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Was hört Ihr gerade jetzt? (Klassik !!!)

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Hüb'
Moderator
#32576 erstellt: 07. Nov 2025, 12:55
jpc.de
Jean Sibelius (1865-1957)
Symphonie Nr. 4
+ Valse triste op. 44; Die Waldnymphe op. 15

Gothenburg Symphony Orchestra, Santtu-Matias Rouvali
Alpha, Aufnahmejahr ca.: 2023, Erscheinungstermin: 2.2.2024

Je häufiger ich die 4. höre, je mehr mag ich sie. Die Sinfonie ist ja ohnehin eher ein Sonderfall – dieses karg-gebeizte, fast asketische Klanggebilde, das weniger an das spätromantische Schwelgen seiner anderen Sinfonien erinnert. Und genau da setzt Santtu-Matias Rouvali an: Er dirigiert die Gothenburger nicht in Richtung Pathos oder „nordische Schwermut“, sondern eher in Richtung konzentrierter, klarer Linien. Die Aufnahme wirkt auffallend durchsichtig.
Das Orchester spielt dabei hochsensibel: Die Streicher sind eher rau als samtig, was dieser Sinfonie sehr gut steht. Die Bläser treten oft hervor wie Signale aus der Ferne, präzise, aber nie scharf. Besonders das düstere, verschattete Cello-Fundament im ersten Satz wirkt sehr tiefgründig. Rouvali baut die Spannung sehr kontrolliert auf. Und genau dadurch entstehen im Finale Momente von bedrückender Intensität, ohne dass es jemals wirklich „laut“ würde.
Der „Valse triste“ und „Die Waldnymphe“ sind Zugaben zum Durchatmen, die wunderbar ergänzen und die Stimmung wieder etwas heben. Der „Valse“ tanzt nicht süß oder nostalgisch, sondern wirkt wie ein letzter, kaum hörbarer Puls. „Die Waldnymphe“ wiederum bringt genau jene narrative Weite zurück, die Sibelius in der Vierten so radikal eingedampft hat – und Rouvali erzählt das Stück mit einer feinen Dramaturgie.
Unterm Strich ist das keine „schöne“ Sibelius 4 – jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinn. Sie ist nüchtern, kantig, ernst gestaltet. Rouvali zeigt, dass dieses Werk nicht kalt ist – sondern vor innerer Spannung beinahe glüht.

Viele Grüße
Frank
WolfgangZ
Inventar
#32577 erstellt: 07. Nov 2025, 14:26
Von Larsson finde ich eine CD und habe sie als angenehm, schon als reizvoll, aber als eher harmlos in Erinnerung.

@ bolt: Die Sinfonietta ist am besten geeignet in dieser seltsamen Nielsen-Angelegenheit, die anderen Nummern auch ein wenig. Orchestermusik muss es sein, sondern geht die Analogie verloren.

An wirklicher Orchestermusik hat Janacek nicht viel geschrieben, so dass man sich als Fan, der nur selten Opern hört, auch über mehrere Orchestersuiten freut, die von anderer Seite aus den Opernzwischenspielen zusammengestellt wurden. Da gibt es mittlerweile einiges und das ist freilich immer noch ganz echter Janacek.

Wolfgang
WolfgangZ
Inventar
#32578 erstellt: 07. Nov 2025, 14:34
Und auch noch kurz an Frank, und Sibelius vierte Sinfonie betreffend. Und gerne auch an alle anderen, die hier mitlesen.

Grundsätzlich stimme ich Dir bei allem zu, was Du schreibst. Mittlerweile habe ich die Vierte schon recht oft in den vielleicht sechs Einspielungen gehört, die ich kenne. Seltsamerweise - und das klingt jetzt trotzdem spannender und negativer, als ich es letztlich empfinde - hat sich dadurch ein wenig der Lack des Geheimnisvollen abgekratzt, so dass ich mich manchmal frage, ob es nicht doch ganz normaler Sibelius ist und sonst nichts. Persönliche Stimmungsfrage und vielleicht auch Interpretationsfrage? Schwer zu sagen meinerseits.

Bedeutende und tiefgründige Musik, das will ich unverändert keineswegs in Abrede stellen. Vielleicht kann man das, was ich oben angedeutet habe, auch gar nicht wirklich verstehen.

Wolfgang
Mars_22
Inventar
#32579 erstellt: 07. Nov 2025, 17:24
Mir hat sich erst mit Leif Segerstam die besondere Qualität der Vierten Sibelius erschlossen, ein Tipp von Wolfgang / Klutzkopp, und ich habe mir deswegen die Gesamtausgabe seiner Sinfonien mit Segerstam bestellt
Hüb'
Moderator
#32580 erstellt: 07. Nov 2025, 17:56
Schwer zu sagen Wolfgang, ob es am zu häufigen Hören liegt oder ob die 4. doch bloß eine „normale“ Sibelius-Sinfonie ist.
Ich habe die 2. sicherlicher häufiger gehört und bin da eher etwas „müde“.
Und Rouvali macht das wirklich großartig.
WolfgangZ
Inventar
#32581 erstellt: 07. Nov 2025, 18:06
Danke Euch! Segerstams Vierte - also nicht seine eigene von den über 200 oder 300 - wird aufgelegt, da gute Idee!
op111
Moderator
#32582 erstellt: 07. Nov 2025, 19:49
Ich erinnere mich an meine Erstbegegnung mit der 4.

Jean Sibelius
Symphonie Nr.4 In a.moll, Op. 63

Wiener Philharmoniker
Lorin Maazel

Decca 1968, Toning.: Gordon Parry
amazon.de

Damals noch als Midprice-LP.
Die habe ich später in o.gen. CD-Paket nachgekauft.

Maazel zeigte sich schon damals mit wechselndem Engagement. 2. und 4. schienen seinen Geschmack zu treffen, der Rest wurde eher routiniert abgespult. Da hilft die Mühe, die sich Gordon Parry gemacht hat, leider nicht viel.



Franz
FabianJ
Inventar
#32583 erstellt: 08. Nov 2025, 12:10

Mars_22 (Beitrag #32579) schrieb:
Mir hat sich erst mit Leif Segerstam die besondere Qualität der Vierten Sibelius erschlossen, ein Tipp von Wolfgang / Klutzkopp, und ich habe mir deswegen die Gesamtausgabe seiner Sinfonien mit Segerstam bestellt :prost


Hoffentlich ist es sein zweiter Zyklus aus Helsinki, denn der ist wirklich großartig und man bekommt noch eine vorzügliche Aufnahme des Violinkonzerts dazu. Ondine hat vor ein paar Monaten eine kleine Box mit allen Sibelius-Aufnahmen des Dirigenten veröffentlicht. Das wäre vielleicht auch eine Idee, denn seine Lemminkäinen-Suite und sein Kullervo sind ebenfalls vorzüglich. In der neuen Box sind auch einige Aufnahmen von sinfonische Dichtungen und Suiten des Komponisten sowie andere „Füller" drin. Jene Aufnahmen kenne ich aber nicht.

Aber wie gesagt, mit Segerstams Sibeilus-Sinfonien aus Helsinki machst Du nichts verkehrt.

Um nochmal zur Alpensinfonie zurückzukommen. Ich kam die Woche leider nicht zum Musik hören und schreiben hier. Meine liebste Einspielungen jüngerer Zeit sind die des São Paulo-Sinfonieorchester (OSESP) mit Frank Shipway (BIS) und die bereits von Michael genannte Einspielung mit dem hr-Sinfonieorchester mit Andrés Orozco-Estrada. Am häufigsten höre ich mir aber Erstere an. São Paulo hat wirklich ein Weltklasse-Orchester.

Mit freundlichem Gruß
Fabian
op111
Moderator
#32584 erstellt: 08. Nov 2025, 18:53
Apropos Sibelius,
nicht empfehlen kann ich die in alten Kritiken (v.a. Gramophone) über den grünen Klee gelobte GA
Sibelius,Jean
Die vollständigen Symphonien,
Halle Orchestra
Barbirolli,John,Sir
EMI / Warner 1966-70
Toning:. Christopher Parker , Martin Benge, Neville Boyling, Peter Bown

amazon.de

Das Hallé Orchester spielt nicht im entferntesten wie heute und Barbrolli lässt sie machen.

Kein Vergleich mit den Londoner Orchestern


[Beitrag von op111 am 08. Nov 2025, 18:56 bearbeitet]
klutzkopp
Inventar
#32585 erstellt: 08. Nov 2025, 19:05
Dem möchte ich beipflichten

Mich hat der Barbirolli-Zyklus auch nicht überzeugt.
Mars_22
Inventar
#32586 erstellt: 08. Nov 2025, 21:45
Klavierquintette von Beach und Elgar mit dem Takacs-Quartett und Garrick Ohlsson.
Ich kannte die Amerikanerin Amy Beach garnicht, und ihr spätromantisches Werk überrascht mich nachhaltig. Auch in Kombination mit dem Elgar eine wunderbare CD.

amazon.de


[Beitrag von Mars_22 am 08. Nov 2025, 21:45 bearbeitet]
FabianJ
Inventar
#32587 erstellt: 08. Nov 2025, 21:59
*edit:
Amy Beach war mir bislang vom Namen her ein Begriff, gehört hatte ich bislang nichts. Die kurzen Tonschnipsel zu obiger CD klingen auf jeden Fall vielversprechend.

Von Elgars Klavierquintett bin ich sehr angetan.

jpc.de
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 107 „Reformations-Sinfonie“
Wiener Philharmoniker - Dirigent: Christoph von Dohnányi
Aufnahme: Juni 1976, Sofiensaal, Wien

Wenn man mal eine von Mendelssohns Sinfonien hört, dann landet man ja meist bei den Italienern und Schotten, die anderen drei nicht so häufig. Diese Einspielung kann ich noch nicht, hat mir aber sehr gut gefallen. Das Allegro vivace (2. Satz) ist einer meine Lieblingssätze von diesem Komponisten.

Ähnlich wie bei Nielsen ist auch Mendelssohns erste Sinfonie weniger bekannt als sie eigentlich sein sollte. Da ich davon Dohnányis Einspielung auch noch nicht kenne, schiebe ich diese jetzt gleich mal hinterher.

Mit freundlichem Gruß
Fabian


[Beitrag von FabianJ am 08. Nov 2025, 22:37 bearbeitet]
FabianJ
Inventar
#32588 erstellt: 08. Nov 2025, 22:51
Bei Mendelssohns Sinfonie Nr. 1 lugen noch Haydn und Mozart um die Ecke, der Komponist steht aber musikalisch auf eigenen Beinen. Wenn man die Streichersinfonien mitzählt, dann ist seine erste Sinfonie ja auch eigentlich seine 14.

Wie dem auch sei, die Einspielung der Wiener Philharmoniker mit Christoph von Dohnányi ist großartig gelungen und absolut mitreißend.

Mein Erstkontakt mit Mendelssohns Sinfonien war die Gesamtaufnahme des Gewandhausorchesters und Kurt Masur. Im Nachhinein betrachtet ist jene Gesamteinspielung für mich eindeutig keine erste Wahl.

Zum Tagesausklang noch ein wenig Klaviermusik:
jpc.de
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)
Sechs Lieder ohne Worte op. 67
Ronald Brautigam (Klavier - Nachbau eines Pleyel Op. 1555 aus dem Jahr 1830 von Paul McNulty)
Aufnahme: August 2014, Kirche von Österåker, Schweden

Schöne Klavierminiaturen, höre ich mir eigentlich auch viel zu selten an.

Die Nachbauten historischer Klaviere, die Ronald Brautigam für die meisten seiner Aufnahmen verwendet, klingen eigentlich immer wunderbar, so auch hier.

Mit freundlichen Grüßen
Fabian


[Beitrag von FabianJ am 08. Nov 2025, 22:56 bearbeitet]
WolfgangZ
Inventar
#32589 erstellt: 09. Nov 2025, 00:06
Mendelssohn mit Dohnanyi hat einen guten Ruf. Das wusste ich freilich nicht, als ich mir vor vielleicht vierzig Jahren die LP-Box gekauft habe. Aber das trifft schon zu! Auf CD kamen dann Alternativen ins Haus, vor allem natürlich von 3 und 4.

Wolfgang
Mars_22
Inventar
#32590 erstellt: 09. Nov 2025, 09:30

FabianJ (Beitrag #32588) schrieb:
Die Nachbauten historischer Klaviere, die Ronald Brautigam für die meisten seiner Aufnahmen verwendet, klingen eigentlich immer wunderbar, so auch hier.

Es ist jedenfalls wirklich mal ein anderer Klang. Mich erinnert er aber immer etwas an die Saloon-Klaviere aus alten Western. Dennoch, es macht Freude die CD zu hören, ich bin davon nicht losgekommen, als ich "mal reingehört" habe.

Ebenfalls etwas spitzfindig meine Bevorzugung von Bertrand Chamayous Saint Saens Klavierkonzerten vor der Maßtab gebenden Aufnahme von Stephen Hough mit Sakari Oramo von 2001: Letztere atmet noch nicht die schöne Luft der Neueren und vieler aktueller Aufnahmen. Interpretatorisch ist Chamayou dabei mindestens auf Augenhöhe, würde ich sagen. Es gibt einige atemberaubende Passagen.

amazon.de
Mars_22
Inventar
#32591 erstellt: 09. Nov 2025, 14:19
Schuberts Spätwerk begeistert mich immer wieder. Gerade lief das Quintett für Streichquartett + 2. Cello.
Das habe ich merkwürdigerweise 2x kombiniert mit Liedern kombiniert. Es spielten die Tetzlaffs + Florian Donderer, Rachel Roberts und Marie Hecker.

Die Lieder sind Schuberts sprichwörtlich gewordener Schwanengesang, gesungen von Pregardien, begleitet am wunderbaren Steingräber-Flügel von Martin Helmchen. Gibt es Klaviere die man weicher/singender spielen kann?

Späte Lieder, spätes Quintett, das Spätwerk ist die Klammer.

amazon.de
arnaoutchot
Moderator
#32592 erstellt: 09. Nov 2025, 15:36
Nun, Lied wird wohl nicht mehr so wirklich mein Fall werden ...

Hier Max Bruch - Symphonien No. 1-3, Schwedische Tänze - Kurt Masur / Gewandhausorchester Leipzig - Philips 2CD 1988. Bruchs Symphonien sind im Gegensatz zu seinem Violinkonzert heute kaum mehr bekannt, dabei weisen sie recht enge Verbindungen zu seinem Freund Brahms auf. Handwerklich ist das gut gemacht, die Darbietungen von Masur ebenfalls, aber es war mir heute ein wenig zu gepflegt langweilig. Mag stimmungsabhängig sein. Muss ich nicht behalten.




Da finde ich das Folgende schon spannender: György Ligeti - Clear or Cloudy - The Complete DGG Recordings, DGG 4CDs ed. 2006. Ich habe gar nicht so wenig von Ligeti in der Sammlung, aber bin immer noch fern davon, das meiste auch nur ansatzweise zu verstehen. Für mich ist vieles davon "Science-Fiction-Klassik", gerade läuft Atmosphères und Lontano mit Abbado und den VPO aus 1988.

Mars_22
Inventar
#32593 erstellt: 09. Nov 2025, 16:24
Die beiden genannten Stücke ganz sicher! Wobei ich vermute, er hat dem Genre eine Stilvorlage gegeben.

Ich bin derweil von Pregardien zu Matthias Goerne gewechselt, ein weiterer Sänger den ich schätze. Nach wie vor von Schubert.
Dass ich einen ganzen Nachmittag Lieder hören kann, kommt wohl durch den Kopfhörer, mit dem genaues Hinhören so viel leichter ist, und Hinhören ist bei Liedern unverzichtbar, wo es bei manchen anderen Sachen nicht immer unbedingt notwendig ist.


[Beitrag von Mars_22 am 09. Nov 2025, 16:26 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#32594 erstellt: 09. Nov 2025, 19:39
Und nun hatte ich Vikingur Olafsson mit den Klavierwerken von Philip Glass (DGG 2017) in der Sauna dabei. Nun, Vikingur blieb draussen und spielte mir von CD zu. Ich dachte erst, das ist eher minimalistisch-esoterisch und passt zu meinem Saunabad, aber die Études, die den Grossteil der CD ausmachen, sind erstaunlich abwechslungsreich, dynamisch und eigentlich zu schade, sie nur als Hintergrund zu hören ...

jpc.de
WolfgangZ
Inventar
#32595 erstellt: 09. Nov 2025, 22:32
Bei Glass pflege ich mein Vorurteil - schlicht weil es sich dann doch zu oft bestätigt hat.

Man sollte seine Vorurteile nicht pflegen, aber er gibt so ungemein viel zu hören für mich, wo da von vorneherein nichts gepflegt wird.

Doch Du hast sicher mit Deinem letzten Beitrag nicht Unrecht. So gut kennen wir uns,

In die Sauna gehe ich nicht. Aber vielleicht ist diese Klaviermusik für den Mittagsschlaf ohne echten Schlaf, doch mit Gefahr desselben im Idealfall geeignet? Dann läuft entweder überhaupt keine Musik oder es wird etwas erst- respektive nachgetestet oder - es läuft das 70-Minuten-Streichquartett von Dvorak!

Wolfgang
Hüb'
Moderator
#32596 erstellt: 10. Nov 2025, 11:06
@Bruch mit Masur:
Ich habe die Einspielung als irgendwie "lame" in Erinnerung.
Die Sinfonien brauchen IMHO schon ein wenig mehr "interpretatorischen Rückenwind", den sie bei Kurti mit den Leipzigern nur bedingt bekommen.
Es mag zwar schon seine Gründe haben, warum es kaum Aufnahmen gibt, ich gebe der Deutung mit Trevino und den Bambergern jedoch den Vorzug.

jpc.de

Viele Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 10. Nov 2025, 13:25 bearbeitet]
Rascas
Inventar
#32597 erstellt: 10. Nov 2025, 13:53
Glass kann man anscheinend lieben oder hassen. Ich kenne ihn seit ich in den 1980s mit meiner damaligen Freundin (und heutigen Frau) koyaanisqatsi im Kino gesehen und gehört habe. Sie fand den Film und vor allem die Musik furchtbar. Heute noch! In mir hat das eine lebenslange Zuneigung zu dieser Art Musik entfacht.

Die Olafsson Aufnahme hat mich sofort gefesselt, weil er Glass, glaube ich, nicht nur verstanden sondern auch sehr gut interpretiert hat. Besser als Glass selbst. Seitdem bin ich Olafsson-Fan (was bei Pianisten nicht oft vorkommt).

Das mit in die Sauna zu nehmen wäre jetzt nicht meine erste Idee gewesen. Dafür ist es eigentlich zu schade oder auch nicht. Glass hat immer auch etwas meditatives. Und das mit dem Mittagsschlaf ist ein interessanter Ansatz.

Erinnert mich an Max Richter - Sleep. Die Musik ist Glass nicht unähnlich und erfüllt genau den Zweck: 8 Stunden Musik an einem Stück um durch die Nacht den Schlaf zu begleiten. Folgerichtig gibt es davon eine BluRay Audio, mit der man das Ganze in einem Stück abspielen kann (Leider nur 2-Kanal und nicht 5.1 oder Atmos).



Karajan hätte seine Freude an dem Medium gehabt. Der Ring des Nibelungen oder Sleep auf einer Scheibe hat schon was.

Die aktuelle Neuauflage Sleep Circle weicht meines Erachtens von der Grundidee ab und ist mehr für den Kurz-Schlaf gedacht (Mittagsschlaf?) .

Was mir an der BluRay Audio von 2015 aufgefallen ist: ein für diese Art Musik unglaublich präsenter und tiefer Bass. Man soll die Musik offensichtlich nicht nur hören, sondern auch spüren. Ich halte das nicht nur für den Schlaf geeignet. Sauna-Gang-Begelitung oder meditative Momente. Oder einfach nur versinken. Man kann es auch im Hintergrund einfach laufen lassen. Aber Vorsicht: der Bass bringt Anlagen (und Räume) an Ihre Grenzen. Bei mir hat es am Computer ganz schön gescheppert, ohne dass ich besonders aufdrehen musste. Hatte ich bisher bei keiner Musik (egal welches Genre) in der Form. Dabei klingt es sehr sauber.

Ist das Klassik? Wenn Glass (Neo) Klassik ist, dann Max Richter - Sleep auch, oder?
op111
Moderator
#32598 erstellt: 10. Nov 2025, 14:24

WolfgangZ (Beitrag #32595) schrieb:
Bei Glass pflege ich mein Vorurteil - schlicht weil es sich dann doch zu oft bestätigt hat.
...
In die Sauna gehe ich nicht Wolfgang

Hallo zusammen,

ich kann Wolfgang bei beidem nur zustimmen.
Und jegliche Hintergrundmusik ob Glass, Richter oder sonstige Muzak stört mich enorm.

2 Ausnahmen beim Minimalmusichören mache ich dennoch
gelegentlich/selten höre ich Koyaanisqatsi

und "Songs from Liquid Days" mag ich.
original aus dieser Box
Philip Glass (geb. 1937)

Songs from Liquid Days
+Auszüge aus Einstein on the Beach, Satyagraha, Akhnaten
Perry, Ronstadt, The Roches, Fowler, Kronos Quartet, Philip Glass Ensemble
Music On CD

jpc.de



Franz


[Beitrag von op111 am 11. Nov 2025, 12:44 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#32599 erstellt: 10. Nov 2025, 14:51
Nur kurz dazu nochmals von mir: Wer mich kennt weiss, dass ich kein sonderlicher Fan von Minimal Music bin. zB mit Steve Reich kann man mich jagen (bis auf wenige Ausnahmen). Glass ist wiederum unter den Minimalisten derjenige, der mir noch am ehesten liegt. Er hat eine gewisse Harmonie und Lyrik in seiner Musik. Wie Franz schätze ich die Musik zu Koyaanisqatsi (in geringen Dosen) und die Songs from Liquid Days. Die Etüden, die fast ausschliesslich die CD von Olafsson füllen, kannte ich nicht und war - wie gesagt - positiv überrascht. Die Stücke sind deutlich abwechslungsreicher in ihren Stimmungen (Beispiel die Etude No. 20, da glaubt man nicht, dass das von Glass ist) als ich dachte.

Und Sauna und Musik: Das finde ich sehr entspannend. Und man hat Zeit und Ruhe, zuzuhören. Und ich kann ja nicht immer nur Kitaro oder so was im Wellness-Bereich hören

Jetzt weiter in der o.g. Ligeti-Box mit dem Streichquartett No. 1 und den Bläserquintetten. Interessant !


[Beitrag von arnaoutchot am 10. Nov 2025, 15:12 bearbeitet]
WolfgangZ
Inventar
#32600 erstellt: 10. Nov 2025, 18:30
Übrigens finde ich den Film Koyaanisqatsi sehr reizvoll und die Musik passt pointiert dazu.

Es ist ja auch nicht so, dass die Musik von Glass per se nicht zunächst einmal originell gewesen wäre - quasi für wenige Kompositionen - und meines Erachtens unter Verzicht auf frühe Nummern wie das mit dem oberen Stockwerk - pardon, den genauen Titel bringe ich nicht zustande, besitze aber einen Mitschnitt vom Rundfunk auf Kassette.

Doch Glass blieb seiner abgezirkelten Schreibweise durch die Bank auf oft die platteste Art treu - und dann war halt leider irgendwann Schluss für mich. Da bräuchte es wesentlich mehr Vielfalt, Abwechslung und Reibungsfläche - vor allem Letztere hat mir eklatant gefehlt. Pop-Musik der simplen Art.

Sollte er mittlerweile spürbar interessanter geworden sein, habe ich das vielleicht nicht mehr so mitbekommen. Allerdings hatte ich bei dem neuen Streichquartett, in das ich vor kurzem mal hineinhören konnte, genau diesen Eindruck leider nicht.

Steve Reich halte ich vom Verfahren en detail her für bei weitem interessanter - aber man wird sich da streiten können. Das ist schon in Ordnung für mich.

Ja, man wird sich oft streiten können, auch bei Beethoven, op. 125 ...

Wolfgang


[Beitrag von WolfgangZ am 10. Nov 2025, 18:34 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#32601 erstellt: 10. Nov 2025, 20:14

WolfgangZ (Beitrag #32600) schrieb:
... aber man wird sich da streiten können.


Wir müssen uns doch nicht streiten ... es ist doch klar, dass wir verschiedene Auffassungen, Geschmäcker, Anlagen, Räume, Ohren usw. haben. Alles andere wäre ja langweilig. Wir können - und tun das hier meist - ruhig diskutieren ... und Du hast ja recht, Glass (und die meisten anderen Minimalisten) sind langweilig und haben sich nur wenig weiterentwickelt. Von Reich fand ich die Music for 18 Musicians zB grossartig, Drumming nervtötend. Und ich kann eben zB mit Pettersson nichts anfangen. Kein Grund für Streit
WolfgangZ
Inventar
#32602 erstellt: 10. Nov 2025, 22:11
Nein nein, der "Streit" war ganz allgemein gedacht im Sinne von Meinungsaustausch! Man kann sich manchmal streiten und tut es dann - hoffe ich doch - nur und genau in diesem Sinne.

Hier im Forum würde ich mich mit kaum jemand auf anderer Ebene streiten wollen - da nicht nötig. Und sollte das doch in seltenen Fällen sinnvoll sein, dann schaue ich mir mein Gegenüber genau an - denn in erster Linie muss ich an mich denken.
arnaoutchot
Moderator
#32603 erstellt: 11. Nov 2025, 10:07
Hier Marc-André Hamelins neuestes Werk: Found Objects - Sound Objects (Hyperion 2025). Es war zu erwarten, dass es Hamelin irgendwann langweilig werden würde, die bekannte klassische virtuose Literatur durchzudeklinieren. Nun hat er eine Platte mit eher experimentellen Stücken gemacht. Herausragend für mich die Plunderphonics von John Oswald in Tip oder das faszinierende Stück The Perilous Night für präpariertes Klavier von John Cage. 👍

jpc.de
Mars_22
Inventar
#32604 erstellt: 11. Nov 2025, 11:45
Ich habe die Platte auch schon im Einkaufswagen!
op111
Moderator
#32605 erstellt: 11. Nov 2025, 12:19
Hallo Michael,
danke für den Tip (Found Objects - Sound Objects)
der dazu führt, dass ich weiter verarme (monetär - nicht intellektuell).


Franz
arnaoutchot
Moderator
#32606 erstellt: 11. Nov 2025, 14:34
Bitteschön ! Was ist schon ein bisschen Geld gegen geistige Erbauung !

Leider ist das die CD eröffnende Zappa-Stück (Ruth is Sleeping) etwas schwach. Da hätte es wahrlich bessere Sachen im kompositorischen Katalog des Meisters gegeben. Aber sonst definitiv hörenswert.


Gestern lief auch noch diese hier: J S Bach - Partiten - András Schiff - ECM 2CD 2007. Mag sein, dass Artikulation und Verzierungen etwas freier sind als in seiner 1983er Aufnahme, aber ich fand den Klavierklang etwas hart, auch durch sein möglicherweise etwas pointierteres Spiel. Direkt verglichen habe ich es aber noch nicht. Auf hohem Niveau ist es jedenfalls.

jpc.de


[Beitrag von arnaoutchot am 11. Nov 2025, 14:42 bearbeitet]
boltwoodit
Stammgast
#32607 erstellt: 12. Nov 2025, 15:33
Na schön, jetzt "musste" ich mir doch glatt Max Richter "Sleep" selbst zu Weihnachten schenken, obwohl ich nichtmal einen Blu-Ray-Player habe, aber in meinem Alter schläft man ja eh nicht mehr durch (Nee, Danke für den Tipp!).

Ich bin seit gestern verliebt in Mahlers 6. Sinfonie und zwar in dieser Aufnahme:

amazon.de

Gustav Mahler, 6. Sinfonie (+ 1, 5 und 9), New Philharmonia Orchestra, John Barbirolli

Hach, ich glaube, erst jetzt habe ich die wenigstens ansatzweise begriffen und kann da auch so richtig "mitfiebern" (und mir am Ende ein Tränchen verdrücken ); habe ich bis jetzt wohl viel zu wenig beachtet, das Werk. Auf die Schnelle (langsamer wäre es aber wahrscheinlich auch nicht anders geworden) finde ich bei mir nur eine andere Aufnahme auf CD zum Vergleich, das CSO unter Solti in einer GA-Box; damals wegen der eher knalligen Einspielungen gekauft, aber gerade bei der 6. knallt die gar nicht wirklich, sondern wirkt (jetzt) etwas(!) "uninspiriert" auf mich; naja, vllt. auch alles nur eine Frage der Tagesstimmung ;). An die anderen Einspielungen auf Uralt-Ostblock-Schallplatten erinnere ich mich nicht mehr wirklich und kann sie jetzt auch nicht mehr vergleichbar hören, aber iwie hat mich die 6. bis jetzt nie wirklich vom Hocker gerissen; vllt. auch eine Frage des Lebensalters, bevor ich bereit für das Nachvollziehen der "Tragik" in der 6. war.

Die 1., 5. und 9. - die ebenfalls mit in der Box sind - fand ich auch sehr gut und dank 24 bit/196 kHz-Remastering der Aufnahmen aus den 60-ern auch ein Ohrenschmaus. Nur bei der 9. ist mir die Bühne teilweise zu breit - ich stand noch nie am Dirgentenpult und deshalb klingt es für mich unnatürlich

Viele Grüße
bolt
klutzkopp
Inventar
#32608 erstellt: 12. Nov 2025, 19:37
Hier läuft Carl Nielsens Dritte aus dem Ole Schmidt/LSO-Zyklus

amazon.de

Ich bin nun kein Nielsen-Experte, aber für mich kann diese wirklich tolle Musik nicht „richtiger“ und authentischer klingen als hier.


[Beitrag von klutzkopp am 12. Nov 2025, 19:39 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#32609 erstellt: 12. Nov 2025, 19:54
Vor genau zwei Jahren kamen diese beiden sehr guten Nielsen-Zyklen zu mir, Oramo und Luisi. Im November 2023 haben wir auch relativ viel darüber gesprochen hier im Thread. Leider kam ich bislang nicht wieder darauf zurück, die Symphonien lohnen sich aber.

IMG_5891


Ich habe aber aktuell meine Beschäftigung mit Andras Schiffs Bach noch etwas fortgesetzt. Gerade spielt er das Wohltemperierte Klavier Buch 1 & 2 (ECM 4CD 2012). Das ist ganz hervorragend und er kann sich damit gegen sich selbst in der früheren Decca-Aufnahme, Gould, Gulda und Koroliov in meiner Sammlung gut behaupten (wahrscheinlich habe ich das WTK auch noch öfter) ... das Spiel von Schiff ist prägnant, klar und frei von unnötigen Verzierungen ... superb !

op111
Moderator
#32610 erstellt: 12. Nov 2025, 20:11

arnaoutchot (Beitrag #32606) schrieb:
J S Bach - Partiten - András Schiff - ECM 2CD 2007. ... aber ich fand den Klavierklang etwas hart,

Hallo Michael,

Toningenieur war anscheinend Stephan Schellmann, der mir bisher v.a. von den Beethoven Sonaten als guter Tonmeister bekannt ist.
Dort kämpfte er gegen den in den Mitten nicht sauber zu stimmenden alten (Bösendorfer?) Flügel.
Ob das hier das selbe Instrument ist oder die Halle (Neumarkt: Reitstadl ) eine Rolle spielt?

Franz
arnaoutchot
Moderator
#32611 erstellt: 12. Nov 2025, 20:25
Ja, das ist möglich. Stephan Schellmann ist als Toningenieur angegeben. Ich kenne den Neumarkter Reitstadl nicht aus eigener Anhörung, obwohl das sehr nah ist von da, wo ich wohne. Und die Partiten sind eine Live-Aufnahme gewesen. Das WTK ist in 2011 auch von Herrn Schellmann im Auditorio Radiotelevisione Svizzera in Lugano aufgenommen, scheinbar ohne Publikum. Das ist auch klar und recht trocken, aber ohne Härten.

Um den Glass-Wahn noch auf die Spitze zu treiben, habe ich mir heute im Laden die Oper Akhnaten mal mitgenommen (Stuttgart State Opera Orchestra & Chorus, Dennis Russell Davies, CBS 2CD 1987). Hab noch nicht reingehört ... kennt das jemand ?

Mars_22
Inventar
#32612 erstellt: 12. Nov 2025, 20:41
Die eine Aufnahme eines Teils der Beerdigungsszene von Akhnaten finde ich eher anstrengend. Mag aber auch daran liegen, dass in meiner Aufnahme ein Synthi mitspielt.
Glass habe ich früher gerne beim Autofahren gehört, nun schon lange nicht mehr.

Edit: Das zweite Violinkonzert habe ich mit Gidon Kremer. Das spielt schon auf einem anderen Niveau als diese ewig repetitiven Sachen. Es ist teilweise bezaubernd! Dafür geht ihm das Sommerbrisen-Leichte und Verspielte jener „Glassworks“ ab.

amazon.de


[Beitrag von Mars_22 am 12. Nov 2025, 20:59 bearbeitet]
WolfgangZ
Inventar
#32613 erstellt: 12. Nov 2025, 21:09
@ Nielsen - @ Klutzkopp

Wer ist schon wann und wo Experte?

Aber ich habe auch mal gehört, dass Ole Schmidt einer der wahrlich authentischen Nielsen-Spezialisten sei. Ich kenne die Aufnahmen nicht und hätte eigentlich keinen Bedarf mehr, indes juckt es mich schon wieder ein wenig ...

Wolfgang
klutzkopp
Inventar
#32614 erstellt: 12. Nov 2025, 21:19
Nielsen/Schmidt soll bei den drei Buchstaben ab Ende Januar wieder lieferbar sein - 14,99 € 😉

Ich habe außerdem die GAs von Schonwandt und Blomstedt/SFSO und mir gefallen die alle. Könnte nicht sagen welche für mich die insgesamt beste ist. Aber das muss ich ja auch nicht.

Gruß, auch Wolfgang


[Beitrag von klutzkopp am 12. Nov 2025, 21:21 bearbeitet]
WolfgangZ
Inventar
#32615 erstellt: 12. Nov 2025, 21:24
Ah, danke dem Namenskollegen!

Denn ich habe sie tatsächlich bei der anderen Firma mal abgelegt. Nicht wesentlich, aber teurer! Eigentlich nicht so der Normalfall - abgesehen, dass die Firmen nun nicht in gleicher Weise Unterstützung verdienen. Doch oft gilt halt: Woss nitzt!?

Wolfgang
arnaoutchot
Moderator
#32616 erstellt: 12. Nov 2025, 21:25

Mars_22 (Beitrag #32612) schrieb:
Die eine Aufnahme eines Teils der Beerdigungsszene von Akhnaten finde ich eher anstrengend.


Habe jetzt mal mit dem ersten Akt von Akhnaten begonnen und bin positiv überrascht. Die modern-minimalistische Musik kontrastiert mE gut mit dem archaischen ägyptischen Setting. Vokal sind die gesungenen Passagen meist im Chor und nicht enervierende Solisten. Natürlich bewegt sich musikalisch nicht allzu viel fort, es kommen immer wieder ähnliche bombastische Choräle ... zumindest wäre das wahrscheinlich besser geeignet für meine Sauna am Sonntag als die Etüden gewesen.

Und ja, das Violinkonzert von Glass ist schön, das kenne ich auch mit Gideon Kremer. 👍
klutzkopp
Inventar
#32617 erstellt: 12. Nov 2025, 21:27
Die Instrumentalkonzerte von Nielsen sind übrigens auch hörenswert, allen voran das VK, z.B. mit Frau Frang :

amazon.de
Mars_22
Inventar
#32618 erstellt: 13. Nov 2025, 05:32
Bei mir kommt das Violinkonzert nicht von der Vilden Frang, sondern vom Sepp Schneider, oder Szeps-Znaider, was die dänische Variante ist. Vermute ich Und weil den Sepp keiner kennt, darf er nur ein Stück spielen, und es darf noch jemand mit Flöte und einer mit Klarinette ran und Nielsen spielen. Das ist gut, denn schon wieder das Tchaikovski hätte ich nicht gebraucht. Und der Sepp kann das auch ganz schön vild, wenns nötig ist. Und lyrisch kann er auch. Schönes Stück!

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[Beitrag von Mars_22 am 13. Nov 2025, 07:47 bearbeitet]
klutzkopp
Inventar
#32619 erstellt: 13. Nov 2025, 10:14
Jo mei, der Sepp
G.S.Torrente
Ist häufiger hier
#32620 erstellt: 13. Nov 2025, 10:16

klutzkopp (Beitrag #32617) schrieb:
Die Instrumentalkonzerte von Nielsen sind übrigens auch hörenswert, allen voran das VK, z.B. mit Frau Frang :

Interessant, die ist zufällig gerade im Zulauf an mich. Die Vorfreude steigt. Frau Frangs Spiel vereint viele musikalische Tugenden auf hohem Niveau, "Vild-heit" gehört sicher nicht dazu.
Was den Herrn Szeps-Znaider betrifft, kann (oder will!) halt nicht jeder begabte Solist einen Exklusivvertrag bei einem namhaften Label bekommen, was nachaltig für Bekanntheit sorgen würde. Dafür ist er jedenfalls bei uns im Norden sehr regelmäßig bühnenpräsent. Wir* hatten ihn in Hamburg mehrfach als Solisten, Konzertmeister und Dirigenten.


Torrente

* unser Hausorchester beim NDR mit mir im Publikum
WolfgangZ
Inventar
#32621 erstellt: 13. Nov 2025, 13:25
Doch doch, Nikolaj Znaider war mir schon ein Begriff - auch bevor ich mir die CD mit den Nielsen-Konzerten zugelegt habe. Die sind alle drei reizvoll, wobei das Flötenkonzert mit Abstand das bekannteste sein dürfte.

Wolfgang
klutzkopp
Inventar
#32622 erstellt: 13. Nov 2025, 13:53
Diese CD

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enthält auch alle drei Konzerte und kann mMn bedenkenlos empfohlen werden.
Mars_22
Inventar
#32623 erstellt: 13. Nov 2025, 16:01

G.S.Torrente (Beitrag #32620) schrieb:

Was den Herrn Szeps-Znaider betrifft,

Danke für die Ergänzungen zu Znaider. Man beachte die Uhrzeit meiner Auslassung, es war 5.30 und ich kämpfte mich gerade zurück in die Realität. Selbige habe ich mir so geschrieben, wie sie mir gefiel.
Mars_22
Inventar
#32624 erstellt: 13. Nov 2025, 16:38
Bach trat 1717 in einem Wettbewerb um die Dresdner Organistenstelle gegen Jean-Louis Marchand an, der nach dem einleitenden Cembalo-Battle, das Bach mit seinen englischen Suiten bestritt, noch vor dem geplanten Orgel-Battle, aus der Stadt davonmachte.
Bei mir trat Angela Hewitt mit der 2. englischen Suite gegen Ivo Pogorelich an und verlor, ohne aus der Stadt fliehen zu müssen. Aber wie Pogorelich im Gewuhl die Contenance und den sanften Anschlag behält, gefällt mir doch besser als Hewitt, die mit Mikrophrasierungen einige Unruhe in ihr Spiel bringt, ohne irgendwas zu gewinnen. Wobei, in den langsamen Sätzen sind diese Phrasierungen herzig, und insgesamt ist auch ihre Einspielung sehr schön - sowie vollständig, während Pogorelich nur die Suiten 2&3 hat..

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G.S.Torrente
Ist häufiger hier
#32625 erstellt: 13. Nov 2025, 18:03

Mars_22 (Beitrag #32623) schrieb:

G.S.Torrente (Beitrag #32620) schrieb:

Was den Herrn Szeps-Znaider betrifft,

Danke für die Ergänzungen zu Znaider.

Ein rundum sympathischer Musiker.


Mars_22 (Beitrag #32623) schrieb:
Man beachte die Uhrzeit meiner Auslassung, es war 5.30 und ich kämpfte mich gerade zurück in die Realität. Selbige habe ich mir so geschrieben, wie sie mir gefiel.

Nichts für ungut. Der Pedant in mir konnte sich mal wieder nicht zurückhalten.

Bei mir lief gerade eines der Brahms-Requien, nicht das stärkste in meiner Sammlung, aber lange nicht gehört und daher einer Auffrischung der Erinnerung wert:

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Brahms: Ein deutsches Requiem
Julia Borchert, Michael Volle, Kammerchor Stuttgart, Klassische Philharmonie Stuttgart, Frieder Bernius / Carus, Live 1997

Über Jahrzehnte hinweg habe ich bewundernd die Entwicklung des Stuttgarter Kammerchores verfolgt mit seinem lupenreinen Gesang, der alle Nuancen wunderbar auszugestalten und mir oft genug die Nackenhaare aufzustellen imstande ist, sowie seines Gründers und Leiters Frieder Bernius, der hier insgesamt forsche Tempi vorgibt, aber auch Raum fürs Innehalten gewährt, wo es sich anbietet.
Bariton Michael Volle ist für mich ein idealer Interpret dieses Soloparts, während der helle Sopran der seinerzeit noch sehr jungen Julia Borchert jugendlich strahlen darf, mit leichten Abstrichen im Tonansatz.
Leider hat man den Chor aus ziemlich weiter Distanz aufgenommen, dadurch fehlt ihm das Zupackende. Die Gestaltung überlässt er für meinen Geschmack viel zu oft dem Orchester. Zudem fehlt es der Aufnahme insgesamt an dynamischen Kontrasten -- mal abgesehen von den wunderbar präsenten Pauken, nicht nur im Trauermarsch. Gewiss, es handelt sich um eine Liveaufnahme, aber das sollte einen Markus Heiland (Tritonus) doch nicht vor unlösbare Aufgaben stellen? Angesichts der erdrückenden Zahl gelungener Einspielungen gibt es von mir 7/10.


Torrente
Mars_22
Inventar
#32626 erstellt: 13. Nov 2025, 19:07
Von Bernius erscheint demnächst „Nacht und Träume“, was mich interessiert. Ich bin mir über seinen Stellenwert durchaus bewusst, habe aber nichts in meiner Bibliothek. Welches ist dein Highlight mit Bernius und dem Stuttgarter Kammerchor?
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