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Warum werden immer alte Plattenspieler empfohlen?

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Autor
Beitrag
touri22
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 13. Mrz 2015, 20:01
Hallo zusammen,

ich lese hier immer wieder, wenn Anfragen zu Plattenspielern kommen, dass man sich lieber einen 30 - 40 Jahre alten Dual, Thorens, etc. kaufen sollte.

Ich würde mich freuen mal die rein faktenbasierten oder auch "technischen" Gründe dazu zu hören, denn oftmals werden ganz allgemein solidere Materialien angeführt, aktuelle Tests, denen man nicht "vertrauen" kann, weil der Hersteller "die Musik" bezahlt, der Hochzeit der analogen Technik...

Hier mal ein paar Gedanken dazu:

- Analoge Fotokameras von vor 30 Jahren hatten auch solidere Materialien und es war die Hochzeit für analoge Kameras und daher wurden auch 10 Mal so viele Entwickler eingesetzt.
Aber: Durch Weiterentwicklung und trotz leichterer Materialien, die viel günstiger hergestellt werden können, machen auch analoge Kameras heute qualitativ höherwertigere Fotos! Selbstverständlich gibt es klasse Kameras, die 30 Jahre alt sind und heute noch konkurrenzfähig sind, die haben aber damals auch ein kleines Vermögen gekostet. Und besser sind sie definitv nicht, wenn man sich die heutigen Equivalente anschaut.
Technik entwickelt sich eben weiter und neue Materialien, die so wie heute damals noch gar nicht existierten oder verbaut werden konnten, sind heute steifer, leichter, haltbarer... Die Fertigungstechnik ist heute um ein vielfaches genauer...
Autos, Fahrräder,... dafür kann man noch sehr viele andere Beispiele aus anderen Bereichen anführen. Ein Käfer aus 1950 war ziemlich unkaputtbar im Vergleich zu einem Dacia Sandero. Wenn ich aber nur die Fahreigenschaften vergleiche, kann der Käfer heute nicht mithalten! (Okay, ich würde trotzdem eher den Käfer haben wollen, das hat dann aber eben nichts mit seinen Fahreigenschaften zu tun! )

- Auch damals haben die großen Hersteller ihre Werbung in den gleichen Testmagazinen geschaltet. Da sehe ich also auch nicht unbedingt einen Vorteil drin, dass damals neutraler getestet wurde.

Also, ich möchte gerne noch hinzufügen, dass ich der Sache komplett neutral gegenüber stehe, da ich auch (noch) keine Erfahrung damit gesammelt habe. Ich würde nur gerne solide Fakten dazu hören.

Und die Frage ist ernst gemeint, ohne jegliche Kritik an den Fans der schönen alten Technik, weshalb ich mich auch über eine unemotionale Diskussion freue.

Gruß vom
touri
Hassi$7
Stammgast
#2 erstellt: 13. Mrz 2015, 20:23
Hi,

....nun, Du hast die Fakten eigentlich schon alle genannt........Materialauswahl, heute nur ein Nischenprodukt - will heißen, es wurden ganz andere Stückzahlen gebaut, Bedienungskomfort.

Und fast jeder der mal so ein neumodisches "Brettchen" vor sich im Vergleich mit einem gut revidierten/gewarteten Spieler aus der "Hochzeit" der Dreher in der gleichen aktuellen Preisklasse stehen und spielen hatte, muss den offensichtlichen haptischen und qualitativen Unterschied festgestellt haben.

Viele Grüße: Hassi
audiophil67
Neuling
#3 erstellt: 13. Mrz 2015, 20:36
Hallo Touri,
im Moment stehe ich genau vor dieser Entscheidung. Mein alter Thorens TD 146 irgendwo aus der 2. Hälfte der 80er Jahre ist - gelinde gesagt - etwas herunter gekommen. Meine Liebe zu den Platten ist kürzlich neu erweckt worden. Wie ich finde, völlig zurecht, denn im Vergleich zu heutigen digitalen Konserven stellen Platten nicht nur ein Stück Nostalgie sondern eben ganz faktisch ein Mehr an Hörgenuß dar.
Den Thorens akustisch auf den level seines Ursprungszustandes zu reaktivieren ist gar nicht mal so teuer. Ich bräuchte ein paar Cinch-Kabel und los gings. Die optischen Mängel zu beheben, ist da schon aufwendiger....jedoch wäre es danach auch kein Thorens mehr. Puristen würden es evntl. verbastelt nennen. Mir persönlich ist jedoch auch ein optisch ansprechendes Gerät wichtig. Bei all den angedachten Tuning Maßnahmen würde trotz alledem der Wert meines Gerätes nicht wesentlich steigen (Marktwert-bezogen), so dass ich nun überlege, einen guten Gebrauchten oder vom Laufwerk her etwas günstigeren Neuen, jedoch bei beiden Alternativen mit einem richtig ordentlichen Tonabnehmer System anzuschaffen.

Wieso ist das so und wieso tut man sich mit der Entscheidung schwer? Das ist aus Sicht eines Oldtimer-Eigentümers eben die andere Formulierung genau Deiner Frage:

1.) Mein erstes Auto war ein Käfer. Ich denke gerne an die Zeit zurück, was wir so alles mit dem Käfer Standard angestellt haben. Trotzdem würde ich mir heute nie im Leben einen Käfer kaufen, denn wer die Heizung vom Käfer life erleben musste, hat mit heutigem technischen Standard keinen Bock mehr auf Käfer. Was macht VW vor einigen Jahren: Setzt den Käfer rein optisch neu um und verkauft ihn mit neuer Technik und sexy Namen (Beetle) vorwiegend an Damen, die vom Alter her nie einen Käfer gefahren hatten - crazy oder? Genau so Thorens. Nach der Pleite wurde der Name gekauft und heute gibts wieder Thorens Spieler. Aber es sind eben nicht die gleichen Geräte wie damals. Es ist nichts Exklusives mehr. Der Ruf des Robusten und doch gleichzeitig Filigranen ist dahin, wie ich finde.

2.) Nostalgische Gefühle verbinde ich mit dem Thorens, weil es eben in der Zeit, in der ich jeden cent meines Taschengelds in Hifi gesteckt habe, das Prestige-Objekt schlechthin war. Damals konnte ich mir keinen leisten. Heute habe ich einen, allerdings gebraucht gekauft und in nicht gerade super gepflegten Zustand, außerdem eben "nur" ein 146er. Was ich damit sagen möchte: Man hängt an alten Geräten, weil sie die Erinnerung an schöne Zeiten wach halten.

3.) Wer kennt es nicht von anderen Haushaltsgeräten: Die Waschmaschine von Juno, Baujahr 1977 habe ich 22 Jahre lang gehabt. Es ist alle halbe Jahre das Türschloss auseinander gefallen. Das konnte ich irgendwann mit verbundenen AUgen reparieren. Ansonsten. Sie lief und lief und lief. Kein elektronischer Schnickschnack wie Zeitvorwahl usw. Sie wusch, sauber, mit haufenweise Wasserverbrauch, aber sie lief, auch wenn es keine Miele war. Wenn ich heute eine AEG Maschine kaufe, ist mir jetzt schon klar, dass ie in 8 Jahren Schrott sein wird. Schlimmer noch, ich kann nichts mehr selbst dran reparieren und bei Preisen um die 500 Euro NP, andererseits schnell mal 200 Euro Service lohnt eine Reparatur meist nicht.
Das wird mit einem "historischen" Plattenspieler nicht passieren. WIe gesagt, ich könnte den Thorens für ein paar Euro wieder akustisch flott machen.

4.) Heute ist Marketing ein wesentlich wichtigeres Instrument im Vertrieb als vor 30, 40 Jahren. Früher hat man auf Qualität eher geachtet als Kunde als heute. Heute ist Hochglanz und schnelllebige Mode eher entscheidend. Plattenspieler mit Acrylteller, Klavierlackoptik verkaufen sich besser als ein eher unauffälliges Design mit einem hochwertigen System.

Dies alles trägt dazu bei, dass die Gemeinde der Puristen, die eher auf grundsolide Technik stehen sich mindestens festigt, wenn nicht sogar steigt gegenüber denjenigen, die auf den technischen Fortschritt zählen.

Ich selbst bin mir nicht sicher, ob ich meinen Thorens aufhübsche und darüber hinaus akustisch aufwerte oder aber direkt einen fix-und-fertigen neuen Spieler kaufe, der gut aussieht UND gut klingt.

Deinen Wunsch, auch mal Beiträge zu aktuellen Geräten zu lesen, unterstütze ich und würde meine Entscheidung nachhaltig prägen.
audiophil67
Neuling
#4 erstellt: 13. Mrz 2015, 20:45
Noch was mit Verlaub: Wer heute noch Platten hört, wird das aus einem bestimmten Grund tun, und das sind Emotionen. Überhaupt denke ich, dass Musik hören anstelle RTL gucken eher den Emotionalen unter den Menschen Spass bereitet.
Insofern ist die Diskussion rein auf Fakten basiert wenig zielführend. Man kann das Thema eigentlich gar nicht objektivieren. Außer dem Argument "Robustheit, Verschleiß- und Reparaturkosten im Griff haben" contra "State of the Art" gibt es keine Fakten, die hinreichend wären, pro oder contra Klassiker zu sein.
Nero58
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 13. Mrz 2015, 20:49
Hallo touri22,

ich denke hier gibt es drei wesentliche Punkte, die technischen Daten der Plattenspieler vor 20 Jahren, die Weiterentwicklung und der Preis.

1. Technische Daten und Leistungsfähigkeit der Plattenspieler vor 20Jahren
In den 80er und 90er Jahren hatten die Plattenspieler einen sehr hohen Reifegrad erreicht und wurden schon sehr präziese gefertigt.
Die Gleichlaufschwankungen bei direkt- und riemengetriebenen Spielern waren sehr gering. die Tonarme waren durchweg sehr ausgereift und die Hersteller standen in Konkurenz zu der immer weiter verbreiteten CD, die den Platten immer mehr den Umsatz abgrub.
Viele Hersteller haben versucht durch ausgefeilte technische Lösungen dem neuen Medium Paroli zu bieten.

2. Technische Weiterentwicklung bis heute
Die unterschiede in der Leistungsfähigkeit heutiger Topmodelle zu den Spitzenmodellen von vor 20 Jahren sind minimal. Ein top gewarteter und eingestellter Dual, Philips, Thorens, Transrotor usw erreicht bis auf minimale Unterschiede die gleichen Wiedergabeeigenschaften wie heutige Player.
ein wesentlicher Unterschied besteht jedoch im Bedienkomfot und in der technischen Ausführung.
Früher wurde sehr viel mit Subchassis zur Entkopplung und mit innenliegendem Riemenantrieb oder Direktantrieb gearbeitet.
Fast alle Player hatten Endabschaltung und elektronische Geschwindigkeitsumschaltung, teilweise elektronisch geregelter Antrieb mit Gebern am Motor oder am Teller bzw an der Tellerachse. (Thorens, Philips, Dual)

Bei heutigen Spielern wird überwiegend auf schwere Plattenteller für guten Gleichlauf gesetzt, die Entkopplung wird dadurch erreicht dass der Motor neben dem Player steht und der Plattenteller ist nicht mehr zweigeteilt wodurch der Riemen außen am Teller liegt und mit der Zeit verschmutzt. Abdeckhauben sind oft nur aufgelegt und haben keine Scharniere.
Aus meiner Sicht sind die Player heute deutlich preisgünstiger hergestellt als vor 20 Jahren.

3. Der Preis
Will mann heute einen guten Player kaufen dann legt man 1500,- EUR aufwärts auf die Ladentheke.

Ein Gut erhaltener und gepflegter Oberklasseplattenspieler aus den 80ern oder 90ern kostet zwischen 150,- und 350,- EUR
Einen Spitzenplayer aus der gleichen Zeit erhält man für 300,- bis 800,- EUR

Mein Fazit: Bei annähernd gleichen technischen Eigenschaften kostet ein guter gebrauchter Dreher die Hälfte eines neuen.
Das bedeutet es bleibt noch genügend Geld für ein sehr gutes System.

Wenn das keine Argumente sind? Was dann

Nero58
akem
Inventar
#6 erstellt: 13. Mrz 2015, 21:13

touri22 (Beitrag #1) schrieb:
Ich würde nur gerne solide Fakten dazu hören.


http://www.hifi-regl...beedd2505b61b396f88a
Schau Dir den Dreher in dem Link an und was der kostet.
Der gleiche Dreher hat Anfang der 90er Jahre 198,- oder 199,- DM (!!) gekostet...also nicht mal 100€. Noch Fragen zur Preiswürdigkeit heutiger Dreher? Klar, ein bischen Inflation ist auch dabei, aber das macht keine Verdreifachung des Preises aus...
Wenn Du heute einen neuen Dreher mit der Qualität Deines Thorens kaufen willst, wird es ziemlich teuer. Außerdem kommt der Löwenanteil des Klanges eh vom Tonabnehmer und davon wie gut der zum Tonarm paßt. Gönne dem Thorens einen guten Tonabnehmer, da hast Du am meisten davon. Also nicht nur eine neue Nadel für das Beipacksystem von anno dazumal...

Gruß
Andreas
touri22
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 13. Mrz 2015, 21:23
Hi,

Danke erstmal an alle, die sich beteiligen!

Also: Nostalgische Gründe = Haken dran! Da gehe ich mit.
Aber das hat natürlich nichts mit Klang zu tun. Am Ende geht es mir beim Musikhören halt um das Hören! Der alte Käfer ist schöner, der Beetle fährt besser.

@Hassi$7: deine Gründe sind die "allgemeinen", die ich in meinem Ursprungspost meinte. (Nicht böse gemeint!)
Und ist denn das Brettchen von heute aus neueren Materialien wirklich schlechter als das 30 Jahre alte Brett.

@Nero57: Da sind schonmal ein paar Gründe. Aber: Hier wird sehr oft postuliert, dass man eben diese guten Geräte für 150,- bis 300,- bekommt. Das geht aber ehrlich gesagt was an der Realität vorbei. Guck dir doch mal an, was man für einen Dual 5xx, 7xx oder für die TDs aus der Zeit hinlegt. Für 150,- bekommt man ne Einstiegskiste, an der man noch sehr viel machen muss. Diese Geräte sind mittlerweile auf ebay, in Kleinanzeigen oder Hifi-Markt so gesucht, dass man für ein sehr gut erhaltenes "top"-Gerät einige mehr hinlegen muss und dann kommt in der Regel noch ein entsprechender TA dazu.
Mag sein, dass der am Ende für weniger Geld besser ist, aber die genannte Spanne reicht nach meiner Recherche nicht aus.

Also, noch mehr Fakten bitte.

Gruß vom
touri
touri22
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 13. Mrz 2015, 21:33
Moderation: unnötiges Vollzitat entfernt. Bitte zukünftig beachten.


Ja, gutes Beispiel für Nepper und Schlepper, aber heißt nicht, dass eine Neuentwicklung, sagen wir von Pro-Ject, in der 400,- Klasse schlecht sein muss. Der Thorens aus deinem Beispiel wurde halt nicht neu entwickelt.


[Beitrag von Pilotcutter am 14. Mrz 2015, 08:55 bearbeitet]
boozeman1001
Inventar
#9 erstellt: 13. Mrz 2015, 21:34
Es ist doch eigentlich ganz einfach:
In den 60er bis 80er Jahren war die Schallplatte das Hauptmedium. Dementsprechend viele Plattenspieler wurden gekauft.
Und dementsprechend wichtig war der Plattenspieler als Komponente. Also lohnte es sich, viel Entwicklungsarbeit reinzustecken.
Und diese Entwicklungskosten verteilten sich auf Millionen von prodzuzierten und verkauften Geräten. Und bei der Produktion großer Stückzahlen kann man auch extrem hohe Qualität und Präzision zu günstigen Preisen produzieren.
Gegen Ende der 70er Jahre war die Entwicklung der Plattenspieler auf einem derart hohen Niveau angekommen, dass mehr und mehr die Platte selbst zum limitierenden Faktor wurde.
Und dann kam die CD, die so ziemlich alles besser kann, als die CD. Somit verdrängte sie die Platte innerhalb kürzester Zeit fast vollständig vom Markt. Vom Massenmarkt, wohlgemerkt.
Heute werden Plattenspieler in homöopatischen Mengen verkauft. Dementsprechend verteilen sich die Kosten für Entwicklung (wennes denn überhaupt noch welche gibt, denn es ist ja schonalles entwickelt), Formenbau, Rüstzeit, Marketing, Verwaltung, Vertrieb auf lächerlich geringe Stückzahlen.
Was pro Stück also logischerweise einen höheren Preis ausmacht.
Hinzu kommt, dass ein Plattenspieler, der technisch derart hoch entwickelt ist, wie ein Vollautomatmaus der Glanzzeit des Vinyls heute aufgrund der geringen Stückzahlen gar nicht mehr produzierbar ist, weil er sonst Unsummen kosten müsste. Damals war Mechanik billig und Elektronik teuer. Heute ist es genau umgekehrt.
Bei den Nobelmarken wie Transrotor und Konsorten wird ja auch nur alter Wein in monströser Optik verkauft. Statussymbole halt.
Dass diese Bohrinseln klanglich nichts besser können, als bspw. ein Dual 701 wird dabei natürlich gern verschwiegen, so' n oller Dual hat ja auch nicht den Nimbus von so ner Materialschlacht und macht im Wohnzimmer nicht annähernd so viel her. Also für den Laien (bzw. Highender), man will ja schließlich auch was bekommen für sein Geld.

Fazit: schon aus o.g. nachvollziehbaren marktwirtschaflichen Gründen wird klar, dass der Vergleich zur Fototechnik hinkt und man allein aus Gründen des Preis-Leistungsverhältnisses auf gebrauchte Geräte ausweichen sollte.
Nero58
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 13. Mrz 2015, 21:40
Ich kann dazu noch ein aktuelles Beispiel aus meinem Bekantenkreis anführen:

an Silvester waren Freund bei uns und wir haben den ganzen Abend Platten aufgelegt und den Klang mit den entsprechenden CDs verglichen.
Mein Freund war so begeistert von dem Klang der Schallplatten, dass es beschlossen hat sich einen Plattenspieler zuzulegen.
Er hat lange gesucht verschiedene Modelle getestet und verglichen und hatte am Ende drei aktuelle Modelle zwischen 900,- und 1600,- EUR in die engeren Auswahl genommen.
Um zu testen wie der Phonoverstärker in seinem Lexikon-Receiver klingt, habe ich kurzerhand einen frisch renovierten Thorens TD115 MK2 zu ihm geschleppt und ein paar gute MM-Systeme zum Vergleich mitgenommen.

Was soll ich sagen am Ende war er von dem Klang des TD115 MK2 zusammen mit dem Ortofon super OM30 so begeistert, dass er mir den Thorens spontan abgekauft hat.
Und ich muß gestehen, dass ich ebenfalls total überrscht war wie gut der betagte Thorens nach der Generalüberholung mit guten Kabeln und mit neuem Systen geklungen hat.

Also warum mehr als das Dreifache ausgeben ohne einen deutlichen Mehrwert zu erhalten.

Nero58
Marsilio
Inventar
#11 erstellt: 13. Mrz 2015, 21:47
Die alten Dreher der damaligen (oberen) Mittelklasse sind halt technisch sehr ausgereift: Rumpelwerte, Gleichlauf, Trittschallschutz, gute Tonarme... Da muss man heute schon richtig Geld in die Hand nehmen, wenn man so was komplett und nicht nur partiell gleichwertig in neu haben möchte.

LG
Manuel
touri22
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 13. Mrz 2015, 21:50
@Kai: Nach deinem Beispiel - und wirklich, ich kanns ja lesetechnisch nachvollziehen - müsste aber der Käfer auch besser fahren als der Beetle, denn die Stückzahlen und die lange Entwicklungs- und Fertigungszeit waren beim Käfer viel größer.

@Nero: Okay, der live Hörtest ist natürlich nicht zu widerlegen. Was würdest du denn aber sagen, kostet der 115er so wie beschrieben inklusive Renovierungsaufwand. ...und mal nebenbei: Für wieviel würdest du ihn mir schicken und lebenslang überlassen?
Nero58
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 13. Mrz 2015, 21:55
Genau so ist es Marsilio,

mann muss zwar ein paar Stunden Arbeit investieren für Reinigung des Gehäusesundes und des Lagers, Pollieren der Haube eventuell neue Kabel einbauen und das Gerät neu justieren aber die Mechanik der alten Plattenspieler ist grundsoliede und läßt sich mit ein bischen Know-How meisens wieder in einen sehr guten Zustand bringen.

Nero58
petra6500
Neuling
#14 erstellt: 13. Mrz 2015, 21:55
Hallo, wie andere es schon erwähnt haben, geht es um den Preis.
Top Plattenspieler haben (MM) ein Magnetsystem. Alternativ gibt es das Keramiksystem, die waren billig, und überall anzuschließen. Ein Verstärker muß allerdings das MM unterstützen können. Das war in den 80er und 90er üblich. Neuste Verstärker unterstützen MM wieder. Gute Plattenspieler lassen einem die Wahl der Nadel: Saphir, Diamant, Keramik. Ein Diamant belastet die Kasse. Ein Saphir ist auch unzerstörbar und ist günstiger. Von Keramik würde ich abraten. Mein Dual Bj 1983 läßt alle Einstellungen zu, wie Auflagegewicht, Nadelwahl, seitliche Verschiebung, Drehzahleinstellung (16/33/45/78_1/min) nebst Feineinstellung. Es wird unterschieden zwischen Wechsler, Halb- und Vollautomat. Der Wechsler ist aus den 60er, wo der Singelbetrieb interessant war, mehrere Platten auflegen, der Halbautomat, da legst du selbst auf, der Vollautomat kann dir diese Arbeit abnehmen.
Der Antrieb: Riemen oder direkt vom Motor. Ab 1000€ gibt es Plattenspieler mit Drehgeber die exakt die Drehzahl halten. Ein Sony oder Technics sind durchaus gut. Ab 10€.
Wichtig: Es gibt MM-Verstärker die einen Plattenspieler für inkompatible Systeme gangbar machen.
Frage: Warum Analog? Warum nicht Digital? MP3?
Ich habe den Eindruck, dass ein digitales System ein Problem mit harmonischen Frequenzen hat. (Verdoppelung).

MvG Petra
Nero58
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 13. Mrz 2015, 22:12
@touri22
ich hatte den TD115 MK2 in gutem Zustand aus einem Nachlass für 180,- gekauft und für Orginalersatzteile, Zubehörteile, BDA usw. 40,- augegeben. Das Ortofon Super OM30 hat 230,- Euro gekostet, macht in Summe 450,- meine Arbeitszeit nicht mitgerechnet.

@ Petra6500
Warum analog? Eine CD klingt auf einem guten Player schon sehr gut, im direkten Vergleich mit der gleichen Aufnahme auf Vinyl wirst Du feststellen, dass plötzlich Feinheiten zu hören sind die auf der CD nur mit Anstrengung zu hören sind.
Was aber noch wichtiger ist Schalplatten klingen stressfreier und natürlicher. Anscheinend nimmt das menschliche Ohr die Quantisierung bei digitaler Musik doch wahr.

Nero58
boozeman1001
Inventar
#16 erstellt: 13. Mrz 2015, 22:14

touri22 (Beitrag #12) schrieb:
@Kai: Nach deinem Beispiel - und wirklich, ich kanns ja lesetechnisch nachvollziehen - müsste aber der Käfer auch besser fahren als der Beetle, denn die Stückzahlen und die lange Entwicklungs- und Fertigungszeit waren beim Käfer viel größer.

Mein Käfer tut das vermutlich auch... ;-)

Aber im Ernst:
Nein, Du hast da einen entscheidenden Punkt nicht bedacht, den ich oben aber geschrieben habe: das Auto ist noch lange nicht "ausentwickelt", es sind also immer noch Verbesserungen möglich & machbar.
Das ist beim Plattenspieler anders. Der ist seit Mitte der 70er ausentwickelt, es geht nicht mehr besser. Anders vielleicht, aber nicht besser. Und der limitierende Faktor ist eben das Medium, es ist einfach nicht mehr auf der Platte drauf, was man noch rausholen könnte.
Das haben sogar schon die Spezialisten der Deutschen Grammophon Anfang der 70er zugegeben, als der Dual 1219 rauskam. Sinngemäßes Zitat: "Mehr als das, was der 1219 rauszuholen imstande ist, schreiben wir gar nicht auf die Platte drauf".


[Beitrag von boozeman1001 am 13. Mrz 2015, 22:17 bearbeitet]
touri22
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 13. Mrz 2015, 22:27
@Kai: Wenn das tatsächlich so ist, dann wäre das ein echtes Argument! Und du meinst, dass die das damals nicht evtl. nur gesagt haben, weil sie einfach noch nicht wussten, was da noch geht?
Holger
Inventar
#18 erstellt: 13. Mrz 2015, 22:39
Vergleiche doch einfach mal einen heute 40 Jahre alten Plattenspieler mit einem des Modelljahres 2015 - dann sollte man doch merken, was sich in der langen Zeit so getan hat, oder?

Wenn man sich heute in ein 40 Jahre altes Auto setzt, merkt man das ja auch sofort...

Oder könnte es sein, dass man das bei Plattenspielern vielleicht doch nicht ganz so einfach... aber warum nur????
akem
Inventar
#19 erstellt: 13. Mrz 2015, 23:05

touri22 (Beitrag #12) schrieb:
@Kai: Nach deinem Beispiel - und wirklich, ich kanns ja lesetechnisch nachvollziehen - müsste aber der Käfer auch besser fahren als der Beetle, denn die Stückzahlen und die lange Entwicklungs- und Fertigungszeit waren beim Käfer viel größer.


Der Vergleich hinkt aber ein wenig:
- den Großteil an der Entwicklung des Käfers haben wenige Ingenieure gemacht, am Beetle haben mehrere Zehntausend Ingenieure gearbeitet und das mit modernen Hilfsmitteln wie CAD und Co.
- die Stückzahl des Käfers war deswegen so hoch, weil er in seiner Zeit eines der wenigen Fahrzeuge seiner Klasse war und für den Otto-Normalbürger erreichbar war. Der Beetle mußte sich reichlicher (auch hauseigener) Konkurrenz erwehren.

Und mit Plattenspielern hat das herzlich wenig zu tun...
Klar kann man heute Zargen etc. mit Hilfe von CAD konstruieren, aber der Zeitgewinn dabei ist bei einem einfachen Brettdreher von heute sehr überschaubar. Die Kernkomponenten sind meistens ein Baukastensystem, wie man z.B. bei Rega oder Project gut sehen kann.

Gruß
Andreas
boozeman1001
Inventar
#20 erstellt: 13. Mrz 2015, 23:11

touri22 (Beitrag #17) schrieb:
@Kai: Wenn das tatsächlich so ist, dann wäre das ein echtes Argument! Und du meinst, dass die das damals nicht evtl. nur gesagt haben, weil sie einfach noch nicht wussten, was da noch geht?


Sie wussten damals sehr genau, was geht und was nicht. Das ist rein physikalisch ermittelbar.
Belies dich mal ein wenig im Internet oder auch hier im Forum über die physikalisch-technischen Zusammenhänge der Schallplatentechnik. Dann wirst Du ziemlich schnell feststellen, dass das oben gesagte stimmt.
Und der Plattenspieler ist ja nur ein Glied in der Kette, das für den Klang am meisten ausschlaggebende Glied ist und bleibt das Tonabnehmersystem.
Der Plattenspieler selbst soll ja nur rudimentäre Dinge beisteuern, nämlich die Schallplatte mit möglichst konstanter Geschwindigkeit und möglichst geringen Rumpelgeräuschen drehen und das Tonabnehmersystem möglichst präzise und leichtgängig führen. Diese Dinge aber sollten perfekt sein.
Alles andere ist Sache des Tonabnehmers.
.JC.
Inventar
#21 erstellt: 13. Mrz 2015, 23:27

touri22 (Beitrag #1) schrieb:
Analoge Fotokameras von vor 30 Jahren hatten auch solidere Materialien und ...


.. wenn heute noch auf Film fotografiert würde ...
macht aber kaum noch jemand

Warum alte Plattenspieler ?

1. weil es sie gibt
u.
2. wg. dem P/L Verhälnis
Vinyl_Tom
Inventar
#22 erstellt: 13. Mrz 2015, 23:36
Wegen der heutigen Obsoleszens = eingebautes Verfallsdatum!
So etwas wäre heute unbezahlbar:

2
touri22
Ist häufiger hier
#23 erstellt: 13. Mrz 2015, 23:48

.JC. (Beitrag #21) schrieb:

touri22 (Beitrag #1) schrieb:
Analoge Fotokameras von vor 30 Jahren hatten auch solidere Materialien und ...


.. wenn heute noch auf Film fotografiert würde ...
macht aber kaum noch jemand


...wie Platten hören!
Smoke_Screen
Stammgast
#24 erstellt: 14. Mrz 2015, 05:07
Moderation: unnötiges Voll-/Schachtelzitat entfernt. Bitte zukünftig beachten.


Das wäre vor zehn,fünfzehn Jahren noch wahr gewesen. Aber der allgemeine 2-Kanal Hifi
Vintagetrend hat auch den Plattenspieler wieder ins Blickfeld einer größeren Zahl von Leuten
gebracht. Ein Beispiel sitzt bei dir vorm PC.


[Beitrag von Pilotcutter am 14. Mrz 2015, 08:59 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#25 erstellt: 14. Mrz 2015, 07:48
Hallo!

Natürlich kann man mit heutigen Geräten ebensogut Schallplatten anhören wie mit den alten Geräten die vor dem finalen Crash der Schallplatte als Massenmedium gebaut wurden.

Mal ganz ehrlich, viel ist zum reinen Anhören einer Schallplatte nicht notwendig, ein Laufwerk daß die Eckdaten bezüglich Gleichlauf und Rumpeln erfüllt kann man heute ebensoleich fertigen wie vor 30-40 Jahren. Das diese Laufwerke aus technicher Sicht recht primitiv aufgebaut sind ändert an dieser Tatsache nichts.

Bei den Tonarmen sieht es sogar so aus daß die durchschnittliche Qualität zumindestens erhalten geblieben ist und nach wie vor ca. 98% aller Tonarme ihren Zweck bei hablbwegs ordentlichem Plattenmaterial gut erfüllen.

Zu den Abtastern ist nicht viel zu sagen, abgesehen von den gestiegenen Preisen und der schicken neuen Verpackung sind das eigentlich die gleichen Modelle wie sie schon vor 30 Jahren gefertigt wurden.

Das heutige Plattenspieler keine "Arbeitspferde" mehr sind ist eine verständliche Entwicklung, die Zeiten in denen diese Geräte tagtäglich etliche Stunden laufen mußten sind halt vorrüber und mit dieser Anforderung halt auch die unbeding dafür erforderlich Robustheit die ein alten Laufwerk augezeichet hat. Deshleichen sind Abdeckhauben als Staubschutz nicht mehr unbedingt notwendig und für die 2-3 Schallplatten die im Durchschnitt täglich auf so einem Gerät laufen genügt auch eine Haube ohne Scharniere die in der übrigen Zeit die Wohnzimmerskulptur schützt.

Ähnlich ist es mit den ewig langen Transmissionsriemen die heute verwendet werden, hier geht es primär nicht mehr darum wie z.B. bei einem der alten Thorens- und Dual-Riemenläufer die Transmission unter "Putz" zu legen um die Laufflächen und den Riemen vor Verunreinigungen zu schützen sowie durch geeignete Materialien und kurze Riemenwege dem frühzeitigen Ausleiern vorzubeugen sondern eher darum eine möglichst tolle Optik des Gerätes beim Abspielen zu gewährleisten.

In der Regel ist ein Plattenspieler doch heute keine Primärquelle für Musikkonserven mehr sondern ein Zusatzgerät das vor allem Ambiente und Wellnesfunkionen erfüllen muß und danach ist auch der Markt im mittleren und unterem Preissegment vorwiegend ausgerichtet.Echte "Arbeitspferde" die sich durch Zuverlässigkeit hohe tägliche Laufzeit und Robustheit bei glänzenden technischen Daten auszeichnen kann man hingegen mit der Luße suchen.

MFG Günther
touri22
Ist häufiger hier
#26 erstellt: 14. Mrz 2015, 08:17
Danke für eure Antworten dazu!

@Günther: Eine erfrischend andere Meinung. So ähnlich meine Gedanken als ich die Frage stellte und ich verstehen wollte, warum den Neugeräten im Vergleich zu den alten Laufwerken oft eine so schlechte Qualität bescheinigt wird.

@Smoke_Scene: Mit einem Augenzwinkern: Ich kenne mehr Leute, die analog fotografieren, als welche, die Platte hören!
Janus525
Hat sich gelöscht
#27 erstellt: 14. Mrz 2015, 09:14
.
Ich muss gestehen, dass ich noch keinen der modernen (und noch bezahlbaren) Brettchenspieler gehört, geschweige denn gekauft habe. Wozu auch...? Der Markt bietet für kleines Geld hervorragende gebrauchte Laufwerke. Natürlich sind diese preisgünstiger als Neugeräte, nicht zuletzt wegen der beim Gebrauchtkauf eingesparten Händlermarge und der MwSt. Nimm nur die Plattenspieler auf den Fotos. Für die gebrauchten (und technisch einwandfreien) Geräte habe ich jeweils etwa 70,- Euro bezahlt. Säubern, warten und Haube aufpolieren mache ich selber. Solche günstigen Preise bietet dann viel Spielraum für gute Tonabnehmer. Auf den beiden rechten (stellvertretenden) Fotos der Vergleich der "Innereien" eines alten und eines modernen Plattenspielers. Bei einem der beiden drängt sich mir sofort der Titel eines Dire Straits Songs auf: "Money for nothing..."


PL-Pioneer-2 ----- UNIVERSUM-8-1 ----- UNIVERSUM-1a ----- PL-Funk
Beaufighter
Inventar
#28 erstellt: 14. Mrz 2015, 09:19
Moin moin,

Hörberts Anmerkungen sind sicherlich richtig und ich für meine Verhältnisse sehe die Plattenspieler Entwicklungsgeschichte ähnlich wie er.

Ein zwei Dinge möchte ich doch dann noch hinzufügen.

Die Plattenspielermodelle die Mittlerweile so zwischen 1000 und 2000€ angeboten werden empfinde ich mittlerweile schon fast als ein Frechheit, zumindest was ein ordentliches Preisleistungsverhältnis angeht.

Die Qualität wie die Haptik war da in den 80ern auf einem wesentlich höheren Niveau.

Ich befürchte das bei der Qualitätskontrolle die Güte des Hochglanzlackes das aller wichtigste wie auch das einzige Kriterium ist.
Und so wie ich meine, wer richtig viel Platten hört, der endet eh bei einem Arbeitspferd aus den 80ern.

Gruß Beaufighter


[Beitrag von Beaufighter am 14. Mrz 2015, 09:20 bearbeitet]
flyingscot
Inventar
#29 erstellt: 14. Mrz 2015, 09:38
Gibt es eigentlich überhaupt noch neue Vollautomaten zu kaufen? Ich war bei meiner Recherche ziemlich überrascht, dass die allermeisten neuen Geräte so unglaublich primitv ausgestattet sind. Eine Haube ohne Scharnieren wurde schon erwähnt, Endabschaltung fehlt häufig, Geschwindigkeitsumstellung ist auch nicht selten ein aufpreispflichtiges Extra oder bedarf der Umlage eines Riemens.

Die Optik der neuen Geräte hat mich anfangs schon gereizt, bin aber doch bei einem "klassischen" Gebrauchtgerät gelandet... einem Vollautomat natürlich (Technics SL-1610).


[Beitrag von flyingscot am 14. Mrz 2015, 09:39 bearbeitet]
.JC.
Inventar
#30 erstellt: 14. Mrz 2015, 09:46
Moin,


Beaufighter (Beitrag #28) schrieb:

Und so wie ich meine, wer richtig viel Platten hört, der endet eh bei einem Arbeitspferd aus den 80ern.


stimmt oder späte 70er. ---> Technics SL 1700

Wer einen gewissen Überblick hat, welche Dreher reparatur u. wartungsanfällig sind,
der wird sich für einen robusten u. wartungsfreien großen Direkttriebler entscheiden.

Ich meine, seit es den Direktantrieb gibt, was will man da noch mit Riemen (usw.) Drehern ?
Holz24
Stammgast
#31 erstellt: 14. Mrz 2015, 09:57
Ist doch egal, was den Plattenteller antreibt, hauptsache er dreht !
Es gibt genügend Neue, womit gescheit Platten abgespielt werden.
Das Neugeräte wesentlich teurer sind, ist wohl allen klar !

Markus
peacounter
Inventar
#32 erstellt: 14. Mrz 2015, 09:59

Nero58 (Beitrag #15) schrieb:
...im direkten Vergleich mit der gleichen Aufnahme auf Vinyl wirst Du feststellen, dass plötzlich Feinheiten zu hören sind die auf der CD nur mit Anstrengung zu hören sind.
Was aber noch wichtiger ist Schalplatten klingen stressfreier und natürlicher. Anscheinend nimmt das menschliche Ohr die Quantisierung bei digitaler Musik doch wahr.

Nein, nimmt es nicht.
Die klanglichen Unterschiede liegen einzig und allein am unterschiedlichen mastering und an den Beschränkungen der abspieltechnik.
Wenn man eine LP digitalisiert, hört kein Mensch den Unterschied.

Zur Frage:
Wegen der deutlich wertigeren Technik.
Und Geld sparen lässt sich natürlich auch, wobei man imo für einen fairen Vergleich seine eigene Arbeitszeit auch bewerten muss.
In der Zeit, in der man einen alten Dreher revidiert, könnte man schließlich auch Geld verdienen oder andere nötige Arbeiten verrichten.
Beaufighter
Inventar
#33 erstellt: 14. Mrz 2015, 10:06
Holz24
Ist doch egal, was den Plattenteller antreibt, Hauptsache er dreht !


Also für mich spielen da Faktoren wie Langlebigkeit, Gleichlauf und Rumpel schon eine Rolle.

Deine Platte in den Akkuschrauber gebaut das dreht auch einfach

Gruß Beaufighter
Vinyl_Tom
Inventar
#34 erstellt: 14. Mrz 2015, 10:09
Erbse!
Ich denke doch nicht in meiner Freizeit darüber nach,
wieviel Geld ich jetzt verliere, nur weil jetzt Freizeit ist!
peacounter
Inventar
#35 erstellt: 14. Mrz 2015, 10:17
Natürlich!
Wenn einem die Arbeit spass macht, ist das was anderes.
Aber für viele ist das eben auch einfach blockierte Freizeit so wie den Hausflur zu putzen oder Wäsche aufhängen.

Das vergessen viele, die zum diy raten, ganz gerne bei ihren Beratungen.
Deswegen ergänze ich das ab und zu denn nicht jeder schraubt gerne rum oder baut Boxen.
Ob ich die Waschmaschine oder ein hifigerät repariere macht für mich keinen Unterschied.
Beides sind für mich Haushaltsgeräte und arbeiten daran geb ich lieber ab.


[Beitrag von peacounter am 14. Mrz 2015, 10:24 bearbeitet]
.JC.
Inventar
#36 erstellt: 14. Mrz 2015, 10:22

Holz24 (Beitrag #31) schrieb:
Ist doch egal, was den Plattenteller antreibt, hauptsache er dreht !




ja natürlich
aber wie dreht er möglichst exakt die 33 1/3 U/min ?

schnöde drehen kann jeder Plattenspieler
aber einen sehr guten u. stabilen Gleichlauf erzeugen, das kann nicht jeder Dreher
(gleich gut)


ein Dreher ist ein manuelles Gerät u. daher ist mir eine gute Bedienbarkeit sehr wichtig
u. was gäbe es da Besseres als die großen Technics SLs ?


um die Qualität eines Technics SL 1710 heute, in viel zu geringen Stückzahlen, zu bauen
würde der um 4000 € kosten, gebraucht bekommt man ihn für um 200 €

darum werden meist alte Dreher empfohlen, die Neuen sind schlicht zu teuer
ok, wer die Kohle hat ...
peacounter
Inventar
#37 erstellt: 14. Mrz 2015, 10:27
Ja, der Antrieb ist schon wichtig.
Wobei man insgesamt beim Gleichlauf bei Schallplatten sowieso Abstriche machen muss.
Das geht schon beim medium los, weil nur selten das loch in der Platte wirklich perfekt mittig sitzt.
Da ist die cd durch den buffer einfach haushoch überlegen.

Aber die Unzulänglichkeiten der Musikwidergabe mit vinyl sind hier ja auch nicht das Thema.
Die Frage, warum altgeräte empfohlen werden, dürfte imo beantwortet sein, wenn ich den thread so überfliege.
Ich wollte nur bei der Behauptung, alte Geräte seien günstiger, ein bischen relativieren und auf die häufig nötige zu investierende Arbeitszeit hinweisen.
Das kann nämlich ganz schön aufwändig und nervig werden.
Ich würde deswegen eher einen vom Profi überholten Dreher mit Gewährleistung als Vergleich nehmen.


[Beitrag von peacounter am 14. Mrz 2015, 10:34 bearbeitet]
Holz24
Stammgast
#38 erstellt: 14. Mrz 2015, 10:51
Hallo,
der Gleichlauf der modernen Plattenspieler in der1000 € Klasse ist gut genug.
Wenn ich mir Project ansehe, wo es für den Preis schon ein Komplettgerät incl. Ortofon
Rondo Red an einem gescheiten Tonarm und Umschaltbox für die Geschwindigkeit
gab, kann man damit schon richtig gut Schallplatten hören und auch in Zukunft.
Und vor allem ist der keine 35 Jahre alt.
Ich bin schon auch Technics Fan, aber man sollte realistisch bleiben!
Und rechnet mal: Rondo: 450€ , Tonarm 450€, Plattenteller ,Chassis, ... 100€

Markus
Holger
Inventar
#39 erstellt: 14. Mrz 2015, 11:24

Holz24 (Beitrag #38) schrieb:
...Plattenspieler in der1000 € Klasse...Project..wo es für den Preis schon ein Komplettgerät incl. Ortofon
Rondo Red an einem gescheiten Tonarm und Umschaltbox für die Geschwindigkeit
gab


Welcher war das? Wo? Link???
Beaufighter
Inventar
#40 erstellt: 14. Mrz 2015, 11:30
Moin moin,

ja gut genug mag er sein. Ich finde es bloß ein wenig jämmerlich wenn heutige
"moderne" Plattenspieler in den Gazetten bejubelt werden, als ausgefeilte Wunderwerke der Technik
die in der Lage sind aus Platten zu holen was vor Jahren undenkbar gewesen wäre.

In Wirklichkeit haben die Geräte ihre liebe Mühe und Not Gleichlaufwerte hinzubekommen wie damalige Feld, Wald und Wiesen Spieler.

Es ist nicht Schlimm wenn beides nicht hörbar ist. Es ist jedoch dämlich so was als einen innovativen Schritt der Technik zu bezeichnen.

Nicht umsonst halten sich viele Hersteller sehr bedeckt mit der Herausgabe von technischen Daten.

Gruß Beaufighter


[Beitrag von Beaufighter am 14. Mrz 2015, 11:33 bearbeitet]
peacounter
Inventar
#41 erstellt: 14. Mrz 2015, 12:21
Der Hype ist halt groß genug, um damit gutes Geld zu verdienen aber nicht groß genug, um auch Qualität für "kleines" Geld zu liefern.
Das wird sich auch nicht mehr ändern.
Aber das schöne ist ja, dass es noch genug altgeräte gibt um die Zeit bis zum endgültigen Tod des Mediums zu überbrücken.
Unterm Strich sinds ja dann doch nur ein paar wenige Freaks, die sich noch mit vinyl beschäftigen und die haben meist ja sogar Lust aufs basteln, sind insofern daher auf dem gebrauchtmarkt eh besser aufgehoben.
ratzemen
Ist häufiger hier
#42 erstellt: 14. Mrz 2015, 12:51

Holger (Beitrag #39) schrieb:

Holz24 (Beitrag #38) schrieb:
...Plattenspieler in der1000 € Klasse...Project..wo es für den Preis schon ein Komplettgerät incl. Ortofon
Rondo Red an einem gescheiten Tonarm und Umschaltbox für die Geschwindigkeit
gab


Welcher war das? Wo? Link???


Würde mich auch mal interessieren ?? Habe bei einem Händler in Münster jetzt einige in der Preisklasse gesehen , aber mit
dem Ortofon 2 MM Red .... das System gibts für ca, 90 euro...
Holz24
Stammgast
#43 erstellt: 14. Mrz 2015, 12:52
Hallo Holger,
das war der Project Anniversary, leider nicht mehr mit Rondo Red ,sondern
jetzt mit 2m Bronce für € 998 gefunden. ( Die Bronce Serie wird ja nicht mehr hergestellt )
Trotzdem eine Empfehlung- 2M Bronce €300, 9cc Tonarm ca. €550, Rest naja, - also
kann mann machen - oder?

Markus
Holz24
Stammgast
#44 erstellt: 14. Mrz 2015, 12:57
Fono.de
Holz24
Stammgast
#45 erstellt: 14. Mrz 2015, 13:10
Jetzt würde ich wohl keinen Gebauchten mehr empfehlen-
und stelle man so in den Raum- klanglich auf dem Niveau
eines ollen Technics mit Kirchner Holzheadshell und AT150
olibar
Stammgast
#46 erstellt: 14. Mrz 2015, 13:51

peacounter (Beitrag #41) schrieb:
Der Hype ist halt groß genug, um damit gutes Geld zu verdienen aber nicht groß genug, um auch Qualität für "kleines" Geld zu liefern.
Das wird sich auch nicht mehr ändern.
Aber das schöne ist ja, dass es noch genug altgeräte gibt um die Zeit bis zum endgültigen Tod des Mediums zu überbrücken.
Unterm Strich sinds ja dann doch nur ein paar wenige Freaks, die sich noch mit vinyl beschäftigen und die haben meist ja sogar Lust aufs basteln, sind insofern daher auf dem gebrauchtmarkt eh besser aufgehoben.


Ich glaube, wir haben hier ein Phänomen, was es so in einem anderen Marktumfeld nicht oder selten gibt.

Auf der einen Seite ist die Nachfrage nach neuen Playern, die neben der Funktionalität eben auch außergewöhnliches Design bieten, groß genug, dass die aufgerufenen Preise gern bezahlt werden. Firmen wir Transrotor sind seit Ewigkeiten am Markt und können in dieser Nische gut leben. Und das mit Geräten, die technisch gesehen keine Wunderdinge können.

Der Preis wird ja von der Nachfrage bestimmt (zumindest theoretisch). Würde nun aber die Nachfrage sinken, dann hätten es die Anbieter schwer, denn die durchaus technisch gleichwertigen wie überlegenen gebrauchten Geräte sind eben wesentlich preiswerter.

Und ja, ich bin bei dir, technisch hochwertigere Geräte mit Vollautomatik, Quarzgetriebenen Direktantrieben wird es wohl neu nicht mehr geben.

Wer heute neu kauft, weiss, worauf er sich einlässt....hinstellen, spielen, fertig. Dazu gefällt oftmals auch die Optik (vielleicht sogar Hauptargument für den Kauf?) Das ist eben Geschmacksache. Ich persönlich finde die Bohrtürme optisch wie haptisch wesentlich angenehmer, als die alten Geräte meines Bruders (Thorens) oder Freundes (Denon). Darüber zu streiten ist Unsinn.

Und die fehlende Vollautomatik ist für mich auch kein Problem, drehen muss ich die Scheibe sowieso, ob ich da nun einen Knopf drücke oder eben den Arm noch bewegen muss, bevor ich den Hebel betätige, macht für mich keinen Unterschied. Ich muss nur aufmerksamer am Ende der Platte sein, also abschalten. Allerdings habe ich auch keine Fernbedienung am Verstärker und muss den auch manuell abschalten...hab mich dran gewöhnt.


[Beitrag von olibar am 14. Mrz 2015, 13:56 bearbeitet]
peacounter
Inventar
#47 erstellt: 14. Mrz 2015, 15:13
Ja, optisch finde ich heutige Geräte auch deutlich schöner (wobei auch früher nicht alles diese fiese Optik von Dual und Co hatte), aber mir kommt es auch sehr auf den Komfort an.
Halbautomaten oder gar komplett manuelle Geräte kämen mir nicht ins Haus.
Wie sieht es eigentlich da bei aktuellen Modellen aus?
Klassikliebhaber
Stammgast
#48 erstellt: 14. Mrz 2015, 15:18
Komfort? Dann frage ich mich, wieso es noch keine FB für Schallplattenspieler gibt!

Ich mag es komplett manuell.
Von der Optik muss ich sagen, dass moderne/heutige Plattenspieler imo besser aussehen als früher.
Aber dafür muss man auch wohl mit ordentlich was bezahlen als Käufer.

Die Preise für die heutigen Plattenspieler an sich finde ich aber imo trotzdem totaaaaal überzogen.
Ich finde es witzig und kurios zugleich, dass ältere Plattenspieler gleich gut bzw. sogar besser sein könn(t)en.

Aber das Preis/Leistungs Verhältnis ist bei heutigen Plattenspielern eine Katastrophe!
Deshalb würde ich mir NIE NIE NIE einen neuen Plattenspieler kaufen.

Wieso werden quarzbetriebene Direktantriebe nicht mehr hergestellt? Grund?
peacounter
Inventar
#49 erstellt: 14. Mrz 2015, 15:50
Eine fb würde nur Sinn machen, wenn man auch die titelanwahl durch leerrillenerkennung hätte und der Tonarm ebenfalls motorgetrieben bewegt werden würde.
Das wäre zwar toll, ist aber wirtschaftlich vermutlich bei so einem nischenprodukt einfach nicht mehr darstellbar.
Mir persönlich ist das aber auch völlig egal, da ich auch sonst immer nur ganze Alben höre.
Ich weiß garnicht, wo die fb von meinem cd-Player ist und vermutlich sind die Batterien darin schon vor 10 Jahren ausgelaufen.

Aber ansonsten ist mir Komfort wirklich enorm wichtig und das ganze handling von vinyl nervt mich viel mehr als die klanglichen Unzulänglichkeiten.
Beaufighter
Inventar
#50 erstellt: 14. Mrz 2015, 16:37
Moin moin,

ich würde auch nicht jedermann/frau ein Altgerät empfehlen.

Bei Kaufberatungen im Internet empfehle ich Neueinsteigern meist ein Neugerät.

Am besten dann auch Plug and Play. Die Altgeräte sin dann doch auch noch Geräte die ein gewisses Maß an Wissen erfordern.

Und um erst mal ganz ohne Wissen loslegen zu können. Finde ich solche Geräte für diese Zwecke am geeignetsten.

Gruß Beaufighter
DrNice
Moderator
#51 erstellt: 14. Mrz 2015, 16:39
Den Dual 650 konnte man mit einem Infrarotempfänger aufrüsten. Fernsteuerbare Funktionen: Lift, Start, Stop. Die Lift-Funktion finde ich gar nicht verkehrt - so kann man bei eingehenden Telefonaten oder ähnlichen Störungen bequem die Wiedergabe unterbrechen. Vermisst habe ich eine Fernbedienung am Plattenspieler bisher allerdings nicht.
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