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Was hört ihr gerade jetzt? (Klassik !!!)+A -A |
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| Autor |
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arnaoutchot
Moderator |
#33378
erstellt: 16. Apr 2026, 16:38
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Nun, nur kurz zu Miles Davis, der hier in der Klassik kaum reinpasst: Der wurde von der amerikanischen Gesellschaft als Schwarzer schon auch zu dem gemacht, was sich später als Arroganz nach aussen zeigte. Aber genug davon hier. Ich habe versucht, die Gründe von Wolfgangs psychologischen Ebenen zu verstehen. Toscanini, Szell, Böhm, Reiner wegen ihrer autokratischen Art ? Roth und Dutoit wegen sexueller Übergriffe ? Currentzis weiss/verstehe ich nicht. Die Russen wegen ihrer Verbindung zum Putin Regime ? Ich persönlich versuche mich so wenig wie möglich von diesen Dingen beeinflussen zu lassen. Ich bin auch eher vorsichtig was die Me-too-Thematik betrifft. Das scheint mir im Klassik-Bereich schon ein sehr heikles Thema zu sein, und wenn eine Musikerin oder Solistin sauer auf den Dirigenten ist, der ihr eine bessere Rolle versagt, dann kann aus einer harmlosen Umarmung schnell sexuelle Belästigung werden. Meist steht ja Aussage gegen Aussage. Ich schrieb es hier schon mal: Wo zieht man die Grenze ? Soll ich keinen Gesualdo mehr hören, weil er seine Frau umbringen liess ? Soll ich keinen Wagner mehr hören aus den bekannten Gründen ? Liszts Preludes nicht mehr hören, weil das Stück zweckentfremdet wurde (wofür Liszt überhaupt nichts kann). Und Böhm und Karajan waren eh Nazis ... ![]() Hören, von oben angeregt: Gesualdo - Complete Madrigals - Delitiae Musicae / Longhini - Naxos 7CD 2013.
[Beitrag von arnaoutchot am 16. Apr 2026, 16:56 bearbeitet] |
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op111
Moderator |
#33379
erstellt: 16. Apr 2026, 16:50
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Auch bei der Ausdrucksfülle ist eine allgemeingültige Definition schwierig, wie beim Essen, der eine wirft noch eine Hand voll Chillis in die Penne all'arrabbiata, andere greifen schmerzerfüllt zum Weinglas. |
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op111
Moderator |
#33380
erstellt: 16. Apr 2026, 17:14
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Jeder ist auch unbestritten ein Kind seiner Zeit und des sozialen Umfelds. Gesualdo war sogar aus dem gesellschaftlichen Kontext dazu legitimiert, die Ehebrecher umzubringen. Schwierig wird es ohnehin immer, wenn Urteile aus späteren liberaleren Epochen über hist. Personen in anderem Umfeld getroffen werden. Dennoch kann ich zumindest manches Wissen nicht völlig ausblenden, Les Preludes hat da eine schlechte Übersprechdämpfung. Wenn mir z.B. vom Verzehr von Muscheln mal übel wurde, bin ich beim nächsten Mal zurückhaltend und vorsichtig. [Beitrag von op111 am 16. Apr 2026, 18:17 bearbeitet] |
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klutzkopp
Inventar |
#33381
erstellt: 16. Apr 2026, 17:16
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Diejenigen von denen ich das weiß meide ich in der Tat. Gergiev zum Beispiel. Ist ja auch kein großer Verlust. |
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op111
Moderator |
#33382
erstellt: 16. Apr 2026, 18:34
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und gleich live: Johannes Brahms Konzert Nr. 1 d-Moll für Klavier und Orchester, op. 15 Rudolf Buchbinder Essener Philharmoniker Karl-Heinz Steffens Franz |
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arnaoutchot
Moderator |
#33383
erstellt: 16. Apr 2026, 18:43
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Dann viel Spass mit dem Rudi ! Er spielte hier bei mir heute früh noch weitere Beethoven-Konzerte, allerdings von Konserve. |
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klutzkopp
Inventar |
#33384
erstellt: 16. Apr 2026, 19:07
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Der kann schon was der Rudi |
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arnaoutchot
Moderator |
#33385
erstellt: 16. Apr 2026, 19:21
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Ja, absolut ! 👍 Ich kam bis zum ersten Satz des 5. Konzerts, wurde dann leider unterbrochen. Insgesamt ist das wirklich eine schöne Aufnahme. Sehr gut gespielt. Wer auf Live-Aufnahmen steht mit sehr gutem Klang (Goldener Saal), dem kann ich die o.g. Blu Ray empfehlen. Meines Wissens enthält die CD-Ausgabe die gleichen Aufnahmen, nur eben in Stereo. Hier aber etwas ganz anderes: Anamorfosi - Le Poème Harmonique, Vincent Dumestre - alpha 2019. Hier hatte ich vor ein paar Jahren schon mal etwas zu der CD geschrieben. |
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Hörstoff
Inventar |
#33386
erstellt: 16. Apr 2026, 19:24
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Edinger/Kaiser/Kimstedt/Haiberg/Maechler können auch etwas - und zwar enorm viel. Eduard Francks Streichquintette sind die Entdeckung des Tages - eine mit sanften Attacken und Verve der Muse gesegnete Einspielung, die den Komponisten in ein helles Licht für Hörende rückt. Nicht nur die Entdeckung des Tages - diese noble Musik, gehört in Stereo ist ein Juwel. ![]() 2011 in der Siemensvilla in Berlin eingespielt. |
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WolfgangZ
Inventar |
#33387
erstellt: 16. Apr 2026, 20:08
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Noch kurz zum obigen Thema - dann will ich's zufrieden sein. Michael hat natürlich Recht mit seinen Zuordnungen. Currentzis bewegt sich wohl auf einer etwas harmloseren Ebene. Ich kann halt einfach nichts anfangen mit den Storys, die man immer mal wieder hört. Dass sich die Musiker in Kutten kleiden sollen und so weiter. Man muss nicht jeden mögen und ich mag ihn halt nicht, vor allem sein auf dieser Ebene autokratisches und exzentrisches Gehabe. Das macht mich aggressiv. Aber vielleicht tue ich ihm ein wenig Unrecht. Freilich wird es da noch manche andere geben, wohl auch schlimmere. Dass Orchesterleitung nur äußerst bedingt demokratisch funktionieren kann, ist mir schon länger klar. Doch in mancherlei Hinsicht kommt halt mein persönliches und etwas empfindliches Demokratieverständnis durch. Das mit den Kutten trägt gewiss nichts bei zu einer besseren Leistung der Musizierenden. Ansonsten gehen da die Sichtweisen ein wenig auseinander bei den Pult-Diktatoren bezüglich deren Erfolgen. Da hat sich vieles geändert und ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass das nicht meistens auch in musikalischer Hinsicht zum Besseren war. Man muss da noch nicht einmal einen Herbert Blomstedt als ideal ansehen. Ein Name ist mir noch eingefallen: Siegfried Mauser. Auch da war ich recht entsetzt und er gehört ja nun auch nicht nur einer einzigen dieser vier Gruppen an. Und wie hieß gleich wieder der mittlerweile verstorbene Dirigent, der seine Schäfchen auch nicht mehr ins Reine gebracht hat? Da fällt mir der Name nicht ein. Vermutlich Amerikaner, aber kein englischer Name - glaube ich. Ach ja, das Alter. Mindestens ein Chordirigent ist auch sehr unangenehm aufgefallen. Falls Ihr Lust habt, mir auf die Sprünge zu helfen.Über Miles Davis wusste ich diesbezüglich nicht Bescheid. Im Rahmen meiner nicht so spziellen Kenntnisse schätze ich ihn sehr wohl. Wolfgang [Beitrag von WolfgangZ am 16. Apr 2026, 20:13 bearbeitet] |
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Mars_22
Inventar |
#33388
erstellt: 16. Apr 2026, 20:37
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Jaap van Zweden muss sich an seinen aktuellen Einsatzorten Seoul und Hongkong ebenfalls seinen aggressiven Führungsstil vorhalten lassen. Zur Verteidigung von Toscanini, Szell u.a. muss man einwenden, dass ein autoritärer Stil damals üblich war und wahrscheinlich sogar erwartet wurde. An den Schulen hätte man auch nicht ohne Weiteres andere Methoden gefunden, wenn das Schlüssel- und Kreidewerfen (das ich noch erlebt habe) nicht irgendwann rabiat verboten worden wäre. Und siehe da: es gibt Methoden, SchülerInnen (und sicher erst recht OrchestermusikerInnen) ohne autoritären Stil und erst recht ohne Gewalt zu führen. |
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Mars_22
Inventar |
#33389
erstellt: 17. Apr 2026, 08:45
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Ich habe meine Sammlung an grauen CD-Kartons der Edition Bastille Musique um einen Fünften erweitert: Das Quatuor Diotima spielt die 4 Streichquartette von Beat Furrer ein. Ich bin begeistert! Ich liebe das Außerweltliche - oder ist es eher wie eine Betrachtung des Mikrokosmos? - das Streicher unter Verwendung der geräuschhaften Möglichkeiten ihrer Instrumente erzielen können. Und die Diotimas sind ein Spitzenensemble, das sich einreiht unter die anderen Großen, die diesen Kosmos integrieren. Merkwürdigerweise kann ich mit moderner Musik der Jetztzeit mehr anfangen als mit der klassischen Moderne. Bei Furrer entstehen wunderbare Momente herber Schönheit. ![]() Ich habe bei Bandcamp gekauft, da kann man besser probehören, und bekommt sofort einen Downloadlink, während sie einem die CD senden. [Beitrag von Mars_22 am 17. Apr 2026, 09:01 bearbeitet] |
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WolfgangZ
Inventar |
#33390
erstellt: 17. Apr 2026, 09:35
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Mars_22
Inventar |
#33391
erstellt: 17. Apr 2026, 09:54
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Für dich ist das sicher was. Mikrotonale Verschiebungen, Klangflächen über rauhen Strukturen, perkussive Elemente, humoreske Imitationen (ich sitze hier tatsächlich breit grinsend, weil im dritten Quartett gerade eine Art Roadrunner durchs Bild stiebt, und stelle mir auch bei den Ausführenden ein diebisches Grinsen vor) - es wäre ein eigener Sprachkosmos, die Eindrücke versprachlichen zu wollen. Aber mit solcher Musik hast du ja viel Erfahrung. [Beitrag von Mars_22 am 17. Apr 2026, 10:00 bearbeitet] |
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Mars_22
Inventar |
#33392
erstellt: 17. Apr 2026, 10:34
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Zu deiner CD gibt es eine Amazon Rezension, die Sprachbilder verwendet, die mir unmittelbar einleuchten zu dieser Musik: „high harmony swirls around the piano like mercury in a gigantic bowl“
Die von mir verlinkte CD hat nur wenige Passagen, die brutal wirken, und ähnlich wie Boulez ist zum Glück nichts. Wobei ich dem damit vielleicht unrecht tue, ich bin über hineinzappen nicht hinausgekommen. [Beitrag von Mars_22 am 17. Apr 2026, 10:43 bearbeitet] |
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Mars_22
Inventar |
#33393
erstellt: 17. Apr 2026, 14:58
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Kennst du Christophe Bertrand, Wolfgang? Der hat in seinem kurzen Leben ja für jede Menge Aufsehen gesorgt mit irrem Karrieretempo und vielen gewonnenen Preisen. Es gibt bei Bastille eine Tripel-CD, die alle Instumentalwerke versammelt und wohl in einer Art konzertierten Aktion, einem Kraftakt, auf die Beine gestellt wurde. Die ist sehr gut anhörbar. Vielleicht sogar zu gut? |
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Mars_22
Inventar |
#33394
erstellt: 17. Apr 2026, 15:25
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WolfgangZ
Inventar |
#33395
erstellt: 17. Apr 2026, 15:33
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Danke für den neuen Tipp und die Rezension, lieber Kollege! Den Namen Bertrand habe ich im musikalischen Kontext auf jeden Fall gehört - vielleicht sogar hier im Forum -, glaube aber nicht, dass ich Werke gehört habe. Grau/ Schumacher kenne ich live, sogar zweimal. Die können schon überzeugen und ich höre gerne mal hinein. Besten Gruß, Wolfgang [Beitrag von WolfgangZ am 17. Apr 2026, 15:36 bearbeitet] |
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WolfgangZ
Inventar |
#33396
erstellt: 17. Apr 2026, 15:48
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Noch ein Nachtrag: Ich weiß wohl oder vielleicht schon, was Du meinst mit "zu gut". Da gäbe es dann etliche Beispiele. Eines der für mich fragwürdigsten habe ich, glaube ich, hier im Forum schon benannt - freilich eckt man damit wieder bei Mitschreibern an, gegen die ich sonst oder persönlich ganz bestimmt keine Aversionen hege. ![]() Das Engagement des mir ziemlich geläufigen und sympathischen Pianisten verstehe ich hierbei nicht. Das gilt genauso für das Orchester, das ja zur Zeit sehr seriös mit den Haydn-Sinfonien unterwegs ist. Doch wie gesagt: Ich spreche von mir und sonst niemandem, habe nicht gezielt gesucht, habe aber auch nur eine einzige negative Kritik von einer Privatperson (nehme ich an) gelesen. WolfgangEDIT: Pardon, Zürich und Basel sollte man schon auseinanderhalten !!! [Beitrag von WolfgangZ am 17. Apr 2026, 15:51 bearbeitet] |
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Mars_22
Inventar |
#33397
erstellt: 17. Apr 2026, 21:10
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Mangels sinnvoller Verfügbarkeit habe ich weitergeschaut (ich habe bisher nur diverse Einzelaufnahmen) und bin auf die neue Live-Gesamtaufnahme (2022) des Danel-Quartetts gestoßen, die mich spontan sehr angesprochen hat. Sehr präzise und so aufgenommen, dass man jedes Detail erlebt. Spielt mit dem Klang - mal verhangen, mal strahlend hell. Hat eine starke Wirkung auf mich, die ich mir nicht recht erklären kann. Meine Einzelaufnahmen haben mir diese Quartette nie nachhaltig nahebringen können. Das Danel-Quartett, obwohl keineswegs Neuling auf dem Feld - sie hatten 2005 schon eine Aufnahme bei Alpha, die viel Anklang fand - hat sich Beratung vom Borodin- und vom Beethoven-Quartett geholt, bevor sie im Gewandhaus Live-Aufnahmen gemacht haben. Die Einspielung ist bei JPC absurd teuer, aber es gibt sie beim Streamer und die HR-Downloads findet man für 20-25€ (in D!). |
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Hörstoff
Inventar |
#33398
erstellt: 17. Apr 2026, 21:19
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Ich bleibe derweil noch einmal bei mdg - und seltsamerweise ist mit diesem Surroundlabel mein Appetit auf Stereogenuss vollends geweckt. Es liegt vermutlich an der tollen, präzisen Definition von Instrumenten und Klangsphären auf einer zum Leben erweckten Bühne, die eigentlich keine Rearspeaker mehr benötigt. Entsprechend dient der eigene Hörraum mit seinen Reflexionen, Absorptionen und dennoch verbliebenen Moden dazu, den Charakter der Musik ein wenig mitzuformen.
Das ENSEMBLE 333 setzt die Musik des Komponisten um, der selbst dirigiert. Aktuell gibt es die Einspielung gebraucht fast geschenkt. Wer neue Musik mag, könnte zugreifen. |
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Hörstoff
Inventar |
#33399
erstellt: 18. Apr 2026, 11:35
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Nach Bach-Russen, die nichts dafür können in dieser zeitgeschichtlichen Situation Russen zu sein kommt nun mit - bei mir - mehr Vergnügen endlich die Hertel-Fraktion zum Zug. Mein Gott, war damals offenkundig noch Vieles hoffnungsfroh und durchlichtet. Und jetzt: Kriege, Klimakatastrophe und Öl gibt es auch nicht mehr. Rein subjektiv, denn damals war natürlich Vieles im Argen. Die Musik dürfte eher Ausflucht und Wegweisung gewesen sein ob der Alltagswidrigkeiten. Neben der Philosophie, versteht sich:
Und egal, die Musik ist es ja auch, die hier zählt. Die wunderbare Melange aus Vivaldi-inspiriertem Spätbarock und dem Übergang zur Klassik ist es, was die Sinfonien und Konzerte von Johann Wilhelm Hertel auszeichnet. Das Main-Barockorchester Frankfurt macht das Beste daraus und das Label Aeolus hat die aufscheinende Musik in 2005 tadellos audiophil konserviert. [Beitrag von Hörstoff am 18. Apr 2026, 22:20 bearbeitet] |
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klutzkopp
Inventar |
#33400
erstellt: 19. Apr 2026, 15:32
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Hier Griegs (einzige) Symphonie c-Moll mit B. Engeset/ MalmöSO ![]() Grieg selbst hielt sein Werk wohl für minderwertig und wollte nicht dass es jemals aufgeführt wird. Verstehe ich nicht. Sicher keine Jahrhundertkomposition, aber ich höre das immer mal wieder gerne. Von den Grieg-Aufnahmen mit Bjarte Engeset auf Naxos habe ich übrigens einige und kann sie bedenkenlos empfehlen. [Beitrag von klutzkopp am 19. Apr 2026, 15:34 bearbeitet] |
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arnaoutchot
Moderator |
#33401
erstellt: 19. Apr 2026, 16:23
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Hier gerade mal wieder auf diese alte LP gestossen: J S Bach - Orchestersuiten No. 3 & 4 - Harnoncourt / Concentus Musicus Wien - Teldec DMM 1985. Zwar schon eine Digitalaufnahme, aber als DMM-Pressungen erreichen diese LPs aus Mitte der 1980er eine Vinyl- und Klangqualität, die auch später kaum mehr erreicht wurde. Pressungen nach Mitte der 1980er habe ich deswegen aufgehört zu kaufen. Bis heute ! Inhaltlich auch sehr fein ! Mir fehlen die Suiten 1 & 2 aus diesem Zyklus, habe ich gerade gemerkt . [Beitrag von arnaoutchot am 19. Apr 2026, 16:37 bearbeitet] |
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Hörstoff
Inventar |
#33402
erstellt: 19. Apr 2026, 17:10
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Schön, dass noch jemand Grieg gelegentlich auf dem Teller hat. Mir ist die Sinfonie mit Eivind Aadland und dem WDR Sinfonieorchester, deren GE ich ebenfalls empfehlen kann auch nicht negativ aufgefallen. Eher ging es mir neulich bei den Sinfonischen Tänzen und mit Gardner so - gelegentlich überschreiten diese in meinen Ohren dir Grenze von der Genialität zur Eingängigkeit... Nun, das bleibt Geschmackssache und (meiner) Tagesform geschuldet. |
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arnaoutchot
Moderator |
#33403
erstellt: 19. Apr 2026, 17:41
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Jetzt noch zu einem tragischen Fall: Mozart - The Piano Sonatas - Mitsuko Uchida - Decca 5CD 1983-87. Ich nahm die kleine Box aus dem Laden mit und freute mich schon, sie mal komplett digital von Disc zu hören. Leider musste ich feststellen, dass die CD5 fehlt (die Hülle ist da). Hat der Verkäufer wohl im heimischen Player vergessen. Da wir keine unvollständigen Sets verkaufen, würde sie in den Müll wandern. Falls sie jemand gebrauchen kann, schicke ich sie gerne gg. Porto und kleine Handling Fee. Zustand Box, Booklet und andere vier CDs wie neu. Die 5. CD sollte sich beschaffen lassen, streamen kann man sie auch. Ich höre auch gerade KV 311, sehr schön. Es ist übrigens die digitale Ausgabe der Vinyl-Version, die ich hier schon mal gezeigt hatte. Die ging dann tatsächlich kurz nach dem o.g. Post für mehrere hundert Euro weg |
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FabianJ
Inventar |
#33404
erstellt: 19. Apr 2026, 21:08
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Von Bjarte Engeset habe ich die Grieg-Aufnahmen bei Naxos als Box. Ich halte diese auch für empfehlenswert, auch wenn es natürlich auch andere hochwertige Böxchen mit Griegs Orchestermusik gibt bzw. gab. Gerade lief hier: ![]() André Campra (1660-1744) Messe des morts (Requiem) Judith Nelson (Sopran), Dinah Harris (Sopran), Jean-Claude Orliac (Tenor), Wynford Evans (Tenor), Stephen Roberts (Bass) - Marilyn Sansom (Violoncello), Michael Lewin (Barocklaute), Nicholas McGegan (Flöte), Malcolm Hicks (Orgel) - The Monteverdi Choir - English Baroque Soloists - Dirigent: John Eliot Gardiner Aufnahme: September 1979, All Saint's Church, Tooting Graveney, London Für mich eine der schönsten Requiem-Vertonungen des Barock. Ich kenne derzeit keine Alternativ-Einspielung des kompletten Werks, aber mich hat Gardiners Einspielung bislang immer überzeugt. Klanglich geht die Einspielung für ihr Alter auch mehr als in Ordnung. Nur die Lautensoli sind nicht optimal eingefangen. Ich hatte mich zunächst gefragt, wieso der Musiker, der das Hammerklavier spielt, im Booklet keine Erwähnung findet. Dann merkte ich aber, dass das angebliche Hammerklavier eigentlich die Laute ist. ![]() Mit freundlichem Gruß Fabian [Beitrag von FabianJ am 19. Apr 2026, 21:10 bearbeitet] |
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boltwoodit
Stammgast |
#33405
erstellt: 20. Apr 2026, 11:32
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Danke für den Tipp; das hört sich auch verdammt gut an. Die GA durch das Pacifica-Quartet sollte heute bei mir ankommen; Neuware aus D für knapp 40 € inkl. Versand. Voller Vorfreude habe ich am We die hier gehört: ![]() Shostakovich, Quartet No.15, Gidon Kremer, Daniel Phillips, Kim Kashkashian, Yo-Yo Ma, CBS Records Masterworks, 1989 Das dürfte das traurigste aller Streichquartette von DSCH sein und hier wird (mMn) auch noch extra-langsam gespielt, die Mikrofonierung dürfte (teilweise) geradezu intim gewesen sein (stellenweise hört man das Aufsetzen des Bogens und den ersten halben Zentimeter des Streichens, bevor die Saite erklingt)...vllt. alles nicht ganz so, wie von DSCH "geplant", aber gerade dadurch wird es für mich noch "melancholischer". Ich(!) finde, dass sich trotz der "großen Namen" (waren (Kremer,) Kashkashian und Ma 1985 auch schon "groß"? keiner in den Vordergrund zu spielen versucht...es wirkt auf mich, wie eine "Beerdigung im engsten Familienkreis" :). Als Zugabe gibt es noch ein Stück für Geige und Cello von Sofia Gubaidulina (eine Schülerin Schostakowitschs); auch traurig, aber nicht so "zerrissen". Für mich(!) ist hier der erste Satz nix, weil zu viele hohe Töne, aber wer dieses Problemchen nicht hat, könnte hier auch rundum glücklich werden. Klanglich ist die Scheibe (für mich) wirklich ein Meisterstück; sowohl mit KH als auch über Boxen - man sollte nur aufpassen, dass die Nachbarn (so vorhanden) nicht den Krankenwagen wegen vermuteter Selbstmordgefahr rufen Viele Grüße bolt [Beitrag von boltwoodit am 20. Apr 2026, 14:50 bearbeitet] |
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klutzkopp
Inventar |
#33406
erstellt: 20. Apr 2026, 13:47
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WolfgangZ
Inventar |
#33407
erstellt: 20. Apr 2026, 18:59
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Das letzte Quartett von Schostakowitsch in obiger Star-Besetzung werde ich mir jetzt auch zulegen! Danke für den Tipp! Obwohl ich in den letzten Jahren alle besser kennengelernt habe, ist das 15. in seiner Abgrund-Stimmung unverändert mein Lieblings-Quartett des Meisters und sicher ein bevorzugtes Streichquartett überhaupt. Wobei es freilich einige weitere gibt, die einen Rang streitig machen können - allen voran die beiden von Janacek oder das Opus 131 von Beethoven. Wolfgang |
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FabianJ
Inventar |
#33408
erstellt: 20. Apr 2026, 22:25
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Mit Schostakowitschs Streichquartetten müsste ich mich auch mal näher befassen. Die Nummern 2, 3 und 8 habe ich mir schon einige Male angehört, bei ein paar davon bin ich mir gar nicht sicher, ob ich sie jemals ganz angehört habe. Doch, da müsste ich mal ran...wie bei so viel anderer interessanter Musik. ![]() Gerade angehört: ![]() Silvius Leopold Weiss (1687-1750) Lautensonate Nr. 103 B-Dur & Tombeau sur la Mort de M: Cajetan Baron d'Hartig arrivée le 25 Mars 1719 Evangelina Mascardi (Barocklaute) Aufnahme (Album): 27. - 28. April 2024 und 10. - 12. Mai 2024, Chiesa di San Francesco, Orte (Viterbo), Italien Schöne, entspannende Musik, ganz wunderbar musiziert und ebenso von der Tontechnik eingefangen. Gefällt mir. Die komplette Doppel-CD werde ich mir wohl nie am Stück anhören, aber hin und wieder ein paar Werke daraus ganz gewiss. Mit freundlichem Gruß Fabian |
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Hörstoff
Inventar |
#33409
erstellt: 20. Apr 2026, 22:41
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Ja, gemäß dem Review von musicwebinternational definiert Simovic für (Miklos) Rózsas Violinkonzert den Goldstandard. Zwar gibt es nicht zahlreiche Einspielungen dieses Werks, aber doch namhafte, etwa von Heifetz:Generell wird die Einspielung von Simovic in den wenigen Rezensionen, die ich gefunden habe gelobt. Technisch interpretiert er brilliant und enorm fingerfertig, das LSO wirkt kongenial. Live aufgeführt wurden Violinkonzerte zweier ungarischer Komponisten, von denen Bartók natürlich der weitaus bekannntere ist. Das von Rózsa, der ein Komponist des 20. Jhd. war hat aufgrund der rasanten Sequenzen Züge einer späten Paganini-Herausforderung oder -Antwort. Wieder eingelegt kann ich bestätigen, dass dies eine interessante Scheibe ist. [Beitrag von Hörstoff am 20. Apr 2026, 23:10 bearbeitet] |
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FabianJ
Inventar |
#33410
erstellt: 20. Apr 2026, 23:16
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Gute Idee! ![]() Miklós Rózsa (1907-1995) Violinkonzert op. 24 Jascha Heifetz (Violine) - Dallas Symphony Orchestra - Dirigent: Walter Hendl Aufnahme: 27. März 1956, State Fair Music Hall, Dallas Die SACD war nicht gerade billig und man fragt sich, ob es für eine 70 Jahre alte Aufnahme dieses Formates überhaupt bedarf, aber für ihr Alter klingt die Einspielung schon ziemlich gut. Widmungsträger Jascha Heifetz läßt hier die Funken sprühen. Von der Orchesterbegleitung her klingt es manchmal ein wenig nach Old-School-Filmmusik, aber das stört mich bei den Violinkonzerten von Walton oder Korngold ja auch nicht und wie jene war auch Miklós Rózsa bekannt für seine Filmmusik. Diese Musik macht Spaß und würde sich auch in einem Konzert gut machen. ![]() Mit freundlichem Gruß Fabian |
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op111
Moderator |
#33411
erstellt: 21. Apr 2026, 09:28
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Hallo zusammen, sinfonische u.a. E-Werke von Filmmusikkomponisten sind im Konzertbetrieb unterrepäsentiert, wenn auch Williams in letzter Zeit öfter gespielt wurde. Zu nennen wären neben den ab und zu gespielten E.W. Korngold, Tan Dun und Miklosz Rosza z.B. Georges Auric und Nino Rota. Und nun ein Werk, das von Berlioz' Fausts Verdammnis inspiriert wurde: Franz Liszt (1811-1886) Eine Faust-Symphonie S 108 (Version 1857 mit Schlusschor) +Mephisto-Walzer Nr. 3 S 216 (arrangiert für Orchester v. Reisenauer/Karabits) Airam Hernández, Tenor Herren Des Opernchores Des Deutschen Nationaltheaters Weimar, Herren Des Landesjugendchores Thüringen Staatskapelle Weimar Kirill Karabits Audite Aufnahme 2022 ![]() Der Schlusschor kann als Track IIIa separat an-/abgewählt werden. Der Mephisto-Walzer Nr. 3 S 216 ist eine Erstaufnahme. Eine sehr gut durchhörbare Aufnahme. Franz |
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boltwoodit
Stammgast |
#33412
erstellt: 21. Apr 2026, 09:43
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Ich danke dir für den Tipp mit diesen drei Streichquartetten. Welche Einspielungen würdest du empfehlen?Viele Grüße bolt |
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op111
Moderator |
#33413
erstellt: 21. Apr 2026, 09:50
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Ich gabe mal meinen Senf dazu, Wolfgang hat sicher noch andere Tips. Zum Janacek
[Beitrag von op111 am 21. Apr 2026, 10:44 bearbeitet] |
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op111
Moderator |
#33414
erstellt: 21. Apr 2026, 09:51
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op111
Moderator |
#33415
erstellt: 21. Apr 2026, 09:58
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Eine weitere Empfehlung, die klassische Aufnahme. Ludwig van Beethoven (1770-1827) Streichquartette Nr.1-16 +Große Fuge op. 133 Juilliard String Quartet Sony, ADD, 1964-1970 8 CDs Spätere Produktionen des Juilliard String Quartet kamen nicht an diese Aufnahme heran. Für manchen gewöhnungsbedürftig ist die analytische, direkte und trockene Aufnahme. Da wird nichts unscharf in Hallraumflanell weich eingepackt. Aktuelle Aufnahmen, die mich begeistern - in hervorragender Aufnahmetechnik: Quartetto di Cremona Audite, 2012-2016 ![]() Quatuor Ebene Erato, DDD ![]() [Beitrag von op111 am 21. Apr 2026, 14:41 bearbeitet] |
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op111
Moderator |
#33416
erstellt: 21. Apr 2026, 10:04
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op111
Moderator |
#33417
erstellt: 21. Apr 2026, 10:16
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FabianJ
Inventar |
#33418
erstellt: 21. Apr 2026, 14:02
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Gerade bei Beethovens Streichquartetten ist mir noch nichts untergekommen, das nicht gut bis sehr gut interpretiert ist. Das liegt ganz einfach daran, dass diese Werke der Maßstab sind, an dem sich Quartett-Ensembles messen lassen müssen. Da macht keines halbe Sachen. Persönlich höre ich besonders gerne das Smetana-Quartett und das Quartetto di Cremona in diesen Werken. Im Grunde kann man da aber zu einer beliebigen Einspielung greifen, du wirst immer eine gute erwischen. Allenfalls bei der Tontechnik könnte es bei alten Aufnahmen Probleme geben. Bei den Quartetten von Janáček ist es fast genauso. Mein derzeitiger Favorit ist um Haaresbreite eine Einspielungen des Pražák Quartett, welche beim Label Praga erschien. Das liegt aber auch am Beifang, das fetzige Concertino des Komponisten. Leider ist die CD derzeit nicht erhältlich. Ich schließe mich also mal den Empfehlungen von Franz an. Die Einspielung des Pavel Haas-Quartetts hat für mich aber den Vorteil des interessanteren Beifangs, denn die Quartette von Pavel Haas sind ebenfalls toll (gerade die Nr. 2!). Mit freundlichem Gruß Fabian |
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WolfgangZ
Inventar |
#33419
erstellt: 21. Apr 2026, 15:43
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Fabian hat bestimmt Recht. Was Janacek (und was auch Beethovens op. 131) betrifft, da kenne ich jeweils mehr als eine Handvoll gute, wenn nicht sehr gute Einspielungen. Und da es dem Meister Bolt meines Erachtens nichts nützt, wenn ich die jetzt alle aufzähle, will ich nur sagen, dass die von Franz genannten auch aus meiner Sicht erste Wahl sind und ich die Empfehlungen nur unterstützen kann. Bei Beethoven lohnt sich meines Erachtens gleich eine Gesamteinspielung. Du musst ja nicht alle am Stück kennenlernen wollen. Den kompletten Beethoven von Juilliard kenne ich in der Tat nicht. Aber das war einst eine der weltbesten Formationen. Nur sehe ich keinen Sinn darin, dass aktuell irgendeine neue Viererbande den Namen übernimmt - das grenzt an Etikettenschwindel, wobei ich über die Hintergründe nichts weiß. Cremona ist sehr frisch und zupackend. Doch ich höre genauso gerne von den neueren Beethoven-Integralen etwa Belcea oder Ebene. Vielleicht ist Tokyo, vielleicht ist sogar Berg nicht mehr die erste Wahl - doch das ist böse Kritik respektive Kritik auf zu hohem Niveau respektive Geschmäcklerei. Beide Integralen habe ich öfters gehört. Und wenn man mich zwingen würde, die aktuell beste Streichquartett-Formation der Welt zu nennen, dann würde ich zwar sofort antworten, dass das eine dumme Frage ist, aber aus der Not würde ich doch sagen: Pavel Haas ... Hinterher können wir dann gerne noch weiter reden. Wolfgang [Beitrag von WolfgangZ am 21. Apr 2026, 15:47 bearbeitet] |
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op111
Moderator |
#33420
erstellt: 21. Apr 2026, 16:37
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Das ist die neue Viererbande: juilliardstringquartet 2026Areta Zhulla, Violine Leonard Fu, Violine Molly Carr, Viola Astrid Schween, Cello Heute abend im Wiener Musikverein Dmitrij Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 7 fis-Moll, op. 108 Johann Sebastian Bach: Präludium Es-Dur, BWV 852 aus „Das wohltemperierte Klavier“ - Teil 1; bearbeitet für Streichquartett von Michelle Barzel Ross Michelle Barzel Ross: Birds on the Moon Ludwig van Beethoven: Streichquartett a-Moll, op. 132 Und das ist die Besetzung der klass. Aufnahme (1960er) lt. Booklet: Robert Mann, Violine Earl Carlyss, Isidore Cohen: Violine Samuel Rhodes, Raphael Hillyer Viola Claus Adam, Cello Franz [Beitrag von op111 am 21. Apr 2026, 16:47 bearbeitet] |
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op111
Moderator |
#33421
erstellt: 21. Apr 2026, 16:53
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Wo wir gerade drüber reden Beethoven op. 59 Nr 1 & 2 Quatuor Ebene Viola – Marie Chilemme Violine – Gabriel Le Magadure Violine – Pierre Colombet Cello – Raphaël Merlin Erato, DDD 06/2019 Mozartsaal, Konzerthaus Wien ![]() ![]() Franz [Beitrag von op111 am 21. Apr 2026, 16:58 bearbeitet] |
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Mars_22
Inventar |
#33422
erstellt: 21. Apr 2026, 19:05
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Das ist meine Lieblingsaufnahme. Höre daraus gerade 59/1, Razumovsky 1. Es gibt darin äußerst beglückende Momente, die durch die Spielkunst dieser Viererbande ausgelöst werden. Was fast verstörend ist, ist dass die ihre messerscharfe Präzision in der Abstimmung aufeinander - auch bei Tempowechseln - in einer Live-Aufnahme hinkriegen. [Beitrag von Mars_22 am 22. Apr 2026, 11:08 bearbeitet] |
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Mars_22
Inventar |
#33423
erstellt: 21. Apr 2026, 21:17
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Hörst du gelegentlich Lieder, Wolfgang? In der Bastille-Edition gibts zwei CDs mit Rihm Liedern - von denen habe ich bisher nur Auszüge der Rihm Lieder nach Goethe gehört. Die sind fantastisch, ganz nachdenklich klingend saugen sie unmerklich die Aufmerksamkeit auf den Text. Und Hans-Cristoph Begemann ist ein wunderbarer Sänger. Ich kann wieder nicht die Bilder in Bandcamp verlinken. |
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WolfgangZ
Inventar |
#33424
erstellt: 21. Apr 2026, 23:35
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Der große Liederkenner und - fan bin ich nicht, kenne halt als früherer Deutschlehrer vor allem die Zyklen von Schubert, habe aber auch des Öfteren schon Hugo Wolf oder Beethoven oder Schumann oder Mozart oder Strauss und natürlich noch diverses anderes gehört. Doch der Prozentsatz insgesamt ist kein bedeutender. Ein echtes Faible habe ich für die folgenden Lieder - da kommt der unverwechselbare Sound des Komponisten zum Tragen: ![]() Und da finde ich sogar noch eine andere Version - mit Anne Sofie von Otter. Ein Dankeschön jedenfalls an Meister Mars! Rihm ist gewiss reizvoll. Ich kenne die diversen Stücke für Violine und Orchester, einige wenige Streichquartette ... und dann muss ich schon nachdenkan. Also halten sich meine Kenntnisse ebenfalls in Grenzen. Wolfgang |
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WolfgangZ
Inventar |
#33425
erstellt: 21. Apr 2026, 23:38
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@ Franz wg. Interesses - kaufen werde ich eher nichts: Kennst Du die neue "Viererbande" auch praktisch dank Hörerfahrung? |
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Mars_22
Inventar |
#33426
erstellt: 22. Apr 2026, 06:11
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Ach so - der Begriff Viererbande ist schon vergeben für das Juilliard Quartett. Ich meinte 2 weiter oben das von Franz gezeigte Quatuor Ebene, von denen ich außer den Beethovens auch mehrere moderne Sachen habe. Es ist immer top notch. |
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boltwoodit
Stammgast |
#33427
erstellt: 22. Apr 2026, 09:34
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Danke an alle für die vielen, guten Tipps und die dazu geschilderten Eindrücke/Erfahrungen/Hintergründe, was die Streichquartette von Janacek und Beethoven betrifft. Ich suche mich mal durch den Gebrauchtmarkt; ob es bei Beethoven gleich die GA wird, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht - ich bin ein arger Banause, denn eigentlich mag ich Beethoven nicht so besonders (iwie kommt der mir immer zu "streng" vor; Banause ist wahrscheinlich sogar ein Euphemismus in diesem Fall :)); Opus 131 will ich aber mal ausprobieren; vllt. wird das ja doch noch was mit ihm und mir. Viele Grüße bolt |
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op111
Moderator |
#33428
erstellt: 22. Apr 2026, 10:39
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Hallo zusammen, das aktuelle Juilliard Quartett habe ich noch nicht gehört. Die scheinen aktuell auch nicht in der Nähe zu gastieren, Das Quatuor Ebene ist in der aktuellen Besetzung im Oktober im Dortmunder Konzerthaus. Da ist mir der Saal zu groß. Im Kammermusiksaal der Essener Philharmonie wäre das was anderes. Mir macht Quartett meistens zu Hause über die Monitor-Lautsprecher in ordentlicher Lautstärke am meisten Spaß. [Beitrag von op111 am 22. Apr 2026, 14:31 bearbeitet] |
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