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Was hört Ihr gerade jetzt ? (JAZZ)

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vampula
Stammgast
#20873 erstellt: 26. Sep 2021, 08:06
hier mal was neues in sachen FUSION
Trifecta - fragments 2021
OIP (2)
sowas ausgefuchstes habe ich selten gehört und klanglich Sahne.


[Beitrag von vampula am 26. Sep 2021, 08:09 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#20874 erstellt: 26. Sep 2021, 10:37

wilder-Denker (Beitrag #20871) schrieb:
... Lacy sollte man - wenn überhaupt Interesse besteht - von Anfang (spätestens 60/70er) belauschen, bspw. mit Don Cherry Evidence, oder z.B. seine "Interpretationen" von Monk, dann gaaanz langsam weiter ...


Gerne befasse ich mich mit Deiner Hilfe bei Gelegenheit mehr mit Lacy. Auch wenn ich aktuell ab und an etwas im Jazz-Fusion-Thread beitrage, soll das nicht bedeuten, dass ich der dortigen Musik eine höhere Bedeutung beimesse, schon gar nicht mehr in den 1990ern, wo wir uns gerade befinden. Kommt Zeit und Lust, kommt Lacy. Die Monk-Platte bilde ich mir ein, schon mal gehört zu haben, ist aber lang her ... ich versuche, da nochmals anzuknüpfen. Ein paar Sachen mit Mal Waldron und Roswell Rudd hab ich auch physisch in der Sammlung. Problematisch ist auch hier die schiere Menge an veröffentlichtem Material, Discogs listet rd. 150 reguläre Veröffentlichungen von Lacy auf (ohne Kompilationen etc.) ...

Hier aber gerade nochmals eine Platte, die wir dieser Tage im Fusion-Thread hatten. Us3 - Hand on the Torch - Blue Note 1993. Ich kannte tatsächlich nur das bekannte Cantaloop. Jetzt hab ich mir aus dem Laden mal die ganze Platte mitgenommen. Ich gebe zu, einiges ist gut gemacht, einige Verbindungen funktionieren auch, aber das Sprechgesang-Gebrabbel turnt mich ab ... Nicht meine Welt ...

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wilder-Denker
Stammgast
#20875 erstellt: 26. Sep 2021, 12:02

Mr._Lovegrove (Beitrag #20872) schrieb:

Dir sei verziehen!


Danke - Ich merke gerade auch durch das Lesen von Michaels Beitrag, dass meine gestrige kleine Spitze gen Fusion eventuell missverstanden werden kann. Die sollte sich absolut nicht gegen den Parallel-Thread hier richten, dessen Vorhandensein ich gut finde .. ich halte mich dort nur deshalb raus
(schaue auch nur extrem selten rein), weil ich mit 99% der Musikrichtung tatsächlich überhaupt nichts (mehr) anfangen kann .. selbst vieles, was ich früher gerne konsumiert habe, kann ich heute nicht mehr zu Ende hören .. seltsam, aber Tatsache.

Mein Blut war gestern Abend (durchs Wandern) in Wallung .. ich entschuldige mich für etwaige Unstimmigkeiten, bin ich doch eigentlich wesentlich ruhiger als meine derzeitigen musikalischen Vorlieben vermuten lassen könnten

// Gruß


[Beitrag von wilder-Denker am 26. Sep 2021, 12:04 bearbeitet]
Mr._Lovegrove
Inventar
#20876 erstellt: 01. Okt 2021, 16:09
Heute zum zweiten Mal (nach gestern) ganz gehört:
jpc.de
Mathias Eick
When we leave
ECM 2021

Mathias Eick - Trumpet, Keyboard, Vocals
Håkon Aase - Violin, Percussion
Andreas Ulvo - Piano
Audun Erlien - Bass
Torstein Lofthus - Drums
Helge Andreas Norbakken - Drums, Percussion
Stian Carstensen - Pedal Steel Guitar

Die erste Scheibe "The Door" gehört ganz sicher zu den besten ECM- Veröffentlichungen der letzten 25 Jahre und ist für mich ein vielen ganz großen Alben des Labels gleichgestellter Klassiker.
Die Nachfolger, die der norwegische Trompeter im Laufe der letzten Jahre präsentierte, konnten auch auf Grund einiger weniger passenden stilistischen Sprünge nicht durchgängig überzeugen, doch nun ist Eick mit einem wunderbaren Album zurück zu seiner Grundidee gekehrt.
Diese Stücke sind dabei teils herzergreifend schön geworden. Eick manifestiert sich mit dieser sensiblen, rauhreifigen und melancholischen Musik als Meister der Zwischentöne, als teils grübelnder, teils gar trauriger Erzähler.
Dabei lässt er gerade seinem solistischen Partner, dem Geiger Håkon Aase, enorm viel Freiraum. Doch auch gemeinsam ersinnen sie Klangräume von unendlicher Weite und auch Stille.
Und wie schon beim Erstling bildet Bassist Erlien mit seinem einmaligen Sound eine sehr prägnante Gegenstimme.
Auch klanglich bleibt sich Eick treu und auch diese Platte erklingt vollmundig, warm und eben nicht erztransparent wie viele andere ECMs.
Diese Scheibe braucht einige Anläufe, um erschlossen zu werden, aber die bekommt sie bei mir auf jeden Fall. Großartig!
flexiJazzfan
Stammgast
#20877 erstellt: 03. Okt 2021, 11:52
Da ich seit einiger Zeit durch eine Ohrenerkrankung am Musikhören gehindert werde, kann ich leider hier nichts Hörbares beitragen. Ich serviere daher OT meinen aktuellen Lesevorschlag.
Schwere Kost für wilde Denker, von Einstein bis Coltrane : „The Jazz of Physics“ von Physikprofessor und Jazzer Stephon Alexander. Er beschreibt anhand seiner eigenen Biographie, wie der kreative Umgang mit den Harmonien der (Jazz)Musik die Suche der theoretischen Physiker nach den Wirkungsprinzipien des Universums beflügelt.

jazz of physics


Quelle: Buecher.de



Viel Vergnügen
Gruß
Rainer
crim63
Inventar
#20878 erstellt: 03. Okt 2021, 19:42
Hallo !

@Rainer, Jazz in Buchform passt sicher hier her und gute Besserung dem Hörvermögen.

Ich habe heute in Erstlauschung das Debüt Album der Jan Garbarek Group aufgelegt. Ich bin mir noch nicht ganz im klaren in der
musikalischen Bewertung der Platte jedoch sicher, das mir die späteren Platten wie "It's OK To Listen To The Gray Voice" oder "Twelfe Moons"
besser gefallen. John Taylor und Eberhard Weber spielen für meinen Geschmack die beste Rolle auf der Platte. Das getröte von Herrn Garbarek,
so sehr ich Ihn schätze, war mir manchmal zu viel des Guten. Ich muß die Platte bei Gelegenheit noch mal nachhören.

JGG

Gruß Maik
Mr._Lovegrove
Inventar
#20879 erstellt: 04. Okt 2021, 04:10
Ja, die "Photo with..." ist eine in großen Teilen sehr liebliche Platte, die durchaus lange braucht. Ich habe sie zunächst ignoriert, doch irgendwann wurde sie sogar zu einer meiner Lieblingsplatten von Garbarek. In der Tat aber großenteils wegen John Taylors grandiosem Part.

Hier läuft jetzt etwas heißere Musik, live aus Shelly's Manne- Hole:
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Milt Jackson Quintet
That's The Way It Is 1969

Bass, Arranged By – Ray Brown
Drums – Dick Berk
Piano – Monty Alexander
Tenor Saxophone – Teddy Edwards
Vibraphone – Milt Jackson

Mitten in die aufgehende Sonne der Fusion haut Vibraphonist Jackson diese hart swingende Livescheibe in die Plattenregale. Das Quintett macht keine Gefangenen und groovt sich durch eine Mischung aus Traditionals, Standards und Originals als gäbes kein morgen. Sehr delikat ist dabei Monty Alexander, der ja mit seinen karibischen Wurzeln kein klasssicher Mainstreampianist ist. Er bringt u.a. mit einer federnden wie auch grollenden Linken hier ein wenig Exotisches in den Sound, lässt ihn sehr farbenfroh erscheinen. Jackson und Brown sind wie immer eine Bank, Teddy Edwards der Meister des bluesigen Saxes. Und Dick Berk peitscht alle richtig an.

@flexiJazzfan (Rainer): Das mit deinen Ohren hört sich nicht gut an. Ich wünsche dir eine gute Besserung und hoffe, dass bald alles wieder normal ist.


[Beitrag von Mr._Lovegrove am 04. Okt 2021, 04:15 bearbeitet]
Don_Tomaso
Inventar
#20880 erstellt: 04. Okt 2021, 16:39
Die “Photo with...“ war bei mir mal eine Zufallsentdeckung, ein Fund zum Download. Gefiel mir auf Anhieb und ich musste sie mir ob der harschen Kritik gleich mal auflegen. Da ich Herrn Garbareks “Getröte“ erklärtermaßen schätze, finde ich an der Scheibe nichts auszusetzen.
arnaoutchot
Moderator
#20881 erstellt: 04. Okt 2021, 17:53

crim63 (Beitrag #20878) schrieb:
Ich habe heute in Erstlauschung das Debüt Album der Jan Garbarek Group aufgelegt. Ich bin mir noch nicht ganz im klaren in der musikalischen Bewertung der Platte jedoch sicher, das mir die späteren Platten wie "It's OK To Listen To The Gray Voice" oder "Twelfe Moons" besser gefallen. John Taylor und Eberhard Weber spielen für meinen Geschmack die beste Rolle auf der Platte. Das getröte von Herrn Garbarek ...


Maik, ich kann Dir helfen: Die sind alle drei Getröte ! Ich hatte die alle mal bei Erscheinen gehört, die gezeigte Photo with war fast noch die erträglichste ... Twelve Moons erinnere ich mit Schrecken als nahezu seichte Esoterik-Mucke ... Aber ich bin schon wieder still, die Garbie-Fans sind hier in der Überzahl.

Dafür eine meiner Lieblingsplatten der Pat Metheny Group bei mir ... Travels. Muss ich nichts mehr dazu sagen. Die Doppel-CD habe ich übrig, da ich mir aus Neugier für teures Geld doch noch die SHM-SACD aus Japan kommen lasse. Wer sie will, kann gerne Bescheid sagen. Weintechnisch gibt es Saures: Dieser Bio-Chianti Le Rocche vom Haus- und Hoflieferanten Aldi für immerhin sauer verdiente €7 ist Mist ! Eine saure geschmacklose Plörre ... also Warnung ! Dabei hat er alles, was ein Chianti haben sollte (DOCG und schwarzer Hahn). Ich bin enttäuscht !!!

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crim63
Inventar
#20882 erstellt: 04. Okt 2021, 18:17
Ich hätte jetzt die passende Antwort beim Anblick Deines Bildes aber das las ich mal lieber........
Pat Metheny entschädigt zum Glück.

Gruß Maik
Don_Tomaso
Inventar
#20883 erstellt: 07. Okt 2021, 19:06
Wer Wein bei Aldi für 7 Ocken kauft und Garbareks “Twelve Moons“ als esotherisches Getröte abtut, hat von mir kein Mitleid zu erwarten.
Kauf dir mal lieber ein ordentliches Stöffchen, dann klappt auch der Rest.
arnaoutchot
Moderator
#20884 erstellt: 08. Okt 2021, 06:29
Was hat der gezeigte Wein mit Twelve Moons zu tun ? Und wo hatte ich Mitleid erhofft ... ? ich wollte nur warnen. Und wenn ich besseren/teureren Wein trinke kann ich mir Grabbareck schönsaufen ? Das habe ich ehrlich gesagt noch nicht probiert, aber bezweifle, dass es klappt.

Nachdem ich ja immer versuche, keine Urteile über lange in der Vergangenheit gehörte Platten zu fällen, habe ich mir Twelve Moons (ECM 1993) mal aktuell hergeholt. Oh weh, das ist so schrecklich, wie ich es in Erinnerung hatte. Ich hatte die mal als CD, aber es war eine der sehr wenigen ECM-Platten, die ich damals weggegeben habe. Ich bleibe bei meinem persönlichen Urteil esoterisches Getröte, lediglich am Schluss wird es ein wenig besser (Huhai, Witchi-Tai-To). Es dämmert mir, dass es da noch eine weitere gab namens Visible World (1996), die war noch schlimmer. Und um zum Wein zurückzukommen: Das kann ich mir auch mit einer Kiste des edelsten Bordeaux nicht schöntrinken.

jpc.de


[Beitrag von arnaoutchot am 08. Okt 2021, 06:53 bearbeitet]
vampula
Stammgast
#20885 erstellt: 08. Okt 2021, 08:10
da haben sich aber einige Kritiker wohl schwer geirrt
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[Beitrag von vampula am 08. Okt 2021, 08:11 bearbeitet]
buggydevil_No5
Stammgast
#20886 erstellt: 08. Okt 2021, 08:30
Moin,

ich kann mich auch sehr für Jazz und Schlagwerk/Perkussion begeistern. War auf Elixir von Marilyn Mazur/Jan Garbarek aufmerksam geworden.
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Immer wenn die Titel mit Garbarek kommen wird gescippt.
Wobei es sicher auch beim Schlagwerk von Mazur noch Potential gibt.

Nicht unbedingt eindeutig Jazz, aber bei Schlagwerk kann ich Martin Grubinger jr. nur sehr empfehlen. Leider gibt es von ihm wenig auf CD. Aber immerhin eine sehr gute DVD.
71aVECmLT3L._SY679_
Kommt aber am besten live. Auch bei yt gibt es einiges.
arnaoutchot
Moderator
#20887 erstellt: 08. Okt 2021, 09:20

vampula (Beitrag #20885) schrieb:
da haben sich aber einige Kritiker wohl schwer geirrt ;)


Wie gross muss ich es noch schreiben: MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG bzw. MEIN GESCHMACK ! Die Kritiker und User hier im Thread mögen gerne andere Meinungen haben. 1993 wirkte diese Musik möglicherweise auch noch anders als heute, ich hatte damals ja auch mal die CD gekauft.
vampula
Stammgast
#20888 erstellt: 08. Okt 2021, 09:42
alles Easy
flexiJazzfan
Stammgast
#20889 erstellt: 08. Okt 2021, 15:28
Das Sopransaxophon (insbesondere in seiner geraden Form) hat generell einen Ton, den ich in den meisten Fällen als unangenehm empfinde. Ich kenne sogar jemanden, für den sind alle Saxophontöne in den oberen Lagen unerträglich. Wo Garbarek den emotional melancholischen Ton pflegt, der eher der Flöte oder Oboe zukommt, kommt auch für mich die Emotion meist nicht an.

Grubinger ist Weltklasse ! Ich empfehle dazu auch in der Mediathek des BR die Fernsehsendungen „Klick Klack“. (Vorsicht Klassik)

Gruß
Rainer
Don_Tomaso
Inventar
#20890 erstellt: 08. Okt 2021, 16:00
Schau, du hast den Wein gebracht, nicht ich. Und ich finde Weun kaufen bei Aldi nun mal bäh. Eigentlich den ganzen Laden. Im Gegensatz zur Twelve Moons, die mag ich gerne.
Das alles ist meine Meinung, was denn sonst? Wenn aber keiner mehr was sagen darf, was dir oder mir vielleicht nicht gefällt, dann können wir den Faden auch gleich zumachen.
Also nimm dich nicht so wichtig.
arnaoutchot
Moderator
#20891 erstellt: 08. Okt 2021, 18:14

Don_Tomaso (Beitrag #20890) schrieb:
Wenn aber keiner mehr was sagen darf, was dir oder mir vielleicht nicht gefällt, dann können wir den Faden auch gleich zumachen.


Ich sehe zwar nicht, wo ich mich jetzt "wichtig" genommen hätte, aber stimme mit dem o.g. überein. Also weiter im Text hier mit gehörter Musik.

Nochmals Thumbscrew - The Anthony Braxton Project - Cuneiform 2020. Grossartig !

jpc.de


[Beitrag von arnaoutchot am 08. Okt 2021, 18:27 bearbeitet]
grilli100
Stammgast
#20892 erstellt: 08. Okt 2021, 22:06
Ich skippe ganze Alben, wenn Gabarek drauf steht
Don_Tomaso
Inventar
#20893 erstellt: 09. Okt 2021, 06:08
Hier ist ja “ne Stimmung... Corona-Blues? Ich mach mich mal locker und lasse das G-Wort für ein paar Beiträge weg, gibt eh' nur Streit. Ich bin dem Tröter halt dankbar für seine Platten, die mich schon so lange begleiten und inspirieren. Obwohl ich auch nicht alles mag, vor allem die ganz wilden Sachen. So ist eben jeder Jeck anders. - auch wenn dafür vielleicht etwas früh um acht uhr morgens...
Mr._Lovegrove
Inventar
#20894 erstellt: 09. Okt 2021, 06:19
Hier herrscht ja eine Aufregung. Nu kabbelt euch doch nicht wegen dem netten Herren aus Norwegen! Der hat euch doch gar nix getan
Der will doch nur spielen .
Und ja, "Twelve Moons" ist auch weiterhin eine großartige Platte, die allerdings gerade im ersten Teil sehr sehr pathetische Züge aufweist, dann aber bärenstark davonzieht. Und ja, ich finde, dass alle Garbarek Platten bis einschließlich "Wayfarer" ganz hervorragend sind. Dann brach er auf zu seinen Weltmusikreisen und es wurde, na ja, teilweise etwas seltsam. Und ja "Visible World" hat exakt zwei gute Stücke, der Rest ist in der Tat schlümm. Aber nicht so schlümm wie der Nachfolger "Rites". Den kann nicht mal ein Balvenie's Caribbean Cask retten.

Doch bei mir hat gerade Ray Brown bei so einigen wichtigen Trompetern der Neuzeit angerufen und sie eingeladen. Gekommen sind sie dann auch:
rb
Ray Brown
Some of my best friends are...the trumpet players 2000
Bass – Ray Brown
Drums – Karriem Riggins
Piano – Geoff Keezer
Trumpet – Roy Hargrove, Jon Faddis, James Morrison, Nicholas Payton, Clark Terry, Terence Blanchard

Ich finde solche Allstarscheiben ja durchaus interessant. Der hier beteiligte Roy Hargrove hatte ja ein paar Jahre zuvor solch eine Platte herausgebracht, nämlich die exquisite "With the tenors of our time". Browns Version einer solchen Kollaboration kommt allerdings deutlich klassischer und gesetzter daher. Und mit gesetzt meine ich nicht langweilig oder verstaubt, sondern einfach nur herrlich unmodern. Hier spielt einfach ein tolles Trio und hat einen virtuosen Gast am Horn und gemeinsam spielt man sich durch einige Standards und Brown- Originale und konzentriert sich auf die Stücke. Das Schöne an der Platte ist, dass die ganz unterschiedliche Spielweise der Akteure hier hervorragend zu vergleichen ist. Und da die Stücke nicht ausfallend sind oder zu komplex, teils sehr bekannt, fällt dieser Vergleich umso leichter. Das ist exquisite Mainstreammusik, auf der sich der Haupakteur, nämlich Basslegende Brown sogar recht zurück hält und seinen Gästen den Vortritt lässt.


[Beitrag von Mr._Lovegrove am 09. Okt 2021, 10:09 bearbeitet]
Dieser_Benutzername_exi...
Stammgast
#20895 erstellt: 09. Okt 2021, 17:45
Ich höre gerade

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Echt genial was die Posaune so kann, wenn man sie läßt.
...Trilogue – Live At The Berlin Jazz Days
crim63
Inventar
#20896 erstellt: 11. Okt 2021, 20:22
Hallo !

@Dieser_Benutzername_exi..., die Trilogue – Live! LP sieht sehr gut aus ( auch musikalisch ), muß ich mir mal merken.

Bei mir lief ein Neuzugang, heute hab ich Ihn genau 4 Wochen und höre Ihn das dritte mal. arnaoutchot hat gesagt das ist eine gute Platte
obwohl er nicht so der Garbarek Freund ist, da hätte ich gleich stutzig werden müssen. Beim ersten Hören habe ich nach der ersten Seite aufgehört,
doch schon der zweite Durchgang ließ mich beeindruckt zurück und heute muß ich sagen, ich hab schon so einiges von Garbarek aber die Triptykon
bringt den Gedanken des Jazz mit an besten zur Geltung, ist sie doch über weite Strecken sehr Frei gehalten. Das letzte Stück, der Brückenmarsch,
(wenn ich es richtig übersetzt habe ) ist ein alter norwegischer Folk Song, sehr fein interpretiert.

JG T

Jan Garbarek / Tiptykon / 1973 / ECM / ECM 1029

Gruß Maik
PS, ich habe noch mal im ECM Thread nachgesehen, da brauche ich die beiden Vorgänger sicher auch noch........
wilder-Denker
Stammgast
#20897 erstellt: 13. Okt 2021, 20:09

Mr._Lovegrove (Beitrag #20894) schrieb:
Hier herrscht ja eine Aufregung. Nu kabbelt euch doch nicht wegen dem netten Herren aus Norwegen! Der hat euch doch gar nix getan
Der will doch nur spielen .


... da bin ich ganz bei dir, Michael - Bin zwar auch kein Garbarek-Fan (mehr), aber das hat andere Gründe in meiner persönlichen Beziehung / Entwicklung zum Jazz ... draufhauen ist immer(!) persönliche Unbeholfenheit

Selbst hatte ich die vergangenen Tage endlich mal wieder richtige Live-Erlebnisse unterschiedlicher Hörgeschmäcker erleben dürfen .. allesamt grossartig, es gibt noch ein Leben neben der Pandemie und ich kann nur empfehlen daran teilzunehmen, es öffnet(e) mehr als nur die Ohren

Ein gerade zwar nur kurzes Intermezzo zuhause, und einen Blick in diesen Thread, aber ein Juwel (für Freie und Irabagon-Freunde):

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Jon Irabagon - Bird with Streams

... Irabagon solo .. er schnappte sich sein Sax und ging etwas nach draussen (verweisse gerne auf meine sig!), er spielt für sich und ist draussen "drin", wenn man denn so will zeigt er Garbarek was das Bambus-Blättchen erzählen kann, wenn man es denn lässt .. aber lassen wir das

"Wenn ein Mensch nicht mit seinen Kameraden mithält, hört er vielleicht einen anderen Trommler. Lasst ihn Schritt machen mit der Musik, die er hört, egal wie gemessen oder wie weit weg."
Henry David Thoreau


arnaoutchot
Moderator
#20898 erstellt: 16. Okt 2021, 15:06
Wenig Jazz hier zur Zeit. In den Irabagon habe ich reingehört, schöne Idee und Umsetzung, Stücke von Bird dem Stream in der Wildnis vorzuspielen. Guter Tipp !

Hier gerade mal quergehört, Pat Metheny Group - Travels als japanische SHM-SACD. Hatte ich ja neulich erst im ECM-Original am Laufen. Nun, viel Unterschied kann ich nicht heraushören, evtl. etwas mehr Dynamik und ein bisschen runder, ich müsste es klanglich aber mal direkt vergleichen. Bestätigt wieder meine These, dass man die ECM-Platten nicht remastern oder andersweitig aufarbeiten muss, die sind idR im Original klanglich vollkommen ausreichend. 👍

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Mr._Lovegrove
Inventar
#20899 erstellt: 17. Okt 2021, 06:10

arnaoutchot (Beitrag #20898) schrieb:
Bestätigt wieder meine These, dass man die ECM-Platten nicht remastern oder andersweitig aufarbeiten muss, die sind idR im Original klanglich vollkommen ausreichend. 👍

Das kann ich unterschreiben. Damals wurden für die Rarum Selection CDs die Stücke, laut Booklet zumindest, in 24 Bit remastered, jedoch ist auch dort kein erkennbarer Unterschied zu den regulären CDs zu erkennen.
Ich würde ja gerne über Musik berichten, aber hier läuft seit über einer Woche kaum was anderes, als die neue Mathias Eick. Die Platte wächst mit jedem Hören und nimmt mich immer mehr gefangen. Das wird mein Soundtrack für den Herbst und Winter werden.
Mr._Lovegrove
Inventar
#20900 erstellt: 19. Okt 2021, 05:42
Hier doch eine andere:
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Duke Ellington
Jazz Party 1959

Angereichert durch jede Menge Percussion und Schlagwerk erklingt hier ein ganz und gar nicht klassischer Ellington, sondern ein recht experimenteller. Die Arrangements geben sich äußerst interessant und ungewöhnlich. Ich wurde hier aber auch stark an Dick Schory und Enoch Light erinnert, die quasi zeitgleich ähnliche perkussive Arbeiten herausgebracht hatten. Nur das Ellington diese Sounds in hervorragenden Jazz einbindet.

Apropos Schory und Light: Klanglich steht diese Jazz Party den Platten der beiden in nichts nach. Dies ist eine tontechnische Nuklearexplosion mit einer herausragenden räumlichen Darstellung und der perfekten Ausnutzung des Studios in der 30sten Straße in New York. Ein absoluter Killer!


[Beitrag von Mr._Lovegrove am 19. Okt 2021, 05:42 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#20901 erstellt: 19. Okt 2021, 20:26
Danke für den überaus interessanten Tipp mit der Ellington Jazz Party. Obwohl ich einiges von Ellington kenne, vor ein paar Jahren mal eine grosse Ellington-Sammlung gekauft habe (in der diese Platte möglicherweise drin war) und auch einiges in der Sammlung habe, war mir diese Platte kein Begriff ! Ein Fehler. Das ist tatsächlich inhaltlich wie klanglich ein Meisterwerk ! Kein Wunder, dass sie MFSL 1998 mal aufgelegt hat, allerdings heute kaum mehr bezahlbar zu bekommen. Ich muss mal vorsichtig suchen gehen

Fazit: Der alte Ellington ist doch immer wieder für eine Überraschung gut ! Sag ich ja immer wieder, hört Euch die frühen Sachen aus den 1920ern an, das ist inhaltlich revolutionär.

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HansFehr
Inventar
#20902 erstellt: 21. Okt 2021, 15:06
Brandneu 2021. Ich höre wieder mal das englische Quartett Portico. Das schweizerische Hang hat mir schon auf früheren Alben gefallen. Ansonsten geballte Elektronik inklusive Drumcomputer, nehme ich an. Bei Tidal sind im Moment nur drei Tracks verfügbar.

Portico Quartet - Monument

wilder-Denker
Stammgast
#20903 erstellt: 26. Okt 2021, 19:41
... es ist zur Zeit wirklich ruhig hier im Thread und ich hoffe, es geht euch allen gut. Selbst höre ich relativ viel (Free) Jazz, welcher aber aus der Erfahrung der Vergangenheit hier doch nicht wirklich Anklang findet, aber eine "alte" Neuveröffentlichung darf hier nicht unerwähnt bleiben:

John-Coltrane
John Coltrane – A Love Supreme (Live In Seattle)

Alto Saxophone – Carlos Ward
Bass – Donald Garrett, Jimmy Garrison
Drums – Elvin Jones
Piano – McCoy Tyner
Tenor Saxophone, Percussion – Pharoah Sanders
Tenor Saxophone, PercussionJohn Coltrane

... es wurden ja die letzten Jahre durchaus einige "Lost Tapes" veröffentlicht, allesamt mit guter Musik von Coltrane, aber für mich auch immer wieder mit der Frage "was ist jetzt wirklich neu im Repertoire" ... jetzt hat Impulse diesen wunderbaren Mitschnitt von Seattle (1965) heruasgebracht und dieser ist m.E. wirklich derjenige, der schon immer gefehlt hat .. die Geschichte (Entwicklung) in Coltranes Schaffen hat ein würdiges Dokument (nicht Bootleg) eines Haupt-Labels erhalten. A Love Supreme, vielleicht für viele eines DER Coltrane-Alben überhaupt (?), hier nun in einer späten Phase und durchaus nur für Freunde seiner musikalischen "Reifung" wirklich begeisternd, weil von ursprünglich eher spirituell / meditativ angehaucht geht es jetzt hin zu expressionistischer Interpretation (Coltrane u.a. auch mal schlagwerkend unterwegs) .. wer dem so folgen will, der kann dann hier studieren oder sich auch einfach fallen lassen .. das ist Coltrane, wie ICH ihn schätze und u.a. Erinnerung halten will .. danke dafür, Impulse


// Gruß


[Beitrag von wilder-Denker am 26. Okt 2021, 19:44 bearbeitet]
Mr._Lovegrove
Inventar
#20904 erstellt: 27. Okt 2021, 04:27
Ich hatte neulich erst davon gelesen. Mit dieser Veröffentlichung wird ja dann sogar der bisherigen Geschichtssprechung widersprochen, dass Coltrane das Werk in seiner Gänze nur zweimal (nämlich in Antibes im Juli 1965 und in einer Kirche in Brooklyn als Teil eínes Kirchenfestes) aufgeführt hatte. Das Konzert in Antibes wurde ja auch aufgenommen.
Ich hatte neulich erst das überragende Buch von Ashley Kahn über das Album gelesen. Selbst Kahn hat den Seattle Mitschnitt nicht erwähnt, weil auch er ihn wahrscheinlich nicht kannte. Das ist also eine hjazzhistorisch sehr wertvolle Aufnahme. Ich werde gleich mal reinlauschen.
arnaoutchot
Moderator
#20905 erstellt: 27. Okt 2021, 07:19

wilder-Denker (Beitrag #20903) schrieb:
... es ist zur Zeit wirklich ruhig hier im Thread und ich hoffe, es geht euch allen gut. Selbst höre ich relativ viel (Free) Jazz, welcher aber aus der Erfahrung der Vergangenheit hier doch nicht wirklich Anklang findet ...


Alles gut, aber wer sagt denn, dass Free Jazz hier keinen Anklang findet ? Ich höre allerdings aktuell generell relativ wenig Jazz, aber das wird sich sicherlich auch wieder ändern.

Jetzt habe ich angeregt von Euch aber gerade mal Coltrane - A Love Supreme Live in Seattle hergeholt. Ich muss vorausschicken, dass ich nie ein uneingeschränkter Fan von A Love Supreme war, mir war und ist die Platte immer mit zu viel Spiritualität und hineininterpretierter Bedeutung überfrachtet. Ausserdem waren die Funde von posthumen Coltrane-Aufnahmen in den letzten Jahren für mich nicht alle essentiell. Mehr dazu im separaten Coltrane-Thread. Insofern nahm ich diesen Neufund auch erst mal nur nickend zur Kenntnis.

Das wäre aber ein Fehler. Das ist wirklich ein hörenswerter und bewahrungswürdiger Mitschnitt. Er widerspricht mE der These, dass Coltrane A Love Supreme nicht live auf einer Bühne eines Clubs spielen wollte, denn sowohl in Antibes als auch Seattle handelte es sich ja um solche Konzerte. Die Improvisationen über die originalen Themen, die auch immer wieder zu diesen zurückfinden, und die eingestreuten Interludes geben einen deutlich entspannteren Blick auf das "heilige" Werk. Klanglich ist es erstaunlich gut, deutlich besser als die meisten der anderen Live-Aufnahmen, die posthum bei Impulse erschienen. Stellt sich nur die Frage, wo diese Bänder so lange versteckt waren, wenn angeblich einige Zeitzeugen wussten, dass es diesen Mitschnitt gab ? Danke nochmals für den Hinweis !


Doch, eine Jazz-Platte lief hier dieser Tage: Charlie Haden & John Taylor - Nightfall - The Cal Arts Sessions - naim 2004. Unter den vielen Haden-Duos mit Pianisten eine herausragende, von naim auch klanglich sehr fein eingefangen.

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https://www.discogs....ohn-Taylor-Nightfall
Mr._Lovegrove
Inventar
#20906 erstellt: 28. Okt 2021, 15:59
Hier läuft mal total entspannter Hard Bop:
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Freddie Hubbard
Ready for Freddie

Ich höre das Album in der Tat zum allerersten Mal! Hubbard war schon in seiner Frühzeit ein technisch unfassbar guter Trompeter, der über seine extreme Virtuosität einen sehr eigenen und unverwechselbaren Stil entwickelt hat.
Über die Scheibe selber will ich gar keine großen Worte verlieren. Hier erklingt astreiner Hard Bop voller heißem "Schwing". Eine Blue Note aus dem Bilderbuch!
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Stammgast
#20907 erstellt: 28. Okt 2021, 16:26
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hat gute Chancen bis morgen früh zu laufen.
das cover hat offenbar der Photoshop Praktikant verbockt

...Marcus Miller – Laid Black
flexiJazzfan
Stammgast
#20908 erstellt: 28. Okt 2021, 16:32
Mit einem Laguiole Im Kopf kann es einem schon mal krisselig werden.

Gruß
Rainer
Mr._Lovegrove
Inventar
#20909 erstellt: 29. Okt 2021, 04:25

wilder-Denker (Beitrag #20903) schrieb:

John Coltrane – A Love Supreme (Live In Seattle)

Ich kann mich der Meinung von Michael nur anschließen. Die Wandlung, die Coltrane hier hörbar innerhalb eines Jahres vollzogen hat, ist äußerst faszinierend. Er entmächtig sein eigenes Werk der Spiritualität, die eigentlich so wichtig war, und doch bleiben die Themen und Harmonien in ihrem Grundsatz sehr packend. Durch den weiter ausgebauten freien Ansatz und eine irgendwie lebendigere und geerdete Spielart bekommen die Stücke eine ganz neue Qualität.
Klanglich ist die Platte meiner Meinung nach aber absolut mau. Coltrane ist ja kaum zu vernehmen und man muss schon wissen, dass er Saxophon spielt, um dieses überhaupt zu erkennen. Aber gut, es ist eine Art Bootleg aus den 60ern und historisch doch serh wertvoll.
arnaoutchot
Moderator
#20910 erstellt: 29. Okt 2021, 06:40

Mr._Lovegrove (Beitrag #20909) schrieb:
Klanglich ist die Platte meiner Meinung nach aber absolut mau. Coltrane ist ja kaum zu vernehmen und man muss schon wissen, dass er Saxophon spielt, um dieses überhaupt zu erkennen.


Dann hast Du aber Offering und das Olatunji Concert noch nicht gehört. Die sind nochmals deutlich schlechter.
wilder-Denker
Stammgast
#20911 erstellt: 29. Okt 2021, 18:53

Mr._Lovegrove (Beitrag #20909) schrieb:

Die Wandlung, die Coltrane hier hörbar innerhalb eines Jahres vollzogen hat, ist äußerst faszinierend. Er entmächtig sein eigenes Werk der Spiritualität, die eigentlich so wichtig war, und doch bleiben die Themen und Harmonien in ihrem Grundsatz sehr packend.


... das ist genau die Faszination, die mich an diesen Seattle-Aufnahmen mitnimmt und warum ich diese, als das lang vermisste Werk bezeichnete. Wenn man von der original "Love Supreme" über die "Antibes" hin zur "Seattle" hören mag, dann hat man die Entwicklung Coltranes exemplarisch an "Love Supreme" beinahe komplett ... bei solch genialen Dokus tangiert mich die Sound-Qualität nicht wirklich, hier geht es um ganz was anderes .. muss allerdings anmerken, dass ich die HiRes über Kopfhörer gar nicht mal soo schlecht finde // Vielleicht liegt es am B&W House-Sounding

---------

Eine Neuentdeckung für mich, die ich jetzt und die letzten Tage öfter auf den Ohren habe:

a3269817054_10
Adam Nolan Trio - Prim and Primal

Adam Nolan - Alto Saxophone
Derek Whyte - Bass
Dominic Mullan - Drums

... ich hatte die Tage eher zufällig von dieser Veröffentlichung gelesen und neugierig, was denn aus Irland (mag ich sehr) so kommen mag nach einem Stream geschaut .. was soll ich sagen, reingehört und abgefahren, gekauft und happy damit .. sehr sauber, zwischen modern und free, gekonnt musiziert trifft dieses Trio genau meinen Geschmack und steht derzeit weit oben in meiner Playlist.


// Gruß


[Beitrag von wilder-Denker am 29. Okt 2021, 18:54 bearbeitet]
wilder-Denker
Stammgast
#20912 erstellt: 29. Okt 2021, 19:20

Mr._Lovegrove (Beitrag #20909) schrieb:

Klanglich ist die Platte meiner Meinung nach aber absolut mau. Coltrane ist ja kaum zu vernehmen und man muss schon wissen, dass er Saxophon spielt, um dieses überhaupt zu erkennen ...


... kleiner Nachsatz: habe mir sie gerade nochmal aufgelegt, diesmal statt OverEar mal InEar und ganz genau hingehört. Ich verstehe nun deine Kritik und stimme zu, bei mir (Grafiker) geht das wohl analog zu Wie unser Gehirn… vonstatten .. ich höre, was ich hören will / muss
arnaoutchot
Moderator
#20913 erstellt: 05. Nov 2021, 09:26
Hier ist ja wirklich Grabesstille eingekehrt ! Um den Thread wieder etwas zu beleben, führe ich ein kleines Spiel fort, das ich im Rotierenden-Vinyl-Thread schon mit Pop/Rock/Folk-LPs gemacht habe. Ich habe mir je Buchstabe des Alphabets eine Platte auf Vinyl herausgezogen und kurz vorgestellt. Ich will das auch für den Jazz versuchen. Anregungen und Kommentare sind ausdrücklich erwünscht. Mal sehen, ob ich alle Buchstaben mit Jazz-Vinyl befüllen kann, bei einigen wie X könnte es schwierig werden.

Fangen wir am Anfang an. Louis Armstrong - Satchmo plays King Oliver - AudioFidelity / Analogue Productions 1959/2017. Satchmo hier mit einer späten Hommage aus 1959 an seinen Lehrmeister King Oliver. Das Alleinstellungsmerkmal dieser Platte ist das Zusammentreffen von einer noch recht originären guten Band mit Jazz-Musikern und den ersten Stereo-Aufnahmen, noch dazu in sehr guter Qualität. Wenig später machte Armstrong nur noch Pop, und die sehr guten Mitt-Fünfziger Tribute an W.C.Handy und Fats Waller waren noch mono. Das ursprüngliche Label AudioFidelity hat nur sehr indirekt mit dem späteren audiophilen CD & SACD-Label gleichen Namens zu tun, das Vinyl-Reissue erschien 2017 bei Analogue Productions, ist aber aktuell auch schon wieder vergriffen.

IMG_1841D
https://www.discogs....mo-Plays-King-Oliver
Dieser_Benutzername_exi...
Stammgast
#20914 erstellt: 05. Nov 2021, 10:38

flexiJazzfan (Beitrag #20908) schrieb:
Mit einem Laguiole Im Kopf kann es einem schon mal krisselig werden.

Gruß
Rainer


Ich meinet die Corona um die Pupillen.
Mr._Lovegrove
Inventar
#20915 erstellt: 05. Nov 2021, 10:38
Ich schweige gerade noch, weil ich mich durch einen Berg von CDs durchhöre mit Jazz ausschließlich veröffentlicht zwischen 2010 und 2020, also alles neuer Kram. Erste Highlights haben sich schon heraus kristallisiert. Ich komme morgen wohl mal zum Posten.
Gomphus_sp.
Inventar
#20916 erstellt: 05. Nov 2021, 11:05

arnaoutchot (Beitrag #20913) schrieb:
Hier ist ja wirklich Grabesstille eingekehrt ! Um den Thread wieder etwas zu beleben, führe ich ein kleines Spiel fort, das ich im Rotierenden-Vinyl-Thread schon mit Pop/Rock/Folk-LPs gemacht habe. Ich habe mir je Buchstabe des Alphabets eine Platte auf Vinyl herausgezogen und kurz vorgestellt. Ich will das auch für den Jazz versuchen. Anregungen und Kommentare sind ausdrücklich erwünscht. Mal sehen, ob ich alle Buchstaben mit Jazz-Vinyl befüllen kann, bei einigen wie X könnte es schwierig werden.

Fangen wir am Anfang an. Louis Armstrong - Satchmo plays King Oliver


Vom Jazz habe ich nicht soviel wie zum Beispiel von Rock / Pop. Aber bei A kann ich mithalten.


a91.

Art Ensemble Of Chicago ~ Tutankhamun UK, 1974 - Free Jazz mit besonders auf der A - Seite vielen Elementen aus der Neuen Musik.
arnaoutchot
Moderator
#20917 erstellt: 05. Nov 2021, 13:10
Schön, dass es hier gleich Resonanz gibt ! Vielleicht sollte ich nicht so streng sein mit mir, was nur eine Platte pro Buchstaben betrifft.

Denn das Art Ensemble of Chicago war auch in der engeren Wahl. Mein absoluter Liebling ist hier die Urban Bushmen (ECM 2LP 1980). Gegenüber den tw. noch sehr freien Platten der frühen 1970er hatten sie einen ganz eigenen Stil gefunden zwischen afrikanischen Einflüssen, lyrischem Free Jazz und tausenden Ideen, die in den Köpfen der Musiker schwirrten. Ich habe die Platte tatsächlich auch auf Vinyl, auch wenn das Cover komisch ausschaut. Es ist selbstgebastelt, das Originalcover ging wohl beim Vorbesitzer des Exemplars bei einem Wasserschaden verloren.

IMG_4137
https://www.discogs....hicago-Urban-Bushmen


Ich blättere aber schon in B. Mir stach ins Auge Patricia Barber - Cafe Blue - Premonition/MFSL Ultra Analog 2LP 45rpm. Das ist lt. Discogs die teuerste Vinylplatte meiner Sammlung. Und weil sie so teuer ist, muss sie jetzt ran ! Inhaltlich muss ich nicht mehr viel sagen: IMHO die beste Platte der Dame, klanglich wird es auf Vinyl nicht mehr besser werden, 45rpm nerven mich allerdings, weil man dauernd aufstehen muss.

IMG_0407
https://www.discogs.com/release/4837814-Patricia-Barber-Cafe-Blue
Gomphus_sp.
Inventar
#20918 erstellt: 05. Nov 2021, 15:57

arnaoutchot (Beitrag #20917) schrieb:
Schön, dass es hier gleich Resonanz gibt ! Vielleicht sollte ich nicht so streng sein mit mir, was nur eine Platte pro Buchstaben betrifft.
Denn das Art Ensemble of Chicago war auch in der engeren Wahl. Mein absoluter Liebling ist hier die Urban Bushmen (ECM 2LP 1980). Gegenüber den tw. noch sehr freien Platten der frühen 1970er hatten sie einen ganz eigenen Stil gefunden zwischen afrikanischen Einflüssen, lyrischem Free Jazz und tausenden Ideen, die in den Köpfen der Musiker schwirrten. Ich habe die Platte tatsächlich auch auf Vinyl, auch wenn das Cover komisch ausschaut.


Tatsächlich habe ich die Urban Bushmen heute Morgen auch in der Hand gehabt. Die ist klasse, ich finde eine der besten Platten des Art Ensemble`s. Aber ich habe sofort gedacht, das das Cover wie ein Bastelbogen für die Schule aussieht und habe mich dann für die Tutankhamun entschieden.

Bei mir ist jetzt auch B.

a92.

Die Carla Bley Band mit Musique Mecanique aus dem Jahr 1978. Zeitgenössischer Jazz von einer Band,
die gut als "Big Band" durchgehen kann:
Acoustic Guitar, Electric Guitar Eugene Chadbourne, Alto Saxophone, Clarinet, Flute Alan Braufman, Bass Steve Swallow, Organ, Composed and Produced By Carla Bley, Drums D. Sharpe, French Horn John Clark, Glockenspiel Karen Mantler, Piano Terry Adams, Tenor Saxophone, Bass Clarinet Gary Windo, Trombone Roswell Rudd, Trumpet Michael Mantler und Tuba Bob Stewart

Eine spannende Platte bei der das Ensemble besonders auf der zweiten Seite mit maschinenartigen Klängen brilliert und hier und da Passagen wiederholt, das der Zuhörer denkt, die Nadel springt und gar von seinem Platze aufsteht und zum Plattenspieler läuft --- "da die Trompete, ich steh aber nicht auf". Diese Platte kann man schon als Blaupause für den Contemporary Jazz bezeichnen. Besorgt euch die Platte, ich bin gerade sehr begeistert von Carla Bley.
Magiras
Stammgast
#20919 erstellt: 05. Nov 2021, 17:15
Allright allright allright, dann spielt der mit der Ente auch mit
Neben Acid-Jazz-Samplern gibt es bei mir unter "A":

Charly Antolini – Knock Out
IMG_1135[1]
https://www.discogs....y-Antolini-Knock-Out

Hier die Zweitauflage, laut Coverbeschriftung aber exactly wie die Erste.
Diese Scheibe ist über meine Maxen echt ein Knaller, wobei mir Seite Zwei besser gefällt; aber das ist ja mein Problem, das ich immer beide Seiten einer Platte höre

Schönes Wochenende Euch allen
Michael
arnaoutchot
Moderator
#20920 erstellt: 05. Nov 2021, 17:34

Magiras (Beitrag #20919) schrieb:
Allright allright allright, dann spielt der mit der Ente auch mit ... Antolini


Freut mich, dass Du mitspielst ! Und Antolini hatte ich auch in Betracht gezogen, ich hab genau die gleiche zweite Pressung aus den neu galvanisierten Original-Matritzen. Ich denke auch, dass es da keinen hörbaren Unterschied zum Original gibt !
Magiras
Stammgast
#20921 erstellt: 05. Nov 2021, 17:53
Bei "B" fällts mir schwer mich zu entscheiden, ich könnte mit Patricia Barbers Companion kontern ( allein schon weil "Use Me" so ein Uberstuck ist )( die "Blue Cafe" ist seit sechs! Monaten bestellt, aber bei jpc hängt's etwas ) , oder den guten Schlagzeuger Art Blakey ins Rennen werfen, habe mich denn aber doch für
Clifford Brown And Max Roach – Study In Brown entschieden ( hier spielt schließlich auch ein guter Drummer..."gut" ist untertrieben par definitionem )
IMG_1136[1]
https://www.discogs....Roach-Study-In-Brown

Dies ist eine von den WaxTimeAusgaben, welche hier und dort verrissen werden...diese hier jedenfalls hat keine der sonst bemängelten Verzerrungen, zudem ist der Klang sehr plastisch...ich hör sie gern

Gruß
Michael
arnaoutchot
Moderator
#20922 erstellt: 05. Nov 2021, 18:07

Magiras (Beitrag #20921) schrieb:
"Blue Cafe" ist seit sechs! Monaten bestellt, aber bei jpc hängt's etwas


Upps, bin jetzt schon erschrocken, dass ich eine Platte von der Barber nicht kenne. Aber Du meinst Cafe Blue ... Clifford Brown mit Max Roach ist eine gute Alternative, ich kenne die kompletten EmArcy-Recordings, hier schon mal erwähnt ...

Aber nach der gefälligen Patricia Barber erlaube ich mir auch noch ein Gegengewicht bei B: Willem Breuker Kollektief - Live in Berlin - BVHAAST/FMP SAJ 1975. Da war das Kollektief noch scharf geschaltet ! Eine wilde Mischung aus Free Jazz, Zirkusmusik und Klassik-Anklängen. Passt gar nicht so schlecht zu der Carla Bley von Heiko weiter oben ! Gab es mW nie auf CD ... klanglich nicht audiophil, aber authentisch ..

IMG_3023
https://www.discogs....ktief-Live-In-Berlin
Magiras
Stammgast
#20923 erstellt: 05. Nov 2021, 18:39
Ich setze kein Gegengewicht, sondern bleibe im Groove mit meiner aufgrund des Silbercovers am schwersten zu fotografierenden Scheibe ( also bitte nicht die Bildqualität bemängeln ); das erste Stück " Compared to what" ist sowas von tanzbar, hat aber einen echten in-die-Fresse-Text...i love it.
Und der Rest des Konzerts in Montreaux geht auch tierisch ab...vor allem, wenn man bedenkt das die musicians nur ein paar Tage im Hotelzimmer geprobt haben ( so geht die Mär)

Les McCann & Eddie Harris – Swiss Movement
IMG_1137[1]
https://www.discogs....arris-Swiss-Movement

Ausgabe 1977 Germany

Gruß
Michael
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