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BIG Radio's/Ghettoblaster

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Mary_1271
Inventar
#3112 erstellt: 15. Dez 2017, 10:41
Hallo Rabber

Also erstmal kannst Du hier jeden "dutzen". So förmlich sind wir hier nicht.

Wenn die Sicke der Passivmembran wirklich noch voll in Ordnung ist, würde ich die, genau wie Dein Plan, vielleicht trotzdem "machen" lassen. Ansonsten sind für die beiden 14er ohnehin keine Gummisicken aufzutreiben. Das ist aber auch gut so, da Gummi schwerer als Schaumstoff ist, was "die Werte" des Lautsprechers ungünstig beeinflussen kann. Bitteschön, klick.

Es gibt aber auch "Reparateure", die gegebenenfalls auch Gummisicken empfehlen. Aber die wirst Du für diese japanischen Lautsprecher sicherlich auch dort nicht bekommen.
Klar. Möglicherweise müssen die Lautsprecher in 15-20 Jahren erneut zur Reparatur.....wenngleich ich davon ausgehe, daß man dann kaum noch "SOWAS" repariert bekommen wird. Andererseits haben wir seit ca. 25 Jahren!!! eine Subwooferbox Marke "Eigenbau" mit einem 30cm Lautsprecher von Pioneer TSW-300 (oder so) mit Schaumstoffsicke. Die ist noch voll intakt. Es wird wohl qualitätsmäßig auch Unterschiede geben.

Die Passivmembran hat einen Plastikrahmen, wo die Sicke verklebt wird. Genau.

01 AIWA CS-880 Reparierte Passiv-Membran klein02 AIWA CS-880 Reparierte Passiv Membran von hinten klein03 AIWA CS-880 reparierte Lautsprecher klein

Mache bei der Reparatur des Laufwerkes nicht den Fehler, den Antrieb für die Riemenscheibe mit dem Motor zu verbinden! Der "Treibling" am Motor könnte das nämlich suggerieren. Diese "Pese" gehört an die dafür vorgesehene Nut der Schwungscheibe. Von der Capstan-Schwungscheibe habe ich leider kein Foto. Aber Du wirst die Nut sehen.

P1030893P1030891 Motor

Gewartet haben wir ca. 5 Wochen auf die Reparatur der LP. Der Herr Hoffmeyer mußte erst die Sicken für die 14er besorgen. Gekostet hat es sogar nur rund 115,-€.

Wo hast Du denn den CS-880 für 180,-€ auftreiben können? Guter Preis.

Liebe Grüße
Mary


[Beitrag von Mary_1271 am 15. Dez 2017, 10:42 bearbeitet]
Rabber
Ist häufiger hier
#3113 erstellt: 15. Dez 2017, 15:11
Sry Macht der Gewohnheit
Ich habe jetzt mal bei JH-elektronic angerufen und er nimmt sich meiner Sache an
Die Sicke der Passivmembran schein doch nicht mehr vorhanden zu sein, zumindest hat es einer versucht die mit normalen Schaumstoff zu reparieren
20171215_145703

Zumindest ist die Scheibe noch da, die Lautsprecher gehen heute zum Arzt
Hab ihn aus der Bucht gekauft
So mal schauen was am Ende raus kommt , werde weiter berichten
Achso, ich habe gesehen das du an der Alumembran noch Unterlegscheiben.. dran geklebt hast, kling es so besser ?
Mary_1271
Inventar
#3114 erstellt: 15. Dez 2017, 23:47
Hallo Rabber

Es hätte mich auch gewundert, wenn die beiden Lautsprecher defekt- aber die Passivmembran noch in Ordnung gewesen wäre.
Zu der "Unterlegscheibe" hatte ich damals meinen Mann gefragt (der hat den Recorder restauriert). Er meinte, es ist ein Zusatzgewicht, welches Herr Hoffmeyer angeklebt hat. Das ist so üblich bei Passivmembranen. Damit kann man dem Wissen meiner "schlechteren Hälfte" nach, die Resonanzfrequenz beeinflussen bzw. an die aktiven Lautsprecher anpassen.

Na klar. Berichte unbedingt und schildere Deine Eindrücke zu der Kiste. Solltest Du Fragen haben, versuche ich sie zu beantworten.

Maximale Erfolge.

Liebe Grüße
Mary
Rabber
Ist häufiger hier
#3115 erstellt: 17. Dez 2017, 16:02
Kleines Update,
Die Lautsprecher hat Herr Hoffmeyer jetzt schon wieder fertig gemacht also so ein Service habe ich noch nicht erlebt, ich bin mega happy
Die sollten gegen Mittwoch bei mir eintreffen
Mary_1271
Inventar
#3116 erstellt: 17. Dez 2017, 19:00
Hallo Rabber

Na Hut ab. Da hatte Herr Hoffmeyer unter Garantie damals ein paar Sätze mehr bestellt und hatte sie am Lager. Das freut mich für Dich.
Hast Du die Riemen schon bestellt? Bei Post aus Portugal mußt Du min. eine Woche rechnen.

Liebe Grüße
Mary
Rabber
Ist häufiger hier
#3117 erstellt: 29. Dez 2017, 18:50
So hier ein Update.
Also die Lautsprecher sind wieder fit und ich hab sie gleich eingebaut, das Kassettendeck habe ich erstmal nicht angerührt und mich um den Aux Anschluss gekümmert/allgemein alles gesäubert.
Leider bin ich langsam am Ende mit meinem Latein.
Wenn ich Radio höre und den Schalter auf Mono stelle läuft alles super, auf Stereo habe ich ein Stereo klang aber mit hörbaren Hintergrundrauschen und hin und wieder Störfrequenzen beim Bass(Hochtöner kratzen dann)
Der Aux Eingang funktioniert im Prinzip auch wieder, allerdings höre ich bei Stereo nur den linken Lautsprecher und beim Rechten kommt nur ganz leise was raus. Auf Mono laufen beide Lautsprecher aber wenn der Bass ansetzt kratzen die Hochtöner.
Da abgesehen vom Mono Problem die Lautsprecher beim Radio-Modus alle gut laufen schließe ich ein Defekt der Hochtöner/Lautsprecher mal aus.

Hat jemand ein Tipp?
Mary_1271
Inventar
#3118 erstellt: 30. Dez 2017, 17:16
Hallo

Ja. Das ist immer so eine Sache. Ich vermute Kontaktprobleme im Umschalter AUX/Radio/Cassette. Jetzt müßte eben das Cassettenlaufwerk funktionieren, um "sowas" eingrenzen bzw. bestätigen zu können. Falls Du eine Adaptercassette besitzt, mit der man "früher" einen "CD-Walkman" über das Cassettenlaufwerk des Autoradios betrieben hatte, kannst Du das mal probieren.
Weißt Du, was ich meine?

Ein Rauschen beim Radio von Mono auf Stereo könnte ein Hinweis auf einen schwachen Sender sein. Starken Ortssender probieren.


Auf Mono laufen beide Lautsprecher aber wenn der Bass ansetzt kratzen die Hochtöner.


Könnte defekter Frequenzweichen-Kondensator sein. Der Hochtöner bekommt zuviele tiefe Frequenzen ab. Andererseits könnten aber auch hier irgendwelche Kontaktprobleme...........oder defekte Kondensatoren im Verstärkerteil des Recorders eine Rolle spielen. Falls Du ein Kapazitätsmeßgerät besitzt, ELKOs auslöten und prüfen. Defekte ELKOs kann man oftmals an einer konvexen "Ausbeulung" an der Oberseite erkennen.

Vielleicht hat ja hier noch jemand einen echten Profitip.

Liebe Grüße
Mary
Rabber
Ist häufiger hier
#3119 erstellt: 26. Jan 2018, 19:57
So nach langer Forschung in den Schaltplänen von meinem CS880 bin ich hoffentlich auf den Übeltäter meines Stereo/Mono problems names LA3361 gestoßen. Im Internet gegoogelt und laut ein paar Berichten die ich gefunden habe, ist der IC häufig verantwortlich wenn man mit dem Aiwa CS880 Probleme mit Stereo/Mono hat.
Könnte dir bei deinem Problem ggf. auch weiterhelfen.


[Beitrag von Rabber am 26. Jan 2018, 23:09 bearbeitet]
Mary_1271
Inventar
#3120 erstellt: 26. Jan 2018, 23:03
Hallo Rabber


Rabber (Beitrag #3119) schrieb:
So nach langer Vorschung ....


Dann bist Du im Forschen besser als meine schlechtere Hälfte. Das hatte er damals nicht "ergoogled".
Aber schön, wenn Du's hinbekommst. Vergiß nicht zu berichten.


Rabber (Beitrag #3119) schrieb:
Könnte dir bei deinem Problem ggf. auch weiterhelfen.


Bei welchem Problem jetzt genau? Unser CS-880 kann (seit geraumer Zeit) bestes Stereo. Es war definitiv kein IC.

Liebe Grüße
Mary
Rabber
Ist häufiger hier
#3121 erstellt: 03. Feb 2018, 16:37
So ich bin es mal wieder
Ja das passiert wenn man auf Achse ist :/

Der IC kann es doch nicht sein, da der nur für das Radio zuständig ist, zum Glück konnte ich jetzt das Problem auf ein kleinen Bereich eingrenzen
20180203_155254

Wie man sieht, wird das Signal des linken Kanals unter Line In am Phono Amp vorbeigeführt und kommt beim Schalter S1-1 (Tape/Radio/Phono) an.
Da das Radio im Stereo Betrieb einwandfrei funktioniert schließe ich alles was danach kommt aus.

Beim rechten Kanal bin ich etwas ratlos, der geht einfach in die Box in der (Rch) steht, die Bezeichnung ist öfter zu finden und ich glaube das es für den Right Channel steht bin mir aber nicht sicher. Zusätzlich sind beide Line In Anschlüsse miteinander gebrückt was nach meinem Verständnis kein Sinn ergibt, aber auch erklären könnte warum ich Musik aus dem Linken Kanal höre wenn ich nur im rechten Line In drin bin.
Wie da ein Stereo Signal zustande kommen soll??
20180203_162503

Die Platine ist leider sehr unübersichtlich

Achso ich hatte nur gelesen, dass du Probleme mit dem Radio Empfang unter Stereo hattest.
Mary_1271
Inventar
#3122 erstellt: 03. Feb 2018, 19:14
Hallo Rabber

Also mit Stromlaufplänen "tue" ich mich sehr schwer. Meine "schlechtere Hälfte" hat da leider auch nicht soooo die große Ahnung. Bei solchen Sachen wir bei Dir müßte er auch "die Segel streichen". Es wäre jetzt gut, wenn sich jemand mit echter Ahnung Deiner Sache annimmt. Es gibt solche Leute hier. Wenn allerdings aus dem Schaltbild so undeutlich hervorgeht, was "Phase" ist, dürfte es vielleicht auch für einen Profi schwieriger werden. Ich sehe hier "den Kaiser"!
Vielleicht haben die es sich ja mit dem Schaltbild einfach gemacht und wollen mit der gestrichelten Umrandung von Rch sagen, daß es gleich dem linken Kanal ist....quasi gespiegelt (was ich aber selbst nicht glaube).

Rch dürfte tatsächlich für Right Channel (rechter Kanal) stehen. Schöne wäre dann aber auch, wenn irgendwo zur Bestätigung Lch stehen würde.

Maximale Erfolge weiterhin und vergiß nicht zu berichten.

Liebe Grüße
Mary
bierman
Inventar
#3123 erstellt: 04. Feb 2018, 01:11
Naja, bei Stereo-Geräten sind alle Verstärker-Komponenten für links und rechts identisch. Daher ist in vielen Schaltplänen auch nur einer (meist der linke) abgebildet. Dient der Übersicht.

Im Signalweg liegt der rec/playback-Schalter, meist ein langer (gelegentlich auch zwei) Schalter der mechanisch mit der Aufnahme-Taste des Tapedecks gekoppelt ist. Der ist bei solchen Geräten oft jahrzehntelang nicht benutzt worden und daher an den Kontakten gern mal korrodiert.

Stereo-UKW erfordert eine deutlich höhere Feldstärke als mono, und ein bis über den Hörbereich hinaus sauber arbeitendes Empfangsteil. Oft ist nicht der Stereo-Decoder (-IC) schuldig wenn Stereo-Empfang nur noch mäßig funktioniert.

Zum "Herantasten" an die Fehler ohne Schaltplan und sonstige Dokumentation hat sich bei mir bewährt:
- erstmal von allen verbauten ICs die Datenblätter besorgen und die Platinen auf mechanische Schäden und offensichtlich defekte Lötstellen untersuchen
- liegt eine plausible Spannung an den dokumentierten Pins an? Abweichung von ein paar % sind bei Analogtechnik meist unkritisch (falls nicht ist das idR im Datenblatt erwähnt)
- gibt es erhebliche Kontaktprobleme die nachfolgende Fehlersuche unmöglich machen?
- Wo im Signalweg beginnen die Störungen? mit hochohmigem (!!) Ohrhörer und Reihen-Kondensator kann man das ganz gut verfolgen, wenn kein potentialfreier Messverstärker oder Oszilloskop greifbar ist.


In dem Fall hier wird der Phono-Preamp Eingangs- und Ausgangsseitig überbrückt wenn der (vermutlich vierpolige Um-)Schalter auf Line steht. Das Signal geht dann (nach dem Funktionswahlschalter und einem Spannungsteiler) in den Rec/PB-Switch den ich oben schon mal erwähnt habe. Der sollte auf jeden Fall überprüft werden, ist nicht gerade selten die Ursache...
Rummsundfiep
Inventar
#3124 erstellt: 25. Feb 2018, 14:43
[/url]
hat jemand hier Interesse an einem Universum 16000?
Habe ich letztens bei einer Haushaltsauflösung geschenkt bekommen.
Geht nur auf dem rechten Kanal und der Deckel vom Batteriefach fehlt.
Antennen sind intakt. Der Vorbesitzer hatte ihn wohl schon mal geöffnet.
Das Problem scheint der Stecker für die Lautsprecher zu sein.
Ich würde den gegen übernahme der Versandkosten abgeben.
Bitte PM!
LG Jörg
 BLASTER_universum
 BLASTER_universum
 BLASTER_universum
 BLASTER_universum
[url]842786[/img
]842787


[Beitrag von Rummsundfiep am 25. Feb 2018, 20:20 bearbeitet]
Rabber
Ist häufiger hier
#3125 erstellt: 04. Mrz 2018, 21:01
Heureka,
Ich habe mein geliebten Aiwa CS880 endlich zum laufen gebracht
Nun kann ich endlich über Line In Stereo hören, das Problem lag an der Platine.
Die Stromlaufpläne passen nicht zu dem CS880 zumindest nicht zu meiner Revision und daher konnte ich auch nicht auf die Lösung kommen.
Das Problem war am Aux/Phono Schalter zu suchen, da wo das Signal eigentlich in der Aux Stellung an den Mode Schalter weiter geleitet werden sollte ist durch die Platine der linke und der rechte Kanal miteinander verbunden sodass unter Aux nie ein Stereo Signal zustande kommen konnte.
Jetzt habe ich die Leiterbahn einfach durchtrennt und siehe da es funktioniert.

Keine Ahnung was sich die Erfinder dabei gedacht haben aber zumindest läuft es jetzt und der Klang ist ja mal sowas von lecker der haut die Kickbässe raus und das bei Lautstärken, alter Vatern, da muss man sich manchmal umgucken ob da nicht die Große Anlage läuft.

Fazit:
Insgesamt war es mir jeden Cent und jede Stunde wert die ich in das Projekt gesteckt habe

Vielen Dank an dieser Stelle noch für die Hilfsbereitschaft hier in dem Forum
und noch ein großen Dank an Mary_1271 für den Tipp mit den Sicken

Werde auf jeden Fall am Ball bleiben
Mary_1271
Inventar
#3126 erstellt: 05. Mrz 2018, 18:00
Hallo Rabber

Gratuliere

Wer weiß, was bei der Montage Deines CS-880 damals schiefgelaufen ist. Kann ja unmöglich so gewollt sein.

Unser AUX funktioniert auch nicht. Nur ein leises verzerrtes Signal. Schaltet man auf Phono (nur für Plattenspieler), fliegt einem fast das Gerät um die Ohren. Allerdings logischerweise (auch) sehr verzerrt. Wer weiß, was damit ist. Mein Mann hatte den AUX-Eingang nie ausprobiert.....eigentlich jetzt nur mal durch Zufall. Somit hätte er gelegentlich wieder was zum basteln......unfreiwillig.

Ja, der Klang ist phänomenal.....wenn man bedenkt, daß das Gehäuse, zwar als geschlossene Kammer ausgelegt, aber trotzdem "nur" aus Plastik ist. Die Bässe kommen richtig gut. Und je nachdem wie und wo man den CS-880 positioniert, könnte man "etwas Großes" vermuten. Da klingen bassmäßig allenfalls zwei mir bekannte Geräte gewaltiger. Eines davon sind die JCV Boomboxen RV-NB .... mit den 16er Basslautsprechern. Wie besitzen einen RV-NB1.

Das zweite Gerät, was noch etwas besser (bässer ) als der 880er klingt, werde ich demnächst mal vorstellen. Dieses tragbare Gerät aus dem Jahr 1981 liefert nicht nur fettere Bässe (ähnlich JVC-Boombox), es klingt zudem noch richtig schön hell. Ich verrate nur soviel. Es handelt sich um gute deutsche Wertarbeit.

Die Lautstärke des 880er AIWA ist ebenfalls der Kracher. Im Batteriebetrieb dürften dann aber die 9 Monozellen schnell erschöpft sein. Um Deine programmierten Radiosender zu "halten", setze unbedingt die beiden R6-Batterien ein. Sonst löscht es jedesmal nach dem Ausschalten den Senderspeicher.
Geht denn Dein Cassettenlaufwerk auch wieder? Antriebsriemen gibt es ja bei Ebay bei einem Portugiesen.

Na dann. Ich wünsche Dir ganz viel Freude mit dem AIWA CS-880. Damit kannst Du ein Gerät Dein Eigen nennen, welches sicherlich in die Top Ten der besten Radiorecorder der Welt gehört.

Liebe Grüße
Mary
Ldairforce512
Ist häufiger hier
#3127 erstellt: 08. Mrz 2018, 15:56
Moin.
Toller Thread..
Kann mir jemand eine Empfehlung für Händler von Vintage Ghettoblastern geben.
Ich möchte mir nun einen Kindheitstraum erfüllen...
Thx,
Lutz
Mary_1271
Inventar
#3128 erstellt: 08. Mrz 2018, 21:49
Hallo Lutz

Das wird schwierig. Die allermeisten beziehen ihre Geräte aus der "Bucht".....also Ebay und Ebay-Kleinanzeigen. Und freilich sind die Geräte in den meisten Fällen reparaturbedürftig. Restaurierte Geräte werden zwar auch angeboten, dann aber oftmals zu unchristlichen Preisen.

Wie heißt denn der Kindheitstraum? Vielleicht können wir diesbezüglich Tips geben.

Liebe Grüße
Mary
Ldairforce512
Ist häufiger hier
#3129 erstellt: 08. Mrz 2018, 22:55
Danke Mary für die Antwort.
Ein Sharp 9696 in sehr guter techn. wie optischer „Verfassung“ wäre mein Traum. Diverse Crowns, Risings, Sanyos, Aiwas und Hitachis wären auch ganz oben auf der Liste...
Ich würde auch vernünftig dafür zahlen wenn die Dinger Top sind.
Würde mich freuen hier weiter zu kommen .
Thx
DOSORDIE
Inventar
#3130 erstellt: 09. Mrz 2018, 13:21
Tja Mary ich tippe mal auf den Telefunken Studio 1M oder wie er heißt.

Der Boomblaster ballert zwar schön, aber insgesamt ist das Gerät halt mehr schlecht als recht. Der Tuner ist verglichen mit alten Geräten miserabel, das Cassettenlaufwerk spult lahm und macht wahnsinnig Krach, bis es auf Befehle reagiert vergehen gefühlt Sekunden und man kann die Cassette wenn man was sucht weder sehen, noch gibt es einen Pausensuchlauf, hinzu kommt, dass man durch die One Touch Bedienung kein Band zurückspulen kann, während man was anderes hört, die Cassette geht beim Umschalten auf eine andere Quelle aus.

Der CD Player ist nicht in der Lage während des Transports CDs ohne Sprünge zu spielen und das Gerät lässt sich beschissen tragen. Der Voverstärker oder die Endstufen selber rauschen pervers laut, so dass es damit kaum möglich ist abends im Bett noch ein Hörspiel zu hören. Wenn da das Rauschen nicht stört, stört die Mechanik des Cassettenlaufwerks.

Der Tuner ist so mies, dass ich an einem nahe liegenden See mit Freunden kein Planet Radio empfangen konnte und in Mühlhausen kein MDR Thüringen. Mit den alten Kisten ging Beides ohne Probleme. Erst dachte ich an ein Trennschärfenproblem, weil der Boomblaster hier im Haus ähnlich viele Sender empfängt, wie meine alten Geräte, es wird auch irgendwo im Internet berichtet, dass der Tuner besser wird, wenn man einen schmaleren Filter einsetzt. In meinem Fall macht das aber eigentlich keinen Sinn, weil im näheren Umfeld der beiden Sender keine Überlagerungen anderer Frequenzen statt finden. Die Trennschärfe ist zwar tatsächlich nicht sonderlich gut, aber bis auf Rauschen und ein sehr leises Planet Radio bzw. im zweiten Fall MDR Thüringen habe ich da leider nicht vernommen.

Auf den ersten Blick macht der Kasten einen wahnsinnigen Spaß. Mobil sind aber bei hohen Lautstärken nach 4 Stunden die Batterien so leer, dass man den Bass maximal noch auf 1 betreiben kann. Auch sind die Woofer einfach nicht sonderlich hochwertig und bei schnellen Bässen hört man nur noch ein Blubbern und ab einer gewissen Lautstärke Schnarren/Furzen, das man nie ganz weg bekommt (natürlich kommt es auch auf die Musik an). Die Gehäuse Resonanzen nehmen außerdem im Laufe der Jahre zu und ganz schnarr frei bekommt man es auch mit Silikon nicht.

Außerdem gibt es bis auf den Bass Regler keine Möglichkeit, außerhalb der festen EQ Presets den Klang zu regeln. Die Breitbänder haben einen sehr kleinen Sweetspot und klingen in alle anderen Richtungen dumpf und unpräzise. In einem Forum hat mal Jemand die Breitbänder gegen Koax Systeme getauscht, dadurch wurde zwar die Höhenwiedergabe besser, aber der Verstärker hat noch lauter gerauscht. Noch dazu kommt dass durch das Woofer/Breitbänder Prinzip ein Mittenloch entsteht, so ganz verstehe ich das aber nicht, denn die Breitbänder haben in ihren „Eimern“ eigentlich genug Platz, die fehlenden Frequenzen zwischen Bass und Mitten zu erzeugen. Kann auf Dauer sehr Unangenehm bis nervig werden.

Dann gibt es noch den Active Clear Sound. Welcher Idiot sich das ausgedacht hat weiß ich nicht. Der schaltet nur die Höhen zu, wenn ein gewisser Pegel erreicht ist. Da Cassette und Tuner von Haus aus leiser als CD sind, ist das da so gut wie nie der Fall und wenn sie dann im Takt des Beats zugeschaltet und wieder abgeschaltet werden entsteht ein abartiges Pumpgeräusch, das so klingt als hätte ein Cassettenband Wellen. Laut Werbung dient ACS zur Verbesserung des Rauschverhaltens... wozu bei CD? Und wie soll das das Rauschverhalten senken, wenn der Verstärker eh rauscht wie eine schlechte Ferro Cassette?!

Ich habe mich schon gefragt, ob es eine Möglichkeit gibt die Schwelle vom ACS hochzudrehen, sodass die Höhen dauerhaft zugeschaltet werden, aber weil ich mein Gerät komplett verklebt habe, weil es vorher nur gescheppert hat, habe ich mich darum nie gekümmert.

Mir wäre es lieber gewesen, man hätte das Gerät für 100 Euro mehr verkauft, aber dafür alles ein bisschen besser gemacht. Eine ziemliche Fehlkonstruktion - leider.

LG Tobi
Rabber
Ist häufiger hier
#3131 erstellt: 09. Mrz 2018, 16:25
Wie Mary schon sagte,
Am besten in der Bucht ausschau halten, da man ansonsten deutlich zu viel für die Kisten hinlegt.
Ich sage nur JVC M90 für 4000€
Ab und zu lassen sich aber auch echte Schnäppchen schießen, aber oft muss man wohl noch selber etwas Arbeit rein stecken.

Ich war mal so frei und hab ein Video von meinem Schatz gemacht.

Was soll ich sagen man sitzt nur da und das Grinsen wird immer breiter (Vielleicht nicht jedermanns Musikgeschmack)
Ldairforce512
Ist häufiger hier
#3132 erstellt: 09. Mrz 2018, 16:45
Yep das mache ich.
Ich habe mir erstmal einen Crown 850L geschossen. Mal sehen was das wird.
Grüsse
Ldairforce512
Ist häufiger hier
#3133 erstellt: 15. Mrz 2018, 22:02
Moin.
Habe nun auch noch bei einem GF-9696 zugeschlagen. Tolles Gerät! Manko... Er leidet wohl an dem Idler Problem. Rewind, Fast Forward alles gut nur beim Abspielen gibts halt Salat. Habt ihr einen Tip wer das für mich fixen könnte? Gibts Empfehlungen für Techniker im Norden die sich auf die alten Kisten spezialisiert haben?
Grüsse aus HH,
Lutz
DOSORDIE
Inventar
#3134 erstellt: 16. Mrz 2018, 05:14
Das kannst du erst mal selber probieren. Die Sharps sind zwar klanglich nicht die Besten, aber die darin verbauten Komponenten gehören mit zu dem Solidesten und Besten was es in der Zeit gab, bis auf den GF 9595 und den WF 939/940 sind eigentlich alle Cassettenlaufwerke sehr gut zu fixen, außerdem sind die meisten Geräte, abgesehen vom 777 sehr Servicefreundlich aufgebaut.

Du musst (in den meisten Fällen) eigentlich nur das Idler mit einer Nagelfeile oder 1000er Schleifpapier ein bisschen auf rauhen und dann zieht das wieder wie am ersten Tag, manchmal reicht es schon, wenn du es ne Weile mit einem Wattestäbchen mit Isopropyl reinigst. Es gibt aber auch Fälle wo das Gummi echt im Eimer ist. Mary empfiehlt für sowas aber Walzenreiniger. Damit habe ich noch keine Erfahrungen, soll aber hervorragend wirken.

LG Tobi
Mary_1271
Inventar
#3135 erstellt: 18. Mrz 2018, 00:17
Hallo


Rabber (Beitrag #3131) schrieb:
Was soll ich sagen man sitzt nur da und das Grinsen wird immer breiter (Vielleicht nicht jedermanns Musikgeschmack)


Oooch. Das ist die typische elektronische Musik von "sunshine Live"...... der Sender, der in den 90ern und Anfang der 00er Jahre bei uns häufig lief. Jetzt kann man höchstens noch die Classics hören.
Gratuliere zum AIWA CS-880. Aber den Höhenregler in Mittenstellung....bei der (relativen) Hochton-Armut des CS-880?
Geht denn das Cassettenlaufwerk? Radiosender werden gut empfangen? Geht die Mittelwelle?


Ldairforce512 (Beitrag #3133) schrieb:
Habe nun auch noch bei einem GF-9696 zugeschlagen. Tolles Gerät!


Prima. Wir hatten mal den GF-9797 und den GF-9292. Der 9797er hatte einen sagenhaft guten UKW-Tuner. Im 9696 dürfte derselbe Synthesizer-Tuner verbaut sein.


Ldairforce512 (Beitrag #3133) schrieb:
Manko... Er leidet wohl an dem Idler Problem. Rewind, Fast Forward alles gut nur beim Abspielen gibts halt Salat.


Das Allererste, was man bei diesen (alten) Cassettenrecordern macht, ist das Erneuern des Riemens, der Andruckrolle und gegebenenfalls das Aufarbeiten/Erneuern diverser Reibräder. Diese Reibräder (Idler) wird man in aller Regel nicht mehr neu bekommen. Mache es, wie es DOSORDIE beschrieben hat. Dafür müssen die meisten Reibräder nichtmal ausgebaut werden......was allerdings die sauberste Lösung wäre. Ich befürchte jedoch, daß Dein handwerkliches Geschick Grenzen hat (bitte nicht falsch verstehen).
Versuche die Gummis der Reibräder mit feinstem Schleifpapier gefühlvoll aufzurauhen und/oder nimm einfach Walzenreiniger mit Regenerator. Damit die Idler solange mit mehreren Wattestäbchen reinigen, bis das letzte Wattestäbchen kaum noch "dunkel" wird. Danach läßt Du allerdings den Regenerator "seine" Arbeit tun......also z.B. über Nacht wirken lassen.

Falls Du das Geld für den Walzenreiniger nicht investieren möchtest, ..... um reinen Alkohol um wenigstens Tonkopf, Löschkopf, Capstanwelle und sämtliche Gummiräder zu reinigen, kommst Du nicht drumherum. Ton-und Löschkopf. Bandführungen und Capstan aber bitte keinesfalls mit dem Walzenreiniger säubern!!! Der ist wirklich nur für Gummi zuständig.

Andruckrollen (ohne Halter) bekommt man in (fast) allen Größen in der "Bucht". Dabei ist der Anbieter "fred-gewinnt" die beste, weil im Preis fairste Adresse. Der Wechsel der Andruckrolle ist jedoch nichts für blutige Anfänger. Du mußt das Ding ausbauen und die Welle mit einem geeigneten Gegenstand ausdrücken. Andererseits hat jeder mal angefangen. Wenn Du Fragen hast....einfach fragen.


DOSORDIE (Beitrag #3130) schrieb:
Tja Mary ich tippe mal auf den Telefunken Studio 1M oder wie er heißt.


Genau. Es ist ein Telefunken HiFi Studio 1M. Das Ding ist der Hammer. Wenn ich genügend Zeit habe, stelle ich die Kiste mal vor.
Was Du über die JVC-Boomboxen (RV-NB bis 20) geschrieben hast, ist prinzipiell richtig. Ein mieser Tuner, keine getrennte Höhen-und Tieftonreglung (nur dieses komische ACS), etwas Höhenarmut. Allerdings klingt unser RV-NB1 bassmäßig immernoch recht sauber. Da "schnarrt" nichts. Bei hohen Lautstärken und entsprechender basslastiger Musik ist's natürlich vorteilhaft den Bass wenigstens um einen Punkt von 6 auf 5 runterzuregeln.

Liebe Grüße
Mary
Ldairforce512
Ist häufiger hier
#3136 erstellt: 18. Mrz 2018, 06:38
Danke für die Tips.
Das hört sich ja alles abwendig aber machbar an.
Danke nochmals.
Lutz
DOSORDIE
Inventar
#3137 erstellt: 18. Mrz 2018, 08:53
Ja Mary, der Telefunken klingt wirklich gut, ist auch verrückt zuzusehen, wie die Membranen fast raus zu springen scheinen, weil die Treiber wohl recht weich aufgegangen sind. Ich hatte auch schon mal einen vor mir. Was mir daran allerdings wie immer gar nicht gefällt ist das schnöde deutsche Design (da würde ich einen Grundig RR 1140 in Silber vorziehen) und diese blöde deutsche Eigenart, dass bei so hohen möglichen Leistungen die Leistung auf 1/10 reduziert wird weil man nur 6 Batterien rein machen kann, anstatt eben 10 oder 12 und ein bisschen mehr Leistung. Sony hat das bei der FH 7 ja auch gemacht, da kann man mit 12 D Zellen so ziemlich die volle Leistung des Geräts ausschöpfen, zumindest einige Zeit.

Und was beim Telefunken auch total daneben ist, ist der eigenartig auf dem Kopf stehende Cassettenschacht mit diesen hässlichen Tasten. Absoluter Stilbruch. Ich hatte mal einen GF 9595, der hatte auch einen PLL Tuner, war empfsngstechnisch für die Zeit echt gut, finde aber die Sharps schlagen sich da alle sehr gut was die Empfangsleistung angeht, die Japaner Rauschen in Stereo halt meistens früher, als die deutschen Tuner, was sehr schade ist. Der GF 9696 hat allerdings einen analogen Tuner, ich schätze du verwechselst ihn mit dem GF 9595. Der GF 9696 ist nämlich der Nachfolger vom GF 9494, während der GF 9595 keinen richtigen Vorgänger oder Nachfolger hat und der GF 9797 ist wiederum der große Bruder vom GF 8787-GF 8989... :-)

LG Tobi
mhurm
Schaut ab und zu mal vorbei
#3138 erstellt: 18. Mrz 2018, 12:05
Habe mal einen GF-9191 repariert und meine es war an der Capstanwelle, leicht verdeckt durch ein Gussteil,ein zusätzliches Gummi verbaut. Schlecht zu erkennen, da es fast vollständig zerbröselt war. Ist in Form ähnlich einer Andruckrolle und drückt bei Play gegen ein Zwischenrad.
Sollte beim GF-9696 recht ähnlich oder gleich sein.

Allgemein zu Andruckrollen:
Die würde ich generell ersetzen, da sie oft ungleich abgenutzt sind und reinigen oder abschleifen nicht zu einem guten Ergebnis führen. Mit der Spitze eines Kreuzschlitzschraubendrehers die Welle leicht ausrücken und dann mit einer Zang raus ziehen.

Oh ja, die Studio 1 sind schon tolle Geräte, allerdings erwischt man oft verbastelte Teile mit zusätzlich eingebauten Fehlern. Teils brechen im Laufwerk auch Plastikaufhängungen, dann wird´s aufwendig.
Rabber
Ist häufiger hier
#3139 erstellt: 18. Mrz 2018, 12:19

Mary_1271 (Beitrag #3135) schrieb:
Hallo

Oooch. Das ist die typische elektronische Musik von "sunshine Live"...... der Sender, der in den 90ern und Anfang der 00er Jahre bei uns häufig lief. Jetzt kann man höchstens noch die Classics hören.
Gratuliere zum AIWA CS-880. Aber den Höhenregler in Mittenstellung....bei der (relativen) Hochton-Armut des CS-880?
Geht denn das Cassettenlaufwerk? Radiosender werden gut empfangen? Geht die Mittelwelle?


Also ich muss sagen, dass ich eher die Höhen sogar etwas herunter regel, weil man bald denkt da würde ein Hochtonhorn vor einem sein.
Das kann aber auch am Eingang liegen, z.B reichen mir für den Bass im Alltag über Line In schon +2 während es unter Radio schon +6-8 sein müssen um den gleichen Effekt zu erzielen

Das Tapedeck habe ich nicht angefasst aber zumindest sahen die Zahnräder noch alle gut aus,
für mich aber erstmal eh nicht so interessant, da ich das Tapedeck nicht nutzen würde und ich erstmal Spaß mit der Kiste haben will
In ein paar Jahren werde ich mal die Elkos austauschen, nach bald 40 Jahren kann ich mir vorstellen das die auch nicht mehr die Besten sind gerade die am Netzteil, ggf. repariere ich dann gleich das Tapedeck mit .

Radio funktioniert auf Mono mit allen Sendern super, auf Stereo kommt es auf den Sender an, stärkere Sender werden problemlos empfangen andere nur mit einem mehr oder weniger starken Hintergrundrauschen.
kaizersosse
Stammgast
#3140 erstellt: 22. Mrz 2018, 14:32
Ich weiß, dass gute Stück sieht fürchterlich aus, ist aber anscheinend kein schlechter Ghettoblaster.
Da muss natürlich noch ordentlich Arbeit reingesteckt werden, ich glaube aber, dass Gerät ist es wert.

Hier ein Bild vom Zustand, so wie ich ihn vom Wertstoffhof bekommen habe:

JVC RC M90W

IMG_4995
Django8
Inventar
#3141 erstellt: 22. Mrz 2018, 15:41
Schaut auf jeden Fall sehr beeindruckend aus . Ich drück Dir die Daumen. dass Du's wieder hinkriegst
kaizersosse
Stammgast
#3142 erstellt: 22. Mrz 2018, 15:56

Django8 (Beitrag #3141) schrieb:
Schaut auf jeden Fall sehr beeindruckend aus . Ich drück Dir die Daumen. dass Du's wieder hinkriegst :)


Danke Dir werde ich brauchen. Reinigen,Beleuchtung, Potis usw. bekomme ich noch hin, auch mal ein Paar Elkos wenn´s sein muss. Wenn das Laufwerk aber einen Schaden hat, gehe ich da nicht ran.

Scheint "Der heileige Grahl der Ghettoblaster" zu sein, wenn man sich in div. Foren umschaut. Was da teilweise an Preisen bezahlt wird, lässt mich erstaunen. Naja, meiner ist da noch weit von entfernt

Hier gibts z.b. interessante Infos:
http://wikiboombox.com/tiki-index.php?page=JVC+RC-M90


[Beitrag von kaizersosse am 22. Mrz 2018, 16:01 bearbeitet]
Django8
Inventar
#3143 erstellt: 22. Mrz 2018, 16:55
Das Teil hat ja sogar DOLBY und ANRS !
DOSORDIE
Inventar
#3144 erstellt: 22. Mrz 2018, 20:22
Wenn ich das sehe, will ich ehrlich gesagt gar nicht wissen, was da jeden Tag so entsorgt wird :-(

LG Tobi
Mary_1271
Inventar
#3145 erstellt: 23. Mrz 2018, 01:29
Hallo


DOSORDIE (Beitrag #3137) schrieb:
Was mir daran allerdings wie immer gar nicht gefällt ist das schnöde deutsche Design (da würde ich einen Grundig RR 1140 in Silber vorziehen) und diese blöde deutsche Eigenart, dass bei so hohen möglichen Leistungen die Leistung auf 1/10 reduziert wird weil man nur 6 Batterien rein machen kann,...


Das Design des Telefunken Studios hat aber trotzdem was. Eben weil es schnöde deutsch ist, ist es schon fast wieder hübsch. Spätestens nach dem Einschalten vergißt man das Design. Ach ja. Es passen übrigens 8 Monozellen R20 rein und kommt somit auf 12 Volt.....bzw. bei neuen "nichtwiederaufladbaren" Batterien auf fast 13 Volt. Klar merkt man den Verlust der Leitung via Monozellen. Aber immernoch besser, als wenn man beispielsweise 8 Akkus mit ca. 1,2 Volt nimmt und somit auf nur ca. 10 Volt kommt. Das kannste wirklich vergessen.
Aber am 230-Volt Netz haut es einem fast den Draht aus der Mütze. Soviel ist sicher.


DOSORDIE (Beitrag #3137) schrieb:
........ich schätze du verwechselst ihn mit dem GF 9595. Der GF 9696 ist nämlich der Nachfolger vom GF 9494, während der GF 9595 keinen richtigen Vorgänger oder Nachfolger hat und der GF 9797 ist wiederum der große Bruder vom GF 8787-GF 8989... :-)



Alles klar. Ich hatte es wirklich mit den 9595 verwechselt. Wir hatten auch nicht den 9292 sondern den 9191. Frau wird alt.


Rabber (Beitrag #3139) schrieb:

Also ich muss sagen, dass ich eher die Höhen sogar etwas herunter regel, weil man bald denkt da würde ein Hochtonhorn vor einem sein.
Das kann aber auch am Eingang liegen, .......


Freilich. Wenn man einen externen CD-Player usw. ansteckt, könnte es tatsächlich heller klingen als der interne Tuner.


kaizersosse (Beitrag #3142) schrieb:
Scheint "Der heileige Grahl der Ghettoblaster" zu sein, wenn man sich in div. Foren umschaut. Was da teilweise an Preisen bezahlt wird, lässt mich erstaunen.


Naja....heiliger Gral....... Wird allermal besser klingen als sämtliche Sharp-Kisten (Ausnahmen vielleicht GF-777) und er wird ein gutes Cassettenlaufwerk besitzen und guten UKW-Empfang haben. Einen M90 weggeschmissen? Meine Güte..... Mansche Leute sind wirklich bekloppt.
Für die Dinger werden in der "Bucht" unglaubliche Preise aufgerufen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß tatsächlich jemand mehrere 1000 Euronen für die Kiste löhnt. Und ich mache jede Wette, daß der AIWA CS-880 besser klingt......zumindest im Bassbereich. Höhen kommen vielleicht beim M90 besser rüber. Keine Ahnung. Hochtonmäßig wird aber alles mir bekannte vom Telefunken Studio 1M übertroffen. Die Höhen kommen dort dermaßen spitz.....fast schon aggressiv, daß sogar ich, als Hochtonfetischistin, den Höhenregler bestenfalls auf Stellung "2 Uhr" stehen habe. Der Telefunken hat in Neutralstellung beinahe noch mehr Höhen als der CS-880 mit voll aufgedrehten Höhenregler. Die Bässe haben JVC RV-NB1 Niveau.

Ich wünsche Dir "kaizersosse" maximale Erfolge bei der Restauration des M90.


Django8 (Beitrag #3143) schrieb:
Das Teil hat ja sogar DOLBY und ANRS !


ANRS und Super ANRS kann man mit Dolby B und C vergleichen, ist zumindest weitgehend kompatibel mit Dolby und ist meines Wissens eine JVC-Entwicklung.

Liebe Grüße
Mary
DOSORDIE
Inventar
#3146 erstellt: 23. Mrz 2018, 05:53
Die meisten Sharps klingen echt weniger gut, ich hatte mal einen GF 9292, der Klang war wirklich unterirdisch, blechern, mittenlastig und trotz echten Hochtönern ekelhafte fast nicht vorhandene Höhen.

Die späteren Geräte sind dann besser, der GF 9595 klingt z.b. Ziemlich gut, kommt aber an die JVCs überhaupt nicht ran. Das Problem bei Sharp sind die niederohmigen Lautsprecher, die versuchen damit wahrscheinlich höhere Lautstärken zu erreichen, als Andere, was auch funktioniert, der M70 geht längst nicht so laut, wie der GF 9000 bei selber Leistung, dafür steigt auch der Klirr massiv und durch die extrem harte Aufhängung kommen die Bässe auch nur in bestimmten Umgebungen richtig gut rüber. Der GF 9000 kommt durch seine größeren Membranen recht tief, aber eben nicht bei jeder Aufsfellung, manchmal hat man das Gefühl, es sei gar kein Bass vorhanden. Durch die weichere Aufhängung beim M70 und die 8 Ohm Lautsprecher kommen die Bässe dort z.B. Im Freien wesentlich besser, dafür kommt der nicht so tief, weil die Membranflächen kleiner sind.

LG Tobi
kaizersosse
Stammgast
#3147 erstellt: 23. Mrz 2018, 07:34

Mary_1271 (Beitrag #3145) schrieb:


...Und ich mache jede Wette, daß der AIWA CS-880 besser klingt......zumindest im Bassbereich...



Hab das gute Stück bisher nur mal kurz gehört, der Bass hat mich sehr beeindruckt, sehr satt und recht tief, hatte mal eine Telefunken
Studio, da hatten die Bässe etws mehr Druck, gingen aber nicht so tief.

@Mary, ich danke Dir. Ich ersuche das Teil wieder flott zu bekommen, werde mir dafür aber reichlich Zeit lassen. Bilder gibt es dann irgendwann später mal.
Schubidu63
Neuling
#3148 erstellt: 23. Mrz 2018, 08:57
Hallo Gemeinde, habe in der Bucht einen Crown CSC850 l geschossen. Wollte ich schon immer mal haben.Allerdings hat sich im Laufe der Jahrzehnte der Riemen vom Deck aufgelöst. Hat jemand die Maße des Riemens und ne Quelle wo ich sowas beziehen kann? Ach ja und dann brauche ich ja noch ne Einbauanleitung (Bild)wie der Riemen verläuft. Danke im Voraus. Ist mein 1.Projekt. Mal sehen was dabei rauskommt.
bierman
Inventar
#3149 erstellt: 23. Mrz 2018, 09:35
Maße habe ich nicht. Mit dem CSC-850 hast du dir aber auf jeden Fall ein gutes Einsteigerprojekt ausgesucht. Das Tapedeck hat man schnell in der Hand es ist nicht sehr komplex aufgebaut. Ich müsste irgendwo auch noch nen 850er haben, den ich mal als Ersatzteilträger für meinen größeren günstig abgestaubt aber nie wirklich gebraucht habe...

Was ich an diesen Crown immer stark fand ist der geringe Stromverbrauch und das niedrige Gewicht. Meinen CSC-980L hatte ich eine zeitlang öfter mal mit raus genommen. Die Akkus hielten darin echt lange, obwohl die Lautstärke natürlich immer ausgereizt wurde. Auch der Bass ist toll, in der Zeit lief darauf viel Prodigy... die 20er Lautsprecher sind sehr effizient und erreichen eine hohe Lautstärke die auch auf ein paar Meter Distanz wirkt, trotz nur weniger Watt. Das Tapedeck sieht simpel aus, funktioniert aber gut und klingt vor allem richtig satt ohne Bass und Höheneinbußen. Das gilt für Wiedergabe, wie gut die Aufnahme war weiß ich nicht mehr.
Und die großen Pegelanzeigen sind einfach zum Verlieben!

Zum RC-M90... wow. einfach nur wow. Das ist ein derart toller Fund, da kann man einfach nur gratulieren. Neben dem Aiwa CS-880 wohl einer der wenigen "ganz großen" die ich noch nie in der Hand hatte. Schon der M70 klingt toll, der M90 dürfte noch mal ne Schippe drauf legen. Die Lautsprecher sollen sehr gut sein. Verstärker-seitig sind bei beiden BTL-Endstufen verbaut, das war Anfang der 80er noch was besonderes (mehr Leistung aus der selben Batteriespannung), die meisten Sharp hatten das nicht und die Crown auch nicht.

Ich hatte auch einige male die Gelegenheit etwas vom Schrott zu ziehen, zum Glück landen dort nicht so viele dieser Geräte und es gibt da und dort auch Menschen die was retten
kaizersosse
Stammgast
#3150 erstellt: 23. Mrz 2018, 10:56

bierman (Beitrag #3149) schrieb:


Ich hatte auch einige male die Gelegenheit etwas vom Schrott zu ziehen, zum Glück landen dort nicht so viele dieser Geräte und es gibt da und dort auch Menschen die was retten :)


So einen Crown hatte ich vor einigen Monaten auch dort eingesackt:

IMG_4213



Ich muss dazu sagen, dass ich mittlerweile ganz gute Kontakte zu unserem Diakonie Kaufhaus habe. Die legen mir alles was "verdächtig" ist zur Seite,
bevor Sie es wegschmeißen (natürlich behalten die auch einiges selbst und verkaufen es im Kaufhaus).
Ich bin auch nicht jemand, der nur nimmt. Zusammen mit dem JVC habe ich auch eine JURA X9 Profi Kaffemaschine mitgenommen, die repariere
ich (natürlich ohne was dafür zu nehmen) und bringe sie wieder zurück.
Ist also alles ein geben und nehmen

PS: Ich glaub, dass habe ich in einem anderen Thread alles schon mal erzählt
Schubidu63
Neuling
#3151 erstellt: 23. Mrz 2018, 17:48
Net schlecht Herr Specht.Hätte meinen auch gern günstiger bekommen.Aber was solls.
Denke der Ersteigerte kommt dann irgendwann kurz vor Ostern.
Hatte so ein Objekt ja als Jugendlicher schon im Auge.Aber damals Null Chancen.Komme aus Sachsen und hatte keinen Draht in den Westen.Habe zur Jugendweihe 1978 einen Kassettenrekorder Sonett bekommen.
Irgendwann als 16.-17.jähriger habe ich mir einen Radiobausatz gekauft und mein 1.Stereoradio selbst gelötet und desingt.
Ja sowas gabs damals im Osten.
Und jetzt als Mittfünziger fange ich an meinen Jugendträumen nachzurennen.Wie bescheuert muss man sein.
So das erst mal von mir als Neuling.
Suche allerdings immer noch die Maße der Belts-Riemen und ein Bild oder Video zum Einbau.

MfG Holger
DOSORDIE
Inventar
#3152 erstellt: 23. Mrz 2018, 18:07
Kann ich verstehen. Eigentlich waren Sehnsüchte zwischen Ost und West glaube ich ähnlich. Man muss davon ausgehen, dass man als Kind im Westen vielleicht die Möglichkeit hatte an die Dinge zu kommen, aber man brauchte auch das Geld und das hat man als Kind und auch als Jugendlicher meist nicht.

Wenn man sich mal umschaut ist es auch eigentlich eher eine Ausnahme, dass ein Jugendlicher die großen japanischen Kisten hatte. Wenn man Glück hatte, bekam man vielleicht einen Universum Super Sound 1600 oder sowas in die Richtung, aber die Meisten hatten doch eher Konservative Eltern, die die langweiligen Deutschen Kleingeräte von Grundig und Co. Beim Händler um die Ecke gekauft haben, weil ein japanisches Spitzengerät einfach zu teuer gewesen wäre, aber ein Grundig RR 1140 oder sowas in der Art war ja genau so teuer.

Die Geräte sind ja jetzt nur so rar, weil sie sich eben Niemand leisten konnte und der Wunsch nach Break Dance und Henkelware als Jugendlicher am Größten ist.

In der DDR war ja auch nicht Alles schlecht, aber die Geräte waren verglichen mit den japanischen halt potthässlich und hatten nur eine geringe Leistung.

Aber SKR 501 ist schon wieder so hässlich, dass er mich irgendwie anspricht. Und Soundtechnisch 2 R 4100 sind schonmal sicher nicht so übel, dazu das größere Gehäuse mit mehr Resonanzfläche sollte schon einen ganz stattlichen Sound machen und auch nicht unbedingt leise dazu die Basisverbreiterung, könnte schon beinah Westniveau erreichen.

LG Tobi
Schubidu63
Neuling
#3153 erstellt: 23. Mrz 2018, 20:52
Habe mich mal kundig gemacht. Gibt bei Youtube genügend Videos vom 850er.Teils Englisch, teils Russisch. Sollte kein Problem sein den Antriebsriemen zu wechseln. Bräuchte jetzt nur noch die Maße.
Mary_1271
Inventar
#3154 erstellt: 24. Mrz 2018, 01:19
Hallo


Schubidu63 (Beitrag #3151) schrieb:
Suche allerdings immer noch die Maße der Belts-Riemen und ein Bild oder Video zum Einbau.


Also verbaut wird im Crown CSC 850ein Vierkantriemen.
Da man als "Bastler" definitiv immer irgendwie Ersatzteile daliegen haben sollte, empfehle ich einfachmal dieses Set zu bestellen. Da sollte bestimmt etwas passendes dabeisein.
Du kannst auch noch spaßenshalber diese Riemen mit dazubestellen.

Ansonsten ausmessen mittels Bindfaden und dann locker min. 15% vom Umfang abziehen und gezielter suchen.

Der Crown ist sehr servicefreundlich aufgebaut und das Cassettenlaufwerk ist einfach zu reparieren. Andruckrolle nicht vergessen! Die ist unter Garantie auch "hinüber".

Liebe Grüße
Mary
Schubidu63
Neuling
#3155 erstellt: 24. Mrz 2018, 07:55
Danke Mary,diese Überlegung hatte ich auch schon. Einfach ein billiges Chinaset aus der Bucht bestellen und dann den passenden raussuchen. Hatte in einem englischen Forum gelesen das das ein Rechteckriemen 2mmx2mm ist.War mir nur über die Länge nicht im Klaren.
Werde das auf jeden Fall so machen und mal Bescheid geben. MFG
Mary_1271
Inventar
#3156 erstellt: 25. Mrz 2018, 13:53
Hallo

Ja, mache das. Und ein bebilderter Bericht über den Reparaturverlauf ist hier ebenfalls immer willkommen. Viel Erfolg.


Hier also wie angekündigt mal ein paar Einblicke in das Telefunken HiFi Studio 1M. Das "M" steht übrigens für Metall-Cassetten. Somit kann das 1M auch Cassetten mit Reineisenbeschichtung aufnehmen. Im "M" geht auch im Gegensatz zum Studio ohne "M" das UKW-Frequanzband bis 108 Megahertz. Desweiteren hat das "M" ICs verbaut.

Mein Mann (ich eigentlich auch) wollte(n) schon immermal wissen, wie denn nun das legendäre Telefunken HiFi Studio klingt...... und da es natürlich...wenn schon, denn schon, ein "M" sein sollte, hat er sich bei Ebay umgeschaut. Nun ja. Angeblich überholte HiFi-Studios werden ja gleichmal für 400,-€ und mehr angeboten. Das kam nicht infrage. Wo bleibt denn bei einem überholten Gerät der Bastelspaß? Und so hat er sich für ca. 160,-€ eines "geschossen". Außer dem Cassettenlaufwerk und die Beleuchtung für den Feldstärke-Zappelmeter (Birnchen wurde erneuert) soll die Kiste soweit in Ordnung sein. Na gut. Jeder hat da andere Vorstellungen.

Das Gerät kam halbwegs sicher verpackt an. Beschädigungen am Karton waren keine zu sehen. Immerhin wiegt so ein HiFi-Studio satte 13,5 Kilogramm.......ohne Batterien! Das Erste, was meine "schlechtere Hälfte" sah, daß der Feldstärke-Indikator nicht mehr richtig an seinen Platz saß. Der Karton mußte also beim Transport hart aufgesessen haben. In den Ebay-Bildern war das definitiv in Ordnung. Das Gerät einfachmal angesteckt und eingeschaltet. Zufällig kam auch gleich ein Sender mit guter Musik. Erster Eindruck. Wow. Zweiter Eindruck.....kratzende und aussetzende Regler. Die Nadel für die Skala bewegt sich keinen Millimeter von der Stelle. Sender lassen sich aber einstellen. Davon stand natürlich nichts in der Ebay-Beschreibung. Mit dem Cassettendeck "will" der Verkäufer vor ca. 2 Jahren für jemanden eine Cassette bespielt haben. Mein Guter steckt eine entberliche Cassette ins Laufwerk und drückt "Play". Es kam nur ein furchtbares Gebrumme aus den Lautsprechern. Als er die Cassette wieder rausnehmen wollte, ging das Cassettenfach nicht mehr auf. Meine Güte....

Irgendwie ging es dann trotzdem noch auf.....Cassette raus und ab mit dem Gerät in seinen Bastelkeller.
Beim Zerlegen des Telefunken waren wir angenehm überrascht. Man sieht nirgendwo Schrauben.....bis man die Boxen abnimmt. Dann kommen diese an den Seiten unscheinbar zum Vorschein. Das nenne ich mal (deutsches) Einfallsreichtum.
Bei Ebay-Kleinanzeigen hat irgend ein "Honk" an seinem zum Verkauf gestandenen Studio angeblich nur den Zählwerksriemen wechseln wollen, brachte aber die Frontblende nicht ab und hat das Dingens verbogen. Mein Mann sah aber sofort, was das "Rindvieh" (Tschuldigung) übersehen hat. Nach dem Abschrauben der Knöpfe verborgen sich zwei Muttern auf den Klangregler-Potis, an denen die Front mit befestigt war.

Die Bedienknöpfe sind ein erster Kritikpunkt. Leider besitzen die, wie es eigentlich üblich ist, keine Arretierung. Die Wellen sind einfach rund und in den Knöpfen befinden sich Innensechskant-Madenschrauben. Also ohne entsprechenden kleinen Inbusschlüssel bekommt man die Knöpfe nicht ab. Beim wieder anschrauben ist Präzision gefragt, da es wie gesagt keine Arretierung gibt.
Das Innenleben ist in einzelne Steck-Module gegliedert. Tunerteil, Verstärkerteil, Laufwerk, Netzteil, ist per Stecker verbunden und läßt recht gut demontieren. Achtung. Das Laufwerk wird u.a. mit zwei Schrauben gehalten, die nur bei gedrückten Laufwerkstasten sichtbar werden!

Beim Laufwerk der erste Schock. Es war eine wichtige Halterung gebrochen, was mein Guter aber recht einfach repariert hat. Nach Recherche im Netz ist das allerdings ein häufiger Defekt bei diesen Laufwerk. Der Clou ist die Halterung der Andruckrolle. Das hat was von chinesischer Hinterhofpfuscherei. Sowas hatten wir noch nie gesehen. Der Laufwerksriemen ist wie in einem Gehäuse eingebettet, läßt sich aber gut wechseln. Prinzipiell war der alte Flachriemen sogar noch funktionstüchtig, aber da wir ein passendes Riemenkit bei Ebay gekauft hatten, wurde natürlich der neue Riemen verbaut. Der Zählwerksriemen war nur noch in Stücke vorhanden gewesen.

Nachdem alle Kontaktschieber und Potis von Kontaktproblemen befreit waren und soweit alles wieder angeschlossen war, der erste Test bei noch offenen Gerät. Komischerweise stimmt irgendwie fast nie die Bandgeschwindigkeit bei den alten Kisten. Es lief etwas zu langsam und wurde korrigiert. Beim Einschalten des Cassettenlaufwerkes war irgendwie eine kurze Spannungsschwankung zu sehen. Die Beleuchtung wird ganz kurz merklich dunkler. Sollte das Laufwerk wirklich soviel Strom ziehen, daß die Spannung so deutlich zusammenbricht? Beim Spulen brummte die Kiste für mehrere Sekunden. Plötzlich war alles in Ordnung......bis zum nächsten Mal.

Arrg. Mein Mann hatte es satt. Er sah sich schon sämtliche ELKOs präventiv wechseln um zu hoffen, daß damit alles gut ist. Er hat den Telefunken einfachmal längere Zeit eingeschaltet gelassen.....Radio ging perfekt. Dann hat er einfach eine Cassette eingelegt und auf Aufnahme gedrückt. Nach ca. 5 Minuten war auf einmal die Beleuchtung aus. Radio und Aufnahme liefen aber unbeirrt weiter. Die Aufnahmen sind sogar recht gut geworden. Gerät ausgeschaltet. Birnchen überprüfen. Die waren natürlich in Ordnung. Es werden ja nicht zeitgleich 3-4 Lampen durchbrennen! Nach einschalten des Radios ging die Beleuchtung plötzlich wieder.....bis....sie sich mit einem Flackern und allmählichen dunkelwerden wieder verabschiedeten. Nochmal ausgeschaltet......selber Effekt. Allerdings hat es nun auch beim Radio nach dem Einschalten kurz gebrummt. Mein Mann hatte sichtbar die Schnauze voll. So hat er trotzdem erstmal das Gerät zusammengeschraubt und auf seinen vorgesehen Platz gestellt. Es lief ja soweit.

Zum Glück hat er aber mich. Ich bin auf einen Beitrag im Netz gestoßen, wo dieser Fehler und dessen Behebung beschrieben wurde. Der Übertäter ist ein Brückengleichrichter (B30 C 800). Zum Glück sind das Pfennigartikel und da habe ich gleich mal 5 Stück vom Typ B40 C1500 ~ + ~ -, also etwas stärker, geordert. Auf der kleinen Platine ist auch noch ein ELKO 2200µF 25 Volt verbaut. Den hat er auch gleich noch ersetzt (2200µF 35 Volt). Der alte ELKO hatte laut Meßgerät 2700µF und der neue ELKO seltsamerweise nur knapp 2000µF. Egal. Das wars jedenfalls.

Nachdem er den Telefunken dieser Reparatur unterzogen hatte....das Gerät wurde übrigens vorher natürlich penibel gesäubert, Front und Rückseite durften ein Bad nehmen, eventuelle Kratzer wurden weitestgehend auspolliert, hat er es wieder auf den dafür vorgesehenen Platz gestellt (unser AIWA CS-770 mußte dem Studio weichen) und schaltete es ein. Wow. Das Ding ist der Hammer. Wirklich. Die weich aufgehängten Membranen der Tieftöner bewegen sich ordentlich. Mein Guter fragte mich, ob mir etwas auffällt,..... ich solle mal richtig aufdrehen und beobachten.

Ja nuh.....ab einer bestimmten Lautstärke muß man den Bassregler etwas zurücknehmen, weil es keine (gut funktionierende) gehörrichtige Lautstärkekorrektur gibt. Nee. Das ist es nicht, meint er. Was will er denn? fragte ich mich....und dann...ja.
Ich meinte, egal wie laut ich drehe oder wie stark die Bässe wummern..... die Beleuchtung flackert nicht und auch der Feldstärke-Zappelmeter, der nach Runterdrücken einer Taste die Batterie/Netzspannung anzeigt, steht wie angewachsen im Feld.
Ich meine, der Telefunken leistet echte 2x30 Watt Sinus/2x60 Watt Musik. Wenn man sich aber das kräftige Netzteil anschaut, weiß man wieso die Spannung so dermaßen konstant gehalten wird. Auf Batterie wird die Leistung reduziert. Wie weit weiß ich jedoch nicht.

Der Klang ist, wie gesagt, phänomenal. Die Hochtonwiedergabe ist selbst bei Neutralstellung des Höhenreglers besser als beim CS-880. Wir haben ihn auf Stellung 2 Uhr stehen. Wenn man dann mal den CS-880 oder den JVC RV-NB1 einschaltet, denkt man übertrieben gesagt, es läuft Mittelwelle. Bassmäßig geht der RV-NB1 mit seinen beiden 16ern etwas tiefer runter. Der CS-880 "kackt" bassmäßig doch recht deutlich ab. Die Lautstärke des Telefunken ist im Netzbetrieb enorm. Selbst Mittel, Kurz und Langwelle funktionieren noch gut. Die Kurzwelle bringt sogar tagsüber etliche Sender und die Mittelwelle ist abends, bis leider auf deutsche Sender, voll belegt. Der UKW-Empfang ist ebenfalls hervorragend und keinen Deut schlechter als beim CS-880. Die Trennschärfe ist sogar besser. Der Telefunken hängt mit an der "großen" UKW-Antenne. Aber auch mit den beiden Stabantennen "zieht" die Kiste auch schwächere Sender aus dem Äther. Falls der Sender dabei rauscht, muß man nicht zwangsläufig sofort auf Mono schalten. Es gibt eine Stellung "Stereo Low Noise". Da werden nicht einfach die Höhen gekappt (die bleiben voll erhalten), es wird der Stereo-Effekt deutlich verkleinert. Es ist also nur noch etwas Stereo, aber rauscht nicht mehr bei schwachen Sendern.

Eine klare Empfehlung das Gerät. Es gehört klangmäßig sicherlich zur Speerspitze der tragbaren 80er Jahre Recorder. Das Cassettenalufwerk besitzt neben Dolby B das von Telefunken entwickelte Rauschunterdrückungssystem "High Com". Funktioniert recht ordentlich und greift sogar bei den Bässen ein. Riesiger Nachteil von High Com ist die völlige Inkompatibilität zu Dolby. Kann man dolbysierte Cassetten problemlos auch ohne Dolby abspielen (schön hell, notfalls Höhenregler zurückdrehen) geht das bei Cassetten mit High Com nicht. Man kann es schlicht und einfach nicht erhören!!! Keine Bässe und krelle, beinahe verzerrte Höhen mit Rauschen. Die Inkompatibilität war bestimmt der Grund, warum sich High Com nicht durchgesetzt hat. Das Dolby war auch schon zuweit verbreitet, als daß da noch ein weiterer "Rauschkiller" das Geschäft aufmischen kann.

Das Telefunken Studio kostete wohl seinerzeit 1000,-DM und war für die damaligen "Jugendlichen" sicherlich unerschwinglich. Trotzdem gibt es die Dinger scheinbar in "Hülle und Fülle". Sucht man einen AIWA CS-880, sucht man sich tot. Wer also irgendwie einen "Pfennig Geld" übrig hat und einen schönen Stellplatz bei sich Zuhause, sollte sich so ein Ding gönnen. Das Design ist Geschmackssache. Mir gefällt die Kiste eigentlich recht gut.

Telefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1MTelefunken HiFi Studio 1M

Liebe Grüße
Mary


[Beitrag von Mary_1271 am 25. Mrz 2018, 13:58 bearbeitet]
mhurm
Schaut ab und zu mal vorbei
#3157 erstellt: 25. Mrz 2018, 14:24
Die meisten Standard-Fehler der Studio´s sind hier behoben worden. Zur Sicherheit und/oder falls Lautstärkeschwankungen, besonders bei längerem Betrieb auftauchen sollten:

Auf der Endstufenplatine "hängen" zwei Elko´s 2200uF, welche gerne auslaufen. Zu sehen am Blech direkt darunter. Habe gerade keinen Schaltplan zur Hand, sollte aber zu finden sein.

Dass die 5 angebotenen in Ebay top restauriert sind kann ich versichern (siehe auch "neue Kondensatoren").

...und nein ich bin nicht der Verkäufer
Mary_1271
Inventar
#3158 erstellt: 25. Mrz 2018, 16:16
Hallo

Du meinst bestimmt die beiden liegenden blauen ELKOs. Nun....die ELKOs waren optisch durch die Bank weg völlig in Ordnung. Deswegen wurden auch keine gewechselt. Spätestens bei den verdächtigen "Konvexen" oder braune Kruste wäre es den betreffenden ELKOs an den Kragen gegangen. Aber Lautstärkeschwankungen gibt es keine. Allenfalls "wandert" der UKW-Sender geringfügig im Vergleich zu gerade eingeschaltetem- und langer laufenden Gerät. Ist aber halb so wild, da es die AFC quasi unmerklich machen läßt / ausgleicht

5 Geräte in der "Bucht"? Guck ich gleich mal.

edit:



mhurm (Beitrag #3157) schrieb:
Dass die 5 angebotenen in Ebay top restauriert sind kann ich versichern (siehe auch "neue Kondensatoren").



-das Radio funktioniert etwas leise, im stereo Modus kratzer


Top restauriert!!! Und dafür ein Mindestgebot von 380,-€? Nee. Wahrlich nicht! Wer weiß, was mit der Kiste ist.

Liebe Grüße
Mary


[Beitrag von Mary_1271 am 25. Mrz 2018, 16:25 bearbeitet]
mhurm
Schaut ab und zu mal vorbei
#3159 erstellt: 25. Mrz 2018, 18:10
...ich schrieb "hängen" und nicht liegend. Daher ist es ein anderes Paar. Sie sind schwarz und nicht blau. Es ist auch keine braune Kruste sondern flüssiger Elektrolyt, welcher sich durch die Überkopf-Einbaulage austropft. Hat honigähnliche Konsistenz und auch eine ähnliche Farbe.
Die Spannung am Ausgang der Endstufe gegen Masse bricht dann oft leicht ein und verursacht einen Lautstärkeabfall - mal links mal rechts. Bei den letzten 25-30 Geräten waren vielleicht 10% in Ordnung. Aber wenn es in Ordnung ist dann passt es ja.

Sollte das Tape während der Wiedergabe leise "Tock"-Geräusche von sich geben, ist das Zwischenrad zu ersetzten. Da brechen oft kleine Stückchen ab. Bei der Suche dann viel Spass...
Mary_1271
Inventar
#3160 erstellt: 25. Mrz 2018, 19:54
Hallo


mhurm (Beitrag #3159) schrieb:
...ich schrieb "hängen" und nicht liegend. Daher ist es ein anderes Paar. Sie sind schwarz und nicht blau.


Nun. Das kommt auf die Sichtweise an. Die Blauen hängen liegend und wenn ich das Gerät auf den Kopf stelle, sind die schwarzen ELKOs stehend. Aber ich weiß, welche Du meinst. Und die waren rein optisch völlig in Ordnung. Um sie durchzumessen, müßte man ja wenigstens einen Pin auslöten......was zwar prinzipiell kein Problem ist. Mein Mann flucht immer bei den alten Lötstellen. Das Lot war früher bleihaltig und brauchte mehr Wärme. Oder war es weniger?


mhurm (Beitrag #3159) schrieb:
Bei den letzten 25-30 Geräten waren vielleicht 10% in Ordnung.


Bedeutet, Du reparierst die Telefunken am Fließband?


mhurm (Beitrag #3159) schrieb:
Sollte das Tape während der Wiedergabe leise "Tock"-Geräusche von sich geben, ist das Zwischenrad zu ersetzten. Da brechen oft kleine Stückchen ab. Bei der Suche dann viel Spass...


Wie zynisch. Nee. Das Deck läuft superleise.

Liebe Grüße
Mary


[Beitrag von Mary_1271 am 25. Mrz 2018, 19:56 bearbeitet]
mhurm
Schaut ab und zu mal vorbei
#3161 erstellt: 25. Mrz 2018, 20:07
Auf ein Jahr verteilt ist das sicher nicht viel. Es waren auch andere Fabrikate dabei.

Der Ebay-Kollege hat wohl einen Fehler gemacht: Er wird gut und gerne 10-12 der Studio´s besitzen und hat in einigen Auktionen wohl den Text verkehrt reinkopiert. Wenn ich das FM-Teil abgleich dann ist der Empfang im Anschluss normalerweise gut. Wie geschrieben, es ist nicht mein erstes Mal...

Bei der Anzahl von Auktionen hat er sich wohl vertan. Aber das ist nicht meine Baustelle.

Ich klink mich hier mal aus.
bierman
Inventar
#3162 erstellt: 26. Mrz 2018, 09:25

Mary_1271 (Beitrag #3160) schrieb:
Mein Mann flucht immer bei den alten Lötstellen. Das Lot war früher bleihaltig und brauchte mehr Wärme. Oder war es weniger?


Das bleihaltige Lot hat eine niedrigere Verarbeitungstemperatur. Reparaturen an den alten Platinen finde ich persönlich deutlich unproblematischer als bei modernen Boards wo neben dem Krümelzinn auch noch dicke Kupferschichten die Hitze des Lötkolbens abführen. Ich hatte neulich eine USB-Buchse zu tauschen - eigentlich Kleinkram, aber ich musste den Massepin dann doch abschneiden und das Loch neu bohren.

Dabei habe ich immerhin ne Weller Station (WS81).
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