereinheiten verbaut. Das macht aber auch nicht wirklich Sinn, denn ein Hochtöner hat durch seine geringere Masse und den geringeren Hub einen viel geringeren Leistungsbedarf als ein Tiefmitteltöner. Insofern ist KEF die Sache hier durchaus intelligent angegangen und insgesamt 230 Watt Sinus-Leistung pro Box sind schon ein Wort.

Die Signalverarbeitung der Box erfolgt ausschließlich digital, das Signal wird erst so spät wie möglich wieder analog gewandelt und an die Chassis gegeben. Intern wird alles mit 24 Bit und 192 kHz verarbeitet, auch ein über den analogen Chinch-Eingang kommendes Signal wird in der Box direkt digitalisiert. Durch die rein digitale Verarbeitung ist auch keine klassische analoge Frequenzweiche erforderlich, ein DSP kümmert sich um die korrekte Verteilung der Signale an Hoch- und Tiefmitteltöner. Dies ermöglicht Korrekturen, die ansonsten nicht umsetzbar wären.

Anschlüsse

Die linke Box weist nur zwei Verbindungsmöglichkeiten auf. Dies ist einmal die Buchse für den Kaltgerätestecker zur Stromversorgung, sowie ein RJ45-Port zur Verbindung mit der rechten Box. Hier ist man nicht auf das mitgelieferte Kabel angewiesen, man kann jedes normale Ethernet-Kabel verwenden, das mindestens Cat5e entspricht, aber das sollte heutzutage sowieso Minimalstandard sein. Die Anleitung spricht zwar von Cat6, aber auch Cat5e funktionierte hier einwandfrei. Die übertragenen Datenmengen liegen sowieso weit unter dem mit Cat5e möglichen Wert. Ein kleiner Balance-Regler ist hier noch zu finden, mit dem das Lautstärkeverhältnis von rechter zu linker Box eingestellt wird. Idealerweise stellt man die Lautsprecher natürlich so auf, dass man zu beiden den gleichen Abstand hat und benötigt diesen Regler dann nicht.

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Die rechte Box hat ein deutlich umfangreicheres Anschlussfeld. Hier findet man neben der Kaltgerätebuchse und der Verbindungsbuchse noch die Ethernet-Buchse, analog-Chinch-In, Toslink-In, USB-In und den Subwoofer-Out. Der verbaute USB-Port ist leider nur für Servicezwecke, z.B. Firmware-Updates. Er unterstützt keine Massenspeicher um direkt Musik von dort abzuspielen. In der Box integriert sind die Module für Bluetooth, inkl. AptX und Wlan mit 2.4 Ghz und 5 Ghz. Es gibt keine außenliegende Antenne oder einen Anschluss dafür. Das sorgt zwar für eine saubere Optik, aber wenn am Aufstellungsort die Wlan-Abdeckung nicht so gut ist, wäre eine Antenne zur Empfangsverbesserung hilfreich. Ich habe Wlan nur kurz getestet, weil ich an den Aufstellungsorten Gigabit-Ethernet per Kabel liegen habe. Der Test verlief aber problemlos und ohne Auffälligkeiten, sowohl mit 2.4 GHz als auch mit 5 GHz.

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Angeschlossen habe ich derzeit meinen PC per USB, den Telekom Entertain Receiver MR103 über Toslink und meinen Sony BDP-S6500 Bluray-Player. Leider hat dieser nur einen Coax-digital-Anschluss, ausgerechnet der fehlt aber an den LS50 Wireless. Deswegen ist er leider derzeit nur analog verbunden. Sollten die LS50 Wireless hier dauerhaft stehen bleiben, werde ich mir einen Coax auf Toslink-Wandler anschaffen und den Player dann digital anschließen. Der Entertain-Receiver wird dann nur noch analog angeschlossen.

Auf der Rückseite der rechten Box findet man zudem einen Reset-Taster, um auf die Werkseinstellungen zurückzugehen, sowie zwei kleine Taster um in drei Schritten Wall- und Desk-Mode einzustellen. Mittels der App kann das allerdings viel besser gemacht werden und dort werde ich auch erklären, was diese Modi bedeuten.

Inbetriebnahme und Einstellmöglichkeiten / App

Eingerichtet habe ich die Lautsprecher schon bei der ersten Aufstellung im Wohnzimmer. Wichtig ist, die Boxen dabei auf Wireless als Quelle einzustellen, sonst ist keine Einrichtung möglich. Dann startet man die App, die für Android und iOS verfügbar ist und sagt, dass man neue Lautsprecher einrichten will. Man wird gut durch diesen Prozess geführt an dessen Ende die Einbindung der LS50 Wireless in das bestehende Wlan steht. Hat man einen DHCP-Server, so holen sich die Lautsprecher von diesem eine IP-Adresse und sind danach auch per Browser sichtbar. Allerdings muss man, z.B. auf dem DHCP-Server selbst, die IP-Adresse nachsehen können, in der App wird sie nicht angezeigt. Ruft man diese Seite dann auf, so erhält man dies:

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Man kann hier den Lautsprechern sowohl einen anderen Namen geben, damit man, sollte man sich diesen Luxus gönnen, mehrere LS50 Wireless-Paare unterscheiden kann. Hier ist auch eine Änderung der Wlan-Einstellungen möglich. Was ich nicht ausprobiert habe, ist, ob sich die LS50 auch ohne Einrichtung per App über DHCP eine IP-Adresse holen und man sie dann auf diesem Wege ans Wlan anbinden kann.
Schlussendlich kann man über diese Seite dann auch ein Firmware-Update durchführen. Dabei kann man die Update-Datei sowohl über die rückseitige USB-Schnittstelle übertragen, als auch über das Netzwerk. Derzeit ist meines Wissens aber noch kein Update verfügbar.

Ich hatte die Lautsprecher zunächst mit der App auf meinem Handy eingerichtet. Das führte, als ich jetzt zur Erstellung der Screenshots, die KEF-App auf meinem Tablet installiert habe, leider dazu, dass die gemachten Einstellungen resettet wurden. Die App meinte, sie würde die Lautsprecher noch nicht kennen und die Einstellungen würden mit den Default-Werten nicht übereinstimmen, logisch, denn sie waren ja schon angepasst, und hat mir dann alles auf Default gesetzt. Da ich mir leider nicht gemerkt hatte, was ich wie eingestellt hatte, durfte ich das jetzt nochmal durchprobieren um den besten Klang an meiner Hörposition zu ermitteln. Nach Start der App, die es derzeit leider noch nur auf Englisch gibt, darf man auswählen, ob man neue Lautsprecher einrichten oder vorhandene benutzen will, was ich gewählt habe.

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Man landet zunächst im Hauptscreen der App. Auf der linken Seite sind die Verknüpfungen zu den verschiedenen Möglichkeiten, unterteilt in drei Bereiche. Der obere Bereich ist der Bereich für lokales Playback, der mittlere Bereich für den Zugriff auf im eigenen Netz bereitstehende Mediaserver, in meinem Fall eine Synology Diskstation, und im letzten Teil findet sich das Symbol zum Aufruf der Einstellungen.

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Im Grund sind die lokale Bibliothek und ein Mediaserver gleich zu verwalten und unterscheiden sich kaum von dem, was man aus ähnlichen Apps kennt. Deswegen will ich darauf jetzt nicht weiter eingehen, sondern mache mit den Einstellungen weiter.

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In meinem Netz findet sich derzeit ein Paar der LS50, das hier ausgewählt werden kann. Man könnte an dieser Stelle aber auch weitere Paare hinzufügen.

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Im nächsten Untermenü kann man den Lautsprechernamen auswählen um ihn zu ändern, bekommt die Mac-Adresse angezeigt, kann den Lautsprecher aus der App löschen und hat einen Link zu den Sound-Einstellungen. Und genau da wird es dann richtig interessant.

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Es werden drei Einstellebenen zur Verfügung gestellt. Zunächst „Default“, wobei alle Klangeinstellungen der Lautsprecher in den Auslieferungszustand gesetzt werden. Selbst einstellen kann man in diesem Modus nichts, daher ist er eigentlich absolut uninteressant. Denn die Ebene „Basic“ sollte keinen Anwender überfordern und ermöglicht schon eine ordentliche Anpassung. Zunächst kann man auswählen, ob die Lautsprecher frei auf einem Ständer stehen oder auf einem Tisch/Regal. Auf einem Tisch oder Regal ergeben sich, im Gegensatz zum freien Stand, Reflexionen durch die Oberfläche auf der der Lautsprecher steht. Daher finden dann Anpassungen statt. Weiterhin wird gefragt, wie weit die Lautsprecher von einer Wand entfernt stehen um den Bass entsprechend anzugleichen. Hier kann man zwischen „unter 10 cm“ bis „mehr als 50 cm“ frei einstellen. Danach muss man die Raumcharakteristik angeben und wählen zwischen „gedämpft“, „moderat“ und „lebendig“. Ersteres führt dazu, dass die Höhen von der Box betont werden, weil es weniger Reflexionen im Raum gibt, während „lebendig“ das Gegenteil bewirkt. Auch die Raumgröße wird von der App abgefragt, hier stehen auch drei Stufen zur Auswahl. Dies sind unter 20 qm, 20 bis 40 qm und über 40 qm. Daran erkennt man, dass die Entwickler bei dem Design der Lautsprecher sowohl kleine, als auch große Räume im Auge hatten. Meine knapp 29 qm im Arbeitszimmer füllen sie jedenfalls fast schon spielend mit ihrem Klang. Die letzte Einstellmöglichkeit betrifft den Subwoofer, im Bereich „Basic“ hat man hier aber nur die Wahl zwischen „ja“ und „nein“. Bei „ja“ werden die tiefen Töne an den Subwoofer weitergeleitet und entlasten so den Tiefmitteltöner der LS50 Wireless.

Im Bereich „Expert“ gibt es noch deutlich mehr Einstellmöglichkeiten, daher benötige ich an dieser Stelle mehrere Screenshots.

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Der Schalter „Desk Mode“ ist zu benutzen, um die Reflexionen einer Oberfläche zu korrigieren. Hier kann man jedoch, im Gegensatz zur Einstellebene „Basic“, manuell im Bereich zwischen 0 und -6 db frei einstellen.

Analog funktioniert es mit dem Schalter „Wall Mode“. Wenn man den „Wall Mode“ einschaltet, kann man danach den Bass im Bereich von 0 bis -6 db korrigieren.

Die Höhenkorrektur ist über „Treble Trim“ unabhängig von Desk oder Wall Mode jederzeit im Bereich von -2 bis +2 db möglich.

Der Schalter „Phase correction“ ist eine Besonderheit und erfordert einen Lautsprecher mit DSP. Hiermit wird der Phasenunterschied zwischen Hoch- und Tiefmitteltöner ausgeglichen. Der Unterschied ist wirklich gering, aber dennoch hörbar und mit eingeschalteter Phasenkorrektur klingt es stimmiger.
Mittels „Bass Extension“ kann man die untere Grenzfrequenz ändern, allerdings bewirkt ein verschieben nach unten auch einen etwas geringeren möglichen Maximalpegel. Angeben wird von KEF bei -6dB / -3 dB

Bass Extension
Less (niedrig)46 Hz / 61 Hz
Standard43 Hz / 50 Hz
Extra (hoch)40 Hz / 45 Hz

Auch bei der Subwooferanbindung bieten die LS50 Wireless etwas Besonderes.

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Es ist hier möglich neben dem Low-Pass auch einen High-Pass-Filter zu setzen, so dass man seinen Subwoofer wirklich nur in einem begrenzten Bereich spielen lassen kann. Nicht jeder Subwoofer spielt im Frequenzkeller noch präzise genug für anspruchsvolle Musik und mittels dieser Einstellung, die ich nicht einmal von AVRs kenne, kann man dieses Problem umgehen. Hingegen sind die Einstellung für „Sub gain“ und „Sub polarity“ nur Standard und jeder bessere Subwoofer bringt hierfür sowieso eigene Regler mit. Insbesondere können viele Subwoofer die Phase auch stufenlos regeln und nicht nur zwischen 0 und 180° wählen.

Auf Grund von EU-Vorgaben schalten sich die Lautsprecher nach 20 min ab. Mit einer Tastenkombination lässt sich dies auf 60 min verlängern. Leider schalten sie sich aber bei anliegen eines digitalen Signals nicht automatisch wieder an, der ein oder andere Mitbewerber kann das hingegen.
Zwei Mankos sind mir im Betrieb noch aufgefallen. Zum einen kann ich über USB nicht die Lautstärke der Boxen regeln, sondern nur die Lautstärke von Windows. Ich kann also nur bis zur gerade an der Box eingestellten Maximallautstärke gehen und von da ab runterregeln. Will ich es aber lauter haben muss ich es an den Lautsprechern umstellen. Das führt dazu, dass ich bei PC-Nutzung die Lautsprecher immer ziemlich hoch geregelt habe und beim Wechsel auf eine andere Quelle – Manko zwei ist nämlich, dass die Lautstärke leider nicht pro Quelle eingestellt werden kann, sondern nur für alle Quellen gemeinsam – dann u.U. viel zu lauten Ton habe. Das ist ein wenig lästig und eigentlich unnötig. Über Bluetooth kann man die Box ja auch direkt regeln, warum dann nicht über USB? Da hat jemand bei der Implementation wohl etwas nicht bedacht. Und sich die eingestellte Lautstärke pro Quelle zu merken ist heutzutage auch kein Hexenwerk. Das muss ja nicht einmal direkt über die Box passieren, das könnte auch per App gemacht werden, dann wäre eine Wahlmöglichkeit zwischen Lautstärke pro Quelle und Lautstärke allgemein möglich.

Klang

Ich habe in den letzten zwei Wochen sehr viel Musik gehört, aus völlig unterschiedlichen Stilrichtungen, die ich sonst eigentlich nicht hören würde. Mir war aber wichtig, dass ich die Lautsprecher nicht nur mit meinen Lieblingsgenres anhöre, sondern mir ein Bild querbeet machen kann. So wechselten sich bei mir eher rockige Sachen, Singer/Songwriter, Blues, Folk und, sehr untypisch für mich, Jazz ab. Weniger vertreten waren Hip Hop, Electro und Klassik, das entspricht am wenigsten meinen Vorlieben. Ich habe keinen Vergleich zu den anderen hier im Haus befindlichen Lautsprechern gezogen und diese bewusst während des Testzeitraums nicht genutzt, bzw. die im Wohnzimmer nur für Filmton, weil ich derzeit keine fairen Vergleichsbedingungen bieten kann, mangels Platz für Standlautsprecher im Arbeitszimmer. Ich habe daher versucht, möglichst unbeeinflusst nur den Klang der LS50 Wireless zu "bewerten", wenn man das bei einem so subjektiven Eindruck so nennen kann.

Auch die Quellen habe ich gemischt, d.h. vom PC per USB-Verbindung und vom Tablet per Bluetooth jeweils Spotify mit 320 kbit, MP3s verschiedener Qualität und auch FLACs. Vom Bluray-Player CDs und eine SACD und über den Entertain Receiver TV und Film-Ton. Dabei ist zunächst festzuhalten, dass über alle Quellen ein hervorragender Klang möglich war. Natürlich sollte man möglichst gutes Quellmaterial verwenden, um die Qualitäten der Lautsprecher auch ausnutzen zu können. Bei alte Aufnahmen, die leicht rauschen, hört man leider auch das Rauschen dann klar. Das ist eben der Nachteil einer gut differenzierten Darstellung.

Was mir zunächst auffiel war, dass der Klang der Lautsprecher auch abseits der Mittelachsen ausgesprochen gut ist und nur wenig abfällt. Auch wenn man nicht in der Mittelachse sitzt hat man immer noch, sofern man gleichen Abstand zu beiden Lautsprechern hat, einen hervorragenden Stereo-Effekt. Sitzt man genau im Sweet-Spot, so hat man eine wirklich exzellente Darstellung. Die Bühne wird weit aufgezogen, der Klang löst sich prima von den Chassis und man kann jedes einzelne Instrument präzise zwischen den Lautsprechern verorten. Stimmen klingen sehr natürlich und mit viel Volumen, vor allem tiefe männliche Stimmen kommen mit einem gänsehauterzeugenden Timbré rüber, so z.B. Leonard Cohen oder Johnny Cash. Insgesamt klingen die Lautsprecher größer als sie eigentlich sind, soviel Pegel, Tiefgang und Klangvolumen traut man ihnen beim ersten Anblick gar nicht zu. Auch große Dynamiksprünge sind kein Problem, gut zu testen z.B. mit der „Black Symphony“ BluRay, wo auf sehr ruhige Passagen schlagartig einsetzende, sehr kraftvolle Passagen folgen. Dabei bleibt die Auflösung nie auf der Strecke, man kann jederzeit alle Ebenen differenzieren, auch eine Triangel oder nur ein Fingerschnipsen geht nicht unter. Gleichzeitig werden die Lautsprecher aber auch nie zu analytisch und betonen Höhen nicht über.
Man sollte sich jedoch auf jeden Fall die Zeit nehmen, die Lautsprecher wirklich seinem Hörraum anzupassen. Zwar sind schon die Default-Einstellungen wirklich gut, aber das volle Potential kann man nur ausreizen, wenn man die gebotenen Möglichkeiten zur Anpassung auch nutzt.
Extrem beeindruckt haben mich Aufnahmen von Sängern und Sängerinnen mit reduzierten Instrumenten, am besten noch rein akustische. Wenn man dann an der besten Hörposition sitzt und die Augen schließt, hat man das Gefühl, man würde in einem kleinen, intimen Club dem Künstler sehr nah sein und ihm live lauschen.

Einige der Alben, die ich gehört habe waren:

Candy Dulfer live in Amsterdam
Diana Krall Wallflower
Guns’n’Roses Live Era 83–93
Genesis We Can’t Dance
Sisters Of Mercy Vision Thing (2016er Version)
Peter Gabriel Secret World Live
Alanis Morissette Unplugged
New Model Army Raw Melody Men
Leonard Cohen Various Positions
Aerosmith The Big Ones
AUDIO AUDIOphile Pearls Vol. 8
Stereoplay Natural Bass

Des weiteren ein paar Konzert-Blurays:

Within Temptation & The Metropole Orchestra Black Symphony
Adele Live At The Royal Albert Hall
Pink Funhouse Tour
Metallica Through The Never

Und daneben noch diverse andere Sachen, z.B. einige über Entertain aufgenomme Konzerte, u.a. Bruce Springsteen und Aerosmith (alle mit Dolby Digital Sound), einige Mix-Listen über Spotify oder einzelne Songs, die ich spontan hören wollte. Zusammengenommen habe ich in den letzten zwei Wochen sicher mehr Musik bewusst gehört als in den drei Monaten vorher. Vor allem habe ich viel Musik aus Bereichen gehört, die ich mir unter normalen Umständen vermutlich nie angehört hätte. Aber dadurch, dass ich mich durch viele Genres hören wollte, habe ich Perlen entdeckt, die mir sonst entgangen wären. Und sollten die Lautsprecher längerfristig hier bleiben dürfen, werde ich sicher noch viele Entdeckungen machen.

Natürlich habe ich die Lautsprecher nicht ausschließlich mit Musik getestet, denn gerade mit ihrer Anschlussvielfalt und der Möglichkeit sehr nah zu hören, bieten sie sich auch für die Nutzung abseits von Musik an. Ich habe am PC viele Runden Mass Effect Andromeda Multiplayer gespielt und den Pegel an den Lautsprechern dabei hoch gedreht. Es ist einfach genial, der Klang umgibt mich, Schüsse aus Schrotflinte, Präzisionsgewehr oder Sturmgewehr kommen hart und druckvoll, Gegner kann ich sehr präzise orten. Ebenso bei Horizon Zero Dawn, per Remote-Play von der PS4 auf den PC gestreamt. Eine rundum eindrucksvolle Klangkulisse entsteht, die die eh schon dichte Atmosphäre des Spiels brillant unterstützt. Nun sitze ich an meinem PC-Platz natürlich auch genau auf der Mittelachse und mit gleichem Abstand von ca. einem Meter zu beiden Boxen. Die Chassis liegen dabei zwar ca. 25 cm unter meiner Ohrhöhe, das fällt aber überhaupt nicht auf, weil die Abstrahlung so gleichmäßig in alle Richtungen geht.

Weiterhin habe ich Pacific Rim und Star Wars - Das Erwachen der Macht in HD/DD 5.1 über den Entertain-Receiver auf den LS50 Wireless ausgegeben. Sicher, die absoluten Tieftöne kommen nicht, irgendwo setzt die Physik dann halt doch Grenzen und ich bin von meinem Subwoofer im Wohnzimmer 18 Hz bei -3dB gewohnt, aber insgesamt auch hier eine sehr runde und eindrucksvolle Vorstellung mit klarer Klangdarstellung, jederzeit sehr gut verständlichen Stimmen und trotzdem sehr eindrucksvollen Effekten. Chapeau!

Angehört habe ich die Lautsprecher sowohl frei stehend auf Ständern, als auch auf meinem Schreibtisch stehend. Dort stehen sie nicht an der Wand und nach vorne so nah an der Kante, dass keine nennenswerten Reflexionen entstehen, daher unterscheidet sich der Klang nur marginal und könnte über die App, wenn die Bedingungen sich doch unterscheiden würden, ja auch angepasst werden.

Ich habe sie hier mit knapp über 100 dB laufen lassen, angegeben ist ein Maximalpegel von 106 dB, denen ich ihnen auch abnehme. Dabei wurden bei meiner Einstellung noch 48 Hz bei entsprechendem Pegel erreicht. Der Bass ist dabei druckvoll und verzerrt nicht, mich würde es daher nicht wundern, wenn der DSP hier eine elektronische Entzerrung verwendet. In Sachen Lautstärke wäre noch etwas mehr gegangen, aber meine Ohren wollten nicht mehr. Aber selbst bei dieser Lautstärke klangen sie nie angestrengt und stellten alles hervorragend dar.

Fazit

Ist die KEF LS50 Wireless ein günstiger Lautsprecher?
Nein, auf keinen Fall. Mit einem Preis von 2299,- € ist sie für viele schon deutlich über dem, was sie auszugeben bereit sind und schon ein Produkt für Enthusiasten und nicht mehr für den Massenmarkt.

Ist sie preiswert?
Ja und zwar im besten Sinne des Wortes, denn sie ist ihren Preis wert, auch wenn sie fast doppelt so teuer ist, wie die passive LS50. Betrachtet man aber, was man alleine für einen DSP und einen ähnlich potenten Stereo-Verstärker investieren müsste, so landet man damit in vergleichbaren Regionen. Der zusätzliche Charme der aktiven LS50 ist dabei, dass die Komponenten hervorragend aufeinander abgestimmt sind, man Einstellmöglichkeiten hat, die man so mit externem Verstärker kaum hinbekäme, und man keine zusätzlichen Geräte benötigt, was der Optik sehr zugute kommt.
Damit bringt mich KEF jetzt in eine echt schwierige Lage. Auf Grund des angekündigten Familienzuwachses im August – das erste Enkelkind kommt und unser Ältester und seine Freundin ziehen mit ihr in eine Wohnung bei uns, daher wird derzeit fleißig renoviert - liegen die Prioritäten bei uns derzeit in ganz anderen Dingen. Aber leider haben mich diese Lautsprecher so begeistert, dass ich sie unbedingt hier behalten will. Ich habe in den letzten zwei Wochen das erste Mal seit Ewigkeiten wieder ganz bewusst Musik gehört, also einfach etwas angemacht, mich in meinen Sessel gesetzt und zugehört. Das hatte ich vorher sehr lange nicht gemacht, meist lief die Musik nur nebenher bei etwas anderem. Aber selbst mir gut bekannte Titel erlebe ich neu, mit Details, die ich vorher nicht so wahrgenommen habe. Das macht Lust auf mehr und auf viele, viele CDs, die ich in nächster Zeit wieder hören möchte. Ich werde mir einfach die Zeit dazu nehmen müssen, aber ich habe jetzt eben auch die Lust, mir diese Zeit zu nehmen.

Natürlich gibt es auch Raum für Verbesserungen. Die App ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss, mir fehlt mindestens noch ein Coax-digital-In, ich würde der Box gerne von vorne ansehen, welche Quelle eingestellt ist und die eingestellte Lautstärke müsste zur Quelle gespeichert werden. Alternativ wäre die Quellenanzeige auch auf der Fernbedienung nett, bei einer Bluetooth-Fernbedienung wäre das möglich und man würde sich den IR-Empfänger in der rechten Box sparen.
Und apropos Quelle – eine direkte Wahl der Quelle statt sich nacheinander durchtippen zu müssen wäre auch sehr angenehm. Die Lautstärke sollte im USB-Modus genauso direkt regelbar sein, wie per Bluetooth.
Das sind aber alles keine Dinge, die mich vom Kauf abhalten würden, jedoch Sachen, die KEF bei einem Nachfolger verbessern könnte. Und vielleicht lässt sich das ein oder andere ja sogar per Firmware-Update verbessern.


[Beitrag von anakyra am 15. Mai 2017, 14:22 bearbeitet]
Filmfan42
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 15. Mai 2017, 12:05
PRAXISTEST KEF LS50 WIRELESS

Liebe User des HIFI-Forums,

ich hatte das Glück als einer von 5 Forumsteilnehmern die seit Ende des letzten Jahres erhältliche Aktivversion der schon jetzt legendären LS50 von KEF in den eigenen Wohnräumen einem Praxistest zu unterziehen.

1. Der Tester

Ich heiße Thomas, bin 57 Jahre alt, von Beruf Wirtschaftsinformatiker und lebe mit meiner Frau und unseren 3 Katzen in Essen, direkt neben dem UNESCO-Welterbe Zollverein, ehemals größte und schönste Zeche der Welt.

Vorausschicken möchte ich, dass ich weder HiFi-Spezialist noch professioneller Produkttester bin. Aber Musikfan seit den frühen 70er Jahren und bin mit der, aus dieser Zeit stammenden Rock- und Popmusik aufgewachsen. Besonders gerne hör(t)e ich den Glam-, Prog-, Krautrock und die elektronische Musik à la Kraftwerk, Tangerine Dream etc.. In den darauffolgenden mehr als 40 Jahren entwickelte sich eine eher volatile Begeisterung für immer neue, aufkommende Musikrichtungen bzw. -strömungen, z.B. Punk, Ska, NDW, Heavy-Metal , Tri-Hop, Soul, Blackmusik und in den letzten Jahren auch vermehrt Jazz und Klassik. Nur mit klassischen deutschem Schlager und der Hip Hop/Rap-Musik konnte ich nie etwas anfangen, denn im Herzen bin ich doch immer ein “Rocker“ geblieben.

Wie ich schon bemerkte, bin ich nicht der typische Highender, aber ich hatte in den letzten 4 Dekaden viele Lautsprechersysteme und Elektronik in den eigenen vier Wänden.

2. Aktuelles Setup

Vor ein paar Jahren bin ich quasi wieder „Back to the roots“ gegangen und habe mir eine kleine Anlage der Marke DUAL aus den frühen Siebzigern zusammengestellt:

Als wichtigste Komponente sind die CL180 zu nennen. Diese Lautsprecher genießen auch heute noch (und nicht nur unter DUAL-Fans) einen guten Ruf, gehörten sie doch, neben den etwas größeren CL190, zu den damaligen Spitzenboxen, welche die Firma DUAL anbot. Die CL180 wurden damals zusammen mit Symphonikern des Bayreuther-Orchesters entwickelt.
Die Lautsprecher haben IMO einen exzellenten Bass, gepaart mit angenehmen Mitten und feinen, seidigen Höhen, also KEIN typischer Taunussound (“Zisch-Bumm“), welcher zu dieser Zeit auch üblich war.

Klassische Musik ist ihr Metier, auch alter Jazz kommt gut rüber und sogar für Rock- u. Popmusik sind sie wegen ihrem enormen Basspotential geeignet.

Weiterhin eine aus der Zeit typische Kompaktanlage KA 60, mit den auch einzeln erhältlichen Komponenten, dem Verstärker CV60, Tuner CT18 und für mich als Vinyl-Fan mit dem Modell 1218 ein hervorragendes Laufwerk.

Ergänzt wird die Anlage durch das Tonbandgerät TG 19 und dem Kopfhörer DK 210.

DUAL 1

DUAL 2




Als Zweitanlage besitze ich noch eine rein englische Kette, bestehend aus den Kultlautsprechern Kef C20, welchen auf stabilen, mit Sand gefüllten Rega-Ständern stehen, dem Verstärker Creek CAS 4040 und dem CD-Player Arcam Alpha 7SE. Vor kurzem kam noch ein Plattenspieler Rega RP1 Queen-Edition dazu, welchen ich als großer Queen-Fan einfach haben musste.

MADE IN UK

CREEK CAS 4040 + REGA  RP1 QUEEN EDITION

Beide Anlagen haben für meine Ohren ein gutes Klangbild, wobei diese meine sehr unterschiedlichen Klangpräferenzen bedienen:

Die Dualanlage nutze ich für Musik der 60er und 70er Jahre, da sie gemäß der damaligen Aufnahmetechnik einen sehr warmen, analogen Klang reproduziert.

Die Engländer hingegen sind für moderne, klanglich anspruchsvolle Werke aus den nachfolgenden Jahren bis heute zuständig, denn diese sogenannten “Brot und Butter“ Komponenten bieten für ihr Geld ein schier unfassbares Klangbild, mit einer sehr guten Räumlichkeit und Bühnendarstellung, einer ziemlich ausgewogenen Wiedergabe und zudem eine tolle, natürliche Stimmwiedergabe.

3. Die Räume

Die nachfolgenden Wohnräume einer Altbauwohnung, in dem die KEF LS50 Wireless ihr Potential zeigen müssen, sind etwa gleich groß, aber weder akustisch optimiert, noch als dedizierte Hörräume manifestiert.

3.1 Wohnzimmer

Das Wohnzimmer ist ca. 16qm groß, rechteckig geschnitten und der Abstand der Lautsprecher zur Couch beträgt nur ca. 2 Meter. Zum Musikhören dient uns dort eine über 20 Jahre alte B&O Ouverture. Hier ein Bild davon (sorry für die Farbe der Lautsprecherabdeckung, aber Anfang der 90er Jahre hatte meine Frau noch ihre “Pinke Phase“) und Bilder vom Raum:

WOHNZIMMR 1

WOHNZIMMER 2

WOHNZIMMER 3


3.2 Küche

Die Küche ist ebenfalls schlauchförmig, auch ca. 16qm groß und durch die vielen glatten Flächen akustisch sehr schwierig. Als Musikberieselung während Kochen oder Essen dient eine kleine Aldi-Anlage. Hier Bilder vom Raum:

KÜCHE 1

KÜCHE 2



3.3 Lese-/Musikzimmer

Der 3. Raum dient uns als Lesezimmer, aber auch zum Musikhören (hier steht meine o.g. Dual-Anlage) und zum Filme schauen. Hier Bilder davon:

KEF LS 50 WIRELESS

MUSIKZIMMER 2

MUSIKZIMMER 3

MUSIKZIMMER 4


4.Das KEF-Event

Die Firma GP Acoustics GmbH, der deutsche Vertriebspartner für KEF, welcher mit einem kleinen Innendienstteam und 5 AD-Mitarbeitern ca. 300 KEF-Fachhändler in Deutschland betreut, hatte uns (in Kooperation mit dem HIFI-Forum) am Samstag, 22.04.2017 in ihre Räumlichkeiten eingeladen, um die Firma KEF und GP-Acoustics GmbH, aber vor allem die KEF LS50 Wireless kennenzulernen.

Wir 5 (Axel, Carsten, Chris, Stephan und meine Wenigkeit) trafen uns um 12.30 Uhr vor dem, zentral in der Essener Innenstadt gelegenem Hotel One, in dem die anderen 4 eingecheckt hatten. Wir 5 verstanden uns auf Anhieb und waren auch alterstechnisch gut sortiert (22-65).Kurz darauf wurden wir von Ellen (Hüning) aus dem Marketing der Firma GP Acoustics abgeholt und via Shuttlebus zu den Geschäftsräumen in einem der ETEC-Gebäude in der Kruppstrasse, direkt neben der A40 gelegen, gefahren.

Dort trafen wir auf Frank (Eschholz), dem Senior Product Specialist, welcher uns sehr freundlich begrüßte. Er führte uns in einen größeren Konferenzraum, in dem auch schon das Objekt der Begierde auf dem Konferenztisch stand.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und Information zu den Firmen KEF und GP Acoustics, sowie deren Produktpalette (neben KEF vertreibt sie die Marken ARCAM und HEGEL), ging es in eine sehr intensive Produktpräsentation zur LS50 Wireless. Wir hatten nämlich das Glück, der eigentlich für Händlerschulungen konzipierten Präsentation beizuwohnen.

Frank führte uns routiniert durch das Seminar und fand immer auch zu einer simplifizierten Darstellung der teils technisch komplexen Sachverhalte. Die Schulung ging von 13:00 bis 16:45 Uhr, wurde aber immer von kleinen Pausen unterbrochen, in denen wir uns am reichhaltigen Buffet laben konnten.

Zwischenzeitlich war auch Friederike (Jäger) vom HIFI-Forum eingetroffen und komplettierte so die Runde.

Die Schulungsinhalte im Detail zu schildern, würde hier den Rahmen sprengen. Ich werde aber trotzdem wichtige Punkte daraus immer wieder in die nachfolgenden Ausführungen einfließen lassen.

Wir führten eine offene Diskussion und einige Anregungen für Verbesserungen (z.B. Integration des Arcam eigenen Dirac-Raumeinmess-Systems mit externen Mikrofon) wurden erörtert, welche Frank auch sehr gerne in eine Liste für zukünftige Produkt-Upgrades aufgenommen hat.

Nach dem Ende der Produktschulung fuhr uns Ellen wieder zurück ins Hotel, damit sich die Teilnehmer etwas ausruhen und frisch machen konnten.

Gegen 17:45 Uhr wurden wir von Frank und Ellen vom Hotel abgeholt und ein kurzer Fußmarsch führte uns in ein typisch italienisches Restaurant, mit Namen Il Mulino, wohin uns die Firma GP Acoustics eingeladen hatte.

Neben köstlichen Essen und Trinken führten wir viele anregende Gespräche. Besonders in Erinnerung blieben mir die interessanten Geschichten von Axel aus seinem erfüllten und vielfältigen Berufsleben. Er war schon mit Peter Zadek am Schauspielhaus Bochum, hatte eine intensive Zeit mit der bekannten Krautrock-Gruppe KRAAN, war Mitbegründer einer HiFi-Zeitschrift, Journalist und Konzertveranstalter ...usw., ist aber vor allem Musikliebhaber und HiFi-Fan.

So gegen 21:00 gingen wir zurück zum Hotel, verabschiedeten uns von Frank und Ellen und ein wirklich schöner und interessanter Tag ging für mich (uns) zu Ende. Dafür ein herzliches Dankeschön an KEF, GP Acoustics und das HIFI-Forum!


5.Der Praxistest

Bevor es hier mit der Beschreibung und den Ergebnissen der eigentlichen Testszenarien losgeht, hier einige Vorbemerkungen:

5.1 Motivation & Erwartungen

Schon lange wollte ich meine mehr als 20 Jahre alten Komponenten durch ein modernes und integriertes Lautsprecherkonzept ersetzen.

Die LS50 in der Passiv-Version hatte schon vor ein paar Jahren mein Interesse geschürt. Dann verfolgte ich aber die vielen Threads und Diskussionen über die Wahl des richtigen Verstärkers für die Kef. Ob die Diskussion nun eine Berechtigung hat, vermag ich nicht beurteilen, denn ich habe die passive LS50 bis heute nicht an verschiedenen Verstärkern gehört, um Unterschiede herauszufinden. Fakt ist, das Thema KEF LS50 schlief ein.

Aber als nun eine AKTIV-Variante von KEF angekündigt wurde, erhielt mein Interesse wieder neue Nahrung, zumal damit die Verstärkerproblematik ein für alle Male erledigt war. Zusätzlich reizten mich die Themen DSP, also die Raumanpassung per KEF-APP und WIRELESS, also die kabellose Übertragung der Musikdateien vom Endgerät (Smartphones/Tablets etc.).

Somit ist mein Anforderungsprofil auf dem Papier bereits von der LS50 Wireless erfüllt und es geht nun in diesem Praxistest darum, ob sie sich auch in meinem normalen Wohnräumen und gegen meine bestehenden Anlagen durchsetzen können. Wie ich auch schon in meinem Bewerbungsschreiben vermerkte, geht es mir auch darum, meiner Frau eine einfache Möglichkeit zu geben, ihre Musik endlich auch auf einem hochwertigen Lautsprechersystem wiederzugeben. Das führt uns direkt zu nächsten Punkt:

5.2 Philosophie & konzeptioneller Aufbau

Frank erklärte uns in seinem Vortrag, dass KEF mit diesem Lautsprecherkonzept die heutige Smartphone-Generation (also die mit dem Knopf im Ohr Musik hört) mit einem gewissen Anspruch an die Klangwiedergabe, als Zielgruppe für die LS50 Wireless gewählt hat.

Deshalb hat man ein bereits im Markt befindliches und überaus erfolgreiches Spitzenprodukt einfach noch attraktiver gemacht, für Menschen, welche ein optisch schönes Produkt, gepaart mit einer stringent reduzierten Peripherie und homogene Klangeigenschaften schätzen.

Die KEF LS50 ist aus einer Inspiration an die berühmten BBC LS 3/5a, einem Meilenstein der Lautsprechertechnik, entstanden.

Als Punktschallquelle wählte man das bewährte Uni-Q-Chassis mit seiner außergewöhnlichen klanglichen Brillanz und einem exzellenten Abstrahlverhalten. Außerdem hat die Einpunktschallquelle fast keine Phasenverschiebung.

Die Gehäuseform wurde akustisch optimiert für eine breite und homogene Abstrahlung. Das Bassreflexrohr wurde eigens für die LS50 entwickelt, ist oval und aus Hartgummi, um so einen sauberen Bass- und Mittenbereich zu gewährleisten.

Für die LS50 Wireless wurde das Standardgehäuse der passiven Version in seinen Abmessungen belassen, einzig die von hinten angebrachte Elektronik lässt den Lautsprecher in seiner Tiefe wachsen.

Und diese zusätzliche Elektronik hat es in sich, enthält sie doch eine clevere Bi-Amping-Verstärkung, d.h. für den Tiefton steht eine Class-D-Endstufe mit 200 Watt zur Verfügung, sowie eine separates Netzteil, welches den Hochtöner von einer A/B Schaltung mit zusätzlich rund 30 Watt versorgt, und das pro Lautsprecher!

Diese Endverstärker erhalten ihr Signal von einem D/A Wandler, um den analogen Signaltransport auf ein Minimum zu senken. Außerdem steht vor den Wandlern eine digitale Frequenzweiche und die interne Verarbeitung wird auf eine Taktfrequenz von 24 Bit/192 Kiloherz vereinheitlicht, egal von welchen der verschiedenen Eingänge (Lichtleiterkabel, USB, BT, WIFI oder Analog per Chinch) das Signal gespeist wird.

Hinter dem Analogeingang sitzt aber notwendigerweise noch ein A/D Wandler, der das Signal in den digitalen Vorverstärker leitet. Dieser führt auch die Trennung der Kanäle durch. Dabei versorgt der rechte Ls als sogen. Master per Cat 6-Netzwerkkabel den Linken, der sogen. Slave.

5.3 Raumanpassung per KEF-APP

Die LS50 Wireless bietet ja die Möglichkeit, den Lautsprecher an unterschiedlichste Raumbedingungen anzupassen.

Hierzu gibt es eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten des EQ, entweder an der Rückwand des rechten Ls oder man nutzt dafür die kostenlose KEF-APP (benötigt IOS 7.0 oder höher bzw. Android 4.1 oder höher).

Während die statische Einstellung des EQ an der LS-Rückwand deren Position (Tisch oder Ständer) und sein Abstand zur Wand berücksichtigt, bietet die KEF-APP mit den 3 Einstellvorrichtungen DEFAULT, BASIC und EXPERT-Modus noch mehr Möglichkeiten, die LS50 WIRELESS an die jeweiligen Raumbedingungen anzupassen.

Weiterhin unterstützt die APP die Lautsprecher-Einrichtung und das Wifi-Setup. Darüber hinaus kann man in seinen Playlists blättern und sie ermöglicht ein komfortables Abspielen jeglicher Musikdaten vom Smartphone/Tablet oder Netzwerkmedien.

Stichwort Softwarepflege
Die KEF-APP wird ständig verbessert, u.a. ist für das neue Release folgendes geplant:
• Integration eines Streamingsdienstes.
• Standby-Funktion wird aufgehoben.
• Umschaltzeiten werden weiter minimiert



5.4 Preis

Zunächst erscheint die quasi Verdoppelung des Kaufpreises gegenüber der passiven LS50 teuer. Bedenkt man aber den Gegenwert in Form der enormen Verstärkerleistung in Bi-Amping-Technologie, das eingebaute DSP und die vielfältigen Anschlussmöglichkeiten, so kann man doch von einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen.

5.5 Allgemeine Testvorbereitungen

Die zur Verfügung gestellten Lautsprecher sind fabrikneu und müssen daher zunächst eingespielt werden (ca. 20-30 Stunden).

Alle Testräume werden vermessen (in qm) und deren Dämpfungsfaktoren werden anhand der Einrichtung bestimmt.

Die Position der Lautsprecher wird in jedem Testraum exakt vermessen (mit Maßband und Winkelmesser).

Die APP wird heruntergeladen, gestartet und das implementierte Setup durchlaufen.

Die EQ-Einstellungen werden für jeden Testraum neu justiert:

•Die Abstandswerte werden eingegeben (lt. Messergebnis).
•Die Höheneinstellung wird je nach Raum und Einrichtungen vorgenommen.
•Die Basseinstellung wird in Abhängigkeit der jew. Raumgröße (qm) angepasst.
•Die Phasenkorrektur wird je nach Hörsituation ein- oder ausgeschaltet.
•Subwoofer-Einstellung nicht notw., da SUB nicht vorhanden
•USB-Einst. bezgl. Treiber f. HiRes nur für Windows notwendig, bei Mac default.



5.6 Testmaterial

Hier eine Auswahl der eingesetzten CDs und LPs, von denen einige in diesem Forum einen breiten Konsens bezgl. Aufnahmequalität und Einsatz als geeignetes Testmaterial zur Lautsprecherbeurteilung erlangt haben. Andere begleiten mich schon lange und ich kenne sie daher in und auswendig.

LPs

CDs


5.7 Terminologie in diesem Test

Da der Produktzusatz WIRELESS unglücklich gewählt scheint (denn kabellos sind die Lautsprecher ja definitiv nicht, benötigen sie doch mind. 2 Stromkabel und 1 Cat 6-Netzwerkkabel für die Verbindung der Lautsprecher, letzteres ist übrigens technisch notwendig für die Übertragung der Taktfrequenz von 24 Bit/192 Kiloherz), wird die LS50 EXPLIZIT in diesem Testbericht den Zusatz ACTIVE erhalten. Außerdem wird der Begriff “Lautsprecher“ durch SYSTEMKOMPONENTE ersetzt, da die LS50 ACTIVE signifikant mehr Eigenschaften besitzt, als ein klassischer Lautsprecher.



5.8 Eine letzte Vorbemerkung

Die Beurteilung der nachfolgend geschilderten Höreindrücke ist natürlich abhängig von meinem individuellen Hörvermögen (welches durch hunderte von Live-Konzerten doch ziemlich gelitten hat), der Sitzposition und der Qualität des Quellmaterials und daher als subjektiv zu betrachten! Außerdem trägt die korrekte Raumanpassung an die rudimentäre Akustik der Testräume entscheidend zum Höreindruck bei, so dass ich hierbei sehr penibel vorgehen werde.

Weiterhin bin ich KEIN professioneller HiFi-Tester und beherrsche auch nicht deren Fachterminus (oft auch als “Schwurbelsprache“ bezeichnet), wenn es darum geht, Klangeindrücke zu beschreiben. Mir geht es hier um einen PRAXISTEST, also auch um die Beantwortung der Frage, ob sich die KEF LS50 ACTIVE an meine akustisch schwierigen Räume so anpassen lassen, dass sich ein für MICH subjektiv empfundener Wohlklang generieren lässt.

Nun aber genug der Vorrede und endlich zu den eigentlichen Testszenarien.

5.9 Testszenarien

5.9.1 Wohnzimmer

Ich beginne meine Testszenarien in unserem Wohnzimmer. Die Systemkomponente LS50 ACTIVE wird auf einem Sideboard, welches auf der Längsseite direkt neben der Eingangstür steht, an den jeweiligen Seitenenden, gemäß vorher definierten Abständen zur Wand und zur vorderen Kante positioniert:

WOHNZIMMER MIT KEF LS50 WIRELESS

Zuspieler soll das CD-Laufwerk einer B&O Ouverture sein, welche mittels Spezialkabel an den Analogeingang der Systemkomponente angeschlossen wird. Des Weiteren werden ausgewählte Musikdateien via W-LAN und BT vom Smartphone zugespielt.

Leider erwies sich das teure B&O-Spezialkabel des englischen Versenders als nicht funktional, denn nach der Verbindung des AUX-Anschlusses (DIN) der B&O Ouverture mit dem analogen Eingang der Systemkomponente und Wahl des richtigen Eingangs kam KEIN Ton aus den KEF LS50 ACTIVE!

So musste ich sofort auf die Zuspielung via WIFI und per Smartphone überwechseln.

Vorher waren aber noch das obgligatorische Lautsprecher-/Wifi-Setup und die folgenden EQ-Einstellung per KEF-APP durchzuführen (im BASIC-Modus):

EQ-Einstellungen

•Modus: On a Desk
•Abstandswerte: 12cm zur Rückwand, 9 cm zur Tischkante
•Höheneinstellung: 0 dB (Moderate Möblierung, dünner Teppich, dünne Vorhänge, wenige Bilder)
•Basseinstellung: Raumgröße < 20 qm
•Phasenkorrektur: EIN
•Subwoofer-Einstellung: AUS


Klangeindruck

Zunächst musste ich mich an die Klangcharakteristik des Uni-Q-Chassis gewöhnen, aber das ging sehr schnell.

Vor allem die schöne Ortbarkeit der einzelnen Instrumente gefiel mir und ich hörte plötzlich Details in der Musik, welche ich noch NIE erkannt hatte. Die Basswiedergabe war knackig ohne Anflug eines Dröhnens.
Die saubere Mittenwiedergabe und das Fehlen jeglicher Schärfe in den Höhen kamen meinen Klangvorstellungen sehr entgegen.

Die Musik wurde außerdem so wiedergegeben, wie es das jeweilige Quellmaterial hergab. Ich muss dazu anmerken, dass es die Playlist meiner Frau war (viel 80er Synthi-Mucke bzw. typische Chart-Musik, also eigentlich konträr zu meinen musikalischen Favoriten). Soweit ich weiß, sind die MP3s mit einer Downloadrate von 256 kbit/s gespeichert, also nicht unbedingt optimal (empfohlen wird ja mind. 320 kbit/s). Man weiß auch, dass bei der heutigen Musik der Loudness-War um sich greift und die Dynamikwerte so im Keller sind.

Also eigentlich keine wirklich guten Voraussetzungen für diesen ersten Hörtest, aber eine wichtige Anforderung an die KEF LS50 ACTIVE ist nun mal, eine komfortable und zugleich hochwertige Wiedergabe für die Musik meiner Frau anzubieten. Und diese Mission hat die LS50 ACTIVE bereits erfüllt!

5.9.2 Küche


Das 2. Testszenario findet in unserer Küche statt. Die Systemkomponente LS50 ACTIVE wird auf einem Küchenregal, an den jeweiligen Seitenenden, gemäß zuvor definierten Abständen zur Wand und zur vorderen Kante positioniert:

KÜCHE MIT KEF LS50 WIRELESS

Zuspieler ist ein iPod touch der 4. Generation, auf dem sich die komplette Discographie der Rockgruppe QUEEN befindet. Verbunden wird das Endgerät via BT mit der Systemkomponente. Die KEF LS50 ACTIVE wurde vom Ipod erkannt, nachdem die BT-Funktion freigegeben wurde und konnte die Verbindung schnell hergestellt werden.

Zusätzlich waren aber noch die folgenden EQ-Einstellung per KEF-APP durchzuführen (im BASIC-Modus):

EQ-Einstellungen

•Modus: On a Desk
•Abstandswerte: 12cm zur Rückwand, 6 cm zur Tischkante
•Höheneinstellung:
- 2dB (akustisch schwieriger Raum mit vielen glatten Flächen, keine Vorhänge)
•Basseinstellung: Raumgröße < 20 qm
•Phasenkorrektur: EIN
•Subwoofer-Einstellung: AUS

Klangeindruck

Ich bin seit den frühen 70er Jahren ein glühender Verehrer der Gruppe QUEEN und kenne deren Musik wie keine zweite. Aber was die KEF LS50 ACTIVE mir hier an winzigen (nie gehörten) Details offenbarte, das ist schon phänomenal!

QUEEN sind ja als eine Band bekannt, welche fast alle Musikstile in ihre Musik einfließen ließ, so dass ich damit eine große Bandbreite akustischer Anforderungen an der LS50 ACTIVE testen kann.

Der Hardrock-Klassiker “Tie Your Mother Down“ vom Album A Day at the Races wird von der LS50 ACTIVE mit seiner vollen brachialen Wucht wiedergegeben, so dass man sofort zum Headbanger mutiert. Mit der nachfolgenden Piano-Ballade “You Take My Breath Away“ verwandelt sich die Systemkomponente plötzlich in ein gefühlvolles Instrument, welches Freddie Mercury´s zarte Anschläge auf dem Steinway-Flügel und seine samtweiche Stimme perfekt darstellt.

Auch ein Discostampfer wie “Another One Bites The Dust“ erfährt durch die LS50 ACTIVE seine Reinkarnation und sein harter Beat ließ sofort das Tanzbein schwingen, während sie mich bei der traurigen Ballade “Who Wants To Live Forever“ zu Tränen rührte.

Schließlich der Jahrhundertsong “Bohemian Rhapsody“, war 1975 meine erste, selbst gekaufte Single und habe das Stück bestimmt 1000 mal gehört, aber noch NIE in so einer Klarheit, Detaillierung und Präzision, wie über die KEF LS50 ACTIVE!!! Ich habe den Song quasi neu entdeckt.

So hörte ich viele Stunden Queen-Musik über die LS50 ACTIVE und am Ende konnte sie mich mit ihren Qualitäten bereits vollkommen überzeugen!

5.9.3 Lese-/Musikzimmer

Das 3. und letzte Testszenario findet im Lese- bzw. Musikzimmer statt. Die Systemkomponente LS50 ACTIVE wird dafür auf einem Bücherregal direkt an der Wand aufgestellt. Somit habe ich auch eine direkte Vergleichsmöglichkeit mit den Dual CL180:

LESEZIMMER MIT KEF LS50 WIRELESS

Ursprünglich hatte ich geplant, meinen Plattenspieler DUAL 1218 an die Cinchbuchsen der Systemkomponente anzuschließen, aber leider funktionierte weder die Signalausgabe über die AUX-Buchse des KA60 (so wollte ich den internen Entzerrer-VV nutzen), noch die Verwendung der Phono-Out-Buchse mit Verwendung des Original-Dual-Entzerrer-VV TVV 47, es ließ sich einfach KEIN Ton aus der KEF LS50 ACTIVE entlocken.

Zuspieler wird somit mein älterer CD-Player ARCAM Alpha 7SE, welchem man allgemein gute Klangeigenschaften nachsagt. Dieser wird mit der KEF LS50 ACTIVE über den optischen Eingang verbunden (Frank von GP Acoustics riet mir dazu).

Zusätzlich waren aber noch die folgenden EQ-Einstellung per KEF-APP durchzuführen (im BASIC-Modus):

EQ-Einstellungen

•Modus: On a Desk
•Abstandswerte: 0 cm zur Rückwand
•Höheneinstellung: 0dB (Moderate Möblierung, dünner Teppich, keine Vorhänge, wenige Bilder)
•Basseinstellung: Raumgröße < 20 qm
•Phasenkorrektur: EIN
•Subwoofer-Einstellung: AUS


Klangeindruck

Jetzt geht es für die KEF LS50 ACTIVE noch einmal ans Eingemachte, gilt es doch gegen meine Dual-Anlage zu bestehen!

Hierzu werde ich die jeweilige CD (KEF LS50 ACTIVE) gegen die LP (DUAL CL180, also DIGITAL vs. ANALOG, zeitsynchron laufen lassen und switche dabei zwischen den Lautsprechern hin und her. Außerdem werde ich versuchen, die Lautstärke für beide Anlagen auf ein gemeinsames Niveau einzupegeln.

Ich beschränke mich dabei auf folgende 3 sehr gute Aufnahmen, allesamt Klassiker der Musikgeschichte, welche mir sowohl als Vinylpressung, als auch in einer klanglich guten CD-Version vorliegen:

Miles Davis – A Kind of Blue
LP: Reissue aus dem Jahre 2007 (Columbia 88697160461, 180g Qualitätspressung)
CD: Erneutes Remaster von Mark Wilder (2009) auf Basis seines eigenen Analog-Remixes von 1997 (Legacy 88697439232)

DIE (meistverkaufte) Jazzplatte schlechthin und zudem aus meinem Geburtsjahr, der ich auch den Zugang zur wunderbaren Jazzmusik zu verdanken habe. Hunderte mal gehört auf Platte und CD, so dass ich sie mittlerweile in und auswendig kenne und so auch Klangunterschiede heraushören könnte. Ich bin sehr gespannt, wie sich die KEF LS50 ACTIVE schlägt.

KIND OF BLUE

Paul Simon – Graceland
LP: Originalpressung aus dem Jahre 1986 (UK WX52 9254471)
CD: (Unremasterte) CD-Erstausgabe aus dem Jahre 1986 (Philips 800 047-2)

Ein Pop-Klassiker, Grammy-prämiert und zudem sehr gut aufgenommen. Leider besitze ich nicht die BESTE Ausgabe (25th Anniversary Vinyl-Edition, geschnitten von Ryan Smith), aber die Originalpressung ist auch nicht viel schlechter.

GRACELAND

Al Di Meola, John McLauglin, Paco De Lucia – Friday Night in San Francisko
LP: Originalpressung aus dem Jahre 1981 (NL Philips 6302137)
CD: (Unremasterte) CD-Erstausgabe aus dem Jahre 1994 (WB 7599-25447-2)

Fantastisches Live-Album mit 3 der weltweit besten Gitarristen, am 5. Dezember 1980 im Warfield Theatre von San Franzisco aufgenommen, wurde 2 Millionen Mal verkauft und avancierte zur Testplatte unter Highendern.
Zitat: “Bei einer guten Anlage sitzen die drei vor dir auf der Bühne und du kannst jeden Musiker orten“.

FRIDAY NIGHT IN FRISCO

Restriktionen in den Testszenarien
Ich muss vorausschicken, das ich in einem Mietshaus mit empfindlichen Ohren hinter den Wänden wohne und ich deshalb nur in moderater Zimmerlautstärke hören kann und sich so auch nicht das wirkliche Potential bezgl. Impulsfestigkeit und Bassvermögen der KEF LS50 ACTIVE entfalten kann.

Die Kompaktanlage DUAL KA 60 ist über 40 Jahre alt und wurde in den letzten Jahren nicht mehr gewartet. Ich habe sie zwar von einem ehemaligen DUAL-Servicetechniker, welcher in den Siebzigern genau diese Gerät repariert hatte, gekauft, aber dennoch ist das Gerät aktuell technisch nicht in Ordnung, denn eine fehlerhafte Loudness-Schaltung führt u.a. zu einer Anhebung des Bassvolumens und der Frequenzgang ist deshalb nicht linear! Dieser Nachteil für die DUAL-Anlage im Test gilt es deshalb zu berücksichtigen. Gleiches auch für mögliche Verzerrungen und andere technisch bedingte Unzulänglichkeiten in der Wiedergabe, welche auch dem Alter, Stand der damaligen technologischen Möglichkeiten und eben dem rudimentär technischen Zustand des Geräts geschuldet sind.


Testszenario “KIND OF BLUE“

Schon im Eröffnungstitel “So What“ zeigten sich die völlig unterschiedlichen Klangkonzepte der beiden Systeme. Da ist das analoge, dunkle und warme Timbre einer typischen Stereoanlage aus den frühen Siebzigern, welches durch die Klarheit und Präzision der KEF LS50 ACTIVE kontrastiert wird. Das heißt aber nicht, dass das Klangbild der KEF kühl wirkt.

Weiterhin ist eine signifikant gesteigerte Ortbarkeit durch eine viel bessere Kanaltrennung der LS50 ACTIVE zu erkennen. Die Musik wirkt über die DUAL außerdem ziemlich kompakt, fast schon eingeengt bzw. diffus und sobald man auf die KEF umschaltet, öffnet sich sofort das Klangbild, wird durchhörbar und die Musik erhält die nötige Luft zum Atmen.

Alles wirkt über die KEF auch wesentlich anspringender, während die DUAL in der Musikwiedergabe im Hintergrund bleibt. Die enorme Detailarbeit der KEF offenbart außerdem feinste Klangaspekte, welche ich so auf diesem Jazz-Meisterwerk bisher nicht erkennen konnte. Insgesamt zeichnet sich die KEF durch ein helleres Klangbild aus, welches aber niemals zur Schärfe neigt.

Miles Trompete ist über die KEF ausdrucksstarker und Bill Evans geniale Klavierarbeit in der Ballade “Blue In Green“ klingt körperhafter als über die DUAL.

Das die KEF die Musik zudem verzerrungsfreier als die DUAL darstellt, ist aber der mittlerweile schlechten Vinylqualität und der in die Jahre gekommen und nicht gewarteten Technik der KA60 geschuldet und soll somit kein Kriterium sein.

Dennoch ist für mich am Ende dieses Vergleichs die KEF LS50 ACTIVE der Sieger, auch wenn der Vergleich unterschiedlicher Klangvorstellungen aus der jeweiligen Zeit und die Tatsache, dass rund 45 Jahre Entwicklungszeit zwischen beiden liegen, unfair erscheinen. Das offenere, anspringendere und feinste Details offenbarende Klangbild der KEF spricht mich jedoch wesentlich mehr an.

Testszenario “GRACELAND“

Mit dem Eröffnungstitel “The Boy In The Buble“ zeigt sich die DUAL sehr bassstark (dies ist aber z.T. der o.g. genannte, defekten Loudness-Schaltung der KA 60 geschuldet). Die LS50 ACTIVE erreicht hier vielleicht nicht ganz dieses Niveau, aber ihre Basswiedergabe ist überaus präzise. Zu bedenken ist auch die Bassabsenkung in den EQ-Einstellungen wegen der direkten Wandnähe.

Bei „Graceland“ kommt der Punch auch wesentlich knackiger und auf den Punkt. Das Klangbild der DUAL ist auch wieder dumpfer als das der KEF. So begeistert wieder der offene Klang und die überaus detailreiche Wiedergabe der KEF, während die DUAL solche Details einfach versteckt.

Bei der Einleitung zu „“Diamonds On The Soles Of The Shoes“ gefällt die Stimmwiedergabe der KEF durch ihre natürliche Darstellung und beim nachfolgenden, schnelleren Teil des Stücks glänzt die KEF wieder durch ihre anspringende Art und mit einer schönen Ausarbeitung der reichhaltigen Instrumentierung.

Bei “You Can Call Me Al“ machen beide einen guten Job, die vielen Klangfarben werden aber von der KEF prächtiger dargestellt.

“Under African Skies“ geht wieder eindeutig an die KEF. Mit ihrer tollen Bühnendarstellung und Räumlichkeit zwingt sie die DUAL in die Knie. Jedes Instrument ist bei ihr am richtigen Platz, bei der DUAL geht es ungeordneter zu.

“Homeless“ ist wieder ein Stück, in dem eine authentische Stimmwiedergabe gefragt ist und auch hierbei geht die KEF als Sieger hervor, denn sie macht bei dieser anspruchsvollen Präsentation enormer Stimmakrobatik alles richtig!

“Crazy Love Vol. II“ besticht wieder mit reichhaltiger Instrumentierung, welche die KEF deutlich besser im Griff hat als die DUAL. Hier liegt wieder der Vorteil beim helleren Klangbild der KEF, welches einfach mehr Details offenbart, die bei dem der Dual im Nirwana verschwunden sind.

“That Was Your Mother“, ein dynamisches und schnelles Stück mit knackiger Basswiedergabe wirkt bei der DUAL (ein)druck(s)voller, die KEF geht hier aber ehrlicher zu Werke.

Das letzte Stück der Platte glänzt wieder mit schönem Punch im Bass und voller Details in der Musik, welche aber wieder der KEF in die Karten spielten.

Auch in diesem 2. Testszenario sehe ich die KEF vorne, denn ihre detaillierte Wiedergabe, gepaart mit einer natürlichen Darstellung unterschiedlicher Stimmen und einer ehrlichen und präzisen Basswiedergabe macht diese hervorragende Aufnahme eines Klassikers der Popmusik zum Ohrenschmaus.

Testszenario “FRIDAY NIGHT IN SAN FRANCISCO“

Ein kleiner Abschlusstest mit dem Paradestück “Mediterranean Sundance“, in dem die 3 Ausnahmegitarristen ein wahres Feuerwerk ihrer Kunst abbrennen und außerdem ein facettenreiches, perfektes Zusammenspiel demonstrieren.

Beide Systeme wurden dieser anspruchsvollen Präsentation gerecht und schafften es, die Bühne so auszuleuchten, dass alle 3 Musiker dort einwandfrei zu lokalisieren waren. Die KEF schaffte es dabei aber wieder, etwas mehr Details wiederzugeben und zeigte so wieder ihre große Klasse in der Nuancierung komplexer Musikstücke.

Somit gewinnt sie auch diesen Vergleich, wenn auch diesmal nur mit einer kleinen Nasenspitzen voran, denn auch die DUAL CL 180 zeigten bei diesem 11:25 Min. langen Musikstück der Extraklasse ihr Können eindrucksvoll!


6. Fazit

Und ich “falle direkt mit der Tür ins Haus“:

ICH habe ihn gefunden, den Lautsprecher bzw. die Systemkomponente fürs (restliche) Leben!!!

Nie hätte ich gedacht, dass mir eine HiFi-Komponente mal so dermaßen „die Schuhe ausziehen“ würde.

Ein Forum User aus dem Classic-Rock-Stammtisch gab einmal im Rahmen einer Klangdiskussion den Rat, “mal andere Lautsprecher auszuprobieren“ und nannte im gleichen Atemzug die KEF LS50. Recht hat(te) er!

Neben dem sehr guten Klang und dem modernen Design, schätze ich vor allem ihre Anschlussvielfalt, das eingebaute DSP, die stringent digitale Konzeption und die unkomplizierte Übertragung der Musik via Wifi/BT vom mobilen Endgerät (Plug and Play).

Letztere Eigenschaft der KEF führt auch dazu, dass meine Frau und ich wieder mehr gemeinsam hören und so die Musik des anderen schätzen lernen, um sogar musikalische Schnittmengen zu erkennen.

Was man auch sagen kann, ist, dass sich meine Hörweise durch die KEF LS50 Wireless verändert hat, weg von einem analogen, aber Details überdeckenden Klang, zu einem modernen, analytisch geprägtem Klangkonzept, welches die Musik zwar seziert, mir aber trotzdem nicht ihre Emotionen nimmt.

Natürlich kann und möchte ich hier nur für MICH sprechen, denn die KEF LS50 WIRELESS passt zu MIR und MEINEM Klangempfinden.

Dennoch möchte ich euch empfehlen, sie mal beim KEF-Händler eures Vertrauens anzuhören, jedoch am besten in den eigenen vier Wänden, um auch mal die vielen Raumanpassungsmöglichkeiten der KEF LS50 WIRELESS zu testen.
Denn der Raum ist neben dem Lautsprecher (und dem Mix des Quellmaterials) die entscheidend klangbeeinflussende Komponente und nur wenn beide in einem perfekten Zusammenspiel agieren, wird man gute Ergebnisse erzielen können.

Ansonsten hoffe ich, dass euch mein Betrag gefallen hat und ich euch auch ein wenig von meiner Leidenschaft für Musik, welche uns hier im Forum doch irgendwie alle eint, mitteilen konnte.


7.Danksagung

Am Ende möchte ich mich noch einmal herzlich bedanken, für diese tolle Möglichkeit eines Produkttests und der zur Verfügung gestellten KEF LS50 WIRELESS. Mein Dank geht dabei an die Firmen KEF und GP Acoustics, hier besonders an Frank und Ellen. Weiterhin möchte ich dem HIFI-Forum für die Kooperation mit der Firma GP Acoustics, welche dies überhaupt möglich machte, danken. Allen voran Friederike für Ihre Koordination des KEF-Events und ihre freundliche Unterstützung in allen Fragestellungen. Zu guter Letzt geht der Dank auch an meine 4 Mittester, Axel, Carsten, Chris und Stephan. Es war schön, euch kennenlernen zu dürfen und ich hoffe, wir sehen uns mal wieder.
elidor
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 15. Mai 2017, 14:21
Testbericht LS50 Wireless

Am 22.04.17 wurde ich zusammen mit vier weiteren Forenmitgliedern von GP Acoustics nach Essen eingeladen. Ziel der Veranstaltung war uns einen Überblick und eine Schulung für die KEF LS50 Wireless (im Folgenden nur noch LS50) zu geben.
Das Event hat mir wirklich gefallen. Die Veranstalter waren nett, wir konnten Fragen stellen und, was mir persönlich sehr wichtig war, es kam nicht wie eine Verkaufsveranstaltung rüber.
Die Reisekosten sowie die Verpflegung in Essen wurde von GP Acoustics übernommen. Außerdem hat jeder von uns ein Ticket für die High End in München, sowie Test BluRays und die LS50 leihweise zum Testen nach Hause bekommen.

Ich werde in diesem Test nicht ausführlich auf die technischen Daten eingehen. Die können hier übersichtlich in Tabellenform nachgelesen werden.

Zu mir

Ich bin Stephan, 22 und Wirtschaftsinformatiker. Ich habe bei mir viel Musik digital sowohl per Streamingdienst, als auch auf meinem Server, wenn ich mich aber abends hinsetze um in Ruhe Musik zu hören, mache ich das am liebsten mit Platten.
Ich höre hauptsächlich Rock (80er Jahre), kann mich aber auch für viele andere Richtungen begeistern. Hauptsache es wurde echte Instrumente verwendet. Ich bin niemand, der Wert auf viel Bass legt, ordnet meine Aussagen also bitte dementsprechend ein.


Aufstellung und geplante Tests

Natürlich wollte ich die LS50 einmal als HiFi Anlage testen. Dafür habe ich sie im Wohnzimmer zu meiner aktuellen Anlage sowie ins Schlafzimmer gestellt.
Außerdem wollte ich testen, ob sie sich als Monitorlautsprecher im kleinen Heimstudie eignen.


Erster Eindruck

Unboxing Video für die, die es interessiert: Video
Im Lieferumfang waren:
-Ein USB Kabel
-Zwei Netzwerkkabel
-Zwei Stromkabel
-Die Fernbedienung
-Die LS50

Schon vor dem Auspacken hat man gemerkt, dass die Lautsprecher schwer sind und somit wertig verarbeitet sein müssten. Dieser Eindruck hat sich beim Auspacken bestätigt. Es gibt keine Stelle, von der ich behaupten würde, dass man am Material gespart hat. Der gesamte Lautsprecher sieht wertig aus und fühlt sich auch so an. Auch der Lack sah tadellos aus.
Optisch passen sie gut in den Raum. Ich hatte erst ein wenig Sorge, dass die farbigen Chassis, für die es keine Abdeckung gibt, zu auffällig sein könnten, was aber nicht der Fall ist. Ich bin auch nach einiger Zeit wirklich zufrieden mit der Farbe und würde mich heute wieder für die schwarz/blauen entscheiden.
Ein kleines Detail, das mir persönlich sehr gut gefällt ist, dass die beiliegende Fernbedienung in den Farben der Lautsprecher gehalten ist, bei mir also schwarz und blau.

Das Anschließen der LS50 ist nicht weiter schwierig. Dazu verbindet man die beiden mit einem herkömmlichen Netzwerkkabel und schließt beide Lautsprecher an die Steckdose an.
Ein drei Meter langes Netzwerkkabel ist im Lieferumfang, wem das, wie mir, zu kurz ist, der kann jedes andere Netzwerkkabel nutzen. Ich habe ein zehn Meter langes CAT6 Kabel genutzt.
Die Zuspieler werden ausschließlich an den rechten Lautsprecher angeschlossen, oder verbinden sich drahtlos damit.


Klang

Als ich die LS50 schließlich das erste Mal zu Hause gehört habe konnte ich nicht ganz glauben, dass der Sound wirklich aus diesen kleinen Boxen kommt. Selbst der Bass ist für meine Musik in meinen Räumen absolut ausreichend.
Insbesondere der Anfang von Heavy Fuel von Dire Straits hat mich begeistert. Der Song macht auch mit den kleinen Lautsprechern richtig Spaß.
Auch klassische Musik hat mir wirklich gut gefallen. Die Musik klang zu keinem Zeitpunkt verwaschen oder sehr unpräzise. Auch mit der Dynamik hatten die LS50 überhaupt kein Problem.
Weitere Alben, mit denen ich die LS50 getestet habe:
-Love Over Gold – Dire Straits
-Sailing To Philadelphie – Mark Knopfler
-Hell Freezes Over – Eagles
-Acoustic Live – Nils Lofgren
-Karmacode – Lacuna Coil
Und natürlich Aufnahmen meiner eigenen Instrumente.

Auffallend sind die Koaxialchassis. Man fühlt sich, beispielsweise bei Applaus oder Regen in Filmen, viel tiefer ins Geschehen versetz. Man hat keine Chance zu hören, ob ein Ton noch aus dem Hochtöner, oder schon aus dem Mittel/Tieftöner kommt. Mir gefällt das wirklich gut. Es hat ein bisschen das Feeling von Kopfhörern. Der Eindruck hat sich weiter verstärkt, als ich die Lautsprecher auf den Schreibtisch gestellt habe und mit wirklich wenig Abstand gehört habe. Als Monitorlautsprecher, die einem jeden kleinen Fehler zeigen in der eigenen Aufnahme zeigen sollen, empfinde ich die Koaxialchassis als wirklich angenehm. Sollte ich mir in Zukunft neue Monitorlautsprecher kaufen, wird das nach dem Test der LS50 ein Auswahlkriterium.

Klanglich gefallen sie mir insgesamt wirklich gut, wobei sie mir als Monitorlautsprecher und wenig Hörabstand noch besser gefallen, als mit größerem Abstand im Wohnzimmer. Die Lautstärke ist für mich immer ausreichend gewesen. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass man die LS50 in normalen Wohnräumen gar nicht bis zum Anschlag aufdrehen kann, weil man es irgendwann nicht mehr aushält.


Monitor

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Ich habe die LS50 beim Test als Monitorlautsprecher an den Line Ausgang meines Interfaces angeschlossen. Leider hat mein Interface keinen digitalen Ausgang, was bedeutet, dass das Signal einer Gitarre insgesamt viermal von einem A/D oder D/A Wandler gewandelt wird, bis ich es höre. Das ist nicht optimal, aber erstaunlicherweise war die Latenz so gering, dass ich problemlos darüber spielen konnte. Respekt!
Wie oben beschrieben hat mich das Konzept der Koaxialchassis insbesondere bei der Musikproduktion überzeugt. Man kann Fehler oder auch nur leicht fehlerhafte Einstellungen m.E. viel einfacher hören und korrigieren.


Bedienung

Die LS50 lassen sich entweder über die berührungsempfindlichen Tasten an dem rechten Lautsprecher, der App, oder der Fernbedienung bedienen. Zur App komme ich gleich noch.

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Die berührungsempfindlichen Tasten reagieren wirklich gut. Auch optisch gefallen mir diese bei meinem schwarzen Modell. Die Helligkeit ist gering genug um auch nachts ohne weitere Beleuchtung nicht zu stören, man kann sie aber tagsüber problemlos ablesen.
Ein Problem, das ich damit hatte, war, dass in dem Element für die Tasten auch die Anzeige für den aktuellen Kanal integriert war. Kennt man die Reihenfolge der Kanäle nicht auswendig, muss man also aufstehen um die Anzeige zu sehen und in den richtigen Kanal zu schalten, da man nur weiterschalten kann und keinen Kanal direkt auswählen kann.

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Die Fernbedienung fühlt sich wertig an und bietet die Grundfunktionalitäten. Anzumerken wäre, dass die Lautstärke über die Fernbedienung in wirklich keinen Schritten geregelt wird. Ob das für den Einzelnen ein Vor- oder Nachteil ist, muss jeder für sich entscheiden.


Software & Formate

Die App für die LS50 lässt sich leicht bedienen. Sie sieht ansprechend aus, würde aber keinen Designaward gewinnen.
Möchte man die Lautsprecher mit der App verbinden, müssen die Lautsprecher auf den Netzwerkeingang geschaltet werden, ansonsten findet die App die LS50 nicht.
Über die App kann man dann neben dem Abspielen von Musik auch Einstellungen tätigen. So kann man die LS50 an die Raumbedingungen und den Aufstellungsplatz anpassen. Das hat erstaunlich gut funktioniert. Auf meinem Schreibtisch stehen sie leider nicht ganz am Rand des Tisches und recht nah an der Rückwand. Ohne die Anpassungen in der App hatte ich ein recht starkes dröhnen, das nach etwas ausprobieren fast vollständig verschwunden ist.
Zusätzlich kann man natürlich auch den Namen der LS50 anpassen, sodass es leichter ist das richtige Paar zu identifizieren, wenn man mehrere davon im Einsatz hat und die Lautstärke anpassen. Die Lautstärkeanpassung hat allerdings eine ziemlich hohe Latenz, sodass man damit vorsichtig sein sollte.

Neben den Einstellungen kann auch Musik über die App abgespielt werden. Das geht entweder durch den Zugriff auf die lokale Musiksammlung des Handys, oder man wählt die Songs aus, die ein Musikserver im lokalen Netz zur Verfügung stellt.
Das Abspielen vom lokalen Gerät funktioniert gut, wenn man denn Musik hat, die abgespielt werden kann. In meinem Fall sind das aktuell Lieder, die ich bei iTunes gekauft habe, denn Musik von Apple Music kann nicht abgespielt werden.
Generell unterstützen die LS50 leider auch kein Air Play. Uns wurde bei der Schulung gesagt, man hätte die Entscheidung getroffen, da zu wenig Leute Air Play benutzen. Das kann ich natürlich weder bestätigen noch widerlegen, allerdings kann ich sagen, dass ich Air Play nutze und es daher für mich ein ziemlicher Minuspunkt ist, da damit einiges an Komfort fehlt.

Das Streamen vom Server funktioniert schnell und einfach. Dafür habe ich Plex und die Music Station von QNAP getestet. Beide wurden sofort erkannt, ohne, dass ich irgendetwas eingeben musste. So erwarte ich das.
Auch hier möchte ich anmerken, dass nicht jedes Format unterstützt wird. Mit FLAC, MP3 und AAC haben die LS50 kein Problem, aber ALAC, das insb. in einer Applelandschaft praktischer als FLAC ist, können sie nicht abspielen. Natürlich kann man vor einem eventuellen Kauf im Datenblatt nachlesen, welche Formate unterstützt werden.

Diese Einschränkungen könnten theoretisch umgangen werden, indem man sein Handy per Bluetooth mit den LS50 verbindet. Das hat bei mir problemlos funktioniert, aber auch hier müssen Applenutzer wieder mit einer Einschränkung leben.
Die Lautsprecher unterstützen Lediglich SBA und AptX. SBA ist der Standardcodec, den jedes Bluetoothgerät unterstützen muss, dafür bietet dieser Codec keine hohe Qualität. AptX wird aktuell im mobilen Bereich nur von (den meisten) Android Geräten unterstützt, der AAC Codec, auf den bei iOS gesetzt wird, wird nicht unterstützt.

Abhilfe für die genannten Probleme mit Applegeräten kann durch ein Apple TV (3. Generation) geschaffen werden, das man mit einem optischen Kabel an die LS50 anschließt.


Fazit

Klanglich und optisch gefallen mir die LS50 wirklich gut. Auch als Monitor Lautsprecher habe ich keinerlei Probleme feststellen können. Es macht richtig Spaß mit diesen Kleinen Dingern Musik zu hören und zu machen. Einzig die schlechte Unterstützung von Apple Geräten fand ich sehr schade. Bei mir lief es letztendlich darauf hinaus, dass ich in den letzten Tagen die LS50 an meinem Interface, oder per optischem Kabel genutzt habe. Ob die angesprochenen Probleme auch für andere ein Problem darstellen, muss jeder für sich entscheiden. Vielleicht reicht KEF ja auch ein Softwareupdate nach, das einige meiner Probleme löst.
Ich kann die LS50 unterm Strich weiterempfehlen. Meine Erwartungen an den Klang wurden ein ganzes Stück übertroffen und im Nachhinein würde ich nicht sagen, dass die 2.300€ zu teuer sind. Man muss daran denken, dass man hier nicht nur zwei optisch ansprechende, gut verarbeitete und toll klingende Lautsprecher bekommt, sondern einen Verstärker mit vielen Funktionen dazu. Ohne ein zusätzliches Gerät rumstehen zu haben.



An dieser Stelle möchte ich mich noch beim HiFi-Forum und GP Acoustics bedanken. Das Event und der Testzeitraum haben wirklich Spaß gemacht.


[Beitrag von elidor am 15. Mai 2017, 17:56 bearbeitet]
Fl1ppy
Stammgast
#5 erstellt: 15. Mai 2017, 17:48
Großes aus kleinem Ursprung
- Sir Francis Drake

KEF nennt sie nicht Lautsprecher, sondern aktives Audiosystem.
Der Ansatz ist radikal: Quelle, Verarbeitung und Ausgabe in einem Gerät.
Die LS50 Wireless soll den Spagat schaffen zwischen Hifijüngern und denen, die es werden wollen.

Titelbild
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Zunächst einmal: Vielen Dank an Ellen und Frank von GP Acoustics und natürlich an Frederike von HIFI.de für einen wirklich gelungenen Tag in Essen, der mich dem Ruhrgebiet, KEF und dem Produkt ein Stück näher gebracht hat. Und natürlich vielen Dank an meine Mittester für die nette Zeit.

Bereits am Dienstag nach dem Produktevent erreichte mich der 25kg schwere Karton. Mit dabei sind neben den LS50w in Titanium Grey/Red die farblich dazu passende Fernbedienung, Kaltgeräte- und Patchkabel und ein USB-Kabel.
Keine acht Minuten dauerte es, bis die ersten Töne aus den LS50w kamen. Die rechte Box ist die Schnittstelle zur Außenwelt und per Patchkabel mit der linken verbunden. Beide hängen am Stromnetz. Ein Tag Einspielzeit gönne ich ihr allerdings. Daher zunächst der trockene Stoff:

Technik & Konnektivität
Warum aufwendige, Passive Weichen? Warum unzählige Geräte, die aufeinander abgestimmt werden wollen?
Wie gesagt: Der Ansatz ist radikal.

Die LS50w sind Zweiwegekoaxialregallautsprecher (solche Worte gibt es nur in Deutschland ) mit eingebautem Streamer, digitalem Signalprozessor und Verstärker. Die Verarbeitung ist auf sehr hohem Niveau. Alles wirkt satt, nicht zuletzt die extra entworfenen Kühlrippen.

Das Gehäuse ist vielfältig optimiert und ein Meisterwerk britischer Ingenieurskunst. Nur als Beispiel: Wer kommt denn auf die Idee, ein elliptisches, flexibles Bassreflexrohr zu verwenden, um stehende Wellen im Rohr zu verhindern? Ich freue mich über diese Detailversessenheit.
Das Chassis ist das bekannte KEF-eigene 5.25“ Uni-Q. Bekannt, bewährt und technisch ausgereift.
Die Elektronik ist exakt auf Gehäuse und Treiber abgestimmt. Eingehende Signale werden ohne Ausnahme auf 192 kHz hochgesampelt. Dann wird es schon in der digitalen Vorstufe auf die beiden Gehäuse verteilt. Erst danach durchlaufen Signale den DSP und gehen dann über die digitale, zeitkorrigierte Frequenzweiche an die Endstufen. Das ermöglicht eine höhere Zeitrichtigkeit zwischen Hoch- und Mitteltöner.
KEF hat dem jedem Tieftöner 200 Watt Class D und jedem Hochtöner 30 Watt Class A/B spendiert. Mehr als ausreichend.
Das Spektrum an Anschlussmöglichkeiten ist breit: Cinch, Toslink, USB, LAN, WLAN mit App und Bluetooth.

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Die LS50w lassen sich auf Raum und Aufstellung anpassen. Rudimentär geht das per Schalter auf der Rückseite. Die Feinjustierung erfolgt per App.
Dabei lässt sich neben der Bedämpfung des Raumes auch die Raumgröße, der Abstand zur Wand und der Basspegel justieren.

In der Theorie ist das ein Traum: Eine sehr gute Box mit exakt darauf abgestimmter Elektronik, justierbar per App mit integriertem Streamer. Aber da ist genau das Dilemma: Wie schafft man es, die Zielgruppe „Handystreaming“ und die eingefleischten „Hifijünger“ unter einen Hut zu bringen? Die einen wollen eine möglichst einfache Bedienung, die anderen jedes Bit und Byte von Hand justieren können. KEF versucht den Spagat über die Vielfalt der Anschlüsse und Justiermöglichkeiten zu lösen.

Doch kann die LS50w in der Tiefe auch liefern, was sie in der Breite anbietet?
Sorry to say: nicht 100% Die App ist einfach noch nicht fertig. Die Fernbedienung hat einen Input Lag. Und die Apple Community? Nicht abgeholt. Kein Airplay. (Noch) keine Streamingdienste.

Aber ganz ehrlich: das ist mir völlig egal, wenn die Dinger mal loslegen. Per USB muss ich weder auf Input Lag, noch auf die App achten. Daher jetzt zum wichtigsten Kapitel:

Sound
Ab Werk dicken mir die LS50w im Bassbereich zu viel auf, so dass ich hier in der App den Bass relativ schnell auf „Less“ gestellt habe.
Und ab da war es eine echte Galavorstellung. Die LS50w haben einen ansatzlosen Punch und bauen dank ihrer Koaxchassis solch eine breite und detaillierte Bühne auf, dass man sofort von ihnen überwältigt wird.
Ohne Vergleichstest hab ich erst einmal zugehört. Es ging quer durch Rock, Jazz, Acoustic, Indie, Pop, Elektro, Klassik und Livekonzerte. Ich war baff, dass drei Stunden rum waren, als ich das erste Mal auf die Uhr geschaut habe. Ohne ein einziges Mal zu nachzudenken bin ich komplett in der Musik versunken. Das ist meiner Meinung nach das größte Plus: Ich habe kein einziges Genre gefunden, mit dem sie nicht zu Recht kommt. Sie macht bei allem, was ich ihr gegeben habe, eine hervorragende Figur.
Und sie kann ohne zu verzerren Pegel fahren, bei denen kein Auge trocken bleibt. Das ist fast beängstigend.
Also ab ins Wohnzimmer damit. Ein Sprung von 13m² auf 37m². Hier war ich mir sicher, dass es an Bassfundament fehlen würde, um Spaß zu machen. Pustekuchen.
Die LS50w hat im Wohnzimmer dasselbe Feuerwerk einfach fortgesetzt. In Zeiten von Soundbars und Brüllwürfeln ist das eine schallende Ohrfeige für alles, was man in den Elektrodiscountern kaufen kann. Soviel Präsenz, soviel Auflösung, soviel Hifi!
Ich bin begeistert. Hier darf sie erst einmal bleiben. Mit Rotwein wurde dann intensiv weitergetestet. Hier der nächste Morgen:
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Den Rest vom Hörraum erspare ich Euch lieber.

Zwischenfazit: Diese Lautsprecher scheinen wirklich keinen Schwachpunkt zu haben. Der letzte Rotwein schon.

Oder gibt es doch einen Haken?
Die LS50w müssen sich nun den Vergleichstests stellen:
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LS50w vs. B&W 601S3 (an Rega Brio-R und Rega Dac)
Den Vergleich mit den 601 gewinnt die LS50w klar. Melody Gardot und Birdy sind auf den 601 zwar unschlagbar, aber bei allem anderen fehlt mir die Exaktheit. Die LS50w kontrolliert das Geschehen besser, hält die Zügel in der Hand und kann bei Bedarf immer nochmal einen Punch dazugeben.

LS50w vs. Kudos X2 (an Rega Brio-R und Rega Dac)
Der Vergleich ist sehr schwierig, weil er Geschmackssache ist. Hier stehen sich Neutralität und bedingungsloser Spieltrieb gegenüber. Je nach Genre bin ich eher bei der einen oder der anderen. Die X2 beißen einfach zu, wenn es schnell und laut wird. Da weiß ich wieder, warum ich sie gekauft habe. Auf der anderen Seite sind die LS50w ein Stück alltagstauglicher. Ich gebe hier ein Unentschieden, was für die KEFs eher ein Sieg ist, wenn man die Preise aller Komponenten vergleicht.

Ich hatte noch das Privileg eines Familientreffens: Die LS50w durften mit Ihren Großvätern, den Chartwell LS3/5a spielen.
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LS50w vs. Chartwell LS3/5a (an Rega Brio-R und Rega Dac)
Die Verwandtschaft ist unverkennbar: Bei beiden gibt es – im Besten Sinne des Wortes – nichts zu Meckern. In Sachen Stimmigkeit ist die 20 Jahre alte Box sogar besser. Sie weiß exakt, was sie kann und geht kein Risiko ein. Was soll ich sagen? Wir sind im Jahre 2017. Und will man Musik aus heutiger Zeit hören, hat die alte LS3/5a einen schweren Stand. Sie wirkt einfach müde im Vergleich. Es mag Details geben, die die alten Chartwell bei Sophie Hunger oder Youn Sun Nah besser herausarbeiten. Aber spätestens bei elektronischer Musik ist sie unterlegen. Sie hat einfach nicht diese ansatzlose Dynamik der LS50w.



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Fazit:
- Was mir gefällt: Sie macht an jedweder Musik eine gute Figur. Ohne Ausnahme.
- Was mir fehlt: SPDIF-Eingang per Cinch
- Was mich umhaut: Die ansatzlose Dynamik.
- Was noch verbessert werden muss: Die App.
Mit den LS50 wireless ist KEF ein großer Wurf gelungen. Ich mochte bereits die passive Version. Jetzt wurde das Konzept aktiv und digital zu Ende gedacht. Lautsprecher, Verstärker, DSP und Streamer komplett in einem Gehäuse. Richtiges High Fidelity. In Schön. In unkompliziert. Und Spaß machen sie auch noch.




PS: Grüße noch zum Muttertag…
Muttertag


[Beitrag von Fl1ppy am 15. Mai 2017, 18:28 bearbeitet]
pölsevogn
Stammgast
#6 erstellt: 15. Mai 2017, 18:23
Ein dickes Sorry!

Liebe Essener, liebes Forum-Team, liebe Mitkombattanten,
hier sollte ursprünglich mein Testimonial zu stehen kommen – lichtvolle Ausführungen zu KEF, zu Koaxial-Lautsprechern und zu dem, was sie mit Musik veranstalten. Stattdessen sitze ich nun mit Triefnase, roten Augen und wattierten Ohren vor dem Rechner und tickere dieses Entschuldigungsschreiben. Der Hintergrund: Ich bin seit dem vergangenen Montag heftig erkältet und höre buchstäblich nur noch Mumpe.

Mitgebracht hat die ganze Malaise meine Liebste, die sich ihre Erkältung im Mittelmeer auf einem Segelschiff eingefangen hat. Ich nun wollte mit dem Vergleichshören auf ihre Rückkehr warten, um manche der Hörsessions mit ihr zusammen durchzuführen. Kaum aber war sie zurück, übernahm ich ihre Keime und fiel in den akustischen Verbumfeit-Modus.

Damit Ihr einen Endruck erhaltet: Stellt Euch vor, Ihr habt beim Schwimmen, Tauchen oder Duschen eine stattliche Menge Wasser in die Gehörgänge bekommen und werdet sie nicht mehr los. Dazu vernehmt ihr das Wenige, was ankommt, auf einem Ohr deutlich leiser als auf dem anderen.

Kurzum: Ich hör' kaum etwas und könnte hier nur irreguläres Zeug von mir geben. Daher bitte ich um Nachsicht, dass mein Berichtlein so lange auf sich warten lässt, wie ich das Gefühl habe, jemand habe mir eine dicke Pudelmütze über die Ohren gezogen.

Im doppelten Sinne verschnupft
pölsevogn


[Beitrag von pölsevogn am 15. Mai 2017, 18:31 bearbeitet]
#Friederike#
Community Support
#7 erstellt: 15. Mai 2017, 18:45
Hallo zusammen,

ein herzliches Dankeschön an GP Acoustics für die Einladung nach Essen und die Möglichkeit zu diesem Produkttest sowie an unsere Teilnehmer für die ausführlichen, schön gestalteten Berichte und natürlich das Dabeisein in der Metropole Ruhr! Wir freuen uns über Fragen und Rückmeldungen aus der Community und wünschen dem erkrankten Tester pölsevogn baldige Genesung!

Viele Grüße
Friederike

Community- und Projekt-Management HIFI.DE
anakyra
Inventar
#8 erstellt: 16. Mai 2017, 12:19
Danke an meine Mittester für die Reviews. Ich finde es interessant, dass wir alle zu ähnlichen Schlüssen gekommen sind und auch schön, dass alle Farbvarianten vertreten sind.

Und Dir, lieber pölsevogn, ersteinmal gute Besserung
pölsevogn
Stammgast
#9 erstellt: 25. Mai 2017, 12:23
Ein Vorhaben mit Hindernissen: Eigentlich sollte die Geschichte meiner Erprobung zweier KEF-Lautsprecher schon vor zwei Wochen abgeschlossen gewesen sein. Doch dann erwischte mich eine Erkältung – siehe mein Posting oben – und der Terminplan war Makulatur. Nach Abschluss der lästigen Unterbrechung und einem Besuch beim Ohrenmediziner, der herausspülte, was die Erkältung hinterlassen hatte, der zweite Anlauf zum Lauschangriff. Das Protokoll dieser Unternehmung folgt nun hier.

Da stehen sie nun in unserem Wohnzimmer, die kleinen KEFs, denen mittlerweile der Ruf vorausgeht, zu den beeindruckendsten Kompaktboxen zu gehören, die der Markt aufzuweisen hat. Neben meinen angestammten Lautsprechern Nubert nuPro A-500 wirken die LS50 Wireless ein wenig putzig, so wie einst die Blues Brothers, als sie im Namen des Herrn unterwegs waren.

Im Phänotyp haben die Schallwandler kaum etwas miteinander gemein – hier die Briten mit ihren auf gemeinsamer Achse sitzenden Zweiwegesystemen, mit gewölbter Front, die immer ein wenig an einen Herrn mit Embonpoint erinnert, und einem Materialmix, der Gewöhnung erfordert. Dort die deutschen Drei-Wege-Standboxen mit gleich fünf Chassis, darunter ein Array von drei Tieftönern. Ihre Formgestaltung orientiert sich an klassischen Prinzipien und gemahnt an Produkte, wie sie einst in Weimar, Dessau und Ulm entworfen wurden.

Unterschiedlicher können Lautsprecher also kaum wirken – und dennoch haben beide Konstruktionen mehr miteinander gemein, als ihre Anatomie vermuten lässt. Sowohl die KEFs als auch die Nuberts zählen zur Gattung der Aktivboxen, besitzen also für jeden Weg einen eigenen Verstärker. Und beide sind als ziemlich autarke Solisten konzipiert. Das bedeutet, sie besitzen analoge und digitale Eingänge für allerlei Zuspieler wie CD-Player, Rechner, Fernsehempfänger und ähnliches Gerät. Wer will, kann auf einen Vorverstärker ganz verzichten und dockt, was er an Klangquellen besitzt, direkt an der jeweiligen Masterbox an. Gesteuert werden die Ensembles über eine Fernbedienung oder direkt am Display.

Die Gemeinsamkeiten gehen aber noch weiter. Die Entwickler aus dem Schwäbischen und die von der Insel sind davon überzeugt, dass es den Ergebnissen frommt, wenn vor allem digitale Signale so lange wie möglich unangetastet bleiben. Deshalb wandeln beide Boxen – vereinfacht formuliert – Digitalkost erst kurz vor den Chassis in analoge Ströme um.

Schallwandler mit dieser Philosophie gibt es nicht viele am Markt. Und als hätten sich die Väter der Lautsprecher abgesprochen, verzichten beide auf die im Studiowesen, wo Aktivboxen traditionell ihr Habitat haben, üblichen XLR-Anschlüsse. Schade eigentlich.

Also außer der Gestalt und der Chassis-Wirkprinzipien gar keine Unterschiede? Doch: Die KEF LS50 Wireless sind eindeutig smarter als die Nuberts. Denn sie können sich ins heimische drahtlose Lokalnetzwerk einklinken, sind also WLAN-tauglich. Diese hübsche Zugabe eröffnet ihnen zwei interessante Zusatzdienste. Zum einen fungieren sie damit, so es ihr Besitzer will, als Streamversorger: Einmal am WLAN angemeldet, empfangen sie Musikserver der Wahl. Und damit diese Kommunikation mit den virtuellen Speicherwerken auch klappt, ertüchtigt eine hübsch erdachte App Android- und Apple-Geräte zu Steuerzentralen.

Sogar grundlegende Eingriffe ins Klangregelnetzwerk gestattet die KEF-App, um beispielsweise die Boxen in Maßen auf die raumakustischen Gegebenheiten am Ort ihrer Tätigkeit einzustellen. Natürlich ersetzt die App keine ausgefuchste Einmessung per Mikrofon und Software. Aber sinnvoll ist sie allemal.

Die Nuberts hingegen kennen eine Kommunikation mit Tablet oder Telefonino nicht. Dafür aber besitzen sie eine trickreiche Klangregelung, die sogar über ihre Fernbedienung funktioniert. Im Gegensatz zu üblichen Bass- und Höhenreglern schwört das Unternehmen auf eine sogenannte Klangwaage: Sie verringert und verstärkt die Höhen nicht in einem eng umgrenzten Frequenzbereich und lässt die umliegenden Frequenzen unverändert, sondern sie besitzt einen Mitten/Höhenregler, der den Frequenzgang kontinuierlich und linear bis in den Hochtonbereich anhebt oder absenkt. Ich schätze dieses Feature – alte Mumpfelaufnahmen lassen sich wunderbar pimpen, ohne schreiend oder spitz zu wirken, und vorlaute Höhen sind auf wohltuende Werte zu besänftigen – schnell und wirkungsvoll mit der Fernbedienung.

Die smarten KEFs und die soliden Nuberts sollten in unserer Stube nun also die dort bestmöglichen Bedingungen zum Ortstermin erhalten. Dazu nahmen die Britinnen rund 60 Zentimeter von der Rückwand entfernt auf mit Quarzsand gefüllten Ständern Platz. Die Nuberts positionierten sich in AB-AB-Anordnung daneben. Das Programm gestalteten allerlei CDs aus dem heimischen Fundus – exzellent aufgenommene Produktionen und gezielt ausgesuchte weniger erfreuliche Beispiele. Auf komprimierte Dateien verzichteten wir – nicht, weil wir ihnen generell weniger zutrauen, sondern weil wir altmodisch an der auf Silberlingen gespeicherten Musik hängen.

Kleiner Exkurs, off topic: Als die ersten Musikstreamanbieter starteten, war ich begeistert dabei. Es schien ja auch alles so schön: Tablet raus, Verbindungsschnubel an die Anlage und nach Herzenslust alten Weggefährten frönen und neue Freunde entdecken. Was für ein Leben!
Einige Wochen lang saß ich denn mit heißen Ohren und glücklichem Lächeln vor meinem Hausaltar, vergaß zuweilen die Welt und ihre Läufte, flanierte musentrunken im Daten-Elysium.

Und heute? Habe ich alle Abonnements gekündigt, lasse die Musikbanken ihr Geschäft betreiben und bin wieder glücklich. Warum?
Je länger ich an Spotidapple rumspielte, um so unzufriedener wurde ich. Die ganze Musikwelt stand parat, um mir zu Gefallen zu sein. Also steuerte ich mal hierhin, mal dorthin, klinkte mich für 20 Sekunden in diesen Titel, folgte für 30 jener ursprünglich als LP erschienenen Datei. Doch der Genuss, die kindliche Freude, die mich ergreift, wenn ich etwas mich wirklich Berührendes höre, die wollte sich immer weniger einstellen.

Bis ich dahinter kam, was den schlechten Geschmack verursachte, den ich verspürte, wenn ich eine Stunde gestreamt hatte: Die Musik wurde zur beliebigen Freizeitfüllung, der menschliche Drang, zu suchen, ob sich nicht doch noch etwas Besseres fände, ließ mich zum Häppchenhörer mutieren.
Das Erhebende wunderbarer Musik ging flöten, ich graste ab, was da war. Kurz: Ich gönnte den Künstlern nicht mehr die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt, mir schien schließlich, ich versänke in Beliebigkeit. Also kehrte ich reumütig zur CD zurück.

Was die Hörsitzungen mit den KEFs betrifft, erwies es sich als segensreich, dass unser T+A-CD-Spieler zwei gleichzeitig aktive Ausgänge besitzt. Also erhielten die KEFs Musik vom Opto-Ausgang (für die Neuankömmlinge nur das Beste) und die Nuberts das selbe Programm über eine Cinchleitung. Beste Voraussetzungen mithin für einen halbwegs aussagekräftigen AB-Vergleich – die eine Fernbedienung auf Mute, die andere auf Play, und dann vice versa.

Ach so, vielleicht sollte ich noch einige Worte zur Örtlichkeit verlieren.
# übliches Wohnzimmer von etwas mehr als 20 Quadratmetern, 2,45 Meter hoch;
# vier Quadratmeter Deckensegel-Absorber aus Basotect und ein Quadratmeter Standabsorber;
# Nachhallzeit halbwegs okay, Bassmoden erträglich, aber wenig übrige Dämpfung und leider noch immer geringe Neigung zu Flatterechos;
# Aufstellung der Boxen an der langen Wand des Rechtecks (nicht ideal) und nicht mittig an der Wand (schon gar nicht ideal);
# Schenkellängen des Hördreiecks rund 1,65 Meter, Hörplatz unter den Deckenabsorbern.

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Nun mit den KEFs schnell ins WLAN (fast kinderleicht dank sinnstarker Menüführung der App), die Einstellungen fürs Zimmer getätigt und allen vieren erst einmal rosa Rauschen spendiert. Denn ohne Einpegelung auf gleiche Lautstärke ist jeder Vergleich Humbug. Schon geringe Lautstärke-Unterschiede zwischen den Probanden verfälschen das Ergebnis unweigerlich zugunsten der lauteren Boxen.

Und schon hier fiel auf, dass die Schallwandler von der Insel und die aus Deutschland unterschiedlich temperiert sind: Die KEFs in den Höhen und oberen Mitten britisch zurückhaltend, die Nuberts dort frisch und vielleicht sogar ein wenig ungestüm. Doch dank der digitalen Signalprozessoren (DSP), über die beide Konstruktionen verfügen, ließen sich auch diese Charaktereigenschaften angleichen, waren auch in punkto Tonalität gleiche Chancen geschaffen.

Damit war alles gerichtet – Shoot Out at the Fantasy Factory. Gestartet wurde, bei uns schon Tradition, mit zwei ganz unterschiedlichen Sangeskünstlerinnnen. Fast programmatisch für einen Boxenvergleich besang Bettye LaVette die „Choices“ (Album: The Scene of the Crime), die sie in ihrem Leben gehabt und nicht immer zu ihrem Besten genutzt hatte. E-Piano, Bass, Schlagzeug, eine Wehmutgitarre und dazu die von heftigem Leben gezeichnete rauhe Stimme der großen alten Dame – beide Lautsprecherkonstruktionen verliehen ihr die Unmittelbarkeit, die diese Aufnahme birgt. Das sah ziemlich nach Patt aus, derart ähnlich klang der Titel sowohl über die KEFs als über die Nuberts.

Dann also Holly Cole in den Player. Die kanadische Jazzsängerin hat einige CDs mit relativ belangloser Barmusik veröffentlicht, aber als Ausgleich ein richtig gutes Werk. Das Album heißt Temptation und ist ihr Tribut an den großen Knurrhahn Tom Waits. Wunderbar arrangiert und vom Produzenten mit viel Raum um die einzelnen Instrumente versehen, machen zwei Titel besonders viel Spaß: „Train Song“ ganz zurückgenommen und entspannt, das swingende „Little Boy Blue“ etwas komplexer arrangiert mit Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon. Und hier belegten die LS50 zum ersten Mal, dass etwas dran ist an der häufig gerühmten Fähigkeit von Koaxial-Konstruktionen, eine besonders gute Tiefenstaffelung zu erzielen. In der Tat öffneten sie den per Studiohall generierten Raum ein wenig weiter nach hinten, verliehen Holly Cole und ihrer sensiblen Band etwas mehr Schärfentiefe.

Weil aber nun kleine Emsembles mit allerlei akustischen Instrumenten für Lautsprecher – sofern der Mann, der die Mikros platziert und am Mischpult sitzt, sein Handwerk beherrscht – eine dankbare Disziplin sind, sollte nun etwas Berherzteres folgen: George Duke, Jazz-Keyboarder, ehemalige Zappa-Musiker und gewiss nicht zimperlicher Funk-Fachmann. Sein Album „Face The Music“ gehört bei entsprechender Lautstärke zur Gattung „Right in the Face“. Das knallt, dass die Membranen wackeln, und schickt Transienten, also Impiusspitzen, in den Raum, dass Haustiere erschreckt das Weite suchen.

Diesen wunderbar trocken und direkt aufgenommenen Power-Funk wussten die KEFs durchaus wacker und zackig zu intonieren, allerdings gaben die Nuberts das Extremmaterial noch ein wenig schärfer umrissen wieder. Und genau diese ein wenig unterschiedlichen Talente zeigten die Boxen auch in den weiteren Hörsessions. Sensibles Material brachten die KEFs mit besonderer Delikatesse zu Gehör, Handfestes lag den Nuberts ein wenig mehr.

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Grund genug also, CDs einzulegen, die beide Welten vereinen – raffiniertes Ensemblespiel und zupackende Hemdsärmeligkeit. „Living Magic“ vom Perkussionisten Trilok Gurtu zum Beispiel ist so ein Fall. Keine Angst, auf dieser CD wird nicht nur genudelt und gepluckert, hier findet richtige Musik statt – und das noch vorzüglich aufgenommen. Der kurze Titel „From Scratch“ zum Beispiel fordert Boxen mit sattem Schlagzeug und knurrigem E-Bass. Die KEFs setzten dem Drum-Set hübsche kleine Glanzlichter auf, die Nuberts gaben sich eine Spur druckvoller. Beide aber überzeugten mit ungemeiner Plastizität – dem Aufnahmeingenieur Walter Quintus sei hier – posthum – Dank gesagt.

Für diese Charaktereigenschaften ließen sich noch viele weitere CDs anführen, zum Beispiel Hattlers gelungenes Album „Mallberry Moon“. Im Instrumental „Nachtstrom“ etwa mixt die Band elektronisch generierte Elemente mit fast schwermütigem Groove – und beide Lautsprecherkonstruktionen spürten den feinen Verästelungen penibel nach.

Wie gut sie das beherrschen, zeigte sich besonders an einem Titel, den ich gerne als Prüfstein einsetze, wenn es um die Fähigkeiten, geht, komplexeres Musikmaterial ohne Beeinträchtigungen umzusetzen: Liebhabern zeitgenössischer US-Fernsehserien dürfte ein gewisser Dr. House bekannt sein. Hugh Laurie, der den zerknautschten Mediziner verkörpert, ist abseits seines Brotberufs ein leidenschaftlicher Anhänger des Louisiana Blues, singt und spielt Klavier. Auf seiner CD „Didn’t it rain?“ hat er gleich als ersten Titel den passenden Song produziert, um zu ermitteln, wie die Lautsprecher mit wachsenden musikalischen Anforderungen umgehen: Der klassische „St. Louis Blues“ entwickelt sich hier langsam, immer mehr Instrumente steigen ein, der Flügel steuert krachende Akkorde bei, das Schlagzeug pumpt, Mandoline, Klarinette, Akkordeon, Posaune und noch so einiges stoßen hinzu – kurzum: Nach und nach wird es im Studio immer voller, die Boxen bekommen immer mehr zu tun.

Eine wunderbare Gelegenheit also, um zu erfahren, ob und wie die Lautsprecher die anfangs noch transparente Musikmischung mit zunehmender Instrumentation verwischen oder gar eindicken. Um es kurz zu machen: Beide blieben stoisch bei ihren Tugenden, der St. Louis Blues marschierte begeisternd livehaftig durchs Wohnzimmer.

Noch freilich war der Hörvergleich nicht gänzlich abgeschlossen. Schließlich sollen Lautsprecher ja auch dann Kultur beweisen, wenn es um das geht, was in Deutschland lustigerweise Ernste Musik heißt. Also mal wieder Gustav Mahlers zehn Sinfonien aus dem CD-Regal gekramt und die spätromantische Fünfte (Eliahu Inbal, Frankfurter Sinfoniker) in einer nicht mehr ganz jungen, aber dafür noch immer vorzüglichen Einspielung eingelegt. Sie war ursprünglich für das Platten-Label von Denon produziert worden und ist heute in einer durchaus erschwinglichen Ausgabe des Labels Brilliant Classics zu haben.

Dass meine Nuberts auch mit dem anspruchsvollen Instrument Sinfonieorchester klarkommen, wusste ich ja bereits. Dass aber die KEFs hier zur Hochform aufliefen, vernahm ich mit Begeisterung. Deutlich bewiesen sie, dass am Narrativ, koaxiale Konstruktionen seien prädestiniert, Tiefe und Raum besonders realistisch umzuwandeln, wirklich Substanz haftet. Zumindest dann, wenn der Tonmeister weiß, was er tut, und vom Produzenten die nötige Zeit erhält.

Im Falle der Denon-Aufnahmen leuchteten die KEFs das Gesamtpanorama bis zu den Trompeten und Posaunen fein gewichtet aus – eine Kunst, die nicht allen Lautsprechern gelingt. Denn nicht selten verklumpen weniger sensible Konstruktionen diese Instrumente mit den benachbarten Hörnern – was dann den Holzbläsern gar nicht frommt. Anders die Lautsprecher von Nubert und KEF:
Fächern schon die Boxen aus Schwaben machtvolle Klangkörper ordnungsgemäß auf, so schien es, als wollten die KEFs den Beweis antreten, dass bei klassischer Musik koaxiale Systeme anders konzipierten Boxen eindeutig überlegen sind. So weit in den imaginären Raum hinein hatte ich Mahlers Fünfte bislang nicht verfolgen können.

Zum ersten Mal im Laufe der Hörvergleiche hörte ich – hörten wir: Iris, die Frau in meinem Leben kam dazu – einen diesmal doch signifikanten Unterschied zwischen den Probanden. Waren wir zunächst erstaunt, wie ähnlich sich die Lautsprecher zumindest für unsere Holzohren schlugen, empfanden wir bei klassischer Musik immer dann Vorteile für die KEFs, wenn es darum ging, sinnlich und überzeugend Tiefenstaffelung zu vermitteln. Mag sein, dass hier ein wenig Autosuggestion mitspielte, weil genau diese Qualität ja fast allenthalben an Koaxial-Lautsprechern gerühmt wird – wir auf jeden Fall konnten diese Tugend akustisch durchaus nachvollziehen.

Mit diesem Ergebnis könnte ich nun diese Betrachtung schließen – in der Hoffnung, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Boxen ein wenig herausgearbeitet zu haben. Doch ich höre schon die Frage: „Ja aber, die Bässe, was ist mit den Bässen? Dazu sagt er gar nichts.“

Alsdann: Für mich ist die Basswiedergabe durchaus wichtig, aber nicht spielentscheidend. Zwar verstärken meine Nuberts auch das Programm von TV-Gerät und Blu-ray-Spieler, aber für mich ist die Fähigkeit, Saurier-Flatulenzen möglichst eindrucksvoll wiederzugeben eher eine Sekundärtugend. Anders formuliert: Im Bereich üblicher, von Instrumenten erspielter Musik findet unterhalb von 40 Hertz nur noch wenig statt. Die – ungegriffene E-Saite von Kontrabass und Bassgitarre liegt bei 41 Hertz, nur die Kirchenorgel und Synthie-Bässe können darunter wummern.

Dankenswerterweise geben beide Hersteller die Frequenzgänge ihrer Boxen bei der Lautstärkeleistung von -3 dB an – durchaus sinnvoll, denn Angaben ohne diesen Zusatz sind schlicht und einfach Mumpitz. Nubert nennt für die nuPro A 500 36 Hertz, KEF (mit der DSP-Einstellung „Basserweiterung“) für die LS50 Wireless 40 Hertz. Freilich muss gesagt werden: Um diese Tiefen auch hörbar werden zu lassen, müssen die Frau oder der Mann an der Fernbedienung schon so viel Stoff geben, dass die Ohren bluten. Was den für den Menschen charakteristischen Klang von Kontra- und E-Bass ausmacht, sind Frequenzen zwischen 70 und 250 Hertz.

Für mich als Musikhörer also ist die Abteilung Wooferwackeln kaum von Belang. Was ich dagegen für unumgänglich halte, ist die Fähigkeit, Bassläufe und Melodien unterscheiden zu können – so weit es eben elektronische Aufzeichnung und Wiedergabe von Musik nach dem Stand der Technik erlauben. Nichts schlimmer, als wenn Boxen einen aufgeblasenen, übermächtigen One-Note-Bass produzieren.

Davon sind sowohl die Nuberts als auch die KEFs erfreulich frei. In unserem nicht modenfreien Wohnzimmer reproduzierten sie gleichermaßen korrekt, klar umrissen und transientenstark knackige Kontra- und knurrende E-Bässe. Für Musikfans also die reine Freude.

So: Nach so viel Wortgeklingel ist nun aber wirklich das Fazit fällig – möchte doch, wer bisher durchgehalten hat, vielleicht wissen, welchem Lautsprecher ich den Vorzug geben würde. So gerne ich hier eine eindeutige Empfehlung gäbe – ich kann es nicht. Beide Konstruktionen liegen nach unserer vollkommen subjektiven Einschätzung verblüffend eng beieinander, unterscheiden sich allenfalls in Teildisziplinen. Beide erfüllen das, was Lautsprecher tun sollen, mit Bravour: Sie machen richtig Spaß, lassen – sind die Augen geschlossen und der Hörer entspannt – Musik wirklich lebendig werden, ersetzen komplette Hausaltäre aus gestapelten Technikkomponenten und bieten – jede auf ihre Weise – mit ihren Signalprozessoren Komfort und akustischen Nutzwert, der noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre.

Ob nun rank und schlank oder klein und knuffig im Regalboxenformat – hier haben Entwickler, die spürbar Freude an avancierter Technik hatten, Produkte geschaffen, die der Perfektionsgrenze nahe kommen. Es lebe die Aktivtechnik!


IMG_2244


[Beitrag von pölsevogn am 25. Mai 2017, 12:30 bearbeitet]
2cheap4me
Inventar
#10 erstellt: 25. Mai 2017, 14:54

pölsevogn (Beitrag #9) schrieb:
...Das Erhebende wunderbarer Musik ging flöten, ich graste ab, was da war. Kurz: Ich gönnte den Künstlern nicht mehr die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt, mir schien schließlich, ich versänke in Beliebigkeit. Also kehrte ich reumütig zur CD zurück....

Eine Erkenntnis, die ich zu 100% unterschreibe. Ständig auf der Suche, immer das Gefühl etwas zu verpassen, beim laufenden Titel schon über den nächsten Künstler nachdenken. Unzufriedenheit, Ermüdung und schließlich Langeweile führten auch bei mir zur zeitweiligen Streaming-Abschaltung.

pölsevogn (Beitrag #9) schrieb:
... Und hier belegten die LS50 zum ersten Mal, dass etwas dran ist an der häufig gerühmten Fähigkeit von Koaxial-Konstruktionen, eine besonders gute Tiefenstaffelung zu erzielen. ...

Ich kann nur meine Eindrücke zur passiven Variante der LS50 einwerfen. Mir gefiel häufig, auch bei größeren Hörabständen im Wohnzimmer, die gute Platzierung von Instrumenten im Raum und die Fokussierung, die päzise Abgrenzung der Instrumente im Klanggeschehen.

pölsevogn (Beitrag #9) schrieb:
Alsdann: Für mich ist die Basswiedergabe durchaus wichtig, aber nicht spielentscheidend...

Womit wir bei dem für mich und auf Dauer entscheidenden Nachteil wären. Für das Hören im Nahfeld wirklich sehr komplett und zufriedenstellend, sind die LS50 bei Hörabständen ab ca. 2m, 3m leider nicht wohnraumfüllend. Ich weiß nicht, wie das der aktiven Version, oder den Nuberts gelingt. Die passiven LS50 waren bei mir erst tonal vollständig, wenn ein Subwoofer mitlief. Dabei geht es nicht um Anforderungen wie 40Hz und tiefer. In einem größeren Zimmer geht den LS50 auch schon viel früher die "tiefe Luft", das Volumen, aus. Aber das ist natürlich bei der Größe kein Wunder, sondern wohl eher Physik. Es feht einfach an entsprechender Membranfläche. Ansonsten schließe ich mich dem/den Rezensent(en) an und finde die "Kleinen" ziemlich groß.
Grüße
anakyra
Inventar
#11 erstellt: 29. Mai 2017, 10:03

2cheap4me (Beitrag #10) schrieb:
Womit wir bei dem für mich und auf Dauer entscheidenden Nachteil wären. Für das Hören im Nahfeld wirklich sehr komplett und zufriedenstellend, sind die LS50 bei Hörabständen ab ca. 2m, 3m leider nicht wohnraumfüllend. Ich weiß nicht, wie das der aktiven Version, oder den Nuberts gelingt. Die passiven LS50 waren bei mir erst tonal vollständig, wenn ein Subwoofer mitlief. Dabei geht es nicht um Anforderungen wie 40Hz und tiefer. In einem größeren Zimmer geht den LS50 auch schon viel früher die "tiefe Luft", das Volumen, aus.


Also ein Hörabstand von 2-3 m ist mit den aktiven völlig problemlos, da fehlt klanglich nichts. In unserem Wohnzimmer hingegen, 7 m lang, 5m breit, an einer Seite noch z.T. offen ins Esszimmer übergehend und dann 5m Hörabstand war es schon etwas zuviel. Aber das sind ja auch nicht gerade ideale Voraussetzungen. In meinem Arbeitszimmer mit jeweils etwas mehr als 4 m Seitenlänge sind sie absolut überzeugend.
pölsevogn
Stammgast
#12 erstellt: 29. Mai 2017, 16:54
Nee, jetzt – oder?

Das ist ja wirklich ein dickes Ding. Ausgerechnet der Nachzügler mit den Holzohren gewinnt den Wunderlautsprecher. Ich freu’ mich lang und breit.

Ich bin gleich mal ins Wohnzimmer und hab’ versonnen übers Display gestreichelt.

Natürlich hätte ich jedem der anderen Vier, die mit mir in Essen waren und die sich mit ihren Rezensionen verdammt viel Mühe gegeben haben, die KEFs gegönnt. Aber: Ich hab' auch nix dagegen, dass die Würfel auf meine Seite gerollt sind.

Ziemlich aus dem Häuschen
Axel
Fl1ppy
Stammgast
#13 erstellt: 29. Mai 2017, 18:14
Glückwunsch.
Gönne ich dir ehrlich!

Viel Spaß (weiterhin) damit.
Bei mir steht nun meine komplette Zweitanlage zum Verkauf - keine Ahnung warum
Filmfan42
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 29. Mai 2017, 22:07
Hi Axel,

auch von mir herzliche Glueckwuensche und hab viel Freude mit den wunderbaren KEF.

"Meine" sind bereits verpackt und warten nun auf ihre Abholung. Vorher habe ich es aber noch mal richtig rocken lassen, mit einem der besten Live-Alben aller Zeiten (DP - Made in Japan)!

Liebe Gruesse auch an die anderen Mittester.

Thomas
anakyra
Inventar
#15 erstellt: 30. Mai 2017, 09:43
Auch von mir erstmal einen herzlichen Glückwunsch.

Ich überlege gerade noch, was ich mit ihnen mache
coreasweckl
Inventar
#16 erstellt: 08. Jun 2017, 22:34
Die Dinger sind schon gut....hab sie bei einem Freund ausführlich mit Scheiben verschiedenster Richtungen gehört, im Nahfeld Monitorqualitäten bez Abbildung und Durchhörbarkeit. .Natürlich keine Pegelwunder im Bass.
Er hat sie jetzt mit zwei Subs ergänzt und ist begeistert. ..Hat allerdings auch extrem viel Ahnung bez Einmessen und Entzerrung, so daß die Kombination sehr homogen bzw eingebunden tönen soll.
Das können mangels Wissen vermutlich nur wenige.
Ich habe es in dieser Konfiguration noch nicht gehört, bin sehr gespannt, wenn ich dies demnächst tun werde. .
Kann mir gut vorstellen, daß eine solche Kombination viele nicht entzerrte Standlautsprecher ziemlich alt aussehen lässt. .
😊😊😊
zumal man bei Subs in der Aufstellung viel freier ist und die schlimmsten Sauereien vermeiden kann...🍻🍻🍻

Bei diversen Fotos von Anlagen mit großen Standlautsprechern; gerade auch von "Puristen " die jeglichen Eingriff bzw Entzerrung ablehnen, muss man befürchten, daß es gerade im Bass völlig indiskutabel dröhnt und wabert. ..🙄🙄🙄


[Beitrag von coreasweckl am 09. Jun 2017, 00:02 bearbeitet]
Filmfan42
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 10. Jun 2017, 13:46
Liebe User des HIFI-Forums und KEF-Freunde,

wie ich schon in meinem Review anmerkte, war eine Integration mit einem Streaming-Dienst in der KEF-App geplant.

Dies ist nun geschehen, mit dem Anbieter TIDAL, welcher hochaufloesende und verlustfreie Downloads anbietet. Hier weitere Informationen dazu:

http://www.tidal.com/kef

Damit hat KEF ihre konsequente Philosophie, ein komfortables, audiophiles Erlebnis mit der KEF LS50 WIRELESS zu gewaehrleisten,m.E. perfekt umgesetzt.
Dancer_in_the_Dark
Schaut ab und zu mal vorbei
#18 erstellt: 12. Jun 2017, 09:39
Hallo zusammen,

ich bin seit 1.4.17 stolzer Besitzer dieser Boxen.
Ich kann jedem der kompakte Boxen sucht empfehlen sich die mal in Ruhe anzuhören.
Bei mir laufen die mit Musik aller Richtungen, von Rock; Jazz oder Klassik selbst Techno
und HipHop !!

Ich hab fast 50 Jahre Musikkonsum hinter mir und das erste mal das Gefühl hier bin ich richtig.

Die Boxen stehen in einer Wohnwand weil es auf Grund des Raumes nicht anders ging.
Nach einrichten mit der App und 200 Einspielstunden geht die Post ab.

Zwei 'Nachtteile' hat die Box allerdings: Zwerchfellmassagen durch den Bass ist nicht....
Und miese Aufnahmen klingen mies.

Habe ja ca 3.000 Stunden Musik zur Verfügung und bereits diverse CD aussortiert weil diese einfach nur übel klingen. Auch das Risiko besteht.

Und bevor man hier mit Subwoofern arbeitet bitte die Boxen erst richtig einspielen, einstellen und aufstellen. Ich hab einen Raum mit 30m² und vermisse nichts.

Zur Anlage selbst:

- KEF LS50 Wireless Titan/Red
- Laptop mit JRiver
- Beipackstrippen der KEF-Boxen
-I Pad zur Steuerung ist in Planung...

Wünsche ? Ja
Sie sollten Qobuz ,Tital (bereits geschehen) Sprtify und Vtuner oder TuneIn noch integrieren.
Auch das Umschalten der Quellen per App wäre nicht schlecht.
jakdjnkaks
Stammgast
#19 erstellt: 17. Jun 2017, 14:02
Weitere Wünsche:

Ein/Ausschalten über die App und eine Fernbedienung, die ihren Namen auch verdient.
Meine ist mit ein paar Metern Entfernung schon überfordert (trotz neuer Batterie).

Ansonsten: Großartige Lautsprecher! Momentan stehen sie direkt neben meinen "alten", passiven, LS50 auf ihren Ständern und spielen nochmal um eine Klasse besser, obwohl ich das nicht geglaubt hätte.

Fazit: Tolle Hardware mit verbesserungswürdiger Software.
Lars1979HH
Neuling
#20 erstellt: 24. Jun 2017, 15:53
Hallo,

bin neu hier im Forum. Seit einiger Zeit stolzer Besitzer der LS50 Wireless, die ich gebraucht erworben habe. Was mich auch gleich auf mein Problem kommen lässt, leider war der Quick Installation Guide nicht mit im Paket, womit mir der Treiber für WIN10 fehlt. Wäre toll wenn mir jemand den Link schicken könnte.

Danke im Voraus

Lars
Fl1ppy
Stammgast
#21 erstellt: 25. Jun 2017, 12:46
Hi Lars,
Quick start Guide gibt's hier:
http://www.kef.com/u...QSG_V29_20160905.pdf

Usb Treiber hier:
http://www.kef.com/ls50wireless/usb_audio

Viel Spaß damit
Lars1979HH
Neuling
#22 erstellt: 25. Jun 2017, 15:17
Vielen Dank

Gruß
czekow
Stammgast
#23 erstellt: 20. Jul 2017, 15:04
Hallo, ich bin ebenfalls seit Mitte April glücklicher Besitzer eines LS50 Wireless Pärchens. Leider habe ich seit Anfang an ein Problem welches auch durch das letzte FW Update nicht behoben wurde. Eventuell könnte dies jemand von Euch bestätigen oder mir einen Tipp geben woran es liegen könnte.
Wenn ich versuche über die App ein Album im Flac Format von meinem File Server (Synology Diskstation) wiederzugeben dann spielen die Boxen jeden Titel nur wenige Sekunden an und springen dann direkt zum nächsten.
Das Ganze ist mit verschiedenen Alben Verifizierbar und ein Musikgenuss stellt sich bei dieser Zuspielvariante leider nicht ein.
Die Synology stellt die Musik sowohl über NFS, SMB und UPNP zur Verfügung, meinen Netzwerkaufbau möchte ich als Fehlerquelle erstmal ausschließen.

Vielleicht hat jemand schon ähnliche Probleme feststellen können?

Gruß czekow
elidor
Ist häufiger hier
#24 erstellt: 21. Jul 2017, 09:29
Moin,

ich hatte das Problem ebenfalls (zweimal), wenn ich die Lautsprecher über WLAN im Netzwerk hatte. Per Kabel traten keinerlei Probleme auf. Wie ist das bei dir?
czekow
Stammgast
#25 erstellt: 21. Jul 2017, 18:42
Ich habe sie ebenfalls per WLAN und Kabel verbunden.
Gestern nach Kontakt mit dem Support nochmal alles neu eingestellt und ohne Kabel probiert, siehe da es ging. Jetzt laufen zwar einzelne Songs durch aber ich kann die Wiedergabe nicht mehr einfach so stoppen.
Im allgemeinen finde ich die WLAN Wiedergabe recht buggy im Gegensatz zu den anderen Optionen.

Gruß czekow
#Friederike#
Community Support
#26 erstellt: 01. Aug 2017, 11:33
Hallo zusammen,

ein kleines Update für diejenigen, die schon eine LS50 Wireless besitzen : Derzeit gibt es basierend auf der Zusammenarbeit zwischen KEF und TIDAL die Möglichkeit, den Streaming-Dienst drei Monate lang kostenfrei zu testen. Mehr Infos findet ihr auf der KEF-Website.

VG
Friederike


[Beitrag von #Friederike# am 01. Aug 2017, 11:34 bearbeitet]
Soundmann78
Schaut ab und zu mal vorbei
#27 erstellt: 01. Aug 2017, 11:37
Das ist ja cool! Ich hoffe, dass dieses Projekt auf jeden Fall so bleibt und nicht extrem teuer wird. Klar kostenlos geht ja auch nicht aber....
Aprofis82
Ist häufiger hier
#28 erstellt: 18. Okt 2017, 12:23
Hallo Leute ich brauche eure Hilfe bei einer Entscheidung.
Ich besitze die Ls50 passiv, als zweit System, schon länger und bin mit ihnen eigentlich sehr zufrieden. Sie laufen bei mir an einem Primare I22 inkl. Dac Modul und Auralic Aries Mini.
Letztens war ich bei meinem Händler der die KEF Ls50 Wireless neu in der Ausstellung hat. Der Händler machte mir ein sehr gutes Angebot. Er würde meine Ls50 und denn Primare aufkaufen und mir die Wireless Version für einen geringen Aufpreis verkaufen.
Tja jetzt stehe ich vor einer Entscheidung. Einerseits liebe ich meine Geräte, besonders denn Primare. Andererseits reizen mich die Ls50 Wireless sehr, besonders das DSP die Klangregelung und das Minimalistische eines Aktiv Systems.
Ich würde sie nur für Stereo Musik und ausschließlich Streaming benutzen. So wie bisher auch.
Wie würdet ihr euch entscheiden und aus welchen Gründen?
blackjack2002
Stammgast
#29 erstellt: 18. Okt 2017, 20:49
Hallo,
ich bin nach den Berichten am überlegen, mir auch mal die Kef's nach Hause zu holen. Im Moment habe ich die Focal Arial 936 laufen. Mit den LS bin ich sehr zufrieden, nur meine bessere Hälfte sagen die Türme nicht unbedingt 100% zu. Klangtechnisch schon, nur optisch nicht so. Es sind doch große LS und stehen im Wohnzimmer.

Hat jemand die LS50 in einem ca. 30m2 Wohnzimmer laufen lassen und dies auch teilweise mit gehobener Lautstärke. Wahrscheinlich wäre da ein Sub nicht schlecht.

Die Frage ist auch, wie die LS50 wireless in meinen Wohnzimmer aufspielen, bzw. meine 936 ersetzen können. Platztechnisch bräuchte ich meiner Meinung auch nicht weniger Platz, aber es sieht sicherlich einfach "luftiger" durch die Stands aus.

LG, Werner
Aprofis82
Ist häufiger hier
#30 erstellt: 18. Okt 2017, 21:27
Hi, ich finde die Ls50 Wireless sind Basstechnisch besser als die passive Variante. Bei deiner Zimmergröße würde ich aber auf jeden Fall einen Sub dazustellen, besonders bei hoher Lautstärke. 30qm sind für die ls50 schon grenzwertig. Es hängt aber auch davon ab, wie weit entfernt du sitzt und was du hören willst. Probiere es einfach aus.
anakyra
Inventar
#31 erstellt: 19. Okt 2017, 15:04
In den 35qm bei uns zu Hause im Wohnzimmer waren sie (s. Review oben) waren sie nicht das richtige. Da kamen ihre klanglichen Qualitäten einfach nicht zur Geltung, weil der Hörabstand zu groß wurde.
pölsevogn
Stammgast
#32 erstellt: 19. Okt 2017, 18:05
Bei mir liefen sie auf rund 25 Quadratmeter – allerdings die aktive Variante (wireless) – und kamen auf beachtliche Bassleistungen. Zudem lässt sich der (musikalisch ja selten geforderte Tiefbass) im Menü nach unten begrenzen, so dass der Tieftöner entlastet wird und in der möglichen Lautstärke noch potenter werden dürfte. Eben auch einer der Vorteile von Aktivlingen.
pölsevogn
Stammgast
#33 erstellt: 19. Okt 2017, 18:16
To whom it may concern: Noch stehen meine LS50 wireless zum Verkauf.

http://www.hifi-forum.de/viewthread-171-14390.html
blackjack2002
Stammgast
#34 erstellt: 19. Okt 2017, 19:27
Danke für die Info's. Dachte mir schon, das es etwas "schwierig" wird bei 30 m2. Druck und Klang bzw. raumfüllend spielen die 936er, dass möchte ich nicht mehr unbedingt missen.

Die Kefs muss ich mir wirklich mal zum Testen organisieren. Die Frage ist dann eben, welche Lautstärke bzw. Klang diese erreichen. Ich würde auf alle Fälle für die Winzlinge (im Vergleich mit den 936er) einen SW dazustellen. Mich interessiert das Konzept, da man nicht unbedingt einen genauer Sweetspot braucht. Somit könnte ich die LS wo anders positionieren. Auch die Streaming-Funktionalitäten finde ich als Mehrwert.

Viele Grüße, Werner
-marion-,
Stammgast
#35 erstellt: Gestern, 23:39
Wie findet ihr denn die Optik der neuen Sonder Edition von Marcel Wanders der KEF LS-50 Wireless ?
Aprofis82
Ist häufiger hier
#36 erstellt: Heute, 00:16
Ehrlich gesagt finde ich es gewöhnungsbedürftig. Es sieht für mich viel zu kitschig aus. Natürlich kann es in natura anders aussehen.
-marion-,
Stammgast
#37 erstellt: Heute, 00:32
Gewagt finde ich diese Sonder Edition auch, aber eben auch Extravagant und Eigenständig. Einzelne Elemente sollen auch im Dunkeln leuchten ?
Der UVP soll bei 2650 € liegen.


[Beitrag von -marion-, am 21. Okt 2017, 00:33 bearbeitet]
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