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Lohnt sich ein Plattenspieler objektiv?

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Autor
Beitrag
cappucco
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 03. Dez 2013, 17:47
Hallo zusammen,

mit Baujahr ´63 bin ich natürlich mit Plattenspielern groß geworden. Meinen letzten Dreher und die dazu gehörigen Schallplatten habe ich schon vor Dekaden abgegeben. Nach wie vor bin ich aber HiFi-begeistert.

Angesichts der feinmechanischen Schönheiten hätte ich schon Spaß an einem schönen Dreher. Die Frage, die ich mir allerdings stelle:
Rein objektiv unter Klanggesichtspunkten... lohnt sich das? Wie viel muss ich investieren, um einen deutlichen Unterschied zu digitalen Medien zu hören?

Ist die wiederauflebende Schallplatte eher einem Lifestyletrend zuzuordnen? Bin wirklich noch unentschlossen.

Wie seht Ihr das?

Gruß
Jürgen

P.S.: Verstärker mit guter Phonosektion (MM) wäre vorhanden.

Gruß
Jürgen
Hüb'
Inventar
#2 erstellt: 03. Dez 2013, 17:52
Hallo Jürgen,

das Thema ist wohl so alt, wie es CDP gibt...

cappucco
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 03. Dez 2013, 18:04

Hüb' (Beitrag #2) schrieb:
Hallo Jürgen,

das Thema ist wohl so alt, wie es CDP gibt...

:prost


Dachte ich mir...

...ändert aber erst einmal nichts an meiner Unentschlossenheit. Für mich stellt sich einfach die Frage, ob es sich lohnt, die Anlage um einen mittelpreisigen Dreher wie z.B. den Musichall mmf 2.2. zu erweitern und wieder in Schallplatten zu investieren. So ein Plattenspieler macht etwas her, sieht schön aus... Ich hätte auch Spaß daran und zucke schon länger mit dem "Kaufen-Finger" auf der Maustaste....

Aber lohnt es sich auch ganz nüchtern betrachtet bzgl. des Klangs?

Da weiß ich halt nicht, ob einfach nur der Spieltrieb kaufentscheidend wäre...

Gruß
Jürgen
Hüb'
Inventar
#4 erstellt: 03. Dez 2013, 18:07
Hallo Jürgen,

ganz ehrlich? Wenn kein Bestand vorhanden ist und die musikalische Präferenzlage aus Verfügbarkeitsgründen nicht ganz extrem dafür spricht, dann würde ich persönlich von einem Kauf abraten, wenn nicht gerade in einen teuren und luxuriösen Hingucker investiert werden kann.

Ganz objektiv klingt die CD IMHO (:D) besser und ist praktikabler.

Wenn Du das Geld übrig hast, Dich "auf die Jagd begeben" willst und Dich analoge Technik fasziniert, spricht aber auch nix gegen einen Kauf.
Nur objektivieren kann man das eben nicht. Die Entscheidung musst Du schon für Dich treffen.

Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 03. Dez 2013, 18:07 bearbeitet]
rainer_ge
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 03. Dez 2013, 18:10
Hallo Jürgen,

nicht einfach zu beantworten - oder auch doch!

Habe vor einiger Zeit einen alten Thoren 321 verkauft - und es sofort bedauert. Am darauf folgenden Montag habe ich mir einen Pro-Ject gekauft, bin ich auch mit zufrieden. Aber irgendwie kam die alte Lust wieder: Nach einigen Drehern, die bei mir kurz Urlaub einlegten, habe ich nun einen Thorens TD 126, einen Sony X600 und einen Revox 795, die bei mir wahrscheinlich alt werden dürfen.

Sicher nicht eine elitäre Auswahl wie bei einigen Leuten hier, aber mich erfreut sie halt, abends in aller Ruhe eine Scheibe hören, und der Tag war schön!!!

Übrigens, ich bin Baujahr 1952 - Alter schützt halt nicht.

Und jetzt hat mich auch noch der Röhren Virus infiziert.

cu
rainer
Archivo
Inventar
#6 erstellt: 03. Dez 2013, 18:32
"Objektiv" gibt es in diesem Fall nicht, außer Du beziehst Dich allein auf technische Daten und Messwerte - aber davon gehe ich nicht aus.

Ich selbst bevorzuge Vinyl und Kassetten, weil ich gerne "sehe, wie die Musik entsteht".

Und um auch die Verwendung von CDs ein wenig "analoger" zu gestalten, habe ich mir nur solche CD-Player angeschafft, die ein Sichtfenster auf die rotierende Silberscheibe aufweisen.

Bei meinem Gehör und meinen Musikvorlieben ist der Klangunterschied zwischen CD und LP mehr oder weniger vernachlässigbar - nicht aber die in meinen Augen deutlich attraktivere Haptik und Optik des Vinyls.

Im Endeffekt musst Du aber ohnehin selbst entscheiden, was Dir wichtiger ist, und das geht eigentlich nur, wenn Du einen direkten Vergleich anstellen kannst - etwa mit demselben Album als CD und als LP.

Wie auch immer - ich wünsche viel Vergnügen beim Musikhören.

LG, Ivo
max130
Stammgast
#7 erstellt: 03. Dez 2013, 18:33
ich finde auch, ohne Plattenbestand lohnt sich die Neuanschaffung nicht.
Neue Pressungen sind bis zu 3x so teuer wie CDs und sind oft nicht gut gemacht.

VG
Stefan
Holger
Inventar
#8 erstellt: 03. Dez 2013, 18:34
Auf die Frage: Lohnt sich das? kann ich nur mit "Ja!" antworten.

Selbst mit einem uralten Thorens TD 150 (für den ich keine 150 Euro gezahlt habe) und einem Philips GP-422 II (hat ca. 125 Euro gekostet) klingt eine gut gepflegte Gebrauchtplatte (z. B. John Lewis & The New Jazz Quartet "Slavic Smile" auf japanischer Baystate-Pressung) schlicht und einfach sensationell.

Und auch Neupressungen wie "King Animal" von Soundgarden ebenso.

Kann ich jederzeit bei mir zuhause vorführen.
grindling
Stammgast
#9 erstellt: 03. Dez 2013, 18:43
für mich lohnt sich nur ein *festplattenspieler *duck und weg.....
maya_
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 03. Dez 2013, 18:47
Mir ging es auch so. Wenn man mit der Schallplatte aufgewachsen ist, lässt sie einen nie mehr los.
Es sei denn man hat sie schon früher nicht geliebt und Kassette oder Radio bevorzugt.
Ich für mein Teil höre sehr gerne eine gute Cd, keine Frage, viele Sachen gibt es nicht als
Schallplatte, oder sind als CD viel günstiger. Aber wenn ich Abends richtig entspannen will muss es eine Schallplatte sein.
Das ist für mich Urlaub, Feierabend, Genuss pur, was der Plattenspieler ausstrahlt, ein
Freund fürs Leben, man fragt ja auch nicht was schmeckt dir besser "ein Glas Rotein
oder Cola" alles zur seiner Zeit ist gut, finde ich!!
Gruß Maya
Whitehat
Stammgast
#11 erstellt: 03. Dez 2013, 18:52
Ein Plattenspieler lohnt sich immer.
mty55
Inventar
#12 erstellt: 03. Dez 2013, 18:56
150 neue Platten kosten gut 3000,- Euro
Nen Dreher dazu noch mal nen Tausender

Wenn Du 4000,- in Lautsprecher oder nen Röhrenverstärker investierst kommt mehr Genuss bei rum würd ich sagen....

meine Favoriten:

Destiny Audio Röhre
plus Duetta von Acoustic design Wohlgemuth


ist günstiger als oben beschrieben und wird Dich in ganz andere Klangspähren hieven als die Kefs es je mit nem Plattenspieler hinbekommen werden.

schönen "analogen" Klang bekommt man auch für ein paar Hunderter mit nem Röhrenzwischendingsbums, das verschlechtert das Signal auch auf dem Ohr angenehme Weise, so wie Platte, Röhre und Co das tun

PS: Kumpel vonmir war ganz heiß auf PLatte - jetzt verstaubt der Dreher, weil der Komfort einfach nicht da ist - wenn Du Dich ganz bewusst hinsetzt um Musik zu hören und zeremoniell mit Samthandschuhen ne Platte auflegen magst - vielleicht, aber wenn es um den reinen Musikgenuss geht ohne Brimborium ist der Netzwerkspieler wohl was komfortabler und excellent wenn mit FLAC gefüttert
doc_barni
Inventar
#13 erstellt: 03. Dez 2013, 19:36
Hallo Jürgen,

ich denke, du solltest die Frage nicht nach " objektiv " oder nicht stellen. Was erwartest du? Einige User werder sagen "ja", andere werden sagen "nein"...und du hast keine richtige Antwort....

Vielleicht solltest du dich selbst zuerst fragen: wie ist es für mich...? also eher subjektiv...! Erfahrungen hast du doch. Oder besser...: ausprobieren. d.H. Dreher kaufen, einige bevorzugte Platten kaufen( ich habe viele 1A Platten für sehr schmales Geld gekauft) und einfach mal hören.....Wenn du danach zu einem persönlichen Urteil kommen wirst , kennst du die Richtung: weitermachen, oder vielleich mit etwas Verlust alles wieder verkaufen....

die Frage ist inho objektiv nicht zu beantworten. Ich selbst bin mit Platte aufgewachsen, späten auf CD umgestiegen, und nach 20 Jahren zur Platte zurückgekehrt. Höre heute beides, aber mehr Platte....ganz subjektiv schön für mich.....

freundlich

Wolfgang
Holger
Inventar
#14 erstellt: 03. Dez 2013, 20:12
Deshalb rate ich gerne dazu, sich mal bei einem, der Ahnung hat, richtig Platte anzuhören, damit man die Meinung derer, die keine Ahnung haben (die hier aber trotzdem so tun als ob) richtig einordnen kann...
doc_barni
Inventar
#15 erstellt: 03. Dez 2013, 20:19
Hallo,

was Holger schreibt, ist eine Möglichkeit, die vmtl. nichts kostet, aber gute Beurteilung deiner Frage ermöglicht.... falls soeine Möglichkeit für dich besteht....

freundlich

Wolfgang
boozeman1001
Inventar
#16 erstellt: 03. Dez 2013, 20:33
Die Frage ist doch, was Du, Jürgen, überhaupt erreichen willst.
Soll Analog besser klingen als Digital? Dann solltest Du bei Digital bleiben, denn die CD kann technisch und klanglich gesehen alles besser als die Platte.
Geht es Dir aber um die Optik und Haptik eines Plattendrehers und um das optisch-haptische Erlebnis eine Schallplatte aufzulegen und ihr beim Drehen zuzusehen wärend die Musik dabei erzeugt wird, ist dies eine ganz andere Sache.
Ich persönlich (Jahrgang 72) habe immer einen lattenspieler besessen, allerdings einige Jahre nur sehr wenig Platte gehört. Vor 2 Jahren hat es mich dann wieder gepackt und mittlerweile bin ich voll im Vinyl-Wahn...
Wenn bei mir Musik läuft, dann Vinyl von einem meiner (mittlerweile) 9 Vintage Dreher

Ob es besser als CD klingt? Nein. Anders? Ja! Definitv!
Außerdem liebe ich die Technik der Plattenspieler, die filigrane Mechanik, das Erlebnis, dem Ton bei der Entstehung zusehen zu können und letzendlich auch das Rumgefrickel an den ollen Drehern, das Testen verschiedener Systeme um das Optimum aus dem Dreher herauszuholen usw. usf.

Du siehst, objektiv geht hier gar nichts, aber subjektiv sehr viel!
8erberg
Inventar
#17 erstellt: 03. Dez 2013, 20:34
Hallo,

objektiv ist es der reine Blödsinn in eine Technik aus dem letzten Jahrtausend zu setzen, die kurz vor dem Aussterben steht.

Die Neupressungen sind großenteils lausig bis schrottig, weil der Maschinenpark meist ins Museum gehört.

Wenn man (wie ich) ein paar Meter Schallplatten hat an denen das Herzblut hängt weil in den 70er und 80er Jahren mit sauer verdientem Geld gekauft sieht man das anders.

Und Geräte: was heute als "High-End" als neuen Drehern auf den Markt gekippt wird hätte bei uns in den 70ern einen Lachkrampf ausgelöst...

Peter


[Beitrag von 8erberg am 03. Dez 2013, 20:36 bearbeitet]
boozeman1001
Inventar
#18 erstellt: 03. Dez 2013, 20:36

8erberg (Beitrag #17) schrieb:


Und Geräte: was heute als "High-End" als neuen Drehern auf den Markt gekippt wird hätte bei uns in den 70ern einen Lachkrampf ausgelöst...



AMEN!
So isses und nicht anders!
Detektordeibel
Inventar
#19 erstellt: 03. Dez 2013, 20:43

Rein objektiv unter Klanggesichtspunkten... lohnt sich das? Wie viel muss ich investieren, um einen deutlichen Unterschied zu digitalen Medien zu hören?


Das kommt ganz aufs Einzel-Medium an. Gute Platte klingt besser wie beschissene CD und dazu reicht schon ein 50€ Tonabnehmer auf nem 20€ Dreher vom Sperrmüll. Ansonsten klingts imho mit nem scharfen Schliff besser. also sagen wir grob 200€ allein der Tonabnehmer/Nadel. Dreher reicht ordentliche Mittelklasse.

Ob sich das für einen dann wirtschaftlich lohnt kommt auf die Musik an die man hört... bei Klassik ist Vinyl imho eher uninteressant. Laufleistung, leise Passagen, Staubpartikel usw ist die CD mechanisch zweifellos das bessere Medium und man hat eine gigantische Auswahl an guten und sehr guten Aufnahmen für vglw. wenig Geld.

Wenn dir die Musik die dir früher (SUBJEKTIV) besser auf Platte gefiel als deine Remastered Version auf CD oder als schlecht kompromierte MP3 aus dem Internet wird die Platte gewinnen.
Auch bei aktuellen Neuerscheinungen ist die CD aber oft so idiotisch gemastert das es erst auf Vinyl überhaupt erträglich wird. Rock, Pop, Jazz, usw. - viele nehmen ihre Platten extra dann nochmal neu MP3 auf und hören die dann auf CD weil es besser klingt als die gekaufte... Bei deinem Avartar dürfte dir ja klar sein warum.

Ein Plattenspieler kann hier ne gute Ergänzung sein mit dem man viel Freude haben kann. Schallplatten kosten ansonsten Geld wo es die CD meistens nachgeschmissen gibt, und es gibt auch nicht mehr alles auf Platte etc. aber das ist klar.

Klangempfinden ist für jeden einzelnen ansonsten Subjektiv.


[Beitrag von Detektordeibel am 03. Dez 2013, 20:46 bearbeitet]
Archivo
Inventar
#20 erstellt: 03. Dez 2013, 21:08

mty55 (Beitrag #12) schrieb:
150 neue Platten kosten gut 3000,- Euro
Nen Dreher dazu noch mal nen Tausender...



Typische Milchmädchenrechnung.

1. niemand muss ausschließlich NEUE Platten kaufen: das Angebot gut erhaltener LPs - die je nach Musikgeschmack und Auflage deutlich unter Deiner 20 Euro-Grenze liegen - von Händlern mit Rückgaberecht auf eBay, Amazon oder Discogs ist unerschöpflich

2. gebrauchte, gut erhaltene, gewartete Dreher mit qualitativ wertigem Tonabnehmer von Händlern mit Rückgaberecht liegen deutlich unterhalb der 1.000 Euro-Grenze

LG, Ivo
Detektordeibel
Inventar
#21 erstellt: 03. Dez 2013, 21:15
pssstt...


[Beitrag von Detektordeibel am 03. Dez 2013, 21:17 bearbeitet]
Quo
Inventar
#22 erstellt: 03. Dez 2013, 21:20
Objektiv gesehen lohnt es sich nicht.

So wie ich dein Post aber verstehe und Du sowieso angefixt bist, könnte es sich für Dich auch objektiv gesehen lohnen.
Weil Du dabei Genuss und Lebensqualität, sowie Freude am Hobby erfahren wirst.



[Beitrag von Quo am 03. Dez 2013, 21:21 bearbeitet]
Holger
Inventar
#23 erstellt: 03. Dez 2013, 21:46

cappucco (Beitrag #3) schrieb:


Aber lohnt es sich auch ganz nüchtern betrachtet bzgl. des Klangs?

Da weiß ich halt nicht, ob einfach nur der Spieltrieb kaufentscheidend wäre...



Hi Jürgen,

Da würde ich raten, ein schönes und gutgepflegtes Gebrauchtgerät aus der Hochzeit der Plattenspieler zu kaufen.
Das kostet nicht die Welt, kann aber außerordentlich viel, weil man damals eben noch wusste, worauf's ankommt.

Und solltest du nach einigen Wochen des Hörens tatsächlich nicht überzeugt sein, dann kann man ein solches Gerät nicht selten ohne jeden Verlust wieder verkaufen.
DrNice
Moderator
#24 erstellt: 03. Dez 2013, 21:51
Das ist eine Frage, dich sich objektiv nicht beantworten lässt. Wenn du einen oder zwei Hunderter erübrigen kannst, kauf dir einfach einen guten gebrauchten Dreher (gerne auch vom Flohmarkt), ggf. noch eine neue Nadel oder einen neuen Tonabnehmer dazu und probiere es aus. Wenn es dir gefällt, ist es gut. Wenn nicht, dann kannst du das Gerät mit geringem oder sogar ohne finanziellen Verlust wieder verkaufen. Du erhältst hier auch beim Plattenspielerkauf Hilfe, damit du nicht Gefahr läufst, ein schlechtes oder überteuertes Gerät zu kaufen. Hier gilt: Versuch macht kluch.
Jens1066
Inventar
#25 erstellt: 03. Dez 2013, 22:24
Bei solchen Fragen rate ich in den meisten Fällen davon ab. Jedoch in Deinem Fall, vom Jahrgang ausgehend (ich bin Bj. 66), gilt es etwas anders abzuwägen.

Möchtest Du wie ich, in Nostalgie schwelgen, das Auflegen des Vinyl alle 20 Min. zelebrieren und die alte Musik von damals hören, dann würde ich ganz klar sagen...... JEIN

Wie ja schon mehrfach geschrieben wurde, grundsätzlich ist die CD das bessere Medium.
Aaaabbbbeeeerr....... Nimmst Du eine LP aus den 70er bis Mitte 80er, analog aufgenommen, und vergleichst diese mit einer nachträglich von den Originalbändern erstellten CD, ist es oft so, dass die LP besser klingt.

Platten besorge ich mir eigentlich immer vom Flohmarkt. Meistens für 1-2 €uro, gelegentlich für 3-4 €uro. Was natürlich unabdingbar ist, ist das Waschen der neu erworbenen Schätzchen und das bedeutet schon ein wenig Aufwand, was man aber auch erwähnen sollte. Tipps dazu gibt es hier zu hauf.

Neue Scheiben besitze ich genau 2 Stück und werde mir wahrscheinlich auch nicht so schnell mehr werden, da es sich für mich kaum lohnt. Aber das ist nun auch wieder individuell und es muß jeder selbst wissen was er braucht und will.

Du siehst, ein eindeutiges für und wider gibt es nicht.
kadioram
Inventar
#26 erstellt: 03. Dez 2013, 22:38
Hm,

vielleicht geht es auch um die Aura, die von einer Vinyl-Platte stärker ausstrahlt als von einer Datei...

Klar, den Schrei von Munch kann ich mir nicht ins Wohnzimmer hängen, da zu teuer. Also dann einen guten Druck oder ein gutes Poster davon? Eine jpg-Datei per se geht nicht, außer ich drucke sie aus, was aber anders wirkt als einhochwertiger Druck und mich missmutig stimmt. Und warum ist es dann was anderes, ihn in echt zu sehen?
Pigpreast
Inventar
#27 erstellt: 04. Dez 2013, 02:13

kadioram (Beitrag #26) schrieb:
Klar, den Schrei von Munch kann ich mir nicht ins Wohnzimmer hängen, da zu teuer. Also dann einen guten Druck oder ein gutes Poster davon? Eine jpg-Datei per se geht nicht, außer ich drucke sie aus, was aber anders wirkt als einhochwertiger Druck und mich missmutig stimmt. Und warum ist es dann was anderes, ihn in echt zu sehen?

Versteh ich nicht.
Musikfloh
Hat sich gelöscht
#28 erstellt: 04. Dez 2013, 03:27

Quo (Beitrag #22) schrieb:
Objektiv gesehen lohnt es sich nicht.

Objektiv gesehen lohnt sich auch das Leben nicht. Wir können uns also hinlegen, zu atmen aufhören und sterben.
Oder wir besorgen uns einen Plattenspieler


[Beitrag von Musikfloh am 04. Dez 2013, 03:55 bearbeitet]
Magister_Verbae
Inventar
#29 erstellt: 04. Dez 2013, 03:50
Objektiv gesehen (also Kosten/Nutzenrechnung, Messwerte, etc) ist die Anschaffung eines Plattenspielers heutzutage reiner Wahnsinn. Subjektiv sieht das ganz anders aus. Mir geht es bei dem schwarzen Gold um das Erlebnis, das ich bei digital auf dem Rechner liegender Musik, aber auch bei CD-Wiedergabe nicht in dem Maße habe. Vinyl hat eine ganz andere haptische Qualität, das fängt schon mit den deutlich größeren und oft mit Bedacht designten Covern an, geht über den umständlichen Vorgang des Auflegens, der Auswahl der passenden Geräte etc weiter. Auch haben es mir diverse Basteleien an den mechanischen Wunderwerken angetan. Einen Plattenspieler selbst zu warten, eventuell zu verbessern, eine Phonostufe zusammenbraten und/oder richtig einstellen, die elende Justagefrickelei am Tonarm, und schließlich das Belohnungserlebnis, wenn die schon lange nicht mehr gehörte LP ihre Runden dreht.
Letztendlich gibt es auch viele musikalisch hervorragende Aufnahmen leider nicht auf anderen Tonträgern, geschweige denn als Download.
In diesem Sinne: Wenn man noch der Tonträgerkultur frönt, gerne etwas umständlich ist, bereit ist, sich ein doch recht umfangreiches Basiswissen über die Plattenwiedergabe anzueignen und für den Musikgenuss auch bereitwillig viel Geld in die Hand nimmt, dann lohnt sich der Plattenspieler. Trifft auch nur einer dieser Punkte nicht zu, bleibt man besser bei CD und "Volldigital", was aber ja auch keine Schande ist!



Martin

PS: Anbetracht der späten Stunde bitte ich darum, die etwas konfuse und eventuell redundante Schreibweise zu entschuldigen
Quo
Inventar
#30 erstellt: 04. Dez 2013, 04:35
[quote="Musikfloh (Beitrag #28)"][quote="Quo (Beitrag #22)"] Wir können uns also hinlegen, zu atmen aufhören und sterben.
[/quote]

Nein, das klappt nicht. Du kannst nicht [b]bewusst[/b] aufhören zu atmen.
Und wenn Du [b]Dich[/b] als Mittelpunkt des Universums betrachtest, lohnt es sich tatsächlich nicht.
Aber wir sollten hier nicht anfangen zu philosophieren (über den Sinn des Lebens). Das würde doch etwas weit führen.

Zaianagl
Inventar
#31 erstellt: 04. Dez 2013, 06:22
Ich finde ein schöner Plattenspieler ist auch Identitätsfaktor. Macht sich einfach gut in einer Komposition von Geräten...
Und ein paar Platten in nem Regal haben auch was!

Ich hab drei Stück (Spieler, nicht Platten!), allerdings nur einem im Wohnzimmer.
Mir geht es wie vielen hier, ich bin mit Platten groß geworden, hab auch dementsprechend viele.
Neue kauf ich keine mehr, nur auf CD, zu oft enttäuscht worden.

Klar klingt Platte anders, ob besser ist Geschmacksache.
Plattenwiedergabe hat physikalische, "negative" Eigenheiten, die manche Leute aber durchaus als angenehm empfinden.
Stichwort Kompressionseffekte, schlechtere Kanaltrennung, harmonische Verzerrungen...

Würde ich heut einsteigen, käme mir nur ein Neugerät >1000 Euro oder eben ein gebrauchter Klassiker in Frage.
Hier wäre sonst am falschen Ende gespart.
Der Anspruch an Haptik, Optik und Mechanik ist hier ein etwas anderer bzw höherer, und nen Rumpel bzw Trittschallverstärker aus der Rega oder Project Reihe würde ich mir nicht hinstellen.
Hinzu kommt daß grenzwertig bzw kostengünstig konstruierte Dreher einem eher das Analog vermiesen denn Freude vermitteln.

Die direkte Abhängigkeit vom TA läßt dem Spieltrieb und finden des persönlichen Geschmackes ebenso nahezu freien Lauf.

Ich empfehle für Neueinsteiger: Gebrauchten Klassiker und dann Platten von der Plattenbörse oder ebay etc.
So kann man sich schnell eine ansehnliche Menge mit den "Must Haves" vergangener Zeiten anhäufen und den Grundstock für eine schöne und nachhaltige Sammlung schaffen...
8erberg
Inventar
#32 erstellt: 04. Dez 2013, 08:34
Hallo,

man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass die Schallplatte ein erheblich "aufwändigeres Medium" ist.

Natürlich hat das seinen Reiz, alleine schon darüber zu streiten, welches System mit welcher Nadel, welcher Dreher oder dann auch ob nass oder trocken abspielen, welche Reiniger, welcher Vorverstärker usw.

Wer Musik hören will und nicht vorher "zelebrieren" braucht kein Viny - der so sollte tunlichst bei der CD bleiben, sonst wird er nur schwer enttäuscht.

Wer nicht bereit ist sich ein wenig in die Feinmechanik eines Drehers, der Elektronik und des Abtastsystems reinzudenken braucht auch keinen.

Ohne Justieren, einstellen, auspendeln, waschen, probieren, fluchen, neu probieren, noch mehr fluchen, Geld versenken geht es nicht.

Wer jedoch Spaß an Technik hat, und neugierig auf eine "ganz andere Welt" ist - ja, für den ist Schallplatte was. Es KANN sogar jede Menge Spaß machen wenn man die leicht verrückte Natur mitbringt, die aus Männern Modelleisenbahner, Hobbykapitäne oder ähnliches macht.
Nur muss man vorher warnen...

Peter
kadioram
Inventar
#33 erstellt: 04. Dez 2013, 08:55

Pigpreast (Beitrag #27) schrieb:

kadioram (Beitrag #26) schrieb:
Klar, den Schrei von Munch kann ich mir nicht ins Wohnzimmer hängen, da zu teuer. Also dann einen guten Druck oder ein gutes Poster davon? Eine jpg-Datei per se geht nicht, außer ich drucke sie aus, was aber anders wirkt als einhochwertiger Druck und mich missmutig stimmt. Und warum ist es dann was anderes, ihn in echt zu sehen?

Versteh ich nicht. :?


Weiterfuhrende Literatur:
Walter Benjamin "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit" (als pdf)

Kunst (auch Musik) operiert im Bereich des Kultischen, quasi als "Ersatzreligion". Mit einer Schallplatte kann ich besser "meinem Götzen dienen" als mit einer Datei, denn diese bildet, zumindest meiner Meinung nach, eine weitere Abstraktionsebene. Die "einmalige Erscheinung der Ferne" ist mir bei einer Platte näher als bei einer Datei vom Rechner.

Inwieweit man also die Abkehr vom Vinyl und die Hinwendung zum digitalen Medium als "Emanzipation vom goldenen Kalb" betrachten kann, darf gerne diskutiert werden.
Hörbert
Moderator
#34 erstellt: 04. Dez 2013, 09:08
Hallo!

@cappucco


...Wie viel muss ich investieren, um einen deutlichen Unterschied zu digitalen Medien zu hören?
....


Sehr, sehr wenig, je weniger um so deutlicher wird der Unterschied. Mit einer Krücke vom nächsten Flohmarkt für 2-3 Euro (wichtig auf keinen Fall das System wechseln und nur die billigste Nachbaunadel besorgen) dürfte der Unterschied am frappantestenn sein.

Aber mal im Ernst, sich einen Schallplattenspieler und Schallplatten aus klanglichen Gründen anzuschaffen hallte ich nicht unbedingt für eine gute Idee. M.E. gibt es nur einen einzigen Sonderfall bei dem eine Schallplatte wirklich klanglich die Nase vorne haben kann. Nämlich dann wenn du uralte gut erhaltene Erstpressungen mit CD´s vergleichst die von den mittlerweile genau so uralten analogen Bändern heruntergeschnitten wurden.

Aber eigentlich sollte sich die klangliche Frage gar nicht erst stellen wenn man sich vor Augen hält das es viele gute Gründe gibt sich mit dem Hobby Schallplatten zu befassen. So kann man an der alten Technik und ihren spezifischen Problemen Gefallen finden, alte Aufnahmen sammeln die nie auf CD erschienen sind und mit Tonarmen und Tonabnehmern sowie deren Anpassung experimentieren oder sich einfach nur daran erfreuen daß sich die große Scheibe dreht und mechanisch abgetastet wird, -zweifelsfrei eine nettte optische Sache-.

Man sollte sich aber darüber im klaren sein das dieses Hobby nicht unbedingt zu den günstigeren zählt wenn man es exzessiv betreiben will, einige tausend Euro sind da schnell weg. Wenn man hier auch recht klein anfangen kann und nur einige hundert Euro Startkapital benötigt bleibt es oft nicht bei diesen kleinen Anfängen da das Ergebniss oft auf Dauer als ungenügend empfunden wird.

Eine objektive Antwort ob es sich also lohnt in eine veraltete Technik zu investieren oder nicht kann man bei einem Hobby ohnehin nicht geben, das ist wie beim Wandern, Reiten, Bogenschießen oder anderen Hobbys die sich mit einer Technik befassen die heute nicht mehr zu ihrem ursprünglichen Zweck genutzt wird.

MFG Günther


[Beitrag von Hörbert am 04. Dez 2013, 10:43 bearbeitet]
kinodehemm
Inventar
#35 erstellt: 04. Dez 2013, 09:53
Moin

wenn man bsiher keine Platten hat und neu einsteigen möchte, gilt es einfach abzuwägen, ob man sich noch eine zus kostenpflichtige Baustelle aufmachen möchte..
Ein wirklich ordentlicher Gebrauchtdreher plus Nadel plus nen Phono-pre ist unter 1k€ machbar, teurer wird dann über die Jahre die 'Software' werden.

Das Thema 'klingt besser o schlechter als CD' ist für mich keines - auch mit meinem gestern eingetrudelten Präsent vom etwas zu frühen Nikolaus http://www.discogs.c...ssions/release/75137 kann ich jederzeit CD und Vinyl vergleichen - für mich ein erkennbarer Unterschied mit klarer Präferenz..
kadioram
Inventar
#36 erstellt: 04. Dez 2013, 10:07

kinodehemm (Beitrag #35) schrieb:
für mich ein erkennbarer Unterschied mit klarer Präferenz..


Klar, das eine sind zwei Mix-CDs, bei den Vinyls die Einzel-Tracks, so wie bei anderen Mix-Compilations von K7 (z.B. Thievery Corporation, nur das die K&D-Sessions nur Remixe von K&D beinhaltet).

Und da hab ich auch meine Präferenz, nämlich die Vinyls, denn zusammenmixen kann ich mir die Tacks zuhause selbst, was bei Veröffentlichungen von Produzenten/DJs ja auch naheliegender ist.
Hmeck
Inventar
#37 erstellt: 04. Dez 2013, 10:29
Das mit dem Kultischen: Man trinkt ja seinen Wein auch meist nicht aus dem Joghurtbecher. Obwohl es, zumal in Weingegenden, hervorragende Qualitäten in Plastikkanistern gibt ...

Könnte mir gut vorstellen, einen all-täglichen Schoppen (aber dann, bitte, aus einem Glas) aus so einem Kanister zu zapfen, und zu besonderen Anlässen die feierliche Entkorkung eines Fläschchens - und hoffentlich schmeckt der dann nicht nach Kork ...
Marsilio
Inventar
#38 erstellt: 04. Dez 2013, 11:53
Hallöchen

Ich hab folgenden Vergleich vor etwa einer Woche bereits in einen "Kaufberatungs-"Thread geschrieben - da er hier so gut passt nochmals:

Zweifelsohne ist die CD besser, da kommt der Sound sauber rüber, kein Knistern, kein Knacksen. ABER: Der Sound ist dadurch irgendie halt auch steriler als bei der Schallplatte.

Ich vergleiche gerne mit meinem anderen Hobby: Schon seit vielen Jahren besitze ich einige Synthesizer. Die neueren sind aus der digitalen Ära. Klingen toll, nahezu perfekt, können auch (fast) alles. Und dann habe ich da noch zwei Saurier aus den früheren 80ern. Bei denen gilt noch das Prinzip der analogen Klangerzeugung. Diese Synths können im Vergleich zu den Digitalen eigentlich fast nichts, aber das, was sie können ist eben der Oberhammer. Hier funktioniert die Klangformung und -verbiegung nicht rechnerisch basiert sondern spannungsgesteuert. Der Sound ist dadurch nie ganz lupenrein, dafür ist er warm, fett, punchy - ER LEBT!


Dazu muss ich aber anfügen, dass ich in den 80ern noch mit Schallplatten aufgewachsen bin. Daheim hörten meine Eltern LP's auf so einem Wega-Dual-Block und da ich meine erste Anlage erst mit 16 finanzieren konnte (die dann bereits einen einfachen CD-Player) hatte, waren meine ersten eigenen Tonträger eben auch LP's, damit ich sie auf der Eltern-Anlage hören konnte. Später dann, Anfangs der 90er und während meinen Studium entdeckte ich den Jazz-Funk der 70er. Da das Geld für CD's eben oft fehlte merkte ich bald, dass ich mir diesen Sound auch als LP für wenig Geld auf dem Flohmarkt holen kann. Um diese abzuspielen holte ich mir ebenfalls auf dem Flohmarkt einen Billig-PS, den ich einige Jahre später durch einen anderen, noch älteren aber besseren Flohmarkt-Billig-PS ersetzte.

Heute sind es 600 Alben, die ich besitze. Ab und zu kommen noch dazu, wenn ich mal wieder zufällig an einem Flohmarkt fündig werde. Neu würde ich eine LP aber nicht kaufen sondern stattdessen die CD nehmen. Dennoch höre ich unter dem Strich bedeutend mehr LP's als CD's. Zwar nur noch selten auf meinem alten Flohmarkt-PS (immerhin ein Lenco), sondern fast immer auf dem Revox B795, den ich mir geleistet habe. Und ausserdem ist jetzt noch ein Dual 704 unterwegs zu mir - an der analogen Front rüste ich also eher auf als ab...


[Beitrag von Marsilio am 04. Dez 2013, 12:14 bearbeitet]
Pigpreast
Inventar
#39 erstellt: 04. Dez 2013, 11:54

Hörbert (Beitrag #34) schrieb:

...Wie viel muss ich investieren, um einen deutlichen Unterschied zu digitalen Medien zu hören?
....

Sehr, sehr wenig, je weniger um so deutlicher wird der Unterschied.


Wenn ich die Kommentare hier recht deute, scheint "überzeugtes" Schallplattenhören so etwas zu sein wie Motorradfahren: Die Fortbewegung (bzw. das Hören) an sich ist nur ein Teil der Sache, und gewisse Nachteile gegenüber dem Auto (bzw. der CD) nimmt man gerne in Kauf. Und dann gibt es natürlich auch Leute, die mehr an ihrem Bike (Plattenspieler) herum schrauben als damit zu fahren (hören).Spätestens da bin ich persönlich raus aus der Nummer...


kadioram (Beitrag #33) schrieb:
Kunst (auch Musik) operiert im Bereich des Kultischen, quasi als "Ersatzreligion". Mit einer Schallplatte kann ich besser "meinem Götzen dienen" als mit einer Datei, denn diese bildet, zumindest meiner Meinung nach, eine weitere Abstraktionsebene. Die "einmalige Erscheinung der Ferne" ist mir bei einer Platte näher als bei einer Datei vom Rechner.

Danke, jetzt habe ich's verstanden. Hatte initial nur mit Deiner Analogie Probleme, weil die Schallplatte im Gegensatz zu Munks Schrei ja auch nicht "echt" ist. Aber klar: Ich bleibe ja auch bei der CD, um noch einem Götzen dienen zu können, der mit mp3 in der Cloud gewissermaßen im Nirvana verschwindet.

Inwieweit man also die Abkehr vom Vinyl und die Hinwendung zum digitalen Medium als "Emanzipation vom goldenen Kalb" betrachten kann, darf gerne diskutiert werden.

Den Vergleich verstehe ich sehr gut. Meine persönliche Ansicht ist: So lange ich mir bewusst bin, dem goldenen Kalb zu huldigen (wie das ja einige Posts hier darstellen), ist alles in Ordnung. Merkwürdig wird's jedoch dann, wenn ich das negiere und subjektive Vorlieben für wahrhaftig objektive Vorteile halte.


Hmeck (Beitrag #37) schrieb:
Das mit dem Kultischen: Man trinkt ja seinen Wein auch meist nicht aus dem Joghurtbecher. Obwohl es, zumal in Weingegenden, hervorragende Qualitäten in Plastikkanistern gibt ...

Könnte mir gut vorstellen, einen all-täglichen Schoppen (aber dann, bitte, aus einem Glas) aus so einem Kanister zu zapfen, und zu besonderen Anlässen die feierliche Entkorkung eines Fläschchens - und hoffentlich schmeckt der dann nicht nach Kork ...

Hier sieht man aber auch gut die fließenden Grenzen zwischen kultischer Aufwertung und tatsächlich verbessernden Verfahrensweisen: Feierliche Entkorkung beeinflusst das Genusserlebnis in seiner Ganzheit und somit das subjektive Geschmackserlebnis indirekt. Über das "billige Ambiente" eines Joghurtbechers hinaus sind dessen Haptik und Temperaturverhalten mit ihrer Beeinflussung schon näher am eigentlichen Trinkerlebnis dran. Und die Form des Trinkgefäßes hat nun definitiv einen direkten Einfluss auf den Geschmack, da sich die Flüssigkeit zeitlich anders im Mundraum verteilt.


[Beitrag von Pigpreast am 04. Dez 2013, 12:00 bearbeitet]
schmiddi
Inventar
#40 erstellt: 04. Dez 2013, 14:06

Pigpreast (Beitrag #39) schrieb:
Hier sieht man aber auch gut die fließenden Grenzen zwischen kultischer Aufwertung und tatsächlich verbessernden Verfahrensweisen: Feierliche Entkorkung beeinflusst das Genusserlebnis in seiner Ganzheit und somit das subjektive Geschmackserlebnis indirekt. Über das "billige Ambiente" eines Joghurtbechers hinaus sind dessen Haptik und Temperaturverhalten mit ihrer Beeinflussung schon näher am eigentlichen Trinkerlebnis dran. Und die Form des Trinkgefäßes hat nun definitiv einen direkten Einfluss auf den Geschmack, da sich die Flüssigkeit zeitlich anders im Mundraum verteilt.

Warum versucht man krampfhaft ein rein subjektives Empfinden zu objektiveren. Den Wein aus einem schönen Weinglas zu trinken steigert das Wohlbefinden beim Weingenuss und erhöht rein subjektiv die Qualität des Weines. Ich empfinde es eben anders.
Ein Plastikbecher kann genauso geformt sein wie ein gutes Weinglas, so dass die Flüssigkeit sich genauso zeitlich im Mundraum verteilt, er würde bei einer Berwrtung trotzdem schlechter abschneiden.

Warum kann man nicht einfach zugeben, dass das "Drumherum" wichtig für unseren Genuss ist und dass viele Dinge dadurch rein subjektiv besser werden. Warum versucht man dass immer wieder mit rationalen Gründen zu erklären. Was ist schlimm daran wenn man zugibt, dass einem Plattenhören mehr Spass macht als CDs zu hören. Auch wenn die LP rein objektiv unterlegen ist. Ich höre sehr viel LPs und das nur weil ich das Drumherum einfach super gut finde, es entspannt mich und ich genieße die Musik einfach mehr. Ich finde die Haptik einer Platte und eines Plattenspielers toll. Das ist alles, ich will es gar nicht objektiv erklären, das könnte ich auch gar nicht.

Wenn dir der Wein aus einem Weinglas besser schmeckt ist das doch in Ordnung, du brauchst keine objektive Begründung dafür. Wenn du deine LP auf einer Bohrinsel lieber hörst und meinst es ist besser, dan ist das auch in Ordnung. Du brauchst das nicht zu begründen.

Daher ist die Frage, ob sich ein Plattenspieler objektiv lohnt einfach zu beantworten: Nein

Wenn du Spass an dem "Drumherum" hast, dann lohnt sich der Kauf eines Plattenspielers. Du darfst nur nicht eine falsche Erwartungshaltung haben, rein objektiv gesehen wirst du dich nicht verbessern.
Archivo
Inventar
#41 erstellt: 04. Dez 2013, 15:00
Vollste Zustimmung...
Musikfloh
Hat sich gelöscht
#42 erstellt: 04. Dez 2013, 15:12

schmiddi (Beitrag #40) schrieb:

Warum versucht man krampfhaft ein rein subjektives Empfinden zu objektiveren.

Weil das Herz des Threaderstellers ja zum Plattenspieler sagt, sein Verstand aber noch zögert
kadioram
Inventar
#43 erstellt: 04. Dez 2013, 15:24

Musikfloh (Beitrag #42) schrieb:

Weil das Herz des Threaderstellers ja zum Plattenspieler sagt, sein Verstand aber noch zögert



Mein OT-Beitrag zum Thema Herz und Verstand:



Was es ist
Es ist Unsinn - sagt die Vernunft.
Es ist was es ist - sagt die Liebe.
Es ist Unglück - sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz - sagt die Angst.
Es ist aussichtslos - sagt die Einsicht.
Es ist was es ist - sagt die Liebe.
Es ist lächerlich - sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig - sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich - sagt die Erfahrung.
Es ist was es ist - sagt die Liebe.

Erich Fried


Jeder, der selbst an Plattenspielern rumschraubt, dürfte das kennen
cappucco
Ist häufiger hier
#44 erstellt: 04. Dez 2013, 16:10
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten...

Ich habe mich jetzt mal bei einem Freund eingeladen, der eine sehr hochwertige Kette besitzt. Dort werden wir CD gegen Platte hören.
Mein Freund schwört Stein und Bein, dass Platte bei ihm deutlich hörbar besser klingt.

Ich werde berichten...

Gruß
Jürgen
boozeman1001
Inventar
#45 erstellt: 04. Dez 2013, 16:39

cappucco (Beitrag #44) schrieb:

Mein Freund schwört Stein und Bein, dass Platte bei ihm deutlich hörbar besser klingt.


Anders ja.

Besser? Dann ist der CD-Spieler Schrott.

Oder wir sind wieder im subjektiven Bereich angekommen...
rudi2407
Inventar
#46 erstellt: 04. Dez 2013, 16:41

cappucco (Beitrag #1) schrieb:
Hallo zusammen, mit Baujahr ´63 bin ich natürlich mit Plattenspielern groß geworden.

Na dann erst mal Glückwunsch zum Fünfzigsten dieses Jahr.

cappucco (Beitrag #1) schrieb:
Meinen letzten Dreher und die dazu gehörigen Schallplatten habe ich schon vor Dekaden abgegeben.

Das war natürlich ein großer Fehler.
Den Fehler habe ich "Gott sei Dank" nicht gemacht. Meine Platten-Sammlung war 25 Jahre lang gut und sicher verstaut und an einer Zweitanlage war mein 80er Jahre Plastikbomber-Dreher immer angeschlossen. Anfang 2012 hat mich der Vinyl-Virus wieder gepackt und ich habe mir einen sehr gut erhalten und frisch vom Fachmann gewarteten Dual CS 704 (Baujahr 1976/77) gekauft. Meine Plattensammlung von damals hat sich durch Gebrauchtkäufe seither mehr als verdoppelt. Die Kosten für Dreher, zweiten Tonabnehmer, NOS-Nadel, Phono PreAmp, Reinigungsutensilien und Platten betragen bisher ca. 750€.


cappucco (Beitrag #1) schrieb:
Die Frage, die ich mir allerdings stelle: Rein objektiv unter Klanggesichtspunkten... lohnt sich das?

Objektiv gesehen ein klares NEIN. Die Klangqualität einer CD ist vermutlich zu 95% der einer Platte überlegen. Ausnahmen bestätigen hier die Regel.
Subjektiv gesehen ein klares JA, da mir das Handling mit Dreher und Vinyl einfach sehr viel Freude und Entspannung bringt.


cappucco (Beitrag #1) schrieb:
Wie viel muss ich investieren, um einen deutlichen Unterschied zu digitalen Medien zu hören?

Nimm 30€ in die Hand und hol Dir irgendeine Fräse und ne Flohmarkt-Platte (ungewaschen) und Du wirst den Unterschied zur CD als digitales Medium deutlich hören. Die Platte wird schlechter klingen.


cappucco (Beitrag #1) schrieb:
Ist die wiederauflebende Schallplatte eher einem Lifestyletrend zuzuordnen?

Denke es findet bei einigen Leuten, die mit Platten aufgewachsen sind, eine Rückbesinnung statt. Andere haben Vinyl nie aufgegeben. Manch jüngerer Zeitgenosse ist nun neugierig geworden, was es mit dem "Schwarzen Gold" auf sich hat. Ein paar davon werden bei Platten hängen bleiben, die Mehrheit wird wegen der schlechteren Klangqualität wieder davon Abstand nehmen.

Gruß rudi
Magister_Verbae
Inventar
#47 erstellt: 04. Dez 2013, 18:23
Ich gehöre auch zu der Generation, die mit Platten nur noch bedingt zu tun hatte. Da ich jedoch ein großer Liebhaber "älterer" Musik bin und prinzipiell eher ein Genussmensch (die Schallplattenwiedergabe hat ja auch viel damit zu tun, Theme "Entschleunigung"), habe ich mich irgendwann sehr zum schwarzen Gold hingezogen gefühlt. Ich hatte vorher schon eine riesige Musiksammlung, hauptsächlich digital , irgendwann merkte ich dann, dass der Musik nicht mehr die nötige Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Man machte halt mal schnell xyz an, spulte dann irgendwann vor und zurück, insgesamt ging der Genuß an der Musik ein gutes Stück weit verloren. Den habe ich mir mit Vinyl wieder zurückgeholt. Mittlerweile habe ich eine recht umfangreiche Plattensammlung (sicher mehr als 500 Stück, genau weiß ich das aber nicht), sowie mehrere Plattenspieler und andere Geräte. Ich müsste mal rechnen, was da mittlerweile alles an Geld hineingeflossen ist, aber wenn man alles in allem (also Dreher, Wartungskosten/Ersatzteile, Systeme, Lautsprecher, Verstärker, etc) rechnet, sind da sicherlich weit über 1500 Euro versenkt

LG

Martin
mty55
Inventar
#48 erstellt: 04. Dez 2013, 18:41
VORSICHT beim Probehören,

effekte die in der Wissenschaft "emotional contagion" genannt werden sorgen dafür, dass selbst die Erwartungshaltung des Freundes Dich positiv beeinflusst wenn er ne Platte auflegt.

Beim Testen sollte ein Umschalter da sein wo gleiche Titel sowohl von PLatte als auch CD direkt umgeschaltet werden können - von jemandem, der NICHT weiß, was der Schalter jeweils einschaltet.

Ohne so eine Vorrichtung hat der Dreher schon gewonnen, Psychoakustik sei Dank

Burkie
Inventar
#49 erstellt: 04. Dez 2013, 19:45

cappucco (Beitrag #1) schrieb:


Angesichts der feinmechanischen Schönheiten hätte ich schon Spaß an einem schönen Dreher. Die Frage, die ich mir allerdings stelle:
Rein objektiv unter Klanggesichtspunkten... lohnt sich das? Wie viel muss ich investieren, um einen deutlichen Unterschied zu digitalen Medien zu hören?


Hallo Jürgen,

Unterschiede zur CD wirst Du schon hören können.... im Zweifel bleibt immer das Rillenrauschen der LP oder auch gewisse Verzerrungen bei zischenden S-Lauten... magst Du diesen Klang...?

Möglicherweise kann man diese "Klangeffekte" aber auch durch Software beim Abspielen von MP3s erzeugen...?

Es kann auch sein, dass gut erhaltene alte Erstauflagen von LPs oder Singles aus den 50er bis 70er Jahren besser klingen als heute von den alten "vergammelten" Masterbändern hergestellte CDs.

Darüber hinaus steht bei Dir ja auch der Spaß am fein mechanischen... das kannst Du nur selber nach subjektiven Gesichtspunkten beurteilen.

Grüsse
Pigpreast
Inventar
#50 erstellt: 04. Dez 2013, 21:47

schmiddi (Beitrag #40) schrieb:

Pigpreast (Beitrag #39) schrieb:
...

... ... ...

Wieso stellst Du ein Zitat von mir hier rein und führst dann etwas aus, das dem nicht im geringsten widerspricht?

Letztlich habe ich nur gesagt, dass es direkte und indirekte Geschmacks- (analog zu Klangempfindungs-) beeinflussungen gibt und den fließenden Übergang dargestellt. Teilweise sind Deine Aussagen sogar in meinem Zitat enthalten! Lies es bitte noch einmal und sage mir konkret, wo Du Widersprüche zu Deiner Meinung siehst.


[Beitrag von Pigpreast am 04. Dez 2013, 22:56 bearbeitet]
Hörbert
Moderator
#51 erstellt: 05. Dez 2013, 00:46
Hallo!

@schmiddi

ACK

Es ist m.E. ein Zeichen mangelner eigener Souveränität wenn man zur Begründung des Hörens von Schallplatten sich auf klangliche Gründe bezieht. Es sollte genügen das es einem Spaß macht, Punkt,- aus-.

Wer sich zum Beispiel beim Wandern darauf beziehen würde daß er jetzt die "bessere" und "organischere" Art der Fortbewegung nutzt würde wohl nur spöttische Blicke ernten, -und das mit Recht-. Hier wie da sollte der Spaßfaktor genügen und es sind keine geundenen Erklärungen und scheinobjektive Begründungen nötig.

Wer darüber hinaus noch rationale Gründe braucht findet deren genügend ohne das er die klangliche Keule bemühen muß.

MFG Günther
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