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Was hört Ihr gerade jetzt ? (JAZZ)

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grilli100
Stammgast
#18467 erstellt: 28. Feb 2019, 23:15
Heute im Briefkasten: Vince Guaraldi - In Person



Und damit ist meine Vince Guaraldi Sammlung abgeschlossen. So viel gibt es ja leider auch nicht von ihm.

Sehr schöne und melodische Platte, die nach der Black Orpheus raus gekommen ist. Bossa lastig, wie ich es mag, aber nicht so kitschig wie die „The Latin Side of Vince Guaraldi“.
Es schwingt und macht Spaß.
Mr._Lovegrove
Inventar
#18468 erstellt: 01. Mrz 2019, 08:32
Ich hatte gestern noch ein paar Minuten Zeit, um schließlich in einem der einschlägigen Plattenläden der Stadt auf diesen Klassiker zu stoßen:
amazon.de
George Russel Sextet
Ezz- Thetics
Riversice 1961, bei mir als 1992er OJC

Alto Saxophone, Bass Clarinet – Eric Dolphy
Arranged By, Piano – George Russell
Bass – Stephen Swallow
Drums – Joe Hunt
Trombone – Dave Baker
Trumpet – Don Ellis

Der Meister des modalen und lydisch- chromatischen Jazz exerziert hier in absoluter Perfektion, wie faszinierend diese Spiel- und Kompositionsart ist. Dabei verfährt er ganz anders, als Miles Davis es bei "Kind of Blue" gemacht hat. Während Davis mit minimalen Skizzen sich und seiner Band der fast völligen Improvisation hingegeben hat, arrangiert Russell die Stücke vollends durch, entwirft zauberhafte Bläserstimmen und -gegenstimmen, lässt aber dennoch genügend Freiraum für die Mitglieder dieses Spitzenensembles. Und mit dem wie immer brillanten Dolphy und dem umwerfenden und übervirtuosen Ellis plus Baker an der Posaune sind drei Männer an Blech und Holz, die einzigartiger kaum sein können.
Diese Musik ist so hochkomplex wie faszinierend zugleich und Russell spart sich auch nicht den richtigen Schuß Humor aus, den es manchmal braucht (in Bakers "Honesty"). Dabei zeigt der Pianist und Arrangeur multiple Talente von höchster Güte. Neben einem genialen Arrangement von Miles Davis´ "Nardis und Monks Klassiker "´Round Midnight" sowie Bakers Stück steuert der Leader selbst drei unglaublich spannende Momente des modalen Jazz hinzu. Und wenn es ein Stück gibt, welches auch Hörern gänzlich ohne musiktechnisches Vorwissen das modale Konzept schnell und transparent erklärt, dann ist es das fantastische "Lydiot" (welch Titel!). Danke George Russell (und seinem Sextet) für diese bereichernde, unterhaltsame und nebenbei auch gut klingende Lehrstunde des Jazz.


[Beitrag von Mr._Lovegrove am 01. Mrz 2019, 08:33 bearbeitet]
Mr._Lovegrove
Inventar
#18469 erstellt: 01. Mrz 2019, 08:49

arnaoutchot (Beitrag #18466) schrieb:

Aber beenden wir den Abend noch mit einem Verriss ... Portico Quartet - Knee Deep in the North Sea - Babel 2007.

Ich habe da mal reingehört. Ist auch nicht meins, aber ich kann nachvollziehen, dass es einigen gefällt. Es ist halt gefällig und unkompliziert im Zugang; Belanglosigkeit hin oder her. Und die (für Jazzverhältnisse) eher häppchenartige Länge der Stücke (im Schnitt etwas über Minuten) spricht bezugnehmend auf die Zugänglichkeit eine weitere Sprache.
Ich habe dann auch mal in die "Isla" und die "Age of Automation" reingehört. Das ist der Soundtrack der "Jazzgeneration Z" . Ich möchte hier bestimmt nicht den Jazzpolizisten spielen, aber mit meinem Verständnis dieser Musik hat das leider wenig zu tun. In sich ist das ja kompetent gemacht, und doch ist es völlig belanglos. Die als Jazzquartett zu bezeichnen, wäre so. als ob man REO Speedwagon als Hard Rock- Band benennen würde


[Beitrag von Mr._Lovegrove am 01. Mrz 2019, 10:37 bearbeitet]
ww.
Ist häufiger hier
#18470 erstellt: 01. Mrz 2019, 13:46
Alto Saxophone, Bass Clarinet – Eric Dolphy
Arranged By, Piano – George Russell
Bass – Stephen Swallow
Drums – Joe Hunt
Trombone – Dave Baker
Trumpet – Don Ellis

was für ein Line Up........ und Don Ellis hat bei mir wieder Lust auf angeschrägte Big Band-Sounds entfacht. Somit habe ich die hier aus dem Plattenschrank geholt:
350322075751

Eine wunderschöne Mischung aus Tradition und Avantgarde ..... mit einem Ensemble von Top Musikern . Auf dieser Platte nähern sie sich skizzenhaft den Fellinifilmen an

Freundliche Grüße
und ein schönes Wochenende
Wolfgang
arnaoutchot
Moderator
#18471 erstellt: 01. Mrz 2019, 14:09
Hallo Wolfgang,

danke für deinen Beitrag. Es empfiehlt sich, neben dem Bild den Titel der Platte und der Musiker auch immer im Text zu erwähnen, weil bei einer eventuellen Suche die Platte sonst nicht gefunden werden kann. Danke !
ww.
Ist häufiger hier
#18472 erstellt: 01. Mrz 2019, 15:35
Hast recht, danke für den Hinweis!
Freundliche Grüße
Wolfgang
andreas3
Inventar
#18473 erstellt: 01. Mrz 2019, 16:16
Ich bin bei Miles hängen geblieben, der chronologische Nachfolger von Miles In The Sky ist in meiner kleinen Sammlung diese:

Filles de Kilimanjaro

Miles Davis - Filles de Kilimanjaro
Columbia 1968

Miles Davis - trumpet
Wayne Shorter - tenor sax
Herbie Hancock - piano, e-piano on tr. 1,2,4
Chick Corea - piano, e-piano on tr. 3,5
Ron Carter - bass on tr. 1,2,4
Dave Holland - bass on tr. 3,5
Tony Williams - drums

Im Juni und September 1968 entstanden diese fünf Aufnahmen, der Untertitel lautet zu Recht Directions In Music by Miles Davis. Durch den Einsatz des E- Pianos entstehen neue Klangbilder, die aber so selbstverständlich wirken als wäre es nie anders gewesen. Die Musik wirkt weicher, anschmiegsamer, was auf alle Beteiligten übergreift. Schwer zu sagen, aber mich überkommt bei dieser CD ein wohliges Gefühl.
Tja, und der Wechsel von Hancock / Carter zu Corea / Holland? Bringt frischen Wind, der eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre. Aber für Miles gabs ja nur das eine: Weiter!

Grüße!
arnaoutchot
Moderator
#18474 erstellt: 01. Mrz 2019, 17:29
Hier eine weitere Platte aus der Spiritual Jazz Reihe: No. 5 - The World - Jazzman 2014. Rare Jazz-Aufnahmen vorweiegend aus den 1960ern und 1970ern aus so typisch für den Jazz bekannten Ländern wie Indien, Israel, Türkei, Venezuela, Sierra Leone oder Chile (u.v.m.). Sehr vergnüglich !

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andreas3
Inventar
#18475 erstellt: 01. Mrz 2019, 19:56
Re-enter

Masqualero - Re-enter
ECM 1990

Nils Petter Molvaer - trumpet
Tore Brunborg - tenor, soprano saxophones
Arild Andersen - bass
Jon Christensen - drums

Von der Besetzung her drängt sich mir der Vergleich mit Old and New Dreams auf, und den Vergleich brauchen die zum Quartett geschrumpften Masqualero nicht zu scheuen. Im Gegenteil, stilistisch und von ihrer Spielfreude und dem Ideenreichtum her erinnert manches positiv daran. Und klanglich ein Traum aus Oslo.

Grüße!
outfaced
Ist häufiger hier
#18476 erstellt: 01. Mrz 2019, 22:02
Magic-Moments-11_teaser_275x
Magic Moments 11 In The Spirit Of Jazz
ACT 28/09/2018
Interessante und abwechslungsreiche Sammlung
Mr._Lovegrove
Inventar
#18477 erstellt: 02. Mrz 2019, 08:05

ww. (Beitrag #18470) schrieb:

und Don Ellis hat bei mir wieder Lust auf angeschrägte Big Band-Sounds entfacht. Somit habe ich die hier aus dem Plattenschrank geholt:

Ich habe es gestern anschließend ähnlich gehalten und gleich mal Ellis als Leader wieder rausgeholt:
amazon.de
Don Ellis Orchestra
Electric Bath
Columbia 1967

Dazu schreibe ich gar nicht viel, diese Scheibe muß man einfach mal gehört haben. Wild und schräg zu Beginn, leicht psychedelisch mittendrin und mit einschmeichelnder Zeitgeist- Erotik im Abgang. Das Wort "geil Mucke" mag ich hier einfach mal als Kurzbeschreibung nehmen.


[Beitrag von Mr._Lovegrove am 02. Mrz 2019, 08:06 bearbeitet]
Mr._Lovegrove
Inventar
#18478 erstellt: 02. Mrz 2019, 16:39
Nur zur Erinnerung, heute vor 60 Jahren ging Miles Davis mit seinen Mannen zur ersten Session von "Kind of Blue" ins Studio.
Und da die Scheibe ja jeder kennt, empfehle ich das Buch zum Album: Ashley Kahn - Kind of blue

Similar zum Album halte ich es für das beste Buch, was je über Musik geschrieben wurde.
Mr._Lovegrove
Inventar
#18479 erstellt: 03. Mrz 2019, 09:19
Doch nun ein moderat, aber punktgenau getroffenes Alterswerk:
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Milt Jackson
The Harem, 1991

Bass – Bob Cranshaw
Drums – Kenny Washington
Flute – James Moody
Piano – Cedar Walton
Tenor Saxophone, Soprano Saxophone – Jimmy Heath
Vibraphone – Milt Jackson

Ich habe diese Platte schon beim ersten Durchlauf extrem gemocht. Eine Truppe von Altmeistern hält den Swingfaden auf genau richtiger Spannung, bewegt sich geschickt zwischen Cool, leichten Modernismen und Mainstreamjazz. Das klingt jung, frisch und so gar nicht nach einem Spätwerk.
Und ist dann auch noch im BMG Studio in NY ganz exquisit aufgenommen worden. Jazzherz, was willst du mehr!
Rille65
Inventar
#18480 erstellt: 04. Mrz 2019, 12:46
Hallo zusammen. Hier dreht auch mal wieder jazzziges.

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Bekannte Lieder in ungewohntem Gewand:

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HansFehr
Inventar
#18481 erstellt: 04. Mrz 2019, 16:35
Ende 2017 erschienen. Ich habe die CD gerade bekommen. Label Concord Records.

Mike Stern - Trip

Die Liste der Mitmusiker ist lang. Die kommen aus dem reinen Jazz, wie Trompeter Randy Brecker, und auch von Jazz-Fusion. Anlehnungen an den späten Miles Davis sind gut zu hören. Mike Stern spielt die Gitarre wie gewohnt meist schnell. Das Stück Screws ist mit einer gewissen Selbstironie verbunden. Es sind Schrauben gemeint, die Stern nach einem Unfall vor etwa zwei Jahren verpasst bekommen hat.

stern1


[Beitrag von HansFehr am 04. Mrz 2019, 19:50 bearbeitet]
Mr._Lovegrove
Inventar
#18482 erstellt: 05. Mrz 2019, 08:04
Hier läuft gerade ein ganz starkes Album:
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Clifford Jordan Quartet
Glass Bead Fames, Strata East 1974
Drums, Percussion – Billy Higgins
Piano – Cedar Walton, Stanley Cowell
Tenor Saxophone– Clifford Jordan
Bass– Bill Lee, Sam Jones

Jordan, selbst ein großer und stilistisch standfester Saxophonist machte hier 1974 schon dass, für was man einen Kamasi Washington heute beachtet: Ein episches Doppelalbum voller Spannung und spiritueller Grundfeste. Der größte Unterschied zwischen den beiden ist, dass Jordan dafür nur ein (bzw. zwei) Quartetts braucht. Sicher kann man die beiden grundverschiedenen Konzeptionen überhaupt nicht vergleichen, aber das mit dem Doppelalbum, welches in diesem Fall auch noch keine Längen aufweist, ist hier dennoch eine mehr als eine Fußnote wert.
Jordan verneigt sich über die Zeit des Albums hinweg vor mehreren legendären Musikern und benennt diese auch direkt im Titel. Die Hommage an Coltrane gerät zu einem ganz besonders brillanten Moment, da er den Namen "John Coltrane" während des Stückes singt wie Coltrane es mit den Worten "A love supreme" getan hat.
Auch ansonsten bieten beide Besetzungen akustischen, oft balladesken Jazz, der geprägt ist von Post Bop, Souljazz, ein wenig Funk und dem Spirit des schwarzen Erwachens. Erstaunlicherweise bricht diese äußerst unterhaltsame Musik nie in extreme aus, bleibt eingängig, zugänglich und oft sogar fröhlich- beschwingt. Jordan verfällt zu keiner Zeit in eine bierernste Gezwungenheit, sondern bleibt oberflächlich bei sogar sehr mainstreamigem Jazz, der erst darunter seinen Anspruch erkennen läßt. Dabei ist er ein famoser Solist mit eigener Sprache, warmem Ton und geschliffener Akzentuierung. Walton und Cowell an den Tasten passen hier peferkt in das Szenario, das Billy Higgins mit überbordender Lust am souligen und verquerem Swing untermalt. Diese großartige Strata East gibt es sogar immer noch als CD!


[Beitrag von Mr._Lovegrove am 05. Mrz 2019, 08:06 bearbeitet]
andreas3
Inventar
#18483 erstellt: 05. Mrz 2019, 20:10
Guten Abend,

neulich stellte Dietmar im Rahmen der ECM- Touchstones George Adams´Sound Suggestions hier vor, woraufhin ich sie auch geordert hatte. Seitdem lief sie öfter, jetzt kam eine dazu:

more sightings

George Adams, Hannibal & Friends - More Sightings
Enja 1984

George Adams - tenor saxophone, vocal
Marvin "Hannibal" Peterson - trumpet
John Scofield - guitar
Ron Burton - piano
Walter Schmocker - bass
Allen Nelson - drums

Und auch auf diesem Konzertmitschnitt aus Zürich herrscht kein Energiemangel, ganz im Gegenteil: Ab geht die Post! Tolle Aufnahme. Und wieder lässt Adams es sich nicht nehmen, einen Blues zu singen. Mir ists recht, nach der ersten Strophe ist Scofield dran, und das macht er gut. Die beiden Bläser ebenfalls..

Grüße!
dietmar_
Inventar
#18484 erstellt: 06. Mrz 2019, 20:49
one more time

Mal Waldron, Jean-Jacques Avenel, Steve Lacy ‎– One More Time
2002, Sketch

Tolle Einspielung aus Waldrons letztem Jahr. Waldron solo, mit dem großartigen Bassisten Jean-Jacques Avenel und bei zwei Titeln mit Steve Lacy am Sopransax. Ich finde keine schwache Stelle, meiner Meinung eine der besten späten Einspielungen MWs.
Dieses Album läuft in letzter Zeit auch öfter.
arnaoutchot
Moderator
#18485 erstellt: 07. Mrz 2019, 20:27
Hier der relativ neue Sampler von Jazzman Records: Spiritual Jazz Vol. 9 - Blue Notes, Parts One & Two. Modal, esoteric and deep jazz from the Vaults of Blue Note Records 1962-76, Jazzman Rec. 2CD 2018. Es sind durchweg ausgefallenere und seltenere Stücke aus dem Blue-Note-Katalog, trotzdem hatte ich etwa die Hälfte schon. Nun, ich bin bei Blue Note möglicherweise auch kein Massstab ... Gerade lief Searchin' the Trane von der sehr späten Bobby Hutcherson-Scheibe Waiting von 1976. Klangqualität ist gemischt, ich kann nicht bei allen Stücken ausschliessen, dass nur Tapes verwendet wurden, manches könnte auch von Vinyl gerippt sein.

Für die Vinylisten: Es gibt beide Teile auch als fette Doppel-LPs ...

jpc.de
grilli100
Stammgast
#18486 erstellt: 07. Mrz 2019, 23:41
Bei mir läuft zum Ausklang eines langen Tages wieder mal eine Zufallsentdeckung. Bei dem Titel musste ich einfach reinhören...
Dreamhouse - Fred Simon




Fred Simon - Piano
Sarah Allen - Drums
Kelly Sill - Bass

Wunderschöne Trio Musik. Ich habe die 24/192 Version bei HighresAudio erstanden und wundere mich doppelt. Naim selbst hat nur eine 24/96 Version im Programm und HighresAudio führt das Album als ‚smooth jazz‘. Hmm naja, Sei‘s drum. Klanglich ist das hervorragend.
arnaoutchot
Moderator
#18487 erstellt: 08. Mrz 2019, 10:25
Dem einen oder anderen mag das schon bekannt sein, aber die amerikanische Online Library archive.org baut seit einiger Zeit eine riesige Sammlung digitalisierter Schellack-Platten auf. Insgesamt sind es inzwischen rd. 118.000 Platten, davon knapp 10.000 aus dem Jazz-Bereich. Auch wenn auf der Seite von "Downloads" gesprochen wird, so kann man sich die Stücke nur zum Streamen "downloaden" (oder ich mache etwas falsch ? ). Hier mal der Link zu den Jazz-Platten. =subject%3A%22Jazz%22]https://archive.org/...subject%3A%22Jazz%22

Bemerkenswert ist die extreme Sorgfalt und äusserst gute Klangqualität einiger Digitalisierungen. Aber Achtung, entgegen den üblichen kommerziellen Überspielungen von Schellack-Material auf CD wurde hier keinerlei Denoising eingesetzt, das heisst das knackst und rumpelt teilweise erheblich. Aber hört Euch mal ein Stück wie den Original Jelly Roll Blues aus 1926 an, das habe ich in dieser Klarheit und Tiefe auf CD noch nicht gehört ! Jelly Roll Morton behauptete ja, den Jazz erfunden zu haben, und ob man das nun glaubt oder nicht, so ist dieses Stück einer der Grundpfeiler des Jazz.

Viel Spass beim Hören und Erforschen !

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Jazzy
Inventar
#18488 erstellt: 08. Mrz 2019, 18:53

oder ich mache etwas falsch ?


Nimm doch diesen Knopf
Archive
Eigentlich
Ist häufiger hier
#18489 erstellt: 08. Mrz 2019, 21:18
Boah ist das geil! Ich kann garnicht mehr aufhören.
Vielen Dank für den Tip mit archive.org
Gruß
arnaoutchot
Moderator
#18490 erstellt: 09. Mrz 2019, 08:09
Freut mich, dass es auf Interesse stösst. Ich fand die Kommentare und Geschichten zu einigen Stücken auch sehr interessant. Hier zB der Sugar Foot Stomp von Connie's Inn Orchestra aus 1931 mit erlesener Besetzung (siehe Label). Nett finde ich den Satz "Connie's was a little more dangerous ... ". Tja, der Jazz entwickelte sich in dieser Zeit definitiv im anrüchigen Milieu ...

78_sugar-foot-stomp_connies-inn-orchestra-armstrong-oliver-rex-stewart-russell-smith_gbia0001054a_it
https://archive.org/...l-smith_gbia0001054a


Connie's Inn started out as a deli. When Prohibition began, adding a speakeasy let the business expand. Connie's was as popular as the Cotton Club, both in Harlem where white people could go and see black musicians play. Connie's was a little more dangerous, with more gang activity than other places. Louis Armstrong was allegedly held at gunpoint while a gangster convinced him to leave Chicago and go perform at Connie's in New York. Before 'Sugarfoot Stomp' was recorded, the same tune under the title 'Dippermouth Blues' was recorded by King Oliver's Creole Jazz Band. Joe 'King' Oliver was tagged as the composer, but some argue that it was actually Louis Armstrong's tune. Maybe that's why Fletcher Henderson's orchestra recorded it while he was playing with them. Here's Dippermouth Blues on the other side of this record, see if you can hear the similarities in the songs.
Mr._Lovegrove
Inventar
#18491 erstellt: 10. Mrz 2019, 07:10
Ich habe just einen der wenigen weißen Flecken meiner Jan Garbarek Sammlung ausgefüllt; aber mit was für einer Scheibe!
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George Russell Sextet feat Jan Garbarek
Trip to Prillarguri 1970/1982 (aufgenommen/veröffentlicht)

Bass – Arild Andersen
Drums – Jon Christensen
Electric Guitar – Terje Rypdal
Piano – George Russell
Tenor Saxophone – Jan Garbarek
Trumpet – Stanton Davis Jr.

George Russell gilt ja als Entdecker und früher Förderer des Saxophonisten, den er auch auf eine Handvoll Platten gefeatured hat. Diese Liveaufnahme aus Schweden aus dem Jahre 1970 wurde allerdings erst 1982 von Soul Note veröffentlicht. Dabei hatte Russell auch die drei anderen, später bekanntesten Norweger im Jazz an Bord plus Stanton Davis am Horn. Und hier geht die Post mächtig ab! Das Sextet nimmt sich die freie Seite der Modalität und des skalenbasierten Jazz vor und zelebriert teilweise einen kompakten und schwitzend- heißen Free Jazz, der "Afric Pepperbird" wie eine Late- Night- Platte klingen läßt. Auch hier gibt es "Esoteric Circle", eines der ganz frühen Garbarek Stücke, zu hören, und im Bookletext von Nat Hentoff lobt Russell die Norweger an sich als sehr musikalisch und rhythmisch, aber das Garbarek auf den Aufnahmen eines Jazzkomponisten wie Russell seine eigenen Stücke platzieren kann, ist doch eine recht große Wertschätzung
Ansonsten hat die Scheibe auch archivarischen Wert, hört man doch vier der kurze Zeit später den nordischen Jazz quasi aus der Taufe hebenden Heroen der norwegischen Improvisationskunst in früher Hochform.


[Beitrag von Mr._Lovegrove am 10. Mrz 2019, 07:13 bearbeitet]
Rille65
Inventar
#18492 erstellt: 10. Mrz 2019, 22:21

arnaoutchot (Beitrag #18487) schrieb:
... die amerikanische Online Library archive.org

Super Tipp! Werde ich später reinschnuppern.

Vorher dreht noch ein Neuzugang von gestern. Das Cover von der 1959er US-Pressung finde ich zwar schöner, aber stehen lassen konnte ich die niederländische Nachpressung dann auch nicht. Lässt man die Inflationsrate unberücksichtigt, ist diese Platte wertstabil. 1975 10,- DM, heute im Schnitt gute 5,-€, laut discogs. Meine war noch einiges günstiger ...

For this album, the quartet members picked personal favorites. Eugene Wright selected "Ol' Man River". "Short'nin Bread" was a pick of Joe Morello. Favored by Paul Desmond were "Lonesome Road" and "Basin Street" with Dave Brubeck choosing "Georgia on my Mind" along with "Swanee River."
Wikipedia

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Dave Brubeck ‎– Gone With The Wind
Label: Embassy ‎– EMB 31080
Format: Vinyl, LP, Album, Reissue
Land: Netherlands
Veröffentlicht: 1975
Genre: Jazz
Stil: Hard Bop

Paul Desmond - alto sax
Joe Morello - drums
Gene Wright - bass
Dave Brubeck - piano
arnaoutchot
Moderator
#18493 erstellt: 10. Mrz 2019, 22:34
Hier heute mal wieder Jazz Live: The Fictive Five. Larry Ochs (ts, sopranino), Nate Wooley (tp), Pascal Niggenkemper (ac-b), Ken Filiano (ac-b), Harris Eisenstadt (dr). Schönes Spätnachmittagskonzert dieser hochkarätig besetzten Free-Jazz-Truppe um den ROVA-Saxophonisten Ochs. Unglaublich dichtes, zwischen Notation und Improvisation pendelndes Quintett auf der Basis von zwei mächtigen Akustikbässen. War mal wieder ein Erlebnis !

Wen es interessiert: Sie hatten ihre brandneue CD Anything is Possible (Clean Feed 2019) mit im Gepäck ... leider scheinbar noch so neu, dass sie noch kaum im Netz verlinkbar ist ... reinhören lohnt !

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f-5-cover-1w-500
arnaoutchot
Moderator
#18494 erstellt: 11. Mrz 2019, 20:41
Heute wieder zurück zur Platte .. gerade zwei Free-Jazz-Orchester zugange. Eines davon Shibusashirazu aus Japan, ein ungefähr 20-köpfiges Kollektiv, das bei Live-Auftritten auch Butoh-Tänzer und riesige Papier-Drachen dabei hat. Höchst amüsant, wie ich mich vor vielen Jahren schon mal selbst live überzeugen konnte. Musikalisch klappt das auf der Platte Shibu-Hata (2002) sehr gut, die Stücke bringen die immense Power (und gnadenlose Lautstärke !) der Live-Band gut rüber und machen viel Spass. - Ernster dagegen die European Echoes von Manfred Schoof (FMP Atavistic 1969), ein 16-köpfiges europäisches Free-Jazz-Orchester mit drei Trompetern, drei Saxophonisten, drei Pianisten, drei Bassisten und zwei Drummern etc. Die Namen sind die Crème de la Crème des Free Jazz der damaligen Zeit. Wer die Machine Gun kennt und zumindest akzeptiert, sollte das hier auch gehört haben. Besonders die Soli der Instrumentengruppen sind hervorragend. Den meisten wird es sich jedoch nicht erschliessen, denn eingepackt ist das etwa 30-minütige Werk in splitternden Krach ... es war übrigens die erste Veröffentlichung auf dem Free Music Productions (FMP) Label.

s-l640 amazon.de
andreas3
Inventar
#18495 erstellt: 11. Mrz 2019, 21:36
In meinen Ohren klingts auch nach Free Jazz, obwohl Kompositionen zugrunde liegen:

Bennie Wallace live at the Public Theatre

Bennie Wallace - Live at the Public Theater
Enja 1978

Bennie Wallace - tenor sax
Eddie Gomez - bass
Dannie Richmond - drums

Entscheidend ist, was man draus macht, heißt es. Hier wird In a sentimental mood von Duke Ellington in seine Moleküle zerlegt und neu zusammengesetzt, Wallace bläst sich die Seele aus dem Leib und spornt seine excellenten Mitmusiker entsprechend an. Mir gefällts..

Grüße!


[Beitrag von andreas3 am 11. Mrz 2019, 21:40 bearbeitet]
Mr._Lovegrove
Inventar
#18496 erstellt: 12. Mrz 2019, 06:28

arnaoutchot (Beitrag #18494) schrieb:
Ernster dagegen die European Echoes von Manfred Schoof (FMP Atavistic 1969).... Den meisten wird es sich jedoch nicht erschliessen, denn eingepackt ist das etwa 30-minütige Werk in splitternden Krach

Mit deinem letzten Satz hast du es auf den Punkt gebracht, aber dennoch halte ich es für "zugänglicher" als "Machine Gun"; bei Schoof und Co. ist das eher ein Fluß aus Splittern, bei Brötzmann ein harter Sturmregen aus selbigen .
arnaoutchot
Moderator
#18497 erstellt: 12. Mrz 2019, 08:12

Mr._Lovegrove (Beitrag #18496) schrieb:
bei Schoof und Co. ist das eher ein Fluß aus Splittern, bei Brötzmann ein harter Sturmregen aus selbigen .


Ich frage mich gerade, was leichter zu ertragen ist ...
dietmar_
Inventar
#18498 erstellt: 12. Mrz 2019, 19:50
Hier wurde zuletzt so viel Interessantes geschrieben, ich kann nicht auf all das Bezug nehmen. Ich möchte aber danken für den ganzen Input, für die Informationen und Neuigkeiten!

Ich lasse mich ab und zu gerne leiten, verlaufe mich zwischen oder zu Musiken.
Eben noch entschlossen mindestens 4 Alben aus der Black Saint/Soul Note Box – eigentlich „ Dischi Della Quercia“, kennt aber keiner – von Giorgio Gaslini zu hören, schweife ich nach dem Giorgio Gaslini Quintett Live At The Public Theater In New York u.a. mit Gianluigi Trovesi und dem Duoalbum mit Roswell Rudd Sharing ab zu einer weiteren Duoeinspielung von Rudd mit dem Bassisten Mark Dresser Airwalkers. Das Clean Feed Album beeindruckt auch wegen seiner ungewöhnlichen, nie zuvor gesehenen Bookletgestaltung. Das schönste CD-Papier-Booklet das ich besitze oder kenne, bekommt bei mir eine extra Schutzhülle.
Anschließend mache ich einen großen Sprung zurück zum Roswell Rudd / Steve Lacy Quartet School Days. Eventuell hänge ich noch Aufnahmen mit Archie Shepp aus den Jahren 1964-66 dran (Four For Trane oder Live in San Fransisco)?

aw1aw2 aw3


[Beitrag von dietmar_ am 12. Mrz 2019, 19:51 bearbeitet]
*papamann*
Stammgast
#18499 erstellt: 13. Mrz 2019, 11:46
Hallo ihr lieben,

nach längerer Pause auch mal wieder etwas von mir. Begeistert bin ich ja von der hier:




Und dann haben mich zwei am Wickel die Jazz mit "Americana" verbasteln ohne irgendwie verbastelt zu wirken. Eine Kunst!




null


Tja, ob gerade die Nashvile "noch Jazz" ist fragt sich. Auf jeden ein tolles Album!

Liebe Grüße

Casten


[Beitrag von *papamann* am 13. Mrz 2019, 13:34 bearbeitet]
*papamann*
Stammgast
#18500 erstellt: 13. Mrz 2019, 14:27
Sehr interessant finde ich die rührige Londoner Szene. Die hier haut mich echt um:



Jazz ist eindeutig die Basis. Durch Hinzufügen anderer afro-amerikanischer Tradition (Dub!) entsteht ein Klasse-Gebräu! Zumal meine Lieblings-Zutat "Bürgerrechts-Jazz" auch dabei ist.

Erschienen auf Brownwood. Sehr gut auch die Label-Übersicht:




Maisha, Ezra Collective, Moses Boyd, Theon Cross, Kokoroco….schon echt gut! Einiges mag dem einen oder anderen zu elektronisch sein aber es ist auch rein handgemachtes dabei. Für mich der Sound der Stunde!

Beide gibt es auch auf Vinyl.

Liebe Grüße

Carsten


[Beitrag von *papamann* am 13. Mrz 2019, 14:57 bearbeitet]
Ozone
Inventar
#18501 erstellt: 13. Mrz 2019, 19:31
Hallo Carsten, die "We out here" hat mir auch gefallen. Kann man weiterempfehlen.
Mr._Lovegrove
Inventar
#18502 erstellt: 14. Mrz 2019, 08:17
Hier läuft nach Jahren mal wieder dieser Klassiker:
jpc.de
John Coltrane
Blue Train

Bass – Paul Chambers (3)
Drums – "Philly" Joe Jones
Piano – Kenny Drew
Tenor Saxophone – John Coltrane
Trombone – Curtis Fuller
Trumpet – Lee Morgan

Da brauche ich wohl nix zu zu schreiben. Mache ich auch nicht, außer dass das Eingangsmotiv vom Titelstück so prägnant ist, es funktioniert auch wunderbar als Klingelton fürs Telefon.
ww.
Ist häufiger hier
#18503 erstellt: 14. Mrz 2019, 13:39
pg7jqs50es0m09u23kkej9lr61
Steve Lacy
"The Straight Horn of Steve Lacy"

wenn wir schon mal wieder bei Klassikern sind......
Eine wunderbare Zusammenstellung von (hauptsächlich) Monk und Cecil Taylor Klassikern... die in einem pianolosen Quartett wunderbar cool aber mit schon erkennbarem Hang zur Avantgarde präsentiert werden.
arnaoutchot
Moderator
#18504 erstellt: 14. Mrz 2019, 19:29
Hier audiophiles Vinyl: Helge Lien Trio - Natsukashii - Ozella 2011. HiRes-Aufnahme im Rainbow Studio von Jan Erik Kongshaug, DMM-Schnitt von Pauler Acoustics, limitierte 500er Auflage. Gut, dass die Platte auch noch musikalisch einiges zu bieten hat. Einfallsreiches Trio, ist jetzt schon meine dritte Platte von denen.

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arnaoutchot
Moderator
#18505 erstellt: 14. Mrz 2019, 20:03
Und weiter mit ebensolchem audiophilem Vinyl: Roman Rofalski Trio - Studio-Konzert - Live direct to two-track AAA - Neuklang lim. numbered 500 pieces 2014. Rofalski (p), Johannes Felscher (ac-b), Philippe Lemm (dr). Interessantes Projekt: Aufnahme einer Platte live im Tonstudio Bauer mit kleinem Publikum ausschliesslich mit Analogtechnik. Das ist klanglich exquisit, mindestens wie in alten ECM-Tagen der 1970er ! Musikalisch orientiert sich das Trio an klassischen Vorlagen von Schubert, Ravel und Radiohead ( ). Anspieltipp: Die atemberaubende Version von Ravels "Le Gibet" (Der Galgen) ... Tolle Platte !

Kann man so etwas streamen (echte Frage) ?

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andreas3
Inventar
#18506 erstellt: 14. Mrz 2019, 22:37
Guten Abend,

hier läuft gerade:

yamashita bolero

Yosuke Yamashita / Hozan Yamamoto - Bolero
Enja 1986

Yosuke Yamashita - piano
Hozan Yamamoto - shakuhachi (japanische Bambusflöte)

Dieses Doppelalbum dokumentiert einen Konzertabend am 4.July 1985 im Amerikahaus, München, und enthält über eineinhalb Seiten drei Stücke für Solopiano: Round about midnight, Bolero sowie Senba Yama, letzteres eine Komposition von Yamashita. Wäre er ein Maler, so würde ich ihn den Expressionisten zuordnen, erstaunlich was er mit dem Flügel anstellt, die Töne fließen aus seinen Händen und steigern sich ins Extreme. Er spielt Ravels Werk absolut! Dann gibts zwei Flötensolos, Yamamoto gilt in Japan als Meister der Shakuhachi. Und die zweite LP dann bis aufs erste Flötenstück im Duo. Beeindruckend, großartig, meisterlich, da kann man andächtig lauschen.

Grüße!


[Beitrag von andreas3 am 14. Mrz 2019, 22:38 bearbeitet]
dietmar_
Inventar
#18507 erstellt: 14. Mrz 2019, 22:57

andreas3 (Beitrag #18506) schrieb:
Yosuke Yamashita / Hozan Yamamoto - Bolero
Enja 1986

Yosuke Yamashita - piano
Hozan Yamamoto - shakuhachi (japanische Bambusflöte)


Bei Enja hast du ein Abo, oder?
Man könnte auch sagen, da bist du Experte. Warum auch nicht, klasse Label.
Bei Hozan Yamamoto denke ich an das Album mit Masabumi Kikuchi und Gary Peacock Ginkai aka Silver World. Sehr empfehlenswert.

Edit: Kürzung Zitat - arnaoutchot


[Beitrag von arnaoutchot am 15. Mrz 2019, 07:51 bearbeitet]
andreas3
Inventar
#18508 erstellt: 14. Mrz 2019, 23:13
dietmar_ schrieb:


Bei Enja hast du ein Abo, oder?


Ja, so ne Art Tick von mir. Da findet man die tollsten Sachen..
arnaoutchot
Moderator
#18509 erstellt: 15. Mrz 2019, 07:54
Hi, zum wiederholten Male kurze Anmerkung von mir: Bitte Vollzitate insbesondere mit Bildern vermeiden. Dietmar, ich habe mir erlaubt, das Zitat zu kürzen. Eigentlich hätte man gar kein Zitat gebraucht, wenn sich Dein Text dierkt auf das Posting von Andreas bezieht. Danke für Euer Verständnis !
andreas3
Inventar
#18510 erstellt: 15. Mrz 2019, 21:02
Guten Abend!

Natürlich höre ich auch andere Labels gern, hier mal Sonet:

don cherry live ankara

Don Cherry - Live Ankara 1969
Sonet 1978

Don Cherry - trumpet, piano, flute, vocal
Irfan Sümer - tenor sax, percussion
Selcuk Sun - bass
Okay Temiz - drums, percussion

Don Cherry gehört zu den Musikern, die sich am radikalsten anderen Musikstilen geöffnet haben, nach seiner Zeit mit Ornette Coleman begann er, in allen möglichen Ländern mit einheimischen Musikern aufzutreten und aufzunehmen. So "entdeckte" er beispielsweise Arild Andersen, oder wie hier in der Türkei Okay Temiz, der dann später mit seiner Gruppe Oriental Wind auch hier in Deutschland aktiv war. Mit Temiz verband ihn eine enge Freundschaft, er wirkte auch auf Cherrys meines Wissens letzter Platte Dona Nostra (ECM 1994) mit.

Hier spielen sie zwei Stücke von Coleman, Cherry hatte sich keineswegs vom Jazz abgewendet, wie ihm nachgesagt wurde, er hat assimiliert. Etliche eigene Stücke wechseln sich dann mit türkischen Folk- Traditionals ab und münden in The Creator has a Masterplan von Pharoah Sanders / Leon Thomas, was zunächst wie A Love Supreme klingt, um mit einem Flötenstück zu enden. Temiz glänzt an drums wie percussion, macht auch wilde Passagen locker mit und legt mitreißende Rhythmusteppiche. Eine der wenigen Mono- Aufnahmen in meiner Sammlung, was die Freude nicht trübt.

Für CD- Freunde: Die Aufnahme wurde gemeinsam mit der ebenfalls hörenswerten Eternal Now (1973) als Doppel- CD The Sonet Years wiederveröffentlicht.

Grüße!
arnaoutchot
Moderator
#18511 erstellt: 15. Mrz 2019, 22:06
Hier recht vielfältiger Fusion-Stoff: Jasper van't Hof's Pork Pie feat, Charlie Mariano - Transitory - MPS 1974/2008. Jasper van't Hof (p, e-p), Charlie Mariano (ss, as, fl, nagaswaram), Philip Catherine (ac-g, e-g), J.F. Jenny Clark (ac-b), Aldo Romano (dr). Ivanir do Nascimento (perc). Eine Platte, wie sie wahrscheinlich nur in den frühen 1970ern entstehen konnte. Das indisch beeinflusste Stück Pudu Kkottai tauchte dann als South Indian Line beim United Jazz & Rock Ensemble wieder auf. Nicht alles ist gut gealtert, aber es bleibt eine wichtige Platte als europäische Antwort auf die amerikanische Fusion.

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andreas3
Inventar
#18512 erstellt: 15. Mrz 2019, 22:23
Da habe ich mal meine eigene Anregung aufgegriffen, lange nicht gehört, aber damals kam der Orientexpress gut an:

Life Road

Oriental Wind - Life Road
JA&RO 1983

Okay Temiz - drums, percussion
Lennart Aberg - tenor, soprano sax, alto flute, flute
Harald Svensson - Rhodes Croma Synthesizer
Mats Alsberg / Teddy Walter - bass

Auch hier sind deutliche Einflüsse der türkischen Musik, ekstatische Rhythmen und teils etwas wehmütige Melodiebögen werden mit Synthi- Schwaden und E- Bass zu einem Oriental- Jazzrock gemischt, der auch heute noch seine Reize hat.

Edit: Michael, gerade noch deinen Post entdeckt. Eine alte Bekannte, die heute noch als LP in meinem Schrank steht. Das war damals mehr als angesagt, wie auch Marianos Helen Twelve Trees


[Beitrag von andreas3 am 15. Mrz 2019, 22:26 bearbeitet]
Gomphus_sp.
Inventar
#18513 erstellt: 15. Mrz 2019, 22:43
@andreas3, Oriental Wind, super... super. Habe ich circa 1980 im Bunker Ulmenwall in
Bielefeld gesehen.

Gruß Heiko
andreas3
Inventar
#18514 erstellt: 15. Mrz 2019, 23:10
Ja, das macht richtig Spaß die nochmal zu hören.. Gleich noch eine drauf:

Oriental Wind Live in Bremen

Oriental Wind - Live in Bremen
JA&RO 1981

Okay Temiz - drums, berimbao, percussion
Lennart Aberg - tenor, soprano sax
Lelle Kullgren - electric guitar
Bronislav Suchanek - acoustic bass

Live noch mehr Feuerwerk, Ekstase, und eine enorme Spielfreude. Ähnlich wie Charlie Mariano lässt sich Lennart Aberg stark auf die orientalischen Tonfolgen und Klänge ein, was mich nach wie vor anmacht.
ww.
Ist häufiger hier
#18515 erstellt: 17. Mrz 2019, 19:07
Langsam nervt das Gehype der Londoner Jazzszene , aaaaaaaaaaaaber das ist wirklich heiß! Armon-Jones verläßt hier die nervösen Sax.Gefilde von Shabakka Hutchings oder den Spiritual Jazz a la Maisha , und geht in Richtung tanzbarer Fusion mit trotzdem excelenter Instrumentierung.
Fazit: Gehype hin oder her.....in London bewegt sich wirklich eine Menge

Joe Armon-Jones
"Starting Today"
61jJ4gIx3mL._SY355_

mit groovender Dubversion
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Freundliche Grüße
und einen guten Start in die Woche!
Wolfgang
wilder-Denker
Stammgast
#18516 erstellt: 17. Mrz 2019, 20:26

arnaoutchot (Beitrag #18422) schrieb:
Hallo Hans, welcome back ! Ich freue mich sehr, dass Du wieder an Bord bist.


... dem schliesse ich mich doch -wenn auch mit etwas Verspätung- liebend gerne an. Einer der Namen die ich nach meiner eigenen "Rückkehr" hier vermisst hatte ist auch wieder da ---> Hans, welcome back!

-----

Meinerseits war Portugal zu gut um nicht verlängert zu werden, aber das triste Wetter der Heimat hat mich nun wieder *grummel* und somit auch das Forum der Jazzfreunde hier ... aktuell läuft (in gewisser Erinnerung an triste Wegstrecken, wo ich es als Begleitung erstmalig in-Ear hatte):

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Steve Lehman Trio - Dialect Fluorescent

Steve Lehman - alto saxophone
Matt Brewer - bass
Damion Reid - drum set

... ich hatte Lehman vorher immer eher mit seinen m.E. genialen Octet+ im Ohr, aber diese Trio-Aufnahme hat mich dann doch einigermaßen überraschend geflasht .. sehr kraftvoll und weit mehr, als klassischerweise mit Jazz-Trio assoziiert wird. Komplex, kompakt und trotzdem vertrackter Jazz .. für meine Ohren "easy going" (im Wortsinn!), für andere vielleicht eher heftiger Genuß, aber auf jeden Fall mal eine Hausnummer hier "on air" mitgeteilt zu werden.



[Beitrag von wilder-Denker am 17. Mrz 2019, 20:27 bearbeitet]
wilder-Denker
Stammgast
#18517 erstellt: 17. Mrz 2019, 21:00
Nachschub .. noch ein aussergewöhnliches Trio (teilweise mehr "Schwing" als Lehman & Co):

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Jason Stein's Locksmith Isidore

Bass Clarinet – Jason Stein
Bass – Jason Roebke
Drums – Mike Pride

... noch eine exzellente Begleitung für teilweise einsam, mühsame Wegstrecken auf denen etwas musikalische Unterstützung "Wunder" bewirken können. Stein spielt seine Bassklarinette mit Leidenschaft, dunkel sonor und notorisch treibend mit perfekt werkenden Mitstreitern .. absolut genial

Joerg
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