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Was hört Ihr gerade jetzt ? (JAZZ)

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arnaoutchot
Moderator
#24026 erstellt: 19. Jan 2026, 07:37
Gestern ist Ralph Towner mit 85 Jahren verstorben. Ein grosser Musiker, gleichermassen bewandert auf Gitarre und Klavier. Möge er seinen Frieden finden.

Ich höre mich etwas quer durch sein Werk, ich habe einiges von ihm auf ECM, aber nicht alles. Die Ralph Towner - At First Light - ECM 2023 sollte seine letzte Platte für das Label sein, ein brillantes Alterswerk, in dem Towner nur auf der Gitarre die Inspirationen seiner über 50jährigen Solokarriere vorbeiziehen liess.

jpc.de
Mr._Lovegrove
Inventar
#24027 erstellt: 20. Jan 2026, 06:20
Towner war der größte! Ein tiefgründig spielender Poet auf der Gitarre und dem Klavier, der nie eine Note ohne Sinn gespielt hat. Ich habe auch nicht alles auf ECM, aber die Scheiben, die im Regal stehen, laufen alle immer mal wieder.

Batik
City Of Eyes
Diary
Lost And Found
Old Friends, New Friends
Open Letter
Solstice
Solstice - Sound And Shadows
Works


arnaoutchot (Beitrag #24022) schrieb:
Kazumi Watanabe - Mobo IGute Sidemen wie Marcus Miller, Sly & Robbie, ja sogar Mike Brecker, aber rausgekommen ist 1984er Plastik-Fusion-Müll ohne Seele und Verstand ! Würg !

Du bist aber sehr böse zum guten Watanabe! Ich finde diese technischen Spielereien und diesen ästhetisch- kalten 80er Sound ziemlich gut. Watanabe ist bei Mobo echt unter die Irren gegangen. Der Nachfolger deiner Scheibe (zu der es auch einen zweiten Teil gibt) steht bei mit als CD im Regal:

Kazumi Watanabe
Mobo Club

Hier fehlen die großen Namen, aber der Meister selbst dreht voll auf und nimmt den Hörer mit auf einen abgedrehten Trip in den Fusionjazz der 80er, der natürlich auch von deren Soundästhetik beherrscht wird, aber gerade deshalb so gut ist. Für Puristen ist das natürlich nix, aber alle anderen könnten Spaß haben.
arnaoutchot
Moderator
#24028 erstellt: 20. Jan 2026, 07:58

Mr._Lovegrove (Beitrag #24027) schrieb:
Du bist aber sehr böse zum guten Watanabe!


Ja, so kennt man mich halt: Hart aber ungerecht ... Grundsätzlich gibt es ja auch Gutes von Watanabe, zB das unten oder seine früheren Aufnahmen als Sideman für tbm. Aber mich ärgert immer, wenn so ein Auftrieb wie auf der Mobo I gemacht wird und dann so wenig dabei rumkommt. Auch wenn ich mich nicht als Puristen sehe, die japanische Fusion der 1980er ist nicht meins ...


Resonance Vox - Jigojitoku - Live Recordings - Verve 1994. Ein japanisches elektrisches Projekt von Kazumi Watanabe im Quintett. Da brennt die Luft, Mannomann, das hätte ich wiederum dem sonst eher schlafmützigen Watanabe nicht zugetraut !

IMG_6371


[Beitrag von arnaoutchot am 20. Jan 2026, 08:07 bearbeitet]
Valentino_II
Stammgast
#24029 erstellt: 20. Jan 2026, 08:03

arnaoutchot (Beitrag #24026) schrieb:
Gestern ist Ralph Towner mit 85 Jahren verstorben.

Ralph Towner war einer der Besten unter den ECM Musikern.
Batik, Solstice, Oregon, Old friends New friends, lief bei mir rauf und runter.
Sein klassischer Ansatz hatte einen ganz besonderen Reiz und sein Können war phänomenal.

Heute ziehe ich hin und wieder die Solo Concerts aus dem Regal. Einfach grandios!

arnaoutchot
Moderator
#24030 erstellt: 20. Jan 2026, 14:56
Sehr guter Tipp mit der Solo Concert, die habe ich physisch gar nicht und heute früh mal gehört, tolles Konzert !

Ich weiss, ein Bruch zu den Reverenzen an Ralph Towner , aber das hatte ich gestern am Laufen. Naked City - Grand Guignol (und davor die Absinthe, oberste im Stapel). Das sind jetzt alle Studio-Scheiben von Naked City, die Absinthe fehlte mir noch, ist aber mE verzichtbar (ziemlich dröger Ambience-Kram ). Die besten beiden bleiben für mich die erste s/t (ganz unten) und die gezeigte Grand Guignol. Das war schon eine Wahnsinnstruppe ! Ich hab das Cover aus Pietätsgründen etwas entschärft.

Kennt jemand die Naked City Complete Studio Recordings Box ? John Zorn tönte lautstark, dass er die Platten dafür massiv remastert und verbessert hätte, die Meinungen in discogs sind zwiespältig (stark komprimiert, nur laut gemacht). Ein etwas klareres Klangbild würde den Irrsinnstracks auf Torture Garden oder Grand Guignol guttun.

PS: Die Grand Guignol hab ich doppelt (Disk Union Japan 1992), falls jemand Bedarf hat. Dann unzensiert !

Highente
Inventar
#24031 erstellt: 20. Jan 2026, 15:54
amazon.de

Das Oscar Petersen Trio swingt in einer Aufnahme von 1964 hier sehr schön.

Piano: Oscar Petersen
Bass: Ray Brown
Drums: Ed Thiegpen
*TheRock*
Stammgast
#24032 erstellt: 20. Jan 2026, 16:34
Bei mir läuft gerade Complete Trio Recordings mit Bill Evans, Lafaro,Scott und Motian Paul, neben dem Spiel von Bill Evans und Paul Motion ist vor allem Scott Lafaros außergewöhnliches Bassspiel zu hören.

amazon.de
Mr._Lovegrove
Inventar
#24033 erstellt: 20. Jan 2026, 17:56

arnaoutchot (Beitrag #24030) schrieb:

Kennt jemand die Naked City Complete Studio Recordings Box ?

Ich wusste gar nicht, dass es eine solche Box gibt. Und ich bräuchte sowas auch nicht. Schon gar nicht "remastered". 1. Die originalen CDs klingen exzellent und 2. Die 4 Union Disk Alben sind auch optisch und haptisch wahre Kunstwerke. Der Look, das Papier, der Druck, all das ist von einzigartiger Qualität. Das sind für mich die schönsten Releases, die ich in klassischer Jewelcase Verpackung kenne.
arnaoutchot
Moderator
#24034 erstellt: 20. Jan 2026, 19:08
Doch, die gab es 2005, siehe hier. Ist auch schön aufgemacht, aber inzwischen vergriffen und sehr teuer. Ich finde ja auch die Disk Union oder Toy Factory-Ausgaben optisch gelungen, klanglich habe ich keinen Vergleich. Ich wurde nur stutzig, weil John Zorn den Mund so weit aufgerissen hat von wegen deutlich verbessertes Mastering ... na gut, ich bin bei Dir, die Einzelausgaben tun es auch. Die Leng'Tche hab ich übrigens auch die hab ich auf dem Bild oben vergessen.
Mr._Lovegrove
Inventar
#24035 erstellt: 21. Jan 2026, 06:27
Hier lief gestern auch eine absolute Enttäuschung im Doppelpack:

The Crusaders
Street Life/Rhapsody and Blues
Nachdem ich ja ein unfassbarer Fan der "Live in Japan" bin, die ich vor ein paar Tagen auch noch mal wieder genossen habe, war ich doch gespannt, wie sich die Studiooriginale geben. Und ich muss sagen, dass beide Alben ziemlich ermüdend sind. Die Band spielt hörbar gebremst und irgendwie ohne rechtes Feuer. Da fehlt mir der spielerische Druck und die Inspiration, obschon die Band live ja der absolute Kracher ist (was die Japan Aufnahme ja perfekt zeigt). Aber vielleicht generiert sich mein Eindruck auch aus den jeweils fast schon schlechten Produktion, bzw. Mixen der Alben. Das ist einfach teils katastrophal abgemischt und entbehrt jeglichen Pressings. Für die Aufnahmealter 1979 und 1980 klingt das wirklich allenfalls mittelmäßig.
hifi_raptor
Inventar
#24036 erstellt: 21. Jan 2026, 10:29
Morgähn
Mr._Lovesongs schrieb: Das ist einfach teils katastrophal abgemischt und entbehrt jeglichen Pressings.

Gut Geschmack brauchen wir uns nicht streiten. Aber worin manifestiert sich techn. konkret deine obige Aussage?
Das ist eine Scheibe die ich öfter höre. Mein NAS ist aus, daher weiß ich jetzt nicht welche Version ich habe.

Gruß
Trovesi
Stammgast
#24037 erstellt: 21. Jan 2026, 15:07
Bei mir läuft --- für meinen Geschmack --- durchaus Außergewöhnliches:

Valente, Catarina & Oliver, Sy & Orchestra - in New York (Polydor 065 104-2)

Bekannte Standards wunderbar interpretiert von einer Frau die nicht gerade als Jazz-Musikerin bekannt ist. Eingebettet in fetzige Arrangements von Sy Oliver. Die Aufnahme ist von 1957! --- Produzenten unserer Zeit dürfen da gerne mal reinhören. Man kann schon etwas machen...
Trovesi
Stammgast
#24038 erstellt: 21. Jan 2026, 15:34
Und nun zu etwas völlig Anderem:

Sanders, Pharoa - Deaf Dumb Blind (Impulse IMP 12652)

Die muß manchmal einfach sein. Getrieben von Percussion entsteht mit den Bläsern eine vielschichtige Musik. --- Nicht als "Hintergrundbeschallung" geeignet.
hifi_raptor
Inventar
#24039 erstellt: 21. Jan 2026, 16:13
Morgen
Nachdem mir zwei Streamingdienste Kazumi Watanabe - Mobo Club nicht zuspielen können, weil nicht im Programm, lasse ich mir die erste Guitar Renaissance zuspielen.
amazon.de
Für nur 157€ zu erwerben.
Davon gibt es fünf Alben.
Rein klassische Gitarre. Die Stücke reichen von Beatles, über Ravel oder Bill Evans und andere. Ich weiß jetzt aber auch nicht ob Watanabe die Stücke alle selber neu arrangiert hat. Muss jetzt nach dem hören mal das Intelnet befragen.
Als Gitarrenlehrling kann ich noch kein Stück nachspielen.
Kannte die Scheiben noch gar nicht von ihm und hätte ihm das auch nicht zugetraut.
Thematisch vielleicht etwas arg quer Beet.
Schönen Abend
ardina
Inventar
#24040 erstellt: 21. Jan 2026, 17:07

Trovesi (Beitrag #24037) schrieb:


Valente, Catarina & Oliver, Sy & Orchestra - in New York (Polydor 065 104-2)

Bekannte Standards wunderbar interpretiert von einer Frau die nicht gerade als Jazz-Musikerin bekannt ist.


Da irrst du aber ein wenig mein Lieber, aus deutscher Perspektive vielleicht, aber international sieht das etwas anders aus. Noch schlimmer bei der Sängerin Nana Mouskouri die man in Deutschland häufig für eine schlichte Schlagersängerin hält.

Mr._Lovegrove
Inventar
#24041 erstellt: 21. Jan 2026, 17:33

hifi_raptor (Beitrag #24036) schrieb:
Aber worin manifestiert sich techn. konkret deine obige Aussage?

Ich nehme mal die "Street Life" als Beispiel:
Hier ist mir besonders negativ das Schlagzeug aufgefallen. Die Bassdru ist sehr voll und dominant zu hören, aber die Snare weist null Druck auf, wirkt fast als wäre nur ein Overhead für die Abnahme zugegen gewesen. Zumindest dringt sie nicht gut durch den Gesamtmix durch. Dadurch, dass die Bassdrum sehr viel Bottom End hat, können die ganz tiefen Frequenzen des E-Basses nicht wirksam werden. Man hört ihn in den etwas höheren Lagen natürlich, aber untenrum spielt ihn die Bassdrum platt.
Dann ist da in "My Lady" das Saxophon, was von leicht rechts kommt und seltsam gepresst klingt und zudem inkl. Phasenverschiebung in die Mitte strahlt. Das könnte ein Mixingfehler sein.
Insgesamt stört mich am meisten aber der mangelnde Punch. Streicher und Bläser sind quasi um das Drumset herum gemixt und genau da hakt es. Das Schlagzeug dringt nicht durch.
Highente
Inventar
#24042 erstellt: 21. Jan 2026, 17:43
amazon.de

Diese CD beinhaltet die Aufnahmen, die Nana Mouskouri in den 60igern in New York aufgenommen hat. Produziert von Quincy Jones.
Highente
Inventar
#24043 erstellt: 21. Jan 2026, 18:15
amazon.de

Von der Valente gibt es ja auch ein Album mit ihren Aufnahmen in New York. Mir gefallen diese Aufnahmen in London aber besser.
Trovesi
Stammgast
#24044 erstellt: 21. Jan 2026, 22:40
Die Scheibe hätte ich schon auch noch gern...

Nachdem ich mich heute mit Zoot Sims und Ernie Watts beschäftigt habe, beschließe ich den Abend etwas "sanfter" mit:

Kidd, Carol - That's me (Linn AKD 044)

Die packt mich mit ihrer Stimme. Das ist so richtig schön.

Kann es sein, daß Jazz von der Insel auf dem Kontinent nicht so präsent ist? Mir scheint, daß britische Jazz-Musiker kein Thema sind.
hifi_raptor
Inventar
#24045 erstellt: 22. Jan 2026, 10:39
Morgähn
@ Mr._Lovegrove
Gut, so höre ich keine Musik. Ich seziere nicht derart die Musik. Wer weiß was sich die Menschen die die Musik produzieren, dabei denken.
Muss mit deinereiner gar nicht kompatibel sein.
Klar fällt mir auf wenn eine Aufnahme, flach, dumpf, wenig transparent, keine Rämlichkeit besitzt.
Aber die künstlerische Darbietung zählt weit mehr.
Gruß
*TheRock*
Stammgast
#24046 erstellt: 22. Jan 2026, 19:15
Bei mir läuft gerade Cal Tjader: Soul Sauce ist einer der bekanntesten Titel von Cal Tjader und ein Paradebeispiel für Latin Jazz mit Soul und Funk Einflüssen. Ein zeitloser Latin Jazz Klassiker.

amazon.de
arnaoutchot
Moderator
#24047 erstellt: 22. Jan 2026, 21:39
Hier Dexter Gordon - Gettin' Around - Blue Note / Toshiba Japan 1965/1998. Wunderbare Session mit Bobby Hutcherson (vib), Anspieltipp das göttliche Everybody's Somebody's Fool .

Mr._Lovegrove
Inventar
#24048 erstellt: 23. Jan 2026, 06:27
Die muss ich mal checken, kenne ich noch gar nicht.
Nach der Enttäuschung mit den Crusaders ging es in meinem Hören nach Alphabet weiter mit einer Delikatesse, wie sie nicht leckerer sein kann:

Paquito D'Rivera
Portraits Of Cuba
Chesky, 1996

Das preisgekrönte Album zeigt den kubanischen Saxophonisten und Klarinettisten auf seinem Höhepunkt. Carlos Franzetti (ein Argentinier!) schneiderte der Legende delikate Arrangements auf den Leib, wie sie emotionaler nicht sein können. Dabei ist die Musik keineswegs klischeehafter Cuban Jazz, sondern erzählt feinfühlig und wunderbar schattiert von D'Riveras Heimat. Das ist genial und es gibt sogar Momente, in denen man sich an das Teamwork Miles Davis/Gil Evans erinnert fühlt.
Ich bin kein Fan der Chesky'schen Aufnahmen aus der St. Peter's Church, da viele von ihnen langweilig, fad und verhuscht im Raum klingen. Diese hier jedoch ist nicht nur ganz exquisit gelungen, sondern zählt zu den ganz großen Würfen des Labels an sich. Bob Katz als Toningenieur ist Außergewöhnliches gelungen, hat er es doch geschafft, alles ganz natürlich erklingen zu lassen und dennoch einen gewissen dynamischen Druck aufzubauen. Die Balance aus Raum und Musikern ist perfekt getroffen. Dies ist auch klanglich ein echtes Wunderwerk,
arnaoutchot
Moderator
#24049 erstellt: 24. Jan 2026, 10:17
Hier noch zwei ECM-Platten, die ich in der letzten Woche aufliegen hatte:

1) Robin Kenyatta - Girl from Martinique - ECM 1970. Die achte Veröffentlichung des Labels mit dem amerikanischen Saxophonisten und Flötisten Kenyatta. Dieser entstammte zwar der amerikanischen freieren Szene, ging aber wie viele andere Musiker in den späten 1960ern nach Europa der besseren Arbeitsbedingungen wegen. Interessant sind seine Begleiter auf dieser Platte mit Wolfgang Dauner (p, clavinet), Arild Andersen (b) und Fred Braceful (dr). Abwechslungsreicher Jazz, nicht übermässig free jazzig. Gab es nie auf CD.

2) Paul Motian Trio - Dance - ECM 1978. Erste Platte des Trios mit Charles Brackeen (ss, ts) und Davis Izenzon (b). Interessant, aber der phänomenale noch freiere Nachfolger Le Voyage gefällt mir noch besser ... muss beide nochmals hören.

*TheRock*
Stammgast
#24050 erstellt: 24. Jan 2026, 13:36
Bei mir läuft gerade Herbie Hancock: Future Shock, ein Cooler Mix aus Electro gespickt mit Jazz-Elementen. Future Shock ist ein Album das Jazz aus dem Elitären holte und an aktuelle Pop-, Funk- und Hip-Hop-Strömungen sich damals anschloss.


amazon.de
Trovesi
Stammgast
#24051 erstellt: 24. Jan 2026, 16:18
Bei mir läuft etwas ganz Anderes:

Kidd, Carol - Dreamsville (Linn BKD 325)

Feiner, swingender Jazz von der Insel. --- Ich liebe ihre Stimme!


[Beitrag von Trovesi am 24. Jan 2026, 16:19 bearbeitet]
Mr._Lovegrove
Inventar
#24052 erstellt: 24. Jan 2026, 16:43

*TheRock* (Beitrag #24050) schrieb:
Future Shock ist ein Album das Jazz aus dem Elitären holte und an aktuelle Pop-, Funk- und Hip-Hop-Strömungen sich damals anschloss.

Ich möchte kurz OT gehen: Ich finde diese Theorie gewagt. Jazz war sicherlich keine kommerzielle Macht mehr wie in den 1950ern noch, aber das Wort "Elitär" beschreibt ja ganz etwas anderes, nämlich den gewollten Ausschluss von Gruppen und den bewußten Verschluss als eine Art geschlossene Gesellschaft. Aber sei es auch, dass es immer die "Jazzpolizisten" gab oder auch Musiker wie Wynton Marsalis, denen man ein solches Denken nachsagen könnte, so ist der absteigende Erfolg des Jazz kaum auf eine Elite zurückzuführen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Hörerschaften auszuschließen. Diese Entwicklung ist eher eine Folge des Aufstiegs der Rockmusik gewesen, dessen Zugang sich als wesentlich einfacher gestaltete.
Und wer die Diskographie von Hancock kennt, weiß, dass er schon seit den frühen 70ern mit Synthies und Keyboards experimentiert hat und immer schon ein "Tech-Guy" war (und das schon in den 60ern). Außerdem waren ja einige seiner Vorgängeralben auch schon sehr beeinflußt von Soul, Funk, R'n'B und aktuellen Strömungen der schwarzen Populärmusik. Eigentlich war "Future Shock" mit seinen Breakbeats nur die logische Konsequenz dieser Entwicklung. Dass dann dabei DER Instrumentalhit der 80er, nämlich "Rockit" bei herumkam, ist ein schönes Nebenprodukt gewesen.

Ich möchte hier auf keinen Fall besserwisserisch erscheinen, mir ist nur das Wort "elitär" aufgefallen. Ich weiß aber, was du eigentlich sagen wolltest, nämlich, dass Hancock ein Album geschaffen hat, was auch Leute zum Jazz gebracht haben könnte, die womöglich kaum wußten, was das überhaupt für eine Musikrichtung ist.
Trovesi
Stammgast
#24053 erstellt: 24. Jan 2026, 17:08
Hier gibt's noch mehr Jazz von der Art, die auch von weniger jazz-affinen Menschen, genossen werden kann:

Kidd, Carol - I'm glad we met (Linn BKD 017)

Letzte Scheibe für heute. Morgen muß ich den 85sten von Neil Diamond feiern...
Valentino_II
Stammgast
#24054 erstellt: 24. Jan 2026, 20:45

Mr._Lovegrove (Beitrag #24052) schrieb:
Ich weiß aber, was du eigentlich sagen wolltest, nämlich, dass Hancock ein Album geschaffen hat, was auch Leute zum Jazz gebracht haben könnte, die womöglich kaum wußten, was das überhaupt für eine Musikrichtung ist.

Bestimmt hat er auch Leute zum Funk oder auf den Dance Floor geholt, die sich sonst eher für Jazz interessieren.
Denn mit Jazz hat das Future Shock Album aus meiner Sicht nicht mehr viel zu tun.
Die Musik ist einfach elektrisierend, egal ob ich Jazz-Soul-Funk- oder Popmusik-Hörer bin.
Highente
Inventar
#24055 erstellt: 25. Jan 2026, 08:35
amazon.de

Miles Davis - Workin Eine Aufnahme mit seinem Quintet aus dem Jahr 1956.


[Beitrag von Highente am 25. Jan 2026, 08:36 bearbeitet]
*TheRock*
Stammgast
#24056 erstellt: 25. Jan 2026, 12:51

Mr._Lovegrove (Beitrag #24052) schrieb:

*TheRock* (Beitrag #24050) schrieb:
Future Shock ist ein Album das Jazz aus dem Elitären holte und an aktuelle Pop-, Funk- und Hip-Hop-Strömungen sich damals anschloss.

Ich möchte hier auf keinen Fall besserwisserisch erscheinen, mir ist nur das Wort "elitär" aufgefallen. Ich weiß aber, was du eigentlich sagen wolltest, nämlich, dass Hancock ein Album geschaffen hat, was auch Leute zum Jazz gebracht haben könnte, die womöglich kaum wußten, was das überhaupt für eine Musikrichtung ist.


Sehe ich genauso Mr_ Lovegrove mit Future Shock öffnete Herbie Hancock den Jazz für ein neues Publikum die sich weniger über die Tradition der Musik als über zeitgenössische Klänge, Technik und Popkultur annäherten.
*TheRock*
Stammgast
#24057 erstellt: 25. Jan 2026, 14:12
Bei mir läuft gerade Enrico Rava,Jon Christensen Album: The Pilgrim and The Stars, Rava ist in Italien sehr berühmt. Er hat einen schönen Sound auf der Trompete und ist abwechselnd lyrisch und rhythmisch. Obwohl stark von Miles Davis beeinflusst, welcher Trompeter ist das nicht? Er hat seine eigene Stimme, und das ist eins seiner besten Albums.

amazon.de
Valentino_II
Stammgast
#24058 erstellt: 26. Jan 2026, 14:56
Hier läuft gerade ein Album aus dem ECM Katalog. Ein Trödelmarkt Schnapper, den ich nicht stehen lassen konnte.

John Clark „Faces“ 1176
ECM ©1981

Die Musik ist federleicht, schwebend und hat etwas von klassischer Musik. Und so ein French Horn hat schon einen tollen Klang. Ralph Towner hat das auch hin und wieder gespielt. Die Musik auf „Faces“ ist nichts weltbewegendes, aber für mich eine willkommene Abwechselung zu den üblichen Verdächtigen. Das erste Stück ist 15 Min lang und zieht mich mit einem langen Horn-Intro immer magisch an. Wie eine kleine Reise ins „Abhà Kingdom“.

John Clark - French Horn
David Friedman - Vibraharp, Marimba
David Darling - Cello
Jon Christensen - Drums



[Beitrag von Valentino_II am 26. Jan 2026, 16:16 bearbeitet]
Trovesi
Stammgast
#24059 erstellt: 26. Jan 2026, 17:24
Die hätte ich auch mitgenommen!

Ich kenne ihn aus seiner Zusammenarbeit mit Paquito D'Rivera, Miles Davis oder Jaco Pastorius. --- Ihn mal "führend" zu hören, ist bestimmt interessant.
Mr._Lovegrove
Inventar
#24060 erstellt: 26. Jan 2026, 17:48
Das ist eine der schönsten unbekannten ECMs überhaupt.
crim63
Inventar
#24061 erstellt: 27. Jan 2026, 21:06
Hallo !

Die John Clark „Faces“ muß ich mir auch mal anhören, das klingt ja recht vielversprechend, Danke für den Tipp Valentino.

Unsere 1976er Reihe im rotierenden Vinylthread ist vorbei, 201 Platte sind vorgestellt worden, hat riesen Spass gemacht.
Nun komme ich endlich mal dazu Ralph Towner zu würdigen. Ich habe gerade mal 4 Platten von Ihm, also noch ausbaufähig, denn er war sehr gut.
Die " Diary " war seine 2. Platte und zugleich seine erste LP die er komplett allein eingespielt hat, mit Piano, Gong, Twelve-String Guitar
und Classical Guitar. Eine sehr feine Musik, Discogs bezeichnet es als Freie Improvisation.



Ralph Towner / Diary / 1974 /ECM Records / ECM 1032 ST

Gruß Maik


[Beitrag von crim63 am 27. Jan 2026, 21:07 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#24062 erstellt: 27. Jan 2026, 21:17
Die John Clark - Faces kenne ich auch, hatte ich aber nur mal leihweise hier. Muss ich mal wieder reinhören, der Streamer sollte sie haben.

Hier aber physisch nach einem anstrengenden Tag mal wieder Nachschub aus Japan: Tsuyoshi Yamamoto Trio - Live at Body & Soul - Complete Edition, Somethin' Cool Japan 2SACD Single Layer Stereo 1995/2025. Eine Clubaufnahme aus 1995 mit den kompletten damaligen vier Sets des Trios. Das ist stimmungsvoll und relaxt, aber auch voll Power ! Besonders Winard Harper an den Drums schlägt eine ziemlich harte Rechte, was durch die sehr dynamische Aufnahme noch unterstrichen wird. Wohl eher was für Fans, auch mit Blick auf das heftige Preisschild

*TheRock*
Stammgast
#24063 erstellt: 28. Jan 2026, 17:33
Bei mir läuft gerade Keith Jarrett: The Köln Concert, was soll man zu diesem Live Auftritt noch sagen? Es gibt wohl bis heute keinen besseren. Die ECM Pressung, Cover und Klang dieser Auflage sind hervorragend.

amazon.de
arnaoutchot
Moderator
#24064 erstellt: 28. Jan 2026, 17:58

*TheRock* (Beitrag #24063) schrieb:
Bei mir läuft gerade Keith Jarrett: The Köln Concert, was soll man zu diesem Live Auftritt noch sagen? Es gibt wohl bis heute keinen besseren.


Naja, da fallen mir alleine schon von Keith Jarrett bessere Solokonzerte ein (Bremen/Lausanne 1973, Bremen 1975 (unveröffentlicht), Bregenz 1981), geschweige denn ausserhalb von KJ ...
*TheRock*
Stammgast
#24065 erstellt: 28. Jan 2026, 18:13

arnaoutchot (Beitrag #24064) schrieb:

*TheRock* (Beitrag #24063) schrieb:
Bei mir läuft gerade Keith Jarrett: The Köln Concert, was soll man zu diesem Live Auftritt noch sagen? Es gibt wohl bis heute keinen besseren.


Naja, da fallen mir alleine schon von Keith Jarrett bessere Solokonzerte ein (Bremen/Lausanne 1973, Bremen 1975 (unveröffentlicht), Bregenz 1981), geschweige denn ausserhalb von KJ ... :L


Das liegt wohl, dass ich dieses Album sehr gerne höre, die Bremen/Lausanne von 1973 und Bregenz habe ich noch nicht, werde die Alben demnächst bestellen.
*TheRock*
Stammgast
#24066 erstellt: 31. Jan 2026, 13:00
Bei mir läuft gerade Julian Vaughn Album: Bona Fide, heute beginne ich den Tag mit Smooth Jazz, die Bassgitarre ist Rhythmisch und mit der Unterstützung von Instrumenten wie Saxophon und Klavier hat die Musik einen guten groove.

amazon.de
Trovesi
Stammgast
#24067 erstellt: 31. Jan 2026, 16:23
Meine erste neu gekaufte CD in diesem Jahr:

D'Rivera, Paquito & Madrid-New York Connection Band - La Fleur de Cayenne (Paquito Records, SSC 4563)

Ich hatte ihn aus den Ohren verloren. Um so mehr freue ich mich über diese Scheibe mit ganz feinem kubanischen Jazz.
Trovesi
Stammgast
#24068 erstellt: 31. Jan 2026, 17:18
Noch etwas britischer Jazz:

Kidd, Carol & Clark, Nigel - AKD 377 (Linn AKD 377)

Viele bekannte Standards. Nur Stimme und akustische Gitarre. --- Sehr schön. Und die Leute bei Linn haben das auch gut hörbar gemacht. Es ist eine SACD. Leider kann ich ja nur den CD-Layer hören. Aber der ist schon gut.
Highente
Inventar
#24069 erstellt: 01. Feb 2026, 14:21
amazon.de

Roy Hargrove Quintet - Earfood und das kann man wörtlich nehmen. Ein klasse Album das einem mit den Füßen mitwippen lässt.
Trovesi
Stammgast
#24070 erstellt: 01. Feb 2026, 14:35
Ich habe jetzt auch einmal Nighthawks eingeschoben:

Nighthawks - Citizen Wayne (Call it anything, CIA 4004 2)

Das ist mir auf Dauer etwas zu "modern". Einfach zu viel Elektronik.
Trovesi
Stammgast
#24071 erstellt: 01. Feb 2026, 15:52
Jetzt der Kontrast:

Helbock, David & Hofer, Julia - Faces of Night (ACT 8034-2)

Klavier, Baßgitarre, manchmal Cello und Flügelhorn. --- Mehr braucht's nicht, um mich glücklich zu machen! Was die Fr. Hofer an der fretless Baßgitarre macht, läßt mich neidisch werden. --- Klasse!


[Beitrag von Trovesi am 01. Feb 2026, 15:57 bearbeitet]
Highente
Inventar
#24072 erstellt: 01. Feb 2026, 15:55
amazon.de

Einfach grandios was die drei Gitarrenvirtuosen hier auf die Bühne zaubern.
Trovesi
Stammgast
#24073 erstellt: 01. Feb 2026, 16:27
Die ist aber auch gut!

Bei mir läuft jetzt:

Holland, Dave & Quintet - Jumpin' in (ECM 817 437-2)

Holland am Baß, deJohnette am Schlagzeug: Schön!
arnaoutchot
Moderator
#24074 erstellt: 01. Feb 2026, 16:31

Trovesi (Beitrag #24073) schrieb:
Holland, Dave & Quintet - Jumpin' in (ECM 817 437-2)

Holland am Baß, deJohnette am Schlagzeug: Schön!


Das wäre mir neu ! Auf meiner Jumpin' in ist Steve Ellington an den Drums, aber vllt hast Du eine andere ...
#Gourmet
Ist häufiger hier
#24075 erstellt: 01. Feb 2026, 17:32
jpc.de

Eine der seltenen Monos von Blue Note: Lee Morgan Candy

Mir gefällt der Vinyl-Rip besser als die abgebildete XRCD, die aber klanglich auch nicht schlecht ist.
op111
Moderator
#24076 erstellt: 01. Feb 2026, 18:06

arnaoutchot (Beitrag #24074) schrieb:

Trovesi (Beitrag #24073) schrieb:
Holland, Dave & Quintet - Jumpin' in (ECM 817 437-2)
Holland am Baß, deJohnette am Schlagzeug: Schön!

Das wäre mir neu ! Auf meiner Jumpin' in ist Steve Ellington an den Drums, aber vllt hast Du eine andere ... :.


Hallo zusammen,
Hollands Website sagt auch Steve Ellington.
daveholland.com jumpin-in

Franz


[Beitrag von op111 am 01. Feb 2026, 18:06 bearbeitet]
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