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Was hört Ihr gerade jetzt? (Klassik !!!)

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Hörstoff
Inventar
#32827 erstellt: 26. Dez 2025, 19:10
Von mir auch frohe Weihnachten.

Und dazu ein Tipp der etwas anderen Art: eine grandios eingespielte und zelebrierte Chopin-Interpretation von Gunther Rost an der Seifert-Orgel in der Marienbasilika Kevelaer. Sehr feinsinnig und eigenwillig interpretierte Präludien des französischen Großmeisters, mit wunderbar eingefangenen Klangfenstern in der Ferne und dynamischen Autoritätslinien in der Nähe, eine gelungene audiophile Einspielung des renommierten Spezialisten Oehms. Der Sound der Orgel ist beeindruckend differenziert und unaufdringlich, die Echos wirken interpretatorisch mit, sie füllen in lauten Passagen den Raum komplementär und bilden harmonisch nachschwingende Ober- und Untertöne aus. Die Interpretation ließe sich gegebenenfalls als spezielle Auslegung der Originalwerke im Sinne eines schillernd vertonten polnischen Hauses Usher lesen - spannungsgeladene Basslinien legen das imo nahe - oder als ein klangfarbenfrohes Erstrahlen der Kompositionen in neuem Glanze.
So weit nur meine Meinung.

Nun in aller Kürze die Kehrseite: "Experten" wenden sich mit Grausen ob der Misinterpretation des Komponisten ab und bemängeln Fehlstellen der interpretatorischen Ausgestaltung, die das Orgelsetting nicht hergibt oder hergeben kann.

Die SACD ist imo sehr inspirierend und vollständig für winterliche Hörabende geeignet.

amazon.de
Review


[Beitrag von Hörstoff am 27. Dez 2025, 15:49 bearbeitet]
op111
Moderator
#32828 erstellt: 26. Dez 2025, 19:31
Frohe Weihnachten!






Franz
Mars_22
Inventar
#32829 erstellt: 26. Dez 2025, 19:43

Hörstoff (Beitrag #32827) schrieb:

Die SACD ist imo sehr inspirierend und vollständig für winterliche Hörabende geeignet.


Ich kann schon verstehen dass du insbesondere den langsamen Stücken was abgewinnen kannst, dennoch kann ich auch die Kritik in fast allen Punkten gut verstehen.
Was ich bei der Kritik nicht verstehen kann, ist dass der Kritiker Martha Argerichs Einspielung aus den 80ern empfiehlt. Daran finde ich einiges auszusetzen. Meine Lieblingseinspielung ist es jedenfalls nicht. Welche bevorzugt ihr?

edit op111 HF-Code Zitat


[Beitrag von op111 am 27. Dez 2025, 12:32 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#32830 erstellt: 26. Dez 2025, 21:44
Chopin - Préludes ? zB Bolet (1988), natürlich die üblichen Verdächtigen wie Arrau, Rubinstein oder Anda. Geheimtipp: Samson François.

61Fw-sP8vKL

Hier gerade Mozart - Requiem - Harnoncourt - dhm SACD MCh 2004. Passt irgendwie gerade.
Hörstoff
Inventar
#32831 erstellt: 27. Dez 2025, 09:16
Ein weiterer sensibler und ausdrucksstarker Pianist ist Burkard Schliessmann, der die 24 Präludien ebenfalls eingespielt hat. Diese sind in seiner Gesamteinspielung Chronological Chopin auf der ersten Disc enthalten. Laufen gerade. Sehr ordentlich, ansprechende Klaviermusik. Natürlich kann eine Orgel mit Nachhall nicht analog Gleiches liefern. Ich finde die letztere Einspielung aufgrund des neuen Scopes dennoch sehr ansprechend. Zum Piano-Chopin muss ich mir erstmal den Zugang erlauschen. Ist halt Klaviermusik. Packt mich emotional noch nicht so sehr.

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arnaoutchot
Moderator
#32832 erstellt: 27. Dez 2025, 09:24
Hier am Morgen Shani Deluka - Renaissance - dolby Atmos Stream 2025. Eine französische Pianistin mit Hintergrund Sri Lanka (*1976), die Stücke von Byrd oder Purcell mit den italienischen Zeitgenossen Frescobaldi oder Monteverdi verbindet. Schöne Idee ! Klick the pic für mehr.

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... gefolgt am Abend mehr von der gleichen Pianistin, aber aus einer komplett anderen Zeit: Shani Diluka - The Proust Album - dolby Atmos Stream 2021. Französische Salonmusik aus dem frühen 20. Jahrhundert. Reynaldo Hahns Klavierkonzert perlt wie frischer Champagner. 🥂 Hahn war Freund und Liebhaber von Proust, in den letzten Jahren erschienen etliche Alben mit seiner Musik und dem Bezug zu Proust. Cliquez sur la photo, svp.

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[Beitrag von arnaoutchot am 27. Dez 2025, 17:32 bearbeitet]
Mars_22
Inventar
#32833 erstellt: 28. Dez 2025, 10:09

G.S.Torrente (Beitrag #30289) schrieb:
Gewiss würde sich, auch vor dem Hintergrund diverser Fassungen, ein Hörvergleich lohnen. 15 Aufnahmen stehen im Regal. Mal sehen, ob und wann ich das schaffe.
jpc.de

Gabriel Faure: Requiem op. 48
Agnès Mellon, Peter Kooy
La Chapelle Royale
Ensemble Musique Oblique
Philippe Herreweghe
HMF 1988


Wenn du zu dem Hörvergleich irgendwann Lust hast, würde mich das sehr interessieren.
Ich stöbere gerade durch verschiedene Aufnahmen, weil ich meiner alten Ozawa-Aufnahme eine Weitere hinzugesellen möchte. Gerade habe ich eine Aufnahme unter David Hill am Wickel, die ich interessant finde - teils düster, (vor allem zu Beginn) fatalistisch, sehr gut klingend. Noch bin ich aber nicht sicher ob der schicksalsergebene Impetus etwas anämisch rüber kommt. Aber das ist eher eine Kontrollfrage - eigentlich bin ich begeistert.
Ist bei J gerade im Angebot

jpc.de


[Beitrag von Mars_22 am 28. Dez 2025, 10:58 bearbeitet]
G.S.Torrente
Ist häufiger hier
#32834 erstellt: 28. Dez 2025, 13:40

Mars_22 (Beitrag #32833) schrieb:

G.S.Torrente (Beitrag #30289) schrieb:
Gewiss würde sich, auch vor dem Hintergrund diverser Fassungen, ein Hörvergleich lohnen. 15 Aufnahmen stehen im Regal. Mal sehen, ob und wann ich das schaffe.

Wenn du zu dem Hörvergleich irgendwann Lust hast, würde mich das sehr interessieren.

An Lust mangelt es mir sicher nicht, an Zeit hingegen schon.
Danke für die Interessensbekundung, aber versprechen kann ich leider zurzeit nichts.

Torrente
arnaoutchot
Moderator
#32835 erstellt: 28. Dez 2025, 14:14
Da kann ich leider nicht viel beitragen, auch wenn es ein schönes Werk ist. Ich habe "nur" drei Aufnahmen des Requiems in der Sammlung: Den o.g. Herreweghe (dhm SACD), die Version mit Orgel (Malmberg, BIS SACD) und eine ältere Aufnahme von Michel Plasson aus der Fauré Box voin Erato. Ich müsste mich auch erst damit befassen ...

Hier gerade Orlando Gibbons - The Silver Swan - Spirit of Gambo - Stockfisch SACD 4.0. Wunderbare Renaissance-Musik aus England. Eine der wenigen in MCh (4.0) gemixten Aufnahmen von Stockfisch. Ein klanglicher Traum, schade dass Pauler nicht mehr in dieser Richtung veröffentlicht hat.

amazon.de
Hörstoff
Inventar
#32836 erstellt: 31. Dez 2025, 15:58
Wie kann 2025 gut ausklingen? Dies lasse ich mit Chopins 1. Klavierkonzert geschehen - zumindest, was den letzten Nachmittag des Jahres betrifft. Olga Kern brilliert am Piano, die Warsaw Philharmonic mit Antoni Wit begleiten etwas zurückhaltend, aber sonst sehr ansprechend. Vielleicht liegt die gedämpfte Stimmung eher an der Aufnahmetechnik bzw. Mikrophonplatzierung. Jedenfalls ist die orchestrale Klangqualität nicht in die Nähe des technisch Machbaren. Dabei gab es Anfang der 2000er durchaus gelungene und ambitionierte Einspielungen.

Ein wenig entsteht hier dadurch so etwas wie eine gedämpfte "katholische Kirchenorchesterstimmung". Andererseits kommt das virtuose Klavierspiel sehr gut und klar zur Geltung.

Ein vielfältiger Gang durch das Werk. Die Live-Einspielung ist aus 2004. Enthalten sind auch noch weitere Werke aus 2005.

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[Beitrag von Hörstoff am 31. Dez 2025, 16:09 bearbeitet]
Hörstoff
Inventar
#32837 erstellt: 31. Dez 2025, 18:21
Also, hier musste ich zweimal reinhören. Die Sammartini-Einspielung The Late Symphonies Vol. 1 von der Accademia d'Arcadia/Alessandra Rossi Lürig hat hervorragende Wertungen erhalten: 5 von 5 möglichen Sternen von John Miller (hraudio.net) in allen drei Kategorien, dort durchweg Empfehlungen und auch auf Amazon 5 Sterne. Da möchte ich nicht verdiktisch, aber doch substanziell entgegenhalten: die Einspielung ist gut, aber nicht herausragend. Die Musik plätschert ein wenig, wenn auch auf hohem Niveau dahin. Mir fehlt etwas Grip, die Streichinstrumente sind gelegentlich etwas aufdringlich - Mittenbetonung - und die Surroundkulisse ist relativ erbärmlich. Ja, die Rears tönen auch.

Gesamt gute normale Musik. Für eine Höchstwertung in allen Diziplinen erwarte ich musikalische Höchstleistungen wie auch audiophile Referenzqualität - beides vermag ich hier nicht zu vergeben. Ich vermute, die Accademia hat einen besonderen Leumund, gegebenenfalls eine vorfühlende Lobbyarbeit oder einen vergleichbaren Einfluss erzielt.

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arnaoutchot
Moderator
#32838 erstellt: 02. Jan 2026, 17:45
Hier schwemmte es Bruckner #4 mit Kalli Böhm/VPO aus 1973 als japanische Stereo-SHM-SACD rein. Nun habe ich keinen Mangel an guten Romantischen, aber Böhms 1973er Aufnahme gilt als Referenzaufnahme hinsichtlich Klarheit und Intensität des Ausdrucks und das konnte ich hörend nachvollziehen. Klanglich ist der Flat Transfer der SACD sehr gut, aber tut sich natürlich schwer, heutigen MCh-Aufnahmen standzuhalten (van Zweden, Janowski, Honeck stehen hier u.a.).

Gibt es Meinungen dazu ? Ich weiss schon, Böhm wird hier generell nicht gemocht. Ich habe aber einiges mit ihm gehört, was mir sehr gut gefallen hat, auch zB die letzten Mozart-Symphonien.

Hörstoff
Inventar
#32839 erstellt: 02. Jan 2026, 19:28
Es läuft Haydn vom Amsterdam String Quartet. Wahrlich meisterlich virtuos und dennoch sehr gut ausbalanciert. Obendrein audiophil eingespielt - Channel zählt zu den Firmen, die nach meiner Erinnerung in dieser Hinsicht zweifelsfrei sind.
Gehört wie immer - was dieses Label betifft - in Surround.

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Huh, diesmal wieder in Übereinstimmung mit JM ;-)


[Beitrag von Hörstoff am 02. Jan 2026, 19:29 bearbeitet]
WolfgangZ
Inventar
#32840 erstellt: 02. Jan 2026, 23:49
Die letzten Mozart-Sinfonien kann und mag ich mit Böhm schon auch hören - auf LP, die ich dann dezent auflegen darf , und eben als eine Möglichkeit neben anderen, auch besseren. Es muss nicht immer HIP sein, wobei ich das hierbei schätze. Doch in der Vielfalt liegt die Würze.

Wolfgang


[Beitrag von WolfgangZ am 02. Jan 2026, 23:50 bearbeitet]
Hörstoff
Inventar
#32841 erstellt: 03. Jan 2026, 21:53
Nicht so schlecht: eine empathische, einfühlsame, sensible Version von Schostakowitschs' 4. Sinfonie. Das Beethoven Orchester Bonn mit dem (ehemaligen) Generalmusikdirektor Roman Isaakowytsch Kofman dürfte aufgrund seiner Widmung prinzipiell Schwierigkeiten der Selbstdarstellung haben, wenn von seinem Namensgeber erheblich abweichende Komponisten einzuspielen sind. Nun, dafür machen sie ihre Sache in diesem Fall 2006 prima. Einige schroffe Klippen der Werkslandschaft werden von mir dennoch vermisst gemeldet.

jpc.de
Rascas
Inventar
#32842 erstellt: 03. Jan 2026, 22:12
Bin nach vielen Jahren mal wieder im TV über das Neujahrkonzert aus Wien gestolpert und war angenehm überrascht.



Yannick Nézet-Séguin als Dirigent kannte ich vorher nicht. Er hat u.a. den Soundtrack zum Bernstein-Film "Maestro" dirigiert.

Absolut erfrischend, wie er (als Kanadier) in der Strauss-Musik aufgeht und das Publikum mitreisst. Auch das kann Klassik. Ich werde mir wahrscheinlich die BluRay besorgen und gerne ab und zu anschauen. Das hätte ich von einem solchem Konzert nicht erwartet...
Hörstoff
Inventar
#32843 erstellt: 03. Jan 2026, 22:34
Das Neujahrskonzert läuft gerade in tutto im 3sat Livestream.
Mars_22
Inventar
#32844 erstellt: 04. Jan 2026, 13:47
Katia & Marielle Labèque habe ich bisher nicht zur Kenntnis genommen. Ihre Platte "Amoria" setzt sich mit der Volksmusik ihrer baskischen Herkunft auseinander. Es handelt sich im Wesentlichen um besinnliche Lieder, die sie relativ frei (und zurückhaltend) begleiten. Da der Gesang (u.a. mit dem Countertenor Carlos Mena) überaus schön ist, tut es mir die Scheibe sehr an.

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Ebenfalls neu bei mir eine Box der Beiden, die 6 ältere CDs (4-händige Klavierwerke von Schubert bis Stravinsky) versammelt und schlicht "Sisters" heißt. Ist wohl, wie bei mir, fast nur noch als Download zu bekommen.

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[Beitrag von Mars_22 am 04. Jan 2026, 14:13 bearbeitet]
Mars_22
Inventar
#32845 erstellt: 04. Jan 2026, 15:44
Finde gerade den Schnapper-Thread nicht - wer Fauré mag und da speziell Musik für Klavier Solo, macht mit der Aufnahme von Anthony Spiri nichts verkehrt, die es gerade billig bei J gibt. Es gibt andere Aufnahmen - ich habe auch Paul Crossley, recht neu ist Eric le Sage. Aber ist eine davon besser? Ich würde sagen nein. Eine rundum angenehme Aufnahme.

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boltwoodit
Stammgast
#32846 erstellt: 05. Jan 2026, 15:28
Gesundes, neues Jahr!

Nach dem ganzen Pomp und Bombast von Casella-Sinfonien (Chandos) - klanglich für mich ein wahrer Ohrenschmaus; musikalisch aber doch recht nah an z.B. Wagner und Strauss - war mir über die Feiertage dann ab und zu auch mal nach etwas Harmlosem; beginnend hiermit:

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George Lloyd, Sinfonien 7 bis 12, verschiedene Orchester, dirgiert vom Komponisten selbst

Das Adjektiv hübsch trifft es für mich am ehesten; relativ modern klingende Stücke, aber ohne z.B. Atonalität oder Dissonanz, er bleibt schon recht klassisch-britisch, jedoch ohne den "sinfonischen Anspruch" eines RVW verfolgen zu wollen, dafür aber farbiger instrumentiert, mit einem ausgeprägten Hang zu Holz- und Blechbläsern (genau mein Ding ) und Lenti (falls das die Mehrzahl von Lento ist :)).

Muss man das gehört haben? Meiner Meinung nach nicht unbedingt, aber es macht mir Spaß da zuzuhören, sowohl so halb nebenbei als auch intensiv/aufmerksam. Bis jetzt (nur zweimal alle durchgehört) gefallen mir die 7. und die 11. am besten.
Ich habe die nur als 320-er mp3 für insgesamt 8,99 €; schöne "Beute" finde ich.

Viele Grüße
bolt


[Beitrag von boltwoodit am 05. Jan 2026, 17:39 bearbeitet]
Hörstoff
Inventar
#32847 erstellt: 05. Jan 2026, 18:55

boltwoodit (Beitrag #32846) schrieb:
Ich habe die nur als 320-er mp3 für insgesamt 8,99 €; schöne "Beute" finde ich.

Auch wenn es relativ dichte MP3-Dateien sind, würde ich mir einbilden, dass Details verloren gehen. Ich präferiere Highresdateien.
Etwa https://www.highresa...iane-haering-hommage - da kommt das Cello ohne wenn und aber zur Geltung. Und die Anlage bei den Klavieranschlägen ans Limit.
Bilde ich mir ein.
boltwoodit
Stammgast
#32848 erstellt: 06. Jan 2026, 14:14
@Hörstoff
Vielen Dank für den link!
Ich will gern glauben, dass es Leute gibt, die den Unterschied hören; genauso wie ich glaube, dass es Leute gibt, die den Unterschied nicht hören.
Jedem nach seinen Bedürfnissen, jedem nach seinen Möglichkeiten

Etwas weiter vorn hast du Schosta 4 mit dem Beethoven Orchester Bonn vorgestellt und ein paar Schroffheiten vermisst. Ich muss gestehen, dass mir allzu "russische Einspielungen" davon gar nicht so gut gefallen (ich brauche keine Ohrenpein ); mein Favorit (bisher) ist eine eher analytische Aufnahme, bei der man z.B. einzelne Instrumente und ihre Läufe ganz wunderbar nachverfolgen kann:

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Shostakovich, Symphonie No. 4, Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, Vasily Petrenko, Naxos 2013

Kleines Schmankerl am Rande: auf dem Cover (nicht auf der oben abgebildeten Schutzhülle :)) gibt es ein Foto von Schostakowitsch direkt nach der Uraufführung 1961 (25 Jahre nachdem die 4. geschrieben und sogleich "verboten" wurde) das auf mich sehr anrührend wirkt; ein völlig fertiger, überwältigter, schüchterner aber trotzdem stolzer, älterer Herr.


Viele Grüße
bolt
Mars_22
Inventar
#32849 erstellt: 06. Jan 2026, 14:37
Was hier stand ist Quatsch. Die Petrenko ist etwas leise ausgesteuert, ansonsten tadellos.


[Beitrag von Mars_22 am 06. Jan 2026, 15:33 bearbeitet]
Mars_22
Inventar
#32850 erstellt: 06. Jan 2026, 14:50
Aber übrigens - ich danke für die Anregung: Die Vierte habe ich schon lange nicht mehr gehört. Jetzt tue ich es endlich mal wieder.

Besonders schön ist der Schluss des Schlusssatzes, finde ich. Aber auch der Schluss des Presto, das bei Petrenko an den ersten Satz angehängt ist, ist so eine Perle.


[Beitrag von Mars_22 am 06. Jan 2026, 15:35 bearbeitet]
boltwoodit
Stammgast
#32851 erstellt: 07. Jan 2026, 10:53

Mars_22 (Beitrag #32850) schrieb:
...Jetzt tue ich es endlich mal wieder.

Besonders schön ist der Schluss des Schlusssatzes, finde ich. Aber auch der Schluss des Presto, das bei Petrenko an den ersten Satz angehängt ist, ist so eine Perle.


Das freut mich; hatte gestern das Gleiche vor, aber bin iwie nicht "reingekommen", deshalb habe ich mich erstmal an der 5. erfreut (ja, ich weiß, die 5. ist laaangweilig gegenüber der 4. :)); auch aus der Petrenko-Schostakowitsch-Naxos-Serie.

Dann werde ich heute Abend mal besonders auf die von dir angesprochenen Punkte achten (Danke für die Hinweise); dass der Schluss ganz besonders schön ist, habe ich jetzt auch wieder in Erinnerung

Viele Grüße
bolt


[Beitrag von boltwoodit am 07. Jan 2026, 10:55 bearbeitet]
Hörstoff
Inventar
#32852 erstellt: 07. Jan 2026, 22:34

boltwoodit (Beitrag #32848) schrieb:
Vielen Dank für den link!

Gern geschehen, dir ebenso vielen Dank für den Tipp zu Schostakowitschs' 4. Sinfonie. Ich denke, ich werde in den kommenden Tagen eine meiner Gesamteinspielungen konkret damit aufrufen. Heute wird das nichts mehr.

Aktuell höre ich den englischen Komponisten William Shield von The Dorrit Ensemble und bin ob dieser Naxos-Einspielung kammermusikalischer klassischer Streichwerke sehr angetan. Sehr vitale und aktivierende Stücke, die zudem erkennbar virtuos - schnell und nuanciert - durchzogen sind. Auch diese höre ich mit meinen Hörnern in Highres.

Gibt's auch und wohl nur als CD, also nicht als hochaufgelösten Mehrkanaltonträger. Kann ich durchaus sehr empfehlen, diese Werkssammlung habe ich schon mehrfach ohne Verschleißerscheinungen gehört. Bei Streicher-Kammermusik ist das für meine Verhältnisse ein großes Kompliment.

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Mars_22
Inventar
#32853 erstellt: 08. Jan 2026, 19:22
Brahms hören kann wie nach Hause kommen sein. Gerade das wunderbare 3. Klavierquartett Op. 60 mit dem Pro-Arte Quartett des wunderbaren Benjamin Schmid. Wie immer bei Schmid liegt der Zauber darin, dass der „Hoppla-jetzt-komm-ich“-Impetus völlig fehlt, so dass das Stück für sich sprechen kann.

Tja, ist überhaupt nicht zu bekommen.
Discogs: Click


[Beitrag von Mars_22 am 08. Jan 2026, 19:23 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#32854 erstellt: 08. Jan 2026, 19:53

Mars_22 (Beitrag #32853) schrieb:
Tja, ist überhaupt nicht zu bekommen.


Nun, wenn man die Originalveröffentlichung von Arte Nova / BMG aufsucht, dann gehen Angebote in Deutschland ab €3 los. Siehe hier. Das würde ich nicht als "überhaupt nicht zu bekommen" bezeichnen.
frankbln
Stammgast
#32855 erstellt: 08. Jan 2026, 20:13
Wenn es denn die gleiche Einspielung ist, auch hier. OK, das Cover ist ja identisch. Irgendwie hatte ich noch Naxos vom Posting davor vor Augen.

Qobuz

Morgen höre ich mal rein.

Als Download ebenfalls vorhanden.
Grüße
Franco


[Beitrag von frankbln am 08. Jan 2026, 20:17 bearbeitet]
Mars_22
Inventar
#32856 erstellt: 08. Jan 2026, 20:21

arnaoutchot (Beitrag #32854) schrieb:
Das würde ich nicht als "überhaupt nicht zu bekommen" bezeichnen. ;)

Sehr findig! Ich schaue meist bei Discogs nicht mehr nach Kaufmöglichkeiten, wegen der 60€ Versand und vergleichbarem Blödsinn.

Bin aber, angeregt von dir, dabei, meine Aufnahmen dort zu katalogisieren.


[Beitrag von Mars_22 am 08. Jan 2026, 20:23 bearbeitet]
Hüb'
Moderator
#32857 erstellt: 09. Jan 2026, 09:27

frankbln (Beitrag #32855) schrieb:
Wenn es denn die gleiche Einspielung ist, auch hier.

Ja, ist es. Ein Teil des Arte Nova-Katalogs ging auf Oehms über, der ja die Person hinter dem RCA-Billiglabel Arte Nova war.
https://de.wikipedia.org/wiki/OehmsClassics

Hörstoff
Inventar
#32858 erstellt: 10. Jan 2026, 13:13
Es gibt Einspielungen, da wandert der Lautstärkeregler quasi ungefragt und unermüdlich nach oben. Dies gilt etwa für die Chopin-Präludien-SACD der georgischen Pianistin Nino Gwetadse, durch die das Klavierspiel glasklar und mit einer Selbstverständlichkeit vermittelt wird, als befände sich die Virtuosin livehaftig im selben Raum. Da passt alles wunderbar zusammen: die Interpretation, die Mikrofonpositionierung wie die audiophile Einspielung.

Ghosts sind in diesem Fall nur die Rears der Surroundeinspielung, die nichts verfälschen - keine Effekte, keine Kolorierungen - aber die Klangatmosphäre mit einem minimalistischen Aufwand für die Vollständigkeit supplementieren. Nun ja, gemäß der Interpretin lassen sich Geister auch in den Werken des Komponisten erkennen:

"Chopin looked back and evoked for us the story of his life in his 24 Preludes. Through the medium of these works, he revealed his deepest fears and sorrows, but also the beauty and integrity of his heart. The story of these ghosts culminates in tolling bells which are, in Cortot’s words, "Of blood, of earthly pleasure, of death...""
Nino Gwetadse

Was Chopins Präludien angeht, ist dies, denke ich eine Referenz. Chapeau!

jpc.de Review


[Beitrag von Hörstoff am 10. Jan 2026, 13:27 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#32859 erstellt: 10. Jan 2026, 16:25
Hier gerade der dritte Teil des Iceland Symphony Orchestra Projects mit Daniel Bjarnason - Occurence - Sono Luminus 2017/2019/2021. Vorgestellt werden ausschliesslich zeitgenössische Kompositionen von isländischen Komponisten. Gemeinsam ist allen, dass sie in ihre Kompositionen die Schönheit und Urgewalt der isländischen Natur mit einbeziehen. Klanglich gehört die 24bit/352kHz DXD Aufnahme in nativem 7.1.4 (dolby Atmos oder Auro 3D) zum besten, was ich in meiner bescheidenen Sammlung habe.



[Beitrag von arnaoutchot am 10. Jan 2026, 16:26 bearbeitet]
Mars_22
Inventar
#32860 erstellt: 10. Jan 2026, 19:32
Ich probiere es nochmal


[Beitrag von Mars_22 am 10. Jan 2026, 19:34 bearbeitet]
Mars_22
Inventar
#32861 erstellt: 10. Jan 2026, 19:37

G.S.Torrente (Beitrag #30891) schrieb:


amazon.de

Gustav Mahler: Lieder eines fahrenden Gesellen; Kindertotenlieder, Rückert-Lieder
Bernarda Fink, Anthony Spiri, Gustav-Mahler-Ensemble, Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Andrés Orozco-Estrada / HMF 2014

Manchen gerät ihr Gesang zu harmlos, zu glatt, zu perfekt, risikolos. Da mag was dran sein und sicher gibt es Sänger, die Mahlers Traumwelt insgesamt stärker herausarbeiten, Empfindungen tiefster Melancholie deutlicher darstellen... Andererseits finde ich Frau Finks Stimme einfach betörend.

Mir geht das bei manchen der Lieder so - mir hat Fink zu wenig Variabilität in der Stimme, um die Emotionen angemessen transportieren zu können. Aber mir ging es vor 5 Jahren so wie Dir: Aufnahme und Stimme sind toll, so dass ich 3 Aufnahmen mit ihr kaufte. Die ich seitdem selten bis nie gehört habe. Was nun auch wieder völlig unangemessen ist. Manche Stücke sind wunderbar, und als Bach-Interpretin gibt es auch nichts zu klagen.

Herrgott, nervt das. Ein Zeichen zu viel gelöscht, nutzt auch nachträgliches Einfügen nichts mehr.

Es geht um folgende CD:
amazon.de

Ich gebs auf.


op111 edit: Einfach den Haken bei HF-Code aktivieren? setzen. - der fehlt immer


[Beitrag von op111 am 11. Jan 2026, 10:50 bearbeitet]
Hörstoff
Inventar
#32862 erstellt: 10. Jan 2026, 21:11

boltwoodit (Beitrag #32848) schrieb:
Etwas weiter vorn hast du Schosta 4 mit dem Beethoven Orchester Bonn vorgestellt und ein paar Schroffheiten vermisst. Ich muss gestehen, dass mir allzu "russische Einspielungen" davon gar nicht so gut gefallen (ich brauche keine Ohrenpein ); mein Favorit (bisher) ist eine eher analytische Aufnahme, bei der man z.B. einzelne Instrumente und ihre Läufe ganz wunderbar nachverfolgen kann

Dem widerspricht imo eine - nach meiner Wahrnehmung - meiner beiden Referenzeinspielungen, diejenige von Dmitrij Kitajenko mit dem Gürzenich-Orchester Köln (auf 12 SACDs) auch überhaupt nicht. Und das, obwohl dies die relativ "sowjetische" Einspielung ist. Ecken und Kanten der Komposition kommen sehr prägnant und scharf (als kompositorische Besonderheiten, nicht als Abwertung im Sinne des audiophilen Gedecks) zur Geltung. Auch wenn die Kitajenko-Einspielung relativ "laut" ist, sind auch Details präzise heraushörbar und sanftere Passagen können ebenso klar erkennbar ohne Beimischung im negativen Sinn schriller Komponenten genossen werden.
Ansonsten hilft die Regelung der Lautstärke nach oben wie nach unten weiter, sodass in keinem Fall ausgeschaltet werden muss.




[Beitrag von Hörstoff am 10. Jan 2026, 21:12 bearbeitet]
Hörstoff
Inventar
#32863 erstellt: 10. Jan 2026, 21:14

Mars_22 (Beitrag #32861) schrieb:
Ich gebs auf.

Das ist schade. Du musst nur der Logik folgen: eine öffnende Klammer erfordert eine schließende. Andernfalls könntest du einfach die Bezeichnung ausschreiben.
FabianJ
Inventar
#32864 erstellt: 10. Jan 2026, 22:18
jpc.de
George Gershwin (1898-1937)
Second Rhapsody
Freddy Kempf (Klavier) - Philharmonisches Orchester Bergen - Dirigent: Andrew Litton
Aufnahme (Album): August 2011, Grieghalle, Bergen (Norwegen)

Nach dem Erfolg der Rhapsody in Blue hatte Gershwin noch eine zweite Rhapsodie geschrieben. Der Second Rhapsody fehlen die einprägsamen Melodien des Erstling, davon abgesehen ist sie genauso rhythmisch-lebhaft und kurzweilig. Hat mir gefallen. Freddy Kempf und das Orchester aus Bergen haben auch den Rhythmus im Blut und lassen es ordentlich swingen. Das ist ja gerade bei europäischen Orchestern nicht immer so und kann manchmal etwas hölzern wirken, aber nicht hier.

Rhapsody in Blue und das Klavierkonzert F-Dur sind für mich die Werke für Klavier und Orchester, die man von Gershwin kennen sollte, aber die Second Rhapsody und die Variationen über „I Got Rhythm" sind ebenfalls hörenswert

Danach hörte ich mir noch das an:
jpc.de
Jan Dismas Zelenka (1679-1745)
Missa Omnium Sanctorum ZWV 21
Kai Wessel (Alt), Gabriela Eibenová (Sopran), Jan Kobow (Tenor), Tomáš Král (Bass), Marián Krejčík (Bass) - Ensemble Inégal, Prager Barocksolisten - Dirigent: Adam Viktora
Aufnahme: 29. Juni - 2. Juli 2011, Kirche St. Maria unter der Kette, Prag

Eine Zelenka-Messe geht immer und neben dem Collegium 1704 ist Ensemble Inégal das zweite tschechische Ensemble, mit dem man bei der Musik dieses Komponisten nichts verkehrt machen kann. Die Solisten sind ebenfalls erstklassig.

Zelenkas Stil ist so eigenwillig, dass man - auch wenn man das Werk noch nie gehört hat - schon nach wenigen Sekunden eindeutig weiß, dass das Werk von ihm ist. Das könnte ich zum Beispiel von manchem deutschen und italienischem Meister aus dieser Ära nicht sagen.

Mit freundlichem Gruß
Fabian
Mars_22
Inventar
#32865 erstellt: 11. Jan 2026, 10:39
Angeregt durch deine wiederholten Hinweise auf Zelenka (danke dafür!) habe ich bei mir herumgestöbert und bin zuletzt bei der "Missa a Tre Cori" von Antonio Lotti gelandet, der mit Zelenka und Bach eine Art Dreigestirn gebildet hat - alle haben zeitgleich gelebt und sich wohl gekannt.
Diese Messe ist in meiner Hengelbrock-Balthasar-Neumann-Chor Box, die ich aufgrund ihrer gleichbleibend hohen Qualität immer mehr schätze. Die Missa a Tre Cori hat ausnehmend schöne Passagen, also welche, die es mit den Schönsten aufnehmen können.

amazon.de


[Beitrag von Mars_22 am 11. Jan 2026, 10:40 bearbeitet]
op111
Moderator
#32866 erstellt: 11. Jan 2026, 11:16
Ich empfehle zumm Thema Gershwin
Porgy and Bess A Symphonic Picture
Detroit Symphony Orchestra,
Antal Dorati


+ weitere Werke
Ivan Davis,
Cleveland Orchestra,
Lorin Maazel;
amazon.de


Auch enthalten in der Komplettbox mit Porgy und weiteren Werken:
Cleveland Orchestra,
Lorin Maazel; Riccardo Chailly

amazon.de

Miles Davis (1926-1991)
Porgy & Bess Arrangeur Gil Evans
CD

jpc.de


Franz
op111
Moderator
#32867 erstellt: 11. Jan 2026, 11:30
Angeregt durch Michaels Beitrag
Und passsend zur eisigen Kälte:

Iceland Symphony Orchestra - Atmospheriques
Anna Thorvaldsdottir: Catamorphosis
+Missy Mazzoli: Sinfonia (for Orbiting Spheres)
+Daniel Bjarnason: From Space I Saw Earth
+Maria Huld Markan Sigfusdottir: Clockworking for Orchestra
+Bara Gisladottir: OS

+CD mit dem kompletten Inhalt
Iceland Symphony Orchestra, Daniel Bjarnason
Sono Luminus 2022 1 Blu-ray Audio, 1 CD
Iceland Symphony Orchestra - Atmospheriques auf 1 Blu-ray Audio und 1 CD
stereo (24/192kHz) / DTS-HD MA 5.1 (24/192kHz) / Dolby Atmos 9.1 (24/48kHz) / Auro-CD 9.1 (24/96kHz)

jpc.de

Nicht isländische Ausnahme:
Missy Mazzoli ist eine US-Komponistin, die mir vor allem durch ihre Opern (z.B."The Listeners") bekannt wurde.


Franz


[Beitrag von op111 am 11. Jan 2026, 11:58 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#32868 erstellt: 11. Jan 2026, 11:56

op111 (Beitrag #32867) schrieb:
Angeregt durch Michaels Beitrag ... und passend zur eisigen Kälte: [b]Iceland Symphony Orchestra - Atmospheriques


Aah ... interessant. Hab eine Blu Ray von Frau Thorvaldsdottir Aequa, die ich hier schon mal vorgestellt hatte, die Atmospheriques kenne ich nicht. Nun, die Bewohner der kleinen Insel sind recht produktiv
op111
Moderator
#32869 erstellt: 11. Jan 2026, 12:06
Für alle die die CD/BR (noch) nicht haben, eine Kostprobe (ca: 21 min)

Anna Thorvaldsdóttir »Catamorphosis« | Elbphilharmonie Visions
NDR Elbphilharmonie Orchester
Alan Gilbert – Dirigent


This should be payed loud:




Franz


[Beitrag von op111 am 11. Jan 2026, 12:13 bearbeitet]
Mars_22
Inventar
#32870 erstellt: 11. Jan 2026, 12:27
Immer wenn ich mir was von der Insel angehört habe, fand ich es zwar nicht unattraktiv aber doch recht wolkig und damit beliebig. Evozierende Geräusche eher als strukturierte Musik. Nein?
op111
Moderator
#32871 erstellt: 11. Jan 2026, 12:41
Lassen wir mal die Komponistin sprechen:

Composing Myself: Anna Thorvaldsdottir
The tenth in a series of composer videos from Wise Music Group.
In this short film she describes the ideas and philosophy behind her music and how she approaches the creation of a new work.



Franz
Mars_22
Inventar
#32872 erstellt: 11. Jan 2026, 18:58
Ach, ist Saint-Saens 5. Klavierkonzert ein schönes Ding!

amazon.de
arnaoutchot
Moderator
#32873 erstellt: 12. Jan 2026, 17:51

Mars_22 (Beitrag #32870) schrieb:
Immer wenn ich mir was von der Insel angehört habe, fand ich es zwar nicht unattraktiv aber doch recht wolkig und damit beliebig. Evozierende Geräusche eher als strukturierte Musik. Nein?


Nun ja, möglich, das gilt dann aber für mich für die gesamte zeitgenössische Musik, die abgelöst von herkömmlichem Harmonie- und Melodiegerüst daherkommt. Ich habe mich so gut wie nicht mit zeitgenösischer Musik aus anderen Kulturkreisen befasst, aber bei Island kann ich die manchmal die Verbindung zur einzigartigen Natur der Insel heraushören. Wahrscheinlich hilft es auch, wenn man schon mal dort war. Zugegeben wurde ich aber aus Thorvaldsdottirs Beschreibungen auch nicht recht schlau ...
WolfgangZ
Inventar
#32874 erstellt: 12. Jan 2026, 18:52
Nein, schlau werde ich hier ebenso wenig. Das allerdings ist eine Erfahrung, die ich bei entsprechenden Kontexten - etwa bei der Einführung durch die Komponistin (mittlerweile häufiger weiblich, was ja nicht schlecht ist), den Komponisten im Konzert - schon mehrmals gemacht habe. Das sollte einen aus verschiedenen Gründen auch nicht überraschen. Und es hat, meine ich, ebenso nicht unbedingt etwas damit zu tun, ob einen die Musik anspricht oder weniger. Bei Booklets ist es nicht selten ganz genauso und man freut sich um so mehr, sollte es partout anders, besser sein.

Wolfgang
op111
Moderator
#32875 erstellt: 13. Jan 2026, 15:27

Mars_22 (Beitrag #32870) schrieb:
...Evozierende Geräusche eher als strukturierte Musik. Nein?

Hallo zusammen,
da stellt sich mir die Frage: Was ist "strukturierte Musik" und wie erkennt man sie?
Auf welche Parameter bezieht sich strukturiert? Tonhöhen, Dynamik, Rhythmen, Klangfarben, Textur?
Ist z.B. Ligetis Atmospheres strukturiert, Cages 4'33'' ?
Was ist z.B. mit den aleatorischen Stücken von John Cage u.a.

»Catamorphosis« dürfte strukturiert sein, sonst könnte man es nicht anhand des Notenmaterials aufführen.

Vielleicht teilt sich die Struktur nicht beim ersten Hören mit.
Da ist Anna Thorvaldsdottir in guter Gesellschaft.
Ich gebe zu, die Struktur der Brucknersinfonien beim ersten Hören auch nicht erkannt zu haben, auch nicht beim 2. .
Und wie sieht's aus mit Schönbergs Kavierkonzert, Beethovens Klaviersonaten ...


Franz


[Beitrag von op111 am 13. Jan 2026, 17:46 bearbeitet]
Mars_22
Inventar
#32876 erstellt: 13. Jan 2026, 18:14
Struktur ist alles was einem System folgt. Eine bloße Abfolge willkürlicher Geräusche ist nicht strukturiert. Durch bloße Wiederholung derselben Abfolge entstünde jedoch schon eine Struktur.
Auch eine Analogie kann eine Struktur geben, aber ob das intellektuell oder emotional befriedigend ist, hängt wahrscheinlich davon ab, mit welchen Konnotationen das Analogon hat. Bei mir löst die isländische Landschaft nichts aus, denn ich kenne sie nur von Bildern.

Offen sein und bleiben ist gut, das fordere ich von mir bei Ligeti auch. Das ist auch bei Thorwalds Tochter gut.
Mein Vorurteil ist jedoch dass es sich nicht lohnt. Das Vorurteil fußt auch auch auf einer Analogie: Björk war vor vielen Jahren das letzte Hörerlebnis von der Insel, das ich wiederholen mochte.

So oder so: es ist toll, das sowas hier vorgestellt wird!
Hörstoff
Inventar
#32877 erstellt: 13. Jan 2026, 19:56

Mars_22 (Beitrag #32870) schrieb:
Immer wenn ich mir was von der Insel angehört habe, fand ich es zwar nicht unattraktiv aber doch recht wolkig und damit beliebig. Evozierende Geräusche eher als strukturierte Musik.

Dem kann ich überhaupt nicht folgen, Wolfram. Gerade die Werke von Thorvaldsdottir und Umgebung sind sehr schön strukturiert.

op111 (Beitrag #32875) schrieb:
Vielleicht teilt sich die Struktur nicht beim ersten Hören mit.
Da ist Anna Thorvaldsdottir in guter Gesellschaft.

Selbst dazu würde ich nicht mitgehen. Wer strukturierte Musik im Sinne von Rhythmus, Tempo, Dynamik, Melodie, Harmonie und Textur (Klangdichte), es kommt imo noch die audiophile diskrete Surrroundeinbettung hinzu versteht, die ein zusammengehöriges Klangphänomen erzeugen, der ist bei isländischer Musik sehr gut aufgehoben.

Ein Beispiel ist das Meisterwerk Recurrence, welches nicht nur ein Werk von Thorvaldsdottir, sondern je auch der anderen Komponierenden Daniel Bjarnason, Thurídur Jónsdóttir, María Huld Markan Sigfúsdóttir und Hlynur A. Vilmarsson enthält. Alles IsländerInnen der Gegenwart. Wer jetzt noch in Rechnung stellt, dass dieser Komponierendenmix einer Bevölkerung von ca. 136.000 EW gesamt entspringt, kommt nicht umhin seinen Hut ob dieser gegenwärtigen kulturellen Leistung zu ziehen.

Ich jedenfalls nicht. Es gilt natürlich immer, dass es niemand gefallen muss, aber Klangbrei ist das nicht.
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