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Was hört Ihr gerade jetzt ? (JAZZ)

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Beitrag
dietmar_
Inventar
#19618 erstellt: 13. Apr 2020, 16:39

wilder-Denker (Beitrag #19615) schrieb:

dietmar_ (Beitrag #19614) schrieb:

Der Vorgänger hat auch dieses Format? Praktisch (im Regal) ist das leider nicht. Ich werde es entweder zu den LPs oder zu den großen Boxen stellen?


... ja, ist auch 20x20 cm und nummerierter Siebdruck. Da ich dies durchaus als nette Erweiterung der hörbaren Kunst betrachte, habe ich die CD in eine Leerhülle verfrachtet und der Siebdruck selbst ziert, gerahmt, meine Wand ... freue mich, demnächst einen zweiten, im gleichen Rahmen, dazugesellen zu dürfen

// Gruß

Keine schlechte Idee!


Mr._Lovegrove (Beitrag #19617) schrieb:
Wenn hie und da mal ein Künstler gebasht wird (wir alle kennen die üblichen Verdächtigen), dann ist das oft fast schon ein Running Gag
...
Now back to topic please!

Darauf stoße ich doch mal mit Keith Jarrett an

Meine Einstellung zu den Sachen die nicht das Klavierspiel betreffen, sind hier bekannt, denke ich. Eines seiner Alben, die ich fast uneingeschränkt offen hören kann:

deer head inn

Keith Jarrett / Gary Peacock / Paul Motian ‎– At The Deer Head Inn
1994, ECM

Davor mein Besuch im Nola Penthouse:

Toshiko Mariano Quartet
Richard Williams - New Horn In Town
Don Ellis - Out Of Nowhere


Alles zwischen September 1960 und April 1961 bei Nat Hentoff aufgenommen.
arnaoutchot
Moderator
#19619 erstellt: 13. Apr 2020, 17:41
Hier das mal wieder unter dem Laser ...


Duke Ellington - Masterpieces by Ellington - Columbia/Analogue Productions SACD Mono 1950/2014. Eine wichtige Platte, eine der ersten "Langspielplatten", auf denen Ellington erstmals seine Kompositionen in voller Länge abbilden konnte. Mood Indigo läuft dann fast eine Viertelstunde und wird zur kleinen Jazz-Symphonie. Klanglich hat die APO-Aufarbeitung eine enorme Präsenz, die die Mono-Aufnahme völlig vergessen lässt. Für jeden an der Jazz-Geschichte Interessierten ein Must Hear !

jpc.de
klutzkopp
Stammgast
#19620 erstellt: 13. Apr 2020, 19:28
Chet

jpc.de
flexiJazzfan
Stammgast
#19621 erstellt: 14. Apr 2020, 11:24
Julia Hülsmann Quartett  \

Bei schönstem Sonnenschein heute doch eher zurückhaltende Musik: „Not Far From Here“ Julia Hülsmann Quartett, ECM, 2019.

Zu dem bewährten Trio ist Tenorsaxophonist Uli Kempendorff gestoßen, der auch in den meisten Stücken dieser CD die „Hauptrolle“ spielt. Nach mehreren ECM Alben hat Julia Hülsmann ja den Ratschlag von Eicher, „weniger Noten“ zu spielen, schon praktisch verinnerlicht. Kempendorff folgt dem melodiösen Duktus der meisten Kompositionen (nicht nur von J.Hülsmann). Routiniertes Auf- und Abgedudel wird gebremst in Harmonien übergeleitet und statt spitzer überblasener „Schreiattacken“ gibt es eher ein „Aufstöhnen“ wo mal etwas Dynamik gefordert wird. Julia Hülsmann hält oft den Rhythmus mit sonoren Akkorden, während das Schlagzeug eher zurückhaltend mit den Becken agiert. Eine CD, die man ohne Langweile öfter hören kann.

Gruß
Rainer
klutzkopp
Stammgast
#19622 erstellt: 14. Apr 2020, 18:58
Habe mich am vergangenen Karfreitag, nicht zuletzt auf Anregung von hier, durch sämtliche Alben des Tingvall- und Brandqvist-Trios gehört.

Mein persönliches Fazit: Muss man nicht alles haben, erst recht nicht wenn man schon diverse E.S.T.-Alben hat.

Diese hier

jpc.de

hat mir zunächst am besten gefallen und läuft jetzt. Sehr nett, sehr schön.


[Beitrag von klutzkopp am 14. Apr 2020, 19:52 bearbeitet]
wilder-Denker
Stammgast
#19623 erstellt: 14. Apr 2020, 20:23
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Samuel Blaser & Marc Ducret - Audio Rebel

Samuel Blaser (trombone)
Marc Ducret (guitar)

... ein sowohl kurzweiliges, als auch kurzes Vergnügen, wenn man Lust auf etwas "abseits" des Mainstreams und vor allem (mal wieder) Posaune verspüren sollte. Als "Name your Prize" auf bandcamp veröffentlicht erinnert mich es daran, dass ich von / über die beiden Protagonisten noch einiges hier posten könnte .. verdient haben die das, Material hätte ich auch

arnaoutchot
Moderator
#19624 erstellt: 14. Apr 2020, 20:46

klutzkopp (Beitrag #19622) schrieb:
Brandqvist-Trio ... diese hier hat mir am besten gefallen ...


Werde ich mir anhören, weil Du einen Kommentar abgegeben hast ! Ohne diesen würde ich das wahrscheinlich nicht tun ... (Insider ...)


@Joerg: Der Blaser spielt Posaune , und von dem Cover wird mir schwindlig ... 🤪


Hier aber eine kleine überraschende Wiederentdeckung in meinem Jazzkeller: ROOTS - Salutes the Saxophone - In & Out 1992. Das sagenhafte Line-Up Arthur Blythe (as), Nathan Davis (ts, ss), Chico Freeman (ts, ss), Sam Rivers (ts), Don Pullen (p), Santi Debriano (b), Tommy Campbell (dr) aufgenommen bei den Jazztagen in Leverkusen 1991 mit einem auf den ersten Blick eher konventionell wirkenden Programm räumt hier voll ab ! Bin begeistert, die Platte hatte ich völlig vergessen. Und wer glaubt, ausser den Saxophonisten höre man hier ohnehin niemanden, der soll mal ins erste Stück Cottontail reinhören, da fegt Pullen die Hornisten aber so was von weg ...

IMG_0897D
wilder-Denker
Stammgast
#19625 erstellt: 14. Apr 2020, 21:28

arnaoutchot (Beitrag #19624) schrieb:
... und von dem Cover wird mir schwindlig ... 🤪

... ein recht ähnliches Werk habe ich hier 80x80cm auf Hartfaser, mittig befestigt und drehbar an der Wand .. wenn man es dann dreht und mit den Augen fixiert, dann geht die Post erst richtig ab .. Meister, was ist ZEN


arnaoutchot (Beitrag #19624) schrieb:
ROOTS - Salutes the Saxophone

... sehr schön, ist auch bei mir "vergraben" und sollte ich wohl auch mal wieder zu Tage befördern.

----------

Zu meinem Vorpost ergänzend, mal eine "Ducret" zum anknüpfen:

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Tower Bridge

Kasper Tranberg, trumpet
Dominique Pifarély, violin
Tim Berne, alto saxophone
Matthias Mahler, trombone
Fidel Fourneyron, trombone
Alexis Persigan, trombone
Frédéric Gastard, bass saxophone
Antonin Rayon, piano
Sylvain Lemêtre, percussion
Tom Rainey, drums
Peter Bruun, drums
Marc Ducret, electric guitar

... grosses Aufgebot mit teilweise recht bekannten Namen. Musikalische Nuancen, die einem weit ausholen lassen könnten .. hier ist einiges an Anleihen vereint, welche man zitieren oder verweisen könnte. Letztendlich, zumindest auf das Schaffen von Ducret (zum Zeitraum der Aufnahme, 2012) eine Art Resumee auf vorausgegangene Werke wie Towers 1 - 4, die aber vielleicht hier - so wie diese auch - nicht auf genügend Gegenliebe stossen dürften. In der Gesamtheit, dem ausschliesslich Swing und Bop liebenden Freund des Genres, möglicherweise zu "wirr" .. es braucht etwas "Atem", dann bietet das Gesamtwerk allerdings beinahe "sinfonische" Qualität (und entsprechende Entfaltung).

Dem Interessierten sei die Recherche ans Herz gelegt und geneigte (neue) Freunde der Bitches Brew könnten hier zumindest im Anspiel-Tipp frisches Futter finden .. falls nicht, JA, auch dann ist alles gut




[Beitrag von wilder-Denker am 14. Apr 2020, 22:08 bearbeitet]
Mr._Lovegrove
Inventar
#19626 erstellt: 15. Apr 2020, 08:08
Ich krame denn auch mal (wenn auch eher virtuell auf der Festplatte) was hervor, was dort lange geschlafen hat und dies nach diesem Hördurchgang auch wieder tun wird:

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Rusconi Trio
One Up Down Left Right , 2008

Im Zuge des Revivals des Pianotrios durch den Erfolg des E.S.T. sicherte sich Sony Music 2008 nach zwei Indie- Veröffentlichungen dieses schweizer Trio, um auf den Zug dieses Erfolges aufzuspringen. Und so spielt das Trio um den schweizer Pianisten Stefan Rusconi zeitgeistige und äußerst leichte Triokost, die niemals in die Tiefe geht, die ich als Jazzfan einverlange. Die forscheren Stücke werden in eine Art Popsound verpackt, die Balladen verlieren sich in einem inhaltlichen Vakuum, das einfach nur melancholisch um der Melancholie Willen klingt. Das tut niemals weh und ist als Hintergrundbeschallung beim Sonntagsbrunch sehr passend. Nicht das die drei Jungs nichts könnten, sie zeigen es nur nicht.
Ich habe die Vorgänger ehrlicherweise nicht gehört und das Trio danach auch nicht mehr verfolgt. Ich kann also nicht beurteilen, ob die drei hier wirklich angepasste Musik aufgenommen haben oder es einfach deren Style war.
Ich weiß aber noch um die DIskussionen innerhalb der Jazzszene um die Jungs. Ist es noch Jazz? Ist es genial? Ist es mehr Schein als Sein?
Nach nurmehr 12 Jahren ist die Scheibe für mich sehr schlecht gealtert, da sie punktgenau und fast schon klonhaft auf einem Trend mitgeschwommen ist, der schon lange wieder vorbei ist. Ein Trio ELF kann ich immer noch hören, weil die drei Jungs die damals angesagte Vermischung von Jazz und Popstyles mit genau dem richtigen Spritzer Ironie angereichert haben. Das ist beim Rusconitrio leider nicht der Fall. Das kann weg....
dietmar_
Inventar
#19627 erstellt: 15. Apr 2020, 13:04

Mr._Lovegrove (Beitrag #19626) schrieb:
Ich krame denn auch mal (wenn auch eher virtuell auf der Festplatte) was hervor, was dort lange geschlafen hat und dies nach diesem Hördurchgang auch wieder tun wird:

Rusconi Trio
One Up Down Left Right , 2008

Im Zuge des Revivals des Pianotrios durch den Erfolg des E.S.T. sicherte sich Sony Music 2008 nach zwei Indie- Veröffentlichungen dieses schweizer Trio, um auf den Zug dieses Erfolges aufzuspringen. Und so spielt das Trio um den schweizer Pianisten Stefan Rusconi zeitgeistige und äußerst leichte Triokost, die niemals in die Tiefe geht, die ich als Jazzfan einverlange. Die forscheren Stücke werden in eine Art Popsound verpackt, die Balladen verlieren sich in einem inhaltlichen Vakuum, das einfach nur melancholisch um der Melancholie Willen klingt. Das tut niemals weh und ist als Hintergrundbeschallung beim Sonntagsbrunch sehr passend. Nicht das die drei Jungs nichts könnten, sie zeigen es nur nicht.
Ich habe die Vorgänger ehrlicherweise nicht gehört und das Trio danach auch nicht mehr verfolgt. Ich kann also nicht beurteilen, ob die drei hier wirklich angepasste Musik aufgenommen haben oder es einfach deren Style war.
Ich weiß aber noch um die DIskussionen innerhalb der Jazzszene um die Jungs. Ist es noch Jazz? Ist es genial? Ist es mehr Schein als Sein?
Nach nurmehr 12 Jahren ist die Scheibe für mich sehr schlecht gealtert, da sie punktgenau und fast schon klonhaft auf einem Trend mitgeschwommen ist, der schon lange wieder vorbei ist. Ein Trio ELF kann ich immer noch hören, weil die drei Jungs die damals angesagte Vermischung von Jazz und Popstyles mit genau dem richtigen Spritzer Ironie angereichert haben. Das ist beim Rusconitrio leider nicht der Fall. Das kann weg....

Ich finde, der Albumtitel sagt schon alles, nur keinen vor den Kopf stoßen, ähnlich dem politischen Motto eines Sebatian Kurz.
Klar, man könnte sagen, offen zu sein in alle Richtungen ist positiv, doch möchte man als Jazzhörer doch die „Richtung“ des Musikers erspüren.


edit:
Und nein, ich finde meine Aussage nicht im Widerspruch zu meiner Signatur.


[Beitrag von dietmar_ am 15. Apr 2020, 13:07 bearbeitet]
Don_Tomaso
Inventar
#19628 erstellt: 15. Apr 2020, 14:59

dietmar_ (Beitrag #19627) schrieb:
...

edit:
Und nein, ich finde meine Aussage nicht im Widerspruch zu meiner Signatur.

Welche ich übrigens eher Gottfried Benn zugeschrieben hätte. Da muss ich wohl umdenken.
Fischers_Fritze
Inventar
#19629 erstellt: 15. Apr 2020, 18:30
jpc.de

Sonny Rollins - Way Out West

Obwohl mir ja Piano-Trios eher liegen, gefällt mir diese Scheibe von Rollins wirklich sehr gut. Wenn ich das richtig gelesen habe, dann handelt es sich um eine Aufnahme aus der Frühzeit des Stereo-Recordings. Läuft hier bei mir als Spotify-Stream und beruht auf dem 2017er Reissue. Meiner Meinung nach eine klanglich sehr gelungene Ausgabe.

Anscheinend kann ich mich inzwischen besser mit den Blasinstrumenten anfreunden.

klutzkopp
Stammgast
#19630 erstellt: 15. Apr 2020, 18:52
Ich höre den Kerl und diese Musik einfach gerne:

jpc.de
HansFehr
Inventar
#19631 erstellt: 15. Apr 2020, 21:50

klutzkopp (Beitrag #19630) schrieb:
den Kerl

Kerl. Was für ein Jargon für so einen großartigen Musiker.

Den Cannonball Adderley.


[Beitrag von HansFehr am 15. Apr 2020, 21:53 bearbeitet]
klutzkopp
Stammgast
#19632 erstellt: 15. Apr 2020, 21:52
War überhaupt nicht abwertend gemeint. Im übrigen pflege ich mich hier nach meinem Gusto auszudrücken und nicht nach dem anderer.


[Beitrag von klutzkopp am 15. Apr 2020, 21:54 bearbeitet]
crim63
Inventar
#19633 erstellt: 15. Apr 2020, 21:53
Hallo !


arnaoutchot (Beitrag #19624) schrieb:
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eine kurze Frage o.T. wenn erlaubt, was sind das für coole Teile neben und unter der CD ?
Bleistifte mit Noten und aufgesetzten Saxophon, wenn ja wo gibt es das?......bestimmt wieder auf der anderen hälfte des Globus.

Gruß Maik
dietmar_
Inventar
#19634 erstellt: 15. Apr 2020, 21:57

Don_Tomaso (Beitrag #19628) schrieb:

dietmar_ (Beitrag #19627) schrieb:
...

edit:
Und nein, ich finde meine Aussage nicht im Widerspruch zu meiner Signatur.

Welche ich übrigens eher Gottfried Benn zugeschrieben hätte. Da muss ich wohl umdenken. ;)

Benn hatte auch seine markanten Sätze, aber der hier ist aus dem Französischen von Picabia.
arnaoutchot
Moderator
#19635 erstellt: 15. Apr 2020, 21:58

crim63 (Beitrag #19633) schrieb:
Bleistifte mit Noten und aufgesetzten Saxophon, wenn ja wo gibt es das?


Genau, Bleistifte. Gibt es im hiesigen Buchhandel, muss fragen, ob regulär oder ob das ein Special war. Ich schenke Dir gerne bei nächster Gelegenheit einen ...
dietmar_
Inventar
#19636 erstellt: 16. Apr 2020, 10:17
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Lee Konitz(1927-2020)

„ the cause was pneumonia, related to COVID-19“ (WBGO)

2016 konnte ich ihn noch live erleben in guter Form.
*traurig*

R.I.P.


[Beitrag von dietmar_ am 16. Apr 2020, 10:24 bearbeitet]
klutzkopp
Stammgast
#19637 erstellt: 16. Apr 2020, 19:52
Nach viel Klassik jetzt noch en bissken wat anderes:

jpc.de

Schönes Album mit Herrn Mehldau an den Tasten.
wilder-Denker
Stammgast
#19638 erstellt: 16. Apr 2020, 20:37

dietmar_ (Beitrag #19636) schrieb:

Lee Konitz(1927-2020)
...
R.I.P.


... wenn auch früher öfter von mir gehört als die letzten Jahre, so gedenke ich gerne und andächtig mit (m)einem Klassiker:

alone-together-tone-poet-audiophile-edition
Alone Together

Lee Konitz - Saxophone
Brad Mehldau - Piano
Charlie Haden - Bass

... eine der "Platten", die wohl in jeder gut sortierten Jazz-Sammlung anzutreffen ist / sein sollte, somit ohne weiteren Worte ausser 93 muß man erst mal werden (auch ohne an den Folgen einer Pandemie versterben zu müssen).

klutzkopp
Stammgast
#19639 erstellt: 16. Apr 2020, 21:00
Muss zu meiner Schande gestehen dass ich die noch nicht kenne. Wird sich ändern...
wilder-Denker
Stammgast
#19640 erstellt: 16. Apr 2020, 21:14
@klutzkopp:

Konitz selbst war zu Zeiten der Veröffentlichung der "Alone Together" bereits 70, Mehldau Mitte 20 und Haden knappe 60 .. somit kein Früh-Klassiker von Konitz selbst, dennoch die drei interpretieren hier "Standards" in sehr intimer Stimmung / Atmosphäre, wodurch sie m.E. durchaus einen Platz in der Sammlung verdient haben .. Musik zum Relaxen und "in sich gehen".


// Gruß
arnaoutchot
Moderator
#19641 erstellt: 16. Apr 2020, 21:17
Ich muss zugeben, dass ich viel zu wenig von Konitz kenne und wenn ich ihn gehört habe, mich sein eher nasaler Altsaxophonton oft nicht unbedingt mitgerissen hat. Wo aber alles passte, das war hier: Kenny Wheeler - Angel Song - ECM 1997. Eine Sternstunde ! Musiker siehe Cover. RIP ! Vielleicht spielen Wheeler und er jetzt wieder im Himmel zusammen ...

jpc.de
klutzkopp
Stammgast
#19642 erstellt: 16. Apr 2020, 21:18
@wilder-Denker

Danke für die Info. Könnte genau das Richtige für mich sein


[Beitrag von klutzkopp am 16. Apr 2020, 21:19 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#19643 erstellt: 16. Apr 2020, 21:38
Für mich selbst habe ich etwas recherchiert und stiess auf diese Trio-Aufnahme Lee Konitz - Motion - Verve 1961 mit Elvin Jones (dr) und Sonny Dallas (b). Diese Platte wurde auch in die Wire-Liste "100 Records that set the world on fire ... while no one was listening" aufgenommen. Das zeigt Konitz denke ich ziemlich auf dem Höhepunkt seiner künstlerischen Entwicklung und durch die Trio-Konstellation sehr exponiert. Gefällt mir gut.

@Joerg: Die Alone Together soll dadurch natürlich nicht geschmälert werden, ganz grossartig. Ich wollte nur etwas früheres finden.

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[Beitrag von arnaoutchot am 16. Apr 2020, 21:46 bearbeitet]
wilder-Denker
Stammgast
#19644 erstellt: 16. Apr 2020, 22:01

arnaoutchot (Beitrag #19641) schrieb:
... und wenn ich ihn gehört habe, mich sein eher nasaler Altsaxophonton oft nicht unbedingt mitgerissen hat. Wo aber alles passte, das war hier: Kenny Wheeler - Angel Song

... das kann ich sehr gut nachvollziehen, vor allem für unsereins, die auch mal dem wilden, freieren Jazz zugetan sind .. da gibt es durchaus andere Spielweisen eines Alt-Sax

Die Wheeler habe ich zwar schonmal gehört, aber zu lange her und meine Erinnerung versagt .. werde ich bei Gelegenheit nachholen.


arnaoutchot (Beitrag #19643) schrieb:
Lee Konitz - Motion - Verve 1961 mit Elvin Jones (dr) und Sonny Dallas (b). Diese Platte wurde auch in die Wire-Liste "100 Records that set the world on fire ... while no one was listening" aufgenommen.


... die ist auch hier in recht guter Erinnerung und gerade auf meinen Ohren, durchaus "lebendiger" als die "Alone Together". Beide drücken ihrem jeweiligen Titel, den entsprechenden Nachdruck aus. Wer gerne etwas mehr Swing bevorzugt, der wird hier gut bedient




[Beitrag von wilder-Denker am 16. Apr 2020, 22:05 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#19645 erstellt: 16. Apr 2020, 22:23
Wenn ich mich mal verbissen habe und dabei bin, mein Bild von Konitz zu revidieren, dann steige ich noch ein paar Jahre weiter hinunter: Lee Konitz with Warne Marsh - Atlantic mono 1955. Traumbesetzung Konitz (as), Marsh (ts), Billy Bauer (g), Oscar Pettiford (b), Sal Mosca (p), Kenny Clarke (dr) Zusammen mit den Mulligan-Baker-Platten aus der gleichen Zeit sind es die Grundsteine des Cool Jazz. Anspieltipp Donna Lee von Parker, das sie eher hintergründig aus dem heissen Bop an die coole Westküste verfrachten. Tolle Musik, mit der ich mich bislang viel zu wenig beschäftigt habe. Klanglich trotz mono einwandfrei.

Die Motion oben fand ich übrigens absolut überragend und mein Vorurteil des nasalen Saxophontons keinesfalls bestätigt ! Joerg, solange ich solche Sachen (wieder-)entdecken kann, wirst Du verstehen, dass ich den aktuellsten Entwicklungen des Jazz oftmals hinterherhinke.

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wilder-Denker
Stammgast
#19646 erstellt: 16. Apr 2020, 22:57

arnaoutchot (Beitrag #19645) schrieb:
Joerg, solange ich solche Sachen (wieder-)entdecken kann, wirst Du verstehen, dass ich den aktuellsten Entwicklungen des Jazz oftmals hinterherhinke.


... und sowas von WIE ich das verstehe, das macht dich und deine Kenntnis hier aus .. Jazz ist alles andere als eine Einbahnstraße, es ist eine Musikrichtung die lebt und schon länger am Leben ist

Hier, nach Konitz, jetzt für mich Anknüpfung zu etwas "aktuellerem" .. meine Art es JETZT wissen zu wollen

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Jeb Bishop / Tim Daisy

Jeb Bishop - Trombone and Electronics
Tim Daisy - Drums and percussion

... persönlich kommt mir der Sprung von Konitz zu diesem Zwiegespräch (recorded live @WNUR-FM / Illinois) eher fliessend vor, aber das ist sicherlich speziell meinen Vorlieben geschuldet. Ich mag Kontraste, die Performance, hier jetzt auch das Interview .. von meiner persönlichen Empfindung ähnelt das einer "Lockerungsübung".

Auch meine Beiträge sind Momentaufnahmen, nichts ist besser oder schlechter, alles ist Jazz, beinahe nach Kerouac .. lasst uns treiben, wo auch immer .. das Interesse / die Freude daran zählt und sollte gelebt werden!


dietmar_
Inventar
#19647 erstellt: 17. Apr 2020, 07:40
Für mich persönlich ist die Musik des frühen Konitz wichtiger. Doch da gibt es so viele Momente, die man nennen könnte, angefangen als „Tristano-Jünger“.
Gestern liefen hier Lee Konitz Meets Mulligan und Lee Konitz Plays beide 1953 aufgenommen.

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edit:
Die 3-CD-Version von Motion (Cover siehe bei arnaoutchot) habe ich gestern nicht mehr geschafft, liegt hier auf dem Tisch.


[Beitrag von dietmar_ am 17. Apr 2020, 07:44 bearbeitet]
Mr._Lovegrove
Inventar
#19648 erstellt: 17. Apr 2020, 15:47
Ich bin gestern nicht bei Konitz hängen geblieben, obwohl ich eine "Konitz meets Mulligan" extrem gerne höre. Gerade an warmen und sonnigen Tagen eine ideale Platte.
Mich zog es nach einem wiederholten Anschauen des Interviews zwischen Andre Previn und Oscar Peterson aus dem Jahre 1974 (für BBC Four) zu letzterem. Nach ein paar Stücken aus "Exclusively for my Friends" kam ich dann aber zu folgender Compilation:
4011222225412
Lionel Hampton
Jazz Ballads

Auch wenn das eine CD aus einer Billigserie ist, so ist es doch keine wahllose Compilation, sondern diese Doppel CD vereint in der Tat 15 Stücke aus den Gesamtaufnahmen der "Lionel Hampton Quartets and Quintets with Oscar Peterson on Verve". Der günstige Sampler vom Label Documents legt den Fokus dabei auf die langsamen Stücke, und es gibt wohl nur sehr wenige Aufnahmen von Balladenstandards, die so herausragend sind wie diese hier. Hampton und Petersen sind beides gestalterische Asse, die aus diesen tausendfach aufgenommenen Stücken Highlights des Mainstreamjazz werden lassen. Hamptons perlenkettenartige Linien sind so sophisticated wie groovy. Und Peterson zeigt schon in jungen Jahren (Ende 20, Anfang 30 war er), welch einmaliges Talent er war. Auch wenn Hamptons Vibes viel lauter sind, als die anderen Instrumente, so hört man sehr genau, wie gewandt Peterson Blues und Swing vermischt, welch harmonisches Genie er hier schon ist. Fantastisch


[Beitrag von Mr._Lovegrove am 17. Apr 2020, 18:16 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#19649 erstellt: 19. Apr 2020, 19:03
Ich springe schon den ganzen Nachmittag etwas hin und her in Pat Metheny Group - The Broadcast Collection. Eine Zusammenstellung von Live-Aufnahmen der PMG vor kleinem Publikum aus den Jahren 1976-78 und dann nochmals 1987. Inhaltlich ist es die PMG der ECM-Zeit, die ich ja bekanntlich sehr schätze. Die unautorisierten Aufnahmen aus den 1970ern sind klanglich hörbar, besonders 1977, 1987 ist Bootleg-Niveau. Schön sind die erfrischenden Live-Versionen von San Lorenzo, Phase Dance und Watercolors. Gibt es wohl bei allen Streaming-Diensten.

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Fischers_Fritze
Inventar
#19650 erstellt: 19. Apr 2020, 20:51


Auftritt Im April 2020 vom Lisa Wulff Trio in der Elbphilharmonie Hamburg unter der Rubrik #Elphi At Home - natürlich ohne Publikum.

Ich weiß nicht, wie lange das Video online bleibt.

Ich finde es ganz hörens- und sehenswert.


[Beitrag von Fischers_Fritze am 19. Apr 2020, 20:51 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#19651 erstellt: 19. Apr 2020, 21:10
Hier mal wieder ein Eckstein der Jazz-Geschichte für jeden Interessierten: Jelly Roll Morton - The Library of Congress Recordings - Affinity 3CD 1938/1991. Ich habe leider nur die primäre Musikkompilation dieser in ihrer Komplettheit rd. 8 Stunden umfassenden Dokumentation Jelly Rolls, die Komplettausgabe erschien erst später 2005 (in der schönen Klavier-Box, wer die zufällig schon mal gesehen hat).

Um es kurz zusammenzufassen: 1938 rückte der bis dahin vergessene und nur noch als Barpianist in einem Club in Washington DC tätige Morton wieder ins Licht, als Alan Lomax ihn interviewte und Morton mit vielen Musikbeispielen seine Sicht der Entstehung des Jazz darstellte. Morton ist wie ein lebendes Lexikon, Lomax muss nur kurze Stichworte liefern, und Morton antwortet mit pianistisch ausgefeilten Musikbeispielen und den passenden Geschichten. Er ist sogar in der Lage, die Stilistik von anderen Musikern der Frühzeit des Jazz wie zB Buddy Bolden (der zeitbedingt nie etwas aufgenommen hat) zu demonstrieren oder die Originalmusik eines Begräbnisses in New Orleans um die Jahrhundertwende zu umreissen. Auch in der gekürzten 3CD-Version hochinteressant. Klanglich ist es zwar historisch (es wurde mit einem Acetat-Tonbandgerät aufgenommen), aber für jeden an der Entstehung des Jazz Interessierten nahezu Pflicht.

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HansFehr
Inventar
#19652 erstellt: 20. Apr 2020, 17:27
Meine erste Solo-LP von Shorter. Von Blue Note 1974 veröffentlicht und sofort gekauft. Lyrisch. Die Aufnahme war in der Zeit von Bitches Brew. Auch hier taucht der Begriff Feio auf. "Hässlich" übersetzt, wenn ich mich nicht irre. Das "Moto" habe ich nie verstanden. "Mato" wäre mir klarer gewesen. Ich konnte es leider kurz danach in Zürich nicht in Erfahrung bringen.

Die Besetzung ist großartig.

Wayne Shorter - Moto Grosso Feio

utaschultz
Schaut ab und zu mal vorbei
#19653 erstellt: 20. Apr 2020, 19:27
Im Moment alles mögliche, hab mir Shuffle angemacht. So entdecke ich öfters coole neue Lieder.
arnaoutchot
Moderator
#19654 erstellt: 20. Apr 2020, 21:23
Shuffle ... Sehr informativ ...

Hier verschiedene unterhaltsame Musiken:

Bandes Originales du Journal de Spirou - diverse artists - Nato France 2CD 1989. Musiker vor allem aus dem europäischen Free Jazz (siehe Cover), die eine Comic-Serie vertonen. Mit dabei John Zorn, an dessen wilde Naked-City-Collagen das auch am ehesten erinnert. Ich finde es schon immer hochamüsant !

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Dann weiter zu einem überraschend umfassenden und tiefgehenden Sampler des italienischen Jazz-Magazins Musica Jazz über das deutsche Free-Jazz-Label FMP. Es geht los mit Responsible des Brötzmann Machine Gun Octets über Auf der Elbe schwimmt ein rosa Krokodil von Synopsis bis zu den Schraubenzieherattacken eines Joe Sachse auf eine Elektrogitarre auf Lover Man (und vieles andere). Kein must have, aber ein guter Überblick.

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Dann musste aber noch was Echtes von FMP her. Ein Klassiker. Brötzmann - van Hove - Bennink plus Albert Mangelsdorff - Live in Berlin '71 - FMP 2CD 1991. Natürlich ist es über Strecken brachialer Free Jazz, aber welche Ideen bringen alle Musiker mit und was für faszinierende Momente ergeben sich aus den Dialogen! Mir tut Mangelsdorff teilweise fast leid, wenn er in die Sperrfeuer der anderen drei gerät, und das ist nicht nur Brötzmann, sondern van Hove und vor allem Bennik weben so dichte Strukturen, dass seine sicherlich im Gruppenklang laute Posaune kaum durchkommt. Für FMP-Verhältnisse eine klanglich hervorragende Aufnahme !

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dietmar_
Inventar
#19655 erstellt: 20. Apr 2020, 21:30

HansFehr (Beitrag #19652) schrieb:
Meine erste Solo-LP von Shorter. Von Blue Note 1974 veröffentlicht und sofort gekauft. Lyrisch. Die Aufnahme war in der Zeit von Bitches Brew. Auch hier taucht der Begriff Feio auf. "Hässlich" übersetzt, wenn ich mich nicht irre. Das "Moto" habe ich nie verstanden. "Mato" wäre mir klarer gewesen. Ich konnte es leider kurz danach in Zürich nicht in Erfahrung bringen.

Die Besetzung ist großartig.

Wayne Shorter - Moto Grosso Feio

Dachte immer an großes hässliches Motorrad.


utaschultz (Beitrag #19653) schrieb:
Im Moment alles mögliche, hab mir Shuffle angemacht. So entdecke ich öfters coole neue Lieder.

Zum mitsingen? Aber sowas von toll!
Einfach mal meine Bitte etwas Konkretes einzustellen. "Ich höre gerade Radio", ist nicht sehr zielführend.

Hier laufen gerade die ESP-Produktionen von den fast synchron von uns gegangenen Giuseppi Logan (Quartet) und Henry Grimes (The Call). Die Downloads sind übrigens aktuell auf bandcamp für "name your price" zu bekommen.

giuseppi logan quartet grimes call
Fischers_Fritze
Inventar
#19656 erstellt: 20. Apr 2020, 21:37

utaschultz (Beitrag #19653) schrieb:
Im Moment alles mögliche, hab mir Shuffle angemacht. So entdecke ich öfters coole neue Lieder.


Hallo utaschultz,

es wird hier im Thread gerne gesehen, dass man möglichst etwas zu der Platte / zu der CD schreibt, die man gerade hört, z.B. was daran besonders gut gefällt oder sonstige Infos zur Musik, zu den Musikern etc. pp.
wilder-Denker
Stammgast
#19657 erstellt: 20. Apr 2020, 22:11

arnaoutchot (Beitrag #19654) schrieb:
Brötzmann - van Hove - Bennink plus Albert Mangelsdorff - Live in Berlin '71 ... Mir tut Mangelsdorff teilweise fast leid, wenn er in die Sperrfeuer der anderen drei gerät ...


... ach Michael, einmal mehr habe ich das Gefühl, wir hätten gemeinsam viel Spaß in einem unserer Hörzimmer. Spannende Sachen hast du da ausgekramt und bei der "Live in Berlin '71" hatte ich bzgl. Mangelsdorff durchaus schon ähnliche Gedanken

----

Hier war mein Fokus in den letzten Tagen mal wieder verstärkt bei Vandermark, speziell bei seinen vielseitigen Projekten, die sich durchaus auch mal etwas "fliessender" (immer in Relation zu seinem sonstigen Schaffen) gestalten können. Im speziellen habe ich mir alles von Made To Break zu Gemüte geführt und einigen Spaß dabei gehabt.

Exemplarisch und gerade nochmal auf den Ohren:

a2924187325_10
Made To Break - F4 Fake

Ken Vandermark – reeds
Christof Kurzmann – electronics [loopp]
Jasper Stadhouders – electric bass and guitar
Tim Daisy – drums

... die letzte von immerhin 9, mir bekannten, Einspielungen des Quartets. Für mich ist die Formation an sich in der Art spannend, dass sich hier durchaus eine Mixtur von (Jam)Session - Free - (in wenigen Momenten gar) Fusion ergibt, die einerseits (dem zugewandten Freund) leichtes Durchhören ermöglicht, andererseits aber auch einen Einstieg bieten könnte (??)

Kurzmann mit electronics [loopp] benutzt eine Software am Rechner (führt zu weit, könnte aber durchaus mehr darüber erzählen), die er bis zum erweiterten "Reed" ausfährt .. Stadhouders mit E-Bass im Wechsel zur Gitarre, durchaus Fusion-mässig die Melodie treibend, dazu dann die "wahren" Freien, hier Vandermark und Daisy .. das ist schon ziemlich spannend und "kernig". Bin zufrieden, dass ich das Projekt jetzt komplett habe und weiteren spassigen Stunden entgegensehen zu können


arnaoutchot
Moderator
#19658 erstellt: 20. Apr 2020, 22:22

wilder-Denker (Beitrag #19657) schrieb:
... ach Michael, einmal mehr habe ich das Gefühl, wir hätten gemeinsam viel Spaß in einem unserer Hörzimmer.


Joerg, lass uns mal schauen, ob wir mal einen gegenseitigen Besuch in unseren Hörzimmern hinkriegen, wenn sich der Spuk etwas legt .. und danke für die Anregung zu Vandermark, da muss ich demnächst auch mal wieder nachhören. Zu viel Material von ihm steht hier, das oftmals zu schnell oder - ich bin ehrlich - gar nicht gehört im Schrank verschwand, weil schon wieder die nächste Welle an Eingängen anrollte (ich denke da an die Alchemia oder Resonance-Boxen ... )
wilder-Denker
Stammgast
#19659 erstellt: 20. Apr 2020, 22:54

arnaoutchot (Beitrag #19658) schrieb:
Zu viel Material von ihm steht hier, das oftmals zu schnell oder - ich bin ehrlich - gar nicht gehört im Schrank


... sehr gerne, Michael. Bei mir, betrifft nicht nur Vandermark, ist das ähnlich. Vieles, was sich im Besitz befindet, wurde 1x gehört und zur Seite gestellt (manches auch nur angeschafft) .. das kommt dem Gebotenen keineswegs gerecht, aber der Markt ist groß und ich bin neugierig .. wenn auch nicht auf die aktuelle Situation bezogen, aber eigentlich bräuchte man mehr "Shutdowns" um Ruhe und Zeit zu haben, sich richtig all den Schätzen widmen zu können.

So lasst uns, alle hier, den Kopf über Wasser halten:

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The Resonance Ensemble - Head Above Water

Mr._Lovegrove
Inventar
#19660 erstellt: 21. Apr 2020, 08:52
Hier ist ja richtig was los! Na dann will ich dem "Sperrfeuer" mal "friedliche" Unterhaltung entgegensetzen und den Morgen mit hochklassiger Unterhaltung beginnen:
R-2047081-1281952988.jpeg
Duke Ellington & Coleman Hawkins ‎
Duke Ellington Meets Coleman Hawkins 1962

Alto Saxophone – Johnny Hodges
Baritone Saxophone, Bass Clarinet – Harry Carney
Bass – Aaron Bell
Cornet, Violin – Ray Nance
Drums – Sam Woodyard
Piano – Duke Ellington
Tenor Saxophone – Coleman Hawkins
Trombone – Lawrence Brown

Der "Erfinder des Tenorsaxophons" trifft auf den Duke, der wiederum dem Giganten an der Kanne sogar einige neue Stücke auf den Leib schreibt. Ellington hatte ein hochkarätiges Oktett zusammengestellt (inkl. ihm selbst und Hawkins) und so trafen sich die Legenden am 18. August 1962 bei Rudy van Gelder, um an einem Tag eine absolut unterhaltsame und auch raffinierte Platte einzuspielen, die beide Protagonisten auf einem spöten Höhepunkt zeigt. Ellington lässt das Oktett teils wie eine Big Band erklingen und transferiert die klassischen Klänge dieser in eine neue Zeit. Das klingt extrem gewandt, intelligent und einfach auch charmant swingend. Und Hawkins (wie aber auch die anderen Solisten) nehmen dieses Geschenk dankbar an. Hawkins, der nur ein paar Jahre später sterben sollte, zeigt nochmal allen Hörern, wieso er seinen Spitznamen trägt. Brillant!


[Beitrag von Mr._Lovegrove am 21. Apr 2020, 17:08 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#19661 erstellt: 21. Apr 2020, 21:04

Mr._Lovegrove (Beitrag #19660) schrieb:
Hier ist ja richtig was los! Na dann will ich dem "Sperrfeuer" mal "friedliche" Unterhaltung entgegensetzen


So schön Ellington/Hawkins ist (hab ich auch), aber mir steht der Sinn aktuell mehr nach Sperrfeuer. Wobei das nachgenannte keineswegs Sperrfeuer ist, das sind wohlüberlegte Kompositionen und Improvisationen, die eben manchmal ein paar Freiheitsgrade weitergehen ...

Angeregt durch Joerg nun also zu einem der per heute für mich Cornerstones des improvisierten freieren Jazz: The Vandermark 5 - Alchemia - The Complete Recordings at Alchemia, Krakow, Poland March 15-19, 2004 - Not Two 12CD 2004. Ich bin so frei, den Aufenthalt von Vandermark in dem Club in Polen zusammen mit den vier Volumes der Free Jazz Classics aus den USA als Höhepunkt des Quintetts zu betrachten. Ken Vandermark (reeds), Dave Rempis (saxophones), Jeb Bishop (tb), Kent Kessler (b), Tim Daisy (dr) gelingt hier die Verknüpfung von Formen frühester Kollektivimprovisationen bis zurück in die 1920er Jahre mit dem aktuellen Free Jazz der 2000er. Die Kompositionen von Vandermark geben dabei äusserst vielschichtige Rahmenwerke vor, innerhalb derer sich die Musiker bewegen. In jedem Set ist ein Free Jazz Classic beinhaltet, meist Stücke von Roland Kirk, die kongenial verarbeitet werden. Klanglich ist die (vermutlich) enge und trockene Atmosphäre des Krakauer Jazzclubs realistisch abgebildet. Die Box ist inzwischen recht rar und leider teuer geworden.

IMG_0921D
https://www.discogs.com/The-Vandermark-5-Alchemia/release/2574395


[Beitrag von arnaoutchot am 21. Apr 2020, 21:08 bearbeitet]
Mr._Lovegrove
Inventar
#19662 erstellt: 22. Apr 2020, 08:46
Ich habe ja schon seit ewigen Zeiten die 3-CD Box "Three Originals" von Monty Alexander, aber ich bin bisher immer bei "Cobilimbo" hängengeblieben, weil das so schön karibisch sonnendurchflutet ist. "Estate" habe ich wegen Monty Alexanders eher gewöhnungsbedürftigem Gesang recht zügig ausgemacht, aber da gibt es ja eigentlich noch diese hier, die ich daraufhin nie wirklich gehört habe. Das hole ich jetzt nach.
R-2456007-1551626621-2037.jpeg
Monty Alexander
Love and Sunshine, 1975

Bass – Eberhard Weber
Drums – Kenny Clare
Guitar – Ernest Ranglin
Piano – Monty Alexander

Aufgenommen von MPS Chef und Gründer Hans Georg Brunner-Schwer in seinem Zuhause ist das hier ein privates Konzert von hächster Güte und Spielkultur. Das Quartett um den US-karibischen Pianisten swingt und groovt sich doch ein lockeres und heiteres Set von Fremdkompositionen und Standards und zeigt, wie locker und doch auch immer auf zug Jazzmusik klingen kann. Ernest Ranglin bringt den rechten Hauch Reggae- und Karibikfeeling mit und lässt seine Gitarre teils wie Steeldrums erklingen.
Alexanders harmonischer Zugriff ist dabei so relaxed, so erfrischend und fröhlich wie seine ebenfalls seiner Wurzeln entsprechenden Solilinien. Kenneth Clare und Eberhard Weber (als Seltenheit am akustischen Kontrabass!!!!) bilden eine famose Rhythmuseinheit, die weiß, wo Alexander und Ranglin hin wollen und sollen.
Der Klang ist wirklich sehr gut, nur das Klavier ist etwas gläsern abgenommen. Eine famose Unterhaltungsmusik eines famosen Pianistin, den ich immer mehr mag.
arnaoutchot
Moderator
#19663 erstellt: 22. Apr 2020, 09:29
Ich nehme an, den Direktschnitt von Jeton von Monty Alexander aus 1980 kennst Du ? Den kann ich sehr empfehlen, gutes Solo-Recital, aber eher wenig karibisch. Klanglich exquisit.

R-11550650-1518346831-9143.jpeg
https://www.discogs.com/Monty-Alexander-Solo/release/11550650
wilder-Denker
Stammgast
#19664 erstellt: 22. Apr 2020, 09:41

arnaoutchot (Beitrag #19661) schrieb:
... mir steht der Sinn aktuell mehr nach Sperrfeuer. Wobei das nachgenannte keineswegs Sperrfeuer ist, das sind wohlüberlegte Kompositionen und Improvisationen, die eben manchmal ein paar Freiheitsgrade weitergehen ...

The Vandermark 5 - Alchemia - The Complete Recordings at Alchemia, Krakow, Poland March 15-19, 2004


... da hast du schön formuliert und mit der kompletten Box (sogar als Hardware *top*) locker Stoff für den Rest der Woche. Ich bin leider erst zu spät auf diese Box gestossen, da waren die bei NotTwo schon alle weg .. besitze aber die Aufnahmen digital (vielleicht ein Tipp für Interessenten, in den ein oder anderen Part mal kostenfrei reinhören zu können). Das Alchemia in Krakau hat ja durchaus schon den ein oder anderen fantastischen Live-Gig erlebt .. durchaus eine Location mit "speziellem" Charme. Wer mal in Krakau ist, der sollte da auch mal hin.

So früh am Morgen höre ich selten Musik ... obwohl, Monty Alexander, mal sehen, noch 1-2 Tee, vielleicht eine Idee ...

Schönen Tag euch allen!
arnaoutchot
Moderator
#19665 erstellt: 22. Apr 2020, 10:03
Ja, ich hab sie hier liegen und plane, jeden Abend die zwei Sets eines Tages zu hören. Mal sehen wie weit ich komme, ich kenne mich, da kommt wieder was anderes und unterbricht dieses hehre Vorhaben. Nur als kleine Anmerkung: Die "Hardware"-Box musste ich jetzt leider etwas umgestalten. Die CDs waren zu je 4 Stück auf einem Karton aufgebracht und nur durch einen Schaumstoff-Knopf gehalten. Diese Halteknöpfe sind leider inzwischen alle porös geworden und meist abgerissen, d.h. die CDs flogen ziemlich wild in der Box rum. Ich habe sie nun alle in einzelne Sleeves gesteckt. Probleme, die Du digital nicht hast.

Den Alexander solo oben höre ich tatsächlich gerade, wirklich fein ! Kann man jetzt früh hören beim Kaffee, aber auch abends am Kamin bei einem Glas Wein oder Whisky. Und vom Klavierklang ist sie auf Referenzniveau !

Zu der von Michael genannten ist mir noch diese hier eingefallen, die bringt 2004 Alexander nochmals mit Ernest Ranglin zusammen. Rock Steady (Telarc SACD MCh 2004). Das ist aber - um bei den passenden Getränken zu bleiben - dann eher was für den Caipirinha oder Jamaica-Rum-Mix an der Strandbar und weniger jazzig.

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Mr._Lovegrove
Inventar
#19666 erstellt: 22. Apr 2020, 11:38
Nein, diese Soloplatte habe ich und kenne ich in der Tat auch gar nicht. Doch, vom Namen her schon, habe ich aber nicht gehört. Ich habe aber natürlich das Quartettalbum "Summerwind" , was ja auf LP auch ein Direktschnitt war. Auch die habe ich letztens erst wieder gehört. Da geht ordentlich die Post ab!

Aber das Cover zur "Rocksteady" ist was für die Schublade mit der Aufschrift "peinlich".


[Beitrag von Mr._Lovegrove am 22. Apr 2020, 11:40 bearbeitet]
dietmar_
Inventar
#19667 erstellt: 22. Apr 2020, 12:29

wilder-Denker (Beitrag #19664) schrieb:
Das Alchemia in Krakau hat ja durchaus schon den ein oder anderen fantastischen Live-Gig erlebt .. durchaus eine Location mit "speziellem" Charme. Wer mal in Krakau ist, der sollte da auch mal hin.

Ich überlegte schon gestern, ob ich 1990 im Alchemia war, ohne so recht zu wissen was das ist? Ja, Kneipe/Club mit Jazz-Livemusik am Abend - „famous“ halt - so erzählte ein ortskundiger Begleiter. Aber ich war im Rahmen einer Polen-Exkursion am Nachmittag da reingeschneit, ein Bier getrunken oder so. Aber das waren im Sommer 1990 auch noch ganz andere Zeiten in Polen (auf der Hinfahrt, Zwischenstop in Dresden, gab es noch Ostmark und Passkontrollen an der bayrischen Grenze, auf der Rückfahrt D-Mark und Durchwinken.
arnaoutchot
Moderator
#19668 erstellt: 22. Apr 2020, 15:08

Mr._Lovegrove (Beitrag #19666) schrieb:
Aber das Cover zur "Rocksteady" ist was für die Schublade mit der Aufschrift "peinlich".


Ja, das stimmt. Ich hab vorher auch in diese mal reingehört, auch die Musik ist nicht ganz frei von Peinlichkeiten, den gezogenen "Melodica-Revolver" spielt Alexander tatsächlich (neben Klavier), das ist ein eher quäkiges Instrument ... wie gesagt, als Standbar-Musik geht es schon noch durch ...

Edit: Aber speaking of komische Cover und Monty Alexander: Seit ich es hier im Forum mal gesehen habe, ist das untenstehende Cover für mich ein Rätsel. Was führt da für ein Schlauch ins Klavier ? Wasserkühlung ? Direkte Whisky-Leitung für die Musiker ?

CS614965-01A-BIG


[Beitrag von arnaoutchot am 22. Apr 2020, 15:15 bearbeitet]
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