| HIFI-FORUM » Musik » Klassik » Was hört ihr gerade jetzt? (Klassik !!!) | |
Gehe zu Seite: |vorherige| Erste ... 300 .. 400 .. 500 .. 600 .. 630 . 640 . 650 . 660 . 664 665 666 667 Letzte
|
|
||||
Was hört ihr gerade jetzt? (Klassik !!!)+A -A |
||
| Autor |
| |
|
arnaoutchot
Moderator |
#33578
erstellt: 21. Mai 2026, 19:31
|
|
|
Puh, ich glaube, da müsste man mir ganz schön viel Geld zahlen, dass ich mir so was wie die Passagierin freiwillig anhöre ... Aber hier etwas, bei dem einige das gleiche sagen werden: Karlheinz Stockhausen - Strahlen für einen Schlagzeuger und 10-kanalige Tonaufnahme - ZKM/Institut für Musik und Akustik - Wergo DVD-Video Mehrkanal 2009/2018. Das Stück ist 3x mal auf der DVD, in Mehrkanal (5.0) und zwei verschiedenen binauralen Kopfhörer-Versionen (Kunstkopf und Head-Related Transfer). Musikalisch ist es faszinierend, eine surreale Klangwelt aus Vibraphon und elektronischen Sounds. Einiges von Kraftwerk oder Björk ist da gar nicht weit entfernt davon. Zuvor hatte ich den neuen Atmos-Mix von Kraftwerk Radio-Activity laufen, siehe hier.
|
||
|
Hüb'
Moderator |
#33579
erstellt: 22. Mai 2026, 14:04
|
|
![]() Bohuslav Martinů(1890-1959) Symphonien Nr. 1-6 Bamberger Symphoniker, Jakub Hrusa 3 CDs DGG, Aufnahmejahr ca.: 2025, Erscheinungstermin: 15.5.2026 Die Veröffentlichungspolitik von Universal scheint ja noch CDs vorzusehen... Es wundert dennoch, dass gerade die aus der Mainstream-Perspektive nur mäßig attraktiven Martinů-Sinfonien produziert werden, wo es an guten Einspielungen nicht mangelt. Martinůs 1. Sinfonie entstand im amerikanischen Exil und spiegelt die Unruhe ihrer Zeit wider: Die Musik wirkt nervös, motorisch und modern-kantig, verzichtet weitgehend auf spätromantisches Pathos. Typisch für Martinů ist der transparente Klang aus rhythmischer Energie, scharfen Bläsern und hellen Streichern, der böhmische Traditionen mit französischer Klarheit und amerikanischer Weite verbindet. Während der erste Satz drängend voranschreitet, bleibt der langsame Satz herb und unsentimental nachdenklich. Das Finale zieht das Tempo wieder an und wirkt entschlossen, aber ohne triumphierenden Ausdruck. Die 2. Sinfonie ist im Vergleich dazu zugänglicher, heller und lyrischer, ohne dabei harmlos zu wirken. Sie ist klassizistisch schlank, formal übersichtlich und ökonomisch instrumentiert. Statt großer Gesten überzeugen hier Eleganz und kluge Proportionen. Auf einen federnden Kopfsatz folgt ein von unaufdringlicher Melancholie geprägter langsamer Satz. Das Scherzo zeigt Martinůs typisch rhythmische Raffinesse durch leicht verschobene, tänzerische Akzente, bevor ein vitales Finale das Werk abschließt. Bei den Bamberger Symphonikern unter Jakub Hrůša ist dieses Repertoire bestens aufgehoben. Martinůs Musik verlangt präzisen, rhythmischen Biss und Transparenz sowie das richtige Gespür für böhmische Untertöne – zu schwerfällig gespielt verliert sie ihren Reiz, zu glattpoliert wird sie belanglos. Während die Erste die strengere, spannungsvollere Sinfonie ist, zeigt sich die Zweite leuchtender und gelöster. Die anfängliche formulierte Kritik an der Notwendigkeit der Veröffentlichung muss man aus meiner Sicht relativieren. Es wäre schade gewesen, wenn diese Deutungen nicht aufgezeichnet worden wären. Scheint mir durchaus eine Interpretation zu sein, die ganze vorne mitspielt, im Wettbewerb. Viele Grüße Frank [Beitrag von Hüb' am 22. Mai 2026, 14:05 bearbeitet] |
||
|
|
||
|
klutzkopp
Inventar |
#33580
erstellt: 22. Mai 2026, 15:05
|
|
|
Hier gibt’s auch Martinu mit dem Bambergern, allerdings mit Neeme Järvi (sehr günstig bei Discogs geschossen): ![]() Daraus die Vierte. Der Komponist ist neu bei mir und nicht gerade leichte Kost. Muss ich wahrscheinlich öfter hören. [Beitrag von klutzkopp am 22. Mai 2026, 15:19 bearbeitet] |
||
|
WolfgangZ
Inventar |
#33581
erstellt: 22. Mai 2026, 15:13
|
|
|
Hallo, Frank! Trotz Järvi (Bamberg) und Meister (ORF) liebäugle ich auch noch mit Hrusas neuer Integrale der Sinfonien aus den Vierzigern (und einer Nachzüglerin). Ich höre Martinu gern und recht oft, wobei die Sinfonien mir eigentlich nicht als zentral erscheinen. Hrusa hingegen habe ich in Bamberg schon mehrfach erlebt und zweifellos sind diese Sinfonien bei ihm besonders gut aufgehoben. So kenne ich die von Dir auch kurz besprochene Zweite mittlerweile aus einem Konzert im Keilberth-Saal. Interessant ist hier die Rolle des Orchesterklaviers, das Martinu sehr gerne einsetzt in seiner sinfonischen Musik - und auch sonst mehrmals echt solistisch außerhalb der fünf oder sechs auch so deklarierten Klavierkonzerte. Der Pianist, der dann wohl von außen kam, wurde nicht eigens benannt, was in Ordnung sein mag. - Naja, nicht ganz, denn den regulären Programmen kann man stets alle verbeamteten Musizierenden entnehmen, woraus freilich nicht folgt, wer auftritt und wer nicht. Gut, er durfte separat aufstehen - das Mindeste, wie ich meine. Fazit: Ich nehme an, dass Du mir von einer Anschaffung nicht abraten willst. Ganz sicher bin ich mir nicht, denn die Musik ist jetzt unterschiedlichen Sichtweisen in ihrer Neo-Haltung [ ] nicht gar so zwingend unterworfen ... Wolfgang |
||
|
WolfgangZ
Inventar |
#33582
erstellt: 22. Mai 2026, 15:26
|
|
|
Klutzkopp-Wolfgangs Beitrag sehe ich erst jetzt. Mach ruhig weiter mit Martinu - wie oben gesagt, halte ich auch anderes von ihm für noch einmal pfiffiger! So schwer ist die Musik wirklich nicht zu hören! Es wird Dir vielleicht auffallen, dass sie nicht frei ist von Ähnlichkeit [ ], kein Wunder angesichts seiner umfangreichen Werk-Liste. Über die Jahrzehnte sind dennoch unterschiedliche Tendenzen zu bemerken und für mich ist es auch immer von Reiz, wenn ich bei einem mir neuen Werk den Komponisten gut erkennen kann. Woran es liegt, zu beschreiben, ist dann stets die größere Kunst! Hier zwei Tipps - wenn ich offene Türen einrenne, macht das ja auch nichts. Seine Kammermusik finde ich am reizvollsten. Die 20er Jahre sind - wie oben auch angedeutet - ein wenig anders gepolt. Doch der Personalstil ist da! ![]() Auf dieser CD, die ich noch nicht einmal kenne, sind das gemeinte Flötentrio und die berühmte Küchenrevue sogar vereint. Wenn es Dich sehr interessiert, kann ich Dir meine - getrennten, aber bei der Revue mehrfach vorhandenen Einspielungen - oder je eine, die mir gefällt nennen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass diese BIS-Produktion etwas anderes ist als wirklich gut! Wolfgang |
||
|
Hüb'
Moderator |
#33583
erstellt: 22. Mai 2026, 16:26
|
|
|
Ja, das integrierte Klavier lässt aufhorchen. Ich würde dir absolut zuraten. Selbst habe ich via Streaming gehört. Klassik-Tonträger werde ich wohl nicht mehr erwerben. Ist schon zuviel von allem da. |
||
|
FabianJ
Inventar |
#33584
erstellt: 23. Mai 2026, 08:39
|
|
|
Oh nein, Frank ist zur dunklen Seite der Macht, die der Streamer gewechselt! ![]() Schon letzten Sonntag angehört: ![]() Hugo Kaun (1863-1932) Sinfonie Nr. 3 e-Moll op. 96 Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin - Dirigent: Jonathan Stockhammer Aufnahme (Album): 31. Mai - 3. Juni 2022, Saal 1, Haus des Rundfunks, Berlin Zwar ein Zeitgenossen von Mahler, Nielsen und Sibelius, ich würde seine Musik stilistisch aber eher ein paar Jahrzehnte früher einordnen. Sie steht Schumanns Sinfonien näher als denen von Mahler, aber Hugo Kauns Musik ist eigenständig. Die Sinfonie hat mir gefallen. Bei mir sind beim ersten Anhören zwar keine Melodien im Gedächtnis hängengeblieben, aber die Musik ist sehr gekonnt instrumentiert und über die ganzen knapp 50 Minuten kam bei mir keine Langeweile auf. Das werde ich mir wieder anhören. Die Musiker machen Ihr Sache sehr überzeugend. Klanglich gibt es ebenfalls nichts zu meckern. BTW: Es gibt auch eine hörenswerte CD mit Kammermusik des Komponisten mit dem Berolina Ensemble. Gestern Abend angehört: ![]() Bohuslav Martinů (1890-1959) Sinfonie Nr. 1 H. 289 Scottish National Orchestra (Konzertmeister: Edwin Paling) - Dirigent: Bryden Thomson Aufnahme (Sinfonie Nr. 1 u. Nr. 5): 17. und 19. April 1990, Caird Hall, Dundee, Schottland David Hurwitz scheint von Jakub Hrůšas Aufnahme der 6 Sinfonien ebenfalls sehr angetan zu sein. Ich kenne diese Einspielung noch nicht, werde sie mir aber wahrscheinlich zulegen. Das wäre ja schließlich erst mein dritte Zyklus von Martinůs Sinfonien. Er hatte ja auch vor ein paar Jahren, ebenfalls in Bamberg, zusammen mit dem Pianisten Ivo Kahánek Martinůs viertes Klavierkonzert zusammen mit dem von Dvořák eingespielt. Das Album mag ich sehr, ich hoffe mal, die machen noch weitere Aufnahmen zusammen, vorzugsweise von weiteren Martinů-Klavierkonzerten. ![]() Gestern hörte ich mir aber zunächst einmal Bryden Thomsons Einspielung an. Klanglich für ihr Alter top, musikalisch - meiner Meinung nach - ebenfalls. Ich schätze Byrden Thomsons Aufnahme der Vaughan Williams-Sinfonien sehr, aber Martinů lag ihm vielleicht noch mehr. Beim Label Chandos scheint man das auch gewusst zu haben und hat das Set 2x veröffentlicht. Leider scheinen beide Böxchen inzwischen gestrichen zu sein... Mit freundlichem Gruß Fabian [Beitrag von FabianJ am 23. Mai 2026, 08:41 bearbeitet] |
||
|
WolfgangZ
Inventar |
#33585
erstellt: 23. Mai 2026, 11:30
|
|
|
Hallo, Fabian! Das vierte Klavierkonzert mit Ivo Kahabek habe ich in Bamberg sogar live gehört. Gekauft habe ich es mir nicht, aber es wäre ja nicht zu spät dafür. WolfgangPardon, er heißt in der Tat Kahanek. Da war ich die ganze Zeit im Irrtum. Merkwürdig ... [Beitrag von WolfgangZ am 23. Mai 2026, 11:34 bearbeitet] |
||
|
klutzkopp
Inventar |
#33586
erstellt: 24. Mai 2026, 19:09
|
|
|
Mars_22
Inventar |
#33587
erstellt: 24. Mai 2026, 20:03
|
|
|
Das sind wahrscheinlich dieselben Aufnahmen die ich habe. Steht dabei, aus welchem Jahr die sind? |
||
|
Princeofcrime
Ist häufiger hier |
#33588
erstellt: 24. Mai 2026, 20:46
|
|
|
klutzkopp
Inventar |
#33589
erstellt: 24. Mai 2026, 20:57
|
|
Die Stereoaufnahmen sind von 1957 bis Mitte der 60er, es gibt auch nur diesen einen kompletten Klemp-Zyklus. Die Monos von ## 3, 5 und 7 sind älter. |
||
|
Hörstoff
Inventar |
#33590
erstellt: 24. Mai 2026, 21:07
|
|
|
Es läuft eine audiophile (BIS SACD) Preziose des Komponisten Tan Dun - derzeit noch das erste Violinkonzert Rhapsody And Fantasia von Eldbjørg Hemsing (Geige) mit dem Oslo Philharmonic Orchestra und ihm selbst als Dirigenten. Seine chinesische Herkunft - immerhin hat er in Peking Komposition studiert - lässt sich ob der in westlichen Ohren stellenweise etwas süßlich wirkenden Melodien und Glissandi, sowie gelegentlicher exotischer Klangereignisse durchaus heraushören. Angesichts des erstklassigen Niveaus der Komposition und der kongenialen Umsetzung durch Solistin und Orchester ist dies eine tolle Möglichkeit, Zugang zu der eigenen Welt des im besten Sinne postmodernen Komponisten in ihrem breiten Spektrum und in ihren vielfältigen Spannungsbögen zu erhalten. Meine Empfehlung. ![]() [Beitrag von Hörstoff am 24. Mai 2026, 21:13 bearbeitet] |
||
|
FabianJ
Inventar |
#33591
erstellt: 24. Mai 2026, 23:48
|
|
|
Gerade angehört: ![]() Georg Friedrich Händel (1685-1759) Acis and Galatea (1718) Galatea: Susan Hamilton (Sopran), Acis: Nicholas Mulroy (Tenor), Damon: Thomas Hobbs (Tenor), Coridon: Nicholas Hurndall Smith (Tenor), Polyphemus: Matthew Brook (Bassbariton) - Dunedin Consort & Players: Lucy Russell (Violine I), Ruth Slater (Violine I), Jean Paterson (Violine II), Sarah Bevan Baker (Violine II), Christopher Suckling (Violoncello), Anna Holmes (Violoncello), Timothy Amherst (Kontrabass), Patrick Denecker (Blockflöte), Catherine Latham (Blockflöte/Oboe), Alexandra Bellamy (Oboe), Zoe Shevlin (Fagott) - Leitung: John Butt (Cembalo) Aufnahme: 29. April - 2. Mai 2008, Greyfriars Kirk, Edinburgh, Schottland Ich schätze Händels frühe italienische Kantaten sehr. Das Szenario von der Liebe zwischen dem jungen Hirten Acis und der Nymphe Galatea sowie von dem grobschlächtigen Zyklopen Polyphemus, der ebenfalls (s)ein Auge auf Galatea geworfen hat, hatte Händel schon in Italien zu einer längeren Kantate verarbeitet. Das Thema griff er in diesem englischsprachigen Werk wieder auf. Ich bin mir nicht sicher, ob das Werk eine Serenata oder ein Pastoral-Oper oder wasauchimmer ist, es ist jedenfalls äußerst kurzweilig, enthält viele schöne Arien und ein paar eindrucksvolle Chorstücke. Am Abend eines sonnigen Tages, wie heute, kann man sich das gut anhören. Die Sänger sind top, das begleitende Instrumentalensemble ebenfalls, wobei ich besonders die erstklassigen Holzbläser hervorheben möchte. Mit freundlichem Gruß Fabian |
||
|
arnaoutchot
Moderator |
#33592
erstellt: 25. Mai 2026, 08:44
|
|
Jedenfalls schien Mozart dieses Werk so wichtig zu sein, dass er neben dem Messias von Händel auch Acis und Galatea arrangierte. Eine komplette Version enthält die Mozart 225 Box, die ich aber - muss ich gestehen - noch nicht gehört habe. Hier eine Kuriosität: Das Label der Berliner brachte Kirill Petrenko/BPO mit Barbers Adagio als Single heraus (ja, so etwas gibt es im Zeitalter des Streaming wieder ! ) Das lebensbejahende Cover (oder besser illustrierende Bild, Cover gibt es beim Streaming nicht mehr so wirklich) finde ich ja schon wieder grenzwertig. Trotzdem wünsche ich einen sonnigen Pfingstmontag ! ![]() |
||
|
FabianJ
Inventar |
#33593
erstellt: 25. Mai 2026, 15:14
|
|
|
Ich höre mir gerade das „Adagio for strings" mit Eugene Ormandy und dem Philadelphia Orchestra an. Ich glaub, Petrenkos Einspielung brauche ich nicht unbedingt. Die hier reicht eigentlich. ![]() Mozarts Bearbeitung von „Acis and Galatea" kenne ich nicht, auch nicht seine Bearbeitung des Messiah, aber das Sujet scheint damals einige Komponisten inspiriert haben. Auch von Lully gibt es eine Oper über Acis, Galatea und Polyphemus. ![]() Vorgestern angehört: 2x Stabat Mater ![]() Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736) Stabat Mater Solisten: Valer Barna-Sabadus (Countertenor), Terry Wey (Countertenor) - Neumeyer Consort - Dirigent: Michael Hofstetter Aufnahme: März 2011 ![]() František Ignác Tůma (1704-1774) Stabat Mater Collegium Vocale 1704: Hana Blažíková (Sopran), Kamila Mazalová (Alt), Marta Fadljevičová (Alt), Václav Čížek (Tenor), Čeněk Svoboda (Tenor), Tomáš Král (Bass), Jaromír Nosek (Bass) - Collegium 1704: Helena Zemanová (Violine), Jana Chytilová (Violine), Libor Mašek (Violoncello), David Sinclair (Kontrabass), Pablo Kornfeld (Positiv), Jan Krejča (Theorbe) - Dirigent: Václav Luks Pergolesis Stabat Mater kenne ich nicht so gut, wie ich es bei einem so zentralen Werk vermutlich kennen sollte. Es hat mir sehr gefallen. Die Sänger sind sehr gut, die Instrumentalbegleitung geschmackvoll. Allerdings frage ich mich, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, zumindest einen der Countertenöre durch eine Sopranistin auszutauschen? Wenn die beiden Sänger von der Stimmlage weiter auseinanderlägen, würde es der Musik noch etwas zusätzliche Würze geben. Das Stabat Mater von František Ignác Tůma ist in etwa halb so lang wie Pergolesis Werk und weniger opernhaft, sondern eher kontemplativ. Muss man das Werk kennen? Weiß nicht, aber mir hat es durchaus gefallen. Was Vertonungen des Stabat Mater angeht, so ist nach wie vor die von Luigi Boccherini mein Favorit, vorzugsweise in der Version für Sopran und Streichquintett in der Einspielung von Agnès Mellon und dem Ensemble 415. Ergreifender kann man den Text kaum in Musik gießen. Mit freundlichem Gruß Fabian |
||
|
Hörstoff
Inventar |
#33594
erstellt: 25. Mai 2026, 17:41
|
|
|
Es flirrt und zieht reichlich, was die Komponisten der Jahrhundertwende (19./20. Jhd.) Georgy Catoire und Ignaz Friedman in ihre Moll-Klavierquintette gepackt haben. Für eine emotionale Setzung sehr zu empfehlen. Verführerisch guided Streichmusik durch die Blumenwiese am Kaffeehaus vorbei ums Eck in die Schänke... Sie haben sich keinen Quintett-Namen verpasst: die InstrumentalistInnen sind Nils-Erik Sparf, Ulf Forsberg (Geigen), Ellen Nisbeth (Bratsche), Andreas Brantelid (Cello) und Bengt Forsberg (Klavier). Review |
||
|
boltwoodit
Stammgast |
#33595
erstellt: Gestern, 13:23
|
|
|
Bei meiner beginnenden Beschäftigung mit Mieczyslaw Weinberg habe ich unter anderem die hier gehört: ![]() Mieczyslaw Weinberg, Chamber Music for Woodwinds, diverse Interpreten, CPO, 2012 Bei Weinberg geht es mir so, dass ich mich da erst eine Weile „einhören“ muss; noch dazu ist hier ja auch mein Angstgegner Klavier als zweites Instrument stark mit vertreten, deshalb nur ein paar Worte zur Sonate für Fagott solo und das herrliche Trio für Flöte, Bratsche und Harfe. Die Sonate für Fagott (1981) hat sich mir, als ziemlichem Neuling bei „moderner“ Fagottmusik, noch immer nicht ganz erschlossen. Sie ist zwar weder irgendwie schrill oder dissonant, geschweige denn, dass das Fagott hauptsächlich knarzen oder „furzen“ würde, aber ich habe den „roten Faden“ darin noch nicht gefunden (vllt. habe ich auch eine vollkommen falsche Vorstellung von moderner Musik); interessant klingt sie für mich auf jeden Fall.Als ein wirkliches highlight empfinde ich hingegen das Trio für (Quer-) Flöte, Bratsche und Harfe (Ende der 1970-er; genauere Angaben habe ich erstmal nicht gefunden); allein dafür hat sich für mich der Kauf der CD wirklich schon gelohnt. Es erschließt sich recht leicht in seiner (für mich typischen) Weinberg-Mischung aus Farbigkeit, „Pep&Drive“, Melancholie und hier wirklich Witzigkeit (allein schon die Zusammenstellung der Instrumente – herrlich); die Flöte tiriliert nicht nur so vor sich hin, die Bratsche klagt nicht nur, versucht aber auch keine Geige zu sein und die Harfe…herrlich, mal fast in Cembalonähe, dann könnte es fast auch eine Gitarre sein oder ein Klavier und dann wieder eben doch eine „klassische Harfe“…und das alles so miteinander verbunden, dass es mir ein Riesenvergnügen ist, da zuzuhören; von mir aus könnte das Stück auch eine Stunde lang sein *hachz*. Den Klang der CD finde ich (CPO-typisch) unaufgeregt klar und detailliert. Viele Grüße bolt |
||
|
WolfgangZ
Inventar |
#33596
erstellt: Gestern, 14:39
|
|
|
Grüß Dich, Meister Bolt! Bei Weinberg kann ich nicht mit sonderlich viel dienen, finde aber das Cellokonzert mit Abstand am reizvollsten. Die von Dir gehörte CD kenne ich nicht, an Kammermusik wohl nur ein einziges Streichquartett. Dein Lob steckt freilich an! Er ist in den letzten Jahrzehnten markant ins Zentrum gerückt, da komme ich nicht hinterher. Ähnlich wie man jetzt komponierende Frauen rasant entdeckt. Da schaffe ich das sogar eher, habe aber in beiden Fällen jetzt auch keine Sammelwut entwickelt - so wie unter gewissen nicht ganz erstrangigen, aber eben auch keineswegs zweitrangigen Namen sehr wohl: Nennen wir Milhaud, Poulenc, Villa-Lobos und ein paar mehr. Aber eigentlicher Grund meiner Frage: Warum ist das Klavier Dein "Angstgegner"? Bei mir ist es trotz allem das am häufigsten gehörte Instrument - in Solokonzerten, in Kammermusik, nicht einmal primär solistisch, aber da wird es auch mehr. Doch vielleicht ist das der Bezug zum "Angstgegner" und dann hätten wir vielleicht den gleichen. Als ich vor fünfzig Jahren auf dem Höhepunkt meines Könnens stand, habe ich selten mal was für Klavier solo vom Rundfunk mitgeschnitten oder eine LP gekauft. Jetzt höre ich deutlich mehr solche Nummern, auch von den damals von mir geklimperten neben immer für mich unerreichbaren freilich - und spielen kann ich dafür nicht mehr viel. Wolfgang [Beitrag von WolfgangZ am 27. Mai 2026, 14:40 bearbeitet] |
||
|
boltwoodit
Stammgast |
#33597
erstellt: Gestern, 17:56
|
|
|
Zurückgrüße Meister Wolfgang! Man kann sich das Trio (op. 127) z.B. auch auf yt anhören; geht bestimmt auch iwo zu streamen...vllt. kann dich meine Begeisterung ja etwas anstecken. Villa-Lobos (und Luis H. Salgado) stehen auch noch auf meiner Wunschliste; naja. Der Grund, warum ich Klavier als meinen "Angstgegner" bezeichne ist sehr viel profanerer Natur (ich kann nicht Klavier spielen, nur ein bißchen(!) Gitarre) - gerade dessen hohen Töne, noch dazu wenn sie nicht in ein Orchster eingebunden sind, verursachen mir meist Ohrenschmerzen; nahezu unabhängig von der Lautstärke. Sehr wahrscheinlich sind meine Ohren "kaputt" bzw. reagieren auf bestimmte Frequenzen sehr empfindlich; ich schiebe das auf Jugenddummheit(en) in ranzigen Proberäumen und habe die Becken in Verdacht; ist eventuell auch psychosomatisch (Ohren geschädigt, bestimmte Frequenzen treffen mit der entsprechenden Intensität auf die Hör-Härchen und das Gehint sagt: nee du, so du machst nur noch mehr kaputt und damit du davor "wegrennst" mache ich dir jetzt mal Ohrenschmerzen ; billige Küchenpsychologie, ich weiß :)). Geht mir bei Geige manchmal(!) ähnlich, aber da scheint die Intensität eine andere zu sein; selbst hohe Flötentöne machen mir in dieser Hinsicht nichts/nur sehr wenig aus.So, genug geheult - zum Glück gibt es für mich ja noch viel schöne Musik zu entdecken/zu vertiefen; auch und gerade wegen euch Kennst du zufällig die op-Nr. des von dir erwähnten Cellokonzertes? Die Cello-Sonaten von Weinberg habe ich ja zum Glück vollständig, aber vllt. ist "dein" Weinberg-Cello-Konzert ja ein anderes... Viele Grüße bolt |
||
|
WolfgangZ
Inventar |
#33598
erstellt: Gestern, 18:32
|
|
|
arnaoutchot
Moderator |
#33599
erstellt: Gestern, 18:37
|
|
|
Hier nochmals Schumann, ich hatte sie vor gut einem Jahr hier schon mal gehört. Sie hat es aber verdient, nochmals aufgelegt zu werden. |
||
| ||
|
|
||||
Gehe zu Seite: |vorherige| Erste ... 300 .. 400 .. 500 .. 600 .. 630 . 640 . 650 . 660 . 664 665 666 667 Letzte
| Das könnte Dich auch interessieren: |
|
Was hört Ihr Klassik-Fans gerade jetzt, wenn ihr mal keine Klassik hört? Hüb' am 27.08.2010 – Letzte Antwort am 08.01.2024 – 575 Beiträge |
|
Stilblüten aus der Klassik - Kritiken und mehr Hüb' am 01.08.2008 – Letzte Antwort am 11.08.2008 – 5 Beiträge |
|
Wie hört Ihr unterwegs Klassik? cd, mp3, ? Wilke am 08.05.2006 – Letzte Antwort am 03.11.2006 – 34 Beiträge |
|
Klassik-Radio unbegrenzt Marthaler am 23.12.2006 – Letzte Antwort am 14.02.2007 – 9 Beiträge |
|
Bekannte Klassik HiFi-Tweety am 09.10.2011 – Letzte Antwort am 17.10.2011 – 25 Beiträge |
|
"Heute gekauft","was hört ihr gerade jetzt" Threads Martin2 am 07.03.2005 – Letzte Antwort am 13.03.2005 – 16 Beiträge |
|
Klassik via Techniradio wolfi16 am 06.12.2005 – Letzte Antwort am 17.12.2005 – 5 Beiträge |
|
Wer von Euch hört Klassik im Radio? Wilke am 27.09.2011 – Letzte Antwort am 27.09.2011 – 8 Beiträge |
|
Klassik für Kids Hilda am 19.04.2004 – Letzte Antwort am 08.10.2005 – 45 Beiträge |
|
Klassik Neulingsfragen tuxix am 17.12.2009 – Letzte Antwort am 01.01.2010 – 6 Beiträge |
Anzeige
Produkte in diesem Thread
Aktuelle Aktion
Top 10 Threads in Klassik der letzten 7 Tage
- Arie aus dem Film "Der Anschlag"
- Themenbezogene Klassik. Tiere
- Werke des 20. Jahrhunderts
- Was hört Ihr gerade jetzt? (Klassik !!!)
- Themenbezogene Klassik: Wetter
- Themenbezogene Klassik: Wasser
- Wer kennt Klassische Musik in der Werbung
- Musikstück identifizieren
- Klassik mit dem Computer sinnvoll benennen und ordnen?
- Suche klassisches Stück aus einem Werbespot der 80er Jahre
Top 10 Threads in Klassik der letzten 50 Tage
- Arie aus dem Film "Der Anschlag"
- Themenbezogene Klassik. Tiere
- Werke des 20. Jahrhunderts
- Was hört Ihr gerade jetzt? (Klassik !!!)
- Themenbezogene Klassik: Wetter
- Themenbezogene Klassik: Wasser
- Wer kennt Klassische Musik in der Werbung
- Musikstück identifizieren
- Klassik mit dem Computer sinnvoll benennen und ordnen?
- Suche klassisches Stück aus einem Werbespot der 80er Jahre
Top 10 Suchanfragen
Forumsstatistik
- Registrierte Mitglieder931.146 ( Heute: 4 )
- Neuestes MitgliedNeck70
- Gesamtzahl an Themen1.564.819
- Gesamtzahl an Beiträgen21.868.233



Ich nehme an, dass Du mir von einer Anschaffung nicht abraten willst. Ganz sicher bin ich mir nicht, denn die Musik ist jetzt unterschiedlichen Sichtweisen in ihrer Neo-Haltung [
] nicht gar so zwingend unterworfen ...



Er hatte ja auch vor ein paar Jahren, ebenfalls in Bamberg, zusammen mit dem Pianisten Ivo Kahánek Martinůs viertes Klavierkonzert zusammen mit dem von Dvořák eingespielt. Das Album mag ich sehr, ich hoffe mal, die machen noch weitere Aufnahmen zusammen, vorzugsweise von weiteren Martinů-Klavierkonzerten. 








- zum Glück gibt es für mich ja noch viel schöne Musik zu entdecken/zu vertiefen; auch und gerade wegen euch 









